Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Strukturieren einer
Metall- oder Metallsilizidschicht sowie einen Hoch-Epsilon-
Dielektrikum- oder Ferroelektrikum-Kondensator in einer inte
grierten Halbleiterschaltung.
Konventionelle mikroelektronische Speicherelemente (DRAMs)
umfassen einen Kondensator, in dem die zu speichernde Infor
mation in Form einer Ladung abgelegt ist. Als Kondensatorma
terial werden meist Siliziumoxid- oder Siliziumnitridschich
ten verwendet, die eine Dielektrizitätskonstante von maximal
etwa 8 aufweisen. Für eine Verkleinerung des Speicherkonden
sators sowie zur Herstellung von nichtflüchtigen Speichern
(FeRAMs) werden "neuartige" Kondensatormaterialien (Dielek
trika oder Ferroelektrika) mit deutlich höheren Dielektrizi
tätskonstanten benötigt.
In dem Artikel "Neue Dielektrika für Gbit-Speicherchips" von
W. Hönlein, Phys. Bl. 55 (1999), Seiten 51-53 sind einige
hierfür geeignete Kondensatormaterialien - Pb(Zr,Ti)O3 [PZT],
SrBi2Ta2O9 [SBT], SrTiO3 [ST] und (Ba,Sr)TiO3 [BST] - angege
ben.
Bei der Verwendung solcher neuartiger Hoch-Epsilon-Dielektri
ka/Ferroelektrika tritt die Schwierigkeit auf, daß das tradi
tionelle Elektrodenmaterial Si nicht mehr eingesetzt werden
kann, da es nicht mit der bei der Dielektrikum/Ferroelek
trikum-Abscheidung oder Temperung benötigten oxidierenden At
mosphäre kompatibel ist.
Als Elektrodenmaterialien kommen vor allem ausreichend inerte
Metalle und Metallsilizide in Frage. Die Strukturierung derartiger
Schichten ist jedoch bisher ein weitgehend ungelöstes
Problem, da derzeit keine geeigneten Ätzgase zur Entfernung
derartiger Schichten bekannt sind.
In dem Artikel "Silicid-Mikrostrukturen durch lokale Oxidati
on" von S. Mantl, Phys. Bl. 51 (1995), Seiten 951-953 wird
eine Strukturierung von Silizidschichten durch eine lokale
Oxidation der Schicht zur Herstellung vergrabener Leiterbah
nen und Mesa-Strukturen aus Metallsilizid vorgeschlagen. Ein
Verfahren zur Bildung von Platinsilizid ist dagegen z. B. aus
der US 5,401,677 bekannt.
In der US 5,561,307 ist ein ferroelektrischer Kondensator in
einer integrierten Schaltung beschrieben, dessen Basiselek
trode durch einen RIE (Reactive Ion Etching) Prozeß aus einer
Pt-Schicht herausgebildet wird. Der RIE Prozeß zeigt jedoch
eine unbefriedigende Selektivität gegenüber Maskenmaterialien
und Pt-Untergrund und gestattet nicht die Herstellung einer
Basiselektrode mit gut definiertem Kantenprofil.
In der deutschen Patentanmeldung DE 195 03 641 ist ein Ver
fahren zur Strukturierung einer Metallsilizidschicht be
schrieben, bei dem eine die Metallsilizidschicht abdeckende
Si3N4-Maske zur Strukturvorgabe beim lokalen Oxidations
schritt verwendet wird. Die Unterlage der Metallsilizid
schicht ist unstrukturiertes Silizium.
In dem Buch "Technologie hochintegrierter Schaltungen", von
Widmann, D. et al., Berlin, Springer 1996 ist auf den Seiten
82 bis 87 die Herstellung von Silizidschichten sowie deren
Einsatzgebiete unter anderem als Leiterbahnstrukturen oder
Kondensatorelektroden in integrierten Halbleiterschaltungen
beschrieben.
In der europäischen Patentanmeldung EP 113 522 A2 wird die
Silizidierung einer zuvor mittels eines Maskierungsschrittes
und einer selektiven Ätzung mit Phosphorsäure strukturierten
Mo-Schicht beschrieben. Durch eine Wärmebehandlung in einer
Sauerstoffatmosphäre wird die silizidierte Mo-Schicht unter
einer Siliziumdioxidschicht vergraben.
In der deutschen Patentanmeldung DE 196 40 244 A1 ist ein
Kondensator mit einer hoch-ε-dielektrischen oder ferroelek
trischen Schicht als Kondensatordielektrikum offenbart. Zur
Strukturierung einer Pt-Elektrodenschicht wird eine Argon-
Ionen-Ätzung eingesetzt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum
Strukturieren einer Metall- oder Metallsilizidschicht anzuge
ben, das in technologisch einfacher Weise z. B. die Herstel
lung eines Hoch-Epsilon-Dielektrikum- oder Ferroelektrikum-
Kondensators mit einer Metall oder Metallsilizid-Elektrode in
einer integrierten Schaltung ermöglicht. Ferner zielt die
Erfindung darauf ab, einen Hoch-Epsilon-Dielektrikum- oder
Ferroelektrikum-Kondensator mit einer Metall- oder Metallsi
lizid-Elektrode mit einem gut definierten Kantenprofil herzu
stellen.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1, 7 und
15 gelöst.
Allgemein beruht die Erfindung darauf, nicht erwünschte Be
reiche der unstrukturierten Metall- oder Metallsilizid
schicht, aus der z. B. eine Basiselektrode für einen Kondensator
herausgebildet werden soll, unter einem Oxid zu vergra
ben, statt sie wie bisher üblich durch chemische oder physi
kalische Prozesse zu entfernen.
Zu diesem Zweck wird gemäß der Erfindung zunächst eine Struk
turierungsschicht mit einem Abbild (vorstrukturierte Basis-
Schichtzone) der zu bildenden strukturierten Metallschicht
erzeugt. Da die Strukturierungsschicht aus üblichen, techno
logisch einfach zu handhabenden Schichtmaterialien (Si, ins
besondere Polysilizium in der Versenkungs-Schichtzone; bei
spielsweise SiO2 in der Basis-Schichtzone) realisierbar ist,
ist die Erzeugung dieser Schicht mit den üblichen planartech
nischen Verfahren (Schichtabscheideverfahren; Schichtstruk
turierung durch Lithographie- und Ätztechniken) problemlos
möglich.
Bevorzugt weist die vorstrukturierte Basis-Schichtzone eine
in bezug auf die zu strukturierende Metallschicht (Metallbe
reich) gleiche Struktur auf. D. h., die Basis-Schichtzone
dient als Maske des zu bildenden Metallbereichs, der durch
Strukturierung der Metallschicht geschaffen werden soll.
Nach einem ersten Gesichtspunkt der Erfindung wird über der
Strukturierungsschicht eine Metallschicht abgelagert. Die
nicht erwünschten, seitlich außerhalb der Basis-Schichtzone
liegenden Bereiche der Metallschicht werden silizidiert und
nachfolgend durch Oxidation in der Strukturierungsschicht
"versenkt".
Auf diese Weise kann eine strukturierte Metallschicht gebil
det werden, die weitestgehend ganzflächig aus Metall besteht
und als Elektrode, Metallisierung oder Leiterbahn dient.
Insbesondere umfaßt die strukturierte Metallschicht einen
strukturierten Metallbereich, der in bezug auf die Basis-
Schichtzone im wesentlichen strukturgleich ist, d. h., daß die
Außenkontur der Basis-Schichtzone der Kontur des strukturierten
Metallbereichs entspricht. Der geschaffene Metallbereich
wird dabei im Gegensatz zu dem seitlich liegenden und ver
senktem Metallsilizidschichtabschnitt in seiner Lage nicht
verändert, kann jedoch auch teilweise oder vollständig sili
zidiert sein.
