DE19829298A1 - Gradientenspulensystem für ein Kernspintomographiegerät - Google Patents
Gradientenspulensystem für ein KernspintomographiegerätInfo
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Abstract
Zwei tesserale Gradientenspulen (GSx, GSy) sind auf einer im wesentlichen zylinderförmigen Fläche angeordnet. Eine aus einem Gradientenspulenpaar (GSz) bestehende transversale Gradientenspule (Gz) überragt die zylinderförmige Fläche an einem Ende in transversaler Richtung, wobei zwischen den Einzelspulen des Gradientenspulenpaars (GSz) der transversalen Gradientenspule (Gz) ein Abstand in tesseraler Richtung bleibt.
Description
Herkömmliche, fest eingebaute Gradientenspulensysteme bean
spruchen einen nicht unerheblichen Teil des Innenraums einer
Magnetanordnung (bei supraleitenden Magneten "Warmbohrung"
genannt). Dies soll anhand von Fig. 1 näher erläutert wer
den. Fig. 1 zeigt stark schematisiert die Bauteile eines
Kernspintomographen. Das Grundmagnetfeld wird mit einem Ma
gneten 1 in einer Ringspulenanordnung, die meist supraleitend
ausgeführt ist, erzeugt. Bei supraleitenden Grundfeldmagneten
sind die in Fig. 1 nicht dargestellten Spulen in einem Kryo
staten angeordnet. Der Grundfeldmagnet weist einen hohlzylin
derförmigen Innenraum auf. In diesem Innenraum ist ein hohl
zylinderförmiges Gradientenspulensystem 2 angeordnet. Inner
halb des Grädientenspülensystems 2 ist eine Hochfrequenzan
tenne 3 vorgesehen. Der nach Einbau von Gradientenspulensy
stem 2 und Hochfrequenzantenne 3 sowie nach Montage von nicht
dargestellten Verkleidüngen verbleibende Innenraum steht als
Nutzraum zur Verfügung. In diesem Nutzraum kann auf einer Pa
tientenliege 4 ein Patient 5 plaziert werden. Für den Nutz
raum sind insbesondere hinsichtlich seiner Breite gewisse
Mindestmaße erforderlich, um schwergewichtige Patienten über
haupt bzw. Patienten allgemein ohne allzu gravierende Been
gung untersuchen zu können. Der benötigte Innendurchmesser
des Grundfeldmagneten ist somit gegeben durch die gewünschten
Maße des Nutzraums sowie durch die radiale Ausdehnung von
Höchfrequenzantenne 3 und. Gradientenspulensystem 2. Der In
nendurchmesser des Grundfeldmagneten 1 bestimmt jedoch maß
geblich dessen Kosten. Es müssen nicht nur die Ringspulen und
bei supraleitenden Spülen auch der Kryostat mit größerem
Durchmesser ausgeführt werden. Es muß außerdem aufgrund des
größeren Innenvolumens bei gegebener Magnetfeldstärke mehr
magnetische Energie aufgebracht werden. Bei gleichbleibenden
Voraussetzungen bezüglich der geforderten Homogenität im Un
tersuchungsraum muß schließlich mit größerem Innendurchmesser
des Grundfeldmagneten auch noch dessen Länge vergrößert wer
den. Dies ist nicht nur im Hinblick auf Kostengesichtspunkte
höchst unerwünscht, sondern mit größerer Länge nehmen auch
Klaustrophobie-Probleme bei den Patienten zu und die Zugäng
lichkeit zum Patienten wird schlechter.
Von den im Untersuchungsraum des Grundfeldmagneten 1 einge
bauten Systemen hat die Gradientenspulenanordnung den höch
sten Platzbedarf.
Es wird daher angestrebt, den Außendurchmesser des Gradien
tenspulensystems bei vorgegebenem Aufnahmeraum für den Pati
enten so klein wie möglich zu halten. Für eine Gradientenspu
le mit möglichst kleinem Innenvolumen spricht auch die Tatsa
che, daß mit kleinerem Innenvolumen die Sensitivität steigt.
Unter Sensitivität versteht man dabei das Verhältnis von er
zeugtem Gradientenfeld zum aufzubringenden Strom bei gleicher
Windungszahl. Bei kleinem Innenvolumen werden bei gegebener
Gradientenstärke geringere Anforderungen an den Gradienten
verstärker gestellt.
