DE19915744B4 - Vorrichtung zum lösbar festen Fixieren eines kornealen Flaps - Google Patents

Vorrichtung zum lösbar festen Fixieren eines kornealen Flaps Download PDF

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Abstract

Vorrichtung zum lösbar festen Fixieren eines cornealen Flaps als Halterung für die Durchführung refraktiver Korrekturen am Auge, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung flächig ausgebildet ist,
daß die Halterung einen Bereich aufweist, der eine Größe des Flaps aufweist und über einen Verbindungsbereich kippbeweglich mit einem zweiten Bereich verbunden ist, der auf die Oberfläche des Auges auflegbar ist, und
daß der erste und der zweite Bereich der Halterung Perforierungen aufweisen, durch die die Halterung vermittels Unterdruck gegen die Oberfläche des Auges fixierbar sind.

Description

  • Technisches Gebiet
  • Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum lösbar festen Fixieren eines cornealen Flaps als Halterung für die Durchführung refraktiver Korrekturen am Auge.
  • Die Fehlsichtigkeit (Weit (Hyperopie)-, Kurz (Myopie)- und Stab (Astigmatismus)-Sichtigkeit) rührt in aller Regel daher, daß die Hornhautoberfläche des Auges (Cornea) entweder zu stark gekrümmt ist (im Fall der Myopie) oder zu schwach (im Fall der Hyperopie) oder verschiedenen Richtungen unterschiedlich wie im Falle des Astigmatismus.
  • Die konventionellen Korrekturmaßnahmen wie Brille oder Kontaktlinsen sind in manchen Fällen zu unhandlich oder werden von dem Fehlsichtigen nicht vertragen. Letzteres trifft zunehmend für Fehlsichtige zu, die die Kontaktlinsen über einen längeren Zeitraum tragen oder bei denen die Tränenflüssigkeit nicht mehr ausreichend vorhanden ist.
  • Zur dauerhaften Behandlung der Fehlsichtigkeit werden zunehmend chirurgische Maßnahmen angewendet. Hierunter zählen folgende Verfahren:
    LASIK: Bei dieser Methode wird zunächst eine dünne planparallel Schicht der Hornhaut abgeschnitten (typischerweise ca. 150 μm dick), diese zur Seite geklappt und anschließend das sog. Corneabett entsprechend behandelt.
  • Die Behandlung erfolgt mit Hilfe eines Lasers – in der Regel eines Excimerlasers – wird eine neue Oberfläche in die Hornhaut eingraviert. Hierbei muß zunächst die einzellige Lage des Epitheliums mit Hilfe einer mechanischen Bürste oder eines Spatels entfernt werden. Anschließend erfolgt die Laserbehandlung bei der typischerweise auf einem Durchmesser von 6–9 mm eine linsenförmige Lamelle entfernt wird, deren Dicke bis zu 250 μm beträgt. Die Hornhautschicht wird wieder zurückgeklappt und die Hornhautoberfläche formt sich entsprechend der in der Tiefe neu entstandenen Oberfläche.
  • Refraktive intraokulare Linsen: durch das Einpflanzen von zusätzlichen Linsen entweder in den vorderen oder in den hinteren Kammerabschnitt des Auges können sowohl myopische als auch hyperopische Fehler, besonders bei hochgradigen Fehlsichtigkeiten, ausgeglichen werden. Der Nachteil dieser Methode ist die schwere des chirurgischen Eingriffs und die damit verbundenen Komplikationen.
  • Bei der Durchführung der vorstehend geschilderten chirurgischen Eingriffe ist es erforderlich ein Teil der Hornhaut temporär abzutragen, um das Flap – so die Bezeichnung für das abgetrennte Teil der Hornhaut – nach erfolgter Behandlung wieder auf das Auge aufzulegen. Bei der Durchführung derartiger chirurgischer Eingriffe hat sich jedoch die Handhabung des Flaps während des Gewebeabtrages an der Hornhaut oder während des Einbringens optischer Linsen als sehr schwierig erwiesen.
  • In der WO 93/22988 ist eine chirurgische Vorrichtung zur Entnahme eines Teilbereiches an der menschlichen Epithelschicht beschrieben, wobei die abgetrennte Schicht vollständig vom Auge getrennt und entfernt wird und nach entsprechender Behandlung der freigelegten Augenschichten wieder in die abgelöste Stelle implementiert wird. Dies erfolgt mit einer Art Saugvorrichtung, deren Umfangsrand von einer Schneidvorrichtung umgeben ist, durch die ein Teilbereich der Epithelschicht regelrecht ausgestanzt wird. Zum peripheren Ablösen der ausgestanzten Epithelschicht dienen Düsenvorrichtungen, die mittels gezielten Flüssigkeitseintrag die abgelöste Epithelschicht vollständig vom Auge löst. Die Saughalterung dient dem vollständigen Abheben der abgelösten Epithelschicht. Mit der beschriebenen Abhebevorrichtung kann jedoch nicht gewährleistet werden, dass ein Wiederaufsetzen der abgetrennten Epithelschicht auf die Augoberfläche exakt in der Weise und Orientierung erfolgt, mit der das abgetrennte Epithel ursprünglich mit der Epithelschicht verbunden war. Auch bedarf es beim Wiederaufsetzen besonderer Justiermaßnahmen, die einerseits vom Operateur eine besonders ruhige Hand voraussetzen und andererseits zu Fehlanpassungen führen, die nahezu unvermeidbar sind.
  • Einen anderen Weg beschreitet hingegen die technische Lehre, die der US 5,807,380 entnehmbar ist, bei der gemäß den 5 bis 7 die abgetrennte Epithelschicht nicht vollständig von der Augoberfläche entfernt wird, sondern mit ihr über einen kleinen Verbindungsbereich verbunden bleibt. Auf diese Weise kann ein Zurückklappen des abgetrennten cornealen Flaps in seine ursprüngliche Lage erreicht werden. Der Abtrennvorgang erfolgt bei der Ausführungsform gemäß 4 mit Hilfe einer Lochblende, an der Unterdruck angelegt wird, wodurch die Augoberfläche unvermeidbar deformiert wird. Der durch die Lochblende hindurchragende Teil der Epithelschicht kann dann mit Hilfe geeigneter Abtrennvorrichtungen zumindest teilweise durchtrennt werden. Nachteilhaft bei dieser bekannten Vorrichtung ist jedoch die extrem starke Deformation der Augenoberfläche, die infolge des anliegenden Unterdruckes durch eine regelrechte Quetschung an der Lochblende hervorgerufen wird. In einem derart stark deformierten Zustand wird nachfolgend die Teil-Abtrennung des cornealen Flaps vorgenommen. Wird das corneale Flap nach entsprechender Behandlung am Auge in einem entspannten Zustand auf das Auge wieder aufgesetzt, so können Fehlanpassungen auftreten, die den Heilungsvorgang erschweren.
  • Darstellung der Erfindung
  • Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde eine Vorrichtung zum lösbar festen Fixieren eines cornealen Flaps als Halterung für die Durchführung refraktiver Korrekturen am Auge auszubilden, so daß es für einen Operateur leichter möglich ist refraktive Korrekturen am Auge durchzuführen, während das Flap sicher gehalten und anschließend sicher auf das Auge wieder aufgesetzt werden kann ohne Fehlanpassungen nach dem Wiederauflegen auf der Augenoberfläche zu unterliegen.
  • Die Lösung der Aufgabe ist im Anspruch 1 angegeben. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche.
  • Erfindungsgemäß ist eine Vorrichtung zum lösbar festen Fixieren eines kornealen Flaps als Halterung für die Durchführung refraktiver Korrekturen am Auge, derart ausgebildet, daß die Halterung flächig ausgebildet ist, daß die Halterung einen Bereich aufweist, der eine Größe des Flaps aufweist und über einen Verbindungsbereich kippbeweglich mit einem zweiten Bereich verbunden ist, der auf die Oberfläche des Auges auflegbar ist, und daß der erste und der zweite Bereich der Halterung Perforrierungen aufweisen, durch die die Halterung vermittels Unterdruck gegen die Oberfläche des Auges fixierbar sind.
  • Kurze Beschreibung der Erfindung
  • Die Erfindung wird nachstehend ohne Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung exemplarisch beschrieben. Es zeigen:
  • 1 Schematische Seitendarstellung der Flap-Halterung und
  • 2 Schematische Draufsicht der Flap-Halterung.
  • Wege zur Ausführung der Erfindung, gewerbliche Verwendbarkeit
  • Auf das Auge 1 ist eine flächige Halterung 2 aufgebracht, die aus zwei Bereichen 3 und 4 zusammengesetzt ist. Die Unterseite der Halterung 2 ist paßgenau an die Oberfläche des Auges angepaßt. Vorzugsweise ist die Halterung aus einem elastischen, biokompatiblen Material gefertigt, das sich nahezu selbsttätig an die Augenoberfläche anschmiegt. Besonders gut eignen sich dünnwandige ausgebildete Folien.
  • In 1 ist die Halterung als plättchenartiges Flächenelement ausgebildet, das eine an die Augenoberfläche angepaßte Unterseite aufweist.
  • Der erste Bereich 3 der Halterung 2 ist nahezu punktförmig mit dem zweiten Bereich 4 der Halterung verbunden. Somit ist es möglich, daß sich der erste Bereich 3 relativ zum zweiten Bereich 4 verschwenken läßt.
  • Um eine innige Oberflächenverbindung zwischen der Halterung und dem Auge zu erreichen, sieht die Halterung 2 sowohl im ersten als auch im zweiten Bereich Perforrierungslöcher 5 vor, durch die vermittels Unterdruck die Halterung gegen die Augoberfläche fixiert werden kann.
  • Nach Auflegen der Halterung auf die Augoberfläche, wobei der erste und zweite Bereich mit der Augoberfläche in Kontakt treten, werden beide Bereiche mit einer Ansaugvorrichtung 6 gegen diese fixiert.
  • Es erfolgt ein Durchtrennen des Teils der Hornhaut, die sich innerhalb des ersten Bereiches 3 der Halterung 2 befindet. Der abgetrennte Hornhautbereich wird als Flap 7 bezeichnet. Das Durchtrennen des Flaps erfolgt vorzugsweise nicht vollständig, sondern das Flap bleibt über einen kleinen Gewebebereich mit der Hornhaut verbunden.
  • Der Flap wird dabei auf der epithelialen Seite mittels Unterdruck angesaugt, um eine Epithelverletzung im zentralen Bereich der Hornhaut zu verhindern. Der zweite Bereich der Halterung schmiegt sich an den Bulbus an und ist kalottenförmig ausgebildet. Auch der zweite Bereich verfügt über Unterdruckkanäle um am Bulbus angesaugt werden zu können.
  • Es kann nun, nachdem der Flap 7 mit dem ersten Bereich 3 der Halterung 2 zurückgeklappt worden ist, mit dem chirurgischen Eingriff zur refraktiven Korrektur begonnen werden.
  • Vorzugsweise kann ein gezielter Gewebeabtrag nicht nur an der freigelegten Hornhautoberfläche, dem sogenannten cornealen Bett durchgeführt werden, sondern insbesondere an der Unterseite des abgetrennten Flaps, das in dem ersten Bereich 3 der Halterung fixiert ist.
  • 1
    Auge
    2
    flächige Halterung
    3
    erster Bereich
    4
    zweiter Bereich
    5
    Perforrierungslöcher
    6
    Ansaugvorrichtung
    7
    Flap

