DE1704780C3 - Vorrichtung zum Herstellen von Folien aus einem thermoplastischen Hochpolymeren - Google Patents
Vorrichtung zum Herstellen von Folien aus einem thermoplastischen HochpolymerenInfo
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Description
Gegenstand der Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Herstellen von dicken Folien aus
einem thermoplastischen Hochpolymeren durch Auspressen hochviskoser Schmelzen dieser Polymeren
aus Breitschlitzdüsen, wobei auch bei großem Schmelzausstoß Folien mit geringen Breiten- und
Dickenschwankungen entstehen.
Zur rationellen Herstellung insbesondere biaxial gestreckter Folien benötigt man ungestreckte Vorfolien
großer Breite und Stärke, die man durch Anpressen der betreffenden hochpolymeren Schmelzen
durch Breitschlitzdüsen auf gekühlte Walzenoberllächen erhält. Diese Schmelzfilme sind dort so abtukühlen,
daß man dicken- und breitengleichmäßige Folien erhält. Außerdem muP« die Folie nach Verlassen
der Abzugswalze so weit ausgekühlt sein, daß tlie zum Transport notwendigen, an der Folie angreifenden
Bandspannungen keine Deformation der Vorfolie verursachen.
Man geht dabei üblicherweise so vor, daß man den Schmelzfilm auf die Oberfläche einer rotierenden
Walze aufspritzt, wobei man im allgemeinen über einen geringen Längsverzug die endgültige Folienstärke
einstellt. Der Längsverzug soll dabei jedoch so klein sein, daß er keine nennenswerte Orientierung
der Folie verursacht. Der Abstand zwischen den Düsenlippen des Spaltes und der Aufspritzlinie
des Films auf der Walzenoberfläche — der Verzugs
weg — soll so kurz wie möglich sein, um die Brei tenkontrnktion des ausgepreßten Schmelzfilms ein
zuschränken, die zu breitenungleichmäßigen Foliei führen kann.
Bei einer bekannten Vorrichtung werden Breit schlitzdüse und Kühlwalze so angeordnet, daß dii
Richtung des Düsenspaltes einen beliebigen Winke zur Walzenoberfläche bilden kann, wobei eine senk
ίο rechte oder tangentiale Einstellung des Düsenspalte
zur Oberfläche der Abzugswalze bevorzugt wird. Dii senkrechte Einstellung der Düsenlippen zur Ober
fläche der Abzugswalze hat den Vorteil, daß die au den Schmelzfilm einwirkende Schwerkraft und dii
Düsenspritzkraft eine und dieselbe Richtung haben Es kann bei der praktischen Durchführung jedocl
nie verhindert werden — vor allem bei dicken um hochviskosen Schmelzfilmen — daß die durch dii
rotierende Kühlwalze gebildete Abzugskraft dei Verzugsweg tangential A der Walzenoberflächi
enden läßt und nicht, wie es verfahrenstechniscl optimal wäre, als Walzennormale direkt unterhall
des Düsenspaltes.
Durch das tangentiale Auftreffen des Schmelz
as filmes auf die Walzenoberfläche wird die der Wal
zenoberfläche abgekehrte Folienseite über eine de beiden Düsenlippen abgezogen, was zu streifigen um
rauhen Folienoberflächen mit verminderter Transpa renz führt, da es sich nicht verhindern läßt, daß siel
auf den Düsenlippen schon nach geringen Laufzei ten thermisch abgebautes Material ansammelt.
Ein weilerer Nachteil dieses bekannten Vorgehen
licgl darin, daß bei höherem spezifischem Schmelz ausstoß, etwa oberhalb 5000CnWh -cm Düsenschlitz
breite, das tangetiale Enden des Verzugsweges au der Kühlwalze zu Lufteinschlüssen zwischen Walzi
und der der Walzenoberfläche zugekehrten Folien oberfläche führt, was eine unterschiedliche Haftun]
der Folie auf der Walzenoberfläche zur Folge ha und dadurch zu ungleichmäßigem Auskühlen de
Vorfolie führt. Der spezifische Ausstoß gibt das ii einer Stunde ausgestoßene Matcrialvolumen in cm·1
bezogen auf 1 cm Spaltbreite der Düse, an. Die An gäbe der spezifischen Ausstoßmenge ist daher voi
der Spaltweite des Düsenspaltes unabhängig. Da ungleiche Auskühlen der Folie wirkt sich ungünsti]
auf die Transparenz und Oberflächenglätte der Folii aus.
