DE19608002A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Aufbereitung von Schüttgut - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Aufbereitung von SchüttgutInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aufbereitung
von Schüttgut, das Verunreinigungen enthält, bei dem
das Schüttgut erhitzt und von einem gasförmigen Medium
in lotrechter Richtung von unten nach oben durchströmt
wird.
Die Erfindung betrifft darüber hinaus eine Vorrichtung
zur Aufbereitung von Verunreinigungen enthaltendem
Schüttgut, die als ein Aufnahmebehälter ausbildet ist,
der mit einer Heizungseinrichtung versehen ist und die
einen gasdurchlässigen Tragboden aufweist, auf dem das
Schüttgut aufliegt und unter dem die Heizungsein
richtung angeordnet ist und bei der der Aufnahmebe
hälter im Bereich seiner in lotrechter Richtung oberen
Ausdehnung einen Gasabzug aufweist.
Ein derartiges Verfahren und eine derartige Vorrichtung
dienen beispielsweise dazu, als Schüttgut ausgebildeten
Erdboden zu dekontaminieren, der mit
Kohlenwasserstoffverbindungen verunreinigt wurde. Be
sonders häufig kommen derartige Verunreinigungen auf
grund von Unfällen oder von unsachgemäßem Umgang mit
Mineralöl vor. Verfahren zur Aufbereitung von derarti
gem Schüttgut, das Kohlenwasserstoffverbindungen ent
hält, sind in unterschiedlichen Varianten bekannt. Bei
spielsweise ist es möglich, mit relativ geringem Auf
wand eine biologische Reinigung durchzuführen. Eine
derartige Reinigung erfordert jedoch einen erheblichen
Zeitaufwand. Bei einer Verwendung von Bodenwaschanlagen
hängt der Reinigungserfolg stark von der Zusammen
setzung des Erdbodens ab, darüber hinaus verbleibt das
umwelttechnische Problem der Entsorgung der ausge
waschenen Stoffe.
Darüber hinaus sind auch thermische Verfahren bekannt,
die beispielsweise eine Pyrolyse durchführen und zu
sehr hohen Reinigungsgraden des Erdbodens führen. Auch
derartige Verfahren sind aber sehr aufwendig. Ein Ver
fahren, das sowohl eine relativ hohe Durchsetzge
schwindigkeit erlaubt als auch eine vergleichsweise
hohe Wirtschaftlichkeit aufweist, wird im Aufsatz
"Einsatz von gasförmigen Brennstoffen zur Aufbereitung
von kontaminierten Böden" von M. Kiefer und H.-J.
Dittmann in der Zeitschrift "Gas/Wärme International",
Band 43, 1994, Heft 7/8, Seite 353-357 beschrieben.
Es hat sich jedoch gezeigt, daß auch dieses Verfahren
sowohl bezüglich der Effektivität der Durchführung als
auch hinsichtlich der gerätetechnischen Realisierung
noch erheblich verbessert werden kann.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, ein
Verfahren der einleitend genannten Art derart anzu
geben, daß bei relativ geringem verfahrenstechnischen
Aufwand ein hoher Reinigungsgrad erreicht werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
das gasförmige Medium mindestens zu einem Teil durch
Verdampfung von im Schüttgut enthaltenem Wasser erzeugt
wird, daß mindestens ein Teil der Verunreinigungen
durch Anlagerung an dem das Schüttgut durchströmenden
Wasserdampf ausgetragen werden, daß mindestens ein Teil
des gasförmigen Mediums nach einer ersten Durchströmung
des Schüttgutes mindestens ein weiteres Mal durch das
Schüttgut hindurchgeleitet wird und daß in einer ersten
Aufbereitungsphase das Schüttgut auf eine Temperatur im
Bereich von 90°C bis 130°C aufgeheizt wird, diese
Temperatur in einer Austreibungsphase beibehalten wird
und im Anschluß an die Aufheizphase eine Temperphase
mit einer Temperatur oberhalb von 130°C durchlaufen
wird und daß die Austreibungsphase mindestens 40% der
gesamten zeitlichen Dauer des Aufbereitungsprozesses
ausmacht.
Weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine
Vorrichtung der einleitend genannten Art derart anzu
geben, daß bei hoher Reinigungseffektivität eine Viel
zahl von Schüttgutchargen gereinigt werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
der Tragboden als Metallkonstruktion ausgebildet ist,
die in lotrechter Richtung mit Ausströmöffnungen ver
sehen ist und auf einer Bodenisolierung aufliegt, in
deren Bereich ein Heizkanal zur Aufnahme der Heizungs
einrichtung angeordnet ist und daß oberhalb des Trag
bodens blockartige Abdeckelemente angeordnet sind,
zwischen denen sich Abstandsspalte erstrecken und daß
die Bodenisolierung eine Tragfähigkeit von mindestens
1000 kg/qm aufweist.
Durch die Nutzung von innerhalb des Schüttgutes ver
teiltem Wasser wird die Dampfbildung über den gesamten
Bereich des Schüttgutes verteilt und hierdurch gegen
über einer reinen Durchströmung mit Wasserdampf oder
mit anderen Gasen ein guter Reinigungseffekt erzielt.
Durch einen gegebenenfalls mehrmaligen Durchlauf des
Wasserdampfes durch das Schüttgut hindurch wird der
Reinigungseffekt nochmals verbessert. Die Beibehaltung
einer Temperatur des Schüttgutes im Bereich von 90°C
bis 130°C in einem erheblichen Bereich der zeitlichen
Ausdehnung des Aufbereitungsprozesses ermöglicht einen
hohen Reinigungseffekt bei möglichst geringen Energie
verlusten. Die konkret zu wählende Temperatur ist ab
hängig von einem für die Durchführung des Prozesses
gewählten Druck. Es kann sowohl eine hohe Chargenanzahl
als auch eine Vielzahl unterschiedlicher Chargenzu
sammensetzungen dekontaminiert werden.
