DE1234943B - Verfahren und Einrichtung zum kontinuierlichen Stranggiessen von Metallgussbloecken - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zum kontinuierlichen Stranggiessen von MetallgussbloeckenInfo
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B22—CASTING; POWDER METALLURGY
- B22D—CASTING OF METALS; CASTING OF OTHER SUBSTANCES BY THE SAME PROCESSES OR DEVICES
- B22D11/00—Continuous casting of metals, i.e. casting in indefinite lengths
- B22D11/14—Plants for continuous casting
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Continuous Casting (AREA)
Description
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT
Int. CL:
B22d
Deutsche KL: 31 b2-11/10
Nummer:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
Aktenzeichen:
Anmeldetag:
Auslegetag:
R 31697 VI a/31 b2
15. Dezember 1961
23. Februar 1967
15. Dezember 1961
23. Februar 1967
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung
zum kontinuierlichen Stranggießen von Metallblöcken, insbesondere aus Aluminium, wobei
die hergestellten Gußstränge einen höheren Reinheitsgrad aufweisen als das jeweilige Einsatzmetall.
Für handelsübliche Aluminiumgußblöcke hohen Reinheitsgrades besteht eine große Nachfrage, insbesondere
auf den Gebieten der Herstellung von elektrischen Leitern und Kondensatoren, von Katalysator-Trägermassen
für die Ölaufbereitung, von korrosionsbeständigen chemischen Apparaten, von Metallwaren
aller Art, von Kraftfahrzeug-Ausrüstungsteilen und, seit kurzem, auch von Kernreaktoren.
Bei bekannten Verfahren zur Herstellung von Metallgußblöcken von hohen Reinheitsgraden mittels
elektrolytischer Raffination werden keine Erzeugnisse erzielt, welche über die Länge des jeweils hergestellten
Gußblockes einen gleichmäßigen Reinheitsgrad aufweisen. Ferner eignen sich diese bekannten Verfahren
nicht zur kontinuierlichen Fertigung.
Außerdem ist ein Verfahren zur Erzeugung von raffinierten Metallformstücken aus nichtraffinierten
Metallen bekannt, bei welchem auf einer Schmelze bzw. in einer Schmelze durch örtlichen Wärmeentzug
eine Kruste gebildet wird, die fortwährend aus der Schmelze entnommen wird. Bei dem bekannten Verfahren
wird die Schmelzenmenge so bemessen, daß immer eine bestimmte, gegenüber der jeweils in Form
einer Metallkruste entnommenen Metallmenge erheblich größere Metallmenge in der Schmelze zurückbleibt.
Auch bei diesem bekannten Verfahren, welches im wesentlichen kontinuierlich arbeitet, werden keine
über die gesamte Stranglänge hinsichtlich des Reinheitsgrades gleichförmigen Gußstränge erzielt.
Durch die Erfindung soll demgemäß die Aufgabe gelöst werden, ein kontinuierliches Stranggießverfahren
zu schaffen, mittels welchem Metallgußstränge von über die Stranglänge hoher Gleichförmigkeit der
Metallzusammensetzung erzeugt werden können.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung bei einem kontinuierlichen Stranggießverfahren, insbesondere
zur Herstellung von Aluminiumgußblöcken, mit einer vertikalen, ofenunabhängigen Stranggießkokille dadurch
gelöst, daß der Stranggießkokille fortwährend mehr Schmelze, als im abgezogenen Strang erstarrt,
derart zugeleitet wird, daß die nicht zur Erstarrung gelangte Schmelzenmenge abgeführt wird.
Mittels des erfindungsgemäßen kontinuierlichen Verfahrens hergestellte Gußstränge weisen demgemäß
über ihre ganze Länge einen gleichbleibenden Reinheitsgrad auf, der über dem Reinheitsgrad des ver-Verf
ahren und Einrichtung zum kontinuierlichen Stranggießen von Metallgußblöcken
Anmelder:
Reynolds Metals Company,
Henrico County, Va. (V. St. A.)
Vertreter:
Dipl.-Ing. R. Holzer, Patentanwalt,
Augsburg, Philippine-Welser-Str. 14
Als Erfinder benannt:
John Lyons Dewey, Florence, Ala. (V. St. A.)
