DE1138076B - Spiritusvervielfaeltigungsverfahren - Google Patents
SpiritusvervielfaeltigungsverfahrenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft die Herstellung von dauerhaften Kopien unter Verwendung sauber zu handhabender
Materialien nach einem Spiritusvervielfältigungsverfahren.
Unter einem »Spiritusvervielfältigungsverfahren« ist ein Kopierverfahren zu verstehen, bei welchem die
Stoffübertragung von der Matrize auf den Kopierbogen mittels eines Films aus einem äußerst flüchtigen
spiritusartigen Lösungsmittel, z. B. Alkohol, erfolgt, der sich zur Zeit der Berührung mit der Matrize
auf der Oberfläche des Kopierbogens befindet.
Bei der Herstellung von Kopien nach den bekannten hektographischen Spiritusvervielfältigungsverfahren
wird auf die Matrize in der Regel ein in Wasser oder Spiritus löslicher Farbstoff, und zwar im
allgemeinen Kristallviolett, bildmäßig aufgebracht. Das Bild wird dann auf die Kopierbögen dadurch
übertragen, daß man die letzteren mit dem das Bild bildenden Farbstoff in Anwesenheit eines Lösungsmittels
für diesen, z. B. Wasser und/oder Alkohol, in Berührung bringt, so daß die Fasern der Oberfläche
des Kopierbogens örtlich mit dem Farbstoff versehen werden. Die so erzeugten Kopien besitzen eine etwas
beschränkte Lebensdauer, da die zur Durchführung des Verfahrens geeigneten Farbstoffe nicht sehr lichtbeständig sind und mit der Zeit verblassen und ausbleichen.
Weitere Nachteile sind darin begründet, daß die verwendeten Farbstoffe äußerst wasserlöslich oder
öllöslich sind und daher während der Handhabung der Matrizen leicht auf andere Gegenstände abfärben
und schmutzen. Ferner werden die auf die Kopierbögen übertragenen Zeichen leicht verrieben und/oder
entfernt, wenn sie unbeabsichtigt mit Wasser oder einer spiritusartigen Flüssigkeit in Berührung
kommen.
Zur Vermeidung der vorstehenden Schwierigkeiten wurde bereits vorgeschlagen, die löslichen, basischen
Farbstoffe in getrennte Farbstoffkomponenten aufzuspalten, die bei getrennter Aufbringung auf die
Matrize bzw. die Kopierbögen nahezu keinen »Farbübertragungswert«
besitzen, jedoch ein gefärbtes Bild ergeben, wenn die beiden Farbstoffkomponenten auf
einem Kopierbogen bei einem erhöhten pH-Wert miteinander
zur Reaktion gebracht werden. Der pH-Wert wird dabei durch ein der zur Anfeuchtung des Kopierbogens
verwendeten Lösung zugegebenes alkalisches Mittel erzeugt. Obwohl man nach diesem Verfahren
sichtbar gefärbte Bilder erhält und die störende Farbübertragung
während der Handhabung zu einem gewissen Grad vermieden wird, ist dieses Verfahren
doch nicht so wirtschaftlich wie die übliche, mit basischen löslichen Farbstoffen arbeitende hektogra-Spiritusvervielfältigungsverfahren
Anmelder:
Columbia Ribbon & Carbon
Columbia Ribbon & Carbon
Manufacturing Co., Inc.,
Long Island, N. Y. (V. St. A.)
Long Island, N. Y. (V. St. A.)
