DE2506790C2 - Glimmschutzanordnung für Leiterstäbe oder Spulenwicklungen - Google Patents
Glimmschutzanordnung für Leiterstäbe oder SpulenwicklungenInfo
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Description
50
Die Erfindung betrifft eine Glimmschutzanordnung für Leiterstäbe oder Spulenwicklungen, die in Nuten in
einem Blechpaket einer dynamoelektrischen Maschine einsetzbar sind, entsprechend dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
Bei einer bekannten Glimmschutzanordnung dieser Art (CA-PS 9 32 013) ermöglichen die Seitenkanten der
freiliegenden Oberfläche der harten Bewehrungsschicht durch angrenzende Anordnung halbleitender Platten eine
Ableitung elektrischer Ladung aus der Bewehrungsschicht in das Statorblechpaket. In gewissen Fällen, insbesondere
bei höheren Spannungen, wäre es jedoch wünschenswert, den Glimmschutz weiter zu verbessern.
Eine möglichst große Lebensdauer der Isolierung ist besonders bei großen Generatoren für Wasserkraftwerke
von Bedeutung, weil das Auswechseln von Leiterstäben und Spulenwicklungen nicht nur einen großen Arbeitsaufwand,
sondern auch eine entsprechend lange Betriebsunterbrechung erfordert
Zur Erzielung eines verbesserten Glimmschutzes ist es bekannt, aufgespritzte Graphitbeläge oder Folien aus
Graphitpapier vorzusehen, welche leitenden Beläge direkt auf der Oberfläche der die Leiter umhüllenden Isolierschicht
vorgesehen werden können, so daß eine besondere Bewehrungsschicht nicht erforderlich ist Bei
Verwendung derartiger leitender Beläge kann jedoch die Wärmeabfuhr zwischen der Isolierschicht und dem
Blechpaket eines Stators nicht mehr zufriedenstellend sein, weil der Wärmeübergang durch dazwischen vorhandene
Luftschichten beeinträchtigt wird. Um diese Schwierigkeit zu vermeiden, ist es bereits bekannt, die
Isolierschicht der Leiterstäbe oder Spulen durch eine Schicht au: halbleitendem, erst in der Nut ausvulkanisierendem
Silikongummi zu umgeben (DE-AS 10 53 091). Da die Silikongummischicht beim Einsetzen in die betreffende
Nut noch nicht gehärtet und deshalb noch verformbar ist, kann bei Anwendung dieses bekannten
Verfahrens erreicht werden, daß mit Luft oder Gas ausgefüllte Zwischenräume vermieden werden, so daß das
Entstehen örtlicher größerer Temperaturgefälle zwischen der Isolierschicht und der Nut vermieden werden
kann. Mit dem bekannten Verfahren zur Ausbildung der Silikonharzschicht wird der gesamte Umfang der Isolierschicht
mit einem mit Silikonharz getränkten isolierband umwickelt, so daß zumindest theoretisch ein sehr
guter Glimmschutz erzielbar ist
Bei dieser bekannten Glimmschutzanordnung und bei dem Verfahren zu deren Ausbildung wird jedoch als
nachteilig angesehen, daß die Ausbildung einer zufriedenstellenden halbleitenden Silikonharzschicht verhältnismäßig
schwierig und aufwendig ist, weil die verhältnismäßig großen Leiterstäbe genau mit der betreffenden
Nut ausgerichtet werden müssen, um Beschädigungen der noch nicht ausgehärteten Silikonharzschicht zu
vermeiden. Selbst wenn aber nach dem Aushärten der Silikonharzschicht in der Nut eine geeignete Ausbildung
erzielt wurde, ergibt sich der Nachteil, daß nach dem Abschalten und Abkühlen des Generators kein
Preßsitz für die Silikonharzschicht vorhanden ist, da nur durch Wärmeausdehnung des Stators ein Preßsitz bewirkt
wird. Ein weiterer Nachteil beim Aushärten in einer Nut zum Zwecke der Vermeidung von Luftschichten
mit schlechtem Wärmeübergang besteht darin, daß das Silikonharz an den Nutwänden anhaftet so daß ein
einmal ausgebauter Leiterstab nur nach erneuter Herstellung einer unbeschädigten Silikonharzschicht wieder
eingebaut werden kann. Außerdem ist beim Auswechseln von Leiterstäben ein zusätzlicher Arbeitsaufwand
zur Entfernung von anhaftendem Silikonharz von den Nutenwänden erforderlich.
