DE2043902A1 - Leather finishing solutions - contg polyurethanes nitrocellulose polyacrylics and polyisocyanates - Google Patents

Leather finishing solutions - contg polyurethanes nitrocellulose polyacrylics and polyisocyanates

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DE2043902A1 DE19702043902 DE2043902A DE2043902A1 DE 2043902 A1 DE2043902 A1 DE 2043902A1 DE 19702043902 DE19702043902 DE 19702043902 DE 2043902 A DE2043902 A DE 2043902A DE 2043902 A1 DE2043902 A1 DE 2043902A1
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    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C11/00Surface finishing of leather
    • C14C11/003Surface finishing of leather using macromolecular compounds
    • C14C11/006Surface finishing of leather using macromolecular compounds using polymeric products of isocyanates (or isothiocyanates) with compounds having active hydrogen

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Description

  • Zurichtung von Leder Die Verwendung von Polyacrylsäureestern in Form von wäßrigen Dispersionen ist bekannt. Sie werden eingesetzt zum Grundieren von Leder, wobei die physikalischen Echtheitswerte der Zurichtung schleeht sind, so daß die Leder anschließend mit einer reibfestenÄppretur, z.B. auf Basis Kasein oder Nitrozellulose, versehen werden müssen. Auch die Verwendung von Polyacrylsäureestern in Form von Lösungen in org. Lösungsmitteln, ggf. in Kombination mit Polyisocyanaten, ist bekannt. Solche Beschichtungen ergeben bei den üblichen Auftragsmengen Lederoberflächen mit der zu erwartenden Fülle und Abdeckung.
  • Auch die Verwendung von Nitrozellulose bei der Lederzurichtung ist Stand der Technik. Die Nitrozellulose muß durch erhebliche Zusätze von üblichen Weichmachern weich gemacht werden, um die Knickechtheitswerte von damit ausgerüsteten Ledern auf ein akzeptierbares Niveau zu bringen. Da jedoch die Knickechtheit und Zügigkeit von Collodiumzurichtungen auch nach Zusatz von Weichmachern immer noch als mäßig zu beurteilen ist, können in der Praxis nur sehr dünne Aufträge auf das Leder erfolgen, in der Regel als Schlußappretur für wässrig grundierte Leder.
  • Die Abdeckung der Leder ist auch bei relativ hohen Auftrag mengen als mittelmäßig zu bezeichnen.
  • Ebenfalls Stand der Technik ist die Verwendung von Polyurethanen zum Beschichten von Leder. So verwendet man organische Lösungen von Polyestern oder Polyesteiurethanen zusammen mit Polyisocyanaten z.B. zur Herstellung von Lackleder. Werden dabei zur Erzielung einer guten Wirkung relativ niedermolekulare Polyurethane mit guter Löslichkeit in Form von konzentrierten Aufträgen auf das Leder gebracht, beansprucht die Vernetzungsreaktion mit den isocyanatgruppenhaltigen Härtern eine so lange Zeit, daß erst nach mehreren Stunden trockene, stapelfähige Leder vorliegen. Ein guter Abschluß und eine gute Fülle des Leders werden dann erhalten, wenn man so viel Substanz auf das Leder aufbringt, daß Schichtdicken von 20-300/u erreicht werden.
  • Durch solche dicken Schichten vernetzter Folyurethane wird der Ledercharakter nicht unerheblich verändert. Die Leder werden erhärtet und im Griff plastikartig.
  • Auch der Zusatz von Nitrozellulose zu solchen Systemen ist bekannt. Hierdurch wird der Verlauf gefördert, die Flexibilität der erhaltenen Filme nimmt jedoch stark ab. Abschluß und Fülle der Lederbeschichtung wird dabei praktisch nicht verbessert.
  • Es wurde nun überraschend gefunden, daß man Lederbeschichtungen erbält, die in relativ geringen Mengen aufgetragen eine hervorragende Abdeckung und vorzügliche Echtheiten des Leder3 ergeben, ohne daß der natUrlidhe., weiche, geschmeidige Ledergriff verloren geht, wenn man zur Zurichtung der Leder Lösungen in organischen Lösungsmitteln spezieller Kombinationen aus Polyurethanen, Nitrozellulose, Polyacrylatharzen und gegebenenfalls Polyisoeyanaten verwendet.
  • Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit die Verwendung von Lösungen in organischen Lösungsmitteln von Kombinationen aus: a) Polyurethanen und/ode. Polyharstoffen mit endständigen Hydroxyl- bzw. Aminogruppen ode endständigen Isocyanatgruppen des Molekulargewichtsbereichs 1 000 bis 200 000, hergestellt durch Umsetzung von endständigenHydroxyl- oder Aminogruppen aufweisenden Verbindungen des Molekulargewichts 500 bis 20 000 mit Polyisocyanaten' gegebenenfalls unter Mitverwendung von Kettenverlängerungsmitteln mit einem Molekulargewicht von unter 500, b) 20 bis 1 000 Gewichtsprozent, bezogen auf die Polyurethane bzw. Polyharnstoffe an ggf. Weichmacher enthaltenlerNitrozellulose, c) 10 bis 1 000 Gewichtsprozent, bezogen auf die Polyurethane bzw. Polyharnstoffe an Polyacrylatharzen des Molekulargewichtsbereichs 15 000 bis 5d0 000, d) ggf. Polyisocyanaten und e) ggf. den üblichen Hilfsstoffen wie Beschleunigern, Stabilisatoren, usw.
  • zur Zurichtung von Ledern.
  • Die Herstellung der unter a) genannten Polyurethane bzw. Polyharnstoffe erfolgt nach den bekannten Verfahren der Polyurethanchemie, durch Umsetzung von endständige Hydroxyl- bzw. -Aminogruppen aufweisenden höhermolekularen Verbindungen mit Polyisocyanaten, gegebenenfalls in Gegenwart von niedermolekularen Kettenverlängerungsmitteln. Dabei können die Mengenverhältnisse der Reaktionspartner entweder so gewählt werden, daß endständige Hydroxyl- bzw. Aminogruppen aufweisende Polyaddukte erhalten werden, oder auch so , daß isocyanatendständige Polyaddukte erhalten werden. Die in den erfindungsgemaß zu verwendenden Kombinationen eingesetzten Polyurethane bzw. Polyharnstoffe weisen Molekulargewichte vo 1 000 bis 200 000 auf. Bevorzugt .werden entweder endständige Hydroxyl- bzw. Aminogruppen aufweisende Polyaddukte des Molekulargeichtsbereichs 5 000 bis 200 000, insbesondere 15 000 bis 80 000, oder endständige Isocyanatgruppen aufweisende Polyaddukte des Molekulargewichtsbereichs 1 00Ö bis 50 000, insbesondere 2 000 bis 20 000, eingesetzt.
  • Bei der Herstellung der Polyurethane bzw. Polyharnstoffe können beliebige, mindestens zwei Hydroxyl- und/oder Aminogruppen aufweisende Verbindungen des Molekulargewichtsbereichs 500 bis 20 000, bevorzugt 1 000 bis 3 000, eingesetzt werden. Beispiele für derartige Verbindungen sind die in der Polyurethanchemie bekannten Polyester, Polyesteramine, Polyäther, Polythioäther, Polyacetale, welche gegebenenfalls bereits Urethangruppierungen enthalten, oder auch endständige Hydroxyl- oder Aminogruppen aufweisende Polysiloxane. Bevorzugt werden Polyester aus aliphatischen Diolen und aliphatischen Dicarbonsäuren, wie z.B.
  • Polyester aus Adipinsäure und einem Glycol, wie Athylenglycol, Diäthylenglycol, Hexamethylendiol, 2,2-Dimethylpropandiol-1,3, usw., eingesetzt.
  • Als Polyisocyänatkomponente können die in der Polyurethanchemie bekannten Polyisocyanate, wie z.B. Toluylendiisocyanate, 4,4'-DBeocyanatodiphenylmethan, Hexamethylendiisocyanat usw., eingesetzt werden.
