DE1905282B2 - Vertikalwalzgeruest zum walzen von metallgut, insbesondere halbzeugen, wie knueppeln und vorbrammen - Google Patents
Vertikalwalzgeruest zum walzen von metallgut, insbesondere halbzeugen, wie knueppeln und vorbrammenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Vertikalwalzgerüst zum Walzen von Metallgut, wie Knüppeln und Vorbrammen,
mit in Kassetten angeordneten Duo-Vertikalwalzensätzen und Walzenantrieb von oben über Gelenkspindeln.
Dabei sind die Walzenzapfen zum Kuppeln und Entkuppeln mittels einer oberhalb der Kassette
heb- und senkbaren, die Gelenkspindeln antriebsseitig tragenden Führungstraverse von den Gelenkspindeln
lösbar. Die Kassetten stützen sich längs innerer Führungen eines den ortsfesten Verstell- und Walzenantrieb
aufnehmenden Führungsständers seitlich ab. Weiter sind die Kassetten quer zur Walzrichtung aus dem
η (DT-AS 11 ο? rutt sind b*im Antrieb von oben die Walzensatze
If e2 unterhalb der Walzen befindlichen Hubtisch
Z agert- der Hubtisch ist heb- und senkbar, so daß das
EnSen der betreffenden Kaliber auf d.e Walzhnie
durch diesen vorgenommen wird. Das hat jedoch den
Nachteil, daß der Tisch einer starken Verschmutzung durch den darauffallenden Sinter oder Zunder ausge-
SeAndererseits wurde in der DT-PS 9 70 912 für die
Ausbildung des Antriebes bere.ts vorgeschlagen die IS Walzensätze über Gelenkspindeln anzutreiben und d,ese
als Vielnutwellen axial verschiebbar an ihrem einen Ende auszubilden. Die Vielnutwellen sind in einer Hohlwelle
des Antriebsstirnrades der betreffenden Walze verschiebbar geführt, was bedingt, daß die Antnebs-Stirnräder
sehr groß bauen, um e.nerse.ts in ihren baulichen Abmessungen der Übertragung des maximalen
Drehmoments auf die Gelenkspindel und andererseits der Radialverstellung der Walzen für den größten
Walzquerschnitt gewachsen zu sein. Dabei kommt man 2S entweder zu langen Spindeln, d. h. hohen Walzgerusten.
oder bei raumsparender Bauart zu Stirnrädern mn großem Durchmesser.
Durch die DT-AS 10 06 377 ist weiter bekannt, bei
Vertikalwalzgerüsten mit in Kassetten angeordneten «, Duo-Vertikalwalzensätzen und Walzantneb von oben
über Gelenkspindeln, die Kassetten längs innerer Führungen
eines den ortsfesten Verstell- und Walzenantrieb aufnehmenden Führungsständers seitlich abzustützen
und quer zur Walzrichtung aus dem Führungs-„ ständer über fußseitig an der Kassette angeordnete
Rollen auf unterhalb der Kassette befindlichen Schienen verfahrbar auszubilden. Dabei sind die Walzenzapfen
zum Kuppeln und Entkuppeln mittels einer oberhalb der Kassette heb- und senkbaren, die Gelenkspindein
antriebsseitig tragenden Führungstraverse von den Gelenkspindeln lösbar.
Durch die Verfahrbarkeit der Kassette im Bereich des Walzgerüstes auf darunter befindlichen Schienenführungen
unterliegen diese der Verschmutzung durch « den Walzsinter; außerdem behindern die Schienen ein
Absenken der Kassette unter Hüttenflur bei Einstellung des obersten Wa'.zkalibers, wodurch das Gerüst hoch
baut Außerdem erfolgt die Kalibereinstellung durch die obere, das Kammwalzgerüst tragende Traverse,
wobei große Massen bewegt werden müssen und damit das Gerüst eine große Bauhöhe erfordert.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Vertikalwalzgerüst mit Antrieb von oben bei optimal niedriger Bauweise
dahingehend zu verbessern, daß sowohl der Walzenwechsel als auch die Kaliberverstellung durch Verschmutzen
der dazu notwendigen Hilfseinrichtungen nicht mehr in ihrer Funktion beeinträchtigt werden
können und die Manipulationszeiten beim Walzenwechsel erheblich verkürzt werden.
