DE1205570B - Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung von Gusseisenschmelze mittels Durchblasen von Gas - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung von Gusseisenschmelze mittels Durchblasen von Gas

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DE1205570B
DE1205570B DEC12709A DEC0012709A DE1205570B DE 1205570 B DE1205570 B DE 1205570B DE C12709 A DEC12709 A DE C12709A DE C0012709 A DEC0012709 A DE C0012709A DE 1205570 B DE1205570 B DE 1205570B
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DE
Germany
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gas
melt
cast iron
graphitizing
blowing
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DEC12709A
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Inventor
Georges Blanc
Nicolas Volianik
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Centre Technique des Industries de la Fonderie
Original Assignee
Centre Technique des Industries de la Fonderie
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Publication date
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21CPROCESSING OF PIG-IRON, e.g. REFINING, MANUFACTURE OF WROUGHT-IRON OR STEEL; TREATMENT IN MOLTEN STATE OF FERROUS ALLOYS
    • C21C1/00Refining of pig-iron; Cast iron

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Refinement Of Pig-Iron, Manufacture Of Cast Iron, And Steel Manufacture Other Than In Revolving Furnaces (AREA)

Description

  • Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung von Gußeisenschmelze mittels Durchblasen von Gas Es ist bekannt, daß das Erstarren von Eisenschmelze aus dem ursprünglich flüssigen Zustand je nach der Abkühlgeschwindigkeit nach zwei verschiedenen Prozessen verlaufen kann, wobei sich einmal weißes Gußeisen und einmal Grauguß ergibt, also zwei Arten von Gußeisen, die sehr unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Diese Neigung zum Erstarren nach dem einen oder anderen Prozeß hängt von der Zusammensetzung der Grundbestandteile des Gusses, insbesondere des Kohlenstoff- und Siliziumgehaltes, ab.
  • Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren, mittels welchem die Neigung einer gegebenen flüssigen Gußeisenschmelze, zu Grauguß zu erstarren, in wenigen Minuten erhöht werden kann. Es sind verschiedene Behandlungsverfahren bekannt, die in dem einen oder anderen Sinne auf die Neigung des Gusses einwirken, nach dem einen oder anderen dieser beiden Prozesse zu erstarren.
  • Das Erstarren der Schmelze unter Bildung von Graphit wird in bekannter Weise dadurch begünstigt, daß Stäbe, Rohre oder massive Blöcke aus Graphit oder graphitisierendem Material mit oder ohne Relativbewegung in die Schmelze getaucht werden. Sie üben jedoch eine Wirkung auf die Art des Erstarrens erst nach so langer Zeit und mit einem so geringen Wirkungsgrad aus, daß dieses Verfahren nicht mehr als industriell zur Behandlung von Gußeisen anwendbar betrachtet werden kann.
  • Es ist weiterhin ein sogenanntes Impfungsverfahren bekannt; dieses besteht darin, daß am Ausgang des Schmelzofens oder in das Schmelzgefäß gewisse Produkte zugeführt werden, die die Neigung des Schmelzgusses, in Form von Weißguß zu erstarren, herabsetzen. Diese Produkte sind im allgemeinen auf Eisen-Silizium- oder Silizium-Kalzium-Basis mit verschiedenen Zusätzen aufgebaut. Der Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, daß seine Wirkung nicht immer sicher ist und die Homogenität des produzierten Schmelzgusses oft zu wünschen übrig läßt.
  • Ferner ist bereits vorgeschlagen worden, ein Gas durch eine Eisenschmelze perlen zu lassen. Diese Maßnahme findet jedoch in einem Entschwefelungsverfahren Anwendung und dient dazu, die Schmelze mit einer Entschwefelungsschlacke in Berührung zu bringen.
  • Schließlich ist es schon bekanntgeworden, bei einer Gußeisenschmelze ein Gas durchzuleiten. Auch diese Verfahrensweise hat sich aber als nicht ausreichend gezeigt.
  • Zur Lösung der Aufgabe, die Neigung einer gegebenen flüssigen Gußeisenschmelze, zu einwandfreiem Grauguß zu erstarren, in kurzer Zeit zu erhöhen, wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß das durch die Schmelze hindurchgeleitete Gas während des Durchblasens der Schmelze eine aus graphitisierendem Material bestehende Wand be- streicht und von solcher Beschaffenheit ist, daß es keine chemische Wirkung auf das Bad ausübt und mit solchem Druck zugeleitet wird, daß die Badbewegung genügend heftig ist, um ein Hochschleudern von Metall über die Badoberfläche hinaus herbeizuführen. In besonders vorteilhafter Weise wird das Gas durch einen aus graphitisierendem Material bestehenden Hohlkörper eingeblasen, welcher ganz oder teilweise in die Schmelze eingetaucht ist. Das Einblasen kann beispielsweise durch ein Graphitrohr erfolgen, welches mit einem Ende in die flüssige Schmelze eingetaucht ist.
