DE19811209C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Richten von Draht - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Richten von Draht

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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Richten von Draht gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie eine Vorrichtung zur Ausübung eines derartigen Verfahrens.
Beispielsweise bei der Herstellung chirurgischer Nadeln wird Draht verwendet, der auf Spulen von relativ geringem Durchmesser angeliefert wird. Bevor derartiger Draht zum Beispiel zu geraden chirurgischen Nadeln weiterverarbeitet werden kann, muß er gerichtet (d. h. gerade gebogen) werden. Dies geschieht mit Hilfe eines Richtflügels, durch den der von der Spule (im folgenden: erste Spule) kommende Draht gezogen wird. Der Richtflügel enthält eine Anzahl von Richtrollen, z. B. acht Stück, die den Draht abwechselnd nach oben und nach unten drücken, so daß er in etwa wellenförmiger Form durch den Richtflügel verläuft, wobei die Wellenamplitude in Richtung auf das Austrittsende des Drahtes hin abnimmt. Die Richtrollen können unterschiedliche Größe haben und ihre Anordnung innerhalb des Richtflügels ist variabel, so daß sich der Richtflügel auf Drähte mit unterschiedlicher Dicke und unterschiedlichen Materialeigenschaften einstellen läßt. Dadurch, daß der Draht innerhalb des Richtflügels in wechselnden Richtun­ gen umgelenkt wird, wird ein Richten des Drahtes erzielt. Um möglichst isotrope Verhältnisse senkrecht zur Drahtachse zu erlangen, wird der Richtflügel um eine Achse (im folgenden: erste Achse) rotiert, die durch die Längsrichtung des Drahtverlaufs im Bereich des Richtflügels definiert ist, d. h., die erste Achse fällt im wesentlichen mit der "Nullinie" des wellenförmigen Drahtverlaufs zusammen.
Durch die Rotationsbewegung des Richtflügels um die erste Achse wird der Draht elastisch und auch plastisch verformt, d. h., er erhält eine Verdrehung in der Drahtachse ("Drall"). Dieser Effekt ist unerwünscht, und daher wurden verschiedene Verfahren benutzt, um den Dralleffekt herabzusetzen oder auszugleichen.
Eine Möglichkeit besteht darin, hinter den Richtflügel einen zweiten, ähnlich aufgebauten Richtflügel zu setzen, wie es bei einer vorbekannten Drahtrichtmaschine der Otto Bihler Maschinen­ fabrik GmbH & Co. KG der Fall ist. Die Einstellung der Richt­ rollen in dem ersten und in dem zweiten Richtflügel wird dabei so aufeinander abgestimmt, daß der Draht erst nach dem Austreten aus dem zweiten Richtflügel gerichtet ist. Während des Durch­ ziehens des Drahtes dreht sich der zweite Richtflügel um dieselbe Achse wie der erste Richtflügel, aber in gegenläufiger Richtung. Dadurch wird der in dem ersten Richtflügel erzeugte Drall durch Verformung um die Drahtachse in umgekehrter Richtung wieder zumindest teilweise aus dem Draht genommen. Bei diesem Verfahren ist die Einstellung der Richtrollen, die ja für beide Richtflügel aufeinander abgestimmt werden muß, sehr schwierig. Ein weiterer Nachteil ist die starke plastische Verformung des Drahtes, die durch das Zusammenwirken beider Richtflügel eintritt. Dies hat eine hohe Kaltverfestigung und damit eine unerwünschte Ver­ sprödung des Drahtes zur Folge. Der Ausschuß, d. h. der Anteil des Drahtes, der nicht den gewünschten Qualitätsanforderungen entspricht, ist entsprechend hoch.
Eine ähnliche Drahtrichtvorrichtung ist aus der DE-PA 247 898/24.4.52 bekannt. Darin sind zwei oder mehrere in axialer Ausfluchtung befindliche Drahtrichttrommeln vorgesehen, durch die der Draht nacheinander durchgeführt wird, wobei sich benachbarte Richt­ trommeln jeweils in entgegengesetzter Richtung drehen.
