DE19828004A1 - Verfahren zur Erzielung einer konstanten Preßkraft, insbesondere bei Tablettiermaschinen - Google Patents
Verfahren zur Erzielung einer konstanten Preßkraft, insbesondere bei TablettiermaschinenInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzielung einer konstanten Preßkraft, insbesondere bei Tablettiermaschinen mit rechnergesteuert über Stellmotore verstellbaren Druckrollen. DOLLAR A Die Aufgabe der Erfindung, ein gattungsgemäßes Verfahren zu entwickeln, mit dem die Herstellung von Tabletten in engsten Gewichtsgrenzen und mit deutlich reduzierten Bruchhärteschwankungen gewährleistet wird, wird dadurch gelöst, daß eine der Druckrollen bei jedem einzelnen Komprimierungsvorgang je Tablette durch positive und negative Verstellung so positioniert wird, daß eine zuvor eingestellte maximale Preßkraft über eine definierte Zeit konstant eingehalten wird.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzielung
einer konstanten Preßkraft, insbesondere bei Tablet
tiermaschinen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Eine der Hauptforderungen bei der Herstellung von
Tabletten ist die Erzielung eines möglichst konstanten
Tablettengewichts. Vorausgesetzt, daß die Tabletten
steghöhe konstant ist, ergibt sich eine direkte
Korrelation zwischen dem Tablettengewicht und der
notwendigen Preßkraft zur Herstellung der Tablette.
Diese Eigenschaft wird von den meisten Herstellern von
Tablettiermaschinen dazu genutzt, um das Tabletten
gewicht in engsten Toleranzgrenzen zu halten.
Für einige Anwendungsfälle, zum Beispiel in der
Waschmittelindustrie, ist es wichtig, daß die Tabletten
nicht nur ein konstantes Gewicht aufweisen, sondern
auch eine konstante Bruchhärte, da sie die Auflösezeit
während des Waschvorganges bestimmt. Die Tabletten
bruchfestigkeit wird im wesentlichen durch die
Tablettendichte bestimmt.
Für die Steuerung der Preßkraft ist die Haupt
druckstation einer Tablettiermaschine von ausschlag
gebender Bedeutung. Die Hauptdruckstationen von
Tablettiermaschinen lassen sich auf drei Konstruktions
prinzipien zurückfühern, nach denen die Druckrollen in
ihrer Position voreingestellt werden können.
Die Verstellung der Druckrollen hat jeweils eine
Änderung der Tablettensteghöhe zur Folge.
Aus der DE-OS 26 23 737 ist eine Drucküberwachung bei
Tablettenpressen bekannt, bei der während des Preß
vorganges kein Ausweichen der Druckrollen vorgesehen
ist. Mit den voreingestellten Druckrollen wird eine
Tablette gepreßt, danach geprüft, und bei Erfüllung der
vorgegebenen Parameter wird die daraus resultierende
aufgetretene und gemessene maximale Preßkraft als
Optimalwert festgelegt.
Aus der EP 0 204 266 A1 ist ein Verfahren zur Steuerung
der Druckrollen einer Rundläufer-Tablettiermaschine
bekannt, bei dem bei Überschreitung einer vorein
gestellten maximalen Preßkraft ein Ausweichen der
Hauptdruckrollen vorgesehen ist. Eine Hauptdruckrolle
ist mit einem rechnergesteuerten Stellmotor versehen,
mit dem der Abstand zwischen den Hauptdruckrollen
zueinander verändert wird, wenn an den Vordruckrollen
eine unzulässig hohe Preßkraft gemessen wird. Damit
verbunden wird in den meisten Fällen die Presse
gestoppt, um den Werkzeugschutz zu gewährleisten.
