DE1604366C3 - Verfahren zum Herstellen einer mit Verstärkungsfasern und Füllstoffen versetzten, thermisch härtenden Masse - Google Patents
Verfahren zum Herstellen einer mit Verstärkungsfasern und Füllstoffen versetzten, thermisch härtenden MasseInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer mit Verstärkungsfasern und Füllstoffen versetzten,
thermisch härtenden Masse, bei dem einem flüssigen thermisch härtenden Kunststoff 25% seines
Gewichts büschelförmige Verstärkungsfasern sowie Füllstoffe zugegeben und das Gemisch wiederholt einer
Misch- und Knetbehandlung unterworfen wird, bei der fortwährend ein Teil des Gemisches aus der
Misch- und Knetzone herausgeführt und später wieder in diese zurückgeführt wird, wobei die büschelförmigen
Verstärkungsfasern im wesentlichen in Einzelfasern aufgeteilt werden.
Ein derartiges Vorgehen ist aus der FR-PS 367378 bekannt; bei dem dort geschilderten Verfahren
muß damit gerechnet werden, daß die zu mischende und zu knetende Masse ohne äußere Kühleinwirkung
eine wesentliche Temperatursteigerung erfährt, was zu einer entsprechenden Viskositätserhöhung
führt, so daß die Verstärkungsfasern nur unvollständig aufgeteilt werden, also büschelförmige Ansammlungen
von Verstärkungsfasern in der fertig gemischten und gekneteten Masse verbleiben. Über
das Temperaturverhalten der Masse während des Mischcns und des Knetens finden sich in der Vorveröffentlichung
keine Angaben.
Das Verteilen der in Form von z. B. Glasfaserbüscheln zugegebenen Verstärkungsfasern ist sehr
schwierig und erfordert einen entsprechend intensiven Misch- und Knetvorgang, damit die Fasern möglichst
vereinzelt in der fertigen Masse verteilt sind. Das Vorhandensein nicht homogen verteilter Fasern führt einerseits
leicht zur Bildung von Rissen in den daraus hergestellten Gegenständen und andererseits wird da-
g durch die Beständigkeit gegen chemische Korrosion herabgesetzt, da insbesondere nach einer mechanischen
Bearbeitung von Oberflächen, bei der nicht verteilte Verstärkungsfaserbündel aufgedeckt werden, an
diesen Stellen Korrosionsstoffe in den Gegenstand eindringen und in dessen Innerem ernsthafte Schaden
anrichten können.
Es ist Aufgabe der Erfindung, das Verfahren der eingangs genannten Art dahingehend zu verbessern,
daß die einzelnen Faserteilchen sehr gleichmäßig in der Kunststoffmasse verteilt sind, ohne daß während
des Mischens und Knetens der Masse eine äußere Kühlung erforderlich ist.
Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß man die Viskosität des Gemisches durch entspre-
ao chende Bemessung der Füllstoffmenge auf einem für
die Aufteilung der büschelförmigen Verstärkungsfasern notwendigen, genügend hohen Wert hält und die
Rückführung der Teilmenge des Gemisches in die Misch- und Knetzone in der Weise vornimmt, daß die
a5 Masse ohne äußere Kühleinwirkung keine wesentliche
Temperaturerhöhung erfährt.
Es gelingt auf diese Weise, die Temperaturerhöhung während des Misch- und Knetvorganges so gering
zu halten, daß die sich einstellende Viskosität das erstrebte möglichst vollständige Aufteilen der Verstärkungsfaserbündel
in Einzelfasern zuläßt, ohne daß eine Fremdkühlung aufgebracht werden muß. Dieser
Vorgang wird unterstützt durch die Rückführung der fortlaufend abgetrennten Teilmenge des Gemisches
in die Misch- und Knetzone derart, daß insgesamt keine wesentliche Temperaturerhöhung eintritt, die
zur teilweisen Polymerisation oder Vorpolymerisation des Kunststoffes führen könnte, was natürlich mit einer
zu großen Erhöhung der Viskosität und demzufolge einer weniger guten Verteilung der Verstärkungsfasern
in der Kunststoffmasse verbunden wäre. Als Anhaltspunkt für die Zerteilung der Verstärkungsfaserbüschel
in im wesentlichen Elementarfasern kommt eine solche in Betracht, daß mindestens
80 bis 100% der Fasern nach Beendigung des Knet-
und Mischbearbeitungsvorganges als einzelne Fasern in der Mischmasse vorhanden sind.
