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Vorrichtung zum Mischen und Auftragen eines Zwe i-Komponenten-Kittes
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Mischen und Auftragen eines
Zwei-Komponenten-Kittes, der insbesondere dem Ausbessern und Verkitten von Mavur-
und Kunststain dienen soll Zwei-Komponenten-Kitte haben auf dem Gebiet der Natur
und Kunststeinverarbeitung weitgehend Eingang gefunden.
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Allerdings hat es sich gezeigt, daß das Mischen der beiden Komponenten
am Verbrauchsort nicht selten erhebliche Schwierigkeiten bereitet. In der Regel
werden die beiden Komponenten auf einer Flache mit einer Spachtel gemischt und dann
in der vorgesehenen Weise verwendet.
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Dieses Handmischen ist aber insofern von Nachteil, als kaum die richtige
Menge sowohl bezüglich des Mischungsverhältnisses, als auch im Hinblick auf die
Gesamtmenge getroffen wird, also entweder wertlose Reste übrig bleiben oder noch
eine Kleinigkeit fehlt, die umständlich
nachgemischt werden muß.
Die verbleibenden Reste mussen als verloren gelten, denn ein einmal gemischter Kitt
oder Kleber wird in kürzester Zeit so hart daß er nur noch weggewerfen werden kann.
Zu große Abweichungen im Mischungsverhältnis - die Härtepaste soll einen Anteil
von 2 bis 4 X an der Gesamtmasse haben -beeinflussen die Qualität des Kittes sehr
ungünstig.
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30 führt eine zu hohe Zugabe von Härter nicht nur zu Rissen, sondern
auch zu Verfärbungen von braun bis rosa, was fachlich abgelehnt werden muß, ganz
abgesehen davon, daß solche Verfärbungen das gute Erscheinungsbild der Verklebung
bzw. Verkittung erheblich storen, Als nachteilig kommt ferner hinzu, daß die zur
Anwendung kommenden Härtepasten meistens Peroxyd enthalten, wodurch sie @@@ Augen
und Weichteile gefährlich sInd, dXh. be flaschen von Hand können bereits kleine
Spritzer großen Schaden anrichten.
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Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
zu sahaffen, die das Handmischen vermeidet und Arbeitsunfälle durch verspritzte
Härtepaste ausschließt. Außerdem soll die Vorrichtung so aufgebaut sein, daß mit
ihr nicht nur die beiden Komponenten in vorbestimmten Verhältnissen gemischt werden
können, sondern auch das Auftragen des Klebers bzw. des Kittes weitgeherfd erleichtert
ist. Die zu entwickelnde Vorrichtung soll darüber hinaus ein rasches Unterbrechen
der
jeweiligen Arbeit ermöglichen, ohne daß größere Verluste an Kitt und Härtepaste
auftritt, oder die Wiederefnahme der Arbeit durch hartgewordene Reste. erschwert
ist. Schließlich wird gefordert, daß all diese Verbesserungen mit einem geringen
wirtschaftlichen und technischen Aufwand erzielbar Sjndc Zur Lösung dieser Aufgabe
wird nach der Erfindung eine Vorrichtung vorgeschlagen, die durch eine, den eigentlichen
Kitt in einer Art Tube mit Mundstück enthaltende Ausdrückvorrichtung und durch eine
weitere, den Härter od.dgl. etwa quer zur Ausdrückrichtung dem Kitt zugebende Preßeinrichtung
gekennzeichnet ist. Durch die vorgesehenen Einrichtungen bleiben die beiden Komponenten
zunächst abgepackt und ihr Mischen wird sich bei mtsprechender Handhabung der beiden
Einrichten in verh ältnismERig genauen Grenzen bewegen, so daß weder Unfallgefahr
besteht, noch Qualitätsverminderungen zu befürchten sind. Ebenso werden unbrauchbare
Reste weitgehend vermieden, da es jederzeit möglich ist, die Bedienung der beiden
Einrichtungen abzubrechen, also das Mischen und Auspreßen der beiden Komponenten
einzustellen. Das erwähnte quergerichtete Zugeben des Härters oder der Härtepaste
führt zu einer ausreichenden Durchmischung der beiden Komponenten, so dar! eine
verhältnismäßlg hohe Gleichförrnigkeit in der Durchmengung gegeben erscheint. 5chließlich
sei
noch bemerkt, daß die beiden Komponenten bzw.
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ihre Behältnisse in den Einrichtungen geschützt untergebracht sind,
so daß selbst bei rauhestem Baustellenbetrieb grbßere Verluste an Kttt und Härtepaste
ausgeschlossen erscheinen. Da letztendlich die beiden Einrichtungen eine einheitliche
Vorrichtung bilden, wird auch das Auftragen des jeweiligen Kittes erleichtert, wie
sich dies auch noch aus den späteren Ausführungen ergibt.
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Nach einer weiteren Besonderheit der Erfindung ist vorgesehen, daß
die z.B. mit einer Zahnratsche ausgestattete .Ausdrückvorrichtung pistolenartig
aufgebaut ist und am vorderen Ende ein Spachtelbiech aufweist, unter welches das
Mundstück der Kittube ragt und das Spachtelblech auBerdes als Träger für die Preßeinrichtung
hergerichtet ist, Ausdrtlckeinrichtungen mit Zahnratschcn od er sonstigen Druckaitteln
sind an sich bekannt, jedoch nicht in Verbindung mit einer Preßeinrichtung, die
eine Härtepaste dem Kittstrang von der Seite her zuführt. Das Spachteiblech der
Ausdrückeinrichtung macht das Aufbringen des Kittes besonders leicht, denn es iat
tatsächlich wei ein Spachtel einzusetzen, der je nach Betätigung der Ausdrückvorrlchtung
selbsttätig mit Kitt versorgt wird. Durch das Herrichten des Spachtelbieches als
Träger fUr die Preßeinrichtung wird auf besonders einfache Weise die ganze Vorrichtung
zu einem handlichen Arbeitsgerdt,
das sich einfach fUhren läßt,
indem sowohl die Zahnratsche, als auch die nach oben ragende preßeir heit mit den
Händen erfaßt wird.
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Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht darin, daß die Preßeinrichtung
für den Härter ihrerseits eine Auswechseltube aufnimmt und in ein Mundstück der
Kitttube eindrückbar oder aus diesem herausziehbar ist.
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Durch diese Bauart ist es möglich, das Mischen jederzeit zu unterbrechen,
indem das Mundstück der Preßeinrichtung von dem Mundstück der Kittube abgehoben
wird, so daß bei entlasteter Auswechseltube keine Härpastemehr in den Kitt gelangt.
Ein Verhärten des Kittes im Kittmundstück aufgrund von Härterresten kann dadurch
vermieden werden, daß man bei angehobener Preßeinheit noch etwas K£tt durch das
Mundstück preßt, also sozusagen den letzten Rest an Härtepaste ausstößt.
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Zur Wiederaufnahme von Spachtelarbeiten braucht lediglich je Preßeinrichtung
wieder abgesenkt und zusammen mit der Ausdrückeinrichtung betätigt su werden.
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Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung besteht die Preßeinrichtung
im wesentlichen aus einem RohrstUck, das im unteren Teil die Auswechseltube und
im oberen Teil einen in Tubenrichtung belastbaren Tauchkolben aufnimmt.
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Diese Bauart überrascht durch ihre Einfachheit, denn hier ist das
einfache Prinzip einer Fettpresse zweckmäßig
verwendet, lediglich
mit dem Unterschied, daß noch eine Auswechseltube vorgesehen ist, in die der Tauchkolben
paßt.
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Zum Heben und Senken der Preßeinrichtung wird nach der Erfindung der
Vorschlag gemacht, daß die Preßeinrichtung zwei radial einander gegenüberliegende
Stifte, Bolzen od.dgl. aufweist, die einem Bajonettverschluß angehören, dessen S.rhlitze
in einer Muffe des als Träger für die Preßeinheit dienenden Spachtelbleches vorgesehen
sind. Um die nötigen Kräfte aufzubringen, empfiehlt es sich dabei, daß die Bajonettverschlußschlitze
in Umfangsrichtung schraubenlinienförmig in die Länge gezogen sind und an ihren
Anfangsbereichen je eine Raststellung aufweisen. Durch die schraubenliaienförmigen
Schlitze ist es beim Verdrehen des Verschlusses möglich, solche Kräfte aufzubringen,
daß das Mundstück der Preßeinrichtung das Mundstück der Kittube gewissermaßen durchstanzt
und dann die Hartepaste in den Kitt einfließen kann. Die Raststellungen wiederum
dienen dazu, daß der Verschluß nicht ohne weiteres ganz geöffnet werden kann, also
ein ungewolltes Herausgleiten der Preßeinrichtung aus ihrer Halterung nicht zu befürchten
ist.