  • Als gegebenenfalls mitzuverwendende Kettenverlängerungsmittel mit einem Molekulargewicht unter 500 können beliebige, mindestens zwei Hydroxyl- und/oder Aminogruppen aufweisende Verbindungen eingesetzt werden. Bevorzugte Kettenverlängerungsmittel sind Xthylenglycol, Diäthylenglycol, Tetramethylendiol, Hexamethylendiol oder auch höherfunktionelle Alkohole wie rimethylolpropan.
  • Polyurethane, das heißt Polyaddukte aus Polyisocyanaten und mehrwertigen Hydroxylverbindungen, werden bei der Herstellung der erfindungsgemäß zu verwendenden Kombinationen gegenüber den Polyharnstoffen bevorzugt.
  • Als unter b) genannte Nitroverbindungen sind die handelsüblichen Collodiumwollen einzusetzen. Der Viskositätsgrad der Wollen kann von niedrigmolekular bis zu hochmolekular reichen.
  • Die in handelsüblichen Collodiumchips enthaltenen Weichmacher wirken sich dabei nicht störend aus.
  • Bei den unter c) genannten Acrylatharzen handelt es sich um Mischpolymerisate des Molekulargewichtsbereichs 15 000 bis 500 000, vorzugsweise 25 000 bis 100 000, die zu mehr als fünfzig Gewichtsprozent aus Estern der Methacrylsäure bzw. Acrylsäure, mit einwertigen aliphatischen Alkoholen, au&ebaut sind.
  • Derartige Ester sind insbesondere die Ester der genannten Säuren mit aliphatischen einwertigen Alkoholen, mit 1 bis 12, vorzugsweise 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, wie z.B. Acrylsäuremethylester, Acrylsäureäthylester, Acrylsäurepropylester, Acrylsäurebutylester, Methacrylsäureisobutylester, Methacrylsäureäthylester, Methacrylsäurebutylester usw. Außer diesen genannten Estern können bei der Herstellung der Acrylatharze Komonomere, wie z.B. Acrylsäure bzw. Methacrylsäure in Mengen von 0,2 bis 10 Gewichtsprozent, Acrylnitril in Mengen bis etwa 20 Gewichtsprozent, Hydroxyl--oder Amidgruppen aufweisende Ester der genannten Säuren in Mengen bis zu 10 Gewichtsprozent, sowie außerdem Vinylverbindungen wie Vinylacetat, Styrol oder Vinylhalogenide, mitverwendet werden.
  • Bei den gegebenenfalls mit einzusetzenden unter d) genannten Polyisocyanaten handelt es sich um die in der Polyurethanchemie bekannten Verbindungen, insbesondere Jedoch solche mit niederem Dampfdruck, wie z.B. Dimerisations- und rimerisationsprodukte von mehrfunktionellen al-ßhatischeb und/oder aromatischen Isocyanaten wie Toluylendiisocyanat oder Toluylendiisocyanat mit Hexamethylendiisocyanat, das Additbrsprodukt von drei Mol 2,4-Toluylendiisocyanat an ein Mol Trimethylolpropan, Tri-(4-Isocyanatophenyl>iiophosphorsäureester,das aus Hexamethylendiiaoeyanat und Wasser zugängliche Biurettriisocyanat oder auch technische Polyisocyanatgemische, wie sie bei der Phosgenierung von Anilin-Formaldehyd-Kondensaten erhalten werden.
  • Bei den unter e) genannten Hilfsmitteln handelt es sich um Katalysatoren, wie z.B. die NCO/OH-Reaktion beschleunigende tertiäre Amine, Blei- oder Zinnverbindungen usw., die Glanzwirkung verändernde F5llmittel, wie z.B. Kieselsäure, Aluminiumsilkate, Talkum, Kieselgur, Metallsalze von Fettsäuren usw., sowie die üblichen Verlauf-, Netzwirkung, Haftung usw. günstig beeinflussenden Zusatzstoffe.
  • Die unter b) genannte Nitrozellulose wird in Mengen von 20 bis 1 000, vorzugsweise 30 bis 200 Gewichtsprozent, bezogen auf die Polyurethane bzw. Polyharnstoffe, eingesetzt.