Es ist ferner bereits bekannt, im Wickelkopfbereich einen Endenglimmschutzbelag mit in Richtung auf die
Stabenden abnehmender Leitfähigkeit vorzusehen, wobei in Anpassung an die in Umfangsrichtung schwankenden
Flächenkapazitäten des Leiterstabs auch in Umfangsrichtung des Stabs zonenweise verändert ist Die
Verwendung eines derartigen Glimmschutzes im Nutenbereich ermöglicht jedoch nicht ohne weiteres eine
Vermeidung von Schwierigkeiten der genannten Art.
Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, einen verbesserten Glimmschutz für Leiterstäbe oder Spulenwicklungen
der eingangs genannten Art zu erzielen, wobei einerseits eine anhaftende Verbindung zur Vermeidung
von mit Gas angefüllten Zwischenräumen angrenzend an die Nutwände nicht erforderlich ist, und wobei ande-
rerseits ein ausreichend geringer elektrischer Widerstand zur Ableitung elektrischer Ladung in das Blechpaket erzielbar ist Diese Aufgabe wird bei einer Glimmschutzanordnung der eingangs genannten Art erfindungsgemäß durch den Gegenstand des Patentanspruchs 1 gelöst Eine vorteilhafte Weiterbildung der
Erfindung sowie ein Verfahren zur Herstellung einer derartigen Glimmschutzanordnung sind Gegenstand
der Unteransprüche.
Besondere Vorteile der Erfindung sind darin zu sahen,
daß in Verbindung mit einer halbleitenden Bewehrungsschicht eine ausreichende Ableitung elektrischer Ladung in der Blechpaket ohne anhaftende Verbindung
zur vollständigen Vermeidung von Luftzwischenräumen erfolgen kann, wenn lediglich entlang eines verhältnismäßig kleinen Oberflächenbereichs eine halbleitende
Silikonharzschicht ausgebildet wird, die nach dem Ausvulkanisieren mit einem Preßsitz in die betreffende Nut
eingezwängt werden kann. Deshalb ist es möglich, derartige Leiterstäbe in der Fabrik des Herstellers mit einer halbleitenden Silikonharzschicht zu versehen, so
daß der verhältnismäßig große Aufwand zu deren Ausbildung am Einsauort entfällt Da ferner nicht der gesamte Umfang der Leiterstäbe mit einer Silikonharzschicht versehen werden muß, so daß im Kantenbereich
der Leiterstäbe die Oberfläche der harten Bewehrungsschicht freiliegt, ist eine zuverlässige Verkeilung von
beispielsweise zwei Leiterstäben in einer Nut möglich, was wegen des Auftretens starker Vibrationen in Generatoren bekanntlich erforderlich ist
Anhand der Zeichnung soll die Erfindung beispielsweise nä'aer erläutert werden. Es zeigt
F i g. 1 eine perspektivische Teüansicht des Stators
eines Generators;
F i g. 2 eine perspektivische Schnittansicht einer Spulenwicklung in F i g. 1; und
Fig. 3 eine Draufsicht auf eine Nut des Stators in
Fig. 1.
