DE223758C - - Google Patents
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- DE223758C DE223758C DENDAT223758D DE223758DA DE223758C DE 223758 C DE223758 C DE 223758C DE NDAT223758 D DENDAT223758 D DE NDAT223758D DE 223758D A DE223758D A DE 223758DA DE 223758 C DE223758 C DE 223758C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C07—ORGANIC CHEMISTRY
- C07K—PEPTIDES
- C07K16/00—Immunoglobulins [IG], e.g. monoclonal or polyclonal antibodies
- C07K16/12—Immunoglobulins [IG], e.g. monoclonal or polyclonal antibodies against material from bacteria
- C07K16/1267—Gram-positive bacteria
- C07K16/1289—Mycobacteriaceae (F)
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- Pharmaceuticals Containing Other Organic And Inorganic Compounds (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVl 223758 -KLASSE 30 h. GRUPPE
Der Nachweis der spezifischen Immunstoffe im Blutserum von Tieren, die mit Tuberkelbazillen
und Präparaten, daraus vorbehandelt worden sind, ist auf dem gebräuchlichen Wege, nämlich
durch den Schutz- oder Heilversuch an kleinen Versuchstieren, bisher nicht gelungen. Dagegen
gelingt der Nachweis von spezifischen Immunstoffen in vitro. Die bisher bekannt gewordenen
Tuberkulose-Immunstoffe charakterisieren sich
ίο als Agglutinine, komplementbindende Substanz
und Opsonine oder Bakteriotropine. Ein wirksames Tuberkulose-Immunserum sollte all diese
Stoffe in möglichst großer Menge und in entsprechendem Verhältnis zueinander enthalten.
Ganz allgemein gesprochen, entstehen Ag-. glutinine durch Einführung von Bakterienzellen
in einen Organismus. Der Nachweis dieser Immunstoffe geschieht dadurch, daß man das betreffende
Immunserum auf Aufschwemmungen der zur Immunisierung benutzten Bakterienart
in vitro einwirken läßt. Beim Vorhandensein von Agglutininen werden die Bakterien
oft schon von sehr geringen Mengen des Immunserums zusammengeballt und niedergeschlagen.
Komplementbindende Substanzen entstehen hauptsächlich durch die Einwirkung spezifischer
Antigene, so z. B. von Bakterien oder Bakterienextrakten. Ihr Nachweis geschieht ebenfalls
in vitro, indem das betreffende Antigen unter Vermittlung seines Immunstoffes das
Komplement eines hämolytischen Systems ablenkt und hierdurch das Zustandekommen der
Hämolyse verhindert.
Opsonine oder Bakteriotropine entstehen neben den bereits geschilderten Immunstoffen ebenfalls durch Immunisieren mit Bakterien.
Opsonine oder Bakteriotropine entstehen neben den bereits geschilderten Immunstoffen ebenfalls durch Immunisieren mit Bakterien.
Ihr Nachweis kann sowohl im Tierkörper als auch in vitro geführt werden, indem beim Zusammenbringen
von Bakterien mit menschlichen oder tierischen Leukocyten durch die Einwirkung des Immunserums eine größere Anzahl
von Bakterien von den Leukocyten aufgenommen werden, als dies bei der Verwendung
von Normalseris der Fall ist.
Im besonderen Fall der Tuberkulose entstehen Agglutinine durch die Einführung von
lebenden oder abgetöteten, intakten oder veränderten Tuberkelbazillen in tuberkulöse oder
gesunde Individuen.
Komplementbindende Substanzen entstehen hauptsächlich unter dem Einfluß des Tuberkulins.
Opsonine oder Bakteriotropine finden sich im Blutserum tuberkulöser Individuen und können
durch systematische Immunisierung vermehrt werden.
Es wurde nun beobachtet, daß es zur Erzielung beträchtlicher Mengen spezifischer Immunstoffe
ein unbedingtes Erfordernis ist, daß die zur Immunisierung benutzten Tiere eine Tuberkulinüberempfindlichkeit
besitzen. Tuberkulöse Individuen besitzen diese an sich, während sie
gesunden Individuen durch geeignete Vorbehandlung mit Tuberkelbazillen verliehen werden
kann.
Tuberkulöse Tiere eignen sich von vornherein zur Gewinnung eines wirksamen Immunserums
nicht, weil sie in ihrer Widerstandsfähigkeit zu sehr geschwächt sind und etwaige erzeugte Immunstoffe
zu Heilungsvorgängen im eigenen Organismus in Anspruch genommen werden.
