DE1136827B - Verfahren zur Herstellung von neuen Mischpolymerisaten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von neuen MischpolymerisatenInfo
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Description
Gegenstand der Erfindung ist im wesentlichen ein Verfahren zur Herstellung neuer Mischpolymerisate,
das dadurch gekennzeichnet ist, daß ein Gemisch von 10 bis 55 Gewichtsteilen «-Methylstyrol und 90 bis
45 Gewichtsteilen Methylmethacrylat mit 1 bis 20 Gewichtsteilen eines Elastomeren auf Butadienbasis
mischpolymerisaiert wird. Die neuen Produkte besitzen gegenüber bisher bekannten Polymeren und
Mischpolymeren aus Methylmethacrylat und/oder x-Methylstyrol überlegene Eigenschaften.
Polymere von Methylmethacrylat sind von begrenzter Härte und von niedriger Hitze- und Kratzfestigkeit.
Vernetzung führt zu gesteigerter Brüchigkeit und ergibt Produkte, die sich schwer oder nicht verformen
lassen. Feste Polymere von «-Methylstyrol sind brüchig und können nicht geformt werden. Mischpolymere
von Methylmethacrylat und «-Methylstyrol, die in der Literatur beschrieben wurden, sind von niedrigem
Molekulargewicht und haben geringe Zugfestigkeit, Zähigkeit und Wärme- und Kratzfestigkeit.
Die Produkte, die nach der Erfindung gewonnen werden, sind durch hohe langwährende Kerbschlagzähigkeit
u. dgl. gegenüber bekannten Copolymeren aus Methylmethacrylat und a-Methylstyrol ausgezeichnet.
Besonders wertvolle Produkte werden erhalten, wenn die Polybutadienelastomeren Doppelbindungen
in cis-Stellung besitzen. Diese Polymeren sind bezüglich Wärmewiderstandsfähigkeit ähnlichen Polymeren
überlegen, welche aus Methylmethacrylat, «-Methylstyrol und Polybutadienelastomeren mit einer beliebigen
oder ungeordneten Anordnung der Doppelbindungen hergestellt wurden. Diese neuen Produkte sind
vollständig widerstandsfähig gegenüber siedendem Wasser, während solche Produkte, die mit normalem
Polybutadien hergestellt wurden, trüb und undurchsichtig nach fortgesetztem Eintauchen in siedendes
Wasser werden. Weiter besitzen die neuen Polymeren, die mit isotaktischem cis-Polybutadienkautschuk hergestellt
wurden, überlegene Widerstandsfähigkeit gegenüber Alkalien, besonders stark alkalischen Reinigungsmitteln
bei höheren Temperaturen. Sie sind praktisch durchsichtig, zeigen bessere Klarheit, Farbeigenschaften
und optische Eigenschaften als solche Polymeren, die mit normalem Polybutadien hergestellt
wurden.
75 Gewichtsteile Methylmethacrylat, 25 Gewichtsteile a-Methylstyrol, 0,2 Gewichtsteile Benzoylperoxyd
und 0,2 Gewichtsteile tert. Dodecylmercaptan wurden vermischt, und 10 Gewichtsteile eines Elastomeren,
Verfahren zur Herstellung
von neuen Mischpolymerisaten
von neuen Mischpolymerisaten
Anmelder:
J. T. Baker Chemical Company,
Phillipsburg, N.J. (V.St.A.)
Phillipsburg, N.J. (V.St.A.)
Vertreter: Dr. F. Zumstein,
DipL-Chem. Dr. rer. nat. E. Assmann
und DipL-Chem. Dr. R. Koenigsberger,
Patentanwälte, München 2, Bräuhausstr. 4
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 14. Juni 1960 (Nr. 35 890)
V. St. v. Amerika vom 14. Juni 1960 (Nr. 35 890)
Joseph Briskin und Charles Henry Schramm,
Easton, Pa. (V. St. A.),
sind als Erfinder genannt worden
sind als Erfinder genannt worden
nämlich eines polymerisierten Butadiens, das von der Goodyear Tire and Rubber Company als PLIOLITE
2104 verkauft wird, wurden in dem Gemisch aufgelöst. Das Material wurde dann in eine saubere Glasflasche
gegeben und der Dampfraum oberhalb der Flüssigkeit mit Stickstoff ausgeblasen, worauf die Flasche verschlossen
wurde. Man ließ die Polymerisation 4 Tage bei 950C und dann drei weitere Tage bei 1150C
ablaufen. Die unpolymerisierten Monomeren wurden aus dem Mischpolymerisat durch Auspressen der
Masse durch ein schmales Mundstück bei etwa 238° C und Anwendung von Vakuum auf eine Entlüftungsöffnung
in der Auspreßvorrichtung entfernt.
