DE2508394B2 - Verfahren und vorrichtung zur kuehlung von heissem teilchenmaterial - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zur kuehlung von heissem teilchenmaterialInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Kühlung von heißem Teilchenmaterial,
wie heißer agglomerierter Kohlenasche oder Kohlenascheschlacke.
Es sind bereits verschiedene Verfahren zur Behandung bzw. Kühlung heißer agglomerierter Kohlenasche
und heißer Kohlenschlacke bekannt, beispielsweise unter Verwendung mechanischer Anlagen mit mechanischen
Förderern. Da mechanische Anlagen grundsätzlich nachteilig sind, wurden hydraulische Anlagen zur
Kühlung des eingangs genannten Teilchenmaterials verwendet, weisen aber den Nachteil des starken
Abriebs oder des Verschleißes von Rohrleitungen und Pumpen im Kühlen und Abführen dieses Materials auf.
Aufgabe der Erfindung ist es somit, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, bei denen das eingangs
genannte Teilchenmaterial unter möglichst geringem Abrieb und Verschleiß an Anlageteilen gekühlt und
abgeführt wird.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren zur Kühlung von heißem Teilchenmaterial dadurch gelöst, daß
Teilchenmattrial in ein in einer abschüssigen Rinne mit vertikalen oder nach oben zusammenlaufenden Seitenwänden
fließendes Kühlmittel zum Bilden einer zeitweisen Kühlmittelsperre und zum zeitweisen Aufstauen
des Kühlmittels eingeführt wird, daß die Kühlmittelsperre vom angestauten Kühlmittel unter
Mitreißen des Teilchenmaterials durchbrechbar ist, und daß der Neigungswinkel der Rinne zum Einstellen eines
geringstmöglichen Verschleißes der Rinne abgestimmt wird.
Es wird erfindungsgemäß die Strömungsgeschwindigkeit oder -menge des flüssigen Kühlmittels so niedrig
gehalten und im Verhältnis hierzu das heiße Teilchenmanterial so rasch in das Kühlmittel eingeführt, daß das
Teilchenmaterial nicht vom Kühlmittel abtransportiert wird, sondern einen Wall bildet und das Kühlmittel
aufstaut, bis dieses im Bereich des Bodens der Rinne aufgrund des dort durch das Aufstauen eingestellten
hydrostatischen Drucks die Kühlmittelsperre durchbricht. Das Kühlmittel unterströmt nun das zu einer
Sperre aufgeschichtete teilchenförmige Material, das demgemäß von der Kühlmitteloberfläche mitgenommen
wird und abgekühlt wird. Durch die in der Abkühlungszone zwangläufig entstehende Kühlmitteldampfentwicklung
entsteht bis zur völligen Abkühlung des Teilchenmaterials eine weitgehend undurchdringliche
Schicht, innerhalb deren das Teilchenmaterial mitgerissen wird. Es ist hierbei die Strömungsgeschwindigkeit
des flüssigen Kühlmittels verhältnismäßig
niedrig einzustellen, um ein Aufreißen der eingangs genannten Schicht und ein Scheuern etwa in der
Flüssigkeit abgesunkener Partikeln am Rinnenboden zu vermeiden; der optimale Neigungswinkel kann hierbei
unschwer experimentell abgestimmt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren wir! intermittierend bzw. chargenweise durchgeführt, und der beschriebene
Verfahrensschritt ist abgeschlossen, wenn sich die aufgestaute Kühlmittelmenge verlaufen hat. Da es aber
möglich ist, daß sich mehr Kühlmittel aufstaut, als es zum Wegspüler der Kühlmittelsperre unbedingt erforderlich
ist, liegt eine spezielle Kühlmittelsperre durch das angestaute Kühlmittel diesem zusätzliches Teilchenmaterial
zugeführt wird, um mitgespült zu werden. Es kann demnach die zum Errichten der Kühlmittelsperre
erforderliche Materialmenge nach Art des Materials, des Kühlmittels und der Einrichtungsabmessungen
optimiert werden, wobei alles aufgestaute Kühlmittel nutzbar gemacht werden kann.
Als flüssiges Kühlmittel ist Wasser insbesondere von
Vorteil.