F i g. 1 zeigt einen Stator eines großen Generators, welcher Stator ein Blechpaket 10 und eine Wicklung 11
aufweist Das Blechpaket besteht aus einem Stapel von Lamellenblechen mit einer Mehrzahl von in axialer
Richtung verlaufenden Nuten 13. Die Wicklung besteht aus einer Mehrzahl von Spulen 14,15,16, etc, wovon die
Spulenseiten 17 und 18 einer Spule in zwei unterschiedlichen Nuten 13 angebracht sind, während die Kopfteile
19 in axialer Richtung vorstehen. Von jeder Spule befindet sich die eine Spulenseite am Boden einer Nut, während die andere Spulenseite an der Obersehe einer anderen Nut liegt wie für die beiden Spulenseiten 17 und
18 der Spule 14 dargestellt ist
Fig. 2 zeigt einen Bereich von einer Spulenseite 17
oder 18. Es sind eine Mehrzahl von Leitersträngen 20 vorgesehen, die durch Isoliermaterial 21 gegeneinander
isoliert angeordnet sind und entlang ihren U/nfangsflächen durch eine Ummantelung umgeben sind. Die Ummantelung besteht aus einer Anzahl von übereinander
aufgebrachten Isolierschichten 22 und 23 sowie einer äußeren Bewehrungsschicht 24. Das Isoliermaterial für
die Leiter enthält beispielsweise Glasfasern. Nach Formung der Leiter zu einer Spule mit einer gewünschten
Anzahl und Form von Windungen werden die Isolierschichten 22 und 23 sowie die Bewehrungsschicht 24
aufgebracht.
Die Isolierschichten bestehen üblicherweise aus glimmerhaltigen Bändern. Die Bewehrungsschicht besteht im allgemeinen aus einer oder aus mehreren
Schichten eines halbleitenden Bands oder einer halbleitenden Farbe, d. h. aus einem Material, das einen geregelten Widerstandswert aufweist Die Dicke der Bänder
kann in der Größenordnung von einigen 25,4μΐη liegen.
Die Bänder können in einer Anzahl von Schichten aufgebracht sein, wobei diese Zahl von der Spannung ab
hängt die sie aushalten sollen. Die Schichten werden eng anliegend und möglichst glatt aufgebracht Anschließend werden die Harze in den Bändern durch Hitze und Druckeinwirkung ausgehärtet so daß man die
ίο notwendigen Isolationseigenschaften erhält Selbst
wenn die Bänder äußerst sorgfältig aufgebracht werden, und wenn das Aushärten der Harze in den Spulenseiten
in Preßformen geschieht ergeben sich gewisse Änderungen in der Breite der Spulenseiten und in der Gerad-
heit ihrer radial verlaufenden Oberflächen, wie dies übertrieben an den mit 35 und 36 bezeichneten Stellen
von Fig.3 dargestellt ist Diese Änderungen sind im allgemeinen groß genug, daß zwischen der Spulenseite
und der Wandung des Schlitzes Hohlräume auftreten
oder daß die Hohlräume vergrößert werden, die durch
Unregelmäßigkeiten in der Wandung des Schlitzes hervorgerufen sind. Nach dem vollständigen Aushärten
werden die durch das Harz miteinander verklebten Materialien sehr hart und fest, wobei sie während einer
abermaligen Erhitzung nicht merkbar erweichen. Dies führt dazu, daß die Oberflächen 25 und 26 der Spulen bis
zu einem gewissen Grad unregelmäßige und uneffektive Zwischenflächen mit den unregelmäßigen Oberflächen
der Kernbleche bilden, welche die Wandungen der
Schlitze festlegen. Die harten Spulenoberflächen erweichen somit nicht wenn sie durch die Wärmeentwicklung
beim Betrieb der Maschine erhitzt werden, so daß sie sich nicht ausreichend verformen und die Hohlräume
ausfüllen, die durch diese Unregelmäßigkeiten gebildet
werden. Es wird daher nicht der elektrische Kontakt mit
den Lamellenblechen des Kerns aufrechterhalten, wie dies bei Verwendung der asphaltartigen Mischungen
