DE239672C - - Google Patents

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DE239672C
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electrolysis
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09BORGANIC DYES OR CLOSELY-RELATED COMPOUNDS FOR PRODUCING DYES, e.g. PIGMENTS; MORDANTS; LAKES
    • C09B7/00Indigoid dyes
    • C09B7/02Bis-indole indigos
    • C09B7/04Halogenation thereof

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Pyridine Compounds (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
■- M 239672 KLASSE 22 e. GRUPPE
.Dr. ERICH KUNZ in KONSTANZ, Baden.
Verfahren zum Halogenieren von Indigo. Patentiert im Deutschen Reiche vom 10. November 1909 ab.
Es wurde gefunden, daß die sauren, halogenwasserstoffsauren Salze der sekundären, tertiären und quaternären Ammoniumbasen in wasserfreiem Zustande unzersetzt schmelzen und den elektrischen Strom leiten. So z. B. zeigte es sich, daß das spez. Leitvermögen der Pyridin-Salzsäurekombination ein recht beträchtliches ist; es entspricht die spezifische Leitfähigkeit des normalen Pyridinhydrochlo-
ίο rides wenige Grade oberhalb seines Schmelzpunktes etwa jener einer normalen Chlorkaliumlösung bei gewöhnlicher Temperatur und jene des Bishydrochlorides in der Nähe seines Schmelzpunktes 2/3 davon.
Weitere Untersuchungen haben die über-. raschende Tatsache ergeben, daß bei der Elektrolyse dieser wasserfreien, geschmolzenen Haloidsalze bei Gegenwart von darin gelösten oder suspendierten organischen Körpern die letzteren glatt halogeniert werden. Ein technischer Vorteil bei der praktischen Verwertung besteht darin, daß durch die Abwesenheit von Wasser Oxydationen und Reduktionen, hervorgerufen durch die Zersetzung von Wasser, bei der Elektrolyse in leitenden wäßrigen Lösungen vollständig ausgeschlossen sind.
Insbesondere gelingt es nach diesem Verfahren, Indigo zu halogenieren und so zu den technisch äußerst wertvollen Halogenindigoderivaten zu gelangen. Den Grad der Halogenierung kann man beliebig bestimmen durch Variieren der Dauer der Elektrolyse, der Badzusammensetzung und der Temperatur.
Beispielsweise elektrolysiert man bei einer Temperatur von 60 bis 70 ° C. Pyridinbishydrobromid und ganz trockenen Indigo an Platinelektroden (auch Kohlenelektroden) bei einer An — 15 bis 20 Ampere pro 100 qcm und einer Klemmenspannung von 6 bis 8 Volt. Die Aufarbeitung geschieht am zweckmäßigsten in der Weise, daß man das Reaktionsgemisch mit wenig Nitrobenzol oder chlorierten Kohlenwasserstoffen verdünnt und von ungelöstem Halogenindigo abfiltriert. Das Verfahren besitzt gegenüber den meisten anderen Verfahren zur Substitution von Wasserstoff- durch Halogen in organischen Körpern den großen Vorteil, daß das bei der Halogenierung angewendete Halogen vollständig zur Halogenierung verwendet wird; bei den direkten Verfahren wird nur die Hälfte des angewandten Halogens zur Halogenierung verbraucht, während der Rest als Halogenwasserstoff für die Halogenierung verloren geht.
Gegenüber dem Halogenierungsverfahren, bei welchem Bromid und konzentrierte Schwefelsäure Anwendung finden, hat das vorliegende den Vorteil, viel glatter zum Ziele zu führen.
Bekanntlich läßt sich Indigo in starken, wasserentziehenden Säuren, wie Monohydrat, Oleum, Chlorsulfonsäureii und höchstprozentiger Bromwasserstoffsäure halogenieren; in den Dihalogenwasserstoffderivaten des Pyridins,
welche 66 Prozent absolut trockenen Bromwasserstoff enthalten, liegen die Bedingungen für die Durchführung einer Halogenierung besonders günstig.
Bei den' nach dem beschriebenen Verfahren dargestellten Halogenderivaten von Indigo läßt sich das Halogen durch Kochen mit Wasser und mit Sodalösung nicht oder nur zum Teile entfernen.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch :
    Verfahren zum Halogenieren von Indigo, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Gemisch von halogenwasserstoffsauren Salzen des Pyridins (Chinolins) in wasserfreiem, geschmolzem Zustande mit darin gelöstem oder suspendiertem Indigo der Elektrolyse unterwirft.
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