DE2207828A1 - Verfahren und anlage zum beschicken von plattenpressen - Google Patents
Verfahren und anlage zum beschicken von plattenpressenInfo
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Description
2207828 Andrejewski, Honke & Gesthuysen Patentanwälte
Diplom-Physiker Dr. Walter Andrejewski Diplom-Ingenieur
Dr.-lng. Manfred Honke
η , η , Diplom-Ingenieur
Anwaltsakte: 38 458/Pk- „ans Dieter Gesthuysen
4300 Essen, den 15. Fe br. 1972
Theaterplatz 3
Patent- und Hilfsgebrauchsmusteranmeldung
der Firma G. Siempelkamp & Co.
415 Krefeld, Siempelkampstr. 73
415 Krefeld, Siempelkampstr. 73
Verfahren und Anlage zum Beschicken von Plattenpressen '
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Beschicken
von Plattenpressen bei Anlagen zur Herstellung von Spanplatten, die mit Mehretagen-Plattenpressen und Beschickeinrichtung,
vorzugsweise mit Bandtablett-Beschickeinrichtung.; ausgerüstet
sind, wobei Preßgutmatten gleichen Formats mit Hilfe der Beschickeinrichtung
in die offene Mehretagen-Plattenpresse zu einem Stapel (der durch die Pressenplatten gleichsam unterbrochen
ist) abgelegt werden. Die Erfindung bezieht sich fernerhin auf eine Anlage zur Durchführung dieses Verfahrens»
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Im Rahmen der bekannten Verfahren der beschriebenen Gattung wird der Stapel der zu pressenden Matten einerseits in vertikaler
Projektion kantengleich und außerdem symmetrisch in bezug auf die Plattenachsen der Pressenplatten der Mehretagen-Plattenpresse
abgelegt. Das bereitet bei Mehretagen-Pressenplatten, die von einer Seite beschickt, von der gegenüberliegenden Seite entleert
werden, bezüglich der zur Transportrichtung parallelen Kanten der Preßgutmatten keine Schwierigkeiten. Bezüglich der
zur Transportrichtung orthogonalen Kanten werden jedoch Ungenauigkeiten
beobachtet. Aus diesem Grunde, aber auch wenn solche Ungenauigkeiten nicht zu beobachten sind, stellt man fest,
daß die einzelnen, fertiggepreßten Spanplatten oder ihre Stapel mehr oder weniger keilig sind. Darunter werden Dickenabweichungen
in Transportrichtung verstanden, die zwar oft nur einige zehntel Millimeter ausmachen, jedoch stören. Tatsächlich macht
diese Keiligkeit aufwendiges Nacharbeiten mittels Abschleifen oder dergleichen erforderlich, wenn genaue Dickentoleranzen
für die fertiggepreßten Platten verlangt werden. Um diese Keiligkeit auszuschalten, bemüht man sich, die Mehretagen-Plattenpressen in mechanischer Hinsicht sehr genau und fehlerfrei aufzubauen. Nichtsdestoweniger wird immer wieder die beschriebene
störende Keiligkeit beobachtet.
Im übrigen ist es bekannt (vgl. CH-PS 417 938), daß beim Pressen von Preßgutmatten aus gestreuten Spänen zu Spanplatten in
Plattenpressen ein erheblicher Spanschub auftritt. Die Späne · besitzen in der Preßgutmatte eine Vorzugslage. Diese bewirkt
während des Preßvorganges ein relatives Verschieben der oberen Preßgutmattenoberfläche gegenüber der unteren Preßgutmattenoberfläche,
da die Späne bestrebt sind, sich unter der Einwirkung
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des Preßdruckes nachzulegen. Obwohl die hierbei sich einstellenden
Schubkräfte eine erhebliche Größe haben, sind sie nicht imstande, die Reibung zwischen den die Oberfläche der Preßgutmatten
oildenden Teilchen und den Pressenplatten oder zwischengelegten Beschickblechen zu überitfinden. Es kommt daher zu erheblichem
Spanschub, der von der Plattenpresse bzw. deren Pressengestell aufzunehmen ist und sich bei Mehretagenpressen nach Maßgabe der
Etagenzahl addiert. Man bemüht sich daher, die Mehretagen-Plattenpressen bezüglich des Pressengestells entsprechend steif auszuführen,
was auch gelingt, glaubt damit nachteilige Einflüsse des Spanschubs auf die Genauigkeit der fertigen Spanplatten ausgeschaltet
zu haben, - und wundert sich, daß nichtsdestoweniger immer wieder Ungenauigkeiten auftreten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben,
welches es erlaubt, in Anlagen zur Herstellung von Spanplatten, die mit Mehretagen-Plattenpressen und Beschickeinrichtung ausgerüstet
sind, ohne störende Keiligkeit der einzelnen Spanplatten bzw. daraus gebildeter Stapel Preßgutmatten zu Spanplatten zu
pressen. Der Erfindung liegt weiterhin die Aufgabe zugrunde, eine einfache Anlage zur Durchführung dieser Maßnahmen anzugeben.
