DE2012107B2 - Verfahren und Vorrichtung zum Tränken von Verstärkungsmaterialien mit Bindemittel - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Tränken von Verstärkungsmaterialien mit BindemittelInfo
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Description
45
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Tränken von Verstärkungsmaterialien, wie Rovings, Vliese,
Bänder, mit Bindemittel, z. B. Harz, für die Herstellung
von verstärkten Rohren, Behältern, Formstücken nach einem Wickelverfahren, wobei das Verstärkungsmate- so
rial über eine teilweise in ein Harzbad eintauchende drehbare Tränkrolle geführt wird, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Bei Wickelverfahren, insbesondere beim »filament winding process« zur Herstellung von verstärkten
Rohren, Formstücken und Behältern werden die Filamente, Rovings, Faserbänder, Vliese oder Gewebebänder aus Glas oder anderen geeigneten Verstärkungsmaterialien vor dem Aufwickeln auf eine Form
mit Bindemittel, z. B. Harz, getränkt «>
Grundsätzlich sind zwei Harztränkverfahren bekannt. Nach dem älteren Verfahren erfolgt das Tränken
in einem Harzbad, das sich in einer Harzwanne befindet Die zu tränkenden Rovings oder Filamente laufen über
einen Einlaufkamm, unter eine in das Harzbad ■-·'<
eintauchende Umlenkrolle und über einen Auslaufkamm zu einer Quetschpartie. Für das Tränken von
Gewebebändern oder Vliesen sind der Einlauf- und
Auslaufkamm durch eine Einlauf- und Auslaufrolle
ersetzt
Nach einem neueren Verfahren werden die Rovings oder Bänder nicht durch ein Harzbad, sondern über eine
frei mitlaufende Tränkrolle gezogen, welche in das in der Harzwanne befindliche Harzbad eintaucht Einlaufseitig ist der Einlaufkamm bzw. die Einlaufroile,
auslaufseitig der Auslaufkamm bzw. die Auslaufrolle angeordnet Die Anbringung von Abstreifleisten oder
Abquetschrollen über der Tränkrolle, und zwar in Laufrichtung etwas vor ihrem Scheitelpunkt oder von
weiteren Umlenkrollen ist möglich.
Ferner ist es aus der BE-PS 7 39 608 bekannt die Rovings oder Bänder über eine gebremste Spannwalze
laufen zu lassen, welche in das Harzbad eintaucht
Für die Festigkeit des zu fertigenden Produkts ist der strukturelle Aufbau der Wandung, das heißt der Anteil
an Bindemittel, Filamenten und Füllstoffen maßgeblich. Für die Wirtschaftlichkeit der Produktion ist maßgeblich, wieviel Bindemittel von den Filamenten oder
Bändern transportiert werden kann und wie hoch beim Tränkungsverfahren die Bruchwahrscheinlichkeit für
die Rovings, Gewebebänder und dergleichen ist
Bei den? erstgenannten Verfahren kann das Verhältnis Bindemittel (Harz) zu Filamente durch folgende
Größen beeinflußt werden:
Eintauchlänge und Eintauchtiefe des Harzbades, Viskosität und Temperatur des Harzes, Oberfläche und
Adhäsionskraft des Verstärkungsmaterials, (Filamente), Laufgeschwindigkeit des Verstärkungsmaterials, Einstellung der Quetsch- und Umlenkrollen.
Bei den an zweiter und dritter Stelle genannten Verfahren kann das Verhältnis Bindemittel (Harz) zu
Filamente durch folgende Größen beeinflußt werden:
Durchmesser, Eintauchtiefe und Oberflächenbeschaffenheit der Tränkrolle bzw. Spannwalze;
Oberfläche und Adhäsionskraft des Verstärkungsmaterials;
Bei dem an dritter Stelle genannten Verfahren ist die Einstellung des Verhältnisses Harz : Filamente dadurch
begrenzt daß die Drehgeschwindigkeit der Spannrolle im Hinblick auf ihre Spannfunktion festgelegt werden
muß.
