DE1069707B - Richtantenne für sehr kurze elektromagnetische Wellen - Google Patents
Richtantenne für sehr kurze elektromagnetische WellenInfo
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- H01Q—ANTENNAS, i.e. RADIO AERIALS
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Richtantenne, insbesondere für sehr kurze elektromagnetische Wellen,
bestehend aus einem Primärstrahler und wenigstens einer damit strahlungsgekoppelten Sekundärstrahlerstruktur.
Eine Richtantenne der vorbezeichneten Art ist z. B. die unter dem Fachausdruck Yagi-Antenne bekannte
Richtantenne. Das Grundkonzept dieser Antenne (vgl. Fig. 1) besteht darin, daß einem mit einer Hochfrequenzleitunig
verbundenen Dipol eine aus einer Reihe von Dipolen bestehende, strahlungsgekoppelte Sekundärstrahlerstruktur
in der Hauptstrahlrichtung der Richtantenne vorgesetzt wird. Eine andere Sekundärstrahlerstruktur
für Richtantennen der einleitend beschriebenen Art ist der bekannte dielektrische Stabstrahler,
dessen Grundform in der Fig. 2 dargestellt ist und >der eine Verteilung des elektrischen Feldes
aufweist, wie sie durch die gestrichelt eingezeichneten elektrischen Feldlinien angedeutet ist. Eine ähnliche
Feld verteilung läßt sich auch durch die bekannte SekundärstraWerstruiktur
nach Fig. 3 erreichen, die aus einem quer zur Ausbreitungsrichtung der Wellen verlaufende Rillen aufweisenden Metallblock besteht,
die als wellenführende Struktur betrachtet werden kann. An allen diesen Sekundärstrahlerstrukturen ist
der relativ große, vor allem räumliche Aufwand nachteilig, der vor allem dann in Erscheinung tritt, wenn
es auf eine gute Bündelung der vom Primärstrahler ausgehenden oder von diesem aufzunehmenden Strahlung
mittels der Sekundärstrahlerstruktur ankommt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Richtantenne der einleitend beschriebenen Art unter
anderem gerade hinsichtlich dieser Schwierigkeiten wesentlich zu verbessern.
DieseÄi^fetanterme wird bei einer Richtantenne, insbesondere
für sehr kurze elektromagnetische Wellen, bestehend aus einem Primärstrahler und wenigstens
einer damit strahlungsgekoppelten Sekundärstrahlerstruktur, gemäß der Erfindung in der Weise gelöst,
daß die Sekundärstrahlerstruktur aus wenigstens einem Leitdraht oder Leitblech besteht und, zumindest
angenähert in der Hauptstrahlungsrichtung der Richtantenne sich erstreckend, vor der Apertur des Primärstrahlers
angeordnet ist. Zweckmäßig erhäJt die Sekundärstrahlerstruktur bei Ausbildung als Leitdraht
die Form eines wenigstens angenähert in Richtung des elektrischen Feldvektors zickzackförmig geführten
Drahtes. Es hat sich auch als vorteilhaft erwiesen, der Sekundärstrahlerstruktur bei Ausbildung als Leitdraht
die Form einer Flachwendel zu geben. Vor allem bei Ausbildung der SekundärstrahleräStruktur als Leitdraht
ist es auch zweckmäßig, die Sekundärstrahlerstruktur mit einem vorzugsweise in der Längssymmetrieachse
der Struktur verlaufend angeordneten Stütz-Richtantenne
für sehr kurze elektromagnetische Wellen
für sehr kurze elektromagnetische Wellen
Anmelder:
Siemens & Halske Aktiengesellschaft,
Berlin und München,
München 2, Wittelsbacherplatz 2
München 2, Wittelsbacherplatz 2
Dipl.-Ing. Giswalt v. Trentini, München-Solln,
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
stab ziu versehen, der zur Erhöhung der Stabilität aus
Metall bestehen kann. Bei Ausbildung der Sekundärstrahlerstruktur als Leitblech empfiehlt es sich, dieses
mit alternierend aufeinanderfolgenden Erweiterungen und Einschnürungen in der Breitenabmessung zu versehen.
