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Mehrpolige elektrische Schalt-und Sicherungseinrichtung Durch den
steigenden Bedarf an elektrischer Leistung reichen die vorhandenen Schaltanlagen
hinsichtlich ihrer Belastbarkeit bisweilen nicht mehr aus. Zwar sind bei den bekannten
Schaltanlagen fast ausnahmslos die Verkabelung und die Verschienung überdimensioniert,
jedoch läßt der Raumbedarf der bekannten Schalt- und Sicherungsgeräte bei den bestehenden
Anlagen einen Austausch der Geräte gegen solche für höhere Belastung häufig nicht
zu. Deshalb ist man für die Befriedigung einer erhöhten Strombelastung zu Erweiterungen
der Schaltanlage gezwungen, indem man die Anzahl der Schalt- und Sicherungsgeräte
vermehrt. Dies bedingt einen zusätzlichen Platzbedarf und das Verlegen weiterer
Leitungen und Stromschienen. Außerdem muß die gesamte Anlage wegen der Erweiterungsarbeiten
längere Zeit außer Betrieb gesetzt werden. Diesen Übelständen wird durch die Erfindung
begegnet.
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Die Erfindung betrifft eine mehrpolige Schalt- und Sicherungseinrichtung
bzw. ein Gerät für zwei nebeneinanderliegende Zuleitungen und einen zwischen diesen
angeordneten Abgang, in dem sich die Sicherungen befinden, wobei die Verteilerschienen
im wesentlichen in einer Ebene hinter den Sicherungen angeordnet sind.
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Um nun zwei nebeneinanderliegende vorhandene Zuleitungen möglicherweise
durch einen Abgang doppelter Leistung bzw. doppelter Strombelastung ersetzen zu
können, sind gemäß der Erfindung bei einer mehrpoligen elektrischen Schalt- und
Sicherungseinrichtung der erwähnten Art die rechteckige Schleifen bildenden Verteilerschienen
derart ineinandergeschachtelt, daß bei gleicher Phasenfolge gleiche Seiten der Schleifen
nebeneinander liegen.
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Bei einem solchen Gerät sind die Verteilungsschienen und ihre Kontakt-
und Anschlußstellen platzsparend angeordnet und lassen ohne weiteres eine strommäßige
Änderung zu. Auch bietet ein solches Gerät, das z. B. eine für 100 Amp. bemessene
Einrichtung aufweist, unmittelbar die Möglichkeit und hinreichend Fläche und Raum
für eine strommäßige Erweiterung auf z. B. 200 Amp. und den dazu erforderlichen
Austausch von Einzelteilen. Es gestattet bei gleichem Raumbedarf im Vergleich zu
den üblichen Schalt- und Sicherungsgeräten in bezug auf die Nennstrombemessung und
Belastbarkeit das Doppelte und mehr.
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Die Kabelanschlüsse und die Sicherungskontakte weisen stets gleiche
Phasenreihenfolge auf.
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Die Verteilerschienen sind an einer Grundplatte mittels Keramiksockel
befestigt, wobei die Schenkel der Verteilerschienen an den Stellen, wo sie eine
andere Verteilerschiene kreuzen, nach hinten gerichtete Kröpfungen aufweisen. Die
Verteilerschienen nehmen auf diese Weise eine äußerst geringe Höhe in Anspruch.
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Den Verteilerschienen können in der Verlängerung ihrer Schenkel abstandlassend
Schienenstücke zugeordnet sein, welche durch Trennlaschen verbunden sind, so daß
nach Bedarf einfach und schnell eine Schienenunterbrechung geschaffen und wieder
beseitigt werden kann.