Bei einer gegebenen Anlage und gegebenem Harz und Verstärkungsmaterial ist der Bereich; in dem sich
das Verhältnis Filament zu Bindemittel einstellen läßt, tatsächlich klein, da die genannten Parameter voneinander abhängen und der Bereich im übrigen durch die
vorgegebenen Bedingungen bereits festgelegt ist Beispielsweise ist es bei sehr niedrigen und bei sehr
hohen Wickelgeschwindigkeiten oft nicht möglich, die Verstärkungsfäden oder -bänder ausreichend mit Harz
zu durchtränken. Die Auswechslung der Tränkrolle würde einen zu großen Arbeitsaufwand erfordern;
Viskosität und Temperatur des Harzes können in einem kontinuierlich arbeitenden System nicht kurzfristig
geändert werden; die Adhäsionskraft des Trägermaterials ist ebenfalls eine vorgegebene Größe; schließlich
kann mit Abstreifleisten bzw. Quetschwalzen zwar ein Oberschuß an Harz zurückgehalten, aber keine
Mehrförderung bewirkt werden.
Erwünscht ist aber eine innerhalb eines weiten Bereichs beliebige Einstellung des Verhältnisses von
Bindemittel zu Trägermaterial, da das benötigte Verhältnis stark von der geforderten Produktfestigkeit
(z. B. Druckklasse, Biegebelastungen) und insbesondere
von dem Gehalt an Füllstoffen abhängt Die bisher bekannten Verfahren und Vorrichtungen erfüllen dieses
Bedürfnis nur unzureichend.
Es stellt sich also die Aufgabe, für die Herstellung von verstärkten Rohren, Behältern und Formstücken nach
einem Wickelverfahren ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Tränken von Verstärkungsmaterialien
mit Bindemittel zu schaffen, bei denen sich das Verhältnis von Bindemittel zu Verstärkungsmaterial
einfacher und in weiteren Grenzen als bisher regeln läßt und die auch eine höhere Durchlaufgeschwindigkeit des
Trägermaterials ermöglichen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren der eingangs angegebenen Art, das
dadurch gekennzeichnet ist, daß der Grad der Beaufschlagung des Verstärkungsmaterials mit Bindemittel
durch Veränderung des Verhältnisses der Umfangsgeschwindigkeit der Tränkrolle zur Laufgeschwindigkeit
des Verstärkungsmaterials eingestellt wird.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens, die eine Harzwanne zur
Aufnahme eines Harzbades, eine mit ihrem unteren Teil in das Harzbad eintauchende drehbare Tränkrolle und
einen Einlaufkamm bzw. -rolle sowie einen Auslaufkamm bzw. -rolle besitzt, ist dadurch gekennzeichnet,
daß die Tränkrolle mit regelbarer Drehzahl unabhängig von der Durchlaufgeschwindigkeit des Verstärkungsmaterials angetrieben ist.
Die Erfindung wird erläutert durch die folgende Beschreibung einer Ausführungsform, die sich auf die
Figur bezieht, welche schematisch im Längsschnitt die Vorrichtung zeigt Die Tränkvorrichtung besitzt eine
Harzwanne 1, in der sich das Harzbad 2 befindet Die drehbare Tränkrolle 3 taucht nicht ganz, jedoch
mindestens mit einem Teil ihrer unteren Hälfte in das Harzbad 2 ein und wird von einem Antrieb 4 her
angetrieben, der über einen Riemen- oder Kettenverbindung 5 auf die Welle der Tränkrolle 3 wirkt, jedoch
mit dieser auch unmittelbar verbunden sein kann. Der Antrieb 4 ermöglicht eine unabhängige Regelung der
Drehzahl der Tränkrolle 3. Das zu tränkende Verstärkungsmaterial 6, wie Filamente oder Gewebebänder,
läuit in Richtung des Pfeils 7 unter eine Einlaufrolle 8,
von dort über die Tränkrolle 3, wo es mit Harz getränkt wird, und weiter unter die Auslaufrolle 9. Die
Durchlaufgeschwindigkeit des Verstärkungsmaterials 6
ίο ist von der Drehzahl der Tränkrolle unabhängig, so daß
die Tränkung verstärkt wird, wenn die Umfangsgeschwindigkeit der Tränkrolle größer als die Durchlaufgeschwindigkeit
des Verstärkungsmaterials ist, dagegen verringert wird, wenn sie kleiner ist Das Verhältnis
Bindemittel (Harz) zur Verstärkungsmaterial hängt also bei gegebener Durchlaufgeschwindigkeit des letzteren
nur von der Drehzahl der Tränkrolle ab, die in einfachster Weise innerhalb weiter Grenzen eingestellt
werden kann.
Es ist insbesondere auch möglich, dem Harz verschiedenartige Füllstoffe zuzusetzen, die zusammen
mit dem Harz innerhalb eines weiten Gewichtsverhältnisses auf das Verstärkungsmaterial aufgebracht werden
können.