In manchen Fällen hat es sich auch als zweckmäßig erwiesen, die Leitdrähte ader Leitbleche in
einem dielektrischen Stützkörper mit geringen Verlusten einzuschließen, der insbesondere aus einem geschäumten
Dielektrikum, vorzugsweise mit einer relativen Dielektrizitätskonstante, die nur unwesentlich
von Eins verschieden ist, besteht. Eine ebenfalls vorteilhafte Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
ist in der Weise möglich, daß der die Sekundärstrahlerstruktur bildende Leitdraht oder das entsprechende
Leitblech auf einen dielektrischen Träger in Form einer dünnen leitenden Schicht aufgebracht wird,
beispielsweise durch Aufdampfen oder Aufsprühen. Die Sekundärstrahlerstruktur kann vor allem dann, wenn
es auf eine starke Bündelung bei geringer Erstreckung des Sekundärstrahlers in Hauptstrahlungsrichtung
ankommt, vorteilhaft aus Leitdrähten oder Leitblechen bestehen, die zueinander parallel oder unter einem
Winkel verlaufend angeordnet sind.
Nachstehend wird die Erfindung an Hand von Ausführungsbeispielen, die in den Fig. 4 bis 26 der Zeichnung
dargestellt sind, näher erläutert.
In der Fig. 4 ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, das die Anwendung der Sekundänstrahlerstruktur bei einer Richtantenne für
den UKW-Bereich zeigt. Der Primärstrahler besteht aus einem an sich bekannten Dipolstrahler 1, der mit
einer Hochfrequenzleitung 2 verbunden ist und einen Reflektor 3 hat. In Hauptstrahlungsrichtung des Dipols
909 650/366
ist eine aus einem zickzackförmig geführten Leitdraht 4 bestehende Sekundärstrahlerstruktur vorgeordnet.
In der Ebene des zickzackförmig geführten Leitdrahtes liegt der Dipol 1 mit seinem Reflektor 3.
Bei der in der Fig. 5 gezeigten Richtantenne besteht der Primärstrahler aus einem Hornstrahler Y mit
quadratischer Apertur, der über einen Hohlleiter 2', beispielsweise rechteckförmigen Querschnitts, mit
einem Hochfrequenzgerät, beispielsweise einem Sender oder einem Empfänger, in an sich bekannter Weise
verbunden ist. Im Hornstrahler 1' beginnt eine in der Hauptstrahlrichtung desselben — das ist beim Ausführungsbeispiel
die Längsachse des Hornstrahler ■— sich erstreckende Sekundärstrahlerstruktur, die aus
einem Leitdraht besteht, der zickzackförmig geführt ist und abgeflachte Spitzen hat.
Die Sekundärstrahlerstruktur hat die Wirkung, daß sie das Strahlungsdiagramm des Primärstrahlers, in
dessen Nahfeld sie sich befindet, wesentlich beeinflußt. Durch die Sekundärstrahlerstruktur, d. h. durch deren
Abmessungen, Form und Anordnung bezüglich der Apertur des Primärstrahlers läßt sich das Strahlungsdiagramm
der aus Primärstrahler und Sekundärstrahler bestehenden Richtantenne in relativ weiten Grenzen
beliebig variieren und vorgegebenen Forderungen anpassen. Die Wirkungsweise eines Leitdrahtes, wie
er als Sekundärstrahlerstruktur, z. B. bei den Ausführungsbeispielen
nach den Fig. 4 und 5, verwendet wird, läßt sich etwa wie folgt erklären. Ein dünner Leiter,
der in Ausbreitungsrichtung der von der Primärstrahlerapertur ausgehenden elektromagnetischen Welle
angeordnet ist, beeinflußt diese Welle praktisch nicht. Wird dieser Leiter jedoch, in Ausbreitungsrichtung
der Wellen betrachtet, periodisch gebogen, so tritt der Leiter mit dem elektromagnetischen Feld der Wellen
in Wechselwirkung. In dem Leiter werden Ströme induziert, wodurch sekundäre Wellen von den einzelnen
Leiterstellen ausgehen. Durch entsprechende Bemessung der Form des Leitdrahtes ist erreichbar, daß
sowohl eine Phasenverzögerung als auch eine Komponente des elektrischen Feldes in Ausbreitungsrichtung
der Wellen vorhanden sind und eine Führung der Welle längs der Struktur eintritt. Mit zunehmender
Länge werden damit die Bündelung und der Antennengewinn der Antennenanordnung größer.