Ein weiterer entscheidender Nachteil des bekann ten Vorgehens ist besonders bei Folien großer Dicki
und aus Schmelzen hoher Viskosität, beispielsweisi solchen aus Polyolefinen, daß die unterschiedlich!
Abkühlung der der Oberfläche der Abzugswalze zu und abgekehrten Folienseiten zu Oberflächen- um
Randspiannungen in der Folie führt, die Folienrände z.um Abheben von der Walzenoberfläche veranlaß
und zu j-'olien mit schlechter Planlage und ungleich
mäßigen Breiten führt. Zudem verursacht die unter schiedliche Auskühlung der Oberflächen Unter
schiede in Transparenz und Rauhigkeit dieser FIa chen, d:a der Wärmeübergang zwischen Folien- un<
Walzenoberfläche einerseits und Folienoberflächi und Luft andcrerseits verschieden groß ist. Bcson
ders bei dicken Vorfolien und hohem spezifischen Schmelzausstoß ist nicht gewährleistet, daß die Foil·
ausreichend auskühlt, da wegen des schlechterei Wärmeübergangs zur Luft die der Luft zugewandt!
Folienoberfläche nicht so schnell abgekühlt werdci
kann, wie dies bei der der WalzenoberHäche zugekehrten
Folienseite möglich ist. Die hieraus resultierenden unterschiedlichen Härten beider Folienoberflüchcn
können dann beim Umschlingen der Folgewalze, welche die Folien von der Kühlwalze wegführen,
unter der Einwirkung der Bandspannung zur bleibenden Verformung der der Oberfläche der
Folgewalzen zugekehrten und ungenügend ausgekühlten Folienoberfläche führen, was unbrauchbare
Folien zur Folge hat. Ähnliche Schwierigkeiten ergeben sich auch beim tangentialen Abziehen des
Schmelzfilmes auf der Walze.
Es ist weiterhin bekannt (USA.-Patentschrift 3 223 757), bei der Herstellung von Folien aus thermoplastischen
Hochpolymeren geringer Schmelzviskosität etwa unterhalb 2000 Poise und bei spezifischen Ausstoßleistungen mit weniger als
5000 cm-Vn ■ cm Düsenbreite mittels einer quer über
die Folie gespannten und auf hoher elektrischer Spannung liegenden Elektrode den Verzugsweg dahingehend
zu beeinflussen, daß die Aufspritzlinie des Schmelzfilmes auf der Walzenoberfläche näher
an die durch senkrechte Projektion des Düsenspaltes auf die Walzenoberfläche gebildete Linie heran verlegt
wird. Gleichzeitig wird der viskose Schmelzfilm durch das Coronafeld gleichmäßig längs der Walzenoberfläche
der Aufspritzlinie entlang angelegt, d. h., die Haftung des Schmelzfilmes mit der Walzenoberfläche
ist dort überall im wesentlichen gleich groß. Eine solche Anlage der Schmelze auf die
Walzenoberfläche scheitert allerdings bei Schmelzfilmen mit Viskositäten oberhalb 2000 Poise, auch
bei weit geringerem Ausstoß als 5000 cnv'/h · cm Düsenbreite, da die Anlegekraft im elektrischen Feld
wegen der Gefahr von Überschlägen zwischen Elektrode und Walze und der Gefahr von Durchschlägen
durch den Schmelzfilm nicht beliebig groß gemacht werden darf und außerdem hier kleiner ist als die
Spannung des hochpolymeren Schmelzfilmes, die durch die rotierende Abzugswalze und seine Haftung
auf der Walzenoberfläche geschaffen wird.
Die obengenannte Viskositätsgrenze von etwa 2000 Poise ergibt sich durch Messung der Viskosität
eines Hochpolymeren im Weissenberg-Rheogoniometer, bei der sich die Schmelzviskosität als Abhängige
von Schergefälle und Meßtemperatur einstellt und etwa den Viskositätsbedingungen des
Polymeren beim Austritt aus der Düsenaustrittsöffnung beim Extrudieren entspricht.