Um das vom Gradientenspulensystem eingeschlossene Volumen
kleiner zu halten, wurde in der deutschen Offenlegungsschrift
196 53 449 vorgeschlagen, das Gradientenspulensystem nicht
wie üblich zylinderförmig, sondern nach beiden Seiten hin of
fen zu gestalten. Damit wird der besonders kritische Schul
terraum für den Patienten erweitert, so daß der Innendurch
messer des Grundfeldmagneten verkleinert werden kann.
Für Spezialanwendungen gibt es sogenannte lokale Gradienten
spulensysteme, die nur einen Teil des Körpers eines Patien
ten, z. B. den Kopf, aufnehmen. Ein derartiges lokales Gra
dientenspulensystem ist beispielsweise aus der DE-A1-195 04 171
bekannt. Wegen ihrer relativ geringen Induktivität bzw.
hohen Sensitivität eignen sich solche lokalen Gradientenspu
len insbesondere für Pulssequenzen, bei denen Gradienten sehr
schnell geschaltet werden müssen, z. B. für das EPI-(Echo
Planar Imaging)-Verfahren.
Der Anwendungsbereich solcher Lokalspulen ist jedoch be
grenzt.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Gradientenspulensystem mit
kleinem Innendurchmesser und großem Anwendungsbereich zu
schaffen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des An
spruchs 1 gelöst. Durch den Überstand der transversalen Gra
dientenspule über die zylinderförmige Fläche und den Abstand
zwischen den Einzelspulen der transversalen Gradientenspule
wird eine erweiterte Aufnahmemöglichkeit für einen Teilbe
reich des Gradientenspulensystems geschaffen. Dabei ist vor
teilhafterweise der Abstand zwischen den Einzelspulen der
transversalen Gradientenspule für die Aufnahme der Schultern
eines Patienten ausgelegt und der Innendurchmesser der zylin
derförmigen Fläche für die Aufnahme des Kopfes eines Patien
ten. Damit kann man bei einer Kopfgradientenspule auch den
Halsbereich mitaufnehmen.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in
den Unteransprüchen angegeben.
Ein Ausführungsbeispiel wird nachfolgend anhand der Fig. 2
bis 9 näher erläutert. Dabei zeigen:
Fig. 2 schematisch die geometrischen Konturen des Gradien
tenspulensystems,
Fig. 3 einen Querschnitt der oberen Hälfte des vergossenen
Spulenkörpers des Gradientenspulensystems 2 mit Dar
stellung des Patienten in Aufnahmeposition und dem
schematisch dargestellten Grundfeldmagneten 1,
Fig. 4 eine Spulenhälfte des Primärteils einer tesseralen
Gradientenspule,
Fig. 5 eine Spulenhälfte des Sekundärsteils einer tessera
len Gradientenspule,
Fig. 6 eine Spulenhälfte des Primärteils einer transversa
len Gradientenspule,
Fig. 7 eine Spulenhälfte des Sekundärteils der transversa
len Gradientenspule,
Fig. 8 die relativen Positionen der oberen Hälften der Pri
märteile einer tesseralen und der transversalen Gra
dientenspule,
Fig. 9 die relativen Positionen der oberen Hälften einer
tesseralen Gradientenspule (GSyp, GSys) und der
transversalen Gradientenspule (GSzp, GSzs).
In der schematischen Darstellung nach Fig. 2 sieht man deut
lich die geometrische Struktur des neuartigen Gradientenspu
lensystems 2, die aufgrund der Öffnungen 6 und 7 eine gegen
über einer reinen Zylinderform erweiterte Aufnahme für ein
Untersuchungsobjekt aufweist. In Fig. 2 ist ein kartesisches
Koordinatensystem x, y, z eingezeichnet, auf das in den folgen
den Betrachtungen Bezug genommen wird. Die Richtung z ent
spricht der Achse der Zylinderfläche 8 und fällt mit der
Richtung des Grundmagnetfeldes zusammen. Diese Richtung wird
auch als "transversale Richtung" bezeichnet. Ein in dieser
Richtung liegender Gradient wird dementsprechend als trans
versaler Gradient bezeichnet, die entsprechende Gradienten
spule als transversale Gradientenspule.
Die auf z senkrecht stehenden Richtungen x und y werden als
tesserale Richtungen, die entsprechenden Gradienten als tes
serale Gradienten und die zugehörigen Gradientenspulen als
tesserale Gradientenspulen bezeichnet.
Bei einer bevorzugten Anwendung des neuartigen Gradientenspu
lensystems für Kopfuntersuchungen wird der Innendurchmesser
des Gradientenspulensystems so dimensioniert, daß er für die
Aufnahme des Kopfes eines Patienten geeignet ist und die ra
diale Ausdehnung der Öffnungen 6 und 7 derart, daß diese für
die Aufnahme der Schultern eines Patienten ausreichen.