  • Die unter c) genannten Acrylatharze werden in Mengen von 10 bis 1 000 Gewichtsprozent, vorzugsweise 20 bis 300 Gewichtsprozent bezogen auf die Polyurethane bzw. PolyharnstoIfe, eingesetzt, Geeignete Lösungsmittel für die Komponenten a) bis e) sind insbesondere beliebige, keine gegenüber Isocyanatgruppen reaktionfähige Gruppen aufweisende Lösungsmittel, wie Aceton, Methyläthylketon, Methylisobutylketon, Diisobutylketon, Tetrahydrofuran, Essigsäureäthylester, Essigsäurebutylester, Methyl- bzw. thylglycolacetat, Dimethylformamid, Methylen-, Äthylen- und Propylenchlorid, aromatische Kohlenwasserstoffe usw.
  • Die Menge an Lösungsmitteln wird im allgemeinen so gewählt, daß die Lösungen rührbar sind und keine Tendenz zur Ausbildung von Gel-Klümpchen zeigen. Unter "Lösung" werden in diesem Zusammenhang bevorzugt Kolloidanteile enthaltende flüssige organische Systeme verstanden, in denen unlösliche Komponenten, wie z.B. Füllstoffe dispergiert enthalten sein können. Auch bei Abwesenheit unlöslicher Komponenten können gelegentlich Trübungen auftreten, die die guten Eigenschaften der Zurichtung ~ jedoch nicht beeinträchtigen.
  • Die Beschichtung, bzw. Zurichtung von Synthese oder Naturleder erfolgt bei ausschließlicher Verwendung der beschriebenen Kombinatlonen entweder In einem oder mehreren Aufträgen. In letzterem Fall sind die ersten Aufträge als Grundierungen anzusehen und können dann dem vorliegenden zu beschichtenden Material hinsichtlich Fülle und Abschlußwirkung wie auch hinsichtlich Weichheit angepaßt werden. Dies kann durch Variation der Ponzentration der anzuwendenden Lösung oder durch Variation des Verhältnisses der weicheren Acrylatkomponente 7,u der härteren Nitrocellulosekomponente geschehen.
  • Als Grundierung angewandt bietet die beanspruchte Kombination eine sehr gute Haftfestigkeit anderer Polyurethan-Beschichtungen.
  • Neben den erfindungsgemäß zu verwendenden Kombinationen Können auch wäßrige Zurichtmittel mitveiwendet-werden. So können bei spielsweise die beschriebenen Zubereitungen auf in üblicher Weise narbenverfestigend grundierte Leder aufgebracht werden.Die Kombinationen können auch als Schutzschicht auf nichtpigmentierten gefarbten, sogenannten Anilinledern, die ggf. mit Polymerisatdispersionen als Grundierungen behandelt werden, aufgebracht werdeli, wobei sie vor allem die Wasserfestigkeit und die Schmutzresistenz dieser sehr empfindlichen Lederart verbessern.
  • Der Griff der Beschichtungen mit den beanspruchten Kombinationen kann beliebig durch Mitverwendung natürlicher, halbsynthetischer oder synthetischer nieder- oder hochmolekularer Verbindungen, wie z.B. Caprolactam, natürliebeoder synthetsche Wachse, Naturharze, in organischen Lösungsmittela lösliche Polymerisate, Silikonöle und Alkohole mit einer längeren Kohlenwasserstoffkette, mit einer Kettenlänge von 8-20C-Atomen, beeinflußt werden. Verlauf, Netzwirkung und Haftung der beanspruchten Kombinationen können außer durch den Verdünnungsgrad und durch Zusätze von in organischen Lösungsmitteln löslichen Netzinitteln, wie z.B. Silikonöle, durch die Art der LUsungsmittel, d.h. durch deren Lösevermögen, Siedepunkt, Verdunstungszeit, beeinflußt werden.