Die Auflage des Tragbodens aus Metall auf der Bodeniso
lierung ermöglicht es, den Tragboden mit relativ
geringer Dicke, beispielsweise als Metallrost,
auszubilden und hierdurch ein Verziehen aufgrund der
einwirkenden Temperaturen zu vermeiden bzw. erheblich
herabzusetzen. Aufgrund der vorliegenden relativ dünnen
Ausbildung des Tragbodens wird dieser durch das
aufliegende Gewicht relativ plan gehalten und gegen die
von der Bodenisolierung bereitgestellte Fläche
gedrückt. Die Integration der Heizungseinrichtung in
den Heizkanal im Bereich der Bodenisolierung ermöglicht
eine hochwirksame, gerichtete Wärmeabstrahlung in den
Bereich des Tragbodens und durch die Abstandsspalte
zwischen den Abdeckelementen auf dem Tragboden wird
eine Gaszirkulation durch das Schüttgut hindurch
unterschützt. Die gewählte Tragfähigkeit für die
Bodenisolierung gewährleistet eine ausreichende
Widerstandsfähigkeit gegen die einwirkenden
Gewichtskräfte.
Unter Verunreinigungen sind sowohl bei Zimmertemperatur
bereits flüssige als auch durch entsprechende
Temperierung oder anderweitige Behandlung verflüssig
bare Substanzen zu verstehen. Ebenfalls lösbare oder
feinverteilbare Substanzen.
Zur Bereitstellung einer Steuerbarkeit des Heizungsvor
ganges wird vorgeschlagen, daß die Aufheizung mit einem
Gasbrenner durchgeführt wird.
Eine bevorzugte Anwendung besteht darin, daß aus dem
Schüttgut kohlenwasserstoffhaltige Verunreinigungen
extrahiert werden.
Zur Bereitstellung einer hohen Umweltverträglichkeit
ist es vorgesehen, daß die extrahierten Verunreinigun
gen im Bereich des Gasbrenners verbrannt werden.
Die zeitliche Effektivität des Reinigungsvorganges kann
dadurch unterstützt werden, daß aus dem Schüttgut aus
tretende Gasanteile sowie Dampfanteile aus dem Bereich
eines Gassammelraumes abgeleitet werden.
Eine lange Betriebsfähigkeit auch bei hohen Prozeß
temperaturen wird dadurch unterstützt, daß die Abdeck
elemente als Schamottsteine ausgebildet sind.
Eine raumsparende Ausführungsform unter gleichzeitiger
Aufrechterhaltung einer Temperatur oberhalb des Tau
punktes an metallischen Strukturen kann dadurch bereit
gestellt werden, daß die Heizungseinrichtung im Bereich
eines Heizmodules angeordnet ist, das eine im wesent
lichen T-förmige Querschnittstruktur aufweist.
Zur Unterstützung einer vorteilhaften Gaszirkulation
und zur Bereitstellung eines räumlichen ausgedehnten
Hochtemperaturverbrennungsbereiches wird vorgeschlagen,
daß innerhalb des Heizkanales ein Mantelrohr angeordnet
ist, innerhalb dessen sich ein Flammrohr erstreckt.
Zur Erleichterung von Beladungs- und Entladungsvor
gängen wird vorgeschlagen, daß der Aufnahmebehälter
einen abnehmbaren Deckel aufweist.
Eine stabile und dennoch zur Vermeidung von Verwindun
gen ausreichend weiche Deckelkonstruktion wird dadurch
bereitgestellt, daß der Deckel aus einer metallischen
Deckelwanne, einer in der Deckelwanne angeordneten
Deckelisolierung und einem Deckelabschluß ausgebildet
ist.
Die Festigkeit des Deckels kann dadurch unterstützt
werden, daß die Deckelisolierung aus steggerichteten
Mineralfasern ausgebildet ist, die sich mit ihren
Faserlängsrichtungen im wesentlichen in lotrechter
Richtung erstrecken.
Zur Bereitstellung einer ausreichenden Gasdichtigkeit
wird vorgeschlagen, daß der Deckel mit einer expan
dierbaren Dichtung versehen ist.
Zur Vermeidung eines Eindringens von säurehaltigem
Kondensat in den Dichtungsbereich wird vorgeschlagen,
daß der Deckel im Bereich seiner dem Schüttgut zuwend
baren Ausdehnung mit einer umlaufenden Tropfkante ver
sehen ist.
Zur Vermeidung einer unzulässigen Erhitzung von
flexiblen Dichtungen wird vorgeschlagen, daß ein Trag
schenkel als Auflagefläche für die expandierbare
Dichtung im Bereich eines Kühlbleches angeordnet ist.
Eine Aufteilung der Vorrichtung in technologisch auf
wendige Bereiche sowie Verschleißbereiche wird dadurch
unterstützt, daß der Aufnahmebehälter modular ausge
bildet ist und außer dem Heizmodul und dem Deckel mit
einem das Schüttgut umschließenden Kammermodul, einem
das Heizmodul halternden Tragrahmen sowie einem Be
triebsmodul zur Bereitstellung von Betriebsmitteln aus
gebildet ist.
Zur Bereitstellung zweckmäßiger Temperaturgradienten im
Wandungsbereich wird vorgeschlagen, daß das Kammermodul
mit einer relativ zu einer Wandung außenseitig ange
ordneten Kammerisolierung und das Heizmodul mit einer
relativ zu einer Metallwandung innenseitig angeordneten
Bodenisolierung versehen ist.
Eine Rißbildung sowie eine Ausbildung von Verwindungen
aufgrund von Temperaturdehnungen kann dadurch vermin
dert oder ausgeschlossen werden, daß das Heizmodul min
destens bereichsweise gleitfähig im Bereich des Trag
rahmens aufliegt.