In Fig. 3 ist eine Schnittdarstellung des vergossenen Gra
dientenspulensystems, und zwar nur die obere Hälfte, mit ei
nem Patienten in Untersuchungsposition dargestellt. Es wird
deutlich, daß die Schultern des Patienten in die Öffnungen 6,
7 eingreifen, so daß das Gradientenspulensystem deutlich
kleiner gebaut werden kann als eine herkömmliche vollzylin
drische Anordnung. Im dargestellten Anwendungsfall wird das
Gradientenspulensystem in Verbindung mit einem speziellen Ma
gnetsystem 1 verwendet, dessen obere Hälfte im Schnitt nach
Fig. 3 schematisch dargestellt ist. Ein derartiges Magnetsy
stem kann z. B. für Kopfuntersuchungen ausgelegt werden und
kann dann mit wesentlich kleinerem Durchmesser und kürzerer
Bauweise als herkömmliche Magnetsysteme aufgebaut werden.
Der Aufbau der einzelnen Spulen ist in den folgenden Figuren
dargestellt. Es werden sogenannte aktiv geschirmte Spulen
verwendet, bei denen eine Primärspule, die das eigentliche
Nutzfeld erzeugt, von einer Sekundärspule umgeben ist, die
das Nutzfeld zur Magnetseite hin abschirmt, so daß störende
Wirbelströme in leitenden Teilen der Magnetkonstruktion weit
gehend vermieden werden. Aufbau und Auslegung solcher aktiv
geschirmter Gradientenspulen sind beispielsweise im US-Patent
5,512,828 beschrieben.
In Fig. 4 ist die Leiterstruktur für eine Spulenhälfte des
Primärteils einer tesseralen Gradientenspule, also z. B. der
Gradientenspule GSx dargestellt, in Fig. 5 die entsprechende
Sekundärspule. Die zweiten Spulenhälften sind jeweils symme
trisch zur Mittelachse des Magneten, die entsprechenden x-
Gradientenspulen sind um 90° verdreht.
Bei Betrachtung der Fig. 3 fällt auf, daß der Kopf des Pati
enten als primäres Untersuchungsobjekt nicht in der Mitte des
Gradientenspulensystems liegt. Grundsätzlich sollte aber das
Linearitätszentrum der Gradientenfelder mit der Mitte des
Bildgebungsvolumens zusammenfallen. Hierfür werden die tes
seralen Gradientenspulen asymmetrisch ausgelegt, das heißt,
das Linearitätszentrum der Gradientenspule liegt gegenüber
dem geometrischen Zentrum in Richtung zum Untersuchungsobjekt
hin (also in z-Richtung) versetzt. Die Auslegung solcher
asymmetrischer Gradientenspulen ist ebenfalls bereits in dem
obengenannten US-Patent 5,512,828 beschrieben.
In Fig. 6 ist eine Spulenhälfte des Primärteils der trans
versalen Gradientenspule, also der z-Gradientenspule, darge
stellt, in Fig. 7 die entsprechende Spulenhälfte der Sekun
därspule. Die z-Gradientenspule ist antisymmetrisch konzi
piert. Ein asymmetrisches Design würde nämlich zwangsläufig
zu einem relativ starken B0-Hub führen und wäre daher für die
Bildgebung unbrauchbar. Dies ist eine Konsequenz der Tatsa
che, daß ein z-Gradient mit Nulldurchgang im Bildmittelpunkt
eine in z-Richtung antisymmetrische Feldverteilung darstellt,
die entsprechend den Gesetzen der Elektrodynamik im Prinzip
auch nur durch eine in z-Richtung antisymmetrische Leiteran
ordnung erreicht werden kann. Für die z-Gradientenspule GSz
fällt daher der geometrische Mittelpunkt mit dem Mittelpunkt
des Bildgebungsvolumens zusammen. Die Anordnung der z-Gra
dientenspule GSz relativ zur x-Gradientenspule GSx ist in Fig. 8
dargestellt. Man erkennt, daß die z-Gradientenspule GSz
die x-Gradientenspule GSx - oder allgemein die tesseralen
Gradientenspulen - überragt, wobei die Linearitätszentren der
asymmetrischen tesseralen Gradientenspulen und der symmetri
schen transversalen (z-)-Gradientenspulen übereinstimmen.