Es besteht bei Ablagerung einer Metallschicht aber auch die
Möglichkeit, einen strukturierten Metallbereich zu schaffen,
der teil- oder ganzflächig aus Metallsilizid besteht. In
diesem Fall werden auch Bereiche über der Basis-Schichtzone
(d. h. innerhalb der Basiselektrodenkontur) silizidiert, wobei
dann jedoch dafür zu sorgen ist, daß diese silizidierten Be
reiche nicht oxidiert und damit ebenfalls "versenkt" werden.
Die elektrische Kontaktierung des zu fertigenden strukturier
ten Metallbereichs wird vorzugsweise durch eine in der Basis-
Schichtzone vorgesehene elektrische Anschlußstruktur aus Si,
insbesondere Polysilizium gebildet. In diesem Fall wird
zweckmäßigerweise zwischen der Anschlußstruktur und der Me
tallschicht eine elektrisch leitfähige Barriereschicht zum
Schutz gegen eine Silizidierung der Metallschicht durch die
Anschlußstruktur sowie zum Schutz der Anschlußstruktur gegen
Oxidation abgeschieden. Dies ermöglicht, auch bei Vorsehen
einer Si-Anschlußstruktur einen ganzflächig aus Metall beste
henden Metallbereich z. B. in Form einer Basiselektrode zu er
zeugen. Der strukturierte Metallbereich kann darüber hinaus
auch nachträglich durch beispielsweise in einer den Metallbe
reich bedeckenden Isolationsschicht eingebrachte Kontakt
struktur kontaktiert werden.
Vorzugsweise wird auf der abgelagerten Metallschicht im Be
reich über der Basis-Schichtzone und zumindest dort, wo spä
ter eine Silizidierung der Metallschicht vorgesehen ist, eine
Oxidationsmaske zum Schutz gegen eine Oxidierung derartiger
silizidierter Metallschichtbereiche erzeugt. Dadurch wird
eine Oxidierung und "Versenkung" silizidierter Metallbereiche
innerhalb der Basiselektrodenkontur sicher ausgeschlossen.
Die Versenkungs-Schichtzone der Strukturierungsschicht ist
vorzugsweise wenigstens doppelt so dick wie die Metallschicht
ausgebildet. Die Versenkungs-Schichtzone weist dann eine
ausreichend große Tiefe auf, um zu gewährleisten, daß der
elektrische und mechanische Kontakt zwischen dem lagefesten
Metallbereich oberhalb der Basis-Schichtzone und dem benach
barten, abgesenkten Metallsilizidschichtabschnitt sicher ab
reißt.
Nach einem zweiten Gesichtspunkt der Erfindung wird auf der
Strukturierungsschicht eine Metallsilizidschicht erzeugt.
Aufgrund der in diesem Fall bereits vorgegebenen Silizidie
rung ist zur Strukturierung der Metallsilizidschicht ledig
lich das Oxidieren der unerwünschten äußeren Schichtbereiche
erforderlich. Es wird ein Metallsilizidbereich (z. B. Basis
elektrode eines Kondensators) gebildet, der weitestgehend
ganzflächig aus Metallsilizid besteht.
Da hier anders als nach dem ersten Gesichtspunkt der Erfin
dung keine Silizidierung einer Metallschicht mit einem ent
sprechenden Dickenzuwachs derselben stattfindet, ist es aus
reichend, wenn die Versenkungs-Schichtzone der Strukturie
rungsschicht dicker als die Metallsilizidschicht ist. Insbe
sondere kann sie etwa doppelt so dick wie die Metallsilizid
schicht sein.