In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfin
dung schematisch dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivische Darstellung einer teil
weise geschnittenen containerartig und
transportabel ausgebildeten Vorrichtung zur
Aufbereitung von Schüttgut,
Fig. 2 eine perspektivische Draufsicht in teilweise
geschnittener Darstellung auf ein Heizmodul
der - Vorrichtung,
Fig. 3 eine geschnittene teilweise Querschnittdar
stellung durch die Bodenisolierung im Bereich
des Heizkanales,
Fig. 4 eine geschnittene teilweise Darstellung durch
eine im Bereich des Heizkanales angeordnete
rohrförmige Heizeinrichtung, im Bereich eines
Überganges eines Düsenstockes in ein Flammrohr
sowie ein das Kernstrahlrohr umgebendes
Mantelstrahlrohr,
Fig. 5 eine Skizze zur Veranschaulichung des Aufbaues
eines Versorgungsmodules bei stark gestauchter
Darstellung des Heizmodules und eines Kammer
modules zur Aufnahme des Schüttgutes,
Fig. 6 eine perspektivische Darstellung eines Ver
schlußdeckels für das Kammermodul,
Fig. 7 eine perspektivische Darstellung des Kammer
modules zur Aufnahme des Schüttgutes,
Fig. 8 eine Funktionsskizze zur Veranschaulichung der
Gestaltung einer Sekundärdichtung mit
Kammerung,
Fig. 9 einen Querschnitt durch die Sekundärdichtung
ohne Kammerung,
Fig. 10 eine teilweise Darstellung eines Querschnittes
gemäß Schnittlinie X-X in Fig. 6,
Fig. 11 eine teilweise Darstellung eines Querschnittes
gemäß Schnittlinie XI-XI in Fig. 6,
Fig. 12 eine teilweise Darstellung eines Querschnittes
gemäß Schnittlinie XII-XII in Fig. 6,
Fig. 13 eine teilweise Darstellung eines Querschnittes
im Bereich eines Überganges des Deckels zur
Seitenwandung des Kammermodules mit speziellem
Kühlblech sowie Übergangsisolierung,
Fig. 14 einen Querschnitt gemäß Schnittlinie XIV-XIV
in Fig. 7,
Fig. 15 eine teilweise Darstellung eines Querschnittes
durch den Behälter zur Veranschaulichung der
Anbringung einer Außenisolierung im Bereich
des Kammermodules und einer Innenisolierung im
Bereich des Heizmodules,
Fig. 16 eine teilweise schematische Seitenansicht der
containerartigen transportablen Vorrichtung,
die auf einem Tragrahmen zur Kompensation von
Temperaturausdehnungen gleitfähig gelagert
ist,
Fig. 17 eine teilweise Darstellung eines Querschnittes
zur Veranschaulichung einer Stutzendurch
führung und
Fig. 18 eine weitere teilweise Querschnittdarstellung
zur Veranschaulichung einer isolierten
Stutzendurchführung mit Wärmeableitung.
Der grundsätzliche Aufbau der Vorrichtung ergibt sich
aus der Darstellung in Fig. 1. Es ist erkennbar, daß
die Vorrichtung modular ausgebildet ist. Die
Dimensionierung ist derart gewählt, daß ein Transport
mit einem Lkw möglich ist. Die Vorrichtung besteht im
wesentlichen aus einem Heizmodul (1), einem Kammermodul
(2), einem Deckel (3) und einem Betriebsmodul (4). Das
Heizmodul schließt die Vorrichtung in lotrechter
Richtung nach unten ab und wird von einem Tragrahmen
(5) gehalten. Der Tragrahmen (5) besteht im wesent
lichen aus zwei L-förmigen Trägern (6) die von
Traversen (7) miteinander verbunden sind. Zur Ermög
lichung einer Handhabung mit üblichen Ladevorrichtungen
von Containerfahrzeugen erstreckt sich zwischen den
Trägern (6) darüber hinaus eine Kupplungsstange (8).
Das Heizmodul (1) ist mit einer äußeren Metallwandung
(9) versehen. Die Metallwandung (9) spannt einen im
wesentlichen T-förmigen Innenraum auf, in die eine
Bodenisolierung (10) eingesetzt ist. Die Bodeniso
lierung (10) ist mit einer hohen mechanischer Belast
barkeit versehen. Die Belastbarkeit beträgt mindestens
1000 kg/qm, vorzugsweise mindestens 1 kg/cm², besonders
bevorzugt mindestens 10 kg/cm². In Richtung einer
Containerlängsachse (11) erstreckt durch die Boden
isolierung (10) hindurch ein Heizkanal (12). Insbe
sondere ist daran gedacht, den Heizkanal (12) als
nutförmige Vertiefung im Bereich der dem Kammermodul
(2) zugewandten Ausdehnung der Bodenisolierung (10)
anzuordnen. Der Heizkanal (12) erstreckt sich dabei im
wesentlich symmetrisch entlang der Containerlängsachse
(11) im Bereich des senkrechten Schenkels des
T-Profiles des Heizmoduls (1).
Auf der Bodenisolierung (10) liegt ein Tragboden (13)
auf, der mit senkrecht orientierten Ausströmöffnungen
(14) versehen ist. Oberhalb des Tragbodens (13) sind
blockartige Abdeckelemente (15) angeordnet. Die Abdeck
elemente (15) können beispielsweise als Schamottsteine
oder andersartige plattenförmige Gegenstände ausgebil
det sein. Zwischen den Abdeckelementen (15) erstrecken
sich Abstandsspalte (16) zur Ermöglichung einer Gaszir
kulation. Der Tragboden kann aus Lochblechen oder
Gitterstreben ausgebildet sein.
Das Kammermodul (2) weist eine Kammerwandung (17) auf,
die mit einer einem Kammerinnenraum (18) abgewandt an
geordneten Kammerisolierung (19) versehen ist. Insbe
sondere ist daran gedacht, die Wandung (17) metallisch
auszubilden und aus einem sickenförmig verlaufenden
Blech zu gestalten.
Der Deckel (3) besteht aus einer Deckelwanne (20),
einer in der Deckelwanne (20) angeordneten Deckeliso
lierung (21) und einem die Deckelwanne (20) ver
schließenden Deckelabschluß (22).
Das Heizmodul (1), das Kammermodul (2), der Deckel (3)
und das Betriebsmodul (4) sind derart miteinander ver
bunden, daß der mobile Behälter gasdicht ausgebildet
ist. Der Deckel besteht aus einem säure- und hitzebe
ständigen Material. Das Kammermodul (2) ist vorzugs
weise aus einem warmfesten Stahl ausbildet, der vor
zugsweise verschweißt ist. Das Heizmodul (1) weist zu
sätzlich zur Bodenisolierung (10) eine äußere Abschluß
isolierung (23) zur Gewährleistung einer taupunktüber
schreitenden Temperatur im Bereich eines Überganges der
Metallwandung (9) zur Bodenisolierung (10) auf.
Das in Fig. 2 dargestellte Heizmodul (1) wird vorzugs
weise aus warmfesten Stahl in gasdichter Ausführung
gefertigt. Hochgezogene Seitenwände (24) sowie Quer
schotte (25) werden vorzugsweise gesickt. Eine Boden
platte (26), innere Seitenwände (27), Bodenbleche (28)
sowie eine hintere Querwand (29) werden vorzugsweise
ungesickt und mit Beulstreifen (30) ausgestattet ausge
führt. Die Seitenwände (24) sowie die Querschotte (25)
werden in lotrechter Richtung oben durch umlaufende
Flansche (31) begrenzt. Die Flansche (31) weisen lös
bare Elemente (32) zum Verbinden des Heizmodules (1)
mit dem Kammermodul (2) auf. Ebenfalls ist eine Ver
schweißung denkbar.
Die Bodenisolierung (10) besteht aus einem hoch hitze
beständigen Werkstoff. Innerhalb des Heizkanales (12)
erstreckt sich ein wärmeabstrahlendes Mantelrohr (33).
Fig. 3 veranschaulicht in einem Querschnitt die Ein
bausituation des Mantelrohres (33) innerhalb des
Heizkanales (12). Es ist erkennbar, daß sich im Über
gangsbereich der Bodenisolierung (10) zum Heizkanal
(12) aufgrund der hohen Isolationsfähigkeit der Boden
isolierung (10) ein Hochtemperaturbereich (34) aufbaut,
der zu einer erheblichen Wärmerückstrahlung in den
Heizkanal (12) und damit zu einer sehr hohen effektiven
Nutzabstrahlung (35) führt.
Fig. 4 zeigt in einer schematischen Darstellung einen
Gasbrenner (36), der im Bereich des Heizmodules (1)
angeordnet ist. Der Gasbrenner (36) leitet eine Brenn
flamme (37) in ein Flammrohr (38) ein, das beispiels
weise aus Keramik ausgebildet ist. Das Flammrohr (38)
ist vom Mantelrohr (33) umgeben. Zur Ermöglichung einer
Gaseinströmung der Brüdendämpfe ist zwischen dem Gas
brenner (36) und dem Flammrohr (38) ein Abstand (39)
vorgesehen. Das Mantelrohr (33) besteht aus Mantel
rohrsegmenten (40), zwischen denen sich jeweils
Segmentabstände (41) erstrecken. Die Segmentabstände
(41) ermöglichen eine Gaseinströmung (42). Durch den
Abstand (39) ist es möglich, eine Gasrückführung (43)
im Bereich der Brennflamme (37) vorzusehen.
Fig. 5 zeigt schematisch die Zuordnung des Betriebsmo
duls (4) zum Heizmodul (1) und dem Kammermodul (2)′
wobei die Dimensionierung des Betriebsmoduls (4) zur
Ermöglichung einer übersichtlichen Darstellung erheb
lich gestreckt dargestellt wurde. Im Bereich des
Kammermoduls (2) ist erkennbar, daß innerhalb des
Kammerinnenraumes (18) Schüttgut (44) angeordnet ist,
oberhalb dessen ein Gassammelraum (45) vorgesehen ist.
Im Bereich des Gassammelraumes (45) ist ein Gasabzug
(46) angeordnet, der in einen Wärmetauscher (47) ein
mündet. Durch den Wärmetauscher (47) hindurch erstreckt
sich eine Rauchgasleitung (48). Die Rauchgasleitung
(48) führt Rauchgas des Gasbrenners (36) ab. Der Wärme
tauscher (47) ist an eine Brüdenpumpe (49) ange
schlossen, die von einem Motor (50) angetrieben ist.
Die Brüdenpumpe (49) leitet aus dem Gassammelraum (45)
austretenden Wasserdampf sowie kondensiertes Wasser
über einen Brüdeneinlaß (51) in den Bereich des Heiz
modules (1). Ein zweiter Wärmetauscher (52) führt über
eine Luftpumpe (53), die von einem Motor (54) ange
trieben ist, von einer Luftleitung (55) in den Bereich
des zweiten Wärmetauschers (52) geleitete und dort vor
gewärmte Luft über entsprechende steuerbare Ventile
(56, 57) in den Bereich des Gasbrenners (36). Hierdurch
wird der für die Verbrennung erforderliche Luftsauer
stoff zugeführt.
Der Gasbrenner (36) ist darüber hinaus über Ventile
(58, 59) an eine Brennstoffzuführung (60) ange
schlossen. Als Brennstoff kann beispielsweise Gas oder
Öl eingesetzt werden.
Das Betriebsmodul (4) umschließt mit einer Modulwandung
(61) einen Betriebsinnenraum (62). Außer den bereits
beschriebenen Bauelementen enthält der
Betriebsinnenraum (62) darüber hinaus eine Vielzahl von
Sekundäraggregaten.
