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Feuerfeste Steine und Gewölbe aus solchen Steinen Die vorliegende
Erfindung bezieht sich auf feuerfeste Steine für den Aufbau von Decken, Gewölben
und Auskleidungen von rundem Querschnitt, insbesondere Drehofenauskleidungen, sowie
auf Gewölbe aus solchen Steinen.
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Beim Aufbau von Auskleidungen metallurgischer Öfen aus feuerfesten
Steinen wird in weitem Umfang das Wölbungsprinzip angewendet. Ein Gewölbe ist ein
Konstruktionsgefüge, das normalerweise, aber nicht notwendigerweise, gekrümmt ist
und aus einzelnen keilförmigen Steinen bzw. Formlingen aufgebaut ist, deren Berührungsflächen
bzw. Fugen unter einem rechten Winkel zur Krümmungslinie des Gewölbes verlaufen.
Im Zusammenhang mit der Erfindung sollen unter der Bezeichnung »Gewölbe« bzw. »Decke«
nur Gewölbe bzw. Decken mit gekrümmter Fläche verstanden werden. In metallurgischen
Öfen od. dgl. soll durch die Gewölbekonstruktion vor allem das Gewicht der das Gewölbe
bildenden Steine bzw. Formlinge aufgenommen werden, und es wird durch diese Konstruktion
eine raumabschließende feuerfeste Auskleidung gebildet, die eine Arbeitsfläche darstellt.
Es können in diesem Zusammenhang beispielsweise Auskleidungen von Drehöfen, die
zum Kalzinieren von Rohmaterialien, zum Herstellen von Zementklinkern oder für die
Durchführung von ähnlichen Röst- oder Sintervorgängen dienen, erwähnt werden. Bei
Öfen dieser Art ist der Krümmungsradius der Auskleidung durch die Ausbildung der
Außenmantelplatten bestimmt und kann z. B. etwa 5 m betragen. Die Ofendurchmesser
sind in letzter Zeit immer größer bemessen worden, und dabei ist, wie leicht verständlich
ist, mit zunehmendem Ofendurchmesser bei den bisher bekannten Steinen der Keilwinkel
immer kleiner geworden. Eine solche Verkleinerung des Keilwinkels der Steine hat
aber in vielen Fällen eine lockerere gegenseitige Klemmwirkung oder Abstützung der
Steine der Auskleidung zur Folge, so daß bei Zunahme des Ofendurchmessers auch häufiger
Störungen des Betriebes durch Herausfallen von Steinen aus der Auskleidung auftreten
können. Es sind bereits zahlreiche Versuche unternommen worden, die darauf abzielten,
diese Nachteile zu vermeiden, doch blieben durchschlagende Erfolge bisher versagt.
Eine bekannte Ausmauerung für Drehrohröfen großer Durchmesser besteht z. B. in ihrem
Wesen darin, daß die Keilflächen der Keilsteine einerseits keilförmige Ausnehmungen,
anderseits dazu passende Vorsprünge haben, mindestens eine der Keilflächen jedes
Steines eine mit dem Steinmaterial mitverpreßte oxydierbare Metallauflage aufweist
und die Flanken der Vorspränge bzw. Ausnehmungen mit den jeweils zugehörigen übrigen
Keilflächen einen Winkel von 30 bis 50° einschließen. Keilsteine dieser Art weisen
jeweils einander gegenüberliegende, in Längsrichtung der Steine angeordnete, konvergierende
radiale Flächenteile und mindestens zwei einander diametral gegenüberliegende, konvergierende
radiale Flächenteile auf. Ferner ist ein feuerfester, gewölbter Ausmauerungsteil
von Öfen, insbesondere von Drehrohröfen, bekannt, der aus feuerfesten Keilsteinen
aufgebaut ist, von denen jeder auf der einen Seitenfläche eine durchlaufende, trapezförmige
Ausnehmung, auf der gegenüberliegenden Seitenfläche einen entsprechenden Vorsprung
aufweist.