Zur Lösung der gestellten Aufgabe wird vorgeschlagen, die Kassette in Führungen einer Hubtraverse im
Bereich des Führungsständers hängend zu führen, wobei die Hubtraversen mit dem Führungsständer über
Gewindespindeln heb- und senkbar verbunden ist. Die Führungstraverse stützt sich über Kolbenstangen und
hydraulische Kraftmittel auf der Hubtraverse ab und ist zum formschlüssigen, selbsttätigen Kuppeln der Walzenzapfen
mit den unteren Gelenkköpfen der Gelenk-
spindeln im Betriebszustand gegen die Hubtraverse verspannbar und die Walzenzapfen entkuppelnd oder
kuppelnd heb-und senkbar.
Als weiteres Merkmal der Erfindung erfolgt die KaIik-rverstellung
der Vertikalwalzen mittels der Gewindespindeln vom Verstellantrieb her über die Hubtra-
»erse, wobei die Führungstraverse durch Beaufschlagen
der Hydraulischen Kraftmittel gegenüber de- Hubtraverse verspannt ist und für den Hubwegausgleich
der Walzen der Verschiebeweg von oberhalb der Führungstraverse
angeordneten Vielnutwellen gegenüber <Jem Getriebe vorgesehen ist. Die Kassette ist kopfseitig
mit Rollenpaaren versehen, die in Führungen der Hubtraverse geführt sind. Schließlich ist die Kassette in
Betriebsstellung längs der seitlichen Führungswandun-•en in an sich bekannter Weise durch Arretierungsmitlel
festlegbar.
Vorteil eines derartigen Vertikalwalzgerüstes ist, daß der Walzenantrieb verhältnismäßig dicht unter dem
eigentlichen Walzensatz angeordnet ist, indem der Vielnutwellenteil geradlinig in vertikaler Ebene verichiebbar
ist. Außerdem ist weiter von Vorteil, daß der Walzensatz an der Hubtraverse hängend angeordnet
fet, wodurch der früher darunter befindliche Hubtisch entfällt, so daß dem Sinter die Abfuhr in die Sinterichächte
freigegeben wird. Im Bereich des Gerüstes ist unterhalb der Kassette auf Hüttenflur keinerlei Schienenführung
mehr erforderlich, so daß diese auch nicht mehr der Verschmutzung und allen nachteiligen Folgen
unterliegen kann. Außerdem wird der Walzenwechsel sehr vereinfacht, indem das Lösen der Gelenkköpfe de·-
Gelenkspindeln ohne manuellen Einsatz schnell erfolgenkann.
Bei diser Bauweise bleibt die Gerüsthöhe unverändert, wenn die Kaliber der Walzen verstellt werden.
Außerdem kann die Kassette bei der Einstellung des oberen Kalibers infolge Fehlens von Verfahrschienen
unter Hüttenflur abgesenkt werden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung stellt die Zeichnung dar. Es zeigt
F i g. 1 das Vertikalgerüst in der Vorderansicht und F i g. 2 in der Seitenansicht.
Mit 1 ist ein Führungsständer eines Vertikalwalzgerüstes bezeichnet. In dem Fühirungsständer 1 ist eine
Führungstraverse 2 und eine Hubtraverse 3 angeordnet. In der Hubtraverse 3 ist in Führungen 4 mit Rollen
5 die den Walzensatz 7, 8 aufnehmende Kassette 10 gelagert. An einer Ständerseite sind federbelastete hydraulische
Plunger 12, 13 zum Verspannen der Kassetten 10 im Führungsständer 1 in der Betriebsstellung angeordnet.
Die Hubtraverse 3 ist zwischen den Wangen des Führungsständiers 1 über Gewindespindeln 15 von
einem nicht dargestellten Antriebsmotor 16 über nicht weiter dargestellte, in Getriebekasten M angeordnete
Schneckengetriebe in ihrer Höhenlage verstellbar. Die Schneckengetriebe sind über eine Welle 18 miteinander
zum gemeinsamen Verstellen verbunden. Die Verstellbarkeit der Höhenlage der Hubtraverse 3 dient zur
Einstellung der Kaliber der Walzen 7, 8 auf die Walzlinie.
