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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Antriebssystem für ein an einer übergeordneten Baueinheit angelenktes bewegbares Element, ein bewegbares Element mit einem Antriebssystem sowie die Verwendung eines Antriebssystems.
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Bewegbare Elemente wie Türen oder Klappen für Last- oder Personenkraftwagen, die teilweise ein hohes Eigengewicht besitzen, weisen zum leichteren Öffnen kraftunterstützende Federmittel oder Antriebe auf. Aus dem Stand der Technik sind dazu eine Vielzahl von Ausführungen bekannt. Als kraftunterstützende Federmittel finden beispielsweise Gasfedervarianten oder Federbeine Anwendung. Insbesondere elektrische bzw. elektromechanische Antriebe bieten ein besonders komfortables, teilweise automatisiertes Verfahren der Klappe. Ein elektrischer Antrieb für eine Klappe ist beispielsweise aus der
EP1767439A2 bekannt.
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Gleichzeitig ist es erforderlich, die bewegbaren Elemente mit einem Verriegelungsmechanismus zu versehen, um ein ungewolltes Öffnen zu verhindern. Bekannt sind in diesem Zusammenhang einerseits rein mechanische oder elektromechanische Schlösser, wobei letztere zum Teil mit sogenannten Zuziehhilfen kombiniert sind.
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Andererseits ist aus der
DE102017008267A1 beispielsweise ein Türantrieb mit einer Hebelanordnung bekannt, welche mit einem Elektromotor und einem Türflügel gekoppelt ist. Die Hebelanordnung weist eine erste und eine zweite Übertotpunktlage auf, wobei durch die zweite Übertotpunktlage ein Einbruchs- und Diebstahlschutz ermöglicht werden kann. Nachteilig ist hier insbesondere die aufwendige und bauraumintensive Ausgestaltung.
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Die Aufgabe der Erfindung ist es, mit einfachen Mitteln ein automatisiertes Verfahren eines an einer übergeordneten Baueinheit angelenkten bewegbaren Elements und gleichzeitig eine sichere, robuste und kostengünstige Verriegelung des Elements an der übergeordneten Baueinheit zu ermöglichen.
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Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe in Hinblick auf das Antriebssystem durch den Gegenstand des Patentanspruchs 1 gelöst.
Konkret wird die Aufgabe gelöst durch ein Antriebssystem für ein an einer übergeordneten Baueinheit angelenktes bewegbares Element, mit einem elektrischen Antrieb zum automatisierten Verfahren des bewegbaren Elements, wobei der elektrische Antrieb wenigstens ein feststehendes, mit dem bewegbaren Element oder der übergeordneten Baueinheit gelenkig verbundenes Antriebsbauteil sowie ein zum feststehenden Antriebsbauteil relativ bewegbares Antriebsbauteil aufweist, wobei das bewegbare Element beim Ausfