DE25833C - Verfahren und Apparate zur Herstellung von Schwarzpulver - Google Patents

Verfahren und Apparate zur Herstellung von Schwarzpulver

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DE25833C
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Germany
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steam
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powder
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Application number
DENDAT25833D
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English (en)
Original Assignee
J. PICHLER und A. FELS in Wr. Neustadt, Oesterreich-Ungarn
Publication of DE25833C publication Critical patent/DE25833C/de
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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C06EXPLOSIVES; MATCHES
    • C06BEXPLOSIVES OR THERMIC COMPOSITIONS; MANUFACTURE THEREOF; USE OF SINGLE SUBSTANCES AS EXPLOSIVES
    • C06B21/00Apparatus or methods for working-up explosives, e.g. forming, cutting, drying
    • C06B21/0008Compounding the ingredient

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Drying Of Solid Materials (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
KLASSE 78: Sprengstoffe.
(Oesterreich - Ungarn).
Der Verwendung von Sprengpräparaten aller Art, sowie insbesondere der zu den verschiedensten Zwecken dienenden Spreng- und Schiefspulvergattungen stellt sich bis jetzt noch immer ein grofses Hindernifs, der gefahrvolle Transport entgegen. Eisenbahnen sowohl, als sonstige Transport-Unternehmungen besorgen die Verfrachtung von Spreng- und Schiefspräparaten, überhaupt von Explosivstoffen nur bedingungsweise, während sie die Verfrachtung der EIementarbestandtheile solcher Präparate wegen ihrer vollständigen Gefahrlosigkeit anstandslos ausführen.
Der Gedanke, diese Elementarbestandtheile, z. B. für Schiefspulver: Kohle, Salpeter und Schwefel, in fertig vorgerichtetem Zustand, aber getrennt von einander, zu transportiren und die Fertigstellung des Pulvers erst an dem Ort des Verbrauches durch eine einfache Methode zu bewerkstelligen, liegt daher sehr nahe und ist dieser Gedanke der Erfindung zu Grunde gelegt.
Die Methode der Pulvererzeugung besteht aus höchst einfachen Processen, die eine vollständige Gefahrlosigkeit verbürgen. Die betreffenden Bestandtheile des zu fabricirenden Sprengpräparates, Schiefspulvers etc. kommen in entsprechend hergerichtetem, pulverisirtem Zustand in dem bestimmten Mischungsverhältnifs in eine Mischvorrichtung, werden dort gemischt und angefeuchtet, dann eingedampft, gekörnt und schliefslich getrocknet.
Die Anordnung und Einrichtung der zur Durchführung dieser Processe nöthigen Apparate ist in beiliegenden Zeichnungen dargestellt, und zwar zeigt:
Fig. ι einen Plan einer solchen Anlage,
Fig. 2 einen Aufrifs derselben im Längsschnitt,
Fig. 3 eine Mischtrommel in Ansicht, theilweise im Schnitt,
Fig. 4 einen Abdämpfer oder Duplicator im Schnitt und
Fig. 5 die Trockenpfanne im Längenschnitt und in der Oberansicht.
Wie aus Fig. 1 und 2 ersichtlich, zergliedert sich die Anlage in zwei Gruppen: 1. in die der Pulverfabrikation und 2. in diejenige der Dampferzeugung. Die strengste Sonderung dieser beiden Abtheilungen ist wegen der bei der Dampfkesselheizung bestehenden Feuerung absolut nothwendig.
Ein Dampfgenerator A beliebiger Construction ist zu diesem Zweck in einem geschlossenen Raum B untergebracht und liefert den zu unserer Methode der Pulverfabrikation nothwendigen Dampf.
In einem beliebigen Nebenraum C sind dagegen die zur Fabrikation dienenden Apparate und Utensilien aufgestellt und mit dem Dampfgenerator durch Rohrleitungen in Verbindung gebracht; ebenso können diejenigen Apparate, welche zu ihrer Arbeit auch mechanische Kraft erfordern, im Falle des Vorhandenseins eines Motors auch mit diesen durch Transmissionen verbunden werden. Statt die Pulvererzeugung, wie hier gezeigt, in geschlossenen Räumen unterzubringen, kann der Raum, wo der Dampf
erzeugt wird, von dem Raum, wo das Pulver fabricirt wird, auch blos durch eine aufgeführte Mauer getrennt sein.