Vertreter: Dipl.-Ing. E. Prinz, Dr. rer. nat. G. Hauser
und Dipl.-Ing. G. Leiser, Patentanwälte,
München-Pasing, Bodenseestr. 3 a
München-Pasing, Bodenseestr. 3 a
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 19. Juli 1956 (Nr. 598 759)
V. St. v. Amerika vom 19. Juli 1956 (Nr. 598 759)
phische Methode. Das vorgeschlagene Verfahren erfordert außer einem verwickelten Verfahren zur Aufspaltung
der basischen Farbstoffe in ihre Grundkomponenten, eine Abänderung der Vervielfältigungsmaschine, da diese gegen die von der Netzlösung auf
ihre Teile ausgeübte, alkalische Wirkung beständig sein muß. Ferner besitzen viele der für dieses Verfahren
verwendbaren Stoffe eine beträchtliche Giftigkeit, so daß der Zusatz solcher Stoffe in Bögen, welche
von Personen gehandhabt werden, nicht günstig ist. Außerdem bleibt das von dem Farbstoff auf dem
Kopierpapier hervorgerufene Zeichen löslich und kann so unabsichtlich verrieben und/oder entfernt
werden, wenn der Kopierbogen mit bestimmten Flüssigkeiten in Berührung kommt, wie dies bei den üblichen
hektographischen Vervielfältigungsverfahren der Fall ist.
Es ist auch ein Verfahren zur Erzeugung einiger weniger Kopien bekannt, wobei in einer das zu übertragende
Bild enthaltenden Matrize und in Kopierbögen miteinander reagierende chemische Verbindungen
enthalten sind, und zwar in dem einen eine als Farbbildner wirkende organische Verbindung mit
geringem Farbübertragungswert und mit Benzolringen in der Molekülstruktur, wobei ein Ring mindestens
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durch zwei Hydroxylgruppen substituiert ist und die wie ähnliche Verbindungen oder eine Mischung von
Verbindung in Spiritus löslich ist und in dem anderen zwei oder mehreren solcher Verbindungen verwendet
ein Eisensalz und/oder eine Oxyverbindung von werden.
Vanadium mit geringer Farbintensität, welche mit der Die vorstehend aufgeführten Farbbildner besitzen
organischen Verbindung einen gefärbten Niederschlag 5 alle einen geringen Farbübertragungswert, d. h.
bilden und wobei der Bildteil der Matrize nachein- Feuchtigkeit, Fette, Lösungsmittel od. dgl., die eine
ander mit vielen Kopierbogen in Anwesenheit einer Übertragung eines Teiles der Verbindungen von einer
neutralen, leicht verdampfenden spiritusartigen Flüs- Oberfläche auf eine andere bewirken können, entsigkeit,
welche den Farbbildner unter Übertragung wickeln dabei jedoch keinen Farbfleck, wie dies bei
äußerst kleiner Anteile desselben in Bildform auf io den hektographischen Farbstoffen der Fall ist, die aus
jeden der Kopierbogen unter Entwicklung eines Pig- diesem Grunde bei der Handhabung äußerst störend
mentbilds überträgt, in Berührung gebracht wird. sind. Ob die Verbindung selbst dunkel gefärbt ist,
Dieses Verfahren arbeitete jedoch nicht zufrieden- ist für gewöhnlich ohne jede Bedeutung, da die die
stellend und fand kaum Anwendung. Es wurde näm- Verbindung enthaltende Übertragungsschicht in der
lieh nicht erkannt, daß ein wesentliches Problem der- 15 Regel einer gewissen Färbung bedarf, um davon anartiger
Vervielfältigungsverfahren darin besteht, Färb- gefertigte Probeabzüge leichter lesbar zu machen,
bildner mit genau der richtigen Löslichkeit in der An- Die komplementären, die Ausfällung bewirkenden
feuchtungsflüssigkeit auszuwählen, so daß nur die zur Metallverbindungen, die sich besonders wirksam erErzeugung
eines gefärbten Bildes ausreichende Min- wiesen haben, sind Verbindungen von Eisen, Vanadin
destmenge jeweils übertragen und dadurch die Er- 20 und Kupfer. So wurde z. B. von den Eisensalzen, Ferrizeugung