Der zickzackförmig gebogene Leitdraht oder der periodisch abgebogene Leitdraht bietet nun als Sekundärstrahlerstruktur
eine außerordentlich einfache Möglichkeit zur Strahlungsdiagrammformung bei einer
Richtantenne. Bei Verwendung als Sekundärstrählerstruktur
ist es nämlich möglich, einen einfach zu speisenden Primärstrahler zu nehmen, der hinsichtlich der
Speisung und einer gewissen Grundform des vorgegebenen Strahlungsdiagrarnms leicht realisierbar ist
und die Feinstruktur des Strahlungisdiagramms in beliebigem Maße mittels des Sekundärstrahlers, der sich
dann relativ einfach gestaltet, mit den vorgegebenen Forderungen in Einklang zu bringen.
Als Primärstrahler kommen demnach für sehr kurze elektromagnetische Wellen vor allem Hohlleiteröffnungen,
kleine Hornstrahler und Schlitzantennen in Frage. Bei erdungssymmetrischer Speisung oder erdsymmetrischer
Speisung, vor allem im Bereich längerer Wellen, können als Primärstrahler auch Dipolgruppen
verwendet werden. Außerdem sind als geeignete Primärstrahler auch Wendelantennen oder
Wellendrahtantennen, wie der zickzackförmig geführte
Antennenleiter, verwendbar, und sogar die Anwendung von Langdrahtantennen oder Rhombus-Antennen als
Primärstrahler ist möglich.
Da die Sekundärstrahlerstruktur außerordentlich einfach im Aufbau gehalten werden kann und Probleme
hinsichtlich der Speisung, wie sie bei der Verwendung als Primärstrahler auftreten würden, nicht gegeben
sind, sind die erfindungsgemäßen Sekundärstrahler auch im Bereich längerer Wellen zur Verbesserung der
Richtcharakteristik von Richtantennen mit Vorteil anwendbar. So ist es denkbar, einen Sekundärstrahler
nach der Lehre der Erfindung im Strahlungsfeld einer
ίο Rhombus-Antenne, die Wellen im Mittel- oder Kurzwellenbereich
abstrahlt, anzuordnen. Der erforderliche Aufwand ist in diesem Fall nämlich außerordentlich
gering, weil es lediglich darauf anikommt, einen entsprechenden Leitdraht beispielsweise zickzackförmig
im Strahlungsfeld des Primärstrahler« anzuordnen. Bei Mittelwellen oder Kurzwellen kann dies in der
Weise geschehen, daß für horizontale Polarisation zwei Reihen in Ausbreitungsrichtung gegenseitig versetzter
Antennenmaste vorgesehen werden, zwischen denen ein Leitdraht gegen die Maste isoliert zickzackförmig
oder in einer der sonstigen erfindungsgemäßen Ausführungsformen aufgespannt wird. Auch für vertikale
Polarisation ist dies mit unterschiedlich hohen Masten realisierbar. Wichtig ist dabei nur, daß der
Sekundärstrahler sich wenigstens angenähert in die Hauptstrahlrichtung der gesamten Richtantenne
erstreckt.
In den Fig. 6 bis 12 sind weitere Ausführungsformen für die Sekundärstrahlerstruktur dargestellt. Der
eigentliche zickzackförmige Leitdraht ist in der Fig. 6 stark ausgezogen dargestellt. In dieser Figur ist gestrichelt
noch ein weiterer Leitdraht mit angedeutet, der ebenfalls zickzackförmig ausgebildet ist und gegenüber
dem stark ausgezogen dargestellten Leitdraht in Ausbreitungsrichtung der Wellen versetzt ist. Bei
der Anordnung nach FJg4J? ist an den Spitzen des
zickzackförmigen Leitdrahtes ein haarnadelförmig gebogenes Stück angesetzt, um eine etwa induktiv wirkende
Belastung innerhalb der Sekundärstrahlerstruktür zu erzwingen. Die Fig. 8 zeigt einen etwa nach
einer Sinuskurve verlaufenden Sekundärstrahler, der jedoch durch einen leitenden Stab 5 derart durchdrungen
wird, daß von aufeinanderfolgenden Flanken der Sinuskurve jeweils die erste auf der einen Seite des
Mctallstabes 5 liegt und die darauffolgende Flanke auf der anderen Seite. Das Gesamtbild entspricht dann
etwa dem einer Flachwendel. Der Stab 5 hat zugleich den Vorteil, daß er als Träger für den Leitdraht dienen
kann, indem z. B. die Seitenflanken der einzelnen Sinuskurventeile an ihren Anliegestellen an dem Stab 5
angelötet werden. Ein derartiger Stab 5 kann auch bei allen anderen dargestellten Ausführungsformen von
Sekundärstrahlerstrukturen angewendet werden. Grundsätzlich kann dabei dieser Stab 5 in der geschilderten
Weise die Sekundärstrahlerstruktur durchdringen, in manchen Fällen ist es jedoch vorteilhaft,
ihn nur auf einer der Seiten der Sekundärstrahlerstruktur anliegen zu lassen und gegebenenfalls einen
weiteren derartigen Stab 5 auf der anderen Seite in gleichartiger Weise vorzusehen. Man erhält hierdurch
eine relativ sehr einfache Möglichkeit, die Sekundärstrahleristruktur
in sich stabil zu gestalten.