Die DE 36 37 468 A1 zeigt eine weitere Vorrichtung zum Richten von Draht. Bei dem darauf ausgeübten Verfahren wird der Draht von einer Spule abgewickelt und in einer Einrichtung zum Verdrehen und Strecken des Drahtes mittels zwei Richteinrichtungen, die jeweils einander gegenüberliegende Arbeitsflächen aufweisen, in zwei entgegengesetzten Richtungen bis zur plastischen Verformung des Drahtwerkstoffs verdreht. Gleichzeitig wird der Draht im Bereich der elastischen Verformung des Drahtwerkstoffs gestreckt. Dann wird der Draht auf eine Spule aufgewickelt.
Es ist auch bekannt, auf den zweiten Richtflügel zu verzichten und statt dessen den Draht nach dem Austreten aus dem Richtflügel nicht auf eine Spule aufzuwickeln, wie es bei Verwendung von zwei Richtflügeln der Fall sein kann, sondern in Stücke von vor­ gegebener Länge zu schneiden. Diese Stücke können mehrere Meter lang oder auch kürzer sein. Innerhalb der einzelnen Stücke kann sich der Draht entspannen, so daß einerseits keine übermäßige Kaltverfestigung und andererseits kein unerwünschter Drall auftritt. Nachteilig ist jedoch, daß der weiter zu verarbeitende Draht in Form von Stücken viel umständlicher handhabbar ist, als wenn er auf einer Spule zur Verfügung stände.
In der DE-OS 14 52 981 ist offenbart, daß gerichtete Drähte nach dem Richten zu Lagerzwecken auf Ringe aufgewickelt werden können, die einen so großen Durchmesser haben, daß deren Krümmung so gering ist, daß die dadurch bedingte Verformung keine bleibende ist; alternativ können die Drähte unmittelbar nach dem Richten auf die gewünschte Länge geschnitten werden. Die DE-PS 629 756 beschreibt eine Drahtrichtvorrichtung, bei der eine Ziehtrommel mit großem Durchmesser verwendet wird, so daß aus dem Draht Restkrümmungen entfernt werden.
Es ist Aufgabe der Erfindung, das eingangs genannte Verfahren zum Richten von Draht, bei dem ein Richtflügel zum Einsatz kommt, derart zu verbessern, daß der Draht für die Weiterverarbeitung spannungsarm und in gut handhabbarer Weise zur Verfügung steht, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens bereitzu­ stellen.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Richten von Draht mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen. Gegenstand des Patentanspruchs 8. ist eine Vorrichtung zur Ausübung eines derartigen Verfahrens.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Richten von Draht wird ein von einer ersten Spule kommender Draht durch einen Richt­ flügel mit Richtrollen gezogen. Der Richtflügel rotiert um eine erste Achse, die durch die Längsrichtung des Drahtverlaufs im Bereich des Richtflügels definiert ist. Nach dem Austreten aus dem Richtflügel wird der Draht auf eine zweite Spule aufgewic­ kelt, deren Durchmesser größer ist als der der ersten Spule. Die zweite Spule rotiert der Drehrichtung des Richtflügels ent­ sprechend um eine zweite Achse, die durch den tangential auf die zweite Spule zuführenden Drahtverlauf definiert ist.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird also nur ein Richtflügel verwendet, der sich erheblich leichter auf die Eigenschaften des zu richtenden Drahts einstellen läßt, als es bei Benutzung von zwei Richtflügeln der Fall wäre. Nach dem Austreten aus dem Richtflügel wird der Draht aufgewickelt, so daß er für die weitere Verarbeitung in nachfolgenden Verfahren, die nicht Gegenstand der Erfindung sind, in Endlos form zur Verfügung steht. Dadurch wird die Handhabung im Vergleich zu Drahtstücken vorgegebener Länge erheblich erleichtert. Der Durchmesser der zweiten Spule sollte so groß sein, daß die Krümmung des darauf aufgewickelten Drahtes so gering ist, daß der Draht beim Abnehmen von der zweiten Spule in späteren Verfahren selbsttätig in eine gerade Form übergeht, d. h., daß der Draht auf der zweiten Spule lediglich im elastischen Bereich und nicht plastisch deformiert ist. Weil die zweite Spule beim Aufwickeln des Drahtes um eine zweite Achse rotiert, die im wesentlichen dort liegt, wo der Draht tangential auf die zweite Spule zuläuft, also entlang der Achse des Drahtes, läßt sich der Draht spannungsarm und drallfrei aufwickeln. Der von dem Richtflügel in dem Draht erzeugte Drall wird also beim Aufwickeln des Drahtes auf die zweite Spule kompensiert, indem die zweite Spule entsprechend nachgeführt wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich kostengünstig durch­ führen, da die zur Durchführung des Verfahrens erforderliche Vorrichtung relativ einfach ist und eine schwierige, aufeinander abgestimmte Einstellung von zwei Richtflügeln entfällt. Der gerichtete Draht ist nur geringfügig kaltverfestigt und daher nicht versprödet. Entsprechend gering ist der Ausschuß.
