DE19652115A1 - Verfahren zum gegenseitigen Befestigen von Steinteilen - Google Patents
Verfahren zum gegenseitigen Befestigen von SteinteilenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Befestigen
eines losen Steinteils in einer Ausnehmung eines orts
festen Steinteils.
Im Steinmetzhandwerk tritt häufig das Problem auf, zwei
Steinteile sicher aneinander zu befestigen. Wenn die
kraftschlüssige Verbindung mittels einer Zwischenlage aus
Zementmörtel nicht ausreicht, wird in der Regel eine
Dübelverbindung verwendet, bei der in zwei einander
zugewandten Oberflächen der Steinteile jeweils eine
Bohrung ausgebildet wird, in die ein Dübelbolzen jeweils
eingreift. Dieses Vorgehen ist beim Neuaufbau von Stein
teilen, beispielsweise beim Erstellen einer Fassade oder
eines Gebäudes, ohne weiteres möglich, da der Steinmetz
die Steinteile in Längsrichtung des Dübels aufeinander
setzen kann. Insbesondere bei Sanierungsarbeiten ist es
jedoch häufig notwendig, ein loses Steinteil in eine
Ausnehmung des Gebäudes bzw. eines ortsfesten Steinteils
unter enger Passung seitlich einzusetzen. Da dabei eine
Bewegung des losen Steinteils in Längsrichtung eines
anzubringenden Dübels nicht möglich ist, wird das lose
Steinteil nach dem Einsetzen lediglich mittels Zement
mörtel gehalten, der in die Fugen zwischen den Steintei
len eingebracht wird.
Es hat sich gezeigt, daß auf diese Weise keine dauerhafte
Befestigung des eingesetzten Steinteils zu erzielen ist,
so daß die Gefahr besteht, daß sich das Steinteil nach
einiger Zeit wieder löst.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zu schaffen, mit dem ein loses Steinteil in einfacher
Weise dauerhaft in einer Ausnehmung eines ortsfesten
Steinteils befestigt werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Verfahren
zum Befestigen eines losen Steinteils in eine Ausnehmung
eines ortsfesten Steinteils gelöst, bei dem folgender
maßen vorgegangen wird:
Zunächst wird in zwei einander zugewandten Oberflächen der Steinteile jeweils eine Bohrung ausgebildet. An schließend wird ein Dübel in die Bohrung des ortsfesten Steinteils derart eingeführt, daß er vollständig in dieser aufgenommen ist, d. h. nicht in die Ausnehmung hervorsteht. Anschließend wird das lose Steinteil in die Ausnehmung seitlich derart eingesetzt, daß die beiden Bohrungen miteinander in Fluchtung gebracht sind. Um das lose Steinteil festzulegen, wird der Dübel aus seiner vollständig in der Bohrung des festen Steinteils aufge nommenen Position derart verschoben, daß er in die Boh rung des losen Steinteils abschnittsweise eingreift. Da der Dübel dann in beiden Bohrungen angeordnet ist, ist eine formschlüssige, sichere Halterung des eingesetzten losen Steinteils gewährleistet.
Zunächst wird in zwei einander zugewandten Oberflächen der Steinteile jeweils eine Bohrung ausgebildet. An schließend wird ein Dübel in die Bohrung des ortsfesten Steinteils derart eingeführt, daß er vollständig in dieser aufgenommen ist, d. h. nicht in die Ausnehmung hervorsteht. Anschließend wird das lose Steinteil in die Ausnehmung seitlich derart eingesetzt, daß die beiden Bohrungen miteinander in Fluchtung gebracht sind. Um das lose Steinteil festzulegen, wird der Dübel aus seiner vollständig in der Bohrung des festen Steinteils aufge nommenen Position derart verschoben, daß er in die Boh rung des losen Steinteils abschnittsweise eingreift. Da der Dübel dann in beiden Bohrungen angeordnet ist, ist eine formschlüssige, sichere Halterung des eingesetzten losen Steinteils gewährleistet.
In Abhängigkeit von den baulichen Gegebenheiten kann es
gegebenenfalls schwierig sein, die Bohrungen der beiden
Bauteile miteinander zu fluchten, wenn sie den gleichen
Durchmesser aufweisen. Um dies zu erleichtern, ist in
Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, daß der Durch
messer der Bohrung des losen Steinteils größer als der
Durchmesser der Bohrung des ortsfesten Steinteils ist.
Gegebenenfalls kann die Einführöffnung der Bohrung des
losen Steinteils zusätzlich konisch erweitert werden.
Auf diese Weise genügt es, die Bohrung des losen Stein
teils in etwa mit der Bohrung des festen Steinteils in
Fluchtung zu bringen, um einen Übertritt des Dübels zu
ermöglichen.
Es hat sich als sinnvoll erwiesen, wenn die Tiefe der
Bohrung des ortsfesten Steinteils der Länge des Dübels
entspricht, während die Tiefe der Bohrung des losen
Steinteils etwa der halben Länge des Dübels entspricht.