In vorteilhafter Weise werden dem Gemisch zur Erzielung einer genügend hohen Viskosität je 100
Gewichtsteile Polyesterharz mindestens 50 bis 150 Gewichtsteile Füllstoff zugesetzt, während je 100 Gewichtsteile
Epoxydharz mindestens 125 bis 175 Gewichtsteile des Füllstoffs hinzugefügt werden. Derartige
Massen eignen sich vorzüglich zur Herstellung von
-j Gegenständen nach bekannten Preßbearbeitungen.
Zur Zubereitung von Spritzgußmassen wird empfohlen, je 100 Teile Polyesterharz mindestens 125 Teile
Füllstoff oder je 100 Teile Epoxydharz 150 Teile Füllstoff
hinzuzufügen.
go Das Verfahren kann mit Hilfe eines oder mehrerer
Mischer durchgeführt werden, die derart ausgebildet sind, daß fortwährend ein Teil der gemischten Masse
aus der Misch- und Knetzone hinausgeführt und später wieder darin eingeführt wird, ohne daß die Tempe-
(5 ratur der Masse erheblich steigen kann. Verläßt ein
Teil der gemischten Masse die Knet- und Mischzone, so treten dabei Schubkräfte auf, die der Zerteilung
der Glasfaserbüschel zugute kommen.
Die Erfindung wird durch ein zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignetes Auslührungsbeispiel
eines in schematischer Darstellung in der Zeichnung wiedergegebenen Mischers näher
erläutert.
Jeder Mischer besteht aus einem Mischgefäß 1 mit Zufuhrtrichter 2. Das Mischgefäß 1 geht auf einer
Seite in eine Mulde 3 über. An der drehbar in einer Seitenwand 4 des Mischgefäßes 1 einseitig lagernden
Welle 5 ist ein Förderband 6, sowie eine Förderschnecke 7, insoweit diese Welle 5 sich bis in die
Mulde 3 erstreckt, befestigt. Der Boden 8 des Mischgefäßes 1 geht über einen ziemlich schwach ansteigenden
Übergangsteil 9 in die untere Seite 10 der Mulde 3 über. Dabei ist das Förderband 6 derart profiliert,
daß es über einen Übergangsteil 11 in die Förderschnecke 7 der Mulde übergeht, wobei dieser
Übergangsteil 11 spiralförmig und sich verjüngend um
die Welle 5 liegt. Die Ausführung ist derart, daß das Förderband sich in dem Übergangsteil 11 an den
schwach ansteigenden Übergangsteü 9 des Mischgetaßbodens anpaßt. Schließlich ist auf der äußeren Seite
des Mischgefäßes 1 auf der Welle 5 ein Getriebe 12 angebracht, das von einem nicht dargestellten, in ein
mit Kühlungsrippen versehenes Gehäuse aufgenommenen Elektromotor angetrieben wird.
Das zum Verfertigen der Masse benötigte Harz sowie der Füllstoff, wie z. B. Glasfasern, werden in das
Mischgefäß 1 des Mischers eingefüllt, worauf durch Drehen der Welle 5 die Masse kräftig umgeschaufelt
wird, wobei ein kleiner Teil der gemischten Masse über die Förderschnecke 7 der Mündung B der
Mulde 3 zugeführt wird, während der größere Teil der Masse nochmals in Richtung des Pfeiles C geführt
wird. Dabei verhütet der Übergangsteil 11 in Zusammenarbeit mit dem Übergangsteil 9 des Mischgefäßbodens
1 eine Kuchenbildung in der aus dem Mischgefäß austretenden Masse an dem Eingang der
Mulde 3. Durch diese ausgeübten Kräfte tritt nun bei der Umschaufelung der Masse eine rupfende Wirkung
auf die Glasfaserbüschel ein, wodurch einzelne Faserteilchen entstehen. Es ist deutlich, daß die Masse während
der Mischung wiederholt aus der Misch- und Knetzone hinausgeführt und auch mehrfach der
Misch- und Knetbearbeitung unterzogen wird.