  • Das Gas wird durch das in das Metall eingetauchte Rohr eingeblasen, ohne daß ihm vorher ein aktiver Körper in Form von Pulver, Spänen, Tröpfchen od. dgl. beigegeben zu werden braucht.
  • Das Gas wird so durch die Schmelze geblasen, daß diese in heftige Bewegung gerät und flüssiges Metall über die Oberfläche der Schmelze hinaus hochgeschleudert wird.
  • Für das Durchblasen kann ein indifferentes Gas, beispielsweise Argon oder Stickstoff, verwendet werden. Es kann jedoch auch Sauerstoff oder Luft durch die Schmelze geblasen werden, vorausgesetzt, daß man das Gas nur während eines verhältnismäßig kurzen Zeitraumes, bei den üblichen Gußeisensorten etwa eine bis vier Minuten, durch die Schmelze perlen läßt, wobei die Temperatur der Schmelze einen gewissen Höchstwert nicht überschreiten darf, der für die jKängigsten Gußeisensorten etwa bei 14501 C liegt. Wenn das Durchblasen während eines längeren Zeitraumes und bei einer höheren Temperatur erfolgt, besteht die Gefahr, daß sich die umgekehrte Wirkung ergibt, d. h. eine gesteigerte Neigung der Schmelze, zu weißem Gußeisen zu erstarren. Die letztgenannte Wirkung ist übrigens bekannt.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung kann auf viele verschiedene Arten praktische Anwendung finden: I. Behandlung von gewöhnlichem Grauguß Die bei diesen Gußeisensorten im allgemeinen erwünschten Eigenschaften sind größtmögliche Homogenität, leichte Bearbeitbarkeit und Freiheit von harten Stellen auch in Bereichen, in denen die Gußstücke nur eine geringe--Dicke aufweisen.
  • Wenn man das Verfahren gemäß der Erfindung bei Gußeisensorten dieser Art anwendet, d. h., wenn man durch ein Graphitrohr ein Gas in die flüssige Schmelze einleitet und- dieses durch die Schmelze perlen läßt, wird die . Neigung zum Erstarren zu weißem Gußeisen verringert. Auf diese Weise lassen sich Gußstücke herstellen, die eine gleichmäßigere Härte, eine bessere Bearbeitbarkeit und ganz allgemein eine größere Homogenität aufweisen als gleichartige Teile, die ohne eine derartige Behandlung gegossen werden, was sich insbesondere bei der Bruchprobe unter Verwendun-'-g- von als Abschreckproben bekannten Prüfstäben feststellen läßt.
  • Be-i-spiel 1 Gewöhnlicher, im Kupolofen gewonnener, jedoch nicht gemäß der Erfindung behandelter Grauguß mit einem Gehalt von 3,611/o Kohlenstoff, 1,71/o Silizium, 0,5% Mangan, 0,1% Schwefel und 0,111/o Phosphor kann an bestimmten Stellen eines Gußstückes, an denen dessen Dicke nicht mehr als 5 mm beträgt, ,eine Brinellhärte von 255 und Härteunterschiede von 60 Brinelleinheiten zwischen zwei Punkten eines ver-,schiedene Stärken aufweisenden Gußteiles erreichen. Bei einer Härteprobe in Form eines rechtwinkligen Parallelepipeds von 20 X 50 X 80 mm, dessen eine 20 X 80 mm messende Fläche gegen einen Gußeisenblock und dessen andere Flächen gegen eine Sandform gegossen wurden, hat die weiße Gußeisenschicht unter diesen Bedingungen eine Tiefe von 5 bis 10 mm.
  • Unter sonst gleichen Gewinnungsbedingungen leitet man nun vor dem Guß durch ein Graphitrohr 90 Sekunden lang Luft mit einem Durchsatz von 13 Liter pro Minute in eine etwa 60 kg flüssige Schmelze enthaltende Gießpfanne ein und läßt die Luft durch die Schmelze perlen.
  • Die größte Härte der den vorgenannten Gußteilen entsprechenden Stücke sinkt auf 219 Brinell, der größte Härteunterschied auf 42 Brinelleinheiten.