Die Anwendung des Stabes 5 ist beim Sekundärstrahler
im Gegensatz zur Verwendung der jeweiligen Struktur als Primärstrahler deshalb möglich, weil
beim Primärstrahler die Speisung durch den Stab kurzgeschlossen würde. Beim Sekundärstrahler stört
dagegen der Stab wegen der dauernden Wechselwirkung mit dem sich ausbreitenden Feld praktisch nicht,
jedoch ist sein Einfluß auf die jeweils optimale Be-
messung der Sekundärstrahlerstruktur zu berücksichtigen.
In der Fiff. 9 ist die Anwendung von zwei etwa
sinusförmig verlaufenden Leitdrähten als Sekundärstrahler (dargestellt, während die Fig. 10 ein Leitblech
zeigt, da-s in der Gesamtform etwa dem zickzackförmig
geführten Leitdraht entspricht. Den in der Fig. 6 dargestellten zwei zickzackförmig geführten Leitdrähten
entspricht in etwa die Leitblechanordnung nach Fig. 11,
die ebenso wie die Leitblechanordnung nach Fig. 12 alternierend in Auisbreitungsrichtung der Sekundärstrahlerstruktur
aufeinanderfolgende Erweiterungen und Verringerungen der Breitenabmessung des Leitbleches
hat.
Zu den dargestellten Sckundärstrahlerstrukturen ist hinsichtlich der Ausbildung und Bemessung noch folgendes
zu berücksichtigen.
Bei einem Leitdraht, der in der Grundform etwa dem nach den Fig. 4 bis 8 entspricht, ist für die Beeinflussung
des Strahkmgsdiagramms der Richtantenne vor allem die Länge der jeweils etwa geradegeführten
Teile des Leitdrahtes wesentlich. Diese Länge wird zweckmäßig in der Größenordnung von einem Drittel
der Betriebswellenlänge, gemessen in Luft, gewählt. Die Wirksamkeit des einzelnen Abschnittes nimmt
bei Verringerung dieser Längen nur relativ wenig ab, jedoch bei größeren Längen relativ schnell. Der Einfluß
der übrigen Parameter der Leitdrahtbemessung ist geringer. Es existiert im wesentlichen nur der Zusammenhang,
daß mit abnehmender Drahtstärke bzw. Drahtlänge auch die Axiallänge eines periodischen Abschnittes
kleiner zu wählen ist. Für diese Länge existiert je nach den vorgegebenen Strahlungsdiagrammforderungen
ein Optimalwert, der beispielsweise empirisch bestimmt werden kann.
In der Fig. 13 ist eine Richtantenne dargestellt, die
einen Leitdraht entsprechend Fig. 4 als Sekundärstrahlerstruktur
verwendet. Der Primärstrahler ist ein Hornstrahler, in dessen durch die Komponente des
elektrischen Feldes bestimmter Ebene die Sekundärstrahlerstrulktur Hegt, die sich in das Innere des
Hornstrahlers hinein in der dargestellten Weise erstreckt. Die aus einem zickzackförmig geführten Leitdraht
bestehende Sekundärstrahlerstruktur kann mittels Stützen auis geschäumtem Dielektrikum in der dargestellten
Lage gehalten werden.
