DE19928323A1 - Verfahren zum Imprägnieren von elektrischem Wickelgut - Google Patents
Verfahren zum Imprägnieren von elektrischem WickelgutInfo
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Abstract
Beim Imprägnieren von elektrischen Wicklungen kommt es durch Aufrechterhalten der Energiezufuhr während des Tränkens zwar bereits zu einem Gelieren des Harzes in der Wicklung und so zu weniger Abtropfverlusten, andere Teile des Wickelgutes aus Metall oder Kunststoff, insbesondere die Kerne, erreichen jedoch nur eine geringere Temperatur als die Wicklungen bzw. kühlen sie während des Tränkens sogar ab, so daß in diesen Bereichen kaum eine Vernetzung während des Tränkens bewirkt wird. Nach erfolgtem Tränken kann aus diesen Bereichen deshalb wieder Harz abtropfen. Für Verfahren, die dieses Problem mittels UV-Strahlung beherrschen, werden spezielle strahlungshärtende Harze benötigt. Außerdem wird eine speziell konstruierte Anlage benötigt, damit das Wickelgut an seiner gesamten Oberfläche bestrahlt werden kann. DOLLAR A Das erfindungsgemäße Verfahren zum Imprägnieren von elektrischem Wickelgut durch Tränken mit Kunstharz und anschließendes thermisches Aushärten sieht dagegen vor, daß das Wickelgut nach dem Tränken in einem HF-Feld ausgehärtet wird. Auf diese Weise werden vor allem auch die metallischen Teile des Wickelgutes erwärmt. Das Wickelgut braucht nicht in einen Wärmeofen umgeschichtet werden, sondern "durchläuft" nach dem Tränken lediglich das HF-Feld.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Imprägnieren von
elektrischem Wickelgut durch Tränken mit Kunstharz und an
schließendes thermisches Aushärten.
Elektrische Betriebsmittel wie Transformatoren, Wandler, Ro
toren und Statoren von elektrischen Maschinen und andere hö
her beanspruchte Wicklungen werden mit thermisch aushärtenden
Kunstharzen imprägniert, das heißt, daß Wickelgut wird mit
dem Kunstharz durch Tauchen oder Beträufeln getränkt und das
Kunstharz unter Wärmezufuhr anschließend ausgehärtet. Das Im
prägnieren dient der Erhöhung der Isolationsfestigkeit und
daneben auch der Fixierung der Wicklungen, der Verbesserung
der Wärmeabfuhr aus den Wicklungen sowie dem Korrosions
schutz.
Damit das Harz beim Tränken bis in das Innerste der Wicklung
vordringen kann und nicht irgendwo Hohlräume verbleiben, in
denen später Teilentladungen auftreten könnten, wird nicht
nur das Harz erwärmt, sondern auch das Wickelgut auf eine
Temperatur von ca. 100°C bis 150°C vorgewärmt. Ohne eine sol
che Vorwärmung käme es im Wickelgut frühzeitig zu Erstar
rungsvorgängen und das bereits erstarrte Harz würde das Ein
dringen weiteren Harzes verhindern.
Zum Vorwärmen des Wickelgutes stehen verschiedene Möglichkei
ten zur Verfügung. Üblich ist das Aufheizen in einem Wär
meofen oder das Aufheizen mittels Stromfluß in den Wicklungen
des Wickelgutes. Die letztgenannte Methode hat den Vorteil,
daß die Energiezufuhr auch während des Tränkens aufrecht er
halten werden kann. Bei genügend hoher Erwärmung setzt be
reits während des Tränkens eine Vernetzung des Harzes ein.
Das Harz geliert dabei und wird somit im Inneren der Wicklung
fixiert. Es kann dann nach dem Tränkvorgang nicht wieder ab
fließen.
Nach dem Tränken erfolgt eine weitere Energiezufuhr zum Aus
härten des Harzes. Dies kann wiederum in einem Wärmeofen oder
elektrisch über die Wicklungen geschehen.