  • Wenn man an Stelle von Luft Stickstoff verwendet, ergeben sich Werte von 202 bzw. 41 Brinelleinheiten. Bei der wie vorstehend beschrieben gegossenen Abschreckprobe weist die Schicht weißen Gußeisens nach der Behandlung nur mehr eine Tiefe von etwa 1 bis 3 mm auf.
  • Beispiel 2 Ein in üblicher Weise gewonnener Guß mit einem Gehalt von 3,3 % Kohlenstoff, 1,9 % Silizium, 0,611/o Magan, 0,0911/o Schwefel und 0,61/o Phosphor wies eine Weißerstarrung von 4 mm Tiefe auf.
  • Durch eine Gießpfanne mit 1200 kg flüssiger Schmelze wurde mittels vier Graphitrohren mit 110 X 10 mm Durchmesser und 760 mm Länge zwei Minuten lang mit einem Durchsatz von 180 Liter pro Minute Stickstoff geblasen. Durch diese Behandlung ergab sich eine Weißerstarrung von 2 mm Tiefe.
  • II. Gewinnung von hochfestem, spanabhebend bearbeitbarem Guß Zum Zwecke der Herstellung von hochfestem, spanabhebend bearbeitbarein Guß läßt sich das Verfahren gemäß der Erfindung auch auf bestimmte Gußeisensorten mit niedrigem Kohlenstoff- und Siliziumgehalt anwenden. Bei Gewinnung mittels der üblichen Verfahren weisen diese Gußeisenarten nach dem Erstarren in ihrer ganzen Tiefe ein weißes Gefüge auf; sie sind hart, nicht spanabhebend bearbeitbar und schlagbrüchig.
  • Bei Anwendung des Verfahrens gemäß der Erfindung erhalten solche Gußarten ein graues Gefüge, wobei der Graphit in Form meist kurzer dicker Lamellen auftritt. Die so behandelten Gußarten weisen sehr beachtliche mechanische Eigenschaften auf, lassen sich jedoch noch gut spanabhebend bearbeiten.
  • Beispiel 3 Ein mittels bekannter Verfahren gewonnener Guß mit einem Kohlenstoffgehalt von 2,6 bis 2,811/o und einem Siliziumgehalt von 1,4 bis 1,6% ist nicht bearbeitbar und spröde. Seine Brinellhärte übersteigt 400, Härteproben der obenerwähnten Art weisen eine völlig weiße Bruchfläche auf.
  • Gemäß der Erfindung wurde in die flüssige Schmelze bei einer Temperatur von 1480' C durch ein Graphitrohr Stickstoff oder Argon eingeblasen und das Durchblasen zwei Minuten lang fortgesetzt.
  • Der so gewonnene Guß wies eine Zugfestigkeit zwischen 37 und 42 kg/mm2 auf (festgestellt an einem Prüfstab, der aus einem Gußstück oder einem gegossenen Stab von 22 mm Durchmesser entnommen wurde). Der Guß ließ sich in einwandfreier Weise spanabhebend bearbeiten, selbst bei einer Dicke von 5 mm und einer Brinellhärte von 220 bis 260, und die Bruchfläche der Abschreckprobe zeigte eine Weißerstarrung mit einer Tiefe von nur mehr 10 bis 15 mm vom Kühlkörper aus gemessen.
  • Beispiel 4 Mittels der bekannten Verfahren wurde ein Guß mit einem Gehalt von 3,3% Kohlenstoff, 1,111/o Silizium, 0,8% Mangan, 0,08% Schwefel und 0,15% Phosphor gewonnen. Dieser Guß wurde an Hand eines Präfstabes von 100 X 40 X 140 mm untersucht, dessen eine Fläche von 100 X 40 mm gegen einen Gußeisenblock gegossen worden war. Die Tiefe der Weißerstarrung betrug 45 mm Derb Guß hätte sich also an den Stellen, an denen #& Dicke des Gußstückes nicht mehr als 4 cm beüW nur sehr schwer bearbeiten lassen und wäre außerdem spröde gewesen.
