DE2215877B2 - Anordnung zum Überkoppeln elektrischer Wechselfelder - Google Patents
Anordnung zum Überkoppeln elektrischer WechselfelderInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung
zum Überkoppeln elektrischer Wechselfelder zwischen zwei mit geringem Abstand einander gegenüberliegend
angeordneten Körpern, von denen wenigstens einer aus piezoelektrischem Material besteht
und an wenigstens einem ein eiektromechanischer Wandler zur Erzeugung akustischer Oberflächenwellen
angebracht ist
Anordnungen dieser Art sind bekannt In der Zeitschrift »Appl. Phys. Letters«, VoL 14 (1969), S. 122
bis 124, ist eine Verzögerungsleitung beschriebeß, bei
der zwei gegeneinander verschiebbare piezoelektrische
ίο Körper aus Lithiumniobat durch einen Luftspalt voneinander
getrennt sind.
Da es sehr aufwendig ist, Kristalle aus Lithiumniobat
in der für die oben angegebene bekannte Verzögerungsleitung erforderlichen Größe zu ziehen, ist
die Verwendung von Lithiumniobat unerwünscht
In der deutschen Offenlegungsschrift 2011 327 ist
eine Verzögerungsleitung, bei der auf einem Körper aus piezoelektrischer Keramik zwei Transduktoren
angebracht sind, beschrieben. Dabei besteht wenig-
ao stens ein Transduktor aus einer kammartigen Elektrode.
Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine Anordnung anzugeben, deren piezoelektrischer Körper aus
einem für die Verwendung günstigen Material besteht
as und die für die Uberkopplung elektrischer Wechselfelder
geeignet ist.
Diese Aufgabe wird durch eine wie eingangs angegebene Anordnung gelöst die erfindungsgemäß dadurch
gekennzeichnet ist daß der Wandler ein Bleu-
stein-Wellen erzeugender Wandler ist und daß der Zwischenraum zwischen den beiden einander gegenüberliegenden
Körpern von einer eine hohe Dielektrizitätskonstante aufweisenden Flüssigkeit ausgefüllt
ist. deren Viskosität ausreichend gering ist, um eine mechanische Überkopplung der Wechselfelder weitgehend
zu verhindern.
Vorzugsweise werden als Flüssigkeiten Glyzerin, Aze*on, destilliertes Wasser oder eine Mischung aus
Glyzerin und destilliertem Wasser verwendet.
Ais piezoelektrischer Körper ist insbesondere ein
Körper aus piezoelektrischer Keramik oder aus Wismutgennaniumoxid vorgesehen.
Ein durch die Erfindung erzielbarer Vorteil besteht darin, daß bei der Verwendung einer erfindungs-
+5 gemäßen Anordnung an die Qualität der Oberflächenbearbeitung
der durch den Abstand getrennten Oberflächen der Körper keine so hohen Anforderungen
gestellt werden müssen, wie dies bei der obengenannten bekannten Anordnung mit dem Luftspalt der Fall
ist.
Vorteilhafterweise läßt sich mit Hilfe einer erfindungsgemäßen Anordnung die Kopplung zwischen
den Körpern gegenüber einer bekannten Anordnung etwa um den Faktor 40 bis 80 erhöhen.
Bei der Anwendung der ernndungsgemäßen Anordnung
als Verzögerungsleitung besteht ein durch die Erfindung erzielbarer Vorteil darin, daß infolge
der in dem Abstand befindlichen Flüssigkeit eine leichte, ruckfreie Relativverschiebung der beiden
Körper gegeneinander gewährleistet ist.
Weitere Erläuterungen zur Erfindung und zu deren Ausgestaltungen gehen aus der Beschreibung und den
Figuren bevorzugter Ausführungsbeispiele der Erfindung und ihren Weiterbildungen hervor.
F i g. 1 zeigt in schematischer Darstellung eine Anordnung zur Überkopplung elektrischer Wechselfelder
von einem Körper auf einen piezoelektrischen Körper; F i g. 2 und 3 zeigen in schematischer Darstellung
eine als Verzögerungsleitung ausgebildete erfindungsgemäße Anordnung;
Fig. 4 zeigt in schematischer Darstellung einen Oberflächen-Wanderfeldverstärker.
