DE2208341C2 - Verfahren zur Herstellung eines Luftreifens - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines LuftreifensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Luftreifens nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1,
nach Patent 17 29 633.
Bei diesem Verfahren wird zunächst die Karkasse, gegebenenfalls mit dem Zwischenaufbau (Gürtelaufbau),
vorgefertigt und bereits zumindestens teilweise vulkanisiert, um ein in sich gefestigtes Gebilde zu erhalten, und
erst daraufhin wird ein vulkanisierbarer Rohlaufstreifen auf die Karkasse aufgebracht Dadurch wird die Herstellung
von sogenannten Riesenreifen, wie sie insbesondere an den Antriebs: ädern von Traktoren, Erdbewegungsmaschinen
und dergleichen Verwendung Finden, mit guter Qualität und hoher Ausbeute möglich, da die
bei einer einheitlichen Fertigung auftretenden Verwerfungen der Karkasse durch deren höhere Festigkeit
während des Herstellvorganges des Laufflächenprofils vermieden werden kann. Ein solches Herstellverfahren
kann jedoch nur dort angewendet werden, wo die zum Teil sehr kostenaufwendigen Produktionsanlagen für
derartige Sonderreifen vorhanden sind. Bei der Errichtung von Großbaustellen, insbesondere in tropischen
Regengebieten, tritt dabei öfter die Notwendigkeit auf, rasch Reifen mit unterschiedlichen Profilen zu beschaffen,
z. B. beim Einsetzen von Regenzeiten und dergleichen.
Der Erfindung stellte sich damit die Aufgabe, ein Verfahren zur Erlangung von Luftreifen, insbesondere
zur Verwendung an Antriebsrädern von Schwerlastkraftwagen, Traktoren und Erdbewegungsfahrzeugen in
der Nähe des Einsatzortes zu schaffen, die den oft unterschiedlichen Anforderungen genügen, ohne aufwendige
Produktionsanlagen zu errichten. Dabei ist Wert auf größtmögliche Qualität des Endproduktes gelegt
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren nach dem Kennzeichen des Anspruchs 1.
Es wird also auf eine vorgefertigte Karkasse, die gegebenenfalls bereits einen Zwischenaufbau (Kissen- oder
Gürtelaufbau) enthalten kann, und bereits zur Fixierung der Kordlagen vorvulkanisiert ist, eine Unter-Laufflächenschicht
aufgetragen und zumindestens teilweise vulkanisiert und erst dann der restliche Laufflächengummi
aufgebracht und mit der Unter-Laufflächenschicht
verbunden.
Dabei kann der restliche Laufflächengummi nach Anspruch 2 erst nach dem Aufbringen auf die Karkasse
vulkanisiert werden, wobei eine vorteilhafte Weiterbildung nach Anspruch 3 eine besonders innige Verbindung
während des Laufflächen-Vulkanisationsvorganges ergibt
Andererseits kann entsprechend Anspruch 4 verfahren werden, wodurch sich die Lagerung der verschiedenen
Laufflächenprofile vereinfacht.
Als besonders vorteilhaft für beide Verfahrensweisen ergibt sich eine Weiterbildung entsprechend Anspruch
5, da hierdurch eine die Herstellung in Formen, wie sie zur Besohlung von Reifen verwendet werden,
mit guter Ausbeute und Vermeidung von Verformungen durch die Reifenstollen erzielt werden kann. Dabei ergibt
eine Weiterbildung gemäß Anspruch 6 eine Möglichkeit, den Einfluß der Vulkanisationswärme auf die
Karkasslagen oder gegebenenfalls den Zwischenaufbau
zu vermeiden.
Die aufgelegten Unter-Laufflächenstreifen können dabei gemäß Anspruch 7 als extrudierte Bänder vorhanden
sein, oder entsprechend Anspruch 8 durch Bandwikkel erzeugt werden, wobei der Laufflächengummi entweder
in Stückform oder in Form eines vorgefertigten vollständigen Lauf Streifens gemäß Anspruch 9 bzw. 10
aufgebracht werden kann.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist es also möglich, an der Einsatzstelle selbst oder in unmittelba- K
rer Nähe mit relativ einfachen, wenig kostenaufw endigen
Einrichtungen die benötigten Reifen einsatzfertig aus Rohkarkassen und den entsprechenden Laufstreifen-
und Unterlaufflächen-Gummistücken aufzubauen.
Als besonders vorteilhaft erweist es sich dabei, daß das Ausformen derartiger Reifen bereits mit Innendruck-Werten
im Bereich von 7 bar bis 14 bar durchgeführt werden kann, während bei dem entsprechenden
einstufigen Aufbau der gleichen Reifen Innendrücke von 21 bis 28 bar eingesetzt werden müssen, um die
Verformungen zu vermeiden oder einzuschränken, die bei der Herstellung tiefer Traktionsstollen im Laufstreifen
auftreten können.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen erläutert;
in dieser zeigen
F i g. 1 Verfahrensschritte bei de. Reifenherstellung,
und
F i g. 2 einen Schnitt durch einen halben Reifen.
