DE23968C - Einrichtungen zur Sicherung gegen das Umsichgreifen von Feuer in Theatern und öffentlichen Gebäuden - Google Patents

Einrichtungen zur Sicherung gegen das Umsichgreifen von Feuer in Theatern und öffentlichen Gebäuden

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DE23968C
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DENDAT23968D
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G. STUMPF in Berlin SW., Ritterstr. 61
Publication of DE23968C publication Critical patent/DE23968C/de
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    • E—FIXED CONSTRUCTIONS
    • E04—BUILDING
    • E04H—BUILDINGS OR LIKE STRUCTURES FOR PARTICULAR PURPOSES; SWIMMING OR SPLASH BATHS OR POOLS; MASTS; FENCING; TENTS OR CANOPIES, IN GENERAL
    • E04H3/00—Buildings or groups of buildings for public or similar purposes; Institutions, e.g. infirmaries or prisons
    • E04H3/10—Buildings or groups of buildings for public or similar purposes; Institutions, e.g. infirmaries or prisons for meetings, entertainments, or sports
    • E04H3/22—Theatres; Concert halls; Studios for broadcasting, cinematography, television or similar purposes

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Architecture (AREA)
  • Multimedia (AREA)
  • Civil Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Ventilation (AREA)

Description

KAISERLI
PATENTAMT.
ENTSCHRIFT
KLASSE 61: Rettungswesen.
G.STUMPF in BERLIN.
Gebäuden.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 28. December 1881 ab.
Bei den Sicherheitsvorrichtungen bei Theaterbränden ist wesentlich darauf hingearbeitet, den Bühnenraum möglichst sicher gegen den Zuschauerräum abzuschliefsen, und wesentlich soll dazu der eiserne Vorhang, der obligatorisch bei allen Theatern vorgeschrieben ist, dienen. Bei den jetzigen Bühneneinrichtungen wird, wenn ein Brand sich ereignet, sich entweder so viel Wärme anhäufen, dafs ein solcher Vorhang bei der in Anwendung kommenden Eisenstärke von nur ι mm durch die strahlende Wärme bald glühend wird und nach wenigen Minuten durch Formveränderung der Wärme Eintritt in den Zuschauerraum gestattet. Mit dieser Wärme werden zu gleicher Zeit Verbrennungsgase in den Zuschauerraum einströmen und das Haus mit Stickgasen anfüllen. Andererseits ist bei einem dauerhaften Abschlufs des eisernen Vorhanges und der übrigen eisernen Bühnenthüren der Luftzutritt gehemmt, und durch das glimmende Holz, das OeI in den Farben und den sonstigen Brennstoffen wird so viel Material für eine Gasentwickelung geliefert, dafs bei plötzlichem Zutritt von atmosphärischer Luft der dünne Vorhang nach-dem Zuschauerraum durchschlagen, ja durch die Explosion die Mauern zusammenstürzen können.
Betrachtet man dagegen den ganzen Bühnenraum als eine Feuerstelle und giebt demselben am höchsten Punkt eine genügend weite Oeffnung, deren Verschlufsvorrichtung aufserhalb des Theaters sowohl zu öffnen, als durch die hohe Temperatur sich selbst öffnet, stellt man ferner ähnliche Luftzuführungsöffhimgen für das Bühnenhaus her, so wird in ganz kurzer Zeit sämmtliches brennbare Material in den festen Umfassungswänden gleich einem Kamin ausgebrannt sein, und der eiserne Vorhang wird ebenso wie bei einer Kesselfeuerung, die einen guten Zug hat, ebenso wenig verglühen, als dort die Einfeuerungsthür. Würde man ferner den Bühnenraum vermittelst feuerfesten Materials durch Luftschicht von den Umfassungswänden isoliren , so würden nicht einmal die Umfassungsmauern durch den Brand wesentlich leiden. Die wenigen directen oder indirecten Luftlöcher auf der Bühne würden bei einem Brande ebenfalls atmosphärische Luft mit einführen und die Verbrennung beschleunigen. Denkt man sich ein Theater mit einer solchen Rückwand, und in einer entsprechenden Entfernung davon eine zweite Wand hergestellt, auf der ganzen Hinterfront der bestehenden Mauer eine Oeffhung, welche nur der Haltbarkeit des Mauerwerks wegen einzelne Tragpfeiler hat, und welche Oeffhung grofs genug ist, ■ genau nach den Principien einer Feuerung die Gase abzuführen, so kann einerlei Eintritt von Gasen oder Wärme nach dem Zuschauerraum stattfinden, und alle Verbrennungsproducte werden durch den colossalen Kamin ins Freie abziehen.
In der Zeichnung ist mein System gegen das Ausbreiten der Feuersgefahr bei Theatern dargestellt.
Unter der Bühne, in der Nähe der Rampe, befindet sich ein in einem Viertelkreisbogen hergestellter Rost α aus starken Schienen. Die Luft zu diesem Roste α wird seitlich durch OefF-