  • Gemäß der Erfindung leitete man in eine 1700 kg Schmelze enthaltende Gießpfanne durch vier in die Schmelze eingetauchte Graphitrohre mit 110 X 10 mm Durchmesser und 760 mm Länge Stickstoff mit einem Durchsatz von 160 Liter pro Minute ein und ließ diesen zwei Minuten lang durch die Schmelze perlen. Die Tiefe der Weißerstarrung verringerte sich dadurch auf 12 mm, der Guß war an allen Stellen der Gußstücke, an denen die Dicke nicht weniger als 15 mm betrug, ohne Schwierigkeiten bearbeitbar, die Bruchfestigkeit betrug 34 kg/mm2. III. Gewinnung von Guß hoher Verschleißfestigkeit Die Erfindung ist auch anwendbar auf Guß, welcher wie die vorerwähnten Gußarten einen niedrigen Siliziumgehalt aufweist, und zwar derart, daß im Guß ein größerer Anteil von Zementit verbleibt, welcher dem Guß zwar eine hohe Verschleißfestigkeit verleiht, der jedoch so niedrig gehalten wird, daß er ffie Bearbeitbarkeit nicht beeinträchtigt.
  • Dieses Ergebnis wird erzielt, indem man eine Gußeisenschmelze mit einem Kohlenstoffgehalt von 2,4% und einen Siliziumgehalt von 1,311/o zwei Minuten lang in der oben beschriebenen Weise durchbläst. Nach der Behandlung weist der Guß eine Festigkeit von 28 bis 32 kg/mm2 auf, also eine geringere Festigkeit als in dem vorhergehenden Beispiel. Die mikrographische Untersuchung des Gusses zeigt jedoch ein Zementitnetz, das dem Guß unter gewissen Reibungsbedingungen eine sehr beträchtliche Verschleißfestigkeit verleiht.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung ist, wie ersichtlich, sehr vielseitig verwendbar, da die erzielten Wirkungen eine Funktion des Gasdurchsatzes und der Dauer des Durchblasens sind, die sich in einfacher Weise regeln lassen. Bei den bisher üblichen sogenannten »Einiinpfungs«-Verfahren, bei denen der Schmelze Stoffe in mehr oder weniger fein verteilter Form zugesetzt werden, ist die Einwirkung dieser Stoffe dagegen viel schwieriger zu regeln und zu beherrschen.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung ist somit sicherer und wirtschaftlicher als die bisher bekannten Beimengungsverfahren.
  • In jedem Falle wurde, unabhängig von der Art des Gußeisens, eine auf die Behandlung gemäß der Erfindung zurückzuführende Verbesserung der Vergießbarkeit, ein feineres Korn und ein homogenes Gefüge festgestellt. Die Oberfläche der Schmelze ist sauberer, vor allem sind keine Oxydeinschlüsse zu beobachten, die sich bei Guß, dem gemäß den bisher üblichen Verfahren Ferrosilizium oder Calciumsilicid beigemengt wurde, nur sehr schwer vermeiden lassen.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung findet vorteilhaft Anwendung bei der Herstellung hochwertiger mechanischer Teile, wie Teile von Werkzeugmaschinen, Walzen für Walzwerke, Zylinderlaufbüchsen für Dieselmotoren und andere. Brennkraftmaschinen, Kokillen usw., wobei diese Anwendungsmöglichkeiten jedoch nur beispielsweise erwähnt werden.
  • Aus Vorstehendem ergibt sich, daß die Ergebnisse der Behandlung je nach Art des eingeblasenen Gases etwas voneinander abweichen können; Grundbedingung ist jedoch das Vorhandensein einer Einblasvorrichtung mit Wänden aus Graphit oder graphitisierendem Material.
  • In der Zeichnung sind zwei beispielsweise Ausführungsformen einer Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung dargestellt. Es zeigt F i g. 1 eine schematische Darstellung des Verfahrensprinzips und F i g. 2 eine Ausführungsforin, welche §ich besser für eine industrielle Anwendung eignet und zwar insbesondere für dieDurchführung desVerfahrens nach Beispiel 2.
  • F i g. 1 zeigt eine Gießpfanne oder einen Schmelztiegel 1, in welchem sich die flüssige Schmelze befindet. In diese Schmelze ist ein Graphitrohr 2 eingetaucht, welches mittels einer Verbindungsmuffe 3 mit einem gebogenen starren Rohr 4 verbunden ist, das seinerseits über einen biegsamen Schlauch 5 und einen Strömungsmesser 6 mit einer Druckgasflasche 7 in Verbindung steht, welche beispielsweise Luft oder Stickstoff enthält. Aus der Zeichnung ist klar ersichtlich, daß das aus der Flasche 7 kommende Gas beim Eintreten in die Schmelze die Wände des Graphitrohres 2 bestreicht.