  • fler Auftrag der erfindungsgemäß zu verwendenden Zubereitungen erfolgt nach den in der Praxis üblichen Auftragemethoden für organisch gelöste Substanzen mittels Ltlftspritzpistole, Airless-Spritzpistole, Gießauftrag durch eine Gießmaschine, durch Auftragswalzen oder Rakeln oder auch nach dem Umkehrverfahren. Ein Bügeln zwischen den Aufträgen und am Schluß mit Fotations- oder hydraulischen Pressen bei dafür üblichen Temperaturen verbessert die Glätte und den Abschluß der Leder. Die Trocknung der einzelnen Aufträge kann bei normaler oder bis zu einer 150°C erhöhten Temperatur in Trockenkammern oder Trockenkanälen erfolgen. Die Auftragsmengen für Beschichtungen mit den beanspruchten Zubereitungen liegen ae nach SaugPähigkeit des Leders und je nach gewünschtem Effekt normalerweise zwischen 5 und 50 gr 2 pro m Herstellung der Ausgangskomponenten Herstellung der Ausgangskomponenten a) A 1 710 Gew.-Teile eines Polymischesters aus Adipinsäure und 1,6-Hexandiol/2,2-Dimethylpropandiol-(1,3), Glykolverhältnis 22:12, Molekulargeiwcht 2 000.
    30 Gew.-Teile 01113 cit3 Cm3 3
    HO»CH2-Si-O- -Si-0- -S12-0112-0H
    CH3 CH3 120113
    12
    220 Gew.-Teile Diphenylmethan-4,4'-diisocyanat 40 Gew.-Teile 1,4- Butandiol A 2 936 Gew. -Teile einer Polyestermischung aus gleichen Teilen eines Polyesters aus Adipinsäure und Xthylenglycol und eines Polyesters aus Adipinsäure und Diäthylc-nglyc'ol, Molekulargewicht jeweils 2 000.
  • 68 Gew.-Teile 2,4- und 2,6-Toluylendiisocyanat,Isomerengemisch 65:32 4 Gew. -Teile Trimethylolpropan A 3 1 000 Gew.-Telle eines Polyesters aus Adipinsäure und 1,6-Hexandiol, Molekulargewicht 7 000.
  • 73 Gew.-Teile 2,4-und 2,6-Toluylendiisocyanat 4 Gew.-Teile Trimethylolpropan Die Umsetzung der Reaktionskomponenten kann nach den beiden nach stehend beschriebenen Verfahren durchgeführt werden: a) Einstufenverfahren (für A 1) hin wasserfreies Gemisch des Polyesters und Organosiloxans sowie Glykols wird mit dem Diisocyanat so umgesetzt, daß die Reaktionstemp.ratur möglichst 16000 nicht überschreitet (ein bis drei Stunden), bis der Gehalt an freiem Isocyanat unter 0,3% liegt. Das Polyurethan-wird nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur granuliert und gelöst.
  • T) Zweistufenverfahren (für A 2 und A 3) Man setzt zuerst Polyester und Polyisocyanat bei Temperaturen bis etwa 1400C um und anschließend das Verlängerullgsmittel. Sonst verfährt man wie unter a).
  • 1000 Gew.-Teile Polyurethan-Granulat A 1, A 2 oder A 3 werden unter reinem Stickstoff allmählich in 9 000 Gew. -Teilen Methyläthylketon gerührt. Die Lösung kann in einem V2A- oder Porzellankessel vorgenommen werden. Nach zwei-, bis vierstündigem Rühren unter Rückflußkochen bildet sich eine einheitliche "Losung" der schwach verzweigten und/oder vernetzten Polyurethane A 1 bis A 3.
  • Herstellung der Ausgangskomponenten c ) Obgleich prinzipiell viele Lösungsmittel wie Aceton, Methyläthylketon, Benzol usw. geeignet sind,wird bevorzugt Athylacetat als Lösungsmittel verwendet. Die radikalische Polymerisation der Monomeren kann mit verschiedensten Aktivatoren, wie Peroxyden, etwa Benzoylperoxid oder auch Azoverbindungen, eingeleitet werden. Hier sei z.B Azodiisobutyronitril als Aktivator verwendet.
  • Prinzipiell löst man die Monomeren im Lösungsmittel, fUgt den Aktivator hinzu und erwärmt unter Rühren auf die Polymerisationstemperatur, bevorzugt 65-8500. Nach ca, 10 h wird abgekühlt und die entstandene Polymerisatlösung ggf. auf den gewünschten Feststoffgehalt verdünnt bzw. direkt der Verwendung zugeführt.