Die Strömungsgeschwindigkeit des Kühlmittels wird vorzugsweise so eingestellt, daß sich in der Rinne eine
Schutzschicht aus dem Teilchenmaterial bildet; die Strömungsgeschwindigkeit ihrerseits kann bei einer
vorgegebenen Anlage unter anderem auch durch die Menge des aufgegebenen Kühlmittels bestimmt werden.
In bevorzugter Ausführungsform kennzeichnet sich das erfindungsgemäße Verfahren dadurch, daß das
heiße Teilchenmaterial in den Kühlmittelstrom von der Seite her eingeführt wird, wobei das Teilchenmaterial
unter Schwerkrafteinfluß eingeführt werden kann.
Ein vorteilhaftes Merkmal besteht darin, daß das Teilchenmaterial in den Kühlmittelstrom unter einem
spitzen Winkel zu dessen Strömungsrichtung eingeführt wird.
Erfindungsgemäß wird vorteilhafterweise bei Verwendung einer geschlossenen Rinne der Innendruck in
dieser Rinne unter den Atmosphärendruck abgesenkt, so daß einem Druckaufbau entgegengewirkt wird,
wobei beim Absenken des Druckes Wasserdampf oder andere Dämpfe aus der geschlossenen Rinne abgesaugt
werden.
Die eingangs genannte Aufgabe wird auch durch eine Vorrichtung zur Durchführung des eingangs genannten
Verfahrens gelöst, die gekennzeichnet ist durch eine in Längsrichtung geneigte Rinne mit vertikalen oder nach
oben zusammenlaufenden Seitenwänden, eine seitlich von der Rinne angeordnete Beschickungseinrichtung
für das heiße Teilchenmaterial zum intermittierenden so
Bilden der Kühlmittelsperre in der Rinne und eine oberhalb der Beschickungseinrichtung vorgesehene
Einrichtung zum Einleiten eines die Gesamtbreite der Rinne bedeckenden Kühlmittelstromes.
Unter weiteren Ausgestaltungen der Erfindung ist insbesondere die von Vorteil, bei der die Einrichtung
zum Einleiten des Kühlmittelstromes zum Erzeugen einer turbulenten Strömung ausgebildet ist, wobei die
Anordnung so getroffen sein kann, daß die Einrichtung zum Einleiten des Kühlmittelstromes zum Einstellen e>o
einer vorbestimmten Strömungsmenge eine Leitung mit einer Drosselstelle aufweist.
Wie bereits oben beschrieben, kann bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung die erforderliche Neigung
und die Breite der Rinne so aufeinander t,-, abgestimmt werden, daß das Teilchenmaterial durch das
Kühlmittel mit einer Geschwindigkeit die Rinne herabgeschwemmt wird, bei welcher ein Abrieb an der
Rinne verhindert oder auf ein Mindestmaß herabgesetzt wird. Die Strömungsgeschwindigkeit deb Kühlmittels
wird hierbei, wie bereits erwähnt, so gewählt, daß sich am Boden der Rinne eine Schutzschicht aus dem
Teilchenmaterial bildet und überschüssiges Teilchenmaterial über der Schutzschicht in der Rinne herabgespült
wird. Die sich bildende Schutzschicht ist hierbei aber nicht dauerhaft, sondern die sie bildenden Teilchen
werden kontinuierlich durch frische Teilchen ersetzt.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die Rinne geschlossen und an
eine Einrichtung zum Erzeugen von Unterdruck angeschlossen, wobei einerseits gewährleistet ist, daß
nicht etwa eine Trennung zwischen Teilchenmaterial und Kühlmittel auftritt, und andererseits eine Abnutzung
der Rinne wegen druckbegünstigter Korrosion verhindert wird, wobei ein Absauggebläse vorgesehen
sein kann, um Luft und/oder Dampf aus der geschlossenen Rinne abzusaugen.