In der Fig^l3 ist die Länge des jewejls etwageradegeführtenTeTTes
des Leitdrahtes mit^bezeichnet und die axiale Erstreckung einer Periodizität mit s. Die
absolute Breite der Sekundärstrahlerstruktur ist mit H bezeichnet. Der vor dem Hornstrahler liegende Teil
der Sekundärstrahlerstruktur hat die Länge L, die Gesamtlänge der Sekundärstrahlerstruktur ist Lo.
In der Fig._14 ist das mit einer derartigen Richtantenne
ohne Schwierigkeiten erreichbare Strahlungsdiagramm dargestellt. Diesem Strahlungsdiagramm,
das beispielsweise bei einer Betriebswellenlänge 2 von 3,2 cm gemessen wurde, lagen folgende Abmessungen
zugrunde. Die Öffnung des Hornstrahlers hatte die Abmessungen 0,662-0,721, während //λ = 0,328, s/λ =
= 0,313, Lo/2 = 5,46, !./2 = 4,85, #72 = 0,288 betrugen.
Die Sekundärstrahlerstruktur hatte soweit etwa achtzehn periodische Abschnitte s, von denen drei im Hornstrahler
und fünfzehn davor lagen. Die in der Fig. 14 angegebenen Werte in Dezibel (db) geben das Strahlungsdiagramm
der Richtantenne. Die Gewinnzunahme durch die vorgesetzte Sekundärstrahlerstruktur beträgt
in der Hauptstrahlrichtung 6,5 db. Um den absoluten Gewinn der Richtantenne zu erhalten, muß der Gewinn
des Hornstrahlers gegenüber einem Kugelstrahler mit etwa 8 bis 9 db hinzugerechnet werden. Der Leitdraht
selbst bestand bei dieser Anordnung aus einem versilberten Kupferdraht mit etwa 0,2 2 Durchmesser. Die
Halbwertsbreite des Strahlungsdiagramms betrug, wie aus der Fig. 14 entnehmbar, etwa 27°.
In der Fig. 15 sind für diese Richtantenne die Halbwertsbreite und die Größe der dem Hauptmaximum
des Strahlungsdiagramms unmittelbar benachbarten Nebenmaxima in Abhängigkeit von der Frequenz dargestellt.
Aus der Fig. 15 ist erkennbar, daß nach höheren Frequenzen hin die Größe der Nebenmaxima zunimmt,
d. h. daß die Wirkung als Leitdraht für die Sekundärstrahlerstruktur verlorengeht. Es entspricht
dies dem vorstehend erwähnten Fall, daß die Abmessung / nennenswert größer als ein Drittel der Betriebswellenlänge
im freien Raum wird. Der Einfluß der Sekundärstrahlerstruktur auf die Anpassung des Primärstrahlers
ist an sich gering, zeigt jedoch nach der oberen Frequenzgrenze hin eine Verschlechterung.
Wie an Hand der Fig. 6 bereits erläutert, können an Stelle eines einzigen langen Leitdrahtes auch zwei
oder mehr kürzere Leitdrähte verwendet werden, wobei diese Leitdrähte auch unter einem bestimmten
Winkel zueinander verlaufen können. In der Fig. 16 ist eine derartige Richtantenne dargestellt. Der grundsätzliche
Aufbau entspricht dabei etwa dem nach Fig. 13. Die beiden Sekundärstrahler, die aus etwa
sinusförmig geführten Leitdrähten bestehen, schließen zwischen sich einen Winkel α von etwa 15° ein. Für
/// = 0,313, sll = 0,318, LoJl = 2,34, LIl =2,12,
HIl = 0,244 und somit etwa 71It Perioden eines jeden
Leitdrahtes ergab sich für eine derartige Anordnung ein Strahlungsdiagramm, wie es in der Fig. 17 dargestellt
ist. Aus diesem Strahlungsdiagramm ist erkennbar, daß die dem Hauptmaximum des Strahlungsdiagramms unmittelbar benachbarten Maxima wesentlich
kleiner sind als bei der Anordnung nach Fig. 13. Der Gewinnzuwachs beträgt etwa 5 db. Bei dieser
Anordnung ergibt sich eine wirksame Strukturlänge von L/l = etwa 2,13, wenn mit 2 die Betriebswellenlänge
im freien Raum bezeichnet wird.