üblich war, die früher verwendet wurden. Ursprünglich stellte die halbleitende Bewehrung einen guten elektri
sehen Kontakt mit den Lamellenblechen des Kerns her,
so daß die Bewehrung und die Wandung der Schlitze im wesentlichen auf dem gleichen Potential lagen. Durch
Schwingungen, die bei dem Betrieb der Maschine auftreten, brechen jedoch vielfach diese Kontakte, so daß
eine Potentialdifferenz entsteht, welche die Belastung auf die Luft in den Hohlräumen vergrößert. Diese Zunahme der Belastung kann so groß werden, daß es zu
einer Koronaentladung in den Hohlräumen kommt, d. h. zu einer teilweisen Entladung von der Bewehrungs
schicht 24 zum Kern 10. Darüber hinaus bleiben auch
nach einem wiederholten Erhitzen die Unregelmäßigkeiten zwischen den Spulen und dem Kern bestehen,
wobei sie einen Wärmeaustausch von den Spulen zu den Lamellenblechen des Kerns behindern. Da die isolieren
de Ummantelung ihre Gestalt beibehält, stellt sie eine
körperliche Berührung nur mit den weiter vorspringenden Lamellenblechen her, wobei Hohlräume oder kleine
Lufttaschen zwischen der Ummantelung ui.d den tiefer liegenden Lamellenblechen verbleiben. Die in den Lei
tern erzeugte Wärme wird daher zum Kern lediglich
über diese weiter vorspringenden Lamellenbleche übertragen, die in Berührung mit der Ummantelung stehen.
Hierdurch erzielt man nicht die optimale Kühlung, so daß die Leiter nicht in optimaler Weise für einen Trans
port des Stromes dienen. Die Materialien für die Schich
ten 22, 23 und 24 werden im Hinblick auf gute elektrische und thermische Eigenschaften ausgewählt. Sie sind
daher durchaus in der Lage, die Hitze von den Leitern
zum Kern abzuführen, falls ausreichend gute Bedingungen für eine Wärmeübertragung an der Zwischenfläche
zwischen der Bewehrung und dem Kern bestehen.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die radialen Oberflächen 25 und 26 von jeder Spulenseite 17
und 18 mit dünnen Schichten 27 und 28 aus einem halbleitenden Material überzogen, die an der Ummantelung
anhaften und sich deformieren, wenn die Spulenseite in den Schlitz hineingepreßt wird. Ohne die Schichten 27
und 28 paßt die Spulenseite ausreichend eng, d. h. mit Luft in den Schlitz hinein, während sie mit den Schichten
zu dem Schlitz eine Passung mit Übermaß bilden. F i g. 3 zeigt in übertriebener Darstellung eine Spulenseile in
ihrer endgültigen Lage in einem Schlitz. Da die Spulenseite in den Schlitz hineingepreßt wurde, drückten die
höher vorstehenden Lamellenbleche 29 und 30 das Material der Schicht 28 in die Bereiche 31 und 32 hinein, die
zwischen der Oberfläche 26 der Spulenseite und den tiefer liegenden Lamellenblechen 33 und 34 gebildet
sind, wobei das Material in die Hohlräume hineinfließt. Die auf das Material von einigen der Lamellenbleche
ausgeübten Druckkräfte bewirken daher, daß es über andere der Lamellenbleche hinweg in die Hohlräume
einfließt, die ansonsten zwischen einem Teil der Lamellenbleche und der Ummantelung der Spule verbleiben
würden. Die Schichten 27 und 28 sind ursprünglich gerade dick genug, daß bei ihrer Deformierung die meisten
Lamellenbleche in Berührung mit dem deformierten Material treten, so daß nunmehr eine leitende Brücke
von der Bewehrung der Spule zu wesentlich allen Lamellenblechen des Kerns gebildet wird. Diese Brücke
hat eine elektrische Leitfähigkeit, d. h. einen bestimmten Widerstandswert, die es ermöglichen, daß die auf der
Bewehrung befindliche elektrische Ladung zum Kern abfließen kann. Vorzugsweise hat sie auch ein gutes
Wärmeleitvermögen.