Fig. 6 zeigt in einer perspektivischen Darstellung die
Gestaltung des Deckels (3). Es ist erkennbar, daß ent
lang eines Deckelrandes (63) eine Vielzahl von Ver
riegelungselementen (64) angeordnet sind, die als Fall
haken ausgebildet sein können. Für eine Handhabung des
Deckels sind Dreh- und kippbare Hebeaugen (65) vorge
sehen.
Fig. 7 veranschaulicht in einer perspektivischen Dar
stellung den Aufbau des Kammermoduls (2). Die Wandungen
(17) sind durch Sicken (66) ausgesteift. In lotrechter
Richtung als oberer und unterer Abschluß weisen die
Wandungen (17) umlaufende gasdicht verschweißte
Flansche (67, 68) auf. Im Bereich der Flansche (67, 68)
kann eine hohe Steifigkeit erreicht werden. In
zentralen Bereichen der Wandung (17) wird eine hohe
Kompensationsfähigkeit für temperaturbedingte Dehnungen
erreicht, hierdurch wird die Gefahr von Rißbildungen
und plastischen Verformungen reduziert. Am oberen
Flansch (67) ist ein Winkelprofil (69) aufgeschweißt.
Das Winkelprofil (69) dient als Aussteifung, als Kühl
rippe, als Dichtflansch und zur Befestigung von Wider
lagern (70) für die Verriegelungselemente (64). Zur
Reduzierung der Wärmeverluste und zur Senkung der
Oberflächentemperatur im Bereich einer äußeren Ober
fläche ist die Wandung (17) außenseitig mit der Kammer
isolierung (19) versehen. Die Kammerisolierung (19)
wird mit Hilfe einer Blechabdeckung (71) befestigt und
im Bereich von Haltewinkeln (72) wasserdicht abgedeckt
sowie gegen mechanische Beschädigungen geschützt.
In Fig. 8 ist eine für den Deckel (3) vorgesehene
Sperrdichtung (84) in einer Querschnittdarstellung
abgebildet. Die Sperrdichtung (84) weist eine Außen
wandung (74) auf, in die ein drahtverstärktes Glasge
webe eingebettet sein kann, um eine Verstärkung hervor
zurufen. Die Dichtung (84) ist in ein Halteprofil (85)
eingesetzt, das über Schweißnähte (76) mit dem Deckel
(3) verbunden ist. Das Halteprofil (85) spannt hierbei
ein sich in eine dem Deckel (3) abgewandte Richtung
erstreckendes U-Profil auf. Innerhalb des Dichtungs
innenraumes (77) kann ein Edelstahlgewebe (78) ange
ordnet sein. Aufgrund der Geometrie der Sperrdichtung
(84) ist es möglich, einen Dichtspalt (79), der sich
zwischen dem Halteprofil (85) und einer Auflage (80)
erstreckt, abgedichtet zu überbrücken. Der Dichtspalt
kann eine Dimensionierung im Bereich von 0 bis 5 mm
aufweisen.
Fig. 9 zeigt in einer weiteren Querschnittdarstellung
eine Möglichkeit zur Fertigung der Dichtung (84). Die
Außenwandung (74) ist hierbei zur Umschließung des
Dichtungsinnenraumes (77) mit zwei Enden zusammenge
führt und im Bereich einer Naht (81) verschlossen. Ge
gebenenfalls kann ein entstehender Stutzen (82) abge
trennt oder umgelegt werden.
Fig. 10 zeigt in einer vergrößerten Darstellung den
detaillierten Aufbau im Übergangsbereich des Deckels
(3) zur Wandung (17). Es ist erkennbar, daß im Bereich
der dem Gassammelraum (45) zugewandten Ausdehnung der
Deckelwanne (20) eine Tropfkante (83) ausgebildet ist.
Die Kopfkante (83) verläuft mit einem relativ geringen
Abstand zur Wandung (17) und vermeidet beziehungsweise
vermindert ein Eindringen von Kondensat in den Bereich
der Sperrdichtung (84), die aus einem festen Material
ausgebildet ist, das eine ausreichende Tragfähigkeit
aufweist, um die Gewichtskräfte des Deckels (3) aufzu
nehmen. Die Sperrdichtung (84) ist in einer Nut (85)
der Deckelwanne (20) angeordnet. Durch die
Dimensionierung der Sperrdichtung (84) wird zwischen
der Deckelwanne (20) und der Wandung (17) ein Spalt
(86) bereitgestellt, der eine Wärmeübertragung vermin
dert. Eine expandierbare Dichtung (73) liegt auf einem
separaten Kühlblech (87) auf, das beispielsweise
L-förmig ausgebildet sein kann. Hierdurch wird eine
möglichst geringe Temperatur im Bereich der expandier
baren Dichtung (73) erreicht. Eine Expansion der
Dichtung (73) erfolgt durch eine Einleitung eines Über
druckes in einen Dichtungsinnenraum.
Die Deckelisolierung (21) wird vorzugsweise aus steg
gerichteter Mineralwolle ausgebildet, die zwischen der
Deckelwanne (20) und dem Deckelabschluß (22) voll
flächig verlegt ist. Innerhalb des Deckels (3) kann ein
Unterdruck erzeugt werden, der zu einer Anlage der
Deckelwanne (20) und des Deckelabschlusses (22) an der
Deckelisolierung (21) führt. Hierdurch wird unter Ver
meidung von Versteifungen zwischen der Deckelwanne (20)
und dem Deckelabschluß (22) eine hochfeste Konstruktion
des Deckels (3) bereitgestellt. Andererseits kann durch
die relativ dünne Ausbildung der Bleche für die Deckel
wanne (20) und den Deckelabschluß (22) für eine insge
samt weiche Gestaltung gesorgt werden, die ein Ver
ziehen vermeidet.
