DE23404C - Neuerungen an Centrifugen für Filtrationszwecke - Google Patents
Neuerungen an Centrifugen für FiltrationszweckeInfo
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Classifications
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B04—CENTRIFUGAL APPARATUS OR MACHINES FOR CARRYING-OUT PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES
- B04B—CENTRIFUGES
- B04B3/00—Centrifuges with rotary bowls in which solid particles or bodies become separated by centrifugal force and simultaneous sifting or filtering
Landscapes
- Centrifugal Separators (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 8B: Wasserleitung.
Patenürt im Deutschen Reiche vom 14. Juli 188a ab.
Der Zweck des nachstehend beschriebenen Verfahrens ist dem Charakter der bestehenden
Entwässerungsanlagen entsprechend ein zweifacher. Sind Rieselfelder für die Abwässer vorhanden,
so sollen dieselben dadurch vor Verjauchung geschützt werden, dafs den Abwässern
die festen Dungstoffe entzogen werden, und das geschieht, um dies kurz vorauszuschicken,
durch Filtrationscentrifugen. Sollen dagegen die Abwässer gereinigt und in einen Flufs geleitet
werden, so knüpft sich an die genannte Separation noch eine weitere Filtration. '
In der beiliegenden Zeichnung, Fig. 2, bedeutet A ■ ein Sammelbassin, in welches der
Hauptabflufskanal der Abwässer führt. Durch die Pumpen B werden letztere in das Reservoir
C geschafft, von wo sie durch eine Rohrleitung Q, nachdem ihnen eine dünne Lösung
von schwefelsaurer Thonerde zugesetzt ist, in die Centrifugen D gelangen. Die Construction
einer der Centrifugen ist aus Fig. 3 ersichtlich. Der rotirende Korb besteht aus zwei Abtheilungen,
einer inneren O, welcher durch das Rohr Q die Jauche zugeführt wird, und einer äufseren,
ringförmigen P, welche ein Filtermaterial enthält, das am besten aus Schwämmen besteht,
welche mit Eisentanat getränkt sind. Ist die Anlage mit Rieselfeldern versehen, so kann
die aus den Centrifugen kommende Flüssigkeit ohne weiteres auf dieselben abgelassen werden,
da sie für diesen Zweck genügend gereinigt ist, insofern, als sie keine Verjauchung mehr bewirken
kann, während die festen Bestandteile in Darrkammern erhitzt und als Dungstoff verwerthet
werden.
Sollen die Abwässer dagegen in einen Flufs geleitet werden, so ist noch ein weiteres FiI-triren
nöthig. Die zu letzterem verwendeten Mittel sind zum Theil bekannt, doch werden
sie durch die vorhergegangene Behandlung der Jauche in den Centrifugen erst in die Lage
gesetzt, praktisch ihren Zweck zu erfüllen, da bei allen bisherigen Verfahren durch die festen
Bestandtheile stets eine so schnelle Verstopfung des Filters eintrat, dafs sich die Betriebskosten
zu hoch stellten und zahlreiche Betriebsstörungen unvermeidlich waren.
Die den Centrifugen entströmende Flüssigkeit sammelt sich im Abflufskanal E und fliefst
in das Bassin F. Von F werden die Abwässer in den Windkessel H und durch diesen in die
vier Druckrohre J in den vier Abtheilungen des Filterthurmes K gedrückt. Der Filterthurm ist
nun mit eisenfreiem Torfgrus und Sägespänen gefüllt. Die Abwässer werden durch diese
Filtermasse von unten nach oben gedrückt und geben an diese den gröfsten Theil der gelösten
Dungstoffe ab. Tritt die Jauche an die Oberfläche des Filters, so sind fast alle chemisch
gelöst gewesenen Stoffe durch die Filtermasse gebunden, und enthält erstere nur noch unbedeutende
Mengen von organischen und unorganischen Stoffen. Im Interesse der Ableitung der ungeheuren Mengen der nun fast
werthlosen Abwässer liegt es nun, auch noch die Spuren der schädlichen Körper zu vernichten,
damit erstere ungehindert dem Flufslauf übergeben werden können. Zu dem
Zwecke wird den über den Rand des. Filterthurmes tretenden Abwässern Kalkmilch zugesetzt.