Als Materialien für die Ausbildung der Schichten 27 und 28 erwiesen sich bestimmte bei Raumtemperatur
vulkanisierende Silikonharze als geeignet, die mit einem Füllstoff aus feinen Teilchen eines elektrisch leitenden
Materials versetzt sind, z. B. mit Kohlenstoffpulver und/ oder Ruß. Die Beimischung erfolgt in einem Verhältnis,
das dem Material einen geregelten Widerstandswert gibt und die Eigenschaften des Harzes nicht wesentlich
ändert. Für die Erfindung wird als halbleitendes Material ein elektrisch leitendes Material mit geregeltem Widerstandswert
verwendet, d. h. ein Material, dessen Widerstandswert
klein genug ist, daß es eine Aufladung von der Bewehrung der Spule zu den Lamellenblechen
des Kerns rasch ableitet, dessen Widerstandswert auf der anderen Seite groß genug ist, daß die Kanten der
Lamellenbleche nicht unter Bildung von Wirbelstromwegen miteinander elektrisch verbunden werden. Das
mit Füllstoff versehene elastomere Material weist eine thixotrope Konsistenz auf, die es ermöglicht, es in einer
dünnen Schicht auf die Oberflächen, wie beispielsweise auf die Oberflächen 25 und 26, aufzubringen. Bei der
Bildung der Schichten 27 und 28 wird ein Streifen des mit Füllstoff versehenen Harzes auf jede der Oberflächen
25 und 26 aufgebracht, wonach die Streifen Ober die Oberflächen als gleichmäßige Schichten 27 und 28
verteilt werden, indem man die Spulenseite in eine Form einbringt, in der sie gehalten wird, bis das Silikonharz
soweit erhärtet ist, daß es seine Gestalt beibehält Eine Schicht aus Feucht-Papier kann zwischen das Material
und die Form eingebracht sein, um das Aushärten des Harzes zu beschleunigen. Die Dicke der Schichten kann
in der Größenordnung von 127μπι bis 508μπι liegen. Die
mit einem Füllstoff versehenen Silikonharze härten bis zu einem permanent flexiblen Zustand aus. Auch im
Verlauf der Zeit verhärten sie nicht, werden nicht brüchig oder trocknen nicht aus. Sie sind zäh, fest, lassen
sich ohne zu zerreißen deformieren und bilden elektrische Leiter mit einem gesteuerten Widerstandswert sowie
relativ gute Wärmeleiter. Sie verbinden oder verkleben sich gut mit anderen Materialien. Des weiteren
sind Silikonharze beständig gegenüber einer Alterung, gegenüber elektrischen Belastungen, gegenüber chemischen
Angriffen und gegenüber hohen Temperaturen. Das Haften dieser Materialien an der Ummantelung der
Spule sowie ihre Flexibilität und ihre Zähigkeit ergibt vorteilhafte Eigenschaften für die Schichten 27 und 28.
Diese Materialien werden aus den Gebieten, an denen die Ummantelung der Spule und die Wandung des
Schlitzes eng aneinander passen, in solche Bereiche verschoben, in denen die Passung loser ist, wenn die Spulenseite
in den Schlitz hineingepreßt wird. Zur Vereinfachung des Einbaus einer Spulenseite in einem Schlitz
können dessen äußere Oberflächen mit einem dünnen Film von Mineralölfett bzw. Vaseline überzogen werden,
während die Wandungen des Schlitzes mit einem flüssigen Fluorwasserstoff besprüht werden, wobei das
Fett und der Fluorwasserstoff als Schmiermittel an den Zwischenflächen zwischen der Spule und dem Schlitz
dienen.
