DE2147496B2 - Fahrbarer Krustenbrecher für elektrolytische Schmelzöfen - Google Patents
Fahrbarer Krustenbrecher für elektrolytische SchmelzöfenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen fahrbaren Krustenbrecher für elektrolytischc Schmelzöfen, insbesondere zur
Gewinnung von Aluminium, bestehend aus einem auf einem Fahrwerk angeordneten Drehstuhl, der einen
Ausleger mit Brechwerkzeug trägt, und einem Drehantrieb für den Dreh.Muhl sowie einer Steuersäule, weiche
den Drehstuhl mittig durchgreift.
Bekanntlich bilden sich in elektrolytisch^ Schmelzöfen
Krusten, die von Zeit /u Zeit zertrümmert werden müssen. Die hierfür verwendeten Krustenbrecher
bestehen gewöhnlich aus einem mit Druckluftmotor betriebenen steuerbaren Fahrwerk, auf welchem ein
Drt'hstuhl angeordnet ist, der an einem Ausleger Brechwerkzeuge, z. B. einen schweren Drucklufthammer
od. dgl., trägt. Ferner ist auf dem Drehstuhl ein von Hand betriebenes Schwenktriebwerk angebracht, welches
über ein Getriebe mit einem Ritzel in eine Zahnkelle eingreift, die am Fachwerksrahmen befestigt
ist und eine Drehung des Drehstuhls bewirkt. Dieser .Schwenkantrieb stellt eine platzraubcnde und sperrige
Baueinheit dar. Die Bedienung des Krustenbrechers wird zusätzlich noch durch eine Vielzahl von Schlauchverbindungen
erschwert. Diese Schläuche sind notwendig, weil die für den Betrieb erforderliche Druckluft
einem von dem Fahrgestell mitgeführten Behälter entnommen wird, an den die verschiedenen Verbraucher
angeschlossen sind. Da der Druckluftbehälter am
Fahrgestell angebracht ist, der eigentliche Brecher aber zusammen mit den Steuerorganen an dem Drehstuhl
angeordnet ist, ergibt sich eine verhältnismäßig große Anzahl an zumindest teilweise beweglich verlegten
Schlauchverbindungen.
Aus DE-AS 10 62 940 ist ein fahrbarer Kn-stenbreeher
bekannt, bei dem als Drehantrieb für den den Ausleger tragenden Drehstuhl ein durch Muskelkraft
betriebener Tretkranz vorgesehen ist. Die vorgenannten Nachteile gelten zumindest teilweise auch für diesen
bekannten Krustenbrecher.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Krustenbrecher der eingangs genannten Art in baulicher Hinsicht zu
vereinfachen und in seiner Betriebssicherheu zu verbessern, wobei eine möglichst zuverlässige und
kompakte Bauweise des Drehantriebs und seiner Teile
Μ angestrebt wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Drehantrieb des Drehstuhis aus einem
Drchmolor besteht, der über eine Kupplung und über
ein mit der Zahnung eines Zahnkranzes im Eingriff stehendes Ritzel den Drehstuhl antreibt, und daß die
Kupplung eine Bremsscheibe für eine Backenbremse trägt, deren federnd in Bremsslelkjng gezogenen,
lüftbaren Bremsbacken Öffnungen des Kupplungsgehäuses durchfassen.
JO Bei dem erfindungsgemäßen Krustenbrecher wird demgemäß für die Drehung des Drchstuhlcs ein
besonderer Drehmotor verwendet, welcher über eine Kupplung und über ein mit der Zahnung des
Zahnkranzes im Eingriff stehendes Ritzel den Drehstuhl
>5 antreibt, wobei die Kupplung zugleich eine Bremsscheibe
für eine mit Bremsbacken versehene Backenbremse trägt. Mit einem solchen Drehantrieb läßt sich der
Drehstuhl zusammen mit dem Brcchwcrk/cug um einen
beliebigen Drchwinkcl nach beiden Seiten hin drehen.
AO wobei der Drehstuhl zugteich i.i jeder beliebigen
Drchstcllung mittels der Backenbremse fcstlcgbar ist. Die Bremse verhindert, daß der Drehstuhl durch das
starke Magnetfeld des Ofens, welches auf die große Eiscnmassc des Auslegers wirkl. in unerwünschte
Drehbewegungen versetzt wird. Der Drchmolor. seine Kupplung und die hiermit vereinigte Backenbremse
zeichnen sich durch einfache und kompakte Bauweise aus, zumal das zwischen Drehmotor und Anlricbsrit/.cl
eingeschaltete Kuoplungsorgan zugleich die Brems scheibe für die Backenbremse bildet. Da der Drehstuhl
in der Mi(Ic von der Steuersäule durchgriffen wird, ist
der Drehantrieb notwendigerweise außermittig angeordnet. Vorzugsweise trägt der Drehstuhl an der dem
Ausleger gegenüberliegenden Seite ein Gegengewicht.
welches den Antriebsmotor für den Drehstuhl wenigstens
teilweise umschließt und welches gleichzeitig den Unterbau für den Bedienungssitz bildet. Auf diese Weise
ergibt sich eine besonders günstige und raumsparende Anordnung des Drchanlriebcs für den Drehstuhl.