Hierdurch wird es bedingt, daß bei tuber-
kulösen Individuen die Ausscheidung von Immunstoffen in das Blutserum und ihre Anhäufung
daselbst nur in äußerst geringem Grade erfolgt.
Ganz anders verhalten sich Individuen, die nicht mit einer im Fortschreiten begriffenen
Tuberkulose behaftet sind und trotzdem auf Injektionen von Tuberkulin und ähnlichen
Tuberkelbazillenpräparaten in der eigentlich
ίο nur für tuberkulöse Tiere bezeichnenden Weise
reagieren.
Zur Erzeugung der Tuberkulinüberempfindlichkeit werden gesunde Tiere, und zwar eignen
sich hierzu hauptsächlich Pferde, Maulesel, Esel und Rinder, zunächst mit Aufschwemmungen
lebender Tuberkelbazillen vom typus humanus, am besten intravenös vorbehandelt.
Die von tuberkulösen Erkrankungen der Menschen herstammenden Tuberkelbazillen erzeugen
bei den genannten Tieren im allgemeinen keine progrediente Tuberkulose, wohl aber
machen sie diese Tiere gegen eine spätere Infektion mit Tuberkelbazillen des typus bovinus
für längere Zeit in hohem Maße widerstandsfähig.
Durch diese vorbereitende immunisierende Einführung von Tuberkelbazillen des typus
humanus wird bei den betreffenden Tieren bereits eine beträchtliche Überempfindlichkeit
gegenüber dem Tuberkulin hervorgerufen.
Diese Überempfindlichkeit kann durch wiederholte Einspritzungen von Tuberkulin oder anderen
Tuberkelbazillenpräparaten in gesteigerten Dosen zum Verschwinden gebracht werden,
d. h. die Tiere werden gegen das Tuberkulin immunisiert. Schon hierbei tritt eine Bildung
von Tuberkulose-Immunstoffen ein. Um diese . steigern zu können, ist es notwendig, die Tiere
von neuem gegen Tuberkulin überempfindlich zu machen.
Dies wird dadurch erreicht, daß man die immunisierten Tiere nunmehr mit solchen Tubelkelbazillen
behandelt, die erfahrungsgemäß bei den Tieren der betreffenden Spezies progrediente
Tuberkulose erzeugen.
Die Wiederbehandlung der Tiere geschieht zunächst durch Einspritzung von Gemischen
aus Tuberkelbazillen des typus humanus und für die betreffenden Spezies, pathogenen Tuberkelbazillen.
Wiederum wird nunmehr die künstlich erzielte Überempfindlichkeit durch systematische
Behandlung mit Tuberkulin oder anderen Tuberkelbazillenpräparaten zum Verschwinden gebracht
und jedesmal durch gesteigerte Mengen des Gemisches von apathogenen und patho-■
genen Tuberkelbazillen wieder hervorgerufen.
Die in dieser Weise fortschreitende abwechselnde Behandlung bezweckt einerseits den
anhaltenden Wechsel zwischen Tuberkulinüberempfmdlichkeit und Tuberkulinnichtempfindlichkeit
und andererseits eine lange Dauer der Widerstandsfähigkeit gegen die Infektion mit
pathogenen Tuberkelbazillen.
Schließlich kann an Stelle des Gemisches von pathogenen und apathogenen Tuberkelbazillen
die Verwendung von ersteren allein zur Erzeugung neuer Tuberkulinüberempfindlichkeit
treten.
Das geschilderte Verfahren wird am besten durch nachstehendes Beispiel erläutert:
Ein Rind, dessen Blutserum in keiner Hinsicht Immunstoffe erkennen ließ, erhielt versuchsweise
eine Tuberkulininjektion. Hierauf trat keinerlei Temperatursteigerung auf. Demzufolge
war das Tier als frei von Tuberkulose anzusehen.
Es erhielt nunmehr eine intravenöse Injektion von 0,01 g lebender, in 10,0 ecm physiologischer
Kochsalzlösung aufgeschwemmter Tuber- 8ü kelbazillen des typus humanus.
Vier Wochen später wurde dasselbe Rind von neuem mit Tuberkulin geprüft und antwortete
auf diese zweite Tuberkulininjektion mit einer typischen Fieberreaktion. Die Tuberkulinimpfungen
wurden nun in Zwischenräumen von etwa 4 bis 5 Tagen wiederholt, wobei so verfahren wurde, daß eine Steigerung
der zu injizierenden Tuberkulinmenge nur dann vorgenommen wurde, wenn auf die vorhergehende
Dosis keinerlei Temperatursteigerung eingetreten war, während die gleiche Menge Tuberkulin so lange hintereinander injiziert
wurde, als hierauf noch deutliche Fieberreaktion zur Beobachtung gelangte.