Die Karkasse für einen gegebenenfalls mit einem Stahlkordgürtel versehenen Reifen wird in üblicher
Weise auf einer (nicht gezeigten) zylindrischen Ri.ifenaufbau-Trommel
angefertigt Die Karkasse 10 wird dann auf eine Blähmembran 11 einer Reifenformmaschine
überführt (Fig. la). Die Membran wird gebläht, so daß die Karkasse die im wesentlichen die Gestalt des
fertigen Reifens bestimmende Toroid- oder Ringform annimmt (Fig. Ib). Daraufhin folgt das Aufbringen der
Gürtel- oder Zwischenbauanordnung 1:2, die in der gezeigten Form aus vier Stahlkordlagen besteht, an der
Karkasskrone (F i g. Ic), woraufhin eine Grundgummischicht 13 auf dem Zwischenbau oder Gürtel gemäß
F i g. Id angebracht wird. Der auf diese Weise ausgebildete
Unterbau 14 wird dann von dei Blähtrommel genommen und in einer zweiteiligen Form vulkanisiert,
welche keine Laufflächenprofilmatrix enthält, so daß das auf diese Weise ausvulkanisierte Gebilde eine
glatte Außenfläche besitzt
Bei der weiteren Herstellung wird das vulkanisierte Gebilde 14 mit einer Rauhscheibe 15 im Auflagebereich
angerauht (Fig. Ie). Der angerauhte Bereich wird dann
mit einer Lösung bestrichen und der weitere Unter-Laufflächengummi 16 und der Laufflächenabschnitt 17
werden nacheinander aufgebracht (Fig. If bzw. Ig).
jeder dieser beiden Anteile kann in Form eine." oder mehrerer extrudierter Bänder angebracht werden, oder
es kann ein Bandwickel hergestellt werden.
Der so vollständig aufgebaute Reifen 1 wird dann in eine Segmentform eingebracht, die sich in einer Radialpresse
befindet Die Presse ist so aufgebaut, daß sie drei oder mehr Formsegmente radial nach innen verschieben
kann, um eine vollständige Matrix ;:um Ausformen der Lauffläche zu bilden.
Sobald die Form durch die Presse geschlossen wurde, wird der in einem Ring gehaltene, durcn die Segmente b5
zusammengepreßte Reifen aus der Pres;se entnommen. Während dieses Vorganges kann mit Hilfe von Wasser,
Luft oder Dampf ein Innendruck auf cen Reifen ausgeübt werden, während gleichzeitig durch Beheizen der
Formsegmente, beispielsweise durch Dampf oder auf elektrischem Wege, die Formteile beheizt und der
Laufflächengummi ausvulkanisiert wird. Erforderlichenfalls können auch die Formseitenplatten beheizt
werden (d. h. die Teile der Form, die die Reifenseitenwand
ausbilden), die insbesondere dann vorhanden sind, wenn auf die Seitenwände unvulkanisierter Kautschuk
aufgetragen wurde, um beispielsweise eine Reparatur zu bewirken.
Bei einer zweiten Verfahrensweise zum Herstellen eines vulkanisierten Reifens wird das wie vorstehend
beschriebene vulkanisierte Grundgebilde 14 ebenfalls (Fig. Ie) leicht angerauht, mit Lösung bestrichen und
der restliche unvulkanisierte Unter-Laufstreifengummi 16 gemäß Fig. If aufgebracht Einzelne Stücke, Stollen
oder Streifen aus unvulkanisiertem oder teilweise vulkanisiertem Gummi, die entweder durch Druck oder
durch Extrudieren ausgebildet sind, werden radial außerhalb des Unter-Laufflächengummis zur Bildung
einer vollständigen Lauffläche 17 (Fig. Ig) aufgebracht
Es ist dabei darauf hinzuweisen, daß bei jeder vorstehend beschriebenen Verfahrensweise zur Herstellung
eines vulkanisierten Reifens nicht notwendigerweise das vulkanisierte Reifengehäuse zwischen den Seitenteilen
festgespannt werden muß, falls entsprechend DE-PS 17 29 633 beim Anbringen des Laufflächenabschnittes
verfahren wird, sondern das Gehäuse kann, beispielsweise durch separate, mit Abstand voneinander
angebrachte Klammern, an den Wulstabschnitten abgestützt werden. Um das Anbringen von unterschiedlichen
Laufflächenprofilen in der Nähe des Einsatzortes zu erleichtern, wird das zumindest teilvulkanisierte Reifengehäuse,
d. h. das Unterbaugebilde, mit einem solchen Schulterprofil ausgestattet, daß bei dem Vulkanisieren
des Reifens in der Segmentform der Durchmesser, an dem die Formseitenplatten und die Laufflächensegmente
beim Schließen zusammentreffen, der ,Nenn-Laufflächenkante« des Gehäuses entspricht. Dies wird
anhand der F i g. 2 erläutert Bei einem Reifen mit einer Querschnittshöhe A, d. h. dem radialen Abstand zwischen
der Reifenwulstzehe und der am weitesten außenliegenden Stelle der Reifenkrone, wird als maximale
»Stützhöhe« B der Wert 0,35 A festgesetzt, d. h. die Grundfläche der Lauffiächen-Stützlage liegt im Durchmesser-Bereich
zwischen A und 0,65 A. Die Nenn-Laufflächenkante des zumindest teilvulkanisierten Unterbaugehäuses
liegt radial nach innen von der Stütztiefe in einem Abstand, der beim fertigen Reifen C = 0,01 B bis
0,15 B beträgt Dadurch, daß die Nenn-Laufflächenkante in diesem Bereich angebracht wird, wird der Formungsvorgang
für den Reifen vereinfacht und es können unterschiedliche Laufflächenprofile mit unterschiedlicher
Stütztiefe einfach am gleichen Unterbau ausgebildet werden, wobei unterschiedliche Laufstreifen-Formsegmente
mit den gleichen Formseitenplatten eingesetzt werden können.
