DE2204011A1 - Herstellung von sichtbeton - Google Patents

Herstellung von sichtbeton

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DE2204011A1
DE2204011A1 DE19722204011 DE2204011A DE2204011A1 DE 2204011 A1 DE2204011 A1 DE 2204011A1 DE 19722204011 DE19722204011 DE 19722204011 DE 2204011 A DE2204011 A DE 2204011A DE 2204011 A1 DE2204011 A1 DE 2204011A1
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cement
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Dietrich Dipl Ing Schwencke
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B14/00Use of inorganic materials as fillers, e.g. pigments, for mortars, concrete or artificial stone; Treatment of inorganic materials specially adapted to enhance their filling properties in mortars, concrete or artificial stone
    • C04B14/02Granular materials, e.g. microballoons
    • C04B14/04Silica-rich materials; Silicates
    • C04B14/08Diatomaceous earth

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Ceramic Engineering (AREA)
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  • Materials Engineering (AREA)
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  • Organic Chemistry (AREA)
  • Curing Cements, Concrete, And Artificial Stone (AREA)

Description

  • Herstollung von Sichtbeton Es ist bekannt, daß bei der Herstellung von Sichtbetonbauten oder Sichtbeton-Fertiteilen, insbesondere an deren senkrechten Flächen, häufig eine Schlierenbildung in der äußersten Betonschicht (Außenansicht) auftritt, die zu einem unschönen fleckïgen und farblich sehr unterschiedlichen Aussehen führt, Die Ursache dafür ist eine Entmischung des Betonmörtels an der Botonauß@nfläche, d.h. der Zementleim ist nicht in der Lage, den festen Bestandteil Sand vollkommen einzubinden. Hierzu muß der Zementleim eine bestimmte Mindestzähigkeit besitzen, die in erster Linie von der Zementqualität und dem zur Anwendung gekommenen Wasserzementwert abhängig ist.
  • Dagegen haben unter der Voraussetzung der genau eingehaltenen Kornzusammensetzung die Grobzuschläge auf die Oberflächenbeschaffenheit des Betons, dh. auf die erwähnte Schlierenbildung, nach dem Abbinden kaum einen Einfluß, da durch den Rüttelvorgang Mörtel- und Zementleim in die äußerste sichtbare Schicht getrieben werden.
  • Es kommt deshalb vor allem auf das Erzielen bestimmter geeigneter Mörteleigenschaften an, die - von der Arbeitstemperatur abgesehen - ausschließlich bestimmt erden von der Zementqualität, der eingesetzten Wassermenge (IYasserzementwert) sowie der Menge, Kornverteilung und Gefügebeweglichkeit des zugesetzten Sandes. Aus Zementqualität und Wasserzementwert ergibt sich dann jeweils eine bestimmte zugeordnete Zementleimzähigkeit, die zusammen mit den Feinbestandteilen das Fließverhalten des Mörtels bestimmen. Ist der Wasserzementwert zu hoch oder reicht die Zementqualität nicht aus oder trifft beides zu, so ist es unmöglich, eine einwandfreie Sichtbetonoberfläche zu erzielen, Bei gleicher Zementleimzähigkeit wird das Fließverhalten des Mörtels positiv beeinflußt bei Verwendung von stark abgerundeten Natursanden mit einer möglichst hohen Kornfraktion zwischen 0,2 und 1 mm, wogegen sogenannter scharfer Sand aus gebrochenem Material sich ungünstig auswirkt.
  • Ähnliche Gesetzmäßigkeiten gelten für das Gemisch Mörtel und Grobzuschlag. Auch der Mörtel, d.i. Zementleim plus Sand, muß bei möglichst hoher Fließfähigkeit eine so hohe Zähigkeit besitzon, daß das Grobkorn sowohl gut eingebettet wie auch Gut in (!er Schwebe gehalten vlird,t Es Gibt nun viele Zementsorten, die die erforderliche Viskosität mit einem normalen Wasserzementwert nicht erreichen, d.h.
  • ihre Zementl@imzähigkeit oder Viskosität reicht nicht aus, um die Zuschlagstoffe in der Schwebe zu halten und ein Entmischen zu verhindern.
  • Dem Erreichen einer bestimmten Mindestzementleim-Viskosität kommt also eine besondere und für das Erzielen eines guten Sichtbetons sogar eine entscheidende Bedeutung zu. Daher sind die diesbezüglichen Faktoren, insbesondere der zur Anwendung kor.mende Wasserzementwert, näher untersucilt worden. Wider Erzarten stellte sich dabei heraus, daß die Zementleimviskosität bei gleichem Wasserzementwert für die verschiedenen Zementsorten und -qualitäten ungewöhnlich hohe Unterschiede aufweisen.