sehr vieler Kopien von einer einzigen Matrize sulfat, Ferrosulfat, Ferribenzoat und Ferriglyceroermöglicht
wird. phosphat erfolgreich verwendet. Oxyverbindungen Wesentlich für die richtige Übertragung des Färb- von Vanadin, und zwar für gewöhnlich in Form von
bildners ist ferner nicht nur dessen Auswahl, sondern Vanadaten oder Vanadylverbindungen sind ebenfalls
auch die Anwesenheit eines Bindemittels für den as wirksam. Es sind dies z. B. Ammoniummetavanadat,
Farbbildner, welches Problem ebenfalls bisher weder Natriummetavanadat, Natriumpolyvanadat und
erkannt noch gelöst wurde. Vanadylsulfat. Kupfersulfat, ammoniakalisches Weiterhin ist die Beschaffenheit der Kopierbogen Kupfersulfat und Kupferacetat haben sich in dieser
von Bedeutung. Es wurde bisher nicht beachtet, daß Beziehung als geeignet erwiesen, liefern die wirkvermieden
werden muß, daß die spiritusartige An- 30 samsten Ergebnisse jedoch nur in Verbindung mit
feuchtungsflüssigkeit mit dem darin gelösten Färb- Blauholzextrakt oder Hämatoxylin als Farbbildner,
bildner in das Papier eindiffundieren kann, da dies Die vorstehend aufgeführten, ausfällenden Metallder
Grund für unscharfe Kopien ist. salze und Verbindungen sind selbst alle von geringer
Erfindungsgemäß wird daher die Oberfläche des Farbintensität, d. h., sie färben in den zur Erzielung
Kopierbogens zuerst mit einem Überzug aus einem 35 eines deutlichen Zeichens nach Reaktion mit einem
Cellulosederivat und einem Anfeuchtungsmittel ver- Farbbildner erforderlichen Mengen die Kopierbogen,
sehen und dann erst der Überzug des Fällungsmittels auf welchen sie sich befinden, nur leicht — wenn
aufgebracht. überhaupt — an, so daß man einen hellen Hinter-Mit der Erfindung ist es nun erstmals gelungen, grund hat, gegen welchen sich die bei der Reaktion
unter Berücksichtigung der vorstehenden Faktoren 40 gebildeten Zeichen klar abheben. Die genannten Verein
wirklich brauchbares, mit Farbstoffausfüllung bindungen besitzen natürlich überhaupt keinen Farbarbeitendes
Spiritusvervielfältigungsverfahren zu übertragungswert. Es hat sich als am günstigsten erschaffen.
Die Erfindung kennzeichnet sich dadurch, wiesen, die Gallussäure oder ihr Äquivalent auf die
daß der Farbbildner auf der Matrize ein Bindemittel Matrize als den Farbbildner und die Metallsalze auf
enthält und die Oberfläche der Kopierbogen einen 45 die Kopierbogen aufzubringen. Es wurde auch gecellulosehaltigen,
filmbildenden, ein Anfeuchtungs- funden, daß nach Aufbringung der Reagenzien die
mittel enthaltenden Überzug besitzt. Matrize und die Kopierbogen unter Anwendung eines
Auf diese Weise wird das erzeugte Farbbild auf Spiritusverfahrens in der Vervielfältigungsmaschine
der Oberfläche des Kopierbogens gehalten und kann gehandhabt werden können. Mit anderen Worten
nicht in diesen eindiffundieren, d. h., man erhält mit 50 können Vervielfältigungseinrichtungen und Verfah-Sicherheit
scharfe, klare Kopien. Das Anfeuchtungs- ren, bei welchen eine spiritusartige Flüssigkeit zur
mittel in dem ersten Überzug dient dazu, das für die Anfeuchtung und praktisch trockene Kopierbogen,
chemische Reaktion erforderliche wäßrige Medium zu die rasch zugeführt und gestapelt werden können, anliefern,
gewendet werden, und das äußerst umständliche, bis-Das erfindungsgemäße Verfahren kann mit den 55 her weitgehend übh'che Verfahren, bei welchem die
beim üblichen Spiritusvervielfältigungsyerfahren der- Bögen mit Wasser angefeuchtet, die Presse von Hand
zeit benutzten Maschinen ohne eine Änderung der- beschickt und entleert werden muß und die Bögen
