DE2509943C3 - Herstellung einer Matrix aus kultivierbaren Mikroorganismen - Google Patents
Herstellung einer Matrix aus kultivierbaren MikroorganismenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung einer Matrix aus kultivierbaren Mikroorganismen,
bei dem man diese Mikroorganismen mittels Röntgenstrahlen bestrahlt, hierauf die bestrahlten
Mikroorganismen auf stark uranhaltigen Nährboden bringt und darauf bis zur Kolonienbildung beläßt, im
Anschluß daran die dabei überlebenden Mutantenkolonien in eine Nährlösung überimpft und diese dann in
üblicher Weise weiterkultiviert.
Nach einem nicht vorveröffentlichten Vorschlag ist bereits vorgeschlagen worden, einzellige Grünalgen
mittels Röntgenstrahlen zu bestrahlen, im Anschluß daran die bestrahlten Grünalgen auf stark uranhaltigen
Nährboden zu bringen und diese darauf bis zur Kolonienbildung zu belassen. In einer weiteren Verfahrensstufe
werden dann nach diesem Vorschlag die dabei überlebenden Mutantenkolonien in eine Nährlösung
überimpft, diese sodann in üblicher Weise weiterkultiviert und die zur Anreicherung von Uran besonders
geeigneten Stämme isoliert. Aus den so behandelten einzelligen Grünalgen wird eine Matrix hergestellt und
diese Matrix in einem Filterkäfig angeordnet, der zur Gewinnung von Uran aus Meerwasser dem Meerwasser
in der Weise ausgesetzt ist, daß das Meerwasser durch den die Matrix enthaltenden Filterkäfig geschleust wird.
Die Erfindung geht jedoch von der überraschenden Erkenntnis aus, daß nicht nur einzellige Grünalgen als
Mikroorganismen zur Urangewinnung aus dem Meerwasser geeignet sind, sondern alle Mikroorganismen,
die Fäden oder Kolonien bilden, kultivierbar und leicht filtierbar sind und bei denen das Verhältnis der
Oberfläche zum Volumen groß ist.
Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht darin, andere Mikroorganismen als einzellige Grünalgen
zu verwenden, die unter den jeweils vorliegenden Umständen leichter verfügbar gemacht werden können,
wodurch die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen, Uran aus dem Meerwasser zu gewinnen, erheblich erhöht
wird.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung unter Anwendung der eingangs angeführten Maßnahmen
ίο dadurch gelöst, daß Kolonien oder Fäden bildende,
leicht filtrierbare, kultivierbare Mikroorganismen verwendet werden, bei denen das Verhältnis von
Oberfläche zum Volumen groß ist.
Die Dosis der vorgesehenen Röntgenbestrahlung
'5 liegt dabei zweckmäßig bei 50 kr. Aus der so gebildeten
Matrix werden die zur Anreicherung von Uran besonders geeigneten Stämme der verwendeten Mikroorganismen
ausgelesen. Aus diesen Stämmen wird zunächst eine Massenkultur gebildet und sodann die auf
diese Weise gewonnene Matrix in einen Filterkäftig mit mindestens zwei gegenüberliegenden, aus Sieben
gebildeten Wandungen, die für Meerwasser durchlässig und für die gebildeten Mutanten undurchlässig sind,
angeordnet; durch den Filterkäfig wird dann das Meerwasser hindurchgeschleust. Die Abtrennung des
Urans aus der Matrix wird mittels herkömmlicher Maßnahmen durchgeführt, die abhängig sind von den
verwendeten Mikroorganismen.
Eine besonders gute Maßnahme besteht darin, daß aus den zur Bildung der Matrix verwendeten Mikroorganismen
vor der Bestrahlung Einzelzellen gebildet werden. Das geschieht in üblicher Weise durch die
Veränderung der Außenbedingungen, also die Änderung der Lösung, in der sich die Mikroorganismen
befinden oder auch durch Änderung der Osmolarität der Lösung. Die Bildung von Einzelzellen kann beispielsweise
auch durch Änderung der Temperatur der Kultur oder durch Zugabe von Enzymen erfolgen. Durch die
Bildung von Einzelzellen wird — wie sich gezeigt hat — die Effektivität der Matrix erhöht.
Als erfindungsgemäß bevorzugte Mikroorganismen haben sich Blaualgen der Gattung Oscillatoria erwiesen.
Blaualgen der vorbezeichneten Art sind deshalb besonders geeignet, weil deren Fädigkeit und die
Verknüpfung der Fäden untereinander bei Blaualgen die Verwendung von Filterkäfigen mit Sieben, deren
Maschenweite mehr als 50 μπι betragen kann, erlaubt. Blaualgen weisen vielfach eine Länge von mehreren
Millimetern, jedoch nur einen Durchmesser von einem μίτι auf und besitzen somit eine im Verhältnis zum
Volumen große Oberfläche. Durch die Verwendung von Blaualgen der angegebenen Art wurde die Gewinnung
von Uran aus dem Meerwasser gegenüber der Verwendung von einzelligen Grünalgen weit wirtschaftlicher.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung einer Matrix aus kultivierbaren Mikroorganismen, bei dem man diese
Mikroorganismen mitteis Röntgenstrahlen bestrahlt, hierauf die bestrahlten Mirkoorganismen auf stark
uranhaltigen Nährboden bringt und darauf bis zur Koloniebildung beläßt, im Anschluß daran die dabei
überlebenden Mutantenkolonien in eine Nährlösung überimpft und diese dann in üblicher Weise
weiterkultiviert, dadurch gekennzeichnet, daß Kolonien oder Fäden bildende, leicht filtrierbare,
kultivierbare Mikroorganismen verwendet werden, bei denen das Verhältnis von Oberfläche zum
Volumen groß ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Kolonien oder Fäden bildende,
leicht filtrierbare, kultivierbare Mikroorganismen Blaualgen der Gattung Oscillatoria eingesetzt
werden.
Priority Applications (5)
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