  • Entsprechende Laboruntersuchungen haben nun ergeben, daß es eine allgemeingültige Mindestzementleim-Viskosität gibt, von der ab aufwärts keine Schlierenbildung des Sichtbetons mehr eintritt. Diese Mindestzementleim-Viskosität oder der Zementleimviskositäts-Grenzwert, der keinesfalls unterschritten v.crden darf, liegt bei 400, gemessen mit dem Visco-Corder-Meßgerät der Firma Brabender. Je höher die Viskosität über diesem Grenzwert bei ausreichendem Fließverhalten liegt, umso sicherer wird Schlierenbildung verhindert.
  • Von entscheidender Bedeutung ist also die Erkenntnis, daß die verschidenen Zementsorten und -qualitäten sich in bezug auf den für das Erreichen dieses Grenzwertes zulässigen Wasserzementwert wider Erwarten ebenfalls ganz ungewöhnlich stark unterscheiden.
  • Um. diesen vdchtigen Einfluß des Wasserzementwertes auf zunachst einen Zement mit bekannter Viskositätskurve festzustellen, wurde in einer Versuchsreihe der zunächst zu hohe Wasserzementwert mit Schlierenbildung so lange erniedrigt, bis die erzielten Sicht flächen einwandfrei waren d.h. keine Schlierenbildung mehr aufwiesen. er Wasserzementwert, bei den diescr Fehler erstmalig nicht mehr auftritt, 'ann dann für diese bestimmte Zementsorte als Grenzwasserzementwert für Sichtbeton bezeichnet werden.
  • Diese Grenzwasserzementwerte sind aber für jede Zementsorte verschieden. Außerdem gibt es eine ganze Anzahl von Zementsorten, die den Zementleimviskositäts-Grenzwert erst bei so niedrigen Grenzwasserzementwerten erreichen, darin damit die Verarbeitbarkeit des Betons nicht mehr ausreicht.
  • Um diesen Beton trotzdem noch bearbeiten zu können, zur deshalb i.m praktischen Betrieb der Wasserzementwert über seinen Grenzwert hinaus erhöht mit der Folge, daß die Zementleimviskosität dann unter den zulässigen Grenzwert absinkt. Tritt in diesem Fall der Rüttler innerhalb der Schalung in Tätigkeit, so erfolgt wie Ublich eine Verdichtung des Betons, d.h. die kleinen Korngrößen füllen die Lücken der gröberen Zuschlagstoffe und der Zementleim dringt in die feinsten Hohlräume ein. Dabei setzt er sich vornehmlich auch an den Wänden der Schalung ab. Da an dcr Schalung die Rüttelenergie des Innenrüttlers stark reflektiert wird, wirken nun auf die Zementteilchen, Wasserteilchen und Feinstzuschlagteilchen erheblicke Beschleunigungen ein, die den gena@nten Teilchen entsprechend ihren verschiedenen spezifischen S@wichten unterschiedliche Bewegungsenergien verleihen. F@@@mmt de@@rch zu Austreten von Wasser, den gefürchteten @@@@e@@lut@n", und gl@ichzeitig verlieren die kleinen Zuschlagstofie, wie ud, ihre Zemertleimumhüllung und lösen die häßliche S@hlierenbildung an der Oberfläche aus.
  • Erst mit der
    /jernefl+
    von 400 erlangt der Zementlei@ die Fahi@ it, auch die mit unterschiedlicher Energie a@seinamdersirehenden Zement-, Wasser- und Feinstzuschlagteilchen zusa@@enzuhalten.
  • Ein sicheres Mittel zur Verhinderung dieser Erscheinung besteht darin, nur Zemente zu verwenden, die die Zementleimgrenzviskosität bei Grenzwasserzementwerten zwischen etwa 0,5 und 0,575 erreichen. In diesem Falle ist man aber hinsichtlich der verwendbaren Zementarten eingeschränkt.
  • Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, daß man beim herkömmlichen Vorgehen wegen der geringen zugelassenen Toleranzen beide Werte auf der Baustelle laufend kontrollieren müßte, was sehr schwierig ist.
  • Es besteht somit ein Bedürfnis nach einem Mittel, das es ermöglicht, bei gleichem Grenzwasserzement eine wesentliche Ibhöhung der Zementleimviskosität zu erreichen.
  • Diesem Bedürfnis wird gemaß der Erfindung durch.die Verwendung von Molerit als Zusatz von Zement bei der Herstellung von Sichtbeton Genüge getan.
  • Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird der Molerit in Mengen von 0, bis 1 1,5% des Zementgewichtes eingesetzt.
  • Molerit ist ein Stoff, der bei extremer Feinkörnigkeit ein Maximum an Wasserrückhaltevermögen besitzt und der deshalb bereits bei geringen prozentualen Mengen die gewünschte Erhöhung der Zementleimviskosität gestattet, ohne die Wirtschaftlichkeit der Betonherstellung z gefährden.