Vorzugsweise ist die Winkelgeschwindigkeit der Rotationsbewegung der zweiten Spule um die zweite Achse geringer als die Winkelge­ schwindigkeit der Rotationsbewegung des Richtflügels um die erste Achse. Die optimalen Winkelgeschwindigkeiten hängen von ver­ schiedenen Parametern ab, insbesondere von den Eigenschaften des Drahtes und von der Geschwindigkeit, mit der der Draht durch den Richtflügel gezogen wird. Die Winkelgeschwindigkeiten sollten so aufeinander abgestimmt sein, daß der Draht weitgehend drallfrei auf die zweite Spule aufgewickelt wird, was sich durch Versuche ermitteln läßt.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform fallen die erste Achse und die zweite Achse zusammen, und die Drehrichtungen des Richt­ flügels um die erste Achse und der zweiten Spule um die zweite Achse sind gleich. Dies ist die einfachste Geometrie zur Ausübung des Verfahrens. Es ist jedoch auch denkbar, daß der Draht nach dem Austreten aus dem Richtflügel und vor der zweiten Spule umgelenkt wird (z. B. mit Hilfe einer oder mehrerer Umlenkrollen) und daß die erste Achse und die zweite Achse nicht zusammen­ fallen. Eine derartige Ausgestaltung kann eine platzsparende Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ermöglichen; beim Einstellen der Vorrichtung ist aber darauf zu achten, daß ein möglicherweise beim Umlenken des Drahtes entstehender zusätzli­ cher Drall in korrekter Weise durch die Rotationsbewegung der zweiten Spule kompensiert wird.
Während der Draht auf der zweiten Spule aufgewickelt wird, verschiebt sich in Abhängigkeit von der Menge des bereits aufgewickelten Drahtes der Abstand zwischen der Wickelachse der zweiten Spule und der Tangente, entlang der der Draht auf die zweite Spule zuläuft. Wenn die zweite Achse ortsfest ist, fällt sie demnach nicht während des gesamten Aufwickelvorgangs genau mit dem tangential auf die zweite Spule zuführenden Drahtverlauf zusammen. Solange die Verschiebung zwischen der Wickelachse der zweiten Spule und der Tangente nicht zu groß wird, führt diese Abweichung von der optimalen Geometrie nicht zu störenden Spannungen in dem auf der zweiten Spule aufgewickelten Draht. Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird jedoch die von der Menge des bereits aufgewickelten Drahtes abhängende Verschiebung des tangential auf die zweite Spule zuführenden Drahtverlaufs relativ zur Wickelachse der zweiten Spule kompensiert, indem die zweite Spule während des Aufwickelns des Drahtes quer zur zweiten Achse verschoben wird. Dadurch kann der tangential auf die zweite Spule zuführende Drahtverlauf auf der zweiten Achse gehalten werden, so daß ständig optimale Geometriebedingungen vorliegen, um den Drall aus dem Draht zu entfernen.
Vorzugsweise wird die Zuggeschwindigkeit des Drahtes durch die Wickelgeschwindigkeit der zweiten Spule eingestellt. Dabei läßt sich der Draht mit Hilfe der zweiten Spule von der ersten Spule abwickeln und durch den Richtflügel ziehen.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird der Draht nach dem Austreten aus dem Richtflügel und vor der zweiten Spule durch ein Reinigungsbad bewegt. In dem Reinigungsbad kann Öl abgewaschen werden, das im Richtflügel auf den Draht gelangt ist.