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Für eine verschiebbare Trennvorrichtung können die Enden der Verteilungsschienen
und die im Abstand gegenüberliegenden Schienenstücke jeweils gabelartig gespalten
sein. Infolge der Querschnittsflächenminderung an den gabelförmigen Schienenendteilen
mußten bisher die Schienen entsprechend breiter gestaltet sein, damit auch die gabelförmigen
Endteile durchgehend die ausreichende Querschnittsfläche besaßen. Eine Schienenverbreiterung
kann vermieden bzw. überflüssig werden, wenn erfindungsgemäß bei den gabelartig
gespaltenen Schienenenden die Spaltränder in ihrem zur Schienenmitte gelegenen Teil
derart umgebogen sind, daß die gespaltenen Teile im Querschnitt zusammen flächenmäßig
dem Querschnitt des ungespaltenen Schienenteils gleichen. Diese Ausführungsform
trägt wesentlich zur breitenmäßigen Platzeinsparung bei.
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Zur weiteren Platzeinsparung können die Enden der Verteilerschienen
bzw. deren zugeordnete Schienenstücke im Dreieck versetzt sein.
Die
Verteilerschienen bzw. deren zugeordnete Schienenstücke können ferner in Anschlußfahnen
mit Klemmanordnung für die Kabelanschlüsse enden.
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Vor den Verteilerschienen können Sicherungsunterteile vorgesehen sein,
welche von Stehbolzen getragen werden.
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Auf dem Sicherungsunterteil können in bekannter Weise Wangen, gegebenenfalls
in lösbarer Ausführung, befestigt sein, welche in ebenfalls bekannter Weise eine
unterseitig eingesetzte NH-Sicherungen tragende Klappe mit Griff schwenkbar halten.
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In den Zeichnungen sind beispielsweise Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Schalt- und Sicherungsgeräts dargestellt.
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Fig. 1 zeigt eine Grundplatte eines Schalt- und Sicherungsgeräts mit
der Verteilerschienenanordnung in Draufsicht, Fig.2 die Anordnung gemäß Fig. 1 in
Seitenansicht, Fig.3 das abgenommene dreipolige Sicherungsunterteil des Geräts in
Draufsicht, Fig. 4 den Geräteteil gemäß Fig. 3 in Seitenansicht, Fig.5 die Gesamtanordnung
des Geräts bei abgenommenen Sicherungen in Draufsicht, Fig. 6 das Gerät gemäß Fig.
5 in Seitenansicht mit gestrichelt angedeutetem Sicherungseinsatz, Fig. 7 eine Ausführungsfarm
des Geräts mit nach Phasen getrennten Sicherungsunterteilen in Draufsicht, Fig.
8 das Gerät gemäß Fig. 7 in Seitenansicht, Fig. 9 das Gerät gemäß Fig. 7 im Schnitt
IX-IX, Fig. 10 eine Ausführungsform des Geräts mit einer dreipoligen Schaltung,
Fig. 11 das Gerät gemäß Fig. 10 in Seitenansicht, Fig. 12 das Gerät gemäß Fig. 10
in Unteransicht, Fig. 13 eine Sonderausführungsform der Schienenunterbrechung mit
verschiebbarer Klemmvorrichtung in Draufsicht, in größerem Maßstab, Fig.14 die Ausführungsform
gemäß Fig.13 im Querschnitt durch die Mitte der Klemmvorrichtung. Gemäß den Fig.
1 bis 6 befinden sich auf einer Grundplatte 1 mit Löchern 2 für die Befestigung
der Platte an einem Gerüst od. dgl. Keramiksockel 3, auf denen die rechteckigen
Stromschleifen bildenden Verteilerschienen R, S, T befestigt sind. Die Stromschleifen
sind so angeordnet, daß bei gleicher Phasenfolge ihre Seiten einander parallel liegen.
Zur Vermeidung von Berührungen weist der rechte Schenkel der Stromschleife R eine
nach hinten gerichtete Kröpfung 9 auf. In gleicher Weise ist auch der rechte Schenkel
der Stromschleife S zur Umgebung der Schiene T mit einer Kröpfung 9 versehen. In
der Verlängerung der Stromschleifen, und zwar im Abstand 5 und mit diesen durch
Trennlaschen 4 verbunden, sind weitere Schienenstücke R1, S1, T1 und R."