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Die Erfindung zielt nun darauf ab, die angeführten Nachteile, die
sich bisher ganz allgemein bei Konstruktionen von gekrümmten Arbeitsflächen mit
Keilsteinen ergeben, zu beseitigen und einen feuerfesten Stein zu schaffen, der
eine stärkere Keilverjüngung und damit eine größere Verriegelungswirkung hat als
übliche Standardsteine in Baukonstruktionen gleicher Abmessungen. Ferner zielt die
Erfindung darauf ab, die Lebensdauer von Ofensteinen bei ihrer Verwendung in Decken
und anderen Auskleidungen von rundem Querschnitt dadurch zu verlängern, daß abgesplitterte
Teile der Steine im Gefüge festgehalten werden. Ferner soll die Lebensdauer von
Ofenauskleidungen dadurch erhöht werden, daß die Steine im Gefüge so aneinander
abgestützt werden, daß sie nicht verschoben werden können. Schließlich bezweckt
die Erfindung, durch eine besonders feste
gegenseitige Verriegelung
der Steine den Aufbau von Gewölben, Decken und runden Auskleidungen von metallurgischen
Öfen zu ermöglichen, die eine größere Stabilität und Festigkeit haben als die bisher
bekannten Konstruktionen und dabei eine geringere Dicke aufweisen können, als dies
bei Verwendung von Steinen mit den bekannten üblichen Formen möglich ist.
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Es wurde gefunden, däß alle diese Ziele dann erreicht werden können,
wenn feuerfeste Steine von besonderer Form verwendet werden. Demnach betrifft die
Erfindung einen feuerfesten Stein für den Aufbau von- Decken, Gewölben und Auskleidungen
von rundem Querschnitt, insbesondere Drehofenauskleidungen, mit keilförmig ausgebildeten
Seitenflächen, der einander gegenüberliegende, in seiner Längsrichtung angeordnete,
konvergierende radiale Flächenteile und mindestens zwei einander diametral gegenüberliegende
konvergierende radiale Flächenteile aufweist und dadurch gekennzeichnet ist, daß
die jeweils auf einer Seitenfläche gelegenen benachbarten radialen Flächenteile
gegeneinander von einem gemeinsamen Berührungspunkt ausgehend versetzt bzw. verdreht
sind und einander nur in diesem Berührungspunkt schneiden.
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Es soll.hier festgehalten werden, daß bereits ein Formstein für dünnwandige
Innenausmauerungen von Industrieöfen, insbesondere Glühöfen für Eisen und Stahl,
bei denen die geringste Steinabmessung mit der Dickenrichtung der Innenausmauerung
zusammenfällt, bekannt ist, dessen Kennzeichen darin besteht, daß er an seiner oberen
und unteren Begrenzungsfläche mit einer in seiner Dickenrichtung über die ganze
Steindicke reichenden Abschrägung versehen ist, die in der Steinlängerichtung mehrfach
ihre Lage wechselt, und zwar so, daß auf einem Teil der Steinlänge die Abschrägung
nach vorn und auf dem übrigen Teil nach hinten ansteigend verläuft. Dieser Stein
ist jedoch nicht keilförmig und daher schon aus diesem Grunde mit dem Stein gemäß
der Erfindung nicht vergleichbar. Im übrigen weist er nicht wie der, erfindungsgemäße
Stein in seiner Längsrichtung angeordnete, konvergierende radiale Flächenteile und
mindestens zwei einander diametral gegenüberliegende konvergierende radiale Flächenteile
auf. Sofern dieser bekannte Stein für den Aufbau von runden Auskleidungen verwendet
wird, hat er eine gekrümmte Form, doch fällt auch in diesem Fall die geringste Steinabmessung
mit der Dickenrichtung der Ausmauerung zusammen, und die in der Steinlängsrichtung
verlaufenden Abschrägungen kommen gleichfalls an seiner oberen und unteren Begrenzungsfläche
zu liegen. Ein solcher bekannter Stein für runde Auskleidungen unterscheidet sich
demnach von einem Stein gemäß der Erfindung durch seine kompliziertere gekrümmte
Form, durch das Fehlen von Keilflächen sowie von einander gegenüberliegenden, in