Eine Vorrichtung zur Ausübung des erfindungsgemäßen Verfahrens weist einen Richtflügel mit Richtrollen, durch den ein von einer ersten Spule kommender Draht ziehbar ist und der um eine erste Achse drehbar ist, die durch die Längsrichtung des Drahtverlaufs im Bereich des Richtflügels definiert ist, sowie eine Montage- und Antriebseinrichtung für eine zweite Spule auf, auf die der Draht nach dem Austritt aus dem Richtflügel wickelbar ist, deren Durchmesser größer ist als der der ersten Spule und die der Drehrichtung des Richtflügels entsprechend um eine zweite Achse drehbar ist, die durch den tangential auf die zweite Spule zuführenden Drahtverlauf definiert ist. Je nach Ausgestaltung des ausgeübten Verfahrens treten zu der Vorrichtung noch Komponenten wie Umlenkrollen oder eine Einrichtung zum Verschieben der zweiten Spule quer zur zweiten Achse hinzu.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbei­ spieles näher erläutert. Die Zeichnungen zeigen in
Fig. 1 eine schematische seitliche Gesamtansicht einer Vor­ richtung zur Ausübung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
Fig. 2 eine vergrößerte schematische Ansicht des Richtflügels gemäß Fig. 1 und
Fig. 3 eine Vorderansicht der zweiten Spule bei Blick in Richtung der Pfeile aus Fig. 1.
In den Fig. 1 bis 3 ist eine Vorrichtung dargestellt, mit deren Hilfe das erfindungsgemäße Verfahren zum Richten von Draht ausgeführt werden kann. Im Ausführungsbeispiel wird Draht 1 gerichtet, der zur Herstellung chirurgischer Nadeln verwendet wird. Der Draht 1 wird auf einer ersten Spule 2 angeliefert, die vorzugsweise aus Kunststoff besteht. Der Draht 1 ist im Aus­ führungsbeispiel bereits gehärtet, weshalb kein Nachhärten der später daraus hergestellten chirurgischen Nadeln erforderlich ist. Da die erste Spule einen relativ kleinen Durchmesser hat, ist der darauf aufgewickelte Draht 1 so stark gekrümmt, daß er zunächst gerichtet werden muß, bevor er zur Fertigung chir­ urgischer Nadeln geeignet ist. Zum Richten des Drahtes 1 dient ein Richtflügel 3 herkömmlicher Bauart, durch den der Draht 1 mit Hilfe einer zweiten Spule 4 gezogen wird. Die zweite Spule 4 hat einen größeren Durchmesser als die erste Spule 2. Der auf der zweiten Spule 4 aufgewickelte Draht 1 ist elastisch deformiert, so daß er beim Abwickeln in späteren Verfahren selbsttätig in eine gerade Form übergeht. Im Ausführungsbeispiel besteht die zweite Spule 4 aus Holz.
Im folgenden werden die in den Fig. 1 bis 3 gezeigte Vor­ richtung und das mit ihrer Hilfe durchgeführte Verfahren näher betrachtet.
Die erste Spule 2 ist drehbar an einem Halter 10 angebracht, der an einem Unterbau 12 befestigt ist. Der Halter 10 ist mit einer Bremse versehen, damit beim Durchziehen des Drahtes 1 durch den Richtflügel 3 eine Zugspannung aufgebaut werden kann. Die Drehachse der ersten Spule 2 liegt parallel zur Papierebene der Fig. 1. Der Draht 1 wird tangential in vertikaler Richtung von der ersten Spule 2 abgewickelt und über eine Umlenkrolle 14 in die horizontale Richtung umgelenkt.
Über dem Unterbau 12 findet sich der Richtflügel 3, der in Fig. 2 in vergrößerter Ansicht dargestellt ist. Der Richtflügel 3 weist ein Gehäuse 20 auf, in dem Richtrollen 22 an verstellbaren Halterungen 24 drehbar montiert sind. Der Draht 1 gelangt über das Eintrittsende 26 in das Gehäuse 20 und verläßt es über das Austrittsende 28. Wenn der Draht 1 unter der Antriebswirkung der zweiten Spule 4 durch den Richtflügel 3 gezogen wird, bewegt er sich in Richtung des in Fig. 2 eingezeichneten Pfeiles.
Die Halterungen 24 der Richtrollen 22 werden so eingestellt, daß die Krümmung des Drahtes 1, die daher rührt, daß er auf der ersten Spule 2 relativ eng aufgewickelt war, nach und nach reduziert wird. Dazu wird der Draht 1 mehrfach mit Hilfe der Richtrollen 22 umgelenkt, so daß der Drahtverlauf innerhalb des Gehäuses 20 wellenförmig ist. Dabei nimmt die Wellenamplitude vom Eintrittsende 26 zum Austrittsende 28 hin ab, d. h., der Draht 1 geht immer mehr in die gewünschte gerade Form über. Die Ein­ stellung der Richtrollen 22 an den Halterungen 24 muß individuell auf die verwendete Drahtsorte und den Drahtdurchmesser abgestimmt werden. Die optimale Einstellung muß empirisch ermittelt werden.