Die Sperrdichtung (84) hat insbesondere auch die
Funktion, eine Zirkulation von Brüdendämpfen im Bereich
des Spaltes (86) zu verhindern. Eine derartige Zirkula
tion würde durch Kondensatabscheidung zur erhöhten Be
einträchtigung der Funktionsfähigkeit führen.
Fig. 11 zeigt in einer weiteren Querschnittdar
stellung, daß der Deckel (3) zur Zuführung eines Druck
mediums für die expandierbare Dichtung (73) mit einem
Ventilanschluß (88) versehen ist. Darüber hinaus ist
erkennbar, daß zur Versteifung im Bereich der Anordnung
der Hebeaugen (65) Verstärkungsknaggen (89) in einem
Deckelinnenraum (90) angeordnet sind. Die Hebeaugen
(65) können in die Verstärkungsknaggen (89) einge
schraubt werden.
Fig. 12 veranschaulicht unter anderem die Anordnung
der als Fallhaken ausgebildeten Verriegelungselemente
(64). Die Verriegelungselemente (64) sind drehbar auf
einem Tragbolzen (91) geführt, der seinerseits von
einer Deckelverschlußhalterung (92) getragen wird. Die
Deckelverschlußhalterung (92) ist mit dem Deckelab
schluß (22) verbunden. Fig. 12 veranschaulicht eben
falls, daß zur Evakuierung des Deckelinnenraumes (90)
ein Vakuumanschluß (93) vorgesehen ist, der von einer
im Bereich des Deckelinnenraumes (90) angeordneten
Gewindepratze (94) gehaltert ist. Der Vakuumanschluß
(93) dient zur Verbindung mit einem Unterdruckschlauch
(95).
Ebenfalls ist erkennbar, daß das Kühlblech (87) mit
einem Abdeckblech (96) der Wandung (17) verschweißt
ist. Ein als Tragschenkel (97) für die expandierbare
Dichtung (73) vorgesehener horizontaler Bereich des
Kühlbleches (87) wird von einem Andruckelement (98) des
Verriegelungselementes (64) hintergriffen.
In Fig. 13 ist noch einmal veranschaulicht, daß die
Deckelisolierung (22) aus zwei Lagen von steg
gerichteten Mineralfasern ausgebildet ist. Ebenfalls
ist veranschaulicht, daß innerhalb des Spaltes (86)
zwischen dem Kühlblech (87) und dem Deckel (3) be
ziehungsweise zwischen dem Deckel (3) und dem Abdeck
blech (96) eine Dichtungsisolierung (99) als Luftspalt
angeordnet ist. Die Dichtungsisolierung (99)
unterstützt zusätzlich eine Temperaturherabsetzung im
Bereich der expandierbaren Dichtung (73) und vermeidet
eine Ausbreitung gegebenenfalls parasitär an der Sperr
dichtung (84) vorbeigelangender gasförmiger oder
dampfförmiger Partikel.
Fig. 14 veranschaulicht in einer Querschnittdar
stellung den Aufbau der Seitenwandungen des Kammer
moduls (2). Insbesondere ist erkennbar, daß der Flansch
(67) baugleich mit dem Abdeckblech (96) ausgebildet
sein kann und daß als Kühlblech (87) das Winkelprofil
(69) zum Einsatz kommen kann. Ebenfalls ist veranschau
licht, daß unterhalb des Tragschenkels (97) des Winkel
profils (79) das Widerlager (70) derart angeordnet ist,
daß es als Andruckelement (98) gemäß Fig. 12 in eine
entsprechende seitliche Ausnehmung des als Fallhaken
ausgebildeten Verriegelungselementes (64) derart ein
greifen kann, daß eine senkrechte Bewegung zwischen dem
Verriegelungselement (64) und dem Widerlager (70) durch
Formschluß nicht möglich ist.
In Fig. 15 wird nochmals verdeutlicht, daß bezüglich
des Kammerinnenraumes (18) die Kammerisolierung (19)
relativ zur Wandung (17) außenseitig angeordnet ist und
daß im Bereich des Heizmoduls (1) eine innenseitige
Anordnung der Bodenisolierung (10) relativ zum Boden
blech (28) erfolgt. Im Bereich eines Überganges vom
Heizmodul (1) in das Kammermodul (2) liegt somit ein
Wechsel der Isolationsorientierung vor. Hierdurch wird
eine Anpassung an die vorherrschenden Temperaturver
hältnisse sowie die zu erwartenden Kondensatbildungen
erreicht.
Aus der teilweisen Darstellung der schematischen
Seitenansicht in Fig. 16 ist erkennbar, daß das Heiz
modul (1) von Distanzelementen (100) getragen ist, die
im Bereich des Tragrahmens (5) montiert sind. Durch die
Vielzahl der Distanzelemente (100) wird eine aus
reichende Stützung des Heizmodules (1) bereitgestellt,
andererseits ist es möglich, Längenausdehnungen des
Heizmodules (1) aufgrund von Erwärmungen und Abkühlun
gen durch ein Gleiten entlang der Distanzelemente (100)
zu kompensieren, ohne daß Rißbildungen oder Verwindun
gen zu befürchten sind. Eine starre Verbindung des
Heizmodules (1) mit dem Tragrahmen (5) erfolgt nur im
Bereich einer Arretierung (101).
Fig. 17 zeigt den Übergangsbereich eines Anschluß
stutzes (102) zur Querwandung (29) und der entsprechen
den Abschlußisolierung (23). Der Anschlußstutzen (102)
dient zur Einführung des Gasbrenners (36) in den Be
reich des Mantelrohres (33) und des Flammrohres (38).
Der Anschlußstutzen (102) ist mit einem Abstand zu
einer Durchführungsverkleidung (103) der Querwand (29)
angeordnet. Insbesondere ist auch daran gedacht, zur
Vermeidung einer Wärmeeinleitung in die Querwand (29)
zwischen der Durchführungsverkleidung (103) und der
Querwand (29) einen Isolationsspalt (104) vorzusehen.