Eine bei beiden Gesichtspunkten der Erfindung mit Vorteil
durchführbare Maßnahme kennzeichnet sich dadurch, daß eine
bei der Oxidierung in der Versenkungs-Schichtzone oberhalb
des versenkten Metallsilizidschichtabschnitts gebildete Oxid
schicht in einem Seitenwandbereich des Metall- bzw. Metallsi
lizidsbereichs wieder entfernt wird. Dies ermöglicht, auch
den freigelegten Seitenwandbereich zum Aufbau z. B. eines Kon
densators zu nutzen. Dadurch kann die wirksame (d. h. mit dem
Hoch-Epsilon-Dielektrikum bzw. Ferroelektrikum in Kontakt
bringbare) Fläche der Basiselektrode und damit die Kapazität
des Kondensators gegebenenfalls erheblich erhöht werden. Ei
ne ausreichende Schichtdicke der Metall- bzw. Metallsilizid
schicht vorausgesetzt können Kondensatoren geschaffen werden,
deren vertikale Basiselektrodenfläche die horizontale Basis
elektrodenfläche übertrifft.
Das erwähnte Ausnutzen der Vertikaldimension, die durch die
Erfindung ermöglichte lagegenaue und konturdefinierte Über
tragung der Zonenstruktur der Strukturierungsschicht in die
Metall- oder Metallsilizidschicht und der durch die Verwen
dung eines Hoch-Epsilon-Dielektrikums bzw. Ferroelektrikums
bewirkte Kapazitätssteigerungseffekt tragen zu einer deutli
chen Reduzierung des Platzbedarfs des Kondensators in der in
tegrierten Schaltung bei. Folglich können höhere Integrati
onsdichten beispielsweise von Speicherelementen erzielt wer
den.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in
den Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von zwei Ausführungs
beispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert, bei
denen die Strukturierung der Metallschicht zum Bilden einer
Basiselektrode für einen Kondensator dient. Die Erfindung ist
jedoch darauf nicht beschränkt, sondern kann z. B. auch bei
der Herstellung von Metallisierungen Anwendung finden.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Halbleiter-
Schichtfolge bei der Herstellung eines Kondensators
gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel;
Fig. 2 die in Fig. 1 gezeigte Schichtfolge nach dem Schaffen
einer Anschlußstruktur und einem Aufbringen einer Me
tallschicht;
Fig. 3 die in Fig. 2 gezeigte Schichtfolge nach einer lokalen
Silizidierung der Metallschicht;
Fig. 4 die in Fig. 3 gezeigte Schichtfolge nach einer Oxidie
rung der silizidierten Metallschichtabschnitte;
Fig. 5 eine schematische Darstellung einer Schichtfolge bei
der Herstellung eines Kondensators gemäß dem zweiten
Ausführungsbeispiel;
Fig. 6 die in Fig. 5 gezeigte Schichtfolge nach einer lokalen
Oxidierung gewünschter Metallsilizidschichtabschnitte;
Fig. 1 zeigt eine schematisierte Teilschnittansicht durch ein
Si-Halbleitersubstrat 1 (Wafer), über dem eine Schichtfolge
2.1 aufgebaut ist. Das Si-Halbleitersubstrat 1 kann bei
spielsweise p-dotiert sein. In dem Halbleitersubstrat 1 ist
ein n+-dotierter Drain-Bereich 3 ausgebildet, der von einem
n+-dotierten Source-Bereich 4 über einen zwischenliegenden
Kanal 5 aus Substratmaterial getrennt ist.
Oberhalb des Kanals 5 liegt eine dünne Gateoxidschicht 6.
Auf der Gateoxidschicht 6 ist eine Polysilizium-Gateelektrode
7 angebracht. Ein Feldoxid 8, üblicherweise mittels der
LOCOS-Technik (Local Oxidation of Silicon) realisiert, beab
standet den beschriebenen N-Kanal MOS-Transistor 3, 4, 5, 6,
7 von einem nicht dargestellten benachbarten Transistor.
Anstelle des Transistors 3, 4, 5, 6, 7 kann auch ein anderes
monolithisches Halbleiter-Funktionselement (z. B. ein Bipolar-
Transistor) in/auf dem Halbleitersubstrat 1 realisiert sein.
Die Herstellung derartiger Halbleiterstrukturen ist bekannt
und wird daher im folgenden nicht näher erläutert.
Über dem Si-Halbleitersubstrat 1 befindet sich eine Deckoxid
schicht 9, die bei diesem Ausführungsbeispiel das Substrat 9
bildet. Auf dieser ist eine Strukturierungsschicht 10 ange
ordnet. Die Strukturierungsschicht 10 weist eine vertikal
über dem Drain-Bereich 3 angeordnete Basis-Schichtzone 11 und
eine die Basis-Schichtzone 11 seitlich umgebende Versenkungs-
Schichtzone 12 auf.
Die Basis-Schichtzone 11 besteht üblicherweise aus Silizium
dioxid und die Versenkungs-Schichtzone 12 ist aus Silizium,
insbesondere Polysilizium gebildet. Für die Basis-Schichtzone
11 können jedoch auch andere gegenüber einer Silizidierung
weitestgehend inerte Materialien verwendet werden.
Die seitlichen Abmessungen der Basis-Schichtzone 11 entspre
chen den gewünschten horizontalen Abmessungen der zu ferti
genden Basiselektrode des Kondensators. Mit anderen Worten
ist das zonale Muster der Strukturierungsschicht 10 ein Ab
bild der zu fertigenden Basiselektrodenstruktur.
Nachfolgend wird in beispielhafter Weise eine Prozeßführung
zur Herstellung der Schichtfolge 2.1 erläutert. Neben den
angegebenen Prozeßschritten sind eine Vielzahl von alternati
ven und/oder weiteren Prozeßschritten möglich.
Das Abscheiden der Deckoxidschicht 9 erfolgt vorzugsweise
durch ein TEOS (Tetra-Ethyl-Ortho-Silicate) Verfahren oder
ein PECVD (Plasma Enhanced CVD) Verfahren. Andere Verfahren
(beispielsweise Silanoxid-Verfahren, LTO (Low Temperature
Oxide) Verfahren, SAVCD (Sub-Atmospheric CVD), HTO (High Tem
perature Oxide)) sind unter Umständen ebenfalls einsetzbar.
Auf der Deckoxidschicht 9 wird eine durchgängige Isolations
schicht abgeschieden, die später (d. h. nach ihrer Strukturie
rung) die Strukturierungsschicht 10 bildet. Die Isolations
schicht besteht bevorzugterweise ebenfalls aus SiO2, wobei in
diesem Fall die gleichen Schichterzeugungsverfahren und der
gleiche Prozeßschritt wie bei der Bildung der Deckoxidschicht
9 eingesetzt werden können.
In einem folgenden Prozeßschritt werden in die Isolations
schicht (bzw. in die gegebenenfalls (material)identische Dec
koxidschicht 9) Gräben 13 für die Versenkungs-Schichtzonen 12
eingebracht. Hierzu sind übliche lithographische und ätz
technische Verfahren einsetzbar.
Die Gräben 13 werden dann mit Polysilizium gefüllt, wodurch
die Versenkungs-Schichtzonen 12 gebildet werden. Die Ab
scheidung des Polysiliziums erfolgt vorzugsweise mit Hilfe
eines Niederdruck-CVD-Verfahrens.
Anschließend erfolgt eine gleichmäßige Rückätzung der aufge
brachten Polysiliziumschicht. Alternativ oder zusätzlich zu
der Polysilizium-Rückätzung kann eine CMP- (Chemical Mechani
cal Polishing) Planarisierung durchgeführt werden.
Nach den beschriebenen Prozeßschritten liegt die in Fig. 1
dargestellte Struktur mit einer oberflächenseitig im wesent
lichen ebenen Strukturierungsschicht 10 vor.