In F i g. 2 besteht die Schicht 27 aus drei Streifen 27Λ,
27ß und 27C, die längsweise auf die Spulenseite aufgebracht sind. Aus elektrischen Gründen ist eine vollständige
Bedeckung, wie sie bei 27 dargestellt ist, nicht immer notwendig und es können u. U. sogar bessere Ergebnisse
erhalten werden, wenn keine vollständige Bedeckung vorgenommen wird. Ei1Ie vollständige Bedekkung
ist jedoch im Hinblick auf die Wärmeübertragung erwünscht. Man kann daher einen Streifen 27 A aus einem
elektrisch und thermisch leitenden Material herstellen, während die verbleibenden Streifen 27 ß und
27C aus lediglich thermisch leitendem Material bestehen. Der Streifen 27,4 ist somit das in dem vorstehenden
Absatz genannte mit einem Füllstoff versehene Silikonharz, während die Streifen 27 B und 27C nicht mit Füllstoff
versehene thermisch leitende Silikonharze gemäß der kanadischen Patentschrift Nr. 9 32 013 sind. Eine
vollständige Bedeckung 27, die nicht in dem gesamten Gebiet elektrisch leitend ist, erweist sich insofern als
erwünscht als hierdurch die in den Spulen erzeugte Wärme rasch zum Kern abgeführt werden kann. Bei der
Bildung der Schicht 27 in Form von Streifen 27Λ, 27B und 27C werden drei sehr dünne Streifen aus den Harzen
längs der Spulenoberfläche aufgebracht und dann durch die vorstehend erwähnte Kompression zu breiteren
flachen Streifen verformt Die Schicht 28 kann ebenfalls in Form von Streifen ausgebildet sein, wie dies der
Fall für die Schicht 27 ist
Da das harzartige Material zwischen die Bewehrung der Spulenseiten und die Wandungen der Schlitze hineingepreßt
wird, bringt es einen wesentlichen Bereich der Bewehrung in elektrischen und thermischen Kontakt
mit einem wesentlichen Bereich der Wandungen der Schlitze. Es ist des weiteren vorteilhaft, wenn auch
nicht notwendig, daß das Material alle Hohlräume ausfüllt und einen vollständigen Kontakt zwischen den
Oberflächen herstellt In den meisten Fällen liefert ein Gesamtkontaktbereich zwischen den Spulen- und
Kernoberflächen von etwas über 75% eine ausreichende Wärmeübertragung, wobei ein Streifen, der in diesem
Bereich liegt, ausreichende Entladungswege fest-
legt, um die Oberflächen im wesentlichen auf gleichem
Potential zu halten, so daß die Bildung von Koronaentladungen minimal gehalten wird.
Es war des weiteren vorstehend bereits erwähnt worden, daß ohne die Schichten 27 und 28 aus einem elastomeren
Material die Spulenseite ausreichend eng in einer Passung mi t Luft in die Schlitze hineinpaßt und daß die
Passung bei Verwendung dieser Schichten eine Passung mit Übermaß ist. Bei dieser Passung mit Übermaß üben
die höher vorstehenden Lamellenbleche eine Kraft auf einen Teil des elastomeren Materials der Schichten 27
und 28 aus, so daß dieses in die Abstände zwischen der äußeren Ummantelung der Spulenseite und die tieferen
Lamellenbleche hineinfließt, wenn die Spulenseite in ihren Schlitz hineingepreßt wird. Es war vorstehend be- is
reits erwähnt, daß zur Vereinfachung des Einbaus von jeder Spulenseite in ihren zugehörigen Schlitz die äußeren
Oberflächen der Schichten 27 und 28 mit einem dünnen Film eines Petroleumfettes und daß die Schlitzwandungen
mit einem flüssigen Fluorkohlenstoff besprüht sein können, wobei das Fett und der Fluorkohlenstoff
als Schmiermittel an den Zwischenflächen zwischen Spule und Schlitz dienen. Wenn jedoch die Spulenseite
eine Passung mit erheblichem Übermaß in dem Schlitz bildet, erweist sich die Einfügung der Spulenseite
in den Schlitz durch normale manuelle Techniken als ausgesprochen schwierig. Wenn dagegen eine Presse
erhältlich ist, kann diese zum Hineinpressen der Spulenseiten in die Schlitze verwendet werden. Eine Presse
steht jedoch nicht immer zur Verfügung.