Wie schon erwähnt, bildet die Mischung der einzelnen Bestandtheile der zur Fabrikation gelangenden Präparate den Beginn der Operationen, wozu wir mit Vortheil eine Mischtrommel, Fig. 3, anwenden. Dieselbe besteht aus einer konischen oder cylindrischen Holz- oder Metalltrommel D, in deren Stirnwänden D1 die Achsstummeln dd1 befestigt sind. Der eine dieser Achsstummel d ist hohl und gestattet durch seine Stopfbüchse den dichten Eintritt eines Rohres E, das in eine an der Stirnwand D1 befestigte Brause e ausmündet und zur Zuleitung von Wasser, Dampf oder auch von anderen Flüssigkeiten, die eventuell Bestandtheile des herzustellenden Spreng- oder Schiefspräparates bilden können, dient. Der zweite Achsstummel dl trägt die Antriebskurbel d2, eventuell Riemscheibe und ist in ersterem Falle in einem Stufenlager D2 gelagert, während der Achsstummel d in einem festen Lager D3 ruht. Die Trommel D ist mit einer verschliefsbaren Thür versehen und enthält eine Anzahl Kugeln, welche die innige Mischung der Charge besorgen. Um nun diese Kugeln in jede beliebige Richtung der Trommel kollern zu lassen, ist es erforderlich, die Trommel nach Belieben schief stellen zu können, wozu das Stufenlager oder ein beliebiges anderes Stelllager D2 angebracht ist. Das Mischen selbst geschieht in nassem Zustande. Die in diesem Apparat hergestellte feuchte Masse wird nach ihrer Dechargirung in den Duplicator, Fig. 4, gebracht, um dort in eine teigartige Masse verwandelt zu werden.
Dies geschieht bei sorgfältig regulirter Temperatur, die von der Entzündungstemperatur des betreffenden Präparates abhängt, dieselbe aber nie erreichen darf und eine regelmäfsige Eindampfung des Gemenges bewirkt, wobei der hierzu verwendete Apparat eine weitere innige Mischung des Präparates durch Umrühren gestattet. Zu diesem Zweck besteht der Duplicator aus einem Kessel F, der zur Aufnahme der Charge dient und welcher in den Hohlraum eines zweiten Kessels G dicht abgeschlossen hängt. Dieser zweite Kessel G, welcher als Dampfmantel um den ersteren, F, zu betrachten ist, hängt mittelst zweier Hohlzapfen g und gi mit Stopfbüchsen in zwei Lagern H und gestattet somit ein Kippen je nach Bedarf. Durch den Hohlzapfen g geht ein Dampfrohr /, welches den Dampfmantel des Duplicators mit dem Dampfkessel A verbindet. Da jedoch im Dampfgenerator eine beliebige Spannung herrschen kann, im Duplicator aber eine bestimmte, dem in Arbeit befindlichen Präparate entsprechende Temperatur genau eingehalten werden mufs, so ist in der Dampfrohrleitung / ein Druckregulator (Dampfdruck-Reductionsventil) K eingeschaltet, der, dem Dampfdruck gemäfs, welcher der erforderlichen Temperatur im Duplicator entspricht, jeweilig eingestellt wird und diese Temperatur dann genau festhält. Durch den zweiten Hohlzapfen gl des Duplicators geht ein kurzer Rohrstutzen /, welcher mit dem Sicherheitsventil L communicirt, um bei allenfalls vorkommenden Störungen noch eine zweite Sicherung gegen die Ueberhitzung des Präparates zu haben. An das Sicherheitsventil L schliefst sich ein kleiner Condensationswasserwechsel m an, dessen Rohr»Zi durch das Sicherheitsventil L und durch das Rohr / passirt und am tiefsten Punkt des Duplicators endigt, um von dort das Condensationswasser abzuleiten und durch das Condensationswasserrohr m3 abzutreiben. Die regelmäfsige Arbeit mit diesem Duplicator erzeugt eine teigartige Masse, welche durch Umkippen und Ausleeren derselben in beliebige Gefäfse nunmehr durch beliebige bekannte Methoden in Körneroder Pulverform gebracht wird. Die ganze Charge dieses gekörnten oder losen Präparates wird nunmehr zur vollständigen Entfernung der restirenden Feuchtigkeit in eine Trockenpfanne, Fig. 5, gebracht.
Dieselbe besteht ebenfalls aus zwei in einander hängenden Pfannen, von denen die obere, M, mit schrägen oder geraden Seitenwänden in die untere Pfanne N dicht eingenietet ist. Die Böden der beiden Pfannen können durch Stehbolzen η mit einander verbunden oder sonst beliebig versteift sein. Der Dampfeintritt in den Zwischenraum der beiden Pfannen M und N erfolgt durch den Stutzen z, der mit der Dampfleitung / in Verbindung gebracht wird. Der Austritt des Condensationswassers geschieht wieder durch einen Stutzen mit Condensationswasserventil oder Wechsel m. Bei Verwendung von gespannten Dämpfen zur Heizung wird bei der Trockenpfanne in gleicher Weise wie beim Duplicator ein Dampfdruckregulator (Dampfdruckreductions ventil) und Sicherheitsventil angebracht. Bei Verwendung von Warm-, wasser oder Niederdruckdämpfen mit bestimmt eingehaltener Temperatur im Generator oder bei Anwendung von Retourdampf einer Dampfmaschine zum Heizen der Apparate entfallen selbstverständlich das Dampfdruckreductions und Sicherheitsventil für den Duplicator und die Trockenpfanne. Durch die unter entsprechendem Umrühren mittelst Maschine oder von Hand erfolgte Arbeit in der Trockenpfanne wird das Spreng- oder Schiefspräparat fertiggestellt und kann dann noch, wie dies bisher bei der Pulverfabrikation üblich, einem Sortirprocefs unterworfen werden.