Beim Aufrechterhalten der Energiezufuhr während des Tränkens
kommt es, wie oben bereits gesagt, zwar bereits zu einem Ge
lieren des Harzes in der Wicklung und zu weniger Abtropfver
lusten, andere Teile des Wickelgutes aus Metall oder Kunst
stoff, insbesondere die Kerne, erreichen jedoch nur eine ge
ringere Temperatur als die Wicklungen bzw. kühlen sie während
des Tränkens ab, so daß in diesen Bereichen kaum eine Vernet
zung während des Tränkens bewirkt wird. Nach erfolgtem Trän
ken kann aus diesem Bereichen deshalb wieder Harz abtropfen.
Aus der DE-A 40 22 235 ist es zur Beherrschung dieses Pro
blems bereits bekannt, das Wickelgut nach dem Tränken kurz
zeitig mit UV-Strahlung zu bestrahlen. Dabei bildet sich
durch Vernetzung zunächst ein dünner, aber fester Film auf
der Oberfläche der Harzschicht, der das innen noch flüssige
Harz festhält, so daß es zu keinem weiteren Abtropfen kommt.
Das endgültige Aushärten erfolgt dann wieder in einem Wär
meofen.
Aus der EP-B 0 643 467 ist ein weiteres Imprägnierverfahren
bekannt, nach dem das Wickelgut gleichzeitig durch konventio
nelle Energiezufuhr mittels Stromfluß oder mittels eines Wär
meofens und durch Bestrahlung mit energiereicher Strahlung
ausgehärtet wird.
Für beide Verfahren werden spezielle strahlungshärtende Harze
benötigt. Außerdem wird eine speziell konstruierte Anlage be
nötigt, damit das Wickelgut an seiner gesamten Oberfläche be
strahlt werden kann. Im Wickelgut innenliegende Teile, so
insbesondere die Kerne, werden von der Strahlung dennoch
nicht erreicht, so daß der Aushärtungsprozeß insgesamt un
gleichmäßig erfolgt; die Blechpakete solcher Wickelgüter
brummen vielfach im Betrieb.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, bisher bekannte
Imprägnierverfahren dadurch zu verbessern, daß die Abtropf
verluste weiter verringert werden und eine möglichst gleich
mäßige Aushärtung des Kunstharzes erfolgt.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst durch die Merkmale im
kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 im Zusammenwirken mit
den Merkmalen im Oberbegriff. Zweckmäßige Ausgestaltungen der
Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.
Durch das Aushärten des Kunstharzes in einem HF-Feld kann das
bisher verwendete Kunstharz weiterverwendet werden. Spezielle
strahlungshärtende Harze oder strahlungshärtende Zusätze sind
nicht vonnöten. Das Aushärten im HF-Feld geschieht durch An
regung der Moleküle im Harz selber sowie über metallische
Teile des Wickelgutes, also insbesondere die Kerne, in denen
durch das HF-Feld Wirbelströme erzeugt werden.
Die Behandlung im HF-Feld kann die einzige Energiezufuhr zum
Wickelgut nach dem Tränken darstellen, kann aber auch mit ei
ner Wärmebehandlung herkömmlicher Art kombiniert sein, bevor
zugt mit der Stromzufuhr zu den Wicklungen des Wickelgutes.
Zusätzlich zur Stromzufuhr kann auch eine Energiezufuhr über
Strahlungswärme, daß heißt UV- oder Elektronenstrahlung er
folgen, was allerdings wieder die Verwendung eines strah
lungshärtenden Harzes voraussetzt. Außerdem wird das Wickel
gut zweckmäßig vor dem Tränken vorerwärmt und/oder während
des Tränkens erwärmt bzw. weitererwärmt, wozu sich wiederum
am geeignetsten die Stromzufuhr zu der oder den Wicklungen
erweist. Wie oben zu den bisher bekannten Verfahren beschrie
ben, wird das Kunstharz dabei zunächst in den Wicklungsberei
chen durch Angelieren bereits festgehalten.