S., T., angeordnet, welche in Anschlußfahnen 7 mit Klemmstücken 8 für Kabelanschlüsse
enden. Die Trennlaschen 4 sind lösbar und in der Pfeilrichtung A verschiebbar und
feststellbar, so daß der Schienenabstand 5 leitend überbrückt oder offengelassen
werden kann (vgl. Fig. 2 und 6).
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Die Enden der Schienenstücke R1, S1, T1 und R" S.., T., sind im Dreieck
angeordnet. Zwischen den Stromschleifenenden kann unten auf der Grundplatte 1 auf
einem Keramiksockel 3 ein Nulleiterdoppelanschluß 6 angeordnet sein.
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Jede Verteilerschiene R, S, T weist einen Winkel 10 auf. Diese
Winkel liegen in einer Reihe, enden also gleich hoch und bilden die Anschlußflächen
für die Anschlußzungen 13 des Sicherungsteils 12, das seinerseits auf isolierte
Stehbolzen 11 festgeschraubt ist. Die Anschlußzungen 13 sind in üblicher Weise durch
Anschlußschrauben 14 mit den Winkeln 10 verbunden.
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Sicherungen 15 vermitteln. die stromleitende Verbindung zu den Ableitungsanschlüssen
16 für die Verbraucherstromleitung.
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Gemäß den Fig. 7 bis 9 sind an Stelle eines dreipoligen NH-Sicherungsunterteils
drei einzelne Sicherungsunterteile 17 auf einer Tragplatte 18 vorgesehen. Die einzelnen
Sicherungsunterteile 17 können je für sich von der Platte 18 losgeschraubt und ausgetauscht
werden. Für einen Austausch ist das Lösen der Anschlußschrauben 27 notwendig, welche
die feste Verbindung der Anschlußzungen mit den in diesem Fall jeweils am linken
Schenkel der Verteilerschienen R, S, T befestigten Winkel 10 vermitteln.
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Gemäß den Fig. 10 bis 12 sind bei der Ausführungsform des Geräts,
die in den Fig. 1 bis 6 veranschaulicht ist, Wangen 19 seitlich auf dem Sicherungsunterteil
12 angeschraubt. Diese Wangen tragen schwenkbar eine Klappe 20 mit Griff 21, an
welcher unterseitig auswechselbar die NH-Sicherungen 15 angeordnet sind. Mit Hilfe
dieser an sich bekannten Anordnung können alle drei Phasen gleichzeitig ein-bzw.
abgeschaltet werden.
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Gemäß den Fig. 13 und 14 sind die an der Stelle 5 im Abstand gegenüberliegenden
Enden der Verteilerschienen und der Schienenstücke gabelartig gespalten. Die gespaltenen
Enden 22 weisen umgebogene Spaltränder 23 auf, so daß der Gesamtquerschnitt der
gespaltenen Teile flächenmäßig dem Querschnitt der Schienen R bzw. des Schienenstückes
R in deren ungespaltenem Teil entspricht. Ein unteres Paßstück 24 mit Gewinde für
eine Feststellschraube 26 und ein zwischenliegendes oberes Paßstück 25 mit einer
Bohrung, deren Durchmesser größer ist als der äußere Durchmesser des Schraubteils
der Feststellschraube 26, vermitteln ein unter- und oberseitiges sattes Anliegen
der Trennvorrichtung 24 bis 26. Diese ist in dem aus Fig.13 ersichtlichen ovalen
Schlitz verschiebbar und kann den Schienenabstand 5 überbrückend oder diesen frei
lassend festgeschraubt werden.
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Das erfindungsgemäße Gerät ist in allen seinen Teilen leicht zugängig,
so daß im Bedarfsfalle Teile schnellstens ausgetauscht werden können.