Insbesondere letzteres stellt sicher, daß der Dübel im
endgültigen Zustand zur Hälfte in jeder Bohrung sitzt, so
daß eine gute Kraftübertragung und eine sichere Halterung
gewährleistet ist.
Um den Dübel aus der Bohrung des ortsfesten Steinteils in
die Bohrung des losen Steinteils zu verschieben, ist am
Dübel in Weiterbildung der Erfindung ein Zugglied be
festigt, das bis auf die Außenseite der Steinteile ver
läuft. Wenn der Steinmetz an dem Zugglied eine Zugkraft
aufbringt, wird diese auf den Dübel übertragen, wodurch
er aus der Bohrung des ortsfesten Steinteils mit zumin
dest einem Abschnitt in die Bohrung des losen Steinteils
verschoben wird.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, als Zugglied einen
Faden vorzusehen, der an dem Bolzen festgelegt wird. Um
eine gute Kraftübertragung zwischen dem Faden und dem
Bolzen sicherzustellen, ist in Weiterbildung der Erfin
dung am Dübel eine umlaufende Nut ausgebildet, in der der
Faden festgelegt ist.
Die Anordnung des Fadens als Zugglied bringt den weiteren
Vorteil mit sich, daß der Steinmetz die Bewegung des
Dübels innerhalb der Bohrungen aufgrund der damit korres
pondierenden Bewegung des Zuggliedes auf der Außenseite
der Steinteile verfolgen kann, so daß ein Eingriff des
Dübels in die Bohrung des losen Steinteils überprüft
werden kann.
Alternativ zu dem Zugglied kann auch zwischen dem Dübel
und dem Grund der Bohrung des ortsfesten Steinteils eine
Feder angeordnet sein, die den Dübel in eine aus der
Bohrung hervorstehende Stellung beaufschlagt. Beim Ein
setzen des losen Steinteils wird der Dübel somit entgegen
der Kraft der Feder in die Bohrung hineingeschoben bis
die beiden Bohrungen in Übereinstimmung gebracht sind,
woraufhin der Dübel infolge der Federkraft in die Bohrung
des losen Steinteils gedrängt wird und in diese ein
greift.
Um den Dübel in den Bohrungen in der Einbaulage fest zu
legen und um eventuelles Spiel auszugleichen, ist vorge
sehen, daß in die Bohrungen vor Einführen des Dübels ein
Klebstoff oder eine Füllmasse eingegeben wird.
Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung sind aus
der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die Zeichnungen ersichtlich. Es
zeigen:
Fig. 1 eine Schnittdarstellung einer ersten Phase
des Verfahrens vor dem Einfügen des losen
Steinteils in die Ausnehmung,
Fig. 2 eine zweite Phase des Verfahrens nach dem
Einführen des losen Steinteils in die
Ausnehmung, jedoch vor Verschieben des
Dübels,
Fig. 3 den Endzustand nach Verschieben des Dübels
und
Fig. 4 eine vergrößerte perspektivische Darstel
lung des Dübels.
In den Fig. 1 bis 3 ist der Ablauf des Verfahrens
dargestellt, um ein loses Steinteil 12 unter nur geringem
Spiel in einer Ausnehmung 18 eines ortsfesten Steinteils
11 festzulegen.
Zunächst wird an der obere Innenseite der Ausnehmung 18
eine vertikale Bohrung 13 ausgebildet, die mit einer auf
der Oberseite des losen Steinteils 12 ausgebildeten
Bohrung 14 in der Einbaulage im wesentlichen in Fluchtung
gebracht werden kann. Der Durchmesser der Bohrung 14 des
losen Steinteils 12 ist dabei etwas größer als der Durch
messer der Bohrung 13, um die später beschriebene Ver
schiebung eines Dübels 15 zu erleichtern.
Der Dübel 15 ist in Fig. 4 im Detail dargestellt. Es
handelt sich dabei um einen Edelstahl-Stab mit Kreisquer
schnitt, der im oberen Bereich eine umlaufende Nut 17
aufweist, in der ein nur angedeuteter Faden 16 festgelegt
ist. Bei Aufbringung einer Zugkraft auf den Faden 16 kann
diese Zugkraft als Axialkraft auf den Dübel 15 übertragen
werden.
Wie in Fig. 1 angedeutet ist, wird der Dübel 15 mit dem
Faden 16 vollständig in die Bohrung 13 des ortsfesten
Steinteils 11 eingeführt, wobei der Faden 16 bis zur
Außenseite des Steinteils 11 verläuft. Anschließend wird
das lose, zu befestigende Steinteil 12 in die Ausnehmung
18 derart eingesetzt, daß seine Bohrung 14 unterhalb der
Bohrung 13 angeordnet ist. Dieser Zustand ist in Fig. 2
dargestellt.