Die Querschnittsfläche der Rinne vergrößert sich gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung bei
gleichbleibender Breite in Richtung des Gefälles, so daß ein Expansionssystem mit beträchtlichem Puffer- oder
Berührungsvermögen gebildet wird, das geeignet ist, sich bildende Dampfstöße aufzunehmen, wenn eine
Charge des heißen Teilchenmaterials in die Rinne eingebracht wird, wobei vorzugsweise zum Absenken
des Innendrucks Luft und/oder Dampf in der gleichen Richtung aus der Rinne abgesaugt werden, in der sich
ihre Querschnittsfläche vergrößert, so daß eine Dampfströmung längs der Rinne in Richtung ihrer
Erweiterung erzeugt wird und eine die Kühlung beeinträchtigende Strömung in Gegenrichtung verhindert
wird.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung können längs der Rinne neben der bereits genannten
Beschickungseinrichtung noch weitere derartige Einrichtungen angeordnet sein, um zu verhindern, daß bei
jeder Charge ständig an der gleichen Stelle der Rinne eine Kühlmittelsperre errichtet wird.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung sind mehrere Rinnen vorgesehen, die eine Hauptrinne einmünden. Es
kann somit jede der einzelnen Seitenrinnen nach Neigung und Querschnitt unabhängig von der zu
kühlenden Materialmenge optimal ausgelegt werden; es ist im übrigen auch möglich, daß an der Hauptrinne
selbst eigene Beschickungseinrichtungen angeordnet sein können, und es ist schließlich auch möglich, Hauptoder
Seitenrinnen mit einer wärme- und verschleißfesten Auskleidung zu versehen.
Im folgenden ist eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert. Es
zeigt
Fig. 1 eine schematische Draufsicht auf eine erfindungsgemäße
Vorrichtung zur Kühlung heißer Kohlenasche, die chargenweise von einer Anzahl von
Vergaser-Aschentrichtern zugeführt wird,
Fig.2 einen im vergrößerten Maßstab gehaltenen,
schematischen Schnitt längs der Linie H-II in Fig. 1,
Fig. 3 einen im vergrößerten Maßstab gehaltenen, schematischen Schnitt längs der Linie II1-III in Fig. 2
durch eine Seitenrinne und eine Aschenaufnahme- oder -beschickungsrampe der Anlage und
Fig.4 eine schematische Draufsicht auf die Rinne
und die Aschenaufnahmerampe gemäß Fig.3, in welcher die Abdeckung und das Schüttrohr entfernt
sind.
Die dargestellte Vorrichtung weist zwei Seitenrinnen
1 auf, die in eine Hauptrinne la (Fig. 1) übergehen, welche ihrerseits zu einer nicht dargestellten Aschenentwässerungsanlage
führt. Die Seitenrinnen 1 und die Hauptrinne Xa besitzen jeweils einen im wesentlichen
rechteckigen Querschnitt mit einem im wesentlichen ebenen Boden 3 sowie mit im wesentlichen ebenen,
lotrechten Seitenwänden 7, wie dies am besten aus F i g. 3 hervorgeht. Gemäß F i g. 2 ist jede Seitenrinne 1
von ihrem Außenende her in Richtung des Pfeils A zur Hauptrinne Xa hin nach unten geneigt, welche ihrerseits
von der Einmündungsstelle der Seitenrinnen 1 zur Aschenentwässerungsanlage hin abfällt.
Die Rinnen 1, Xa sind mit waagerechten Abdeckplatten 4 abgedeckt, so daß sie geschlossene Kanäle
festlegen, deren Querschnittsflächen in Gefällerichtung zunehmen. Auf diese Weise wird ein Expansionssystem
mit beträchtlicher Puffer- oder Dämpfungskapazität gebildet. Längs jeder Seitenrinne 1 sind mehrere
Beschickungseinrichtungen 2 mit Aschenaufnahme-Rampen 12 auf Abstände verteilt angeordnet. Wie am
besten aus F i g. 1 und 3 hervorgeht, ist jede Rampe 12 in Querrichtung bzw. seitlich gegenüber der Mittellinie der
betreffenden Seitenrinne 1 versetzt angeordnet. Gemäß den F i g. 3 und 4 ist jede Rampe 12 unter einem Winkel
gegenüber der Längsmittellinie der zugeordneten Seitenrinne 1 und in der allgemeinen Richtung des Pfeils
A, in welcher die Rinne abfällt, nach unten geneigt. Über jeder Rampe 12 ist ein ihre Abdeckung durchsetzendes
Aschen-Schüttrohr 5 eines nicht dargestellten Vergaser-Aschentrichters angeordnet. j°
Die Böden der Rinnen 1 und Xa und die den Aschenaufnahme-Rampen 12 gegenüberliegenden Seitenwände
der Rinnen 1 sowie die Böden und Seitenwände der Rampen 2 sind mit einem wärme- und
wasserfesten Material belegt. '5
Am oberen Ende jeder Seitenrinne 1 ist ein Wassereinlaßrohr 6 mit einer Drosselung bzw. Verengung
6a (F i g. 4) vorgesehen, um Kühlwasser in einer vorbestimmten niedrigen Strömungsmenge in die
betreffende Seitenrinne einzuführen. Das in die Seitenrinnen 1 eingeleitete Wasser durchströmt diese in
der durch die Pfeile A angedeuteten Richtung an den Rampen 12 vorbei und längs der Hauptrinne Xa. Das
Wasser wird in die Seitenrinnen 3 über die Einlaßrohre 6 mit Turbulenz eingeführt, so daß es praktisch über die ti
Gesamtbreite der Rinnen hinweg an den Rampen 12 vorbeiströmt.
Im Betrieb wird heiße Asche, die eine Temperatur von 300 bis 3500C und kurzzeitig sogar bis zu 4500C
besitzen kann, in Zeitabständen über die Schüttrohre 5 r>
<> auf die Rampen 12 geschüttet, um von diesen in die betreffende Scitenrinne 1 zu rutschen. Oberfläche und
Neigung jeder Rampe 12 sind in Abhängigkeit von den Volumina der aufeinanderfolgenden, auf sie aufgegebenen
Aschenchargen und von der Wasserströmung längs r>">
der betreffenden Seitenrinne so gewählt, daß die Asche einer eingegebenen Charge auf der Rampe in die
Seitenrinne hineinrutscht und anfänglich quer über die bclreffcnde Scitenrinne eine vorübergehende Kühlmittelsperrc
bildet, welche den Wasserstrom längs der 'n betreffenden Seitenrinnc aufhält. Die vorübergehende
Kühlniittelsperre ist dabei so beschaffen, daß das sich
hinter ihr anstauende Wasser sie durchbrechen und die die Sperre bildende Asche längs der Rinne mit sich
mitreißen kann. Nach dem Durchbrechen der vorüber- '■'■
gehenden KuhlmiUelsperrc rutscht weitere Asche der gleichen Asche von der Kampe 2 so schnell in die
Seilenrinne mich, dall die Wasserströmung diese weitere Asche mitreißen kann.
Da die Aschenaufnahme-Rampen 12 gegenüber der Längsmittellinie der betreffenden Seitenrinne 1 derart
versetzt angeordnet sind, daß die Aschenchargen nicht unmittelbar in die Rinnen hineingeschüttet werden,
sondern von den schrägen Rampen 12 mit einer von der Neigung der Rampen 12 und der Größe der bis zu etwa
6 m3 oder mehr betragenden Aschencharge abhängenden Geschwindigkeit in die Rinnen 1 hineinrutschen,
werden die Seitenrinnen 1 bei der Beschickung nicht dauerhaft blockiert.
Da die Rinnen 1 ebene, lotrechte Seitenwände besitzen, durchströmt das Wasser die Rinnen 1 derart,
daß mit zunehmender Tiefe des Wasserstroms keine Vergrößerung seiner Breite auftritt. Infolgedessen wird
die Kraft des hinter einer kurzzeitigen Kühlmittelsperre angestauten Wassers nicht durch eine vergrößerte
Breite des Wasserstroms verringert.