In der F i g. 1 ist der Wandler, von dem eine Bleustein-Welle
in dem piezoelektrischen Körper erzeugt wird, mit 5 bezeichnet. Die piezoelektrische Körper,
der vorzugsweise ein Keramikkörper ist, trägt das Bezugszeichen 1. Vorzugsweise ist der Wandler 5 ein
Interdigital-Wandler aus zwei Kammelektroden, deren Finger ineinander eingreifen. Die Polarisationsrichtung
des piezoelektrischen Körpers 1 liegt parallel zu den Fingern der Kammelektroden. Die Kammelektroden
sind auf der dem piezoelektrischen Körper zugewandten Oberfläche einer Glasplatte 2 aufgebracht,
vorzugsweise aufgedampt. Zwischen der Glasplatte und dem piezoelektrischen Körper befindet sich ein
Abstand, der mit einer Flüssigkeit 3 ausgefüllt ist. Diese Flüssigkeit ist vorzugsweise Glyzerin,°destilliertes
Wasser, Azeton oder eine Mischung aus Glyzerin und destilliertem Wasser. Der Wandler 5 ist so
dimensioniert, daß seine Identitätsperiode der Wellenlänge der zu erzeugenden Bleustein-Welle entspricht.
Unter Identitätsperiode wird der Abstand zwischen zwei benachbarten Fingern einer Kammelektrode
verstanden. In dem Wandler entsteht ein elektrisches Feld, das über den mit der Flüssigkeit 3 ausgefüllten
Abstand auf den piezoelektrischen Körper 1 übergreift und in ihm eine Bleustein-Welle erzeugt. Unter
einer Bleustein-Welle wird eine akustische Oberflächenwelle verstanden, bei der eine Teilchenauslenkung
nur parallel zur Oberfläche und quer zur Fortpfianzungsrichtung der Welle auftritt.
Die Viskosität der in dem Abstand befindlichen Flüssigkeit 3 ist so beschaffen, daß eine mechanische
Kopplung weitgehendst ausgeschlossen wird.
Gemäß einem Merkmal der Erfindung besitzt die Flüssigkeit eine möglichst große Dielektrizitätskonstante,
damit der Potentialabfall am Abstand möglichst klein ist.
Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung besteht das Material des piezoelektrischen Körpers
aus Wismutgermaniumoxid. Um in diesem Material eine Bleustein-Welle erzeugen zu können, ist der
Wismutgermaniumoxid-Körper beispielsweise in der (llO)-Ebene geschnitten. Ein Wandler ist dann so an
dem Wisiiiutgermaniumoxid-Körpei· angebracht, daß
die Ausbreitunesrichtung einer erzeugten Bleustein-Welle die Richtung [ITO] ist.
Die in der Fig. 2 dargestellte erfindungsgemäße Anordnung ist eine Verzögerungsleitung. Mit Hilfe
des Wandlers 5, der als Eingangswandler dient und auf dem piezoelektrischen Körper 11 vorzugsweise
aufgedampft ist, werden auf der Oberfläche des Körpers 11 Bleustein-Wellen erzeugt. Die Polarisationsrichtung
des piezoelektrischen Körpers 11 liegt parallel zu den Fingern der Kammelektroden. Auf dem
Keramikkörper 11 sind Abstandsstege 4 aufgebracht. Der Körper 22, der ein piezoelektrischer Körper ist,
ist auf den Stegen 4 angebracht und ist gegenüber dem Körper 11 verschiebbar. An der den Abstandsstegen
4 zugewandten Oberfläche des Körpers 22 ist ein elektromechanischer Wandler 6, der als Ausgangswandler
dient, angebracht, und der insbesondere ebenfalls aus zwei Kammelektroden besteht und
vorzugsweise auf die Oberfläche des Körpers 22 aufgedampft ist. Der Abstand zwischen den beiden
piezoelektrischen Keramikkörpern ist gemäß eines Merkmals der Erfindung mit einer wie oben angegebenen
hochdielektrischen Flüssigkeit ausgefüllt
Mit Hilfe des elektromechanischen Wandlers 5, dessen Identitätsperiode der Wellenlänge der zu erzeugenden
Bleustein-Welle entspricht, wird ehe Bleustein-Welle
in die Oberfläche des Körpers 1 eingekoppelt. Auf Grund der piezoelektrischen Eigenschaften
des Körpers 11 treten elektrische Felder auf, die mit der Bleustein-Welk mitlaufen und in den
ίο oberhalb der Oberfläche des Körpers 11 befindlichen
Raum, der erfindungsgemäß mit einer Flüssigkeit mit einer hohen Dielektrizitätskonstanten gefüllt ist, eingreifen.