Der Richtflügel 3 rotiert um eine erste Achse A-A, die durch die Längsrichtung des Drahtverlaufs im Bereich des Richtflügels 3 definiert ist. Im Ausführungsbeispiel fällt die erste Achse A-A mit dem Drahtverlauf außerhalb des Gehäuses 20 zusammen, wie aus Fig. 2 ersichtlich. Durch die Rotationsbewegung des Richtflügels 3 um die erste Achse A-A ergeben sich weitgehend isotrope Eigenschaften des Drahtes 1 in einer Ebene senkrecht zu der ersten Achse A-A. Dabei wird der Draht 1 jedoch auch plastisch verformt und mit einem Drall versehen. Die zum Rotieren des Richtflügels 3 erforderliche Antriebseinheit befindet sich in dem Unterbau 12.
Nach dem Austreten aus dem Richtflügel 3 wird der Draht 1 durch ein Reinigungsbad 30 bewegt, das auf einem an dem Unterbau 12 befestigten Tragarm 32 angeordnet ist. In dem Reinigungsbad 30 wird von dem Draht 1 Öl abgewaschen, das zum Betreiben des Richtflügels 3 erforderlich ist und über die Richtrollen 22 an den Draht 1 gelangen kann.
Der Draht 1 wird von der zweiten Spule 4 aufgewickelt. Die zweite Spule 4 weist zwei Führungsscheiben 40 und einen Wickelkern 42 mit großem Durchmesser auf, siehe Fig. 3. Die zweite Spule 4 ist an einem Montagearm 44 um eine Wickelachse B (siehe Fig. 1) drehbar gelagert. Die Wickelachse B steht senkrecht zu der Papierebene der Fig. 1 und liegt parallel zu der Papierebene der Fig. 3. Der Montagearm 44 ist an einem Träger 46 befestigt, dessen Verlängerung auf den Richtflügel 3 zu als Führungshilfe 48 für den Draht 1 gestaltet ist, siehe Fig. 1. Der Träger 46 befindet sich an dem Gehäuse einer Antriebseinrichtung 50. Die Antriebseinrichtung 50 enthält einen Motor zum Drehen der zweiten Spule 4 um die Wickelachse B. Der Draht 1 wird mit Hilfe der zweiten Spule 4 durch den Richtflügel 3 und das Reinigungsbad 30 gezogen. Dabei läßt sich die Zuggeschwindigkeit des Drahtes 1 durch die Wickelgeschwindigkeit der zweiten Spule 4 einstellen, also durch deren Winkelgeschwindigkeit bei der Drehbewegung um die Wickelachse B. Vorzugsweise wird eine gleichmäßige Zug­ geschwindigkeit angewandt.
Die zweite Spule 4 führt eine weitere Drehbewegung aus. Dazu rotiert der Träger 46 mit dem Montagearm 44 und der zweiten Spule 4 um eine zweite Achse C (siehe Fig. 1), die durch den tangenti­ al auf die zweite Spule 4 zuführenden Drahtverlauf definiert ist. Im Ausführungsbeispiel steht die zweite Achse C senkrecht zur Zeichenebene der Fig. 3 und liegt in der Zeichenebene der Fig. 1; sie fällt mit der ersten Achse A-A zusammen. Der Motor, der diese Rotationsbewegung bewirkt, befindet sich ebenfalls in der Antriebseinrichtung 50.
Die Rotationsbewegung der zweiten Spule 4 um die zweite Achse C erfolgt in Richtung des in Fig. 3 eingezeichneten Pfeiles. Dabei stimmt die Drehrichtung der zweiten Spule 4 bei der Rotations­ bewegung um die zweite Achse C mit der Drehrichtung des Richt­ flügels 3 bei dessen Rotationsbewegung um die erste Achse A-A überein. Die Winkelgeschwindigkeit der Rotationsbewegung der zweiten Spule 4 um die zweite Achse C ist jedoch geringer als die Winkelgeschwindigkeit der Rotationsbewegung des Richtflügels 3 um die erste Achse A-A. Die Winkelgeschwindigkeiten sind derart aufeinander abgestimmt, daß der Draht 1 mit möglichst geringem Drall oder drallfrei auf die zweite Spule 4 aufgewickelt wird. Der Effekt beruht darauf, daß die zweite Spule 4 durch die Rotationsbewegung um die zweite Achse C der von der Rotations­ bewegung des Richtflügels 3 um die erste Achse A-A bewirkten Verdrehung des Drahtes 1 nachgeführt wird.