Ein wichtiger Vorteil des Verfahrens ist die Möglichkeit, während eines einzigen Arbeitsgangs das
Verhältnis von Bindemittel (Harz) zu Verstärkungsmaterial kontinuierlich oder diskontinuierlich zu verändern.
Derartige Veränderungen können insbesondere beim Wickeln von Formstücken für Rohrleitungen
erforderlich sein und lassen sich nach keinem bisher bekannten Verfahren erzeugen.
Die Vorrichtung besitzt den Vorteil eines sehr einfachen Aufbaus und bester Regelbarkeit, so daß die
gleiche Vorrichtung zum Tränken verschiedener Verstärkungsmaterialien mit verschiedenen Bindemitteln
benutzt werden kann.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Verfahren zum Tränken von Verstärkungsmaterialien, wie Rovings, Vliese, Bänder, mit Bindemittel,
z.B. Harz, für die Herstellung von verstärkten
Rohren, Behältern, Formstücken nach einem Wikkelverfahren, wobei das Verstärkungsmaterial über
eine teilweise in ein Harzbad eintauchende drehbare Tränkrolle geführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Grad der Beaufschlagung des ι ο
Verstärkungsmaterials mit Bindemittel durch Veränderung des Verhältnisses der Umfangsgeschwindigkeit der Tränkrolle zur Laufgeschwindigkeit des
Verstärkungsmaterials eingestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Veränderung des Verhältnisses der
Umfangsgeschwindigkeit der Tränkrolle zur Laufgeschwindigkeit des Verstärkungsmaterials die Drehzahl der angetriebenen Tränkrolle verändert wird.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 und 2, mit einer
Harzwanne zur Aufnahme eines Harzbades, einer teilweise in das Harzbad eintauchenden drehbaren
Tränkrolle und einem Einlaufkamm, bzw. einer Einlaufrolle sowie einem Anlaufkamm bzw. einer
Auslaufrolle für das Verstärkungsmaterial, dadurch gekennzeichnet, daß die Tränkrolle (3) mit regelbarer Drehzahl unabhängig von der Durchlaufgeschwindigkeit des Verstärkungsmaterials (6) antreibbar ist
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 und 2 mit einer
Harzwanne zur Aufnahme eines Harzbades, einer teilweise in das Harzbad eintauchenden drehbaren
Tränkrolle und einem Einlaufkamm bzw. einer Einlaufrolle sowie einem Auslaufkamm bzw. einer
Auslaufrolle für das Verstärkungsmaterial, dadurch gekennzeichnet, daß eine Bremsvorrichtung für die
von dem darüberlaufenden Verstärkungsmaterial (E) in Drehung versetzten Tränkrolle (3) vorgesehen
ist
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|---|---|---|---|
| DE2012107A DE2012107B2 (de) | 1970-03-13 | 1970-03-13 | Verfahren und Vorrichtung zum Tränken von Verstärkungsmaterialien mit Bindemittel |
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| DE2012107A1 DE2012107A1 (en) | 1971-09-23 |
| DE2012107B2 true DE2012107B2 (de) | 1979-01-18 |
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Family Applications (1)
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| DE2012107A Withdrawn DE2012107B2 (de) | 1970-03-13 | 1970-03-13 | Verfahren und Vorrichtung zum Tränken von Verstärkungsmaterialien mit Bindemittel |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2012107B2 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2933654A1 (de) * | 1979-08-20 | 1981-03-26 | Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH, 8000 München | Verfahren und vorrichtung zum traenken von verstaerkungsmaterialien in bandform mit einem bindemittel |
| DE2942729A1 (de) * | 1979-10-23 | 1981-04-30 | Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH, 8000 München | Verfahren und vorrichtung zum traenken von verstaerkungsmaterialien mit einem harzfoermigen bindemittel |
| DE3344990A1 (de) * | 1983-12-13 | 1985-06-20 | Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH, 8012 Ottobrunn | Vorrichtung zum wickeln von bauteilen |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4048952A (en) * | 1976-04-12 | 1977-09-20 | Columbia Ribbon & Carbon Mfg. Co., Inc. | Direct ribbon inking by gravure |
-
1970
- 1970-03-13 DE DE2012107A patent/DE2012107B2/de not_active Withdrawn
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2933654A1 (de) * | 1979-08-20 | 1981-03-26 | Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH, 8000 München | Verfahren und vorrichtung zum traenken von verstaerkungsmaterialien in bandform mit einem bindemittel |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2012107A1 (en) | 1971-09-23 |
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