Polymere, deren Schmelzfilme sich nach dem bekannten Vorgehen bei hohem Ausstoß mittels eines
elektrostatischen Kraftfeldes befriedigend an die Oberfläche von Gießwalzen anlegen lassen, zeigen
bei Schergefällen, die denen der hochpolymeren Schmelzen nach Austritt aus der Düsenöffnung eines
Extruders ähnlich, also kleiner als etwa 10"1 see"1
sind, bei Temperaturen weit oberhalb der Schmelztemperatur des Polymeren, beispielsweise 230 bis
280° C bei Polyethylenterephthalat, Viskositäten
von weniger als etwa 2000 Poise.
Bei Hochpolymeren, deren Schmelzfilme sich bei hohem Schmelzausstoß und Temperatu;?.n weit oberhalb
des Schmelzpunktes des Polymeren mittels elektrostatischer Kräfte allein nicht befriedigend an
die Oberfläche von Kühlwalzen anlegen lassen, wie beispielsweise Schmelzfilme aus Polyäthylen oder
Polypropylen, ergeben sich bei Vorgabe eines Schergefälles von weniger als ety.a 10~' see-' und Temperaturen
von 230 bis 290 ' C Viskositäten von mehr als 2000 Poise.
Bei einem anderen bekannten Fall zur Herstellung von allerdings dünne:i Folien (USA.-Patentschrift
3 277 227) wird tangentiales Anlegen des linicnförmigcn Druck eines Gasstromes auf die der
Schmelzfilmes auf die Walzenoberfläche durch Walzenoberfläche abgekehrte Folicnoberfläche kurz
nach deren Austritt aus dem Düsenspalt bewerkstelligt. Bei hohen Luftgeschwindigkeiten des den Druck
ausübenden Gasstromes verursacht dieser allerdings ungleichmäßige Verformung des viskoelastischen
Schmelzfilmes. Die Einwirkung eines schnellen Luftstromes über die ganze Folienbreite hinweg legt
zwar die Folie über ihre gesamte Oberfläche an die Walze an, kann aber nicht verhindern, daß sich
danach die Ränder der Folie von der Walzenobertläche abheben, wodurch die vorgenannten nachteiligen
Erscheinungen hervorgerufen werden.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, zu erreichen, daß der Verzugsweg stets konstant
bleibt, d. h., daß der Schmelzfilm stets an derselben Stelle auf die Walze aufläuft, und weiter zu erreichen,
daß er von dieser Stelle an bis zum Eintauchen in das Kühlbad über die gesamte Breite, insbesondere
an den Rändern, in innigem Kontakt mit der Walze bleibt. Dies ist anzustreben, damit der
Film keine Änderungen in seiner unvermeidbaren breiten Kontraktion auf der Waize erleidet und damit
Planlagefehler der Folie vor deren Eintauchen in das Kühlbad vermieden werden, so daß dadurch
dicke Folien herstellbar sind, die sich in gleichmäßiger Oberflächenglätte von Folien vorteilhaft unterscheiden,
die nach bekannten Vorrichtungen und Verfahren hergestellt sind.
Ausgehend von der Vorrichtung, wie sie die USA.-Patentschrift 3 223 757 zeigt, bei der also dei
Film des thermoplastischen Hochpolymeren in einei Dicke von mindestens 0,3 mm in geschmolzenem
Zustand aus einer Breitschlitzdüse mit einer Viskosität von mehr als 2000 Poise und mit einem spezischen
Schmelzausstoß von mehr als 5000 cm3/h und cm Schlitzbreite senkrecht ausgepreßt und auf einei
mit ihrer Achse im wesentlichen senkrecht unterhalt des Düsenspaltes angeordneten, rotierenden sowie
gekühlten und in ein Kühlbad eintauchenden Walze zum Anlegen gebracht ist und dabei das Anlegen dei
Folie durch ein unmittelbar in dem Auftreffbereich auf die Walze wirkendes und zur Laufrichtung quer-
verlaufendes, bis zu den Rändern der Folie reichendes Gleichstromcoronafeld hoher Spannung unterstützt
wird, besteht die Lösung der Aufgabe darin daß zum Aufbau eines an sich z. B. aus der USA.