  • Bei der in F i g. 2 dargestellten Ausführungsform finden sich wieder die Gießpfanne oder der Schmelztiegel 1, die Druckgasflasche 7 und die zur Regelung des Gasdurchsatzes dienende Vorrichtung 6. Die letztgenannte Vorrichtung ist ihrerseits über den Schlauch 8 und den Druckminderer 9 an die Flasche 7 angeschlossen. Bei dieser Ausführungsform sind vier Graphitrohre 2 vorgesehen, welche in einer gemeinsamen Halterung 10 mit Spannvorrichtung 11 angeordnet sind. Die Halterung 10 ist ihrerseits am Ende der Spindel 12 einer Hebevorrichtung 13 befestigt. Die Hebevorrichtung 13 wird von einer über dem Schmelztiegel 1 angeordneten feststehenden Konsole 14 getragen. Die verschiedenen Graphitrohre 2 sind mittels Rohren 15 mit einem Verteilerkopf 16 und von dort über einen gemeinsamen elastischen Schlauch 17 mit der Druckgasflasche und dem Strömungsmesser 6 verbunden. Die Rohrleitungen 15 sind schließlich bei 19 an den Graphitrohren angeschlossen.
  • In F i g. 2 ist bei 18 außerdem eine hohle Verbindung zwischen zwei aneinandergesetzten Teilen eines Graphitrohres 2 dargestellt. Die Hebevorrichtung 13 gestattet ein beliebiges Senken und Anheben der Graphitrohre 2 gegenüber der Gießpfanne oder dem Schmelztiegel, so daß die Dauer der Behandlung genau geregelt werden kann.
  • Die vorstehend beschriebene und in den Zeichnungen dargestellte Vorrichtung kann in ihrer Ausführung zahlreiche Abänderungen erfahren, ins- - besondere hinsichtlich der zum Anheben und Senken der Graphitrohre dienenden Vorrichtung.

Claims (2)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Behandlung von Gußeisenschmelze zum Zwecke einer Verringerung der Neigung der Schmelze zum Erstarren in Form weißen Gußeisens, wobei durch die Schmelze ein Gas hindurchgeleitet wird, d a d u r c h g e k e n n -z e i c h n e t, daß das Gas während des Durchblasens der Schmelze, die von dem Gas durchperlt wird, eine aus graphitisierendem Material bestehende Wand bestreicht und von solcher Beschaffenheit ist, daß es keine chemische Wirkung auf das Bad ausübt und mit solchem Druck zugeleitet wird, daß die Badbewegung genügend heftig ist, uni ein Hochschleudern von Metall über die Badoberfläche hinaus herbeizuführen.
  2. 2. Verfahren nach Ansprach 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas durch einen aus graphitisierendem Material bestehenden Körper in die Schmelze eingeleitet wird. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der aus graphitisierendem Material bestehende Körper ein in die Schmelze eingetauchtes Rohr ist. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas ein indifferentes Gas, beispielsweise Stickstoff oder Argon ist, wobei die Dauer des Durchblasens und die Temperatur, bei der es stattfindet, beliebig sein können. 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas Luft oder Sauerstoff ist, wobei die Dauer des Durchblasens höchstens vier Minuten beträgt und die Temperatur -Während des Durchblasens 14501 C nicht übersteigt. 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß als graphitisierendes Material Graphit Verwendung findet. 7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß als graphitisierendes Material ein siliziumhaltiges Material Verwendung findet. 8. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Anspräche, gekennzeichnet durch eines oder mehrere Rohre aus graphitisierendem Material, welche durch einen elastischen Schlauch mit einer Druckgasquelle verbunden sind, wobei die Rohre von einer Halterung getragen werden, die mit einer mechanischen Hebe- und Senkvorrichtung verbunden ist, welche oberhalb des Schmelztiegels angeordnet ist. In Betracht gezogene Druckschriften-Deutsche Patentanmeldung St1853V1/18b (bekanntgemacht am 27.9. 1951); USA.-Patentschriften Nr. 2 290 961, 2 577 764; Zeitschrift »Gießerei«, Technisch-Wissenschaftliehe Beihefte, H. 618, März 1952, S. 374; E. Piwowarsky, »Gußeisen«, 2. Auflage 1951, S. 109 bis 118, 155, 156, 185; H. Poetter, »Grauguß«, 1954, S. 67.
DEC12709A 1955-03-16 1956-03-14 Verfahren und Vorrichtung zur Behandlung von Gusseisenschmelze mittels Durchblasen von Gas Pending DE1205570B (de)

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US2290961A (en) * 1939-11-15 1942-07-28 Essex Res Corp Desulphurizing apparatus
US2577764A (en) * 1949-11-04 1951-12-11 Air Reduction Desulfurization of ferrous metals

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