selben durchgeführt werden. Es arbeitet sauber und dann getrocknet werden müssen, kann vermieden
billig und ergibt von einer Matrize viele lichtechte und werden. Es ist dies darauf zurückzuführen, daß die
auch sonst dauerhafte, sichtbar gefärbte Kopien, die 60 Gallussäure oder ihr Äquivalent genau den richtigen
selbst bei längerer Lichtaussetzung nicht verblassen Grad der Spirituslöslichkeit besitzt, so daß sehr wenig
oder ausbleichen. der Verbindung aus der Matrize durch eine spiritus-AIs
Farbbildner in der Matrize können z. B. artige Netzlösung herausgelöst und auf den Kopier-Gallussäure,
Alkylgallate, Pyrogallol, Gerbsäure, bogen übertragen werden kann, wo dann die Reak-Hämatoxylin
(entweder in reiner Form oder in Form 65 tion mit dem darauf befindlichen Partner (z. B. einem
von Blauholz- oder Blutholzextrakt), 2,2-Methylen- Metallsalz) erfolgt. Die Matrize besteht aus der Galdigallussäure,
Propylgallussäure, 4-Cyclohexylcate- lussäure oder einem äquivalenten Farbbildner
chol, 2,3-Dioxynaphthalin und Derivate derselben so- und ist in einem einen schablonisierbaren Film auf
dem Kopierbogen bildenden Medium oder Träger dispergiert. Die Bildteile werden durch Schlag oder
Druck auf die Matrize übertragen und dort verhaftet. Die Beschaffenheit dieses Mediums oder Trägers ist
so, daß jedesmal sehr wenig des Farbbildners gelöst und somit die Übertragung der Gallussäure oder ihres
Äquivalents von der Matrize auf die Oberfläche des Kopierbogens so bemessen wird, daß jedesmal sehr
wenig übertragen wird und man somit eine große Anzahl von Kopien erzielt. Kleinere Feuchtigkeitsmengen,
die erforderlich sind, um die Metallverbindungen in den ionischen Zustand überzuführen und
eine Reaktion zu bewirken, können leicht in der Netzlösung oder in den Kopierbogen enthalten sein oder
aus der Luft absorbiert werden, ohne daß dadurch die Zuführung und Handhabung der Bögen störend beeinflußt
wird.
geeignete Schicht besitzt die folgende Zusammensetzung:
Zusammensetzung I
Bestandteile
Carnaubawachs 8,5
Rohes Montanwachs 2,5
Reines Bienenwachs 2,5
Lanolin 10,2
Mineralöl 13,6
Cerylalkohol 8,5
Titandioxyd 3,4
Gallussäure 50,8
Außerdem verläuft die Reaktion so, daß zur Farbentwicklung auf dem Kopierbogen kein bestimmter
pirWert der Netzlösung erforderlich ist. Dieses kann
demnach neutral sein, d. h. einen pH-Wert von etwa 7 besitzen oder im wesentlichen keine Ionen enthalten,
so daß die Maschinenteile nicht angegriffen werden und die derzeit für das hektographische
Spiritusverfahren verwendeten Kopiermaschinen unverändert benutzt werden können. Wenn bestimmte
pH-Werte die Farbentwicklung begünstigen, kann diese pH-Werteinste]lung in den Kopierbögen selbst
erfolgen und die Netzlösung kann trotzdem neutral gehalten werden. Der pH-Wert der Oberfläche kann
zwischen 5,5 und 8,5 variiert werden, ohne daß dadurch der Bogen angegriffen wird.
Die erfindungsgemäß verwendeten Kopierbögen besitzen
alle für einen wirtschaftlichen Betrieb wichtigen Eigenschaften. Sie sind billig genug, um im
Verkauf preislich mit dem üblichen Kopierpapier konkurrieren zu können. Sie sind an der Oberfläche nur
sehr leicht oder gar nicht getönt, und zwar sowohl im neuen Zustand als auch nach einer längeren
Lagerzeit, und sie können wahlweise für das übliche hektographische Kopierverfahren mit einer Farbmatrize
oder für das erfindungsgemäße Verfahren verwendet werden, ohne daß eine getrennte Aufbewahrung
in einem Betrieb erfolgen muß, in welchem beide Verfahren nebeneinander angewendet werden.