Die Erfindung betrifft zunächst ein Verfahren zum Beschicken von
Plattenpressen bei Anlagen zur Herstellung von Spanplatten, die mit Mehretagen-Plattenpressen mit Beschickeinrichtungen ausgerüstet
sind, wobei Preßgutmatten gleichen Formats mit Hilfe der Beschickeinrichtung in der offenen Mehretagen-Plattenpresse zu einem
Stapel (der durch die Pressenplatten gleichsam unterbrochen ist) abgelegt werden. Die Erfindung besteht darin, daß der Stapel der
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abgelegten Preßgutmatten in Transportrichtung der Preßgutmatten bzw. der fertiggepreßten Spanplatten gegenüber der Pressenmitte
der Mehretagen-Plattenpresse versetzt und dadurch beim Preßvorgang auf Spanschub beruhender unsymmetrischer Kraftangriff am
beweglichen Pressentisch kompensiert wird. - Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß störende Keiligkeit der fertiggepreßten
Spanplatten oder daraus gebildeter Stapel auf Spanschub beruht, und daß die übliche, zur Aufnahme des Spanschubs hinreichend
steife Ausbildung des Pressengestells der Mehretagen-Plattenpresse oder besondere Säulenführung nicht ausreichen, um
nachteilige Einflüsse des Spanschubs zu beseitigen. Tatsächlich erfährt auch bei praktisch vollkommen steifen Mehretagen-Plattenpressen
oder besonderer Säulenführung der bewegliche Pressentisch durch den Spanschub unsymmetrischen Kraftangriff und ein
Drehmoment sowie dadurch im Rahmen unvermeidbarer Führungstoleranzen Verkantungen, die die störende Keiligkeit bedingen, zumal
schon Ungenauigkeiten in der Größenordnung von 0,10 mm an den einzelnen fertiggepreßten Spanplatten als störende Keiligkeit
erscheinen. Die Erfindung hat ferner erkannt, daß dieser unsymmetrische Kraftangriff kompensiert werden kann, und zwar auf
einfache Weise dadurch, daß der Stapel der abgelegten Preßgutmatten und/oder im Stapel der einzelnen Preßgutmatten in Transportrichtung
der Preßgutmatten bzw. der fertiggepreßten Spanplatten gegenüber der Pressenmitte versetzt werden. - Im Detail
läßt sich diese Lehre der Erfindung variieren. So sind nach bevorzugter Ausführungsform zusätzlich im gegenüber der Pressenmitte
versetzten Stapeln die einzelnen Matten versetzt zueinander angeordnet, und zwar nach Maßgabe mechanischer Ungenauigkeiten,
die als systematische Ungenauigkeiten den einzelnen Etagen von Beschickvorrichtung bzw. Mehretagen-Plattenpresse
zugeordnet werden können. Tatsächlich hat sich herausgestellt,
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daß diese gleichsam überlagerte Korrektur vorteilhaft ist/ wo mechanische Ungenauigkeiten der beschriebenen Art von der Funktion
oder von der Fertigung her unvermeidbar sind. Um für die einzelnen Matten das Maß dieser überlagerten Korrektur zu ermitteln, kann
man zunächst den gesamten Stapel der Matten in der beschriebenen Weise außermittig versetzt kantengleieh so anordnen, daß der nachträglich
geprüfte Stapel aus den erzeugten Platten insgesamt keine Keiligkeit mehr zeigt. Wird nichtsdestoweniger an der einen oder
anderen Platte noch Keiligkeit festgestellt, so wird nach Maßgabe dieser Keiligkeit die beschriebene überlagerte, etagenabhängige
Korrektur für die einzelnen Etagen durchgeführt. Das richtige Maß der Korrektur ist durch Probieren leicht feststellbar. Wo
systematische Ungenauigkeiten der beschriebenen Art nicht vorliegen,
liegt im Rahmen der Erfindung, daß die Matten im gegenüber der Pressenmitte versetzten Stapel auch in Transportrichtung
kantengleieh abgelegt werden, - quer zur Transportrichtung liegen sie ohnehin immer mehr oder weniger kantengleieh.