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Die erwähnte Bajonettverschlußausführung ist aber keinesfalls zwingend,
vielmehr ist es nach der Erfindung
Ohne weiteres denkbar, daß die
Preßeinrichtung mit Hilfe eines gabelartigen Totpunktverschlusses, mit gegabelten
Exzentern od.dgl. gehoben oder gesenkt werden kann. Für das Anheben der Preßeinheit
wird es übrigens für zweckmäßig angesehen, daß die Preßeinrichtung entgegen ihrer
Eindrckeinrichtung von einer Feder helastet ist. Diese Feder bietet eine Sicherheit
dafür, daß bei entlasteter Preßeinrichtung diese sich tatsächlich von dem Kittmundstück
anhebt und die Zufuhr von Härtepaste unterbrochen wird.
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Eine von der Praxis her günstige Ausführungsforrn der Erfindung besteht
ferner darin, daß der Tauchkolben zumindest in seinem oberen Teil als Spindelmutter
ausgeführt ist, die eine drehbar, jedoch axial unverschiebbar gehaltene Belastungsspindel
aufnimmt, wobei der Tauchkolben in dem Rohrstück z.B. durch in.Innenschlitze des
Rohrstückes eingreifende radialgerichtete Stifte drehgesichert ist. Durch Wahl des
Spindelgewindes lassen sich die Vorschubwege des Kolbens und die Kräfte auf die
Auswechseltube klar beherrschen, die naturgemäß so auf die Kräfte und Wege der Ausdrückvorrichtung
für den Kitt abgestimmt werden, daß sich möglichst genaue MischungsverhäAtnisse
ergeben.
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Gemaß einer besonders werentlichen Einzelheit der E-findung ist vorgesehen,
daß die Belastungsspindel mit
einem das Rohrstück von oben hedkappenartig
übergreifenden Griffteil in fester Verbindung steht, der am RohrstUck drehbar, jedoch
axial unverschiebbar gelagert ist. Dieser Griffteil weist erfindungsgemäß an seiner
offenen Seite einen Randflansch auf, der mit Drehspiel zwischen einem Flansch des
Rohrstückes und einem abgesetztem Uberwurfring liegt. Der kappenartige Griffteil
läßt sich gut erfassen, d.h. er liegt gut in der noch freien Hand und läßt ein genaues
Führender Vorrichtung zu, ohne daß es besondere Schwierigkeiten bereitet, durch
Verdrehen des Griffteiles die Härtepaste in einer bestimmten Menge dem Kitt zuzugeben.
Die Kappenform schützt auch die Einrichtung vor Verschmutzung, so daß selbst nach
längerem Gebrauch die Leichtgängigkeit gegeben erscheint und der Griffteil so gehandhabt
werden kann, daß eine genaue Dosierung erfolgt.
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Um die ganze Vorrichtung bzw. die Preßeinheit noch griffiger zu machen,
wird es für zweckmäßig angesehen, daß der Uberwurfring und der kappenartige Griffteil
an ihren Nantelflächen griffig gerändelt sind. Der fiberwurfring ist für die Ausführung
mit Bajonettverschlüssen von Bedeutung, denn ethrmdgllcht ein sicheres Erfassen
der Pießeinheit und ihr Verdrehen im Sinne eines Absenkens oder Anhebens der Einheit.
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Damit auch das Auswechseln der Härtepastentube keine Schwierigkeiten
bereitet, schlägt die Erfindung vór, daß das Rohr stück der Preßeinheit etwa in
Tubenhähe geteilt ist und die beiden Teile muffenartig und lösbar miteinander verschraubt
sind. Man braucht also lediglich die beiden Hälften auseinander zu schrauben, eine
neue Tube einzusetzen und die Rohrstücke wieder miteinander zu verbinden.
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Zür das genaue Dosieren der beiden Komponenten ist es schließlich
von großer Bedeutung, daß an beliebiger Stelle zwischen dem Rohrstück der rPreßeinheit
und dem Griffteil, z.B. an dem Griffteil eine abgef-derte Rastkugel, eine Rastfeder
od.dgl. vorgesehen ist, die nach einer vorbestimmten Winkelbewegung mit entsprechenden
Ausnehmeungen des anderen Teiles zus ammenwirkt. Mit diesen Rasten, die einen spürbaren,
aber dennoch verhältnismäßig leicht zu überwindenden Widerstand beim Drehen des
kappenartigen Griffteiles -' verursachen, kann das Mischungsverhältnis tatsächlich
sehr genau eingehalten werden, denn es es bereitet sicherlich keine Schwirigkeiten,
z.8. bei drei Zähnen Vorschub an der Ausdrückeinrichtung den kappenartigen Griffteil
bis zum nächsten spürbaren Widerstand weiterzudrehen und damit dem Kitt die eingangs
erwähnten zwei bis vier Prozent Härtepaste zuzusetzen.
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In der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweis£veranschaulicht.