Patentschrift 3 277 227 bekannten, auf die von dei Walzenoberfläche abgekehrten Folienoberfläche wir
kenden pneumatischen Überdruckes, der auf der Flächenbereich der Folie zwischen Düse und Kühl
bad einwirkt, ein über die Folienränder hinausrei chender, die Elektrode für das querverlaufende Co
ronafeld überdeckender Druckkasten vorgesehen is und daß außerdem auch innerhalb des Druckkasten:
weitere Elektroden für je ein entlang der Rande der Folie zusätzlich wirkendes Gleichstromcorona
feld hoher Spannung angeordnet sind, das bis an dii
Oberfläche eines Kühlbades reicht.
Der Abstand der den Düsenspalt begrenzendei Lippen von der Walzenoberfläche beträgt zwiixhei
1 und 10 cm, vorzugsweise zwischen 2 und 4 cm
Der Schmelzfilni hat dabei einen Verzugsweg von
10 bis 300 mm, vorzugsweise von 20 bis 50 mm. Die Walzenumfangsgeschwindigkeit der Kühlwalze
beträgt 5 bis 50 m/min, vorzugsweise 10 bis 25 m/min, wobei die Walzenoberflächeii Temperaturen
zwischen 10 und 80° C, vorzugsweise zwischen 10 und 40° C aufweisen. Die Walzenachse ist horizontal
angeordnet, der Düsenspalt befindet sich oberhalb der Walzenoberfläche und verläuft parallel zur
Walzenachse. Die Kühlflüssigkeit, in die die Walze mit etwa der Hälfte ihres Umfanges eintaucht, hat im
wesentlichen dieselbe Temperatur wie die Oberfläche der Kühlwalze. Als Kühlflüssigkeit kann man
alle zur Kühlung thermoplastischer Schmelzen verwendbaren Medien nehmen; ein besonders geeignetes
Medium ist Wasser.
Der Überdruck wird durch einen auf der Folienoberfläche auftretenden Gasstrom, insbesondere einen
Luftstrom bewirkt, der Drücken von 50 bis 400 mm Wassersäule, vorzugsweise von 100 bis 300 mm
Wassersäule, entspricht, wobei er Temperaturen zwischen 10 und 80° C, vorzugsweise zwischen 20 und
40° C, aufweisen kann. Der Druck wirkt dabei gleichmäßig über die gesamte Oberfläche der der
Walze abgewandten Seite des Schmelzfilmes vom
Austritt des Schmelzfilmes aus dem Düsenspalt über die Auftrefflinie des Schmelzfilmes auf der Kühlwalzenoberfläche.
Die gleichmäßige Einwirkung des Überdruckes über die gesamte Folienoberfläche wird
durch einen Druckkasten erreicht. Er besteht aus einem Metallgehäuse, das etwa ein Viertel des Umfanges
der Kühlwalze überspannt und dabei mindestens so breit wie die Walze, jedoch breiter als die
Folie ist. Der Druckkasten übergreift dabei an beiden Seiten den auf der Walzenoberfläche aufliegenden
Schmelzfilm je 50 mm und erstreckt sich in Längsrichtung von der Auftrefflinie auf die Walzenobcrfläche
bis etwa zum Eintauchen des Films in das Kühlbad. Die den Staudruck erzeugende Luft
tritt über zwei öffnungen aus den Seitenwänden des Gehäuses, d. h. parallel zur Walzenachse, in den
Innenraum des Druckkastens ein. Luftmenge und Geschwindigkeit werden über zwei Einlaßventile gesteuert,
die außerhalb des Druckkastens nahe den Eintrittsöffnungen sitzen. Über den Spalt, der durch
die Kühlwalze und die dem Wasserbad nahe untere Begrenzung des Druckkastengehäuses gebildet wird,
stellt man den Steuerdruck ein. Die Spaltbreite liegt zwischen 1 und 100 mm, vorzugsweise zwischen
5 und 20 mm. Die beiden unteren Seitenkanten des Druckkastens sind gegenüber der Walzenoberfläche
abgedichtet, beispielsweise durch Filzstreifen. Das Gehäuse selbst ist mit der Breitschlitzdüse fest verbunden
und schließt hier den Innenraum ebenfalls dicht gegen das Äußere ab.