Neigung bzw. Gefälle und Breite der Seitenrinnen 1 sowie Zufuhrmenge des über die Einlaßrohre 6 in die
Seitenrinnen 1 eingeführten Kühlwassers sind so aufeinander abgestimmt, daß die von den Rampen 12 in
die Seitenrinnen 1 herabrutschende Asche mit einer solchen Geschwindigkeit längs der Seitenrinnen 1 und
längs der Hauptrinne Xa herabgespült wird, daß ein geringstmöglicher Verschleiß der Auskleidungen der
Rinnen auftritt. Vorzugsweise bildet sich am Boden der Rinnen eine Schutzschicht der Ausasche. Als Beispiel für
ein zweckmäßiges Verhältnis können die Seitenrinnen 1 ein Gefälle von 1 : 24 und eine Breite von 1 m besitzen.
Sie können jeweils mit fünf Rampen 12 versehen sein, die um 45° zur Waagerechten geneigt und auf
Mittenabstände von 7 m voneinander verteilt sind. Das Wasser kann in jede Seitenrinne 1 über ihr Einlaßrohr 6
in einer praktisch konstanten Zufuhrmenge von etwa 150 l/s eingeleitet werden, während Aschechargen von
6 t in einer Menge von 4 bis 6 t/min in Abständen von jeweils einer halben Stunde auf die aufeinanderfolgenden
Rampen 12 jeder Seitenrinne 1 aufgegeben werden. Die Anordnung ist dabei so getroffen, daß das
Asche-Wasser-Gemisch mit einer ausreichend hohen Geschwindigkeit längs der Rinnen strömt, um Ascheteilchen
mit einer Größe von bis zu 100 mm in Bewegung zu halten, jedoch nicht so schnell, daß ein übermäßiger
Verschleiß der Rinnenauskleidungen auftritt.
Wenn heiße Asche mit dem in den Rinnen vorhandenen Kühlwasser in Berührung gelangt, bildet
sich ersichtlicherweise heißer Dampf. Um gefährliche Druckanstiege in den geschlossenen Rinnen zu verhindern
und außerdem ein etwaiges Entweichen von Heißdampf aus den Rinnen auf ein Mindestmaß zu
verringern, werden Luft und Dampf aus den Rinnen mittels eines mit der Hauptrinne la in Verbindung
stehenden Absauggebläses 11 (F i g. 1) abgesaugt, so daß
in den Rinnen ein Unterdruck von zum Beispiel 125 mm
WS erzeugt wird. Luft und Dampf werden dabei in die gleiche Richtung abgesaugt, in welcher sich die
Querschnittsfläche der Rinnen vergrößert, so daß längs der Rinnen ein Dampfstrom in Richtung der Erweiterung
bzw. Ausdehnung der Rinnen erzeugt wird.
Eine Dichtungsklappc 8 ist quer über die Hauptrinne
la an der Stelle angeordnet, an welcher ihre Abdeckung
endet. Die Dichtungsklappc 8 läßt das längs der Hauptrinnc la abwärtsströmendc Aschc-Wasser-Gemisch
aus der Anlage heraus zur Entwässerungsanlage fließen, begrenzt dabei jedoch die in die Anlage
eingesaugte Luftmenge. Hierbei wird eine geregelte Luftmenge in die Rinnen eingesaugt, welche als
zusätzliches Kühlmedium in der Anlage dient.
Kurzzeitige starke Druckanstiege oder Dampfstöße, die beim praktisch gleichzeitigen Entaschen mehrerer
Vergasungsanlagen auftreten können, werden infolge des Puffervermögens des großen Dampfraumvolumens
in der Rinnenanlage sowie durch den normalerweise in den Rinnen durch das Absauggegebläse 11 aufrechterhaltenen,
geringen Unterdruck aufgenommen.
Da die Rinnen vollständig geschlossen sind, werden staubbeladene Luft und Dampf in der Rinnenanlage
zurückgehalten. Dabei kann zum Kondensieren des aus der Rinne abgesaugten Dampfes eine Kondensiereinrichtung
vorgesehen sein, die aus einem oder mehreren Wassersprühstrahlen in einer von der Rinne zum
Absauggebläse abgehenden Leitung besteht und auch für das Entfernen von Staub aus dem abgesaugten
Dampf ausgelegt sein kann. Es ist demnach in der Zeichnung zum Kondensieren des aus den Rinnen
abgesaugten Dampfes und auch zur Abscheidung des im
Dampf enthaltenen Aschestaubs in der Saugleitung zwischen der Hauptrinne la und dem Absauggebläse 11
eine oder mehrere Wassersprüheinrichtungen 10 gezeigt, während an der Auslaßseite des Gebläses 11
eine Wascheinrichtung 9 angeordnet sein kann, wobei aufgrund dieser Anordnung nur reine Luft und reiner
Wasserdampf zur Atmosphäre entlassen werden.