Zur Erzielung verschiedener Farbtöne können die Farbbildner und die Metallverbindungen weitgehend
variiert werden.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Matrize wird auf einen Bogen geschrieben oder getippt, auf
dessen einer Oberfläche sich eine die farbbildende Verbindung enthaltende, durch Druck übertragbare
Schicht befindet. Die diese Schicht tragende Seite liegt dabei an einem zur Bildung der Matrize bestimmten
Bogen an. Da die Gallussäure oder ihr Äquivalent in den üblicherweise in druckempfindlichen Übertragungsschichten
verwendeten Wachsen und Ölen dispargierbar ist, kann sie vor Aufbringen der Schicht
mit diesen bei Temperaturen oberhalb des Schmelzpunktes des Wachses verrieben werden, ohne daß dadurch
die pulverförmige Beschaffenheit oder der wirksame Zustand des Farbbildners beeinträchtigt
wird. Wenn dieser vollständig dispergiert ist, wird die Schicht aufgebracht, z. B. durch Abkühlung ausgehärtet,
und bildet dann eine druckübertragbare Schicht ähnlich den Schichten auf Kohlepapier.
Eine zufriedenstellende, gemäß den vorstehenden Ausführungen erhaltene, zur Herstellung der Matrize
Obwohl der beschriebene Überzug eine übliche Wachsbasis besitzt, kann natürlich die Methode im
Prinzip auch auf druckübertragbare Schichten anderer Art übertragen werden, und zwar insbesondere
auf die vor kurzem entwickelten harzartigen Schichten.
Wenn die Gallussäure durch andere farbbildende Stoffe ersetzt wird, kann der Fachmann leicht die
obige Zusammensetzung entsprechend variieren, damit man die richtige Flüssigkeit, den richtigen
Schmelzpunkt, Viskosität u. dgl. erzielt.
Die Übertragungsschicht ist so zusammengesetzt, daß sie einen großen Anteil an dem Farbbildner enthält.
Auf diese Weise kann man ein sehr viel des Farbbildners enthaltendes Bild erzielen, das bei Verwendung
als Matrize bei einem Spiritusvervielfältigungsverfahren intensive Kopien in der gewünschten
Anzahl ergibt. In der angegebenen Zusammensetzung macht der Farbbildner etwa 50 Gewichtsprozent der
Überzugszusammensetzung und der gehärteten Überzugsschicht aus. Prozentgehalte zwischen etwa 30 und
70'% des Farbbildners können verwendet werden, obwohl Mengen von mindestens über 50°/o sich am
günstigsten erwiesen haben.
In dem vorstehenden Beispiel wurde Gallussäure als Farbbildner verwendet. Auch Blauholzextrakt hat
sich zur Erzielung eines intensiven Abdrucks als außergewöhnlich wirksam erwiesen. Einen besonders
dunklen und intensiven Abdruck erhält man, wenn der Farbbildner eine Mischung von Gallussäure und
Blauholzextrakt in etwa gleichen Teilen ist und insbesondere dann, wenn in dem Kopierbogen als Reaktionspartner
Eisensalze enthalten sind.
Die wirksamsten Farbbildner, die mit den meisten Metallsalzen und Verbindungen reagieren, sind zur
Zeit wohl diejenigen, welche nur zwei benachbarte Hydroxylgruppen an jedem Ring enthalten, z. B.
Blauholzextrakt.
Eine Besonderheit bei der Verwendung von Blauholzextrakt oder Hämatoxylin als Farbbildner liegt
darin, daß bei Reaktion mit Aluminiumhydroxyd ein rotes Zeichen erzeugt wird. Viele Papiere, die unter
Verwendung von Alaun hergestellt wurden, enthalten noch restliches Al (OH)3 und können in den meisten
Fällen ohne eine Spezialbehandlung oder Aufbringung eines Oberflächenüberzugs als Kopierbögen
für das erfindungsgemäße Verfahren verwendet
65 werden.
Wie bereits ausgeführt, muß zur Erzielung guter klarer Kopien nach dem Spiritusverfahren der die
Metallverbindung enthaltende Niederschlag an der
Oberfläche des Kopierbogens gehalten werden und darf nicht merklich in diesen eindringen. Bei der bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung wird der Kopierpapierbogen in einem einzigen Arbeitsgang
auf einer Papiermaschine hergestellt, um das Verfahren nicht unwirtschaftlich zu verteuern.