75 Gewichtsteile Methylmethacrylat, 25 Gewichtsteile a-Methylstyrol, 0,2 Gewichtsteile Benzoylperoxyd
und 0,2 Gewichtsteile tertDodecylniercaptan wurden
gemischt und 10 Gewichtsteile eines isotaktischen cis-Polybutadienkautschuks, der von der Phillips Petroleum
Company, Bartlesville, Oklahoma, hergestellt und unter dem Namen »CIS-4« gehandelt wird, in der
Mischung dispergiert. Das Polybutadien bestand aus einem Produkt, bei welchem etwa 94% der ungesättigten
Bindungen in der cis-Stellung vorlagen. Das Mate-
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rial wurde dann in eine saubere Glasflasche eingebracht und der Dampfraum oberhalb der Flüssigkeit mit
Stickstoff gespült und die Flasche verschlossen. Man ließ die Polymerisation 3 Tage bei 90° C und dann
weitere 3 Tage bei 110° C ablaufen. Die unpolymerisierten
Monomeren wurden aus dem Mischpolymerisat durch Auspressen der Masse durch ein schmales
Mundstück bei etwa 238° C (460° F) und Anwendung von Vakuum auf eine Ablaßöffnung in der Auspreßvorrichtung
entfernt.
Die nach den vorstehenden Beispielen erhaltenen Massen wurden in üblicher Weise preßverformt und
zeigten die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten physikalischen Eigenschaften. Die bei den Versuchsmethoden angegebenen Bezeichnungen beziehen sich
auf die angewandten ASTM-Methoden.
| Form | Barren | ( | Bogen (1,58 mm dick) |
Eigenschaft und Versuchsmethode |
Masse nach Beispiel 1 | Masse nach Beispiel 2 |
| 1,27 · 1,27 · 12,7 cm | 1,27 · 0,63 · 12,7 cm J | Wärmeverformung D 648-56 |
113,5 bis 115° C | 115,5° C | ||
| 1 | Izod-Kerbschlagzähigkeit D256-56 |
0,1493 bis 0,1679 mkg/ 2,54 cm |
0,2765 mkg/2,54 cm | |||
| Spezifisches Gewicht | 1,135 | 1,135 | ||||
| Rockwell-Härte D 785-51 | M 78 — M 80 | M 78 — M 80 | ||||
| Biegefestigkeit D 790-47T | 7940 kg/cm2 | 7940 kg/cm2 | ||||
| Lichtdurchlässigkeit bei 550 ΐημ |
75 bis 78°/o | 80 bis 82% |
Das bevorzugte Elastomere ist isotaktisches cis-Polybutadien. Jedoch kann man auch Elastomere, die
durch Mischpolymerisation von Styrol oder Methylmethacrylat mit Butadien hergestellt wurden, verwenden,
um dem Produkt spezielle Eigenschaften zu verleihen.
Die Polymerisation wird vorzugsweise bei 90 bis etwa 1150C durchgeführt, wobei die höheren Temperaturen
am Ende der Polymerisation angewandt werden. Höhere Temperaturen beschleunigen die
Polymerisation; jedoch soll wegen der relativ niedrigen Siedepunkte der Monomeren die Temperatur nicht so
hoch sein, daß Verflüchtigung wesentlicher Bestandteile auftritt.
Benzoylperoxyd, welches als Polymerisationskatalysator verwendet wurde, kann durch andere Peroxyde
ersetzt werden, von denen bekannt ist, daß sie die Polymerisation von Methylmethacrylat oder «-Methylstyrol
begünstigen. Dazu gehören tert. Butylhydroperoxyd und Di-tert.-butylperoxyd, weiterhin Katalysatoren,
wie die Persulfate, Ozonide, Diazotate, Hydrazine, Diazoniumsalze, Aminoxyde u. dgl. Man
kann ohne Katalysator arbeiten. Doch setzt man gewöhnlich Katalysatormengen von 0,01 % bis 0,8 Gewichtsprozent
ein.
Verschiedene aliphatische Mercaptane können an Stelle des tert. Dodecylmercaptans als Stabilisatoren
oder Regulatoren der Polymerisation verwendet werden. In ähnlicher Weise kann eine Anzahl organischer
Disulfide der Formel R — S — S — R', worin R und R' Alkyl- oder Arylreste mit 1 bis
16 Kohlenstoffatomen, wie Phenyl, Tolyl, Chlorphenyl,
Naphthyl und Alkarylreste, z. B. Benzyl bedeuten, verwendet werden. Diese Regler und Stabilisatoren
können in Mengen von 0,01 bis etwa 2 Gewichtsteile der Polymerisationsmischung verwendet
werden. Neben ihrer Regulierwirkung bezüglich der Polymerisation scheinen diese Mercaptane und Disulfide
die Widerstandsfähigkeit gegen thermischen Abbau zu steigern.
Das bevorzugte Elastomere ist ein isotaktischer cis-Polybutadienkautscb.uk,
bei welchem die meisten Doppelbindungen in cis-Stellung vorliegen.
Das Polybutadien soll möglichst viele, z. B. 75 % oder mehr Doppelbindungen in der cis-Stellung aufweisen.