Die nachstehenden Beispiele beziehen sich auf die Verfertigung einer Anzahl von Preß- oder Spritzgußmassen,
welche sich bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung von Gegenständen
eignen, und wobei zum Mischen und Kneten die oben beschriebene Mischeinrichtung benutzt wird.
In einer Mischeinrichtung, wie oben beschrieben, werden 1 kg Polyesterharz und 0,45 kg Glasfasern
in Form eine Faserlänge von 6 mm aufweisender Faserbüschel eingeführt. Unter Hinzufügung eines geeigneten
Katalysators, wie 2% eines Peroxyds (Benzol-Peroxyd) wird die Masse während einer Zeitdauer
von 15 Minuten gemischt. Hierauf werden Probestäbe verfertigt, welche eine Biegefestigkeit von 605 kg/cm2
zeigten. Nach Prüfung hat es sich herausgestellt, daß die Glasfasern nicht ganz verteilt waren, welchem
Umstand zufolge die Masse nicht für die Herstellung von Gegenständen mit Spritzguß, und ebensowenig
für Preßlinge, in denen keine Kapillaren vorhanden sein dürfen, geeignet ist.
In den Mischer nach Beispiel 1 werden 1 kg Polyester,
1 kg Asbestteilchen von 50 μΐη und 0,25 kg Quarzpulver eingeführt; weiter werden 0,25 kg Glasfasern
mit einer Länge von 25 mm hinzugefügt. Unter Hinzufügung von 2% Benzol-Peroxyd als Katalysator
wird während 10 Minuten gemischt. Aus der erhaltenen
Masse werden Probestäbe gefertigt, die eine Biegefestigkeit von 950 kg/cm2 aufweisen. In dieser
Masse sind die Fasern sehr gut verteilt. Die Masse eignet sich zum Pressen, aber nicht zum Spritzguß.
in den Mischer nach Beispiel 1 werden 1 kg Polyester
sowie 0,50 kg Asbest mit einer Teilchengröße von 50 μΐη und 0,35 kg Glasfasern mit einer Länge
von 6 mm eingeführt, wonach unter Hinzufügung von
ao 2 Gewichtsprozent Benzol-Peroxyd als Katalysator
eine Mischung während einer Viertelstunde bei Umgebungstemperatur erfolgt. Aus der gemischten
Masse werden Probestäbe verfertigt, deren Biegefestigkeit 652 kg/cm2 beträgt.
In dieser Masse sind die Glasfasern nicht gleichmäßig verteilt.
Schließlich wurden 1 kg Polyester, 1,25 kg Asbest mit einer Teilchengröße von 50 μπι und 350 Gramm
Glasfasern mit einer Länge von 6mm in den Mischer eingeführt. Nach Hinzufügung von 2% Benzol-Peroxyd
als Katalysator werden aus der Masse Probestäbe verfertigt, die eine Biegefestigkeit von 1020 kg/cnr
aufweisen. In dieser Masse sind die Fasern außerordentlich gut verteilt, sie ist also für die Herstellung
von Gegenständen sehr geeignet. Die Herstellung von Gegenständen erfolgt entweder im Spritzguß oder
durch eine Preßbearbeitung, oder durch Extrusion, worauf man die Masse durch Erhitzung während einer
Stunde bei 100° C härtet. Die erhaltenen Gegenstände können sodann allerhand Bearbeitungen unterzogen
werden, wobei es auffällt, daß die bearbeiteten Oberflächen fast keine Porenstruktur aufweisen.
Letzteres ist dem Umstand zuzuschreiben, daß bei einer guten Verteilung der Glasfasern eine derartige
Porenbildung auf ein Mindestmaß beschränkt bleibt.
go In einen Mischer, wie oben beschrieben, führt man
1 kg Epoxydharz, 0,50 kg Asbest mit einer Teilchengröße von 50 μπ\ und 0,35 kg Glasfasern mit einer
Länge von 6 mm ein, worauf unter Hinzufügung von einem Gemisch aus 65 Teilen DDM Härtungsmittel
und 32 Teilen MPD Härtungsmittel, welches Gemisch 20% der Gesamtharzmsnge beträgt, gemischt werden.