In jedem Falle liefert das mit einem Füllstoff versehene
elastomere Material einen gut leitenden Weg für eine elektrische Entladung und für eine Wärmeübertragung.
Dies ist möglich, da das Material an die Spulenseite festgeklebt ist und von der Schlitzwand so deformiert
wird, daß ein großer Bereich der Wand in Berührung mit dem Material steht Selbst wenn eine gewisse Anzahl
von Hohlräumen verbleibt, wie dies wahrscheinlich der Fall ist, befinden sich diese inmitten von ausreichend
leitenden Material, so daß sie dessen elektrische und thermische Leitfähigkeit nicht merkbar stören.
In F i g. 2 sind die halbleitenden Materialien lediglich auf den radialen Oberflächen der Spulen aufgebracht
Wenn man die Spulen jedoch möglichst frei von Koronaentladungen machen will, kann man auch ihre nicht
radial verlaufenden Oberflächen, die auf den Bodenbereichen der Schlitze aufliegen, ebenfalls mit dem Material
überziehen, wobei dieses entweder als Schicht oder als Riffelung aufgebracht wird. In einigen Fällen kann es
erwünscht sein, das Material auch auf die anderen nicht so
radial verlaufenden Spulenobertlächen aufzubringen.
Auch in den Bereichen, in denen die Spulen die Schlitze verlassen, wird die Luft ionisiert Die Ionisierung dieser
Bereiche kann dadurch minimal gehalten werden, daß man den halbleitenden Überzug weit genug von
dem Kern nach außen führt, so daß ein sicherer und allmählicher Spannungsgradient entsteht Entsprechend
ausgebildete Verlängerungen 41 sind in F i g. 1 dargestellt
Die in F i g. 2 dargestellte Spulenseite kann eine Seite von einer mit Mehrfachwindungen versehenen Spule
sein oder von einer Spule mit einer einzigen Windung aus einer Reihe von Litzen. Eine für die Zwecke der
vorliegenden Erfindung geeignete Spule kann auch lediglich eine einzelne Windung eines einzigen geeignet
geformten Leiters sein. Bei Anwendungen der Erfindung auf Wasserkraftgeneratoren bestehen die Spulen
üblicherweise aus einer einzigen Windung von festen Leitern, d. h. die Seiten 17 und 18 sind Leiterstäbe. Die
Spule mit einer Windung ist mit einer Ummantelung versehen, die im wesentlichen der Ummantelung entspricht,
welche auf die entsprechend F i g. 2 aus Leiterlitzen zusammengesetzten Spulenseiten aufgebracht
sind. Diese Ummantelung bildet mit dem Stab feste und harte Seiten für die Aufnahme durch die Schlitze.
Geeignete Materialien für die Schichten 27, 28, sind im Handel erhältliche, bei Raumtemperatur vulkanisierende
RTV-Silikonharze. Diese Art von Harz stellt im Normalfalle einen Wärmeleiter und einen elektrischen
Isolator dar. Um sie daher elektrisch leitend zu machen, wird das Harz mit einem Füllstoff aus feinen Teilchen
von Graphit und/oder Ruß versetzt, welche in das Material dispergiert werden.
Die Menge der Füllstoffzugabe reicht gerade aus, daß der spezifische elektrische Oberflächenwiderstand in einem
Bereich von etwa 1000 bis 80 000 0hm liegt, vorzugsweise etwa 4000 Ohm pro quadratischer Fläche beträgt.