In der DE-OS 25 50 680 wird eine Einrichtung zur
Kontrolle des Gewichts von Tabletten während der
Herstellung beschrieben, um das Tablettengewicht
konstant zu halten. Dazu wird die Druckrolle mit einem
Pneumatikzylinder verbunden. Der beaufschlagte Druck
wird entsprechend, den Herstellungsbedingungen der
Tablette eingestellt. Die Druckrolle kann, je nach
beaufschlagtem Druck im Pneumatikzylinder, im Bedarfs
fall eine Ausweichbewegung vornehmen. Der bei der
Ausweichbewegung zurückgelegte Weg dient als Regelgröße
der Dosierung. Durch die vorhandene Trägheit der Masse
kann diese Lösung nur für einen bestimmten Drehzahl
bereich eingesetzt werden. Die Einstellung des
pneumatischen Druckes am Pneumatikzylinder erfolgt
zudem manuell und ist stark von der Erfahrung und dem
Geschick des Einstellenden abhängig. Die Qualität der
Regelung hängt im wesentlichen von dieser Einstellung
ab. Durch das eventuelle Ausweichen der Druckrolle
während des Preßvorganges wird als Nebenergebnis eine
im Verhältnis zu anderen Verfahren konstantere Dichte
erreicht. Nachteilig ist es jedoch, daß dabei Tabletten
unterschiedlicher Steghöhe entstehen, was bei einigen
Produkten unerwünscht ist.
Es ist weiterhin bekannt, daß ein Zusammenhang zwischen
der Druckhaltezeit (Preßkraftverlauf) zur Erstellung
einer Tablette und der daraus resultierenden
Tablettenhärte besteht (I. M. Newton and al.: "Computer
analysis of the relation between tablet strength and
compaction pressure", Journal of Pharm. . . . 23 (1971) 19;
E. N. Hiestand and al.: "Tensile Strength of Compressed
Powders and an Example of Incompatibility as End-Point
on Shear Yield Locus", Journal of Pharmaceutical
Sciences 63, 605 (1974), S. 73ff.). Die Bruchhärte steht
im Zusammenhang mit der Preßkraft und der verwendeten
Preßzeit. So kann eine gleiche Tablettenhärte bei
kürzeren Preßzeiten erzielt werden, indem der Preßdruck
erhöht wird. Diesem Verfahren sind natürliche Grenzen
gesetzt. Um also die Druckhaltezeit zu beeinflussen,
stehen zur Zeit drei bekannte Verfahren zur Verfügung:
- 1. Veränderung der Stempelkopfformen, damit ein möglichst großes Plateau entsteht und die Verweil dauer des Stempels unter der Druckrolle möglichst lang ist.
- 2. Reduzierung der Tischdrehzahl mit dem Effekt, daß die Druckhaltezeit vergrößert wird.
- 3. Installation von Druckhalteschienen zwischen der Vor- und der Hauptdruckstation, um somit notfalls Einfluß auf die Druckhaltezeit auszuüben.
Mit diesen Verfahren ist es möglich, auf die Tabletten
bruchfestigkeit Einfluß zu nehmen, jedoch nicht auf die
Steuerung der Bruchhärteschwankungen. Der Grund für
hohe Streuungen ist darin begründet, daß sich kleinste
Volumenschwankungen bei konstanter Steghöhe signifikant
auf die Bruchhärte auswirken. Die typische relative
Standardabweichung beträgt < 15%.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein gattungsgemäßes
Verfahren zu entwickeln, mit dem die Herstellung von
Tabletten in engsten Gewichtsgrenzen und mit deutlich
reduzierten Bruchhärteschwankungen gewährleistet wird.
Die Lösung der Aufgabe ergibt sich aus den Merkmalen
des Anspruches 1. Durch die Begrenzung der maximalen
Preßkraft während des Komprimierens jeder Tablette
durch die Verstellung der Hauptdruckrolle in
Abhängigkeit von der Preßkraft während des Preßvor
gangs, wird eine konstante Dichte und eine deutliche
Reduzierung der Bruchhärteschwankungen erreicht. Als
Folge der Verstellung wird nicht nur eine konstante
Preßkraft, sondern auch eine Verlängerung der
Druckhaltezeit erzielt. Die Druckrolle wird während des
Komprimierungsprozesses sowohl in positiver als auch in
negativer Richtung verstellt. Die Folge der
verlängerten Druckhaltezeit ist auch, daß die Tabletten
bei gleicher Ausstoßleistung mit einer geringeren
Preßkraft hergestellt werden können.