  • Die in den folgenden Beispielen verwendeten Acrylpolymeren haben folgende Zusammensetzung: Beispiel Nr.: Acrylsäure Oxypropylme thacrylat Äthylacrylat Butylacrylat Vinylacetat Durchsclmittliches Molekulargewicht ( 10³)
    1 23 4 5
    1 | 4 | - | 2,5 | 3
    4 - 3 2,5 3
    35 96 67 95 94
    i0
    - - 20 - -
    0 70 55 95 80
    Beispiel 1 Ein mit Anilinfarbstoff im Paß vorgefärbtes Rind- oder Kalbnarbenleder mit Chromgerbung wird mit einem Grundierungsansatz aus 150 Gew.-Teilen einer für Lederzurichtungen handelsüblichen wäßrigen Polymerisatdispersion mit 40% eines Mischpolymerisates aus Butadien und Acrylnitril, 30 Gew.-Teilen eines handelsüblichen weichgemachten Daseinglanzes und 820 Gew.-Teilen Wasser durch Plüsch- oder Spritzauftrag grundiert. Auf das so grundierte "Anilinleder" wird der nachsteaend aufgeführte Appreturansatz durch Spritz- oder Gießauftrag aufgebracht: 60 Gew.-Teile einer 20%igen Lösung des Polyurethanes | A2 in Äthylacetat 100 Gew.-Teile einer 10%igen Lösung von handelsüblicher Collodiumwolle in Äthylacetat, die als 6%ige Lösung in Butylacetat 98/100%ig eine Viscosität von 5000 c. P. hat 60 Gew:-Teile einer 20%igen Lösung von Polyacrylsäureester in Äthylacetat gemäß Herstellungsbeispiel 1 765 Gew.-Teile eines Verdünnergemische aus thylacetat, Butylacetat, Cyclohexanon und Toluol 15 Gew.-Teile einer 75%igen Lösung eines noch Diisocyanatgruppen enthaltenden Umsetzungsproduktes aus Trimethylolpropan und Diisocyanatotoluol.
  • Nach einigen Minuten Trocknung resultiert eine seidenglänzende Beschichtung, die das natürliche aussehen des gefärbten .I.eders nicht beeinträchtigt, die jedoch dessen Empfindlichkeit gegen Nässe und Schmutz beseitigt. Das in der beschriebenen Weise be handelte Anilinleder besitzt hervorragende Echtheitseigenschaften, vor allem hinsichtlich der Reib- und Stoßechtheit.
  • Beispiel 2 Ein in üblicher Weise gegerbtes und gefärbtes Lammfelleder für Handschuhzwecke wird mit folgender Flotte, in einem Spritzauftrag zugerichtet.
  • 70 Gew.-Teile einer 30%igen Lösung in Äthylacetat eines Polyurethans , das nach Beispiel Al hergestellt worden ist.
  • 100 Gew.-Teile einer pigmentierten Collodiumlösung in Butylacetat lut einem Festgehalt von 13% Nitrocellulose, die als 14%ige Lösung in Butylacetat 98/100%ig eine Viscosität von 5000 c.P. hat.
  • 70 Gew.-Teile einer 2Q'tigen Lösung eines Polyacrylsäureesters in Athylacatat gemäß Hrestellungs-385 Gew.-Teile Äthylacetat beispiel 2 350 Gew.-Teile Butylacetat 25 Gew.-Teile einer 50%igen Lösung eines i socyanatgruppenhaltigen Härters vom Typ des Handelsproduktes Desmodur KL der Farbenfabriken Bayer.
  • Man erhält auf diese Weise ein weiches, geschmejaiges, sich samtartig anfühlendes Leder mit gleichmäßiger Farbe, das schmutzabweisend ist und auch beim starken Verdehnen des so zugerichteten keine keine Risse der Zurichtschicht aufweist. Bei einem abschließenden Abbügeln des Leders wird die Glätte noch weiter verbessert. Wird die Zurichtung ohne Polyacrylsäureester, also nur mit dem Polyurethan, der Nitrocellulose und dem Härter vorgenommen, resultiert ein Leder, das deutlich weniger und vor allem unegaler abgedeckt ist und statt des samtartigen weichen Ledergriffes einen härteren, weniger natürlich wirkenden Griff aufweist.