Ein das Eindringen der Metallverbindung bzw. des gebildeten Faxbzeichens verhindernder Überzug enthält
die folgenden Bestandteile in Lösung oder in Form einer dünnen Aufschlämmung, welche in dem
Leimtrog der Papiermaschine verwendet werden kann:
Zusammensetzung III Bestandteile
Zusammensetzung II
„ . ,,. ., Gewichts-
Beständige prozent
Hydroxyäthylcellulose,
lO°/o wäßrige Lösung 1,4
Wasser 74,3
Methanol 4,5
Ferrisulfat 3,6
Feste Polyäthylenglykole der weicheren Arten, insbesondere mit Schmelzpunkten
von etwa 35 bis 37° C ... 2,9
Milchsäure 3,6
Triäthanolamin 8,6
Ton I3I
Das Triäthanolamin dient zur Einstellung des pH-Wertes auf einen neutralen Wert zwischen 6 und
6,5, so daß die Lösung zur Verwendung in der Papiermaschine geeignet ist. Dieser pH-Wert bewirkt
auch, daß das Kopierpapier beim Altern nicht angegriffen wird. Die Milchsäure bildet mit dem Ferrisalz
einen Komplex und verhindert somit die Ausfällung von Ferrihydroxyd mit steigendem pH-Wert.
Auf diese Weise kann der gewählte pH-Wert in einem weiteren Bereich variiert werden, ohne daß die
Lösung des Metallsalzes zerstört wird. An Stelle der Kombination von Milchsäure und Triäthanolamin
kann auch Glycerophosphorsäure unter Erzielung einer gleich guten Wirkung, jedoch unter etwas größeren
Kosten, verwendet werden.
Der wie vorstehend aufgebrachte Niederschlag beträgt nicht mehr als etwa 2,7 kg und nicht weniger als
etwa 225 g pro Ries Papier von 500 Bogen mit Abmessungen von 62,5-95 cm, je nach dem Gewicht und
der Porosität des verwendeten Papiers. Überzüge mit einem solchen Gewicht können in einer der letzten
Verfahrensstufen bei der Papierherstellung auf der Papiermaschine aufgebracht werden, wodurch ein
Aufwickeln und ein getrenntes Aufbringen des Überzuges vermieden wird, was sonst den Preis des
Kopierpapiers beträchtlich erhöhen würde, so daß dieses mit dem üblichen Kopierpapier nicht mehr
konkurrenzfähig wäre. Das Gewicht des Überzuges und seine Zusammensetzung werden so gewählt, daß
dieser nicht nur die erforderliche Metallverbindung liefert, sondern daß auch die Oberfläche des Papiers
derart präpariert wird, daß die benetzende spiritusartige Flüssigkeit während der Anfeuchtung und der
Berührung mit der Matrize nicht zu stark von dem Papier aufgesaugt wird.
Wenn die durch die getrennte Aufbringung einer Salzablagerung auf den Kopierbogen bedingten
Kosten tragbar sind, können die folgenden beispielweisen Zusammensetzungen verwendet werden:
Gewichtsprozent
Ferrichlorid 1,5
Glycerin 4,7
Feste Polyäthylenglykole der weicheren Arten, insbesondere mit Schmelzpunkten
von etwa 35 bis 37° C ... 7,1 Celluloseacetat
(Acetatgruppen 53 bis 54%) 4,7
Äthylacetat 82,0
Zusammensetzung IV
Bestandteile Gewich,-
Ferrichlorid 2,9
Propylenglykol 11,0
Cetylalkohol 7,5
Celluloseacetat
(Acetatgruppen 53 bis 54%) 3,6
Äthylacetat 75,0
a5 In den vorstehenden Zusammensetzungenil, III
und IV dienen die Bestandteile wie Glycerin, PoIyäthylenglykol und Propylenglykol als Netzmittel, um
Feuchtigkeit anzuziehen und festzuhalten und die zur Farbbildung führende Vereinigung der Reaktionspartner
zu fördern. Die Anwesenheit dieser Bestandteile ist zwar günstig, jedoch wahrscheinlich nicht unbedingt
erforderlich, da in der Regel die Netzlösung oder der Kopierbogen selbst oder die Atmosphäre genug
Feuchtigkeit enthalten, um die zur Farbbildung führende Reaktion eintreten zu lassen.