Gemäß der Ausführungsform in Fig. 18 ist es ebenfalls
möglich, einen Durchführungsabstand (105) zwischen dem
Anschlußstutzen (102) und der Durchführungsverkleidung
(103) gegenüber der Ausführungsform in Fig. 17 zu ver
größern und in diesem Durchführungsabstand (105) eine
Durchführungsisolierung (106) anzuordnen. Durch diese
Durchführungsisolierung (106) wird ein Wärmeeintrag in
die Durchführungsverkleidung (103) weiter herabgesetzt.
Dennoch in den Bereich der Durchführungsverkleidung
(103) gelangende Wärme wird durch eine metallische
Werkstoffauswahl der Durchführungsverkleidung (103)
abgeleitet, so daß eine Aufheizung der Querwand (29)
nochmals vermindert wird.
Bei einer Verwendung der modularen Dekontaminierungs
vorrichtung wird zunächst der Deckel (3) vom Kammer
modul (2) abgenommen und das zu reinigende Schüttgut
(44) wird in den Kammerinnenraum (18) eingefüllt. Bei
der nachfolgenden Erwärmung erfolgt durch im Schüttgut
(44) enthaltene Feuchtigkeit bzw. durch hinzugefügte
Feuchtigkeit eine Wasserdampfbildung, die insbesondere
kohlenwasserstoffhaltige Verunreinigungen aus dem
Schüttgut austreibt. Das Schüttgut (44) wird in lot
rechter Richtung von unten nach oben durch beheizte
Gase durchströmt und hierdurch temperiert. Die Durch
strömung kann durch eine Absaugung von Gasen und
Dämpfen aus dem Bereich des Gassammelraumes (45) unter
stützt werden. Die entsprechenden Dämpfe werden vor
einer Ableitung in die Umgebung der Brennflamme (37)
zugeführt, um eine Verbrennung der kohlenwasserstoff
haltigen Substanzen zu Wasser und Kohlendioxid vorzu
nehmen. Aufgrund einer Verbrennungstemperatur oberhalb
von 1000°C kann die Verbrennung nahezu rückstandsfrei
erfolgen.
Die Zuführung der wasserdampfgebundenen Verunreinigun
gen zur Brennflamme (37) hat darüber hinaus den Vorteil
einer Selbstregelung. Bei einer erhöhten Wasserdampfzu
führung erfolgt eine Abkühlung der Brennflamme (37) und
hierdurch wird eine Verminderung der Wasserdampfbildung
im Bereich des Schüttgutes (44) hervorgerufen. Hier
durch wird die Wasserdampfbildung vermindert. Bei ab
nehmender Wasserdampfbildung wird dann jedoch wieder
eine höhere Brenntemperatur erreicht, so daß die
Wasserdampfbildung wieder erhöht wird. Es bildet sich
hierdurch ein Gleichgewichtszustand aus, der zu einer
sehr gleichmäßigen Prozeßdurchführung durch eigen
ständige Temperaturregelung führt.
Eine typische Gesamtprozeßdauer, die eine Aufheizphase,
eine Austreibungsphase für den Wasserdampf sowie eine
nachfolgende Temperphase umfaßt, beträgt ca. 100 bis
150 Stunden. Das Ende des Reinigungsvorganges kann
durch eine Gewichtserfassung ermittelt werden, da ein
Erreichen eines Mindestgewichtes ein Trocknungszustand
des Schüttgutes (44) signalisiert. Der Aufheizvorgang
dauert ca. 10 bis 15 Stunden. Ebenfalls ist ein Ende
des Reinigungsvorganges durch eine Auswertung des
Temperaturgradienten im Schüttgut detektierbar, der
sich nach einer Verdunstung des Wassers erhöht.
Der modulare Aufbau der Vorrichtung ermöglicht es, das
relativ teure Heizmodul (1) mit einer hohen Lebensdauer
zu versehen und das vergleichweise preiswerte Kammer
modul (2) als Verschleißteil auszubilden, das nach
einer entsprechenden Anzahl von Benutzungsvorgängen
ausgetauscht wird. Ein Verschleiß des Kammermodules (1)
resultiert hauptsächlich aus mechanischen Einwirkungen
bei der Einfüllung und der Entnahme des Schüttgutes
(44) sowie aufgrund von Temperatur und Säureeinwirkun
gen.
Grundsätzlich ist es ebenfalls denkbar, den Tragboden
(13) gasundurchlässig auszubilden und eine Aufheizung
des Schüttgutes (44) lediglich über Konvektion vorzu
nehmen. Ein derartiges Vorgehen führt zu einer verein
fachten konstruktiven Ausbildung. Zur Gewährleistung
einer hohen Reinigungsqualität muß allerdings gegenüber
einem gasdurchlässigen Tragboden (13) die Prozeßzeit
erhöht werden. Ebenfalls wird der Reinigungserfolg in
einem in lotrechter Richtung unteren Bereich des
Schüttgutes (44) vermindert.
Nach einer Austreibung des im Schüttgut (44) ent
haltenen Wassers ist es in einer Endphase des
Reinigungsvorganges ebenfalls möglich, über eine
externe Wassereinspeisung zusätzliche Wasserdämpfe für
eine Nachreinigung bereitzustellen. Hierdurch kann eine
nochmalige Erhöhung des Reinigungserfolges unterstützt
werden.
Ein Teil der Verbrennung der Schadstoffe findet bereits
vor einer Zuführung zur Brennflamme (37) nach einem
Eintritt in das Mantelrohr (33) durch Kontakt mit dem
Flammrohr (38) oder durch Wärmeabstrahlung des Flamm
rohres (38) statt.
Die Dauer der Austreibungsphase dauert vorzugsweise
mindestens 40%, besonders bevorzugt mindestens 60%
der gesamten Prozeßdauer.
Claims (18)
1. Verfahren zur Aufbereitung von Schüttgut, das Ver
unreinigungen enthält, bei dem das Schüttgut er
hitzt und von einem gasförmigen Medium in lot
rechter Richtung von unten nach oben durchströmt
wird, dadurch gekennzeichnet, daß das gasförmige
Medium mindestens zu einem Teil durch Verdampfung
vom im Schüttgut (44) enthaltenem Wasser erzeugt
wird, daß mindestens ein Teil der Verunreinigungen
durch Anlagerung an dem das Schüttgut (44) durch
strömenden Wasserdampf ausgetragen werden, daß
mindestens ein Teil des gasförmigen Mediums nach
einer ersten Durchströmung des Schüttgutes (44)
mindestens ein weiteres Mal durch das Schüttgut
(44) hindurchgeleitet wird und daß in einer ersten
Aufbereitungsphase das Schüttgut (44) auf eine
Temperatur im Bereich von 90°C bis 130°C aufge
heizt wird, diese Temperatur in einer Austreibungs
phase beibehalten wird und im Anschluß an die Auf
heizphase eine Temperphase mit einer Temperatur
oberhalb von 200°C durchlaufen wird und daß die
Austreibungsphase mindestens 40% der gesamten
zeitlichen Dauer des Aufbereitungsprozesses aus
macht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufheizung mit einem Gasbrenner (36) durch
geführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß aus dem Schüttgut (44) kohlenwasser
stoffhaltige Verunreinigungen extrahiert werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die extrahierten Verunreinigun
gen im Bereich des Gasbrenners (36) verbrannt
werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß aus dem Schüttgut (44) austre
tende Gasanteile sowie Dampfanteile aus dem Bereich
eines Gassammelraumes (45) abgeleitet werden.
6. Vorrichtung zur Aufbereitung von Verunreinigungen
enthaltendem Schüttgut, die als ein Aufnahmebe
hälter ausbildet ist, der mit einer Heizungsein
richtung versehen ist und die einen gasdurchlässi
gen Tragboden aufweist, auf dem das Schüttgut auf
liegt und unter dem die Heizungseinrichtung ange
ordnet ist und bei der der Aufnahmebehälter im Be
reich seiner in lotrechter Richtung oberen Aus
dehnung einen Gasabzug aufweist, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Tragboden (13) als Metallkon
struktion ausgebildet ist, die in lotrechter
Richtung mit Ausströmöffnungen (14) versehen und
auf einer Bodenisolierung (10) aufliegt, in deren
Bereich ein Heizkanal (12) zur Aufnahme der Hei
zungseinrichtung angeordnet ist und daß oberhalb
des Tragbodens (13) blockartige Abdeckelemente (15)
angeordnet sind, zwischen denen sich Abstandsspalte
(16) erstrecken und daß die Bodenisolierung (10)
eine Tragfähigkeit von mindestens 1000 kg/qm auf
weist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeich
net, daß die Abdeckelemente (15) als Schamottsteine
ausgebildet sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Heizungseinrichtung im Bereich
eines Heizmodules (1) angeordnet ist, daß eine im
wesentlichen T-förmige Querschnittstruktur auf
weist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, da
durch gekennzeichnet, daß innerhalb des Heizkanales
(12) ein Mantelrohr (33) angeordnet ist, innerhalb
dessen sich ein Flammrohr (38) erstreckt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, da
durch gekennzeichnet, daß der Aufnahmebehälter
einen abnehmbaren Deckel (3) aufweist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, da
durch gekennzeichnet, daß der Deckel (3) aus einer
metallischen Deckelwanne (20), einer in der Deckel
wanne (20) angeordneten Deckelisolierung (21) und
einem Deckelabschluß (22) ausgebildet ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 11, da
durch gekennzeichnet, daß die Deckelisolierung (21)
aus steggerichteten Mineralfasern ausgebildet ist,
die sich mit ihren Faserlängsrichtungen im wesent
lichen in lotrechter Richtung erstrecken.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 12, da
durch gekennzeichnet, daß der Deckel (3) mit einer
expandierbaren Dichtung (73) versehen ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 13, da
durch gekennzeichnet, daß der Deckel (3) im Bereich
seiner dem Schüttgut (44) zuwendbaren Ausdehnung
mit einer umlaufenden Tropfkante (83) versehen ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 14, da
durch gekennzeichnet, daß ein Tragschenkel (97) als
Auflagefläche für die expandierbare Dichtung (73)
im Bereich eines Kühlbleches (87) angeordnet ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 15, da
durch gekennzeichnet, daß der Aufnahmebehälter
modular ausgebildet ist und außer dem Heizmodul (1)
und dem Deckel (3) mit einem das Schüttgut (44)
umschließenden Kammermodul (2), einem das Heizmodul
(1) halternden Tragrahmen (5) sowie einem Betriebs
modul (4) zur Bereitstellung von Betriebsmitteln
ausgebildet ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 16, da
durch gekennzeichnet, daß das Kammermodul (2) mit
einer relativ zu einer Wandung (17) außenseitig
angeordneten Kammerisolierung (19) und das Heiz
modul (1) mit einer relativ zu einer Metallwandung
(9) innenseitig angeordneten Bodenisolierung (10)
versehen ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 17, da
durch gekennzeichnet, daß das Heizmodul (6)
mindestens bereichsweise gleitfähig im Bereich des
Tragrahmens (5) aufliegt.
Priority Applications (3)
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|---|---|---|---|
| DE19608002A DE19608002C2 (de) | 1996-03-04 | 1996-03-04 | Vorrichtung zur Aufbereitung von Verunreinigungen enthaltendem Schüttgut |
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| DE19608002A DE19608002C2 (de) | 1996-03-04 | 1996-03-04 | Vorrichtung zur Aufbereitung von Verunreinigungen enthaltendem Schüttgut |
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