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Es zeigen: Fig. 1 die erfindungsgemäße Vorrichtung in Seitenansicht
und Fig. 2 die auch aus Fig. 1 ersi -htliche Preßeinheit in vsrgrößerter Der stellung
und aufgeschnitten.
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Wie sich aus Fig. 1 ergibt, besteht die Vorrichtung 1 aus einer Ausdrückeinheit
2 und einer Preßeinheit 3.
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Die Einheit 2 ist im weseentlichen von einem Gehäuse 4 gebildet, das
eine Aussparung 5 zum Einlegen einer Kittube 6 aufweist. An dem einen Ende geht
das Gehäuse 4 in ein Spachtelbiech 7 über, während das andere Ende ein Griffstück
8 trägt, das eine Zahnratsche 9 mit Betätigungshebel 10 aufnimmt. Beim Betätigen
des Hebels 10 wird Kitt in Richtung des Pfeiles 11 aus dem Tubenmundstück 12'ausgepreßt,
das übrigens eina oberen Ansatz 13 zum Ansetzen eines Mundstückes 14 aufweist, das
aber bereits der Preßeinrichtung 3 angehört Die Preßeinrichtung 3 die besonders
gut der Fig. 2 zu entnehmen ist, weist zunächst zwei Rohrstücke 15,16 auf, die bei
17 losbar verschraubt sind. Dus untere Rohrstück 16 geht in das bereits erwähnte
Mundstück 14 über, während das obere Rohrstück 15
Längsnuten 18
besitzt, in die radiale Ansätze 19 eines Tauchkolbens 20 eigreife, so daß sich der
Kolben 20 zwar in dem Rohrdiick 15,16 verschieben, aber nicht verdrehen kann. Der
Kolben ist in seinem Durchmesser so ausgeeg, daß er der lichten Weite einer Auswechseltube
21 entspricht und ihren Inhalt quer zur Flußrichtung 11 in den Kitt der Tube 6 einzudrücken
vermag.
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Der Tauchkolben 20 ist, in seinem oberen Teil als Spindelmutter 22
ausgeführt, deren Spindel 23 mit einem kappenartigen Griffteil 24in fester Verblndung
keht.
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Dieser kappenartige Teil 24 weist einen unteren Randflansch 25 auf,
der sich auf einem Plansch 26 des Rohrstückes 15 abstützt. Ein abgesetzter Uberwurfring
27 hält den Flansch 25 drehbar fest.
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Im oberen Teil des kappenartigen Griffteiles ist eine federbelastete
Kugel 28 erkennbar, die mit Rasten 28 am Stirnrand 30 des Rohr stückes 15 zusammenwirkt.
Wenn man also den kappenartigen Teil 24 verdreht, wird man nach einer bestimmten
Winkelbewegung einen gewissen Widerstand spüren. Beim Drehen der Kappe 24 erfolgt
eine axiale Verschiebung des Kolbens 20, der dann auf den Inhalt der Tube 21 drückt.
Die Zahnratsche 9 und die Steigung der Spindel 23, sowie die Inhalte der Tuben 6,21
sind so aufeinander abgestimmt, daß stets
bestimmte Mischungsverhältnisse
zustande kommen.
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Die Fig. 1 läßt noch die Befestigung der Preßeinrichtung 3 an dem
Spachtelblech 7 erkennen. Zur Befestigung bzw. Halterung der Einrichtung 3 ist das
Spachtelblech 7 mit einer Art Muffe 31 ausgestattet, in welche das Rohrstück 16
paßt. Außerdem ist ein Bajonettverschlußscblitz 32 zu erkennen, der schraubenlinienförmig
und langgestreckt verläuft und eine hochgezogene Raststellung 33 aufweist. In den
Schlitz .32, der auf der gegenüberliegenden, nicht sichtbaren Seite ebenfalls vorgesehen
ist, greift ein Bolzen 32 des Rohrstückes 16 ein, und zwar tfl der aus Fig. 1 ersichtlichen
Weise. Wird bei dem gezeichneten Ausführungsbeispiel die Preßeinheit 3 durch Erfassen
des Uberwurfringes 27 in Richtung des Rundpfeiles 35 gedreht, wird die Einheit 3
zwangsläufig nach unten gegen das Mundstück 12 gerückt. In der gezeichneten Stellung
ist die Einheit 3 angehoben und die Stifte 34 befinden sich in der Raststellung
33, also so, daß sie nicht ohne weiteres aus den Schlitzen 32 her aus gleiten können,
zumal zwischen Muffe 31*und Ring 27 eine Feder 36 vorgesehen ist. Die Fig. 1 zeigt
auch an dem Ring 27 und an der Kappe 24 Rändelungen 37,38, welche diese Teile griffig
gestalten.