In F i g. 2 ist der Unterbau, d. h. der Gehäuserohling 20 gezeigt, während die durchgehend dargestellten Linien
21 und 22 den Laufstreifen bei einer Lauffläche mit tiefem Profil begrenzen. Die entsprechenden Begrenzungen
bei einer Lauffläche mit flachem Profil sind als gestrichelte Linien 23 und 24 eingezeichnet. Die angesprochenen
Maße A, Sund Cbeziehen sich in F i g. 2 auf ein tiefes Laufflächenprofil, während die Maße A\, B\
und C\ die entsprechenden Verhältnisse bei einem flachprofiliertem Reifen darstellen.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (10)
1. Verfahren zur Herstellung eines Luftreifens, bei dem aus mit Kautschuk versehenen Kordlagen eine
Karkasse aufgebaut und in ihre im wesentlichem dem fertigen Reifen entsprechende Gestalt vorgeformt
wird, ein vulkanisierbarer Rohlaufstreifen auf die Karkasse aufgebracht und während des Vulkanisierens
des so aufgebauten Rohlings in den Rohlaufstreifen ein Laufflächenprofil eingepreßt wird,
wobei die Karkasse nach dem Verformen zunächst in ihrer Gestalt zur Fixierung der Kordlagen vorvulkanisiert
wird, bevor mit dem Einpressen des LaufflächenproFds in den Rohlaufstreifen begonnen
wird, nach DE-PS 1729633, dadurch gekennzeichnet,
daß der Laufflächengummi in zwei Teilen, bestehend aus einer Unter-Laufflächenschicht
und dem restlichen Laufflächengummi, aufgebracht wird und daß die Unter-Laufflächenschicht
mit der Karkasse vor dem Aufbringen des restlichen Laufflächengummis zumindest teilvulkanisiert
wird.
2. Verfahren nach Anspruch t, dadurch gekennzeichnet, daß der restliche Anteil des Laufflächengummis
nach dem Aufbringen auf die Karkasse ausvulkanisiert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Gummianteil des Zwischenaufbaus,
falls vorhanden, oder der Karkassenlagen eine langsam vulkanisierende Gummimischung enthält,
die während des Vulkanisierens des Unterbaus nur teilvulkanisiert, und die während des Vulkanisierens
des restlichen Teils des Laufflächengummis fertig vulkanisiert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der restliche Laufflächengummi vor
dem Aufbringen auf die Kr.rkasse ausvulkanisiert wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Stärke der
außerhalb von der Karkasse oder gegebenenfalls des Zwischenbaus aufgebrachten Unter-Laufflächenschicht
mindestens 50% der Gummischichtstärke beträgt, die in dem fertigen Reifen zwischen
der radial äußeren Oberfläche oder gegebenenfalls des Zwischenbaus und der Basis des Laufflächenabschnittes
vorhanden ist
6. Verfahren nach einem der vorangehenden An-Sprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Stärke der Unter-Laufflächenschicht zum Verhindern der
Wärmeübertragung beim darauffolgenden Vulkanisieren ausreichend ist
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Anspräche, dadurch gekennzeichnet, daß die Unter-Laufflächenschicht
auf der Karkasse oder gegebenenfalls der Zwischenbauanordnung in Form eines extrudierten Bandes aufgebracht wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Unter-Laufflächenschicht
außerhalb der Karkasse oder gegebenenfalls der Zwischenbauanordnung durch Bandwicklung
angebracht wird.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden An-Sprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der restliche
Laufflächengummi in Form von einzelnen Stücken angebracht wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß der restliche Anteil
des Laufflächengummis in Form eines mit dem
Laufflächenprofil versehenen Bandes aufgebracht
wird.
dadurch gekennzeichnet, daß der restliche Anteil
des Laufflächengummis in Form eines mit dem
Laufflächenprofil versehenen Bandes aufgebracht
wird.
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