Das Gleichstrom-Coronafeld hoher Spannung wird von Elektroden in Drahtform erzeugt, wobei diese
sich in einem Abstand zwischen 5 und 40 mm, vorzugsweise zwischen 10 und 20 mm, von der Folienoberfläche
befinden und dort, wo sie über der Folie verlaufen, nicht mit Isolationsmaterial umgeben sind.
Eine Elektrode verläuft parallel zur Walzenachse über die Folienoberfläche. Die Elektroden, die längs
der Ränder der Folie verlaufen, erstrecken sich im wesentlichen von der Auftrefflinie des Schmelzfilmes
auf die Kühlwalze bis kurz oberhalb des Flüssigkeitsspiegels des Kühlbades, der Abstand des längsverlaufenden
Elektrodenendes vom Flüssigkeitsspiegel ist dabei mindestens so groß wie bei gegebener
Spannung der Elektroden der überschlagfreie Abstand der Elektrode in Luft von der Walzenoberfläche.
Das Gleichstrom-Coronafeld wird über Spannungen von 5 bis 30 kV, vorzugsweise von 10 bis 15 kV.
erzeugt. Diese Spannungen verursachen bei gegebenem Drahtabsland Coronaströme zwischen 50 und
500 mA, vorzugsweise jedoch zwischen 100 und
ίο 250 mA.
Wird die kombinierte Einwirkung von Coronafeldern und Staudruck auf die Folienoberfläche über
die angegebene Größenordnung des Drucks und/oder des elektrischen Feldes hinaus ausgeübt oder das
t5 den Schmelzfilm über seine Breite auf der Walzenoberfläche festgelegte Coronafeld so angeordnet, daß
es zu weit ober-, unter- oder außerhalb der Staudruck bedingten Auftrefflinie der Folie auf der Walzenoberfläche
auf die Folienoberfläche einwirkt,
ίο dann besteht die Gefahr von Durchschlägen und/
oder Deformationen des Schmelzfilmes oder ein nicht ausreichend gleichmäßiges, nicht lufteinschlußfreies
Anliegen der Folie an der Auftrefflinie auf der Walzenoberfläche.
»5 Zu geringe Intensitäten der gleichzeitig zur Wirkung
gebrachten Medien sind an der resultierenden Folie erkennbar.
Unter diesen nicht optimalen Bedingungen hergestellte Folien zeigen bekannte Mangel bezüglich ihrer
Breite, Stärke und ihrer Planlage, sind von ungleicher Transprarenz, matt und rauh.
Coronaeinwirkung längs der Walzenkanten, die zu weit seitlich von diesen erfolgt, ist daran zu erkennen,
daß sich die Folien in ihren Randbereichen von der Walzenoberfläche in unerwünschter Weise abheben.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung eignet sich besonders zur Herstellung von Folien aus Polyolefinen,
insbesondere aus Polyäthylen, ganz besonders jedoch zum Herstellen von Folien aus Polypropylen.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung gemäß der Erfindung dargestellt. Die
Beispiele sollen die Erfindung erläutern, diese aber nicht auf die Heispiele beschränken. Ebenso soll die
Erfindung sich nicht auf die in den Zeichnungen
dargestellten Anordnungen und Geometrie beschränken.
Abb. 1 zeigt eine perspektivische Darstellung der Vorrichtung;
Abb. 2 zeigt einen Querschnitt längs der Linie A'A durch die Abb. 1;
Abb. 3 zeigt eine frontale Ansicht von Walze,
Breitschlitzdüse und Hochspannungselektrode.
In Abb. 1 bedeutet dabei 1 die Breitschlitzdüse mit Zuleitungsrohr von einem nicht gezeigten Extru-
der. 2 die Kühlwalze mit nicht gezeigtem Antrieb. Die Kühlwalze läuft in einer Wanne 3, die mit einer
Badflüssigkeit 3 a gefüllt ist. 4 bedeutet den Druckkasten, S eine in dem Druckkasten oberhalb der
Folie über deren gesamte Breite verlaufende Elektrode, 6 und 7 Elektroden, die innerhalb des Druckkastens
beginnen und oberhalb der Folienoberfläche längs der Folienkanten verlaufen und oberhalb des
Flüssigkeitsspiegels der Badflüssigkeit enden. 8 bedeutet eine nicht angetriebene Umlenkwalze, 9 einen
Filzstreifen, der die seitlichen unteren Kanten des Druckkastens 4 gegenüber der Walzenoberfläche abdichtet.