seiner Längsrichtung angeordneten, konvergierenden radialen Flächenteilen und mindestens
zwei einander diametral gegenüberliegenden konvergierenden radialen Flächenteilen
und dadurch, daß er nur in der Weise in eine Auskleidung eingebaut werden kann,
daß für den Verschleiß von der Feuerseite her nur das feuerfeste Material seiner
geringsten Dimension zur Verfügung steht, wobei diese geringste Dimension vorsätzlich
schwach bemessen ist. Für den Aufbau von Gewölben und Decken ist ein solcher Stein
offensichtlich in keiner Weise geeignet. Gemäß der Erfindung kann im Fall von gekrümmten
Gewölben die Tragfähigkeit des Gewölbes für die vertikale Belastung ohne Verkleinerung
des Radius der Gewölbekrümmung erhöht werden, und es wird außerdem ein sehr fester
gegenseitiger Verriegelungsverschluß der Steine erzielt. Bei Verwendung von Steinen
gemäß der Erfindung z. B. für eine Drehofenauskleidung kann der Krümmungsradius
der Auskleidung, der durch den Durchmesser des Ofens bestimmt wird, konstant gehalten
werden, indem der Keilwinkel der Steine entsprechend vergrößert wird. Dies ergibt
eine fest in sich abgestützte Auskleidung, wie sie für einen störungsfreien Betrieb
erwünscht ist. Bei Verwendung der Steine gemäß der Erfindung können Drehöfen mit
weit größeren Durchmessern gebaut werden als bei Verwendung der bisher bekannten
Keilsteine, weil bei den erfindungsgemäßen Steinen der Keilwinkel bei gleichbleibendem
Krümmungsradius der Auskleidung größer sein kann als bei den bisher bekannten Keilsteinen.
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So kann z. B. ein bestimmter, von einem Gewölbe bekannter Art aufgenommener
Vertikaldruck von einem gemäß der Erfindung ausgebildeten Gewölbe aufgenommen werden,
dessen Krümmungsradius etwa doppelt so groß ist wie der Krümmungsradius des gleich
stark belasteten, aus Keilsteinen bekannter Art aufgeführten Gewölbes. Es ist wünschenswert,
den Krümmungsradius eines Gewölbes zu vergrößern und dadurch die Überhöhung des
Gewölbes je Meter Spannweite desselben herabzusetzen, um einen metallurgischen Ofen
od. dgl. mit weniger Raumbedarf aufbauen und das Gewicht des Gewölbes vermindern
zu können.
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Je mehr in einer Gewölbekonstruktion der Keilwinkel der Steine vergrößert
wird, desto größer wird die durch den Druck des Gewölbes in der Normalen auf die
Keilfläche hervorgerufene vertikale Komponente. Da diese vertikale Komponente jene
Kraft ist, die die Steine nach oben hält, und da die normal zu den Keilflächen gerichtete
Kraft jene Kraft ist, die schließlich an den Abstützpunkten oder Widerlagern des
Gewölbes ausgeübt wird, ist es wünschenswert, in einer gegebenen Decke die normal
zu den Keilflächen gerichteten Kräfte so niedrig wie möglich zu halten, weil die
von den Widerlagern aufzunehmende Gesamtkraft um so niedriger ist, je mehr sich
die Normale auf die Keilflächen der Steine der Vertikalen nähert. Infolgedessen
kann nach der Erfindung ein Gewölbe nicht nur mit schwächerer Krümmung als bisher
ausgebildet werden, sondern es kann auch die von den Widerlagern auf die Decke ausgeübte
erforderliche Kraft herabgesetzt werden, weil sich, wie ersichtlich, die in der
Normalen auf die Keilflächen wirkende Kraft weit stärker der vertikalen Richtung
nähert als bei den bisher bekannten Keilsteinen.
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Im Rahmen der Erfindung wird zum Erzielen der oben angeführten Ergebnisse
eine Steinform verwendet, die eine besonders wirksame Verriegelung und Abstützung
der Steine aneinander ergibt. Infolge dieser Verriegelung werden auch gegebenenfalls
abgesplitterte Teile von Steinen in ihrer Lage in der Auskleidung festgehalten,
so daß die Funktion der feuerfesten Auskleidung als Arbeitsfläche erhalten bleibt.