Die durch die Zusammensetzung II oder die Zusammensetzungen III und IV erzeugten Aufträge besitzen
die Eigenschaft gegenüber spiritusartigen Flüssigkeiten, d.h. Alkohol, im wesentlichen beständig
zu sein, und zwar mindestens in einem solchen Maß, daß sie durch zeitweilige Berührung mit dem Spiritus
zwischen ihrer Aufbringung und der Berührung des Auftrages mit der Matrize bei dem üblichen Spiritusvervielfältigungsverfahren
nicht gelöst oder übertragen werden. Es ist dies ein wichtiges erfindungsgemäßes
Merkmal, da sich gezeigt hat, daß bei zu starker oder zu rascher Lösung oder Erweichung des das
Reagenz tragenden Auftrages auf dem Kopierbogen ein Teil dieses Auftrages bei Berührung mit der
Matrize auf diese übertragen wird, was eine fehlerhafte Kopie oder Fehlstellen in der Kopie ergibt.
Diese geringe Spirituslöslichkeit oder Erweichung in Spiritus des reagenzhaltigen Mediums auf der Oberfläche
des Kopierbogens entspricht für praktische Zwecke einer Unlöslichkeit in Spiritus.
Die Intensität der auf den erfindungsgemäßen Kopierbogen erhaltenen Kopien ist variierbar. Außer
der üblichen Regelung der Konzentration des Farbbildners in der Matrize und der Maschineneinstellung,
welche die auf den Kopierbogen übertragene Menge des Matrizenmaterials bestimmen, kann man (1) die
Porosität des Kopierpapiers regeln, wobei dichtere Oberflächen den Spiritus an der Oberfläche halten, wo
er stärker auf das farbbildende Material einwirkt und mehr davon herauslöst; (2) die an der Oberfläche des
Kopierpapiers befindliche Menge des Reaktionspartners kann geregelt werden; (3) die Ionenkonzentration
des auf dem Kopierbogen befindlichen Reak-
Claims (3)
- 9 10tionspartners kann unter Änderung des Wirkungs- ist, wie dies bei der Zusammensetzung II der Fall ist,grades der Reaktion mit dem Farbbildner geregelt muß die Netzlösung keinen Anteil an einer schwerwerden, wobei die Anwesenheit von mehr Feuchtig- flüchtigen Flüssigkeit enthalten, wie dem Fachmannkeit die Reaktion beschleunigt und vor Verdampfung ohne weiteres einleuchten wird,der Netzlösung weiter fortschreiten läßt. 5 Die beschriebene Methode, die Übertragungs-Zur Erzeugung von Kopien nach dem Spiritusver- elemente und Kopierpapiere, ergeben dauerhafte vielfältigungsverfahren unter Verwendung der erfin- Kopien mit im wesentlichen der gleichen Intensität dungsgemäßen Matrizen und Kopierbogen werden die vieler aufeinanderfolgender Kopien bis zur Erschöp-Kopierbögen mit der neutralen, leicht flüchtigen Netz- fung des Bildes. Diese Ergebnisse werden mit sauber lösung angefeuchtet, welche mit den chemischen Rea- io zu handhabenden, billigen Umdruckträgem und genzien auf der Matrize und dem Kopierbogen nicht Matrizen erzielt, welche auch ganz allgemein als unter Farbbildung reagiert. Wenn die Matrize Gallus- Kopierpapier für beliebige Kopierverfahren verwendet säure oder deren Äquivalent als Farbbildner enthält, werden können,
kann Alkohol den Hauptbestandteil der Netzflüssigkeit bilden. Der Kopierbogen wird dann mit der das 15