Durch diese Felder wird die Bleustein-Welle rein elektrisch von der Oberfläche des Körpers 11
über die Flüssigkeit auf die Oberfläche des Körpers 22 übergekoppelt.
Durch Verschieben der beiden Keramikkörper in Richtung der Ausbreitungsrichtung der Bleustein-Wellen
läßt sich der Abstand zwischen den elektromechanischen Wandlern 5 und 6 und somit auch die
Laufzeit der Bleustein-Welle kontinuierlich verändern. In dem Überkopplungsbereich, d. h. in dem Bereich,
in dem sich die Oberflächen der Keramikkörper 11 und 22 gegenüberliegen und durch die Flüs-
»5 sigkeit voneinander getrennt sind, erfolgt die Ausbreitung
der Bleustein-Wellen mit annähernd der gleichen Geschwindigkeit wie auf der freien Oberfläche
der Keramikkörper, so daß die Laufzeit dem Abstand zwischen den beiden Wandlern 5 und 6 proportional
ist.
Im folgenden wird ein Beispiel für Abmessungen einer erfindungsgemäßen Anordnung, die als Verzögerungsleitung
ausgebildet ist, beschrieben. Die Verzögerungsleitung ist aus den beiden Keramikkör-
pern 11 und 22 von jeweils 35 mm Länge aufgebaut. Die Oberflächen dieser Keramikkörper sind vorzugsweise
plangeschliffen und mit optischer Qualität poliert. Die Polarisationsrichtung der Keramikkörper
liegt parallel zu den Fingern der Kammelektrode
und parallel zur Oberfläche. Die elektromechanischen Wandler zur Erzeugung von Bleustein-Wellen bestehen
beispielsweise aus jeweils 25 Fingerpaaren mit einer Fingerlänge von 3,8 mm und einer Identitätsperiode von 200 μπι. Die Größe des Abstands zwi-
sehen den Keramikkörpern beträgt bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel der Erfindung etwa 1 bis
2 μπι. Als Flüssigkeit dient vorzugsweise Glyzerin oder eine Mischung aus Glyzerin und destilliertem
Wasser, da diese Flüssigkeiten den Vorteil geringer Flüchtigkeit besitzen. Durch die Kapilarwirkung des
Glyzerins wird erreicht, daß der Spalt gegen die Federkraft einer Führungsmechanik, die die Körper
11 und 22 gegeneinander drückt, aufgeweitet wird. Dadurch stellt sich ein Gleichgewicht ein, und technisch
schwer realisierbare Abstandsstege sind unnötig. Mit einer wie oben angegebenen erfindungsgemäßen
Verzögerungsleitung wurden etwa folgende Werte erreicht: Die kürzeste Laufzeit betrug etwa
^isec, die längste Laufzeit dagegen etwa 21 μβεο.
Die Bandbreite lag bei 0,5 MHz, die Bandmittenfrequenz lag bei etwa 11,5 MHz.
In der F i g. 3 ist ein Schnitt durch eine wie oben angegebene Verzögerungsleitung dargestellt. Dabei
befindet sich die Schnittebene in dem Gebiet, in dem sich die Oberflächen der Körper 11 und 22 gegenüberliegen.
Die Schnittebene ist außerdem parallel zu den Fingern der Kammelektroden der Wandler 5
und 6.
Einzelheiten der F i g. 3, die bereits in den anderen Figuren beschrieben sind, tragen die entsprechenden
Bezugszeichen.