Werden die beiden Leitdrähte unter einem größeren Winkel vor dem Hornstrahler angeordnet, so ergibt
sich ein stark verbreitertes Strahlungsdiagramm mit etwa sektorförmiger Gestalt. In der Fig. 18 ist eine
derartige Anordnung dargestellt, wobei bei sonst gleichen Abmessungen der beiden Leitdrähte im Vergleich
zu Fig. 16 der Winkel α = 50° beträgt und die Leitdrähte in der dargestellten Weise in einem Abstand α
von etwa 0,22 I vor der Hornstrahleröffnung beginnen. Wie aus dem Diagramm der Fig. 19 erkennbar, bleiben
die Schwankungen innerhalb eines Bereiches von etwa 80° unterhalb von 1 db. Die Halbwertsbreite des
Hauptmaximums des Strahlungsdiagramms ist gegenüber der Anordnung nach Fig. 16 mehr als verdoppelt.
Der Abfall der Flanken ist relativ steil. Zum Vergleich mit dem Strahlungsdiagramm des Hornstrahlers und
um die Verbreiterung des Diagramme stärker herauszustellen, ist gestrichelt in der Fig. 19 das Strahlungsdiagramm
des Hornstrahlers für sich noch mit eingetragen.
Die bündelnde und wellenführende Wirkung der Sekundärstrahlerstruktur läßt sich jedoch durch
größere Länge der Struktur noch wesentlich gegenüber der Wirkung, wie sie bei den vorausgehenden Ausführungsbeispielen
auftritt, anheben.
Beispielsweise bei einer längeren Flachwendel — worauf es wesentlich darauf ankommt, daß es sich
wirklich um eine Flachwendel handelt — bei einer Höhe von 0,2982, einer Breite von 0,094 2 und einer wirk-
samen Länge von etwa 4,85 X ergab sich eine Halbwertsbreite
von 22°. Schematisch ist eine derartige Richtantenne in der Fig. 20 dargestellt. Die Periodizität
betrug unter den angegebenen Abmessungen 0,169 2 und Ua = 4,85/. Das Strahlungsdiagramm
dieser Anordnung ist in der Fig. 21 als gestrichelte Kurve dargestellt. Die im Hauptmaximum des Strahlungsdiagramms
unmittelbar benachbarten Nebenmaxima ließen sich in vorteilhaft einfacher Weise durch kurze am Ende des langen Sekundärstrahlers
angekoppelte weitere Sekundärstrahlerstrukturen wesentlich herabsetzen. In der Fig. 20 sind zwei derartige
zusätzliche Sekundärstrahlerstrukturen, die ebenfalls als Leitdrähte ausgebildet sind, mit dargestellt.
Für die Periodizität von s/k = 0,328, einer wirksamen
Länge jeder der beiden strahlungsgekoppelten Sekundärstrahlerstrukturen von 2,34 X, entsprechend
einer Periodenzahl von je 7,5 und einem gegenseitigen Abstand der beiden strahlungsgekoppelten
Sekundärstrahlerstrukturen von 1,31 λ ließ sich ein
Strahlungsdiagramm von der Form erreichen, wie es in der Fig. 21 als stark ausgezogene Kurve dargestellt
ist. Der Verlauf des Hauptmaximums im Strahlungsdiagramm ist praktisch unverändert geblieben, jedoch
sind die Nebenmaxima wesentlich in ihrem Wert zurückgegangen. Durch Anwendung von vier solchen
zusätzlichen Sekundärstrahlern war es möglich, die Nebenmaxima im Strahlungsdiagramm weiter zu reduzieren.
Ähnlich gute Bündelungen lassen sich auch mit Flachwendeln aus sehr dünnen Drähten erreichen.
Unter sehr dünn wird hierbei beispielsweise ein Drahtdurchmesser von etwa 0,03 X bis 0,06 X verstanden. Zur
Erhöhung der mechanischen Stabilität der Sekundärstrahlerstruktur empfiehlt es sich in diesem Fall, in
der Längssymmetrieachse der Flachwendel einen Steg \'orzusehen, wie er an Hand der Fig. 8 vorstehend
erläutert wurde. Der Steg kann hierbei aus Metall oder aus Dielektrikum bestehen. Als günstige Bemessung
hat sich in diesem Fall folgende Dirnensionierung erwiesen: H// = 0,322, Bl λ = 0,0625,
1/2 = 0,35 und s/2 = 0,072.