Die außermittige Anordnung des Drehantriebs ermöglicht es, die Druckluftzuführung durch die
Drehachse des Drchstuhls hindurch vorzunehmen. In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist dabei der
Drehstuhl mit einer Nabe in einer am Fahrgestell fest angeordneten Buchse geführt, welche über ihren
Umfang verteilt mil AnschluBleitungcn für Druckluft versehen ist. die in verschieden hoch gelegenen
Ringkanälen an der Innenseite der Buchse münden, in
welche in der Höhe gegeneinander versetzte Bohrungen der Nabe .-nünden, die zu gegeneinander versetzten
Anschlußstellen, vorzugsweise an der Oberseite der mit dem Drehstuhl sich drehenden Nabe führen. Dabei sind
zu beiden Seiten der Ringkanäle der Buchse Dichtungen angeordnet Auf diese Weise wird demgemäß eine
Reihe von Kanälen gebildet, die mit einem Ende am Fahrgestell und mit dem anderen Ende an dem
Drehstuhl münden und die durch Drehbewegungen des Drehstuhls nicht unterbrochen werden. Über diese
Kanäle kann Druckluft von dem am Fahrgestell angebrachten Druekluftbehälter zu den Steuergeräten
und sonstigen Druckluftverbrauchern auf dem Drehstuhl geführt werden. Dabei bietet sich die Möglichkeit,
feste Rohranschlüsse zu verwenden. Der Drehkranz läßt sich beliebig weit drehen, ohne daß irgendwelche
Schlauchleitungen hierbei hinderlich wären. Auch diese Art der Druckluftzuführung trägt wesentlich zur
Vereinfachung des Krustenbrechers und zur Erhöhung seiner Betriebssicherheit bei.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargesieiit. Fs zeigt
Fig. 1 einen Krustenbrecher gemäß der Eriindung in
Seitenansicht;
Fig.2 den Antrieb des Drehstuhles des in Fig. 1 gezeigten Krustenbrechers in größerem Maßstab,
teilweise im Schnitt;
Fig. 3 die durch die Mitte des Drehkranzes hindurchführende Steuersäule des Krustenbrechers
nach den F i g. I und 2, ebenfalls teilweise geschnitten. jo
Auf einem lenkbaren Fahrgestell 10 ist ein miltels eines Drehkranzes 11 drehbarer Drehstuhl ^angeordnet.
Der Drehstuhl 12 trägt mindestens einen Ausleger 13, an dessen freiem Ende ein schwerer Druckiufthammer
14 als Brcchwerk/.cug angeordnet ist. Dem Ausleger 13 gegenüber ist auf dem Drehstuhl 12 ein
Gegengewicht 15 angeordnet, welches gleichzeitig als
Unterbau für einen Bcdienungssiiz 16 dient. Das Gegengewicht 15 ist so ausgebildet und angeordnet, daß
es einen als Druckluftmotor ausgebildeten Drehmotor
17 ganz oder teilweise umschließt, mit welchem der
Drehstuhl 12 gegenüber dem Fahrgestell 10 gedreht wird.
In der Mitte des Drehkranzes 11 ist eine Steuersäule
18 angeordnet, die eine Mittelöffnung einer Nabe 20 des
Drehstuhls durchgreift. Die Nabe 20 ist ihrerseits in einer Buchse 21 gefühn, die am Fahrgestell 10 gelagert
ist. Die Buchse 21 weist über ihrem Umfang verteilt aus Bohrungen bestehende Anschlußleitungen 22 auf, die in
verschiedenen Höhen radial an der zylindrischen Innenwand 23 der Buchse 21 münden. In Fig.3 ist nur
eine einzige Anschlußleitung 22 dargestellt. Die Buchse 21 trägt in der Höhe bei sämtlichen radialen
Anschlußleitungen 22 je einen Ringkanal 24. Zwischen diesen Ringkanälen 24 und den Außenseiten der beiden
äußeren Kanäle sind Dichtungen 25 angeordnet. Die Nabe 20 trägt in gleicher Höhe wie die Buchse 21 radiale
Bohrungen 26, deren Zahl der Zahl der nxialen Anschlußleitungen 22 der Buchse 21 entspricht. Jede
dieser Bohrungen 26 geht in eine axiale Bohrung 27 der Nabe 20 über. Die Mündungen oder Anschlußstellen 28
dieser verschiedenen Bohrungen 27 liegen über dem Umfang der Nabe 20 verteilt.