Fig. 2 zeigt den Aufbau der Schichtfolge 2.2 zu einem späte
ren Prozeßzeitpunkt.
Oberhalb der Strukturierungsschicht 10 ist eine durchgängige
Metallschicht 14 aus Pt, Ir, Ru, Os, Ti, Co oder einem ande
ren geeigneten Elektrodenmetall aufgebracht. Über der Me
tallschicht 14 befindet sich eine Oxidationsmaske 15, die
beispielsweise aus Si3N4 besteht und deren Umfangskontur im
wesentlichen identisch mit der Umfangskontur der Basis-
Schichtzone 11 ist.
Die Basis-Schichtzone 11 wird in ihrem zentralen Bereich von
einer elektrisch leitfähigen Anschlußstruktur 16 (sog.
"Plug") durchsetzt, die in dem hier dargestellten Beispiel
aus Wolfram besteht. Die Anschlußstruktur 16 durchläuft auch
die Deckoxidschicht 9 und stellt eine elektrische Verbindung
zwischen dem Drain-Bereich 3 und der Metallschicht 14 her.
Die Prozeßschritte zum Aufbau der in Fig. 2 gezeigten
Schichtfolge 2.2 umfassen die Ätzung eines Kontaktloches 17
in die Strukturierungsschicht 10 und die Deckoxidschicht 9,
die Füllung des Kontaktloches 17 mit dem Material der An
schlußstruktur 16 (Wolfram), diverse HF- und/oder Sputter-
Reinigungsschritte der Oberfläche der Strukturierungsschicht
10, die Abscheidung der Metallschicht 14 und die Abscheidung
und Strukturierung der Oxidationsmaske 15.
Nachfolgend wird im Rahmen eines Silizidierungsschrittes das
Zonenmuster der Strukturierungsschicht 10 in die Metall
schicht 14 übertragen. Der Silizidierungsschritt wird in ei
ner Schutzgasatmosphäre (Inertgas) unter Wärmeeinwirkung
durchgeführt. Im Ergebnis wird erreicht, daß die Metall
schicht 14 in den unmittelbar über den Versenkungs-Schicht
zonen 12 der Strukturierungsschicht 10 liegenden Abschnitten
silizidiert wird (siehe Schichtfolge 2.3 der Fig. 3).
Da die dabei entstehenden Metallsilizidschichtabschnitte 18
eine etwa doppelt so große Dicke wie die Metallschicht 14
aufweisen, ragen sie unterseitig in die Gräben 13 hinein.
Für den (nicht dargestellten) Fall einer aus Polysilizium be
stehenden Anschlußstruktur 16 findet auch im Bereich über der
Anschlußstruktur 16 eine Silizidierung der Metallschicht 10
statt. Da das Metallsilizid (beispielsweise CoSi2, TiSi2,
PtSi) eine ausreichend gute elektrische Leitfähigkeit auf
weist, um ebenfalls als Elektrodenmaterial eingesetzt zu wer
den, kann dies durchaus akzeptabel oder sogar erwünscht sein.
Sofern jedoch trotz einer Polysilizium-Anschlußstruktur 16
eine ganzflächig aus Metall bestehende Basiselektrode des
Kondensators erzeugt werden soll, besteht die Möglichkeit, in
einem früheren Prozeßschritt eine elektrisch leitfähige Bar
riereschicht zwischen der Anschlußstruktur 16 und der Metallschicht
14 vorzusehen, welche die Metallschicht 14 vor Sili
zidierung und die Anschlußstruktur 16 vor Oxidation schützt.
Dann kann gegebenenfalls auf die Oxidationsmaske 15 verzich
tet werden.
In der Regel wird auch bei einer Anschlußstruktur 16 aus W
eine Barriereschicht zwischen der Anschlußstruktur 16 und der
Metallschicht 14 zum Schutz der Anschlußstruktur 16 gegen
Oxidation verwendet.