So erhielt das. Rind vier Wochen nach der erstmaligen Einspritzung lebender Tuberkelbazillen
1,0 ecm Tuberkulin, worauf Reaktion bis zu 41,0° C. eintrat. Acht Tage darauf erhielt
es dieselbe Tuberkulinmenge unter Reaktion bis zu 40,5 ° C. Fünf Tage später bewirkte die
gleiche Behandlung keine Temperaturerhöhung. Darauf wurden in Zwischenräumen von 4 bis
5 Tagen nacheinander 2, 5, 10, 20 und schließlich 50 ecm Tuberkulin eingespritzt, Mengen,
die alle reaktionslos vertragen wurden. Es war dies ein untrügliches Zeichen dafür, daß jede
Tuberkulinüberempfindlichkeit geschwunden war. Die Prüfung des Blutserums ergab jetzt
geringe Spuren von spezifischen Immunstoffen.
Nunmehr wurden dem Rind zunächst gesteigerte Mengen von Tuberkelbazillen des
typus humanus bis zur Höchstmenge von 2,0 g injiziert und die jedesmal auftretende, allerdings
allmählich schwächer werdende Tuberkulinüberempfindlichkeit in der bereits geschilderten
Weise zum' Schwinden gebracht. Die Prüfung des Blutserums ließ jetzt schon eine
starke Zunahme an spezifischen Schutzstoffen erkennen.
Mit Ausbleiben des Eintritts erneuter Tuberkulinüberempfindlichkeit
nach Injektion von
hohen Dosen Tuberkelbazillen des typus humanus wurde dem Rind nunmehr ein Gemisch
von ο,οΐ g Tuberkelbazillen des Typus humanus und 0,01 g des Typus bovinus in
100,0 ecm physiologischer Kochsalzlösung intravenös injiziert. Mehrere Wochen danach war
eine erneute Tuberkulinüberempfmdlichkeit zu erkennen, die wiederum durch Tuberkulin beseitigt
wurde. Darauf wurden fortlaufend die
ίο Gemische der beiden Tuberkelbazillenarten in
ansteigenden Mengen bis zur Höchstdosis von je o,2 g injiziert und die zwischen den einzelnen
Inj ektionen auftretende Tuberkulinüberernpfindlichkeit
durch Tuberkulininj ektionen beseitigt.
Schließlich erfolgte, als auch in dieser Weise keine Tuberkulinüberempfmdlichkeit mehr ausgelöst
werden konnte, die Injektion von Tuberkelbazillen des typus bovinus allein. Wiederum
trat Tuberkulinüberempnndlichkeit ein, die in der geschilderten Weise durch Injektionen von
Tuberkulin allmählich zum Schwinden gebracht und zur Steigerung des Gehaltes an Immunstoffen
benutzt werden konnte. Jedesmal nach Schwinden der Tuberkulinüberempnndlichkeit
wurde im Laufe der Behandlung das Blutserum des Rindes in vitro auf seinen Gehalt an Immunstoffen
geprüft. Dabei ergab sich deren allmähliche Steigerung. So war schließlich der Agglutinationstiter auf 3000 gestiegen. Der Gehalt
an komplementbindender Substanz wurde dadurch nachgewiesen, daß 0,1 ecm des Serums
mit 0,0001 ecm Tuberkulin eine völlige Ablenkung des Komplements im hämolytischen
System ergaben. Der opsonische Index des Immunserums konnte im Laufe der Behändlung
bis auf 2,0 gesteigert werden.
Claims (1)
- Patent-An Spruch:Verfahren zur Darstellung wirksamer Tuberkulose-Immunsera, dadurch gekennzeichnet, daß man normale, an sich nicht tuberkulinüberempfmdliche Tiere durch Einspritzungen von lebenden, für die betreffende Tierart apathogenen Tuberkelbazillen tuberkulinüberempfindlich macht, die entstandene Tuberkulinüberempfindlichkeit durch Einspritzen von Tuberkulin oder anderen Tuberkelbazillenpräparaten in steigenden Mengen wieder zum Verschwinden bringt, dann durch Einspritzungen gesteigerter Mengen lebender, für die betreffende Tierart pathogener Tuberkelbazillen die geschwundene Tuberkulinüberempfindlichkeit immer erneut hervorruft und gegebenenfalls wiederum durch Behandlung mit Tuberkulin oder anderen Tuberkelbazillenpräparaten beseitigt.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE223758C true DE223758C (de) |
Family
ID=484550
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT223758D Active DE223758C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE223758C (de) |
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0
- DE DENDAT223758D patent/DE223758C/de active Active
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