Die Bezeichnung MPD und DDM beziehen sich auf Metaphenylendiamin bzw. Diamindiphenylmethan.
Diese Masse erfüllt die Anforderungen völlig wegen der guten Verteilung der Glasfasern. Die Biegefestigkeit
der Probestäbe liegt zwischen 1420 und 1450 kg/cm2.
$4 Ein sehr gutes Gemisch wird aus 100 Teilen Epoxydharz,
32 Teilen Glasfasern und 103 Teilen Asbestpulver von 50 f/m, welchem Gemisch 20 Teile einer
Mischung aus 65 Teilen DDM und 32 Teilen MPD
hinzugefügt werden, nach Mischen in dem obigen Mischer erhalten.
Die in den obigen Beispielen 1 bis 6 erhaltenen Massen aus Polyester und Epoxydharz weisen, nachdem
90% der Glasfasern in einzelne Faserteilchen verteilt sind, nur noch eine Temperatur im Bereich
von 35 bis 50" C auf.
Beispiel 7
Die (iüte des aus Epoxydharzen geformten Pro-
Die (iüte des aus Epoxydharzen geformten Pro-
dukts geht deutlich bei Erprobung der Probestäbe in 3()%iger Salzsäure bei 25°, 70" bzw. 90°C hervor,
wobei das Ausgangsmaterial mit einer Biegefestigkeit von 1350 kg/cm2 nach 10000 Stunden noch Biegefestigkeitswerte
von 1300, 1180 bzw. 850 kg/crrr zu verzeichnen hatte. Die geringe Ciewichtszunahrru'
geht aus den nachstehenden Zahlen hervor: nach
10000 Stunden bei 25" C...0,1%
7000 Stunden bei 70° C 1 <>/,
1000 Stunden bei 90" C 1%.
10000 Stunden bei 25" C...0,1%
7000 Stunden bei 70° C 1 <>/,
1000 Stunden bei 90" C 1%.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Verfahren zum Herstellen einer mit Verstärkungsfasern und Füllstoffen versetzten, thermisch
härtenden Masse, bei dem einem flüssigen thermisch härtenden Kunststoff 25% seines Gewichts
büschelförmige Verstärkungsfasern sowie Füllstoffe zugegeben und das Gemisch wiederholt einer
Misch- und Knetbehandlung unterworfen wird, bei der fortwährend ein Teil des Gemisches
aus der Misch- und Knetzone herausgeführt und später wieder in diese zurückgeführt wird, wobei
die büschelförmigen Verstärkungsfasern im wesentlichen in Einzelfasern aufgeteilt werden, dadurch
gekennzeichnet, daß man die Viskosität
des Gemisches durch entsprechende Bemessung der Füllstoffmenge auf einem für die Aufteilung
der büschelförmigen Verstärkungsfasern notwendigen, genügend hohen Wert hält und die Rückführung
der Teilmenge des Gemisches in die Misch- und Knetzone in der Weise vornimmt, daß
die Masse ohne äußere Kühleinwirkung keine wesentliche Temperaturerhöhung erfährt.
2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet,
daß dem Gemisch zur Erhaltung der Viskosität auf einem genügend hohen Wert pro 100 Gewichtsteile Epoxydharz mindestens 125 bis
175 Gewichtsteile Füllstoff zugesetzt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem Gemisch zur Erhaltung der
Viskosität auf einem genügend hohen Wert je 100 Gewichtsteile Epoxydharz L:50 Gewichtsteile
Füllstoff zugesetzt werden.
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| NL6502959 | 1965-03-09 | ||
| NL6502959A NL6502959A (de) | 1965-03-09 | 1965-03-09 | |
| DEN0028176 | 1966-03-09 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1604366A1 DE1604366A1 (de) | 1970-09-10 |
| DE1604366B2 DE1604366B2 (de) | 1976-03-04 |
| DE1604366C3 true DE1604366C3 (de) | 1976-10-14 |
Family
ID=
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