DE26949C - Schiffshaut und Schiffspanzerwand - Google Patents

Schiffshaut und Schiffspanzerwand

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DE26949C
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DE
Germany
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plates
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Application number
DENDAT26949D
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English (en)
Original Assignee
F. J. HEILEMANN in Berlin SW., Friedrich strafse 1
Publication of DE26949C publication Critical patent/DE26949C/de
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Classifications

    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B63SHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; RELATED EQUIPMENT
    • B63BSHIPS OR OTHER WATERBORNE VESSELS; EQUIPMENT FOR SHIPPING 
    • B63B3/00Hulls characterised by their structure or component parts
    • B63B3/14Hull parts
    • B63B3/16Shells

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Combustion & Propulsion (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Ocean & Marine Engineering (AREA)
  • Aiming, Guidance, Guns With A Light Source, Armor, Camouflage, And Targets (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 63: Schiffbau und Schiffsbetrieb.
F. J. HEILEMANN in BERLIN. Schiffshaut und Schiffspanzerwand.
Patentirt im Deutschen Reiche vom l. August 1883 ab.
Fig. ι beiliegender Zeichnung stellt im Grundrifs den Abschnitt einer Zellen wand dar, wie solche bei dem Bau von Schiffen und dergl. verwendet werden soll. Denkt man sich unter a a' das äufsere Hautblech eines Schiffes, aus einem 15 mm starken Eisenblech bestehend, an das die unter der hydraulischen Presse warm gebogene 10 mm starke Zellenplatte c c' c" angenietet ist und über die Rückenflächen der Zellenplatten eine innere Verplattung b b', so erhält man fortgesetzt ein Zellensystem bezw. eine aus Verticalzellen bestehende Wand mit luftgefüllten Räumen.
Die Luft wird aus den Räumen dadurch verdrängt, dafs man ein bituminöses Material, das sich am zweekmäfsigsten aus einer Zusammenstellung von etwa 80 pCt. Erdharz (Judenpech) mit 20 pCt. Holztheer ergiebt, hineinbringt. Das Verhältnifs des Theerzusatzes läfst sich so genau nicht angeben, es mufs vielmehr der Beschaffenheit des Erdharzes angepafst, also in jedem einzelnen Falle festgestellt werden, und mufs die Masse so beschaffen sein, dafs sie bei einer Temperatur von o° nicht bricht, sondern einen darauf geführten Hammerschlag markirt. Das so zusammengesetzte Bitumen wird bei einer Temperatur von -j- 700C. flüssig und ist specifisch wenig leichter als Wasser, es hat daher noch Schwimmkraft. Bevor das Bitumen in die Zellen gebracht wird, was selbstverständlich in warmem, also flüssigem Zustande geschieht, werden dieselben durch Einhängen glühender Eisenstücke erwärmt, was bewirkt, dafs das Bitumen in alle etwa durch unvollständige Nietung zurückgebliebenen feinen Ritzen fliefst und eine bisher unerreichte Dichtung bewirkt.
Der bituminösen Masse können auch andere Materialien, wie Koks- und Torfgrus, Braunkohlen- und Torfasche etc., zugesetzt werden, namentlich da, wo die zwar verhältnifsmäfsig billige Füllung mit reinem Bitumen zu kostspielig erscheint. Eine so hergestellte Wand ist absolut wasserdicht, aufserordentlich widerstandsfähig und verhältnifsmäfsig leicht. Die sehr zähe Bitumenmasse leitet die Wärme schlecht und gleicht daher die Temperaturunterschiede zwischen dem Schiffsinnern und der äufseren Luft vortheilhaft aus. Die Ausdehnung des Metalls bei hoher Temperatur und die Zusammenziehung bei niedriger mufs durch die aufserordentliche Trägheit des Bitumens einen weniger schroffen Verlauf nehmen.