Beanspruchte Priorität:
V. St. ν. Amerika vom 16. Dezember 1960
(76236)
V. St. ν. Amerika vom 16. Dezember 1960
(76236)
schmolzenen Einsatzmetalls liegt. Die Herstellung von in sich homogenen Gußblöcken handelsüblicher
Abmessungen und solchen hohen Reinheitsgrades kann gemäß der Erfindung zu nur einem Bruchteil
der Kosten des obenerwähnten elektrolytischen Raffinationsverfahrens erfolgen. Derartige Gußblöcke
können in jedem gewünschten Reinheitsgrad hergestellt werden, indem die Fertigungsgeschwindigkeit
oder die Zufuhrgeschwindigkeit des Einsatzmetalls geändert wird, so daß also die Herstellungskosten in
unmittelbarer Beziehung zu dem jeweils angestrebten Reinheitsgrad stehen.
Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung wird dafür Sorge getragen, daß die Einsatzschmelze
rasch über die Erstarrungsfront des sich bildenden Gußstranges hinweggeführt wird, indem die Metallschmelze
entsprechend umgerührt wird. Die gegenseitigen Verhältnisse der in der Zeiteinheit zugeführten
Einsatzmetallmenge, der in der Zeiteinheit in Form des erstarrten Gußstranges aus der Kokille ab-
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gezogenen Metallmenge und der in der Zeiteinheit aus der Kokille abgeführten Menge geschmolzenen
Metalls werden hierbei jeweils im wesentlichen unveränderlich gehalten.
Die in der Zeiteinheit zu- bzw. abgeführten Metallmengen können je nach Wunsch erhöht oder vermindert
werden, in welchem Fall sich der Reinheitsgrad des Erzeugnisses in umgekehrtem Verhältnis zur
Herstellungsgeschwindigkeit ändert. So wurden beispielsweise Gußstränge von einem Durchmesser von
200 mm aus Metalleinsätzen verschiedenen Reinheitsgrades mit verschiedener Herstellungsgeschwindigkeit
hergestellt, wobei die Beziehungen zwischen den einzelnen das Erzeugnis bestimmenden Größen in folgender
Tabelle zusammengestellt sind.
| C pt-) m at 7p | Erzeugte Menge | Zusammensetzung | Erzeugnis |
| O Uli 1 i iCiZrC Nr. |
in der Zeiteinheit | (Prozent Reinaluminium) | 99,983 |
| kg/h | Einsatzmetall | 99,97 | |
| 6 | 2,3 | 99,90 | 99,976 |
| 7 | 20,4 | 99,90 | 99,966 |
| 3A | 3,4 | 99,87 | 99,961 |
| 2A | 4,5 | 99,87 | 99,956 |
| 2B | 6,8 | 99,87 | 99,93 |
| 3B | 7,9 | 99,87 | 98,4 |
| 5 | 2,3 | 99,78 | |
| 4 | 3,2 | 96,1 |
Die Herstellung eines beispielsweise mit der Schmelze Nr. 7 gleichwertigen Erzeugnisses würde
bei Anwendung des Dreischichten-Elektrolyse-Raffinationsverfahrens
eine besondere konstruierte elektrolytische Zelle mit Salzschmelze, einen Stromaufwand
von 62 000 Ampere Gleichstrom, den entsprechenden installationsmäßigen Aufwand für Gleichrichtung
und Stromverteilung und außerdem eine vollkontinuierlich arbeitende Kokillengießanlage zur
Herstellung des Gußblockes erfordern.
Die Erfindung wird nunmehr beispielsweise unter Bezug auf die Zeichnungen im einzelnen erläutert. In
den Zeichnungen stellt dar
F i g. 1 ein teilweise geschnittenes Teilschema der Gieß- und Raffinationseinrichtung nach der Erfindung
und
F i g. 2 eine perspektivische Ansicht des Rührwerks der Gießanlage nach der Erfindung in auseinandergenommenem
Zustand.