Bild tragenden Seite der Matrize zusammengebracht, 1. Verfahren zur Herstellung von Kopien nach wobei sich ein kleiner Teil des Reagenz an den das Bild dem Spiritusvervielfältigungsverfahren, wobei in bildenden Stellen ablöst und an dem Kopierbogen einer das zu übertragende Bild enthaltenden haftet. Auf dem Kopierbogen erfolgt dann durch Pig- Matrize und in Kopierbogen miteinander reagiementausfüllung an den mit der Matrize in Berührung 20 rende chemische Verbindungen enthalten sind, gekommenen Stellen eine rasche Bildentwicklung. Die und zwar in dem einen eine als Farbbildner wir-Anwesenheit von Feuchtigkeit, unterstützt durch ge- kende organische Verbindung mit geringem Farbgebenenfalls zugesetztes oder in der Netzflüssigkeit übertragungswert und mit Benzolringen in der oder anderweitig enthaltenes Wasser, schafft die zur Molekülstruktur, wobei ein Ring mindestens Ionisierung des Metallsalzes und seine anschließende 25 durch zwei Hydroxylgruppen substituiert ist und Reaktion mit dem Farbbildner erforderlichen Be- die Verbindung in Spiritus löslich ist und in dem dingungen. Wenn z. B. ein Eisensalz, wie Ferrichlorid, anderen ein Eisensalz und/oder eine Oxyverbinals der eine Reaktionspartner verwendet wird, dung von Vanadium mit geringer Farbintensität, welcher mit einer Mischung aus Blauholzextrakt und welche mit der organischen Verbindung einen Gallussäure, die von der Matrize stammt, reagieren 30 gefärbten Niederschlag bilden und wobei der Bildsoll, erhält man ein blauschwarzes Pigmentzeichen, teil der Matrize nacheinander mit vielen Kopierdas mit zunehmendem Alter immer schwärzer wird. bögen in Anwesenheit einer neutralen, leicht ver-Eine zufriedenstellende Netzlösung besitzt die fol- dampfenden spiritusartigen Flüssigkeit, welche gende Zusammensetzung. den Farbbildner unter Übertragung äußerst klei-35 ner Anteile desselben in Bildform auf jeden derZusammensetzung V Kopierbogen unter Entwicklung eines Pigment-Bestandteile Gewichts- bilds überträgt, in Berührung gebracht wird, da-prozent durch gekennzeichnet, daß Farbbildner auf derMethanol 38,2 Matrize, die ein Bindemittel enthalten, undÄthanol 48,2 40 Kopierbogen mit Oberflächen aus einem cellulose-2-Äthoxyäthanol 4,5 haltigen, filmbildenden, ein Anfeuchtungsmittel\yasser g'i enthaltenden Überzug verwendet werden. - 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ge-Eine Netzlösung dieser Zusammensetzung verbleibt kennzeichnet, daß als Cellulosederivat in demlange genug auf der Oberfläche des Kopierbogens, um 45 Kopierbogenüberzug Celluloseacetat oder Hy-einen Teil des auf der Matrize befindlichen Bildes bei droxyäthylcellulose verwendet wird.Berührung damit zu lösen, verdampft jedoch anderer-
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurchseits rasch genug, um den Kopierbogen niemals feucht gekennzeichnet, daß eine farbbildende Kompo-werden zu lassen. Mit einer solchen Netzlösung bleibt nente aus einem Eisensalz, einem Kupfersalz oderder Kopierbogen vielmehr trocken und eignet sich für 50 einer Oxyverbindung von Vanadin und ein Reak-den Zuführungsmechanismus des Vervielfältigungs- tionspartner aus Blauholzextrakt oder Gallus-gerätes. säure verwendet wird.Wenn der Auftrag auf dem Kopierpapier porös ge-nug und der Farbbildner auf der Matrize sich leicht mit In Betracht gezogene Druckschriften:dem chemischen Reagenz vereinigt, das in dem Auf- 55 Deutsche Patentschrift Nr. 412 040;trag oder Überzug auf dem Kopierpapier enthalten USA.-Patentschrift Nr. 2146 976.© 209 677/63 10.62
Applications Claiming Priority (1)
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| US472772A US2872863A (en) | 1954-12-02 | 1954-12-02 | Hectograph duplicating |
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