An der Oberseite der Hubtnaverse 3 sind hydraulische
Kraftmiuel 19 angelenkt, deren nicht weiter dargestellte Plunger über Kolbenstangen 20 gelenkig mit
der Führungstraverse 2 verbunden sind. Dadurch ist die Führungstraverse 2 heb- und senkbar, um ein Kuppeln
bzw. Entkuppeln der Walzenzapfen 7 a, Sa mit den unteren Gelenkköpfen 21a, 22a der Gelenkspindeln 21, 22
711 ermöglichen. Die oberen GelenkkÖDfe 21 b, 22b sind mit den antriebsseitigen Enden ?lc, 22c der Gelenkspindeln
21, 22, welche als Vielnutwellen ausgebildet sind, starr verbunden. Diese sind in Lagerstellen 24, 25
drehbeweglich, jedoch axial unverschiebbar in der Führungstraverse 2 gelagert.
Zum axialen Verstellen der Walze 7 gegenüber der Walze 8 sind Spannschloßverbindungen 33, 34 vorgesehen,
die über Hebelpaare 35a, 356 und 36a, 36b an dem Einbaustück der Walze 7 angreifen und diese über Nokken
N durch Heben oder Senken gegenüber der Kassette 10 in ihrer Lage verändern.
Die radiale Anstellung der Kaliberwalzen 7, 8, d. h. die Einstellung des Walzspaltes, erfolgt von den Antriebsmotoren
27, 28 beiderseits über Kegelrad- und Schneckengetriebe 29,30 und Druckspindeln 31, 32.
An der Unterseite der Kassette 10 sind Rollen 5a zum Ausfahren der Kassette 10 beim Walzenwechsel
angeordnet.
Die Funktionsweise des Walzgerüstes ist folgende:
Zum Einfahren des Walzensatzes 7, 8 wird die den Walzensatz 7,8 aufnehmende Kassette 10 auf Rollen 5a
auf den Ausfahrschienen 40 bei abgesenkter Hubtraverse 3 in den Führungsständer 1 eingefahren. Hierbei
steht die Hubtraverse 3 in einer festen Position, so daß die Rollen 5 der Kassette 10 bereits auf den Führungen
4 der Hubtraverse 3 laufen, wenn die Rollen 5a der Kassette 10 die Ausfahrschienen 40 verlassen haben.
Die Kassette 10 hängt dann in der Hubtraverse 3. Mittels der als Schwenkklappen ausgebildeten Arretiermittel
41 wird nun die Kassette i0 gegen Herausfahren gesichert. Durch Absenken der Führungstraverse
2 mittels der Kolbenstangen 20 werden die Gelenkspindelköpfe 21a, 22a mit den Walzenzapfen 7a, Sa gekuppelt,
so daß die Verbindung von dem Walzenantrieb über Vielnutwellen 21c, 22c und die Gelenkspindeln
21, 22 zu den Walzen 7, 8 hergestellt ist. Im Betriebszustand sind die hydraulischen Kraftmittel 19 gesperrt,
so daß zwischen der Hubtraverse 3 und der Führungstraverse 2 über die Kolbenstangen 20 eine starre
Verbindung geschaffen ist.
Mittels der Plunger 12, 13 wird die Kassette 10 im Führungsständer 1 geklemmt, nachdem das gewünschte
Walzkaliber des Walzenpaares 7, 8 auf die Walzlinie mittels der Gewindespindeln 15, welche die Hubtraverse
3 in ihrer Höhenlage verstellen, eingestellt worden ist. Die Feineinstellung der Walzen 7, 8 in ihrer axialen
Lage erfolgt mittels der Spannschloßverbindungen 33, 34.
Die radiale Einstellung der Walzen 7, 8 erfolgt vom Verstellantrieb 27, 28, womit der Walzspalt eingestellt
wird. Beim Verwalzen eines Anstichquerschnittes zum Knüppel oder zur Vorbramme wird der Walzensatz 7,8
entsprechend dem angeordneten Walzenkaliber angehoben oder abgesenkt, was über die Gewindespindeln
15 durch Anheben oder Absenken der Hubtraverse 3 nach vorherigem Lösen oder nachfolgendem Verklemmen
der Kassette 10 im Führungsständer 1 mittels der Plunger 12,13 erfolgt.