Um den Einfluß von cis-Polybutadienkautschuk auf das Mischpolymere zu zeigen, wurde eine Anzahl
Produkte hergestellt, bei welchen das Verhältnis des cis-Polybutadiens variiert wurde. Bei sämtlichen
Produkten wurde das Verhältnis von «-Methylstyrol zu Methylmethacrylat bei 25 zu 75 Teilen gehalten.
Die Polymerisationsbedingungen des Beispiels 2 wurden im übrigen eingehalten. Es wurden folgende Ergebnisse
erzielt:
| 45 Isotaktischer | ASTM-Wärme- | Izod-Kerbschlag |
| cis-Polybutadien | verformung | zähigkeit |
| kautschuk, % | °C | mkg/2,54 cm |
| 0 | 122,5 | 0,0317 |
| 50 2 | 122 | 0,0303 |
| 4 | 118 | 0,0717 |
| 6 | 118 | 0,0979 |
| 8 | 118* | 0,139* |
| 10 | 118,5* | 0,157* |
| 55 15 | 117* | 0,171* |
| 20 | 115* | 0,176* |
* Die Polymeren wurden zweimal von flüchtigen Stoffen befreit.
Diese neuen Polymeren wurden in siedendem Wasser nicht weiß. Die ASTM-Wärmeverformungswerte
sind ohne Ausnahme höher als bei den Produkten, die mit den normalen Polybutadien-Kautschukarten
hergestellt wurden. Auch die Izod-Kerb-Schlagzähigkeit und die optischen Eigenschaften lagen
im allgemeinen höher.
Alle bekannten Verfahren zur Polymerisation von Substanzen, wie Methylmethacrylat und «-Methyl-
styrol, können angewandt werden, ζ. Β. Polymerisation in Charge, wie in den vorstehenden Beispielen beschrieben,
Lösungspolymerisation, Emulsions- oder Suspensionspolymerisation.
Die Schlagfestigkeit der Mischpolymeren nach der Erfindung kann den zwei- bis sechsfachen Wert desjenigen
von Copolymeren aus Methylmethacrylat und a-Methylstyrol betragen, welche nicht durch Zusatz
eines Elastomeren modifiziert wurden. Im Aussehen waren geformte Bogen im wesentlichen durchsichtig
mit einer schwachgelbbraunen Farbe. Es war möglich, einen Nagel in diese Bögen zu treiben, ohne daß
irgendetwas des Materials absplitterte, so daß der Nagel an Ort und Stelle festgehalten wurde. Weiterhin
ließen sich zylindrisch geformte Fäden des Interpolymeren sehr leicht in spitze Nägel schneiden oder
maschinell verarbeiten, welche durch dicke Holzabschnitte getrieben werden konnten, ohne daß eine
Schädigung des Mischpolymerennagels vorkam.
Die neuen Polymeren besitzen weiterhin eine relativ ao hohe Lichtdurchlässigkeit, was eine unerwartete und
wichtige Eigenschaft der Produkte ist.
Es zeigte sich ebenso, daß die neuen Polymeren einen um 15 bis 250C höheren Wärmeverformungspunkt
aufweisen, als er für andere Mischpolymere z. B. aus Butadien und Methylmethacrylat gefunden
wird.
Ihre Eigenschaften machen die neuen Mischpolymeren dort brauchbar, wo ein zäher Kunststoff
erforderlich ist, wie z. B. bei Schuhabsätzen, Maschinenteilen, Geräten und Zubehörstücken, Trennvorrichtungen,
Kunststoffleitungen, Maschinengehäusen und Sichtgläsern.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung neuer Mischpolymerisate, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gemisch
von 10 bis 55 Gewichtsteilen a-Methylstyrol und
90 bis 45 Gewichtsteilen Methylmethacrylat zusammen mit 1 bis 20 Gewichtsteilen eines Elastomeren
auf Butadienbasis mischpolymerisiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß 0,01 bis 0,8 Gewichtsteile eines Polymerisationskatalysators,
z. B. eines Peroxyds, Persulfats, Ozonide, * Diazotats, Hydrazins, Diazoniumsalzes
oder Aminoxyds, zugegeben werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Polymerisation in Gegenwart
von 0,01 bis 2 Gewichtsteilen eines Polymerisationsstabilisators oder -regiere durchgeführtwird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Polymerisationsstabilisator
oder -regler ein aliphatisches Mercaptan, wie tert. Dodecylmercaptan, oder ein organisches Disulfid
der Formel R — S — S — R', worin R und R' Alkyl- oder Arylreste mit 1 bis 16 Kohlenstoffatomen
bedeuten, verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Polymerisation bei 90 bis
115°C durchgeführt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Elastomere im wesentlichen
aus einem isotaktischen cis-Polybutadienelastomeren besteht, in welchem mindestens 75%
der Doppelbindungen in der cis-Konfiguration vorliegen.
© 205 657/297 9.62
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
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