In der Fig. 4 ist eine erfindungsgemäße Anordnung, die als Oberflächenwellen-Wanderfeldverstärker
ausgebildet ist, dargestellt. In der Veröffentlichung »IEEE, Transactions on Microwave Theory and
Techniques«, Vol. MTT-17, Nr. 11 (1969), S. 912 bis 920, ein Oberflächenwellen-Wanderfeldverstärker beschrieben,
bei dem auf einem Körper aus Lithiumniobat, durch Abstandsstege von diesem Körper getrennt,
ein weiterer Körper aus einem Halbleitermaterial aufgebracht ist. In dem Körper aus Lithiumniobat
wird eine langsam laufende elektromagnetische Welle akustisch erzeugt, die von diesem Körper in
den Halbleiterkörper gekoppelt und von diesem wieder zurück in den Lithiumniobat-Körper gekoppelt
wird. Bei der bekannten Anordnung sind der Lithiumniobat-Körper und der Halbleiterkörper durch einen
Luftspalt voneinander getrennt. Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, den Abstand zwischen dem HaIbleiterkörper
und dem piezoelektrischen Körper mit einer hochdielektrischen Flüssigkeit auszufüllen. In
der F i g. 4 ist der Halbleiterkörper mit dem Bezugszeichen 222 versehen. Der piezoelektrische Körper,
der vorzugsweise aus Keramik besteht und auf dessen
ίο Oberfläche gemäß einem Merkmal der Erfindung
Bleustein-Wellen erzeugt werden, trägt das Bezugszeichen 111. Einzelheiten der Fig. 4, die bereits in
den anderen Figuren beschrieben sind, tragen die entsprechenden Bezugszeichen.
Mit Hilfe der Spannungsquelle 8 und der Metallisierungen 7 wird das zur Verstärkung notwendige
Drift-Feld an den Halbleiterkörper 222 angelegt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (8)
1. Anordnung zum Überkoppeln elektrischer Wechselfelder zwischen zwei mit geringem Abstand
einander gegenüberliegend angeordneten Körpern, von denen wenigstens einer aus piezoelektrischem
Material besteht und an wenigstens einem ein elektromechanischer Wandler zur Erzeugung
akustischer Oberflächenwellen angebracht ist, dadurch gekennzeichn st, daß der
Wandler ein Bleustein-Wellen erzeugender Wandler ist und daß der Zwischenraum zwischen den
beiden einander gegenüberliegenden Körpern von einer eine hohe Dielektrizitätskonstante aufweisenden
Flüssigkeit ausgefüllt ist, deren Viskosität ausreichend gering ist, um eine mechanische
Überkopplung der Wechselfelder weitgehend zu verhindern.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als piezoelektrisches Material
piezoelektrische Keramik vorgesehen ist, wobei die Polarisationsrichtung der Keramik parallel zur
Wellfcnfront einer in der Keramik erzeugten Bleustein-Welle ist.
3. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als piezoelektrisches Material
Wismutgermaniumoxyd vorgesehen ist, wobei der Kristallabschnitt so gewählt wird, daß in dem
Material Bleustein-Wellen erzeugbar sind.
4. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Kristall in der (HO)-Ebene
geschnitten ist und daß die Ausbreitungsrichtung der Bleustein-Welle die Richtung fiTO] ist.
5. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der elektromechanische
Wandler ein Interdigftal-Wandler ist.
6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Flüssigkeit
Glyzerin, destilliertes Wasser. Azeton oder eine Mischung aus Glyzerin und destilliertem
Wasser vorgesehen ist.
7. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch ihre Verwendung als
Verzögerungsleitung, wobei beide Körper aus piezoelektrischem Material bestehen und in Richtung
der Ausbreitung der Bleustein-Weilen gegeneinander verschiebbar sind und wobei an jedem
Körper jeweils ein elektromechanischer Wandler angeordnet ist.
8. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch ihre Verwendung als
Oberflächenwellen-Wanderfeldverstärker, wobei der zweite Körper aus einem Halbleitermaterial
besteht und an aem piezoelektrischen Körper zwei elektromechanische Wandler angebracht
sind.
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Legal Events
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