  • Beispiel 3 Ein nachgegerbtes, mit 280er Papier geschliffenes Chromrindleder wird in üblicher Weise mit einer gut eindringenden, netzu.ngsmittelenthaltenden Dispersion von Polymerisatbindern narben-.
  • festigend imprägniert, getrocknet und mit 400er Schleifpapier azchgeschliffen. Dieses Leder wird mit folgender Flotte in einem Gieß- oder Spritzauftrag grundiert: 300 Gew.-Teile einer 10%igen Lösung des Polyurethanes A3 in Butylacetat 100 Gew.-Teile einer pigmentierten, 15% Collodiumwolle enthaltenden Nitrocelluloselösung in Butylacetat/Methyläthylketon (1:1), die als 22%ige Lösung in Butylacetat 98/100%ig eine Viscosität von 5000 c.P. hat.
  • 50 Gew.-Teile einer 30%igen Lösung eines Polycrylsäureesters in Äthylacetat.gemäß Herstellungsbei-250 Gew.-Teile Äthylacetat spiel 3.
  • 100 Gew.-Teile Butylacetat 100 Gew.-Teile Toluol Nach dem Trocknen wird in einer hydraulischen Presse bei 70°C und 200 atü gebügelt oder ein Porennarben geprägt und anschließend nach Beispiel 1 der Offenlegungsschrift 1 494 845 appretiert. Das resultierende Leder weist oine Fulle und Egalität auf, die bei Verwendung gleicher Nengen anderer bisher üblichen Grundierungen nicht in dem gleichen Maße zu erzielen sind. dahei bleibt das Leder weich und ge8chmeidig.Falls bei der angegebenen Grundierung der Zusatz der Lösung des Polyacrylsäureesters unterbleibt, ist die Fülle und die Abdeckung der Lederoberfläche wesentlich verschlechtert. Die Appreturflotte dringt in dosem Fall deutlich stärker in das darm ungenügend abgeschlosstne Leder ein, so daß unegal beschichtete und im.Griff merklich härtere Leder resultieren.
  • Beispiel 4 Ein für die Fabrikation von Lackleder für Damenschuhe gegerbtes Leder wird mit 80er Papier geschliffen. Als Grundierungsauftrag wird folgende Flotte mittels Gießmaschine. aufgebracht: 160 Gew.-teile einer 25%igen Polyurethanlösung gemäß A3 in Äthylacetat 200 Gew. -Teile einer pigmentierten Collodiumlösung in Butylacetat mit einem Pestgehalt von 10%, die-als 10%ige Lösung in Butylacetat 98/100%ig eine Viscosität von 5000 c.P. hat.
  • 270 Gew.-Teile einer 15%igen Lösung eines Polyacrylsäureesters in Äthylacetat gemäß Herstellungsbei-370 Gew.-Teile Methyläthylketon spiel 4 Nach dem Trocknen kann das Leder bereits nach 1-2 Stunden bei 70°C und 200 atü gebügelt werden. Die Fertigstellung zu Knautschlackleder erfolgt durch einen Gießauftrag einer Lackledersurichtflotte, wie sie z.B. von den Farbenfabriken Bayer empSohlen wird. Nach dem Trocknen des Lackauftrages wird das Leder in trockenem Zustand in einem Faß mehrere Stunden gewillt, so daß ein Knautschlackleder entsteht. Die Oberflächenrihe und Fülle der so lackierten Leder ist ungewöhnlich gut, der Griff weich, die Haftfestigkeit der Lackierung auf dieser Grundierung und dr gesamten Zurichtung hervorragend. Fülle, Glanz und Weichheit der Lackleder werden merklich reduziert, wenn die Grundierung ohne -Zusatz des Polyacrylsäureesters vorgenommen wird.
  • Beispiel 5 Bin faßgefärbtes, leicht nachgegerbtes Chromziegenleder für Be.-kleidungszwecke wird mit den nachstehenden Kombinationen zugerichtet, wobei sich die beiden nacheinanderfolgenden Aufträge durch Variationen der Verhältnisse zwischen Polyurethan, Nitrocellulose und Polycrylsäureester in ihrer Härte unterscheiden. Der erste Auftrag, der mehr Polyacrylsäuro.