10 bedeutet einen Schieber, mittels dessen der Druckkasten mit seiner unteren, der Walzenober-
fläche parallel verlaufenden Kante je nach Stellung des Schiebers mehr oder weniger abgedichtet werden
kann. 11 bedeutet Lufteinlaßrcgulicrdüsen.
In Abb. 2 haben die Zahlen 1, 2, 3, 3c/, 4. 5, 6, 7, 8 und 10 dieselbe Bedeutung wie in Abb. I.
In Abb. 3 haben 1, 2, 5, 6 und 7 dieselbe Bedeutung wie in den Abb. 1 und 2, 5« bedeutet den
nicht isolierten Teil des Hochspannungsdrahtes 5. 6a den nicht isolierten Teil des Hochspannungsdrahtes
6 und Ta den nicht isolierten Teil des Hochspannungsdrahtes
7.
Bei 260° C vnrd mittels eines Extruders mit Breitschlitzdüse,
dessen Schlitzbreite 100 mm und dessen Schlitzweite 1,5 mm beträgt, Polypropylen (Hostalen®
PPN 1075 S, ein Produkt der Farbwerke Hoechst AG) mit einem Schmelzindex 6 bis 7 g je
10 min, gemessen nach DIN 53 735 (230° C/5 kp) und einem spezifischen Schmelzausstoß von etwa
10 kg/h · cm Düsenschlitzbreite in Form eines Schmelzfilmes auf die Oberfläche einer Walze ausgepreßt.
Der Düsenspalt verläuft parallel zur Achse der Kühlwalze, er befindet sich dabei oberhalb der
Walzenoberfläche. Die gekühlte Abzugswalze hat eine Umfangsgeschwindigkeit von 15 m/min, ihre
Oberfläche hat eine Temperatur von 30° C. Der Abstnd des Düsenspaltes von der Walzcnoberfläche
beträgt 20 mm. Bei einem Verzugsweg von etwa 80 mm stellt sich dabei als Vorfoliendicke eine
Folie von 1250 μ ein. Die Schmelze wird mittels der Gleichstrom-Corona im Hochspannungsfeld eines im
Abstand von 10 mm über die Folie querverlaufenden Drahtes auf die gekühlte und geerdete Walze angelegt.
Die Spannung des Drahtes beträgt 12 kV, wobei sich ein Coronastrom von etwa 100 mmA einstellt.
Das angewandte Coronafeld ist nicht in der Lage, die Auftrefflinie des Schmelzfilmes auf der
Walze ausreichend nahe zur Düse hinzuverlegen, um einen optimal kurzen Abzugsweg zu erhalten. Man
kann mit der Coronawirkung allein nicht verhindern, daß die Folie über die Lippe des Düsenspaltes
abgezogen wird, und erhält dadurch durch verschiedene Ursachen hervorgerufene Streifigkeiten der Folienoberfläche.
Außerdem heben sich kurz nach der Zone, innerhalb der die Folie mittels des Coronafeldes
an die Walzenoberfläche angelegt ist, beide Folienränder von der Walzenoberfläche ab. Da zusätzlich
die extrudierte, 1250 μ dicke Vorfolie bei
der hohen Abzugsgeschwindigkeit nicht ausreichend ausgekühlt werden kann, gelangt man zu einer gebogenen
und dicken- und breitenungleichmäßigen Vorfolie, deren Schichten auf der Probewalze durch die
Transportspannung gegeneinander verschoben werden. Eine derartige Folie kann in einem anschließenden
Veredelungsprozeß nicht biaxial verstreckt werden.
B e i sp i el 2
In derselben Anordnung wie in Beispiel 1 wird der Verzugsweg des Schmelzfilmes zur Walzcnoberfläche
durch den Staudruck eines Luftstromes auf die der Walzcnoberfläche abgekehrte Seite des Schmelzfilmes
ίο festgelegt. Der Verzugsweg beträgt jetzt etwa 40 mm.
Der Staudruck wird unter Verwendung des beschriebenen Di'uckkastens ohne Coronabrücke aufgebaut.