Die vollkontinuierlich arbeitende Kokillengießanlage nach der Erfindung zur Ausführung des erfindungsgemäßen
Stranggießverfahrens weist eine ofenunabhängige Stranggießkokille 10 auf, deren Einlaß
oben und deren Auslaß unten angeordnet sind. Das geschmolzene Einsatzmetall wird über eine beheizte
Röhre 11 oben am Einlaß eingeführt, während unterhalb der Kokille ein Sprühring 12 angeordnet ist, mittels
welchem die Abkühlung des aus der Kokille austretenden Gußstranges 60 beschleunigt wird. Der kontinuierlich
erzeugte Strang wird mittels einer hydraulischen Absenkeinrichtung aus dem Kokillenauslaß
herausgezogen, beispielsweise mit 25 mm/h. Mittels eines Rührwerks 14 wird der geschmolzene Teil des
Einsatzmetalls rasch über die Erstarrungsfront des Gußstranges hinweggeführt. Über ein beheiztes Überlaufrohr
15 wird geschmolzenes Metall kontinuierlich aus der Kokille abgezogen. Hierbei wird auch dasjenige
Metall abgezogen, welches bereits über die Erstarrungsfront des erstarrenden Metall-Gußstranges
hinweggeführt wurde und welches einen höheren Gehalt an Verunreinigungen aufweist als das Einsatzmetall.
Das Umrühren des geschmolzenen Metalls wird mittels des Rührwerks 14 so ausgeführt, daß das
in der Nähe der Grenzfläche zwischen der flüssigen und der erstarrten Metallphase befindliche geschmolzene
Metall um die Längsachse des erzeugten Gußblockes kreist, während es gleichzeitig nach unten in
Richtung auf die Außenbereiche dieser Grenzfläche
ίο gezogen wird, um von da zur Gußblockachse und aus
dem Mittelbereich dieser Grenzfläche nach oben abgezogen zu werden, wie dies allgemein durch die in
Fig. 1 der Zeichnungen eingetragenen Pfeile angedeutet ist.
Das erfindungsgemäße Verfahren, bei welchem sich ein völlig gleichbleibender Reinheitsgrad längs
des jeweils erzeugten Gußblockes ergibt, wird in einer bevorzugten Ausführungsform beschrieben.
Von einem Schmelztiegel kommt durch das Überlaufrohr 11 eine in der Zeiteinheit im wesentlichen
konstante Aluminiummenge, die durch dieses Überlaufrohr in die Stranggießkokille 10 der vollkontinuierlichen
Gießanlage übertritt.
Das Überlaufrohr 11 ist innerhalb eines Rohres 32 angeordnet, dessen Äußeres mit einer entsprechenden Wärmeisolation umgeben ist. Die heißen Verbrennungsgase des Gießofens können durch den Ringraum 34 zwischen diesen beiden Rohren entweichen und halten dadurch die Temperatur des Überlaufrohres 11 über dem Schmelzpunkt des Einsatzmetalls. Das Überlaufrohr 11 schließt einerseits dicht an den Schmelztiegel an und befindet sich mit seinem anderen Ende über dem Oberteil der Stranggießanlage, so daß das aus dem Schmelztiegel über das Überlaufrohr in diese gelangende Einsatzmetall am Einlaß 36 in die Kokille 10 einfließt.
Das Überlaufrohr 11 ist innerhalb eines Rohres 32 angeordnet, dessen Äußeres mit einer entsprechenden Wärmeisolation umgeben ist. Die heißen Verbrennungsgase des Gießofens können durch den Ringraum 34 zwischen diesen beiden Rohren entweichen und halten dadurch die Temperatur des Überlaufrohres 11 über dem Schmelzpunkt des Einsatzmetalls. Das Überlaufrohr 11 schließt einerseits dicht an den Schmelztiegel an und befindet sich mit seinem anderen Ende über dem Oberteil der Stranggießanlage, so daß das aus dem Schmelztiegel über das Überlaufrohr in diese gelangende Einsatzmetall am Einlaß 36 in die Kokille 10 einfließt.