Claims (7)

  1. Vorrichtung zum lösbar festen Fixieren eines cornealen Flaps als Halterung für die Durchführung refraktiver Korrekturen am Auge, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung flächig ausgebildet ist, daß die Halterung einen Bereich aufweist, der eine Größe des Flaps aufweist und über einen Verbindungsbereich kippbeweglich mit einem zweiten Bereich verbunden ist, der auf die Oberfläche des Auges auflegbar ist, und daß der erste und der zweite Bereich der Halterung Perforierungen aufweisen, durch die die Halterung vermittels Unterdruck gegen die Oberfläche des Auges fixierbar sind.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ansaugvorrichtung vorgesehen ist, die den ersten und zweiten Bereich der Halterung gegen die Oberfläche des Auges mittels Unterdruck fixiert
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung eine in etwa an die Oberfläche des zu behandelnden Auges angepaßte Oberfläche aufweist.
  4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Bereich ringförmig perforiert ist.
  5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Auflagefläche des Flaps ganzflächig perforiert ist.
  6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Bereich mit Ansauglöchern ausgestattet ist um am Bulbus des Auges ansaugbar ist.
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung aus biokompatiblen, elastischem Material ist.
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Citations (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
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WO1993022988A1 (en) * 1992-05-20 1993-11-25 Summit Technology, Inc. Removal of epithelium from the eye
US5807380A (en) * 1996-04-26 1998-09-15 Dishler; Jon G. Optical guide and method for use in corrective laser eye surgery

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