An den Rinnen können in bestimmten Abständen nicht dargestellte Inspektionsöffnungen vorgesehen
sein, deren Deckel gleichzeitig auch als Überdruck- oder Druckablaßventile im Falle eines übermäßigen Druckanstiegs
in den Rinnen dienen.
Es kann demnach durch die erfindungsgemäße Anlage das heiße Teilchenmaterial durch das flüssige
Kühlmittel zu einem beliebigen vorgesehenen Ort gefördert werden und während der Förderung durch
das flüssige Kühlmittel auf eine für die weitere Behandlung geeignete Temperatur abgekühlt werden.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
609 50Β/3Θ4
Claims (16)
1. Verfahren zur Kühlung von heißem Teilchenmaterial, dadurch gekennzeichnet, daß
das Teilchenmaterial in ein in einer abschüssigen Rinne mit vertikalen oder nach oben zusammenlaufenden
Seitenwänden fließendes Kühlmittel zum Bilden einer zeitweisen Kühlniittelsperre und zum
zeitweisen Aufstauen des Kühlmittels eingeführt wird, daß die Kühlmittelsperre vom angestauten ι ο
Kühlmittel unter Mitreißen des Teilchenmaterials durchbrechbar ist, und daß der Neigungswinkel der
Rinne zum Einstellen eines geringstmöglichen Verschleißes der Rinne abgestimmt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach Durchbrechen der Kühlmittelsperre
durch das angestaute Kühlmittel diesem dort zusätzliches Teilchenmaterial zugeführt wird, um
mitgespült zu werden.
3. Verfahren nach Abspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als flüssiges Kühlmittes Wasser
verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungsgeschwindigkeit
des Kühlmittels so eingestellt wird, 2r> daß sich in der Rinne eine Schutzschicht aus dem
Teilchenmaterial bildet.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das heiße Teilchenmaterial
in den Kühlmittelstrom von der Seite her jo eingeführt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Teilchenmaterial
in den Kühlmittelstrom unter einem spitzen Winkel zu dessen Strömungsrichtung eingeführt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung einer
geschlossenen Rinne deren Innendruck unter den Atmosphärendruck abgesenkt wird.
8. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet
durch eine in Längsrichtung geneigte Rinne (1) mit vertikalen oder nach oben zusammenlaufenden
Seitenwänden (7) eine seitlich von der Rinne angeordnete Beschickungseinrichtung (2) für das
heiße Teilchenmaterial zum intermittierenden Bilden der Kühlmittelsperre in der Rinne, und eine
oberhalb der Beschickungseinrichtung vorgesehene Einrichtung zum Einleiten eines die Gesamtbreite
der Rinne bedeckenden Kühlmittelstromes.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß Boden (3) und Seitenwände (7) der
Rinne (1) eben ausgebildet sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 oder
9, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschickungseinrichtung (2) eine Rampe (12) aufweist, die in
Neigungsrichtung der Rinne (1) und zu dieser hin geneigt ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis
10, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung bo
zum Einleiten des Kühlmittelstromes zum Erzeugen einer turbulenten Strömung ausgebildet ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis
11, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung
zum Einleiten des Kühlmittelstromes zum Einstellen hr>
einer vorbestimmten Strömungsmenge eine Leitung (6) mit einer Drosselstelle (6a,)aufweist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis
12, dadurch gekennzeichnet, daß die Rinne (1) geschlossen ist und an eine Einrichtung (11) zum
Erzeugen von Unterdruck angeschlossen ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis
13, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Querschnitt der Rinne (1) bei gleichbleibender Breite in
Richtung des Gefälles vergrößert.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß längs der Rinne (1)
noch weitere Beschickungseinrichtungen (2) angeordnet sind.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Rinnen (1) in eine
Hauptrinne (la^einmünden.
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