  • Molerit bzw. Molererde besteht aus Kieselgurablagerungen auf den Inseln Mörs und Fur im Limfjörd in Dänemark. Es handelt sich um Meeresablagerungen von Diatomäen des Oligocäns. Diese Ablagerungen werden geschlemmt, getrocknet und in Spezialöfen bei o50°C gebrannt. Die gebrannte Molererde läßt sich leicht mahlen und auf eie Feinheit von 95% kleiner als 33 µ aussie ben oder windsichten. 50,' dieses als Molerit bezeichneten Staubes besitzt damit eine Korngröße kleiner als die des Zements. Sein spezifisches Gewicht beträgt 2,14 g/cm3 und seine spezifische Oberfläche, gemessen nach Blaine, liegt zwischen 21 000 und 25 000 cm2/g. Damit besitzt jeder einzelne Moleritkorn auch bis hinunter zu Durchmessern von weniger als zweitausendstel nm noch eine genügend große innere Oberfläche mit hohem Wasseraufnahme- und Wasserrückhaltevermögen. Infolge seiner Mahlfeinheit suchen die einzelnen Moleritkörner, von denen jedes noch eine Vielzahl von Diatomäen enthält, sowohl beim Betonmischen wie auch beim späteren Rütteln in der Schalung, die allerkleinsten Hohlräume auf und setzen sich deshalb vornehmlich in der hauchdünnen Außenschicht zwischen die Zementteilchen des Zementleims, wo sie infolge ihrer hohen Bindekraft oder Kohäsion, ihrer Klebrigkeit und ihrem Wasserrückhaltevermögen die Zementleimviskosität erhöhen und das Bluten des Zementes verhindern. Im übrigen wurde durch entsprechende Untersuchungen nachgewiesen, daß zement fein ge mahlene gebrannte Molererde, also Molerit, infolge seiner großen inneren Oberfläche positive in die Hydrationsreaktion des Zements eingreift, den Abbindevorgang beschleunist und die Druckfestigkeit erhöht.
  • Die chemische Analyse der bei 850°C gebrannten Molererde ist wie folgt: 5102 74,26 Al2O3 13,42 Fe2O3 2,73 CaO 1,74 MgO 2,26 SO3 0,25 Na20 0,52 K20 1,42 Glühverlust 2,80 Post 0,61 Der hohe Kieselsäuregehalt stammt von den Gehäusen der Diatomäen her, deren Durchmesser unter 1 µ liegen.
  • Es genügt im allgemeinen, je nach verwendetem Zement 0,5 bis 1,5% des Zementgewichtes an Molerit zuzusetzen. Der erforderliche Zusatz ist umso geringer, je höher die Zementleimviskosität, bezogen auf einen mittleren Wasserzementwert von 0,55, ist.
  • Als W?ichtrert für- die Erhöhung der Zementleimviskositätskurve in Abhängigkeit vom Wasserzementwert läßt sich angeben, ffaß bei 0,5% Moleritzusatz die Zementleimviskositätskurve um etwa 100, bei J Zusatz um 180 und bei 1,5% um etwa 250 Einheiten sich erhöht, bemessen mit den Visco-Recorder. In Prozenten ausgedrückt, wurde das für einen Zement mit der Viskosität 300 und dem Zementwasserwert 0,55 bei 0,5% Moleritzusatz eine Steigerung um 33% ergeben, bei 1% eine Steigerung um 60% und bei 1,5% eine Steigerung um Bei diesem Zement würde - Einhaltung aller Einflußgrößen durch Kontrolle an der Baustelle vorausgesetzt - ein Zusatz von lolerit von0.5% genügen. Eine Verwendung von 1% liegt bereits so stark auf der sicheren Seite, daß kleine Ungenauigkeiten auf der Baustelle sich nicht mehr auswirken.
  • Wenn ein hervorragender, i.n Farbe und Aussehen einheitlicher Sichtbeton bei besonders wortvollen Gebäuden verlangt wird, ist es zweckmäßig, einen Zusatz von 1 bis 1,5% Molorit zum Zementgewicht zu verwenden.
  • Da das Moleritmehl außergewöhnlich hygroskopisch ist, muß es unbedingt vorher in einem entsprechenden Bottich mit Wasser gesättigt werden, wozu eine Einwirkungszeit von ca. zwei Stunden erforderlich ist. Vollgesättigt besitzt Molerit einen leicht teigigen Aggregatzustand. Der notwendige Gowichtsprozentsatz pro Mischereinheit muß jetzt auf Volumen umgerechnet und dem Mishcer mit einem entsprechenden Gefäß während des Mischvorganges zugesetzt werden.

Claims (2)

P a t e n t a n s p r ü c h e
1. Verwendung von stist Molerit als
Zusatz zu Zement bei der Herstellung von Sichtbeton.
2. Verwendung von Molerit gemaß Anspruch 1, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , daß der Molerit in Mengen von 0,5 bis 1,5% des Zementgewichtes eingesetzt wird.
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