Die Kalkmilch wird durch eine besondere Pumpe L dem Löschbottich M ent-
Claims (1)
- nommen und durch das Druckrohr N auf den Filterthurm gepumpt. Die Kalkmilch bindet die in den Abwässern vorhandene Kohlensäure und läuft, mit dem Wasser vermischt, an einem Gradirwerk W. hinab; durch letzteres ist ein wirksames Mischen der Abwässer mit dem Sauerstoff der Luft gegeben. Der Sauerstoff, der in reichlicher Menge vorhanden ist, oxydirt nun den vorhandenen Stickstoff zu salpetriger und Salpetersäure und schlägt als kohlensaurer Kalk den überschüssigen Aetzkalk an das Reisig nieder.Um den Filterthurm befinden sich ringförmig vier Nachfilter Y, die die von dem Gradirwerk hinabrieselnden Wasser aufnehmen und die noch vorhandenen oxydirten und suspendirten Stoffe absorbiren. In diesen Filtern geschieht die Filtration von oben nach unten, und läuft das nun vollkommen reine Wasser durch Lochsteine, welche am Grunde der Umfassungswände angeordnet sind, in den Umfassungsgraben X. Dieser Graben ist nun bis zum Abflufsgraben mit schwedischem Eisenerz ge-.füllt, so dafs also noch eine dritte Filtration stattfindet.Das Filtermaterial des Thurmes^ mufs von Zeit zu Zeit ersetzt werden, zu welchem Zweck die betreffende Abtheilung von der Druckleitung abgesperrt wird. Das mit Dungstoff gesättigte Material wird, mit den in den Centrifugen gewonnenen festen Massen vermischt, in Darrkammern getrocknet und erhitzt, so dafs auch hier alle etwa vorhandenen Krankheitsstoffe zerstört werden.Die auf diese Weise erhaltene Poudrette enthält nun alle in den Abwässern vorhanden gewesenen Dungstoffe: Ammoniak und Stickstoff, Kali, Phosphorsäure, Chlor, und alle der Landwirtschaft dienlichen Körper sind an dem Filtermaterial gebunden oder in den Centrifugenrückständen erhalten, während gleichzeitig die gefährlichen Abwasser der Städte unschädlich gemacht sind.Die Neuerung an der Centrifuge besteht darin, dafs die gebräuchliche Methode, die festen Körper durch mehr oder weniger feine Siebe oder durch Zeuge zurückzuhalten, durch Einschalten eines besonderen. Filtereinsatzes, welcher die Anwendung der verschiedensten Materialien in bedeutender Stärke gestattet, vervollkommnet ist. Auf diese Weise ist man im Stande, auch die auf das Feinste zertheilten Stoffe zurückzuhalten. Eine weitere Neuerung ist die Art der Zuführung der Flüssigkeit. Da die Abwasser die suspendirten Stoffe nur in verhältnifsmäfsig geringen Mengen enthalten, so ist es unmöglich, die Rotationstrommel zu füllen, den Inhalt auszuschleudern und dann wieder zu beschicken; die Centrifuge mufs demnach auch während des Zuflusses in Thätigkeit sein. Zu diesem Zweck strömt die Flüssigkeit in den Einfiufskonus a, Fig. 4, und verläfst diesen während der Rotation durch die Längsschlitze cc...Zweck dieser Anordnung ist, eine einseitige Belastung der Rotationstrommel zu vermeiden, dieselbe vielmehr möglichst gleichmäfsig zu vertheilen.Der Einflufskonus α ist ein hohler, abgestumpfter Kegel, dessen Mantel durch Längsschlitze c durchbrochen ist.Die Rotationstrommel b besteht aus zwei Abtheilungen, der ersten inneren bl, die zur Aufnahme der zurückbleibenden festen Massen dient, und der zweiten ringförmigen, äufseren P, die den Filtereinsatz d aufnimmt.Der Filtereinsatz d ist ein ringförmiger Behälter, dessen Wände gleich denen der Rotationstrommel aus durchlochten Blechen bestehen und genau in das Ringstück b2 pafst. Der Filtereinsatz ist durch ein perforirtes Blech in zwei Kammern dx und d2 getheilt, die die verschiedenen Filtermaterialien in sich aufnehmen. Sind die Materialien gesättigt, so werden die Centrifugen abgestellt und der Einsatz d herausgenommen und durch einen anderen mit frischem Filtermaterial ersetzt. Diese Auswechselung der Filtereinsätze geschieht, ohne dafs der Betrieb auf längere Zeit unterbrochen wird. Um nun die geschleuderte Flüssigkeit zu zwingen, die Filtermaterialien auch wirklich zu passiren und sich nicht unfiltrirt am Deckel oder am Boden des Filtereinsatzes hindurchdrängen zu können, ist der Filtereinsatz oben mit dem Deckel und unten mit dem Boden der Rotationstrommel abgedichtet.Der Deckel e der Rotationstrommel trägt einen flachen Dichtungsring/, ein gleicher/2 liegt auf dem Boden der Filtereinsatzkammer P. Ist nun der Filtereinsatz d in die Kammer b2 hineingesetzt, so wird der Deckel e der Rotationstrommel aufgelegt und durch Schrauben angezogen. Der obere Rand des Filtereinsatzes d wird durch den am Deckel e befindlichen Dichtungsring/' abgedichtet, gleichzeitig wird aber auch der Boden des Filtereinsatzes gegen den unteren Dichtungsring /2 geprefst und so auch hier ein wasserdichter Abschlufs bewirkt.Paten τ-An spruch:An Centrifugen für Trennung der festen Stoffe aus den Abwässern der mit Längsschlitzen c versehene Konus und die ringförmigen Filtereinsätze d.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE23404C true DE23404C (de) |
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ID=299959
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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| DENDAT23404D Active DE23404C (de) | Neuerungen an Centrifugen für Filtrationszwecke |
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| Country | Link |
|---|---|
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- DE DENDAT23404D patent/DE23404C/de active Active
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