Claims (2)

  1. Patent-An Sprüche:
    i. Zur Herstellung einer zur Körnung geeigneten Schiefspulver- oder Sprengpräparat-
    masse das Umwandeln der in nassem Zustande hergestellten Mischung der Bestandtheile des Pulvers oder Präparates in eine teigartige Masse durch Umrühren derselben in einem Duplicator F, in welchem durch eine Dampfleitung die nöthige Temperatur sorgfältig regulirt wird, wodurch man ein regelmäfsiges Eindampfen der Mischung erzielt.
  2. 2. Zur Mischung der zerkleinerten Bestandtheile des Schiefs- oder Sprengpräparates eine Mischtrommel, bestehend aus einem cylindrischen oder konischen Holz- oder Metallmantel D, der durch zwei Böden D1 abgeschlossen wird, durch deren hohlen Zapfen d ein Rohr E in eine Brause e ausmündet, um die Zuleitung von Dampf aus dem Dampfgenerator, Wasser oder sonstigen flüchtigen Bestandteilen des Präparates aus Reservoiren oder Pumpen zu ermöglichen und deren zweiter Achszapfen dx in einem beliebigen Stell- oder Stufenlager D2 zur entsprechenden beliebigen Schrägstellung der Trommel gelagert ist und die Antriebskurbel oder Riemscheibe trägt.
    Zur Ueberführung des breiartigen Präparates in einen teigartigen Zustand eine Abdampfvorrichtung (Duplicator), bestehend aus einem mit einem Dampfmantel G umgebenen Kessel F, welche Theile, fest mit einander verbunden, sich gemeinsam mit ihren Hohlzapfen g und gx in den Lagern H schwenken lassen, wobei durch den Hohlzapfen g das Dampfeinströmrohr / mündet, während durch den Zapfen ^1 ein Rohr / geht, das mit dem Sicherheitsventil L communicirt, während ein kleines Condensationswasserröhrchen M1 vom Wechsel oder Ventil m aus bis zum tiefsten Punkt des Dampfmantels G reicht und die Abführung des Condensationswassers durch das Röhrchen m% besorgt.
    Bei Duplicatoren obiger Art, welche mit directen, gespannten Dämpfen geheizt werden , die Anwendung von Dampfdruck-Reductionsventilen (Dampfdruckregulatoren) K in den Dampfzuleitungsrohren / und Sicherheitsventilen L an den Apparaten zur Einhaltung eines bestimmten, genau fixirten Dampfdruckes und demzufolge einer gleichmäfsigen Temperatur.
    Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
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