Eine andere Variante ist die Verwendung eines Leitbleches mit Sägezähnen nach der ,FJJgJJ· Hier sind
die Flächen zwischen den als Leitdrahte aufzufassenden
äußeren Begrenzungen des Sägezahnblattes ausgefüllt. Aian kann dies auch so betrachten, daß man von
einer Yagi-Antenne ausgeht, bei der die einzelnen Leitdipole zu einem in Ausbreitungsrichtung sich erstreckenden
Dreieck entartet sind. Wesentlich ist die Höhe der einzelnen Zähne, und es hat sich gezeigt,
daß bei entsprechender Bemessung die mit Leitdipolen, Flach- oder Stegwendeln angegebenen Werte sehr gut
erreicht werden können. Eine Verkleinerung der Zähne an dem dem Primärstrahler benachbarten Ende bewirkt
in vielen Fällen ebenso wie bei der Verringerung der Abmessung // einer Anordnung nach Fig. 13
eine Verbesserung der Anpassung an den Primärstrahler bzw. beim Ausführungsbeispiel den Hornstrahler.
Durch eine entsprechende Verkleinerung am anderen Ende des Sekundärstrahlers wird die Größe
der Nebenmaxima in der Weise günstig beeinflußt, daß diese geringer werden.
In den Fig, 22 und 23 sind die aus umfangreichen Untersuchungen erhaltenen Größen für die Halbwertsbreite
und den Gewinn als Funktion der auf die Betriebswellenlänge X bezogenen Strukturlänge L wiedergegeben.
Wie aus der Fig. 23 erkennbar ist, nimmt der Antennengewinn mit zunehmender Strukturlänge
nicht mehr proportional zu. Das beruht darauf, daß der Einfluß der Struktur auf das Feld nach seinem
dem Primärstrahler abgewandten Ende hin immer weniger wird. Aus dem gleichen Grunde verläuft auch
die Abnahme der Halbwertsbreite nicht linear.
Wie eingang bereits erwähnt, kann an Stelle eines Hornstrahler auch ein anderer Primärstrahler Anwendung
finden. Beispielsweise ist hierfür vor allem im Dezimeterwellenbereich auch eine Wellendrahtantenne
geeignet. Eine Wellendrahtantenne — die sich in der Bemessung von einem Sekundärstrahler nach
der Erfindung wesentlich unterscheidet — besteht, wie in der Figi.24 dargestellt, aus einem in der elektrischen
Ebene periodisch gebogenen Draht, der jedoch ähnlich einer Wendelantenne in den Innenleiter einer Koaxialleitung
übergeht, die zur Verbinidung des Primärstrahlers mit einem Sender ader einem Empfänger
dient. Eine Metallplatte dient als Gegenpol für diesen Primärstrahler und wird zu diesem Zweck mit dem
Außenmantel der Koaxialleitung verbunden. In Hauptstrahlungsrichtung vor diesem Primärstrahler liegt
eine Sekundärstrahlerstruktur, die bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 24 ebenfalls aus einem Wellendraht
besteht. Für die Abmessung der Metallplatte von 4,68 X · 6,25 X und den Primärstrahlerabmessungen
UX = 0,313, slX = 0,234, HIl = 0,296, einer Periodizität
von 3,75 und LIX = 0,91 ergabt sich bei Sekundärstrahlerabmessungen
von LIX = 2,35 und einer Periodizität ω von 7,5 sowie einem Abstand von 0,0625 X
zwischen dem Ende des Primärstrahlers und dem benachbarten Ende der Sekundärstrahlerstruktur eine
Halbwertsbreite von 31,5° und sehr geringe dem Hauptmaximum im Stiahlungsdiagramm unmittelbar
benachbarte Nebenmaxima. Der geringe Abstand zwischen dem Primärstrahler und dem Sekundärstrahler
hat sich als unbedingt erforderlich erwiesen, weil bei einer direkten Verbindung eine wesentliche Reduzierung
des Antennengewinns eintreten würde. Das Strahlungsdiagramm einer Anordnung der in Fig. 24
dargestellten Richtantenne ist in der .Fig_j2iL.wiedergegeben.