Die Stranggießkokille 10 hat die Form eines vertikal angeordneten Graphitrohres mit einem Innendurchmesser
von 200 mm und ist innerhalb eines röhrenförmigen Tongraphitkörpers 37 angeordnet,
der seinerseits wiederum innerhalb des gasbeheizten Gießofens 33 angeordnet ist. Innerhalb der Kokille
10 befindet sich das Rührwerk. Die innere Lippe des glockenförmigen Oberteils der Kokille 10 ist mit
einem Tonerdeverguß 38 ausgefüllt, um zu verhindern, daß infolge der oberhalb des Pegels des geschmolzenen
Aluminiums vorhandenen Luft Verbrennungen auftreten. Mittels einer Kugelgelenkverbindung
39 ist ein Überlaufrohr 15 an die Kokille angeschlossen. Durch dieses läuft das geschmolzene
Aluminium in einen Gießtiegel 40, der außerhalb der eigentlichen Stranggießanlage angeordnet ist und das
Überlauferzeugnis aufnimmt. Das untere Ende 41 des
Tongraphitkörpers 37 verjüngt sich nach unten zu und ragt durch eine Öffnung 42 in einer Stahlplatte
43 nach unten hervor. Der obere Teil des Tongraphitkörpers 37 ist mittels Graphitzement derart mit der
Kokille 10 verbunden, daß sich ein guter Wärmeübergang ergibt. Das untere Ende des Tongraphit-
körpers 37 hat geringen Abstand von der Kokille 10, und der dadurch entstehende Zwischenraum ist mit
wärmeisolierendem Material ausgefüllt. Der Gießofen 33 wird mittels eines Gasbrenners 44 beheizt und
mittels eines bei 74 angedeuteten Thermoelementes thermostatisch nach einem Sollwert geregelt. Die
während des normalen Betriebes des Schmelzofens an der Lötstelle des Thermoelementes tatsächlich gemessene
Temperaturabweichung war + V40 C.
Claims (4)
1. Kontinuierliches Stranggießverfahren, ins-. besondere zur Herstellung von Alummiumgußblöcken,
mit einer vertikalen ofenunabhängigen Stranggießkokille, dadurch gekennzeichnet,
daß der Stranggießkokille fortwährend mehr Schmelze, als im abgezogenen Strang erstarrt, derart
zugeleitet wird, daß die nicht zur Erstarrung gelangte Schmelzenmenge abgeführt wird.
2. Stranggießverfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallschmelze in
der Nähe der Erstarrungsfront des sich bildenden Gußblockes in Bewegung versetzt wird.
3. Stranggieß verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallschmelze in
einer spiralförmigen Bahn in Richtung auf die Erstarrungsfront des gebildeten Gußstranges nach
abwärts, anschließend nach innen in Richtung auf die Gußstrang-Längsachse und sodann von der
Erstarrungsfront weg nach oben geführt wird.
4. Einrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß in der Stranggießkokille (10) ein in die Metallschmelze eintauchendes, der Erstarrungsfront
(70) des Gußstranges (60) gegenüberstehendes Rührwerk (14) angeordnet ist und daß
die Stranggießkokille an ihrem oberen Ende mit einer Abführöffnung (0) für die nicht zur Erstarrung
gelangte Schmelze versehen ist.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 665211;
Herrmann, »Handbuch des Stranggießens«,
1958, S. 104.
Deutsche Patentschrift Nr. 665211;
Herrmann, »Handbuch des Stranggießens«,
1958, S. 104.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
709 510/456 2.67 © Bundesdruckerei Berlin
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US1234943XA | 1960-12-16 | 1960-12-16 | |
| US76236A US3163895A (en) | 1960-12-16 | 1960-12-16 | Continuous casting |
| FR881312A FR1312135A (fr) | 1960-12-16 | 1961-12-07 | Procédé et installation pour la coulée continue de l'aluminium |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1234943B true DE1234943B (de) | 1967-02-23 |
Family
ID=32872438
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DER31697A Pending DE1234943B (de) | 1960-12-16 | 1961-12-15 | Verfahren und Einrichtung zum kontinuierlichen Stranggiessen von Metallgussbloecken |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1234943B (de) |
| FR (1) | FR1312135A (de) |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE665211C (de) * | 1932-10-17 | 1938-09-21 | Tadeusz Sendzimir | Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung von raffinierten Metallformstuecken aus nichtraffinierten Metallen |
-
1961
- 1961-12-07 FR FR881312A patent/FR1312135A/fr not_active Expired
- 1961-12-15 DE DER31697A patent/DE1234943B/de active Pending
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE665211C (de) * | 1932-10-17 | 1938-09-21 | Tadeusz Sendzimir | Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung von raffinierten Metallformstuecken aus nichtraffinierten Metallen |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| FR1312135A (fr) | 1962-12-14 |
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