Während bei Passagier- und Handelsschiffen Wände von einfacher Zellenanordnung nach Fig. ι bei einem Querschnitt von 80 bis 130 mm genügen, sollen Kriegsschiffe mehrere, also doppelte und dreifache Wände bezw. Zellensysteme erhalten. Fig. 2 stellt eine doppelte, bis zu einem gewissen Grade geschützsichere Wand dar, und Fig. 3 ist der Grundrifs einer dreifachen Schiffswand, die einen Vergleich mit einer Panzerwand auszuhalten im Stande ist. Die Aufsenwand a ist mit Bitumenfüllung versehen, während b mit animalischem Polstermaterial gefüllt ist und die innere Wand c entweder wie die äufsere mit Bitumenfüllung oder mit Hadern, Werg und dergleichen Material gefüllt werden kann.
Bei der Anwendung dieser röhrenförmigen Zellen für Kriegsfahrzeuge ist zu berücksichtigen, dafs die Zellenplatten so gebogen sind, dafs ihre Schenkel //", Fig. 1, einen
rechten Winkel bilden bezw. zur Aufsen- und Innenhaut in einem Winkel von 45° stehen und dadurch nach beiden Seiten gleich wirkende Verstrebungen zwischen der Aufsen- und Innenhaut bilden, so zwar, dafs' die Widerstände, die z. B. den darauf wirkenden Geschossen sich entgegensetzen, möglichst an allen Stellen gleiche sind.
Die aufserordentliche Erschütterung, die durch das Einschlagen eines Geschosses in eine Panzerwand bezw. in die Panzerplatte entsteht, theilt sich allen fest mit dem Schiff in Verbindung stehenden Zubehörstücken mit und nützt diese unbemerkt ab. Durch die Anwendung obigen Zellensystems ist die Möglichkeit zur Abschaffung der riesenhaften Panzerplatten gegeben; namentlich kann hierbei eine innere Verpanzerung wirksamer und weniger nachtheilig für das Schiff angeordnet werden. Mit Rücksicht hierauf ist bei Fig. 3 die Innenhaut doppelt so stark angegeben, in der Annahme, dafs das Geschofs nach Ueberwindung aller drei Systeme die innerste Platte zu durchschlagen nicht vermag. Fig. 4 veranschaulicht das dreifache Zellensystem der Fig. 3 im Verticaldurchschnitt.
Die Zellen werden nicht bis obenhin mit Bitumen' gefüllt, sondern sie erhalten oben eine luftdicht abschliefsende, etwa 120 mm starke Schicht, bestehend aus 60 Theilen Schlemmkreide, 35 Theilen Natronwasserglas von 360B. und 5 Theilen Glycerin.
Diese Bitumenfüllung ist nicht feuergefährlich, weil eine brennbare Oberfläche nicht vorhanden, das Bitumen vielmehr luftdicht eingeschlossen ist. Selbst bei Entstehung eines Feuers auf dem Schiff aus anderer Veranlassung kann erst ein Schmelzen eines Zellentheiles ein Ausfliefsen und Entzünden des Bitumens nur der betreffenden Zelle veranlassen, ein Umstand, der erst eintreten könnte, wenn das Feuer bereits eine Ausdehnung angenommen, die das Verlassen des Fahrzeuges von den an Bord befindlichen Personen nöthig gemacht hat. Dagegen bildet das Bitumen einen aufserordentlich zähen, trägen Kitt, der die Verplattung zu einer festen Wand verbindet und ihr bei vollkommener Dichtigkeit eine aufserordentliche Widerstandsfähigkeit gegen Stöfse giebt.
Bei der Herstellung derartiger Schiffswände würde, von dem Kiel beginnend, so zu verfahren sein, dafs die stumpf angesetzten Platten nicht die Ansätze der Zellenplatten decken, wie auch die Zusammenfügung zweier Aufsenhautplätten stets in der Mitte einer Zelle bei Unterlage einer Schiene nach Fig. 1, x, zu erfolgen hätte.
Bezüglich der Verwendung solcher Zellensysteme zu Docks ist noch zu bemerken, dafs namentlich da, wo der Baugrund aus Treibsand besteht, das Dock auf ebener Erde gebaut und durch nachträgliches Fortgraben derselben versenkt werden kann.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch: .
    Schiffshäute aus zwei Metallplatten, welche mittelst einer das Wasser abstofsenden zähflüssigen Füllmasse verbunden und mit einer Einrichtung versehen werden, die beide Platten so von einander hält, dafs das Klebe- und Dichtungsmittel an allen Stellen von gleicher Stärke ist, sowie die Anordnung mehrerer solcher Häute hinter einander und zum Theil durch Zwischenlage von Polstermaterial getrennt.
    Hierzu 1 »Blatt Zeichnungen.
DENDAT26949D Schiffshaut und Schiffspanzerwand Active DE26949C (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE896997C (de) * 1948-10-02 1956-07-26 Arnold Grunwald Tragendes Bauelement, insbesondere Bauplatte

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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