Gegenstand der Erfindung ist auch eine Anlage zur Durchführung dieses Verfahrens, die also in ihrem grundsätzlichen Aufbau zunächst
besteht aus Mehretagen-Plattenpresse und Beschickeinrichtung. Hier besteht die Erfindung darin, daß die Beschickeinrichtung
eine Steuervorrichtung aufweist, mit der das Ablegen der einzelnen Preßgutmatten in bezug auf die Pressenmitte steuerbar
ist. Bei einer derartigen Anlage besteht ohne weiteres die Möglichkeit, nicht nur den Stapel insgesamt gegenüber der Pressenmitte
zu versetzen, sondern darüber hinaus beim Ablegen der einzelnen Preßgutmatten die beschriebenen, überlagerten Korrekturen
durchzuführen, um Fehler zu beseitigen, die auf Fertigungstoleranzen oder dergleichen beruhen und den einzelnen Etagen zugeordnet
werden können. Die erfindungsgemäßen Maßnahmen lassen sich
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insbesondere bei Anlagen mit Bandtablett-Beschickeinrichtung auf einfache Weise durchführen. Hier kann man mit einem Vorprogrammiergerät
arbeiten, welches mit der Beschickeinrichtung kombiniert ist und dafür sorgt, daß die einzelnen Matten zur Vermeidung der
Keiligkeit genau vorbestimmt und lagegenau in den einzelnen Pressenetagen abgelegt werden. - Bandtablett bezeichnet bekanntlich
Einrichtungen in Form von Tabletts, deren Boden als Förderband ausgebildet ist und die in eine geöffnete Plattenpresse einfahren
sowie bei der Rückwärtsbewegung unter Antreiben des Förderbandes die zu pressende Preßgutmatte auf der zugeordneten Pressenplatte
ablegen. Hier läßt sich durch Steuerung des Ablegevorganges an den einzelnen Bandtabletts leicht die Überlagerte Korrektur durchführen
und gleichzeitig der Stapel insgesamt außermittig versetzen. Im Ergebnis gelingt es so jedenfalls, mit einer Anlage
zur Herstellung von Spanplatten, die eine Mehretagen-Plattenpresse und eine Beschickeinrichtung, insbesondere also eine Bandtablett-Beschickeinrichtung
aufweist, Spanplatten zu pressen, die eine störende Keiligkeit nicht mehr aufweisen. - Voraussetzung ist
selbstverständlich hinreichend homogene Streuung der Preßgutmatten, eine Forderung, die von modernen Streumaschinen ohne
weiteres erfüllt wird.
Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung ausführlicher erläutert.
Es zeigen in schematischer Darstellung
Fig. 1 die Seitenansicht einer zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens eingerichteten Anlage zur Herstellung von Spanplatten,
Fig. 2 den Gegenstand nach Fig. 1 in anderer Funktionsstellung.