Bei der bisher bekannten Bauweise mußte die Dicke einer Decke von vornherein so
bemessen werden, daß auch beim Herausfallen von abgesplitterten Teilen von Steinen
der Betrieb noch ungestört aufrechterhalten werden konnte. Die Dek=
ken
mußten daher wesentlich dicker ausgeführt werden, als dies bei einer durchgehenden
einteiligen Decke an sich erforderlich wäre. Durch die Erfindung wird es infolge
des durch die Verklemmung bewirkten Festhaltens von abgesplitterten Steinteilen
in der Decke ermöglicht, die Dicke der Decken kleiner als bisher zu bemessen und
dadurch Steinmaterial einzusparen, wodurch natürlich auch das Gewicht der Decke
herabgesetzt wird. Dadurch werden ferner auch die Kräfte, die auf die Tragkonstruktion
des Ofens oder des Drehofens einwirken, beträchtlich verringert.
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Weitere Merkmale und Einzelheiten der Erfindung gehen aus der nachfolgenden
Beschreibung hervor, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnungen mehrere Ausführungsbeispiele
der Steine gemäß der Erfindung und aus solchen Steinen errichteter Gewölbe näher
erläutert sind.
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F i g. 1 ist ein Querschnitt durch ein Gewölbe bekannter Art; F i
g. 2 ist ein Querschnitt durch ein anderes Gewölbe bekannter Art, dessen äußerer
Krümmungsradius kleiner ist als der äußere Krümmungsradius des in F i g. 1 gezeigten
Gewölbes; F i g. 3 zeigt einen bekannten, bisher bei solchen Gewölben verwendeten
Keilstein in Ansicht gegen eine Seitenfläche des Steines, und in F i g. 4 ist dieser
Stein in schaubildlicher Ansicht dargestellt; F i g. 5 und 6 zeigen eine erste Ausführungsform
des Steines gemäß der Erfindung in einer Stirnansicht bzw. in schaubildlicher Darstellung;
F i g. 7 bezieht sich auf eine andere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Steines
in Ansicht gegen eine Stirnfläche; F i g. 8 zeigt in perspektivischer Darstellung
einen parallelepipedischen vollen Block, in dessen Umriß ein Stein gemäß der Erfindung
eingezeichnet ist; in F i g. 9 ist schaubildlich ein Abschnitt eines aus erfindungsgemäßen
Steinen errichteten Bogengewölbes veranschaulicht; F i g. 10 zeigt in auseinandergezogener
perspektivischer Darstellung einen Teil eines aus Steinen gemäß der Erfindung aufgebauten
Bogengewölbes in Ansicht von unten; F i g. 11 veranschaulicht in perspektivischer
Ansicht einen gemäß F i g. 6 ausgebildeten Stein, der mit oxydierbaren metallischen
Außenplatten versehen ist.
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Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die in den Zeichnungen
dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt.
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Zur näheren Erläuterung der Erfindung zeigt zunächst F i g. 1 im Querschnitt
ein in bisher bekannter Art aufgebautes Gewölbe 20, bei dem Keilsteine 21 aneinanderstoßend
angeordnet sind. Diese Keilsteine haben einen Keilwinkel 22, und das Gewölbe hat
einen Krümmungsradius 23 in bezug auf eine Krümmungsachse 24. Auf die Enden des
Gewölbes muß eine Normalkraft 25 ausgeübt werden, um an den Endflächen 27 eine vertikale
Komponente 28 zu erzeugen, deren Größe gleich dem halben Gewicht des Gewölbes
20 ist.