Ein Widerstandswert, der innerhalb dieses genannten Bereichs eingestellt ist, macht das Material ausreichend
leitend, daß es rasch eine Ladung auf der Spulenbewehrung zu dem Kern ableiten kann. Andererseits
verbleibt das Material in ausreichender Weise nicht leitend, d. h. es bildet keine Wirbelstromwege zwischen
den einzelnen Lamellenblechen. Der Widerstandswert des Materials liegt in der gleichen Größenordnung wie
der Widerstandswert der Spulenbewehrung. Materialien, welche diese Erfordernisse erfüllen, werden als
»halbleitende« Materialien bezeichnet. Die Menge der Füllstoffzugabe ist niedrig genug, daß die physikalischen
und chemischen Eigenschaften des Materials sich nicht merkenswert ändern und daß diese Eigenschaften ebenso
wie der elektrische Widerstandswert über die Lebensdauer der Maschine aufrechterhalten bleiben.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Glimmschutzanordnung für Leiterstäbe oder Spulenwicklungen, die von einer mit einer harten,
halbleitenden Bewehrungsschicht (24) umgebenen Isolierschicht (22,23) umhüllt und auf gegenüberliegenden
Seitenflächen mit einer thermisch leitenden Silikonharzschicht (27) versehen sind, die vor dem
Einsetzen in eine in einem Blechpaket einer dynamo- to elektrischen Maschine ausgebildeten Nut ausgehärtet
ist und eine derartige Dicke aufweist, daß die Leiterstäbe oder Spulenwicklungen mit Preßsitz in
die Nuten einzwängbar sind, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Teilbereich (27A) mindestens einer der beiden seitlichen Silikonharzschichten (27,
28) aus einem durch Füllstoffe elektrisch halbleitenden Silikonharz besteht, an die Bewihrungsschicht
(24) aus halbleitendem Material angrenzt und die gleiche Dicke wie der Restbereich (27B, C) der SiIikonharzschicht
aus wärmeleitendem Material aufweist
2. Glimmschutzanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem halbleitenden Silikonharz
Graphit- und/oder Rußteilchen in einer so!- chen Menge zugesetzt sind, daß deren spezifischer
elektrischer Oberflächenwiderstand zwischen 1000 und 80 000 Ohm beträgt
3. Verfahren zur Herstellung einer Glimmschutzanordnung nach Anspruch 1 oder 2, bei dem auf gegenüberliegenden
Seitenflächen einer harten halbleitenden Bewehrungsschicht eine aushärtbare Silikonharzschicht
mit einer solchen Dicke aufgetragen wird, daß nach deren Aushärten der Leiterstab oder
die Spulenwicklung in die betreffende Nut einer dynamoelektrischen Maschine mit einem Preßsitz eingezwängt
werden kann, dadurch gekennzeichnet, daß auf einen Teilbereich mindestens einer der beiden
Seitenflächen eine aushärtbare, elektrisch leitende, Füllstoffteilchen enthaltende Silikonharzschicht
und auf den Restbereich dieser Seitenfläche eine aushärtbare, thermisch leitende Silikonharzschicht
mit gleicher Dicke aufgetragen wird, und daß die gesamte Silikonharzschicht vollständig ausgehärtet
wird, bevor der Leiterstab oder die Spulenwicklung in eine Nut einer dynamoelektrischen Maschine
eingesetzt wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CA192,819A CA1016586A (en) | 1974-02-18 | 1974-02-18 | Grounding of outer winding insulation to cores in dynamoelectric machines |
Publications (2)
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|---|---|
| DE2506790A1 DE2506790A1 (de) | 1975-08-21 |
| DE2506790C2 true DE2506790C2 (de) | 1985-08-08 |
Family
ID=4099229
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2506790A Expired DE2506790C2 (de) | 1974-02-18 | 1975-02-18 | Glimmschutzanordnung für Leiterstäbe oder Spulenwicklungen |
Country Status (8)
| Country | Link |
|---|---|
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