Dadurch wird, nicht nur ein Anstieg der Preßkraft
verhindert (durch Wegbewegen der Druckrollen), sondern
auch im umgekehrten Falle eine möglichst konstante
Preßkraft erreicht, indem bei Nichterreichen der
Preßkraft die Druckrollen zusammengefahren werden.
Der Vorteil des Verfahrens nach der Erfindung besteht
insbesondere darin, daß die Pressen mit einer höheren
Ausstoßleistung bei deutlich reduzierter Preßkraft
betrieben werden können. Gegenüber den bekannten
Pressen werden ein geringerer Verschleiß und eine
höhere Produktivität sowie ein zuverlässiger Werkzeug
schutz erreicht.
Zweckmäßige Ausführungsformen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen beschrieben.
Die Erfindung wird nachfolgend in einem Ausführungs
beispiel näher erläutert.
Beim Pressen von Tabletten, bei denen die definierte
Tablettenbruchfestigkeit von erhöhter Bedeutung ist, um
zum Beispiel ein möglichst zuverlässiges und schnelles
Auflösen in einem flüssigen Medium und gleichzeitig die
Transportfähigkeit sowie das Handling der Tablette zu
gewährleisten, spielt es eine große Rolle, die Preß
kraft über eine möglichst definierte Druckhaltezeit
konstant zu halten.
Das Verfahren nach der Erfindung sieht dazu vor, die
Druckrolle während des Komprimiervorganges bei jeder
Tablette sowohl in positiver als auch in negativer
Richtung so zu verstellen, daß eine Verlängerung der
Druckhaltezeit für die eingestellte maximale Preßkraft
erreicht wird.
Die Kurve des Verlaufs des Preßdrucks in Abhängigkeit
vom Preßweg weist dabei ein definiertes Plateau auf,
d. h., während einer definierten Zeit wird auf die
Tablette eine konstante maximale Preßkraft ausgeübt.
Durch die verlängerte Druckhaltezeit wird dem
Preßmaterial mehr Zeit eingeräumt, sich auszurichten.
In der Folge werden mit einer geringeren Preßkraft eine
konstantere Dichte und damit konstantere Werte der
Bruchhärte der Tablette erzielt.
Die Erfindung ist nicht auf das hier beschriebene
Ausführungsbeispiel bei der Tablettenherstellung
beschränkt. Vielmehr ist es möglich, durch Kombination
der Merkmale weitere Ausführungsformen zu realisieren,
die auch Preßlinge allgemein betreffen.
Claims (4)
1. Verfahren zur Erzielung einer konstanten Preßkraft,
insbesondere bei Tablettiermaschinen mit
rechnergesteuert über Stellmotore verstellbaren
Druckrollen,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine der Druckrollen bei jedem einzelnen
Komprimierungsvorgang je Tablette durch positive und
negative Verstellung so positioniert wird, daß eine
zuvor eingestellte maximale Preßkraft über eine
definierte Zeit konstant eingehalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Erfassung und Ausregelung der Preßkraft in
Echtzeit erfolgen.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Integral Preßkraft-Zeit als Regelungsgröße
zur Dosierung (Konstanthaltung des Tabletten
gewichts) verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die tatsächlich gemessenen Tablettenparameter
für das Gewicht und die Bruchfestigkeit rückgeführt
und daraus von einem Rechner die neuen
Einstellungen der Maschine berechnet werden und
somit eine konstante Produktqualität in engsten
Toleranzen erreicht wird.
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