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In F i g. 2 ist ein Gewölbe 30 bekannter Art dargestellt, das
die gleiche Spannweite wie das in F i g. 1 gezeigte Gewölbe 20 hat, wobei
aber der Keilwinkel 32 der Steine größer und der Krümmungsradius 33 des Gewölbes
30 kleiner ist als beim Gewölbe nach F i g. 1.. Dies hat zur Folge, daß die durch
die Wider-Lager oder andere abstützend wirkende Bauteile ausgeübte Normalkraft 35
in einer Richtung wirkt, die der vertikalen Richtung näherkommt als die Wirkungsrichtung
der Normalkraft 25 in F i g. 1, so daß die Normalkraft 35 gegenüber der Normalkraft
25 in F i g. 1 herabgesetzt sein kann und dennoch immer noch eine vertikale Komponente
38 von der Größe erhalten wird, die zum Tragen des Gewölbes 30 erforderlich
ist. Daraus ist ersichtlich, daß bei den zum Stand der Technik gehörenden Gewölbekonstruktionen
bei Vergrößerung des Keilwinkels der Steine und Verkleinerung des Krümmungsradius
des Gewölbes zwangläufig eine kleinere Kraft an den Widerlagern auftritt.
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Bei einer Verkleinerung des Krümmungsradius eines Gewölbes wird aber
das Gewicht der Decke größer, weil zur überbrückung des längeren Gewölbebogens mehr
feuerfestes Material erforderlich ist. Dies ist aus den F i g. 1 und 2 klar erkennbar,
in denen die Spannweiten der Decken gleich groß sind. Bei gleicher Spannweite wird
also bei den bisher üblichen Deckenkonstruktionen das Gewicht der Decke um so größer,
je kleiner der Krümmungsradius gewählt wird.
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Eine Verkleinerung des Krümmungsradius des Gewölbes hat ferner zur
Folge, daß, bei gleichbleibender Höhenlage der Gewölbeenden, der Innenraum des von
diesem Gewölbe überdeckten Ofens in der Gewölbemitte höher wird als bei größerem
Krümmungsradius, was in vielen Fällen unerwünscht ist und einen großen Raumbedarf
für den Ofen ergibt.
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Wie aus den F i g. 1 und 2 zu erkennen ist, muß bei Verwendung der
bisher bekannten Steine bei der erwünschten Vergrößerung des Keilwinkels der Steine
notwendigerweise der Krümmungsradius des Gewölbes entsprechend verkleinert werden,
und dies ist aber aus den oben angeführten Gründen in den meisten Fällen unerwünscht.
Die vorliegende Erfindung ermöglicht es nun, den Keilwinkel der Steine in der erwünschten
Weise zu vergrößern, ohne den Krümmungsradius des Gewölbes verkleinern zu müssen.
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Die F i g. 3 und 4 zeigen einen Keilstein 40 der bisher bekannten
Art, der eine äußere bzw. kalte Fläche 42 und eine hierzu parallele innere bzw.
heiße Fläche 43 hat und End- oder Stirnflächen 44 und 44' aufweist, die ebenfalls
zueinander parallel sind. Der Stein 40 hat ferner zwei konvergierende radiale Flächen
45 und 46, die in Längsrichtung des Steines einander gegenüberliegend angeordnet
sind. Der Stein hat einen Keilwinkel 49.
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Der in den F i g. 5 und 6 dargestellte Stein 50 gemäß der Erfindung
hat zwei Längsabschnitte 51
und 51', eine äußere bzw. kalte Fläche
52 und eine hierzu parallele innere bzw. heiße Fläche 53. Die Stirnflächen
54 und 54' sind zueinander parallel und liegen in zu den Flächen 52
und 53 rechtwinklig verlaufenden Ebenen.
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Im Längsabschnitt 51 des Steines 50 schließt die Fläche 56
vorzugsweise einen Winkel von 90° mit der Fläche 53 ein, und die Fläche 55 bildet
mit der Fläche 53 einen stumpfen Winkel. Wenn z. B. die Umfangsbreite der Fläche
52 des Steines 50 gemäß der Erfindung gleich groß ist wie die Breite der
Fläche 42 des bekannten Steines 40 und die Umfangsbreite der inneren Fläche 53 im
Längsabschnitt 51 gleich groß wäre wie die Breite der inneren Fläche
43
des bekannten Steines 40 und wenn ferner die Höhen der Steine 40 und
50 gleich groß sind, dann wäre der Winkel 58 (F i g. 5) gleich dem Keilwinkel
49 beim bekannten Stein 40 (F i g. 3).