Beispielsweise wird ein zu imprägnierender Transformator
durch Stromzufuhr zu seiner Primär- als auch zu seiner Sekun
därwicklung auf eine Temperatur von ca. 120°C vorerwärmt und
dann in ein Tauchbad mit flüssigem Kunstharz getaucht. Als
Kunstharze kommen übliche Monomere, Oligomere, Polymere oder
Copolymere in Frage. Während des Tauchens wird die Stromzu
fuhr aufrechterhalten. Nach einer auf die Größe des Transfor
mators abgestimmten Verweilzeit im Tauchbad wird die Stromzu
fuhr kurzzeitig erhöht, bis sich der Transformator auf ca.
130°C aufgewärmt hat. Es kommt zu einer beginnenden Vernet
zung und damit zum Angelieren des Kunstharzes im Wicklungs
aufbau.
Anschließend wird der Transformator aus dem Tauchbad entnom
men und unter Aufrechterhaltung der Stromzufuhr in einen nach
außen abgeschirmten HF-Ofen gegeben. Durch das HF-Feld und
die übrige elektrische Energiezufuhr wird der Transformator
gleichmäßig warmgehalten, so daß es zu einem gleichmäßigen
Aushärten des Kunstharzes in allen Bereichen, auch im Kernbe
reich des Transformators, kommt. Mit dem so imprägnierten
Transformator ist ein Harzfüllgrad von ca. 90% erreichbar.
Von besonderem Vorteil bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
erweist sich der Umstand, daß die Wickelgüter nach dem Ange
lieren des Kunstharzes im Wicklungsbereich nicht mehr in ei
nem Wärmeofen weiterbehandelt werden müssen; dieser sehr ko
stenintensive Verfahrensschritt kann vollständig entfallen.
Die Wickelgüter brauchen nicht mehr auf Paletten o. ä. umge
schichtet werden, sondern können z. B. an einem Transportarm
hängend aus dem Tauchbad durch ein HF-Strahlungsfeld trans
portiert werden. Am Ende des Transportvorganges werden die
Wickelgüter von den Transportarmen abgenommen und sind dann
fertig vergossen und ausgehärtet.
Claims (8)
1. Verfahren zum Imprägnieren von elektrischem Wickelgut
durch Tränken mit Kunstharz und anschließendes thermisches
Aushärten,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Wickelgut nach dem Tränken in einem HF-Feld ausgehär
tet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das HF-Feld ein Freifeld oder ein dem Kern zugeführtes
aufgezwungenes Feld ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß vor, gleichzeitig oder nach dem Aushärten im HF-Feld eine
Härtung durch mindestens eine andersgeartete Energiezufuhr
erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß als zusätzliche Energiezufuhr Strahlungswärme verwendet
wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Wickelgut vor dem Tränken vorerwärmt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Wickelgut während des Tränkens erwärmt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 3, 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Erwärmen des Wickelgutes durch Stromzufuhr zu den
Wicklungen des Wickelgutes erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch 6 und 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Erwärmen während des Tränkens in zwei Temperaturstu
fen so erfolgt, daß die Stromzufuhr zum Wickelgut in der
zweiten Temperaturstufe kurzzeitig erhöht wird.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1999128323 DE19928323A1 (de) | 1999-06-16 | 1999-06-16 | Verfahren zum Imprägnieren von elektrischem Wickelgut |
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19928323A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2018150000A1 (de) | 2017-02-17 | 2018-08-23 | Smartpolymer Gmbh | Elektrischer wickelkörper mit optimierten gebrauchseigenschaften und verbessertem schutz gegen überhitzung |
-
1999
- 1999-06-16 DE DE1999128323 patent/DE19928323A1/de not_active Withdrawn
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2018150000A1 (de) | 2017-02-17 | 2018-08-23 | Smartpolymer Gmbh | Elektrischer wickelkörper mit optimierten gebrauchseigenschaften und verbessertem schutz gegen überhitzung |
| US11508504B2 (en) | 2017-02-17 | 2022-11-22 | Smartpolymer Gmbh | Electric winding body with optimised performance characteristics and improved protection against overheating |
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