In Fig. 9 sind die einzelnen Spulenteile des Gradientenspu
lensystems in einem Schnitt senkrecht zur Axialrichtung sche
matisch dargestellt, wobei hier wiederum deutlich wird, daß
die beiden Spulenhälften GSzp, GSzs der z-Gradientenspule GSz
über die ganze Länge zueinander einen Abstand aufweisen, der
an einem Ende zur Aufnahme der Schultern geeignet ist.
Mit dem oben beschriebenen Gradientenspulensystem gelingt es,
den Einsatzbereich relativ kleiner, d. h. nicht den ganzen
Körper eines Patienten aufnehmenden Gradientenspulen zu er
weitern. Bei bisherigen speziellen Kopfgradientenspulen ist
im Bereich des Halses kaum eine Bildgebung möglich, da wegen
der Kollision der Patientenschultern mit dem Gradientenspu
lenkörper das Zentrum des Bildgebungsvolumens maximal bis zur
Kopfmitte ausgedehnt werden kann. In der medizinischen Dia
gnostik wird aber angestrebt, die Kopfuntersuchung auch mit
Untersuchungen des Hals-/Wirbelsäulenbereichs zu verbinden,
der bis zur Bifurkation der Karotiden herabreicht. Mit dem
beschriebenen Gradientenspulensystem ist dies jedoch problem
los möglich, da aufgrund der Aussparungen im Schulterbereich
der Kopf des Patienten genügend weit in das Gradientenspulen
system eingeschoben werden kann.
Die Gradientenspule kann z. B. im Rahmen eines Spezialsystems
für Kopfuntersuchungen eingesetzt werden, wobei der entspre
chende Grundfeldmagnet lediglich so groß sein muß, daß sein
Innendurchmesser gerade noch Platz für die Schultern bietet.
Das Gradientenspulensystem kann aber auch als sogenannte
insert-Gradientenspule für Ganzkörpersysteme betrieben wer
den.
Da für die tesseralen Gradientenspulen in herkömmlicher Weise
die komplette Zylinderoberfläche ohne radiale Aussparungen
zur Verfügung steht, können diese hocheffizient ausgelegt
werden. Da sie nur ein sehr kleines Untersuchungsvolumen ein
schließen, weisen sie eine geringe Induktivität auf, so daß
an den Gradientenverstärker entsprechend reduzierte Anforde
rungen gestellt werden. Vorteilhafterweise werden zur Unter
drückung von Lärm und Vibrationen die asymmetrischen tessera
len Gradientenspulen mit einem Drehmoment-kompensierten Lei
terdesign aufgebaut. Die Berechnung solcher Gradientenspulen
ist in der US-Patentschrift 5,309,107 beschrieben.
Claims (7)
1. Gradientenspulensystem für ein Kernspintomographiegerät
mit zwei tesseralen Gradientenspulen (GSx, GSy), die auf ei
ner im wesentlichen zylinderförmigen Fläche (8) angeordnet
sind, und einer aus einem Gradientenspulenpaar (GSz) beste
henden transversalen Gradientenspule (GSz), wobei die trans
versale Gradientenspule (GSz) die zylinderförmige Fläche (8)
an einem Ende in transversaler Richtung überragt und zwischen
den Einzelspulen des Gradientenspulenpaars (GSz) der trans
versalen Gradientenspule (GSz) ein Abstand in tesseraler
Richtung bleibt.
2. Gradientenspulensystem nach Anspruch 1, wobei das Lineari
tätszentrum der tesseralen Gradientenspulen (GSx, GSy) aus
dem geometrischen Zentrum der tesseralen Gradientenspulen
(GSx, GSy) in Richtung des Überstands der transversalen Gra
dientenspule (GSz) verschoben ist.
3. Gradientenspulensystem nach Anspruch 2, wobei das Lineari
tätszentrum der tesseralen Gradientenspulen (GSx, GSy) mit
dem Linearitätszentrum der transversalen Gradientenspule
(GSz) zusammenfällt.
4. Gradientenspulensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei der Abstand (a) zwischen den Einzelspulen der transver
salen Gradientenspule (GSz) für die Aufnahme der Schultern
eines Patienten ausgelegt ist.
5. Gradientenspulenanordnung nach Anspruch 4, wobei der In
nendurchmesser (d) der zylinderförmigen Fläche für die Auf
nahme des Kopfes eines Patienten ausgelegt ist.
6. Gradientenspulensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei dieses als Insert-Gradientenspule für Ganzkörper-MR-
Geräte ausgeführt ist.
7. Gradientenspulensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei es in einen Grundfeldmagneten eingebaut ist, dessen In
nendurchmesser (R) für die Aufnahme der Schultern eines Pati
enten ausgelegt ist.
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