Claims (2)

nungen b von aufsen eingeführt. . Ueber dem Rost, befinden sich Klappen c c vsx der Bühne, die einerseits auf an einer Welle d befindlichen Knaggen e ruhen, andererseits in Scharnieren drehbar sind. Die Welle ist seitlich entweder bis vor das Gebäude oder bis in einen von aufsen und innen leicht zugänglichen feuersicheren Keller geführt und daselbst mit einer Räderübersetzung, Sperrklinke etc. in Verbindung gebracht, so dafs man dieselbe drehen und dadurch die Klappen c c nach unten fallen lassen kann und somit der atmosphärischen Luft den Eintritt in den Bühnenraum gestattet. Oben in letzterem befinden sich Oeffnungen//, welche mit grofsen Klappen versehen sind, die einerseits nach der Bühne zu durch Gewichte^, die an leicht in Brand zu setzender Schnur hängen, andererseits durch Ketten und Hebel aufserhalb des Gebäudes geöffnet werden können. In den grofsen Klappen befinden sich kleinere Ventilationsklappen h h, welche die Abführung der Luft aus dem Bühnenraum bewerkstelligen. Würde ein Feuer ausbrechen und die gewöhnliche Löschweise mit Wasser nicht mehr nützen, so wäre der Gang des Apparates folgender: Der obligatorisch vorgeschriebene Vorhang geht nieder, die Zuführungsthüren b der frischen Luft werden geöffnet, ebenso die Klappe c über dem. Rost a. Sofort strömt frische Luft in grofser Quantität ein, die Verbrennungsgase und die Flammen werden nach den stets geöffneten Ventilationsklappen h schlagen, die Schnur wird verbrennen, das Gewicht g herabfallen und die grofsen Klappen sich öffnen. Ausgeschlossen ist jedoch nicht, dafs man auch von aufsen das Oeffnen dieser Klappen bewirkt. Sämmtliches angehäufte brennbare Material im Bühnenraum wird durch die grofse Menge der eintretenden Luft rasch vom Feuer verzehrt werden und die Verbrennungsgase durch die grofsen Oeffnungen// in den Kamin abziehen, und da derselbe höher ist als der Zuschauerraum, werden in diesem, selbst bei undichtem eisernen Vorhang, nie Stickgase eintreten, sondern Luft angesaugt werden. Es sind aufserdem noch zwei Vortheile bei dieser Einrichtung. Die frisch eintretende Luft wird dicht an dem Vorhang in die Höhe steigen und denselben weniger heifs werden lassen, und das angehäufte brennbare Material wird dadurch, dafs die Verbrennung beschleunigt wird, weniger Wärme den Umfassungsmauern mittheilen und die letzteren nicht zerstören. Wird man ferner im Bühnenraum Decken und Wände feuerfest verkleiden, z. B. mit Rabitzscher Masse, so können die Umfassungswände ebenfalls gerettet werden. Patenτ-AnsρRüche: An Bühnen und anderen Räumen, welche mit weiten und hohen Luftabführungsschächten versehen sind:
1. Die Anordnung, in letztere grofse Klappen einzusetzen, welche selbstthätig von dem Raum aus wie auch von aufsen zu öffnen sind und in denen sich kleinere Ventilationsklappen befinden.
2. Die Anordnung von Klappen im Fufsboden, darunter befindlichen Rosten nebst Luftzuführung von aufsen, alles durch Mechanismen regulirbar und in Thätigkeit zu setzen, die in rauchfreien und feuersicheren Räumen liegen.
Hierzu I Blatt Zeichnungen.
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