Aus dem Diagramm lassen sich die vorstehend erwähnten Werte im einzelnen entnehmen.
In der Fig. 26 ist die gleiche Primärstrahlerstruktur
noch im Zusammenbau mit einem Sägezahnleitblech mit einer wirksamen Länge von 5,48 λ dargestellt. Die
Abmessungen des Leitbleches, das beispielsweise aus einem versilberten Messingblech von 0,0625 X Stärke
besteht, sind als Dimensionierungsrichtlmie in der Fig. 26 eingetragen. Der erwähnte Abstand zwischen
Primärstrahler undSekundär.strahler beträgt in diesem
Fall etwa 0,156 X. Das zugehörige Strahlungsdiagramm entspricht etwa dem in der Fig. 25 wiedergegebenen,
nur ist die Halbwertsbreite mit 21° geringer. Die Nebenmaxima, die im Strahlungsdiagramm dem
Hauptmaxima benachbart sind, lassen sich mit weiteren etwa parallel verlaufenden Sekundärstrahlerstrukturen
wesentlich \-erringern.
Wie aus dem Vorstehenden ersichtlich, läßt sich durch die als Sekundärstrahler dienenden Leitdrahtoder
Leitblechstrukturen eine wellenführende Wirkung erzielen, die zu einer Steigerung der Strahlungsbündelung durch die Richtantenne und damit des Antennengewinns
eines an sich nicht sonderlich stark bündelnden Primärstrahlers mit Vorteil verwendet
werden können. Dies ist vor allem deshalb leicht möglich, weil die Sekundärstrahlerstrukturen eng benachbart
zueinander angeordnet werden können und wenig Raum beanspruchen. Weiterhin zeigt sich, daß diese
SekundärstrahlerstrUikturen in außerordentlich einfacher Weise auch die Realisierung sonst nur schwierig
zu erzielender besonderer Strahlungsdiagramme von
Claims (8)
1. Richtantenne, insbesondere für sehr kurze elektromagnetische Wellen, bestehend aus einem
Primärstrahler und wenigstens einer damit strahlungsgekoppelten Sekundärstrahlerstruktur, dadurch
gekennzeichnet, daß die Sekundärstrahlerstruktur aus wenigstens einem Leitdraht oder Leitblech
besteht und, zumindest angenähert in der Hauptstrahlungsrichtung der Richtantenne sich erstreckend,
vor der Apertur des Primärstrahlers angeordnet ist.
2. Richtantenne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausbildung der Sekundärstrahlerstruktur
als Leitdraht dieser die Form eines wenigstens angenähert in Richtung des elektrischen
Feldvektors zickzackförmig geführten Drahtes hat.
3. Richtantenne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausbildung der Sekundär-,strahlerstruktur
als Leitdraht dieser die Form einer Flachwendel hat.
4. Richtantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Sekundärstrahlerstruktur
mit einem vorzugsweise in der Längssymmetrieachse verlaufend angeordneten Stützstab versehen ist, der insbesondere aus Metall
besteht.
5. Richtantenne nach einem der Ansprüche 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausbildung
der Sekundärstrahlerstruktur als Leitblech dieses alternierend aufeinanderfolgende Erweiterungen
und Einschnürungen in der Breitenabmessung hat.
6. Richtantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 5. dadurch gekennzeichnet, daß die Leitdrähte
oder Leitbleche in einem dielektrischen Stützkörper eingeschlossen sind, der insbesondere aus
einem geschäumten Dielektrikum besteht.
7. Richtantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der die Sekundärstrahlerstruktur
bildende Leitdraht oder das entsprechende Leitblech auf einem dielektrischen Träger in Form einer dünnen leitenden
Schicht aufgebracht, beispielsweise aufgedampft oder aufgesprüht ist.
8. Richtantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Sekundärstrahlerstru'ktur
aus mehreren wenigstens angenähert zueinander parallel angeordneten oder unter einem Winkel zueinander verlaufenden Leitdrähten
oder Leitblechen besteht.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
© 909 650/366 11.59
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1069707B true DE1069707B (de) | 1959-11-26 |
Family
ID=594766
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT1069707D Pending DE1069707B (de) | Richtantenne für sehr kurze elektromagnetische Wellen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE1069707B (de) |
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0
- DE DENDAT1069707D patent/DE1069707B/de active Pending
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