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Die in den Fig. dargestellte Anlage besteht aus einer Mehretagen-Plattenpresse
1 und einer vorgeschalteten Beschickeinrichtung 2. Sie gehört damit zu einer Anlage zur Herstellung von Spanplatten,
die beispielsweise mit einer Streustation beginnt und über eine Entleervorrichtung weitergeführt ist. Die Beschickeinrichtung
ist im Ausführungsbeispiel und nach bevorzugter Ausführungsform,
aber nicht beschränkend, eine Bandtablett-Beschickeinrichtung 2. Sie besitzt eine Steuervorrichtung 3, mit der das Ablegen der
einzelnen Bandtabletts 4 in bezug auf die Pressenmitte 5 steuerbar
ist. Während man nun üblicherweise diesen Stapel symmetrisch in bezug auf de Mittenachsen der Pressenplatten angeordnet, lehrt
die Erfindung grundsätzlich, daß der Stapel der abgelegten Prefigutmatten
6 in Transportrichtung 7 der Preßgutmatten 6 bzw. der fertiggepreßten Spanplatten gegenüber der Pressenmitte 5 der Mehretagen-Plattenpresse
1 versetzt ist, so daß beim Preßvorgang auf Spanschub beruhender unsymmetrischer Kraftangriff am beweglichen
Pressentisch 9 kompensiert wird. Das ist eine erste Maßnahme zur Verhinderung der Bildung keiliger Platten. Zum gleichen
Zweck können auch die einzelnen Preßgutmatten 6 im Stapel mit
ihren Kanten 8 gegeneinander versetzt sein. In den Fig. ist schematisch angedeutet, wie die Späne 10 in den Preßgutmatten 6
orientiert sind, wobei sich diese Orientierung durchcfen Sfcreuvorgang
einstellt und unvermeidbar ist. !"Jährend der am Oberliolm 11
der Plattenpresse 1 auftretende Spanschub von dein steifen Pressengestell
12 aufgenommen wird, führen unvermeidbare Toleranzen in der Führung des beweglichen Pressentisches 9 zu Verkantungen, die
auf unsymmetrischen Kraftangriff beruhen, es sei denn, dieser unsymmetrische
Kraftangriff ist in der dargestellten Meise dadurch beseitigt, daß der Stapel der abgelegten Preßgntmatt-sn 6 in Transportrichtung
gegenüber-der Pressenmitte 5 versetzt Ist»
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Gleichzeitig ist in Pig. I angedeutet worden, daß die Steuervorrichtung
3 mit der die der Beschickvorgang für die einzelnen Bandtabletts 4 der Bandtablett-Beschickeinrichtung 2 steuerbar
ist, auch mechanische Ungenauigkeiten in den einzelnen Etagen
kompensieren kann. Erfindungsgemäß kann über das Steuervorrichtungsbauteil
12 die Preßgutmatte 6 auf einem Bandtablett 4 mit dem Band ein wenig so vorgeschoben werden, daß der abgelegte
Stapel der Preßgutmatten 6 in der Mehretagen-Plattenpresse 1 in Transportrichtung 7 versetzt ist. Im Stapel können außerdem
die einzelnen Preßgutmatten 6 versetzt sein, um mechanische Fehler zu kompensieren, die gleichsam den einzelnen Etagen zuzuordnen
sind. Das geschieht nach experimentell für jede Anlage zu ermittelnden Programmen, in die Plattenabmessung, Plattendicke,
Plattenaufbau, Streuwinkel, Streugenauigkeit, Material, Preßdruck der Kolben und systematische Fertigungsungenauigkeiten
der Anlage insgesamt eingehen. Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens müssen für Preßgutmatten 6 bestimmter Provenienz
selbstverständlich das Maß der Versetzung des Stapels der abgelegten Preßgutmatten 6 einerseits und das Maß der Korrektur
an den einzelnen Bandtabletts 4 zunächst experimentell ermittelt und danach auch häufiger kontrolliert werden.
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Claims (2)
- Andrejewski, Honke & Gesthuysen, Patentanwälte, 4300 Essen, Theaterplatz 3Ansprüche(!./Verfahren zum Beschicken von Plattenpressen bei Anlagen zur Herstellung von Spanplatten, die mit Mehretagen-Plattenpressen und Beschickeinrichtungen ausgerüstet sind, wobei Preßgutmatten gleichen Formats mit Hilfe der Beschickeinrichtung in der offenen Mehretagen-Plattenpresse zu einem Stapel abgelegt werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Stapel der abgelegten Preßgutmatten in Transportrichtung der Preßgutmatten bzw. der fertiggepreßten Spanplatten gegenüber der Pressenmitte der Mehretagen-Plattenpresse versetzt und dadurch beim Preßvorgang auf Spanschub beruhender unsymmetrischer Kraftangriff am beweglichen Pressentisch kompensiert wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im gegenüber der Pressenmitte versetzten Stapel der Preßgutmatten die einzelnen Preßgutmatten noch gegeneinander versetzt sind.J5. Anlage zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 und 2, bestehend aus Mehretagen-Plattenpresse und Beschickeinrichtung, vorzugsweise Bandtablett-Beschickeinrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschickeinrichtung (2) eine Steuervorrichtung (j5) aufweist, mit der das Ablegen der einzelnen Preßgu.tmatten (4) in bezug auf die Pressenmitte (5) steuerbar und eine überlagerte Korrektur der Preßgutmatten (4) im Stapel durchführbar ist.309834/0719L e e r s e i t e
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