Daraufhin zieht der Steinmetz an dem Faden 16, wodurch
auf den Dübel 15 eine Axialkraft ausgeübt wird, die ihn
in der Bohrung 13 derart verschiebt, daß er in die Boh
rung 14 eingreift.
Die Tiefe der Bohrung 14 entspricht etwa der halben Länge
des Dübels 15, so daß im Endzustand, der in Fig. 3
dargestellt ist, der Dübel zur Hälfte in der Bohrung 13
und zur anderen Hälfte in der Bohrung 14 angeordnet ist.
Ein vorstehender Abschnitt des Fadens 16 kann dann vom
Steinmetz abgeschnitten werden.
Um den Dübel in den Bohrungen 13 und 14 sicher fest zu
legen und ein eventuelles Spiel auszugleichen, können die
Bohrungen 13 und 14 mit einem aushärtenden Kleber bekann
ter Art gefüllt sein.
Claims (9)
1. Verfahren zum Befestigen eines losen Steinteils (12)
in einer Ausnehmung (18) eines ortsfesten Steinteils
(11) mit den Schritten:
Ausbilden jeweils einer Bohrung (13, 14) in zwei einander zugewandten Oberflächen der Steinteile (11, 12),
Einführen eines Dübels (15) in die Bohrung (13) des ortsfesten Steinteils (11), so daß er vollständig in dieser aufgenommen ist,
Einsetzen des losen Steinteils (12) in die Ausneh mung (18) derart, daß die Bohrungen (13, 14) mitein ander im wesentlichen fluchten, und
Verschieben des Dübels (15) innerhalb der Bohrungen (13, 14), so daß er abschnittsweise in beiden Boh rungen (13, 14) angeordnet ist.
Ausbilden jeweils einer Bohrung (13, 14) in zwei einander zugewandten Oberflächen der Steinteile (11, 12),
Einführen eines Dübels (15) in die Bohrung (13) des ortsfesten Steinteils (11), so daß er vollständig in dieser aufgenommen ist,
Einsetzen des losen Steinteils (12) in die Ausneh mung (18) derart, daß die Bohrungen (13, 14) mitein ander im wesentlichen fluchten, und
Verschieben des Dübels (15) innerhalb der Bohrungen (13, 14), so daß er abschnittsweise in beiden Boh rungen (13, 14) angeordnet ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchmesser der Bohrung (14) des losen
Steinteils (12) größer als der Durchmesser der
Bohrung (13) des ortsfesten Steinteils (11) ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Tiefe der Bohrung (14) des orts
festen Steinteils (11) der Länge des Dübels (15)
entspricht.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Tiefe der Bohrung (14) des
losen Steinteils (12) etwa der halben Länge des
Dübels (15) entspricht.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß am Dübel (15) ein Zugglied (16)
befestigt wird, das bis auf die Außenseite der
Steinteile (11, 12) verläuft und mittels dessen der
Dübel (15) bei Aufbringen einer Zugkraft aus der
Bohrung (13) des ortsfesten Steinteils (11) teil
weise in die Bohrung (14) des losen Steinteils (12)
verschiebbar ist.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß das Zugglied ein Faden (16) ist.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß am Dübel (15) eine umlaufende Nut (17) ausge
bildet ist, in der der Faden (16) festgelegt ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß zwischen dem Dübel (15) und dem
Grund der Bohrung des ortsfesten Steinteils (11)
eine Feder angeordnet ist, die den Dübel (15) in
eine aus der Bohrung hervorstehenden Stellung beauf
schlagt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß in die Bohrungen (13, 14) vor
Einführen des Dübels (15) ein Klebstoff eingegeben
wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996152115 DE19652115A1 (de) | 1996-12-14 | 1996-12-14 | Verfahren zum gegenseitigen Befestigen von Steinteilen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996152115 DE19652115A1 (de) | 1996-12-14 | 1996-12-14 | Verfahren zum gegenseitigen Befestigen von Steinteilen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19652115A1 true DE19652115A1 (de) | 1998-06-18 |
Family
ID=7814753
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996152115 Withdrawn DE19652115A1 (de) | 1996-12-14 | 1996-12-14 | Verfahren zum gegenseitigen Befestigen von Steinteilen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19652115A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE20013453U1 (de) | 1999-09-27 | 2001-02-22 | Purnot, Klaus, 41061 Mönchengladbach | Reparaturset für Laminat- und Parkett Boden |
| US7520101B2 (en) | 2002-05-22 | 2009-04-21 | Svein Berg | Attachment of building elements |
-
1996
- 1996-12-14 DE DE1996152115 patent/DE19652115A1/de not_active Withdrawn
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE20013453U1 (de) | 1999-09-27 | 2001-02-22 | Purnot, Klaus, 41061 Mönchengladbach | Reparaturset für Laminat- und Parkett Boden |
| US7520101B2 (en) | 2002-05-22 | 2009-04-21 | Svein Berg | Attachment of building elements |
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