Die Strukturierung der Metallschicht 14 wird durch Oxidieren
der Metallsilizidschichtabschnitte 18 in einem weiteren Tem
perschritt durchgeführt. Die Oxidation kann bei etwa 900°C
in feuchter Luft erfolgen und dauert etwa 45 min.
Bei der Oxidation diffundiert Silizium aus den Versenkungs-
Schichtzonen 12 durch die Metallsilizidschichtabschnitte 18
hindurch, und es bildet sich eine Schicht von Siliziumdioxid
auf den Metallsilizidschichtabschnitten 18. Die Metallsili
zidschichtabschnitte 18 wandern dadurch in die Versenkungs-
Schichtzonen 12 hinein, d. h. sie "versinken" in dieser. Beim
"Versinken" der Metallsilizidschichtabschnitte 18 reißt ihr
elektrischer und mechanischer Kontakt zu der über der Basis-
Schichtzone 11 liegenden Metallschicht 14 ab; die Basiselek
trode 19 ist damit gemäß der in Fig. 4 gezeigten Schichtfolge
2.4 geschaffen. Der genaue Mechanismus zum "Versinken" der
Metallsilizidschichtabschnitte 18 ist in dem bereits zitier
ten Artikel von S. Mantl (Phys. Bl. 51 (1995), S. 951-953) be
schrieben, auf dessen Offenbarungsinhalt hiermit vollständig
Bezug genommen wird.
Es wird darauf hingewiesen, daß die Oxidationsmaske 15 bei
dem in den Fig. 1-4 dargestellten Prozeßablauf auch weggelas
sen werden kann, da keine silizidierten, oxidierbaren Metall
schichtbereiche über der Basis-Schichtzone 11 vorhanden sind.
Die Oxidationsmaske 15 ist jedoch obligatorisch, sofern eine
Anschlußstruktur 15 aus Polysilizium ohne darüberliegende
Barriereschicht verwendet wird.
Durch Versenken der Metallsilizidschichtabschnitte 18 ver
bleibt auf der Basis-Schichtzone 11 zumindest ein zu dieser
etwa umfangskonturgleicher Metallbereich 19, der als Basise
lektrode 19 für den zu bildenden Kondensator dient.
Nach der Herstellung der Basiselektrode 19 kann eine isotrope
SiO2-Rückätzung zur Freilegung ihrer Seitenwände 19b, 19c
durchgeführt werden, sofern auch diese als Elektrodenflächen
genutzt werden sollen.
In einem weiteren Schritt wird die Oxidationsmaske 15 (sofern
vorhanden) naß- oder plasmachemisch entfernt, so daß die dec
kenseitige Oberfläche 19a der Basiselektrode 19 freiliegt.
Oberhalb der freiliegenden Wandbereiche 19a, 19b, 19c wird
sodann in nicht dargestellter Weise ein Hoch-Epsilon-Dielek
trikum oder ein Ferroelektrikum, beispielsweise PZT, SBT, ST
oder BST abgeschieden. Über dem abgeschiedenen Hoch-Epsilon-
Dielektrikum/Ferroelektrikum wird in gleichfalls nicht darge
stellter Weise eine Gegenelektrode abgelagert, die aus dem
selben Material wie die Basiselektrode 19 bestehen kann.
Fig. 5 zeigt eine Ansicht einer Schichtfolge 200.3 eines
zweiten Ausführungsbeispiels der Erfindung. Dem ersten Aus
führungsbeispiel (Fig. 1-4) entsprechende Teile sind mit den
selben Bezugszeichen gekennzeichnet. Die Schichtfolge 200.3
unterscheidet sich von der in Fig. 3 gezeigten Schichtfolge
2.3 im wesentlichen nur dadurch, daß anstelle einer Metall
schicht 14 eine Metallsilizidschicht 114 auf der Strukturie
rungsschicht 10 aufgebracht ist, und daß eine Oxidationsmaske
115 (beispielsweise aus Si3N4) vorgesehen ist, die mit Aus
nahme der (vertikal) über den Versenkungs-Schichtzonen 12
liegenden Abschnitten 118 der Metallsilizidschicht 114 diese
vollständig überdeckt.