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Bei dem in Längsrichtung des Steines versetzt angeordneten Teil
51' des erfindungsgemäßen Steines 50 schließt die Fläche 56' zweckmäßig einen
Winkel von 90° mit der Fläche 53 ein, und die Fläche 55' ist unter einem stumpfen
Winkel gegen die Fläche 53 geneigt. Der Krümmungsradius für diesen Teil
51'
des Steines 50 ist eine Funktion der Breite der Fläche 52, der Breite
der Fläche 53 im Längsabschnitt 51' und der Höhe des Steines 50. Der Steinlängsabschnitt
51' hat einen Keilwinkel 58'. Der Krümmungsradius und der Keilwinkel sind dem entsprechenden
Krümmungsradius und Keilwinkel des in Längsrichtung des Steines versetzt angeordneten
Abschnittes 51 des Steines 50 und auch des bekannten Steines 40 gleich.
Der Stein 50 hat zwischen den Abschnitten 51 und 51' Querflächen 57.
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Bei einem Gewölbe 60', von dem in F i g. 9 ein Abschnitt dargestellt
ist, sind Steine 60 in gegenseitiger seitlicher Berührung angeordnet. Die Steine
60 sind ähnlich den oben beschriebenen Steinen 50 ausgebildet, jedoch ist bei der
längsweisen Versetzung der Abschnitte 61 und 61' die Versetzung der Steinkanten
nicht wie beim Stein 50 an der Innenseite des Gewölbes, sondern an dessen Außenseite
ausgebildet. Beim Stein 60 sind die Seitenflächeri 65 und 65' die konvergierenden
Flächen, wähend die Flächen 66 und 66' parallel sind. Die Flächen 65 und 65' schließen
miteinander einen Keilwinkel ein, der dem Winkel 59 dess erfindungsgemäßen Steines
50 entspricht. Die Längsabschnitte 61 und 61' des Steines 60 sind gleich lang, so
daß die Steine dicht ineinander eingreifen können. Es ist ersichtlich, daß bei diesem
Gewölbe der Krümmungsradius gleich groß sein kann wie bei einem Gewölbe bekannter
Art, dessen Steine einen Keilwinkel haben, der gleich dem Keilwinkel 58 oder 58'
des Steines 50 ist. Beim erfindungsgemäßen Stein ist jedoch der wirksame Keilwinkel
wesentlich größer als der Keilwinkel 49 beim Stein 40 oder der Winkel 58
oder 58' beim Stein 50, weil die bei der Übertragung der Kräfte von Stein zu Stein
wirksamen Flächen des Steines die Flächen 65 und 65' sind und diese beiden Flächen
einen Keilwinkel einschließen,- der dem Winkel 59 des Steines 50 entspricht:
Die Flächen 65 und 65' bilden demnach die tragenden Keilflächen des Steines 60.
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Der in den F i g. 5 und 6 gezeigte Stein 50 gemäß der Erfindung hat
demnach einen Keilwinkel 59, der viel größer ist als der Keilwinkel 49 des bekannten
Steines 40 nach F i .g. 3, wobei aber beim Gewölbe der gleiche Krümmungsradius wie
bei einem aus Steinen nach F i g. 3 aufgebauten Gewölbe beibehalten werden kann.
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In F i g. 7 ist eine andere Ausführungsform des Steines gemäß der
Erfindung dargestellt. Dieser Stein 70 hat in Längsrichtung versetzte Abschnitte
71 und 71', zwei parallele Außenflächen 72 und 73 und die Stirnfläche 74,
und die dieser Fläche gegenüberliegende Stirnfläche sind ebenfalls zueinander parallel
und liegen rechtwinklig zu den Flächen 72 und 73. Geneigte Flächen 75 und 76 schneiden
die Flächen 72 und 73 im Längsabschnitt 71, und andere geneigte Flächen 76' und
75' schneiden die Flächen 72 und 73 im Längsabschnitt 71'. Querflächen 77 verbinden
die geneigten Flächen 75 und 76' bzw. 76 und 75' miteinander. Die Flächen 75 und
76 schließen miteinander einen Keilwinkel 78 und die Flächen 75' und
76' einen Keilwinkel 78' ein. Die Flächen 75' und 75 schließen miteinander einen
Keilwinkel 79 ein. Der Stein 70 nach F i g. 7 ist ähnlich dem Stein 50 nach
F i g. 5 ausgebildet, mit der Ausnahme, daß der von den Flächen 76 und 73 eingeschlossene
Winkel kein rechter, sondern ein spitzer Winkel ist. Es ist jedoch selbstverständlich,
daß die konvergierenden Flächen an den längsweise versetzten Abschnitten des Steines
unter einem beliebigen Winkel gegen die äußeren Längsflächen des Steines geneigt
sein können und die dargestellten Steinformen nur als Ausführungsbeispiele der Erfindung
aufzufassen sind.