Der Staudruck wirkt dabei nach allen Seiten auf das Innere des Gehäuses und auf die Oberfläche des
Schmelzfilmes gleichmäßig und legt diesen auf die Oberfläche der Walze an. Oberhalb der so gebildeten
Auftrefflinie, in Richtung auf die Düse zu verschoben, wird ein Hochspannungsdraht angebracht,
der sich quer über die Folie erstreckt und dabei
ao 10 mm von der Folienoberfläche entfernt ist. Der Draht wird mit Hochspannung von 12 kV gespeist,
während sich ein Coronastrom von mehr als lOOmmA einstellt. Die optimale Anordnung des
Coronafeldes über der Auftrefflinie des Schmelzfilmes auf der Walze ist daran erkennbar, daß durch
die Einwirkung des Coronafeldes der Schmelzfilm gleichmäßig eng und lufteinschlußfrei in Zusammenwirkung
mit dein Staudruck an die Walzenoberfläche angelegt wird. Nach einem Viertel des Walzenumfanges
tritt die Folie ein in ein Wasserbad von etwa 20° C und wird so weit abgekühlt, daß die Transportspannung
keine Deformation der Folie bewirken kann. Auf diese Weise erhält man eine dickengleichmäßige
und auf beiden Oberflächen etwa gleich glatte Folie, die allerdings durch unzureichende
Randhaftung auf der Walzenoberfläche breitenungleichmäßig und rinnenförmig gewölbt ist.
Die Anordnung von Beispiel 2 wird dahingehend erweitert, daß zwei weitere, innerhalb des beschriebenen
Druckkastens beginnende Hochspannungselektroden entlang des Walzenumfanges und im Abstand
von je 10 mm oberhalb der Folienkanten verlaufen. Die Spannung der Drähte gegen die Kühlwalze
beträgt 10 kV, sie weist dabei einen Coronastrom von etwa 100 mmA auf. Die Elektroden ender
50 mm über der Oberfläche des Wasstrbades.
Die mit dieser Vorrichtung hergestellten Vorfolier weisen eine sehr gute Dicken- und Breitengleich mäßigkeit und gute Planlage auf, die Folien sine gleichmäßig transparent und weder matt noch rauh Sie eignen sich deshalb hervorragend als Vorfoliei zur biaxialen Verstreckung.
Die mit dieser Vorrichtung hergestellten Vorfolier weisen eine sehr gute Dicken- und Breitengleich mäßigkeit und gute Planlage auf, die Folien sine gleichmäßig transparent und weder matt noch rauh Sie eignen sich deshalb hervorragend als Vorfoliei zur biaxialen Verstreckung.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
409630/2!
Claims (1)
- Patentanspruch:Vorrichtung zum Herstellen einer Folie aus einem thermoplastischen Hochpolymeren in einer Dicke von mehr als 0,3 mm, wobei dieses Polymer in geschmolzenem Zustand aus einer Breitschlitzdüse mit einer Viskosität von mehr als 2000 Poise und mit einem spezifischen Schmelzausstoß von mehr als 5000 cm3/h und cm Schlitzbreite senkrecht ausgepreßt und auf einer mit ihrer Achse im wesentlichen senkrecht unterhalb des Düsenspaltes angeordneten, rotierenden sowie gekühlten und in ein Kühlbad eintauchenden Walze zum Anlegen gebracht ist und dabei das Anlegen der Folie durch ein unmittelbar in dem Auftreffbereich auf die Walze wirkendes und zur Laufrichtung querverlaufendes, bis zu den Rändern der Folie reichendes Gleichstromcoronafeld hoher Spannung unterstützt wird, dadurch gekennzeichnet, daß zum Aufbau eines an sich bekannten, auf die von der Walzenoberfläche abgekehrten rOlienoberfläche wirkenden pneumatischen Überdruckes, der auf den Flächenbereich der Folie zwischen Düse und Kühlbad einwirkt, ein über die Folienränder hinausreichender, die Elektrode (S) für das querverlaufende Coronafeld überdeckender Druckkasten (4) vorgesehen ist und außerdem, auch innerhalb des Druckkastens, weitere Elektroden (6, 7) für je ein entlang der Ränder der Folie zusätzlich wirkendes Gleichstromcoronafeld hoher Spannung angeorcnet sind, das bis an die Oberfläche des Kühlbades (3 a) reicht.
Priority Applications (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
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