Die (vertikal) über der Basis-Schichtzone 11 liegende Oxida
tionsmaske 115 ist obligatorisch, wenn die Anschlußstruktur
16 aus Polysilizium besteht und keine Barriereschicht zwi
schen der Anschlußstruktur 16 und der Metallsilizidschicht
114 vorhanden ist. Aus Gründen des Schutzes der Anschluß
struktur 16 ist ihr Einsatz jedoch generell empfehlenswert.
Die Metallsilizidschicht 114 kann aus CoSi2, TiSi2, PtSi oder
einem anderen technologisch geeigneten Metallsilizid beste
hen. Sie kann beispielsweise durch Sputtern eines Sili
zidtargets oder durch schichtweises Aufsputtern von Metall-
und Silizium-Schichtlagen auf die Strukturierungsschicht 10
und einen nachfolgenden Temperschritt ("Annealen") erzeugt
werden.
Nach dem Aufbringen und Strukturieren der Oxidationsmaske 115
wird ein Oxidationsschritt in einer Sauerstoff- oder Wasser
dampfatmosphäre bei erhöhter Temperatur durchgeführt. Die
Prozeßparameter können wie beim ersten Ausführungsbeispiel
angegeben gewählt werden. Auf den freiliegenden Metallsili
zidschichtabschnitten 118 bildet sich wie bereits erläutert
eine Schicht aus Siliziumdioxid, und die Abschnitte 118 wan
dern in die Gräben 13.
Sofern die Schichtdicke der Strukturierungsschicht 10 dicker
als die Schichtdicke der Metallsilizidschicht 114 ist, kommt
es auch hier zu einem Abreißen des Kontakts zwischen dem Me
tallsilizidschichtabschnitt 118 und der restlichen Metallsi
lizidschicht 114.
Fig. 6 zeigt die in Fig. 5 dargestellte Struktur nach vollen
detem Oxidationsschritt mit "versenkten" Metallsilizidschich
tabschnitten 118 und strukturierter Basiselektrode 119
(Schichtfolge 200.4), die hier den Metallsilizidbereich 119
darstellt. Die weitere Prozessierung zur Bildung des Konden
sators erfolgt gemäß dem bereits bezüglich des ersten Ausfüh
rungsbeispiels beschriebenen Verfahrensablauf.
Bei beiden Ausführungsbeispielen können die versenkten Me
tallsilizidschichtabschnitte 18, 118 in geeigneter Weise zu
sätzlich als Leiterbahnen der integrierten Schaltung genutzt
werden.
Bezugszeichenliste
1
Si-Halbleitersubstrat
2.1
Schichtfolge
2.2
Schichtfolge
2.3
Schichtfolge
2.4
Schichtfolge
3
Drain-Bereich
4
Source-Bereich
5
Kanal
6
Gateoxidschicht
7
Gateelektrode
8
Feldoxid
9
Deckoxidschicht/Substrat
10
Strukturierungsschicht
11
Basis-Schichtzone
12
Versenkungs-Schichtzone
13
Graben
14
Metallschicht
15
Oxidationsmaske
16
Anschlußstruktur
17
Kontaktloch
18
Metallsilizidschichtabschnitt
19
Basiselektrode/Metallbereich/Metallsilizidbereich
19
a Oberfläche der Basiselektrode
19b, c Seitenwand der Basiselektrode
114
Metallsilizidschicht
115
Oxidationsmaske
118
Metallsilizidschichtabschnitt
119
Basiselektrode
200.3
Schichtfolge
200.4
Schichtfolge