Bei der vorbeschriebenen Ausbildung und Anordnung der Bohrungen und Kanäle in den beiden gegeneinander
drehbaren Teilen 20 und 21 steht ständig eine der Anschlußleitungen 22 der Buchy 21 mit einer
Anschlußstelle 28 der Nabe 20 in Verbindung, unabhängig von der Drehstellung des Drehstellung des
Drehstuhls 12 gegenüber dem Fahrgestell 10. Es können daher die Anschlußleitungen 22 des Fahrgestells durch
starre Rohre mit dem Druckluftbehälter bzw. den Druckluftmotoren zum Antrieb des Fahrgestells verbunden
sein. Ebenso können starre Rohrverbindungen von den Anschlußstellen 28 der Nabe 20 zu den
Steuergeräten des Drehstuhls führen. Störungsanfällige und hinderliche Schlauchverbindungen lassen sich auf
diese Weise weitgehend vermeiden.
Der Antrieb des Drehkranzes 11 durch den Drehmotor 17 erfolgt über ein Getriebe 29, welches
unmittelbar an den Drehantrieb 17 angebaut ist, und ein Ritzel 30, welches in eine Zahnung 31 des feststehenden
Drehkranzteiles eingreift. Dabei ist die abtreibende Welle 32 mit der das Ritzel 30 tragenden Welle 33 durch
eine Kupplung 34 verbunden, die ihrerseits eine Bremsscheibe 35 trägt. Die an dieser Bremsscheibe 35
angreifenden Bremsbacken durchgreifen Öffnungen 36 des iCupplungsgehäuses 37. Die (nicht dargestellten)
Bremsbacken werden durch Federkraft in Bremsstellung gezogen. Die Lüftung der Bremsbacken erfolgt mit
Hilfe eines Druckluftzylinders38.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Fahrbarer Krustenbrecher für elektrolytische Schmelzofen, insbesondere zur Gewinnung von
Aluminium, bestehend aus einem auf einem Fahrwerk angeordneten Drehstuhl, der einen Ausleger
mit Brechwerkzeug trägt, und einem Drehantrieb für den Drehstuhl sowie einer Steuersäule, welche den
Drehstuhl mittig durchgreift, dadurch gekennzeichnet,
daß der Drehantrieb des Drehstuhles (12) aus einem Drehmotor (17) besteht, der über eine
Kupplung (34) und über ein mit der Zahnung (31) eines Zahnkranzes (11) im Eingriff stehendes Ritzel
(30) den Drehstuhl (12) antreibt, und daß die Kupplung (34) eine Bremsscheibe (35) für eine
Backenbremse trägt, deren federnd in Bremsstellung gezogenen, lüftbaren Bremsbacken öffnungen des
Kupplungsgehäuses durchfassen.
2. Krustenbrecher nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehstuhl (12) an der dem
Auslegeri»3) gegenüberliegenden Seite ein Gegengewicht
(15) trägt, welches den Antriebsmotor (17) für den Drehstuhl (12) wenigstens teilweise umschließt
und welches gleichzeitig den Unterbau für den Bedienungssitz (16) bildet.
3. Krustenbrecher nach Anspruch I oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß 1er Drehstuhl (12) mit
einer Nabe (20) in einer am Fahrgestell (10) fest angeordneten Buchse (21) geführt ist, wobei die
Buchse (21) über ihren Umfang verteilt mit Anschlußleitungen (22) für Druckluft versehen ist,
die in versenden hoch gelegenen Ringkanälen (24) an der Innenseite (2?) der Bvchsc (21) münden, in
welche in der Höhe gegeneinander versetzte Bohrungen (26) der Nabe (?"*) münden, die zu
gegeneinander versetzten Anschlußstellen (28) vorzugsweise an der Oberseite der mit dem Drehstuhl
sich drehenden Nabe (20) führen, wobei zu beiden Seiten der Ringkanälc (24) der Buchse Dichtungen
(25) angeordnet sind.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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| OD | Request for examination | ||
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
Owner name: GEWERKSCHAFT EISENHUETTE WESTFALIA GMBH, 4670 LUEN |
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