Mit wachsender Menge des bereits auf die zweite Spule 4 aufgewic­ kelten Drahtes 1 bewegt sich der tangential auf die zweite Spule 4 zuführende Drahtverlauf immer weiter von der Wickelachse B und fällt dann nicht mehr genau mit der zweiten Achse C zusammen. Dies hat jedoch im Ausführungsbeispiel auf die Spannungsfreiheit des auf die zweite Spule 4 aufgewickelten Drahtes 1 nur geringen Einfluß, da wegen des großen Durchmessers der zweiten Spule 4 die geometrischen Bedingungen auch unter diesen Umständen noch günstig sind.

Claims (8)

1. Verfahren zum Richten von Draht (1), bei dem ein von einer ersten Spule (2) kommender Draht (1) durch einen Richtflügel (3) mit Richtrollen (22) gezogen wird, wobei der Richtflügel (3) um eine erste Achse (A-A) rotiert, die durch die Längs­ richtung des Drahtverlaufs im Bereich des Richtflügels (3) definiert ist, und der Draht (1) nach dem Austreten aus dem Richtflügel (3) auf eine zweite Spule (4) aufgewickelt wird, deren Durchmesser größer ist als der der ersten Spule (2), dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Spule (4) der Dreh­ richtung des Richtflügels (3) entsprechend um eine zweite Achse (C) rotiert, die durch den tangential auf die zweite Spule (4) zuführenden Drahtverlauf definiert ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Winkelgeschwindigkeit der Rotationsbewegung der zweiten Spule (4) um die zweite Achse (C) geringer ist als die Winkelgeschwindigkeit der Rotationsbewegung des Richtflügels (3) um die erste Achse (A-A).
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Achse (A-A) und die zweite Achse (C) zusammen­ fallen und daß die Drehrichtungen des Richtflügels (3) um die erste Achse (A-A) und der zweiten Spule (4) um die zweite Achse (C) gleich sind.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Draht (1) nach dem Austreten aus dem Richtflügel (3) und vor der zweiten Spule (4) umgelenkt wird und daß die erste Achse (A-A) und die zweite Achse (C) nicht zusammen­ fallen.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Spule (4) während des Aufwickelns des Drahtes (1) quer zur zweiten Achse (C) ver­ schoben wird, um den tangential auf die zweite Spule (4) zuführenden Drahtverlauf auf der zweiten Achse (C) zu halten und die von der Menge des bereits aufgewickelten Drahtes (1) abhängende Verschiebung des tangential auf die zweite Spule (4) zuführenden Drahtverlaufs relativ zur Wickelachse (B) der zweiten Spule (4) zu kompensieren.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Draht (1) nach dem Austreten aus dem Richtflügel (3) und vor der zweiten Spule (4) durch ein Reinigungsbad (30) bewegt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuggeschwindigkeit des Drahtes (1) durch die Wickelgeschwindigkeit der zweiten Spule (4) einge­ stellt wird.
8. Vorrichtung zur Ausübung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
  • 1. mit einem Richtflügel (3) mit Richtrollen (22), durch den ein von einer ersten Spule (2) kommender Draht (1) ziehbar ist und der um eine erste Achse (A-A) drehbar ist, die durch die Längsrichtung des Drahtverlaufs im Bereich des Richt­ flügels (3) definiert ist, und
  • 2. mit einer Montage- und Antriebseinrichtung (44, 46, 50) für eine zweite Spule (4), auf die der Draht (1) nach dem Austritt aus dem Richtflügel (3) wickelbar ist, deren Durch­ messer größer ist als der der ersten Spule (2) und die der Drehrichtung des Richtflügels (3) entsprechend um eine zweite Achse (C) drehbar ist, die durch den tangential auf die zweite Spule (4) zuführenden Drahtverlauf definiert ist.
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