  • äthylester enthält, ist weicher eingestellt als der zweite, der als abschließende Schicht die Echtheitseigenschaften noch verbessert.
  • 1. Auftrag 60 Gew.-Teile einer 15%igen Polyurethanlösung, gemäß A2 in Äthylacetat 40 Gew.-Teile einer pigmentierten Nitrocelluloselösung in Äthylacetat mit einem Festgehalt von 13% Collodium, welches als 25%ige Lösung in Butylacetat 98/100%ig eine Viscosität von 5000 c.P. aufweist.
  • 120 Gew.-Teile einer 15%igen Lösung eines Polyacrylsäureesters in Äthylacetat gemäß Her-700 Gew.-Teile Methyläthylketon stellungsbeispiel 80 Gew.-Teile Äthylglykolacetat 1 Spritzauftrag, trocknen, bügeln bei 90°C/50 atü.
  • 2.Auftrag 125 Gew.-Teile der Polyurethanlösung des 1.Auftrages.
  • 75 Gew.-Teile einer farblosen Lösung obigen Collodiums in Äthylacetat mit einem Festgehalt von 13%.
  • 30 Gew.-Teile einer 20%igen Polyacrylsäureesterlösung in Äthylacetat gemäß Herstellungsbeispiel 5.
  • 200 Gew.-Teile Äthylacetat 300 Gew.-Teile Butylacetat 200 Gew.-Teile Toluol 50 Gew.-Teile Äthylglykolacetat 20 Gew.-Teile eines handelsüblichen isocyanatgruppenhaltigen Härters (Bayugenhärter 0 der Farbenfabriken Bayer AG) 1 Spritzauftrag, trocknen, nach Wunsch millen im Faß, schlußbügeln bei 70°C/ 100 atü.
  • Die auf diese Weise beschichten Bekleidungsleder zeichnen sich durch gute Fülle und Egalität und hohe Kratz£estigkeit aus, sie sind farbecht und wasserabstoßend. Der Griff ist dabei tuchartig weich und angenehm glatt.
  • Die in den vorangegangenen Beispielen hergestellten Zurichtungen zeichnen sich neben einem sehr weichen Griff, bei vorzüglichem optischen Aussehen durch hervorragende Echtheiten bei der Knickbeanspruchung aus und verleihen dem Leder sehr gute Beständigkeit in Trageversuchen gegen irreversible Beeinträchtigung der Eigenschaften durch Verschmutzung, so daß das Leder pflegeleichte Eigenschaften erhält. Darüberhinaus erlaubt die erindungsgemäße Art der Zurichtung durch die enorme Füllwirkung und De-kkraft die Verwendung geringer Auftragsmengen, so daß durch den geringeren Substanzverbrauch Kosten eingespart werden.

Claims (1)

  1. Patentanspruch
    VervJendung von Lösungen in organischen Lösungsmitteln von Kombinationen aus a) Polyurethanen und/oder Polyharnstoffen mit endständigen Hydroxyl- bzw. Aminogruppen oder endständige Iaocyanatgruppen des Molekulargewichtsbereichs 1 000 bis 200 000, hergestellt durch Umsetzung von endständige Hydroxyl- oder Aminogruppen aufweisenden Verbindungen des Molekulargewichts 500 bis 20 000 mit Plyisocyanaten, ggf. unter Mitverwendung von Kettenverlängerungsmitteln mit einem Molekulargewicht von unter 500 b) 20 bis 1 000 Gewichtsprozent, bezogen auf die Polyurethane bzw. Polyharnstoffe an ggf. Weichmacher enthaltender Nitrozellulose, c) 10 bis 1 000 Gewichtsprozent, bezogen auf die Polyurethane bzw. Polyharnstoffe an Polyacrylatharzen des Molekulargewichtsbereichs 15 000 bis 500 000 d) ggf. Polyisocyanaten und e) ggf. den üblichen Hilfsstoffen wie Beschleunigern, Stabilisatoren usw.
    sur Zurichtung von Leder.
DE19702043902 1970-09-04 1970-09-04 Zurichtung von Leder Expired DE2043902C3 (de)

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