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F i g. 8 zeigt einen parallelepipedischen Block 110, in dem ein Stein
nach F i g. 5 in strichlierten Linien eingezeichnet ist. Durch Entfernen der strichliert
gezeichneten Teile 111 und 112 entsteht aus dem Block 110 der in F i g. 5 dargestellte
Stein 50. Bei der parallelepipedischen Ausgangsform des Blockes 110 können die Längen-,
Breiten- und Höhenabmessungen in beliebigem Verhältnis gewählt werden.
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In F i g. 10 ist das Einsetzen der Schlußsteine bei einem Gewölbe
veranschaulicht, das von unten her aufgebaut wird, wenn der Zusammenbau von oben
her nicht erwünscht oder unmöglich ist. Bei dieser Art des Aufbaues können bis auf
zwei Schlußsteine alle Steine 50 von unten her in ihre Lage gebracht werden.
An der Schließstelle wird ein in zwei Teile 80' und 80" getrennter
Stein eingesetzt. Hierbei wird, wie aus F i g. 10 ersichtlich ist, zuerst der Steinteil
80' von unten her gegen einen Stein 50 angesetzt. Hierauf wird ein erfindungsgemäßer
Stein 89, der vollkommen den Steinen 50 gleicht, von der Seite her in horizontaler
Richtung zwischen den Steinteil 80' und den gegenüberliegenden Stein 50 eingeschoben,
und dann wird der Steinteil 80" ebenfalls von der Seite in horizontaler Richtung
eingeschoben und mit den Steinen 80', 89 und 50 in Berührung gebracht,
um ihn festzuklemmen und das Gewölbe zu schließen.
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F i g. 11 veranschaulicht eine weitere Ausführungsform der Erfindung,
bei der oxydierbare Außenplatten 100', z. B. aus Stahl, an den Flächen 53 und 53'
des Keilsteines 50 angeordnet sind. Der Stein hat ferner passende Abschrägungen
101 und 101'. Die Außenplatten können vorzugsweise mit dem Steinmaterial mitverpreßt
sein und weisen in diesem Fall zweckmäßig Zungen 102 auf, die beim gemeinsamen Verpressen
der Platten 100' mit dem feuerfesten Steinmaterial in dieses eingebettet werden.
Die oxydierbaren metallischen Platten verringern die Gefahr des Absplitterns von
Steinteilen und erhöhen die Haltbarkeit der Steine. Bei Verwendung von solchen Platten
soll ein basisches, feuerfestes Material, das mit dem Plattenmaterial verträglich
ist, verwendet werden.
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Die obigen Darlegungen beziehen sich auf Steine gemäß der Erfindung
im Zusammenhang mit selbsttragenden Gewölben. Es ist jedoch nachdrücklichst festzuhalten,
daß die Erfindung in gleicher Weise auch bei nur teilweise selbsttragenden oder
vollständig aufgehängten Gewölben mit Hänge- oder anderen Trag- bzw. Abstützeinrichtungen
anwendbar ist. Ferner können die Steine gemäß der Erfindung auch zum Aufbau von
runden _ Wänden, Böden und anderen Auskleidungen von metallurgischen Öfen, Gefäßen
od. dgl. verwendet werden. Beispielsweise können sie überall dort eingesetzt werden,
wo feuerfeste runde
Auskleidungen als Arbeitsflächen verwendet werden
oder erforderlich sind.
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Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen und dargestellten Ausführungsformen
beschränkt und kann hinsichtlich konstruktiver Einzelheiten noch verschiedenartig
abgewandelt werden.