Zum Walzenausbau wird die Führungsiraverse 2 durch Beaufschlagen der hydraulischen Kraftmittel 19
mittels der Kolbenstangen 20 angehoben, wodurch die unteren Gelenkköpfe 21a, 22a die Walzenzapfen 7a, 8a
freigeben und so die Walzen 7, 8 vom Antrieb lösen. Die Hubtraverse 3 wird durch Betätigen der Gewindespindeln
15 nach Lösen der Plunger 12, 13 so weit abgesenkt, daß beim Herausfahren der Kassette 10 aus
dem Führungsständer 1 die Rollen 5a einwandfrei von den ortsfesten Ausfahrschienen 40 übernommen wer-
den, ohne daß es zu Verkantungen gegenüber den Rollen 5 in der Hubtraverse 3 kommen kann. Unter Reibehaltung
der Höhenlage der Hubtraverse 3 kann nun die neue Kassette 10 in den Führungsständer 1 eingefahren
werden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Vertikalwalzgerüst zum Walzen von Metallgut, insbesondere Halbzeugen, wie Knüppeln und Vorbrammen,
mit in Kassetten angeordneten Duo-Vertikalwalzensätzen unf Walzenantrieb von oben über
Gelenkspindeln, wobei die Walzenzapfen zum Kuppeln und Entkuppeln mittels einer oberhalb der
Kassette heb- und senkbaren, die Gelenkspindeln antriebsseitig tragenden Führungstraver'e von den
Gelenkspindeln lösbar sind, die Kassetten sich längs innerer Führungen eines den ortsfesten Verstell-
und Walzenantrieb aufnehmenden Führungsständers seitlich abstützen und quer zur Walzrichtung
aus dem Führungsständer über fußseitig <m der
Kassette angeordnete Rollen auf unterhalb der Kassette befindlichen Schienen verfahrbar sind,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kassette (10) in Führungen (4) einer Hubtraverse (3) im
Bereich des Führungsständers (1) hängend geführt ist, wobei die Hubtraverse (3) mit dem Führungsständer (1) über Gewindespindein (15) heb- und
senkbar verbunden ist und die Fiihrungstraverse (2) sich über Kolbenstangen (20) und hydraulische
Kraftmittel (19) auf der Hubtraverse (3) abstützt und zum formschlüssigen, selbsttätigen Kuppeln der
Walzenzapfen (7a, 8a) mit den unteren Gelenkköpfen (21a, 22a) der Gelenkspindeln (21, 22) im Betriebszustand
gegen die Hubtraverse (3) verspannbar und die Walzenzapfen (7a. 8a) entkuppelnd oder
kuppelnd heb- und senkbar ist.
2. Vertikalwalzgerüst nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kaliberverstellung der
Vertikalwalzen (7, 8) mittels der Gewindespindeln (15) vom Verstellantrieb her über die Hubtraverse
(3) erfolgt, wobei die Führungstraverse (2) durch Beaufschlagen der hydraulischen Kraftmittel (19)
gegenüber der Hubtraverse (3) verspannt ist und für den Hubwegausgleich der Walzen (7, 8) der Verschiebeweg
von oberhalb der Führungstraverse (2) angeordneten Vielnutwellen (21c, 22c) gegenüber
dem Getriebe vorgesehen ist.
3. Vertikalwalzgerüst nach Anspruch I oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kassette (10) kopfseitig
mit Rollenpaaren (5) versehen ist, die in den Führungen (4) der Hubtraverse (3) geführt sind.
4. Vertikalwalzgerüst nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Kassette in Betriebsstellung längs der seitlichen Führungswandungen in an sich bekannter Weise
durch Arretiermittel (41) festlegbar ist.
.Uf
an der Kassette an- *r Ka«e„e befindü-
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19691905282 DE1905282C3 (de) | 1969-02-04 | Vertikalwalzgerüst zum Walzen von Metallgut, insbesondere Halbzeugen, wie Knüppeln und Vorbrammen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19691905282 DE1905282C3 (de) | 1969-02-04 | Vertikalwalzgerüst zum Walzen von Metallgut, insbesondere Halbzeugen, wie Knüppeln und Vorbrammen |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1905282A1 DE1905282A1 (de) | 1970-08-06 |
| DE1905282B2 true DE1905282B2 (de) | 1976-04-22 |
| DE1905282C3 DE1905282C3 (de) | 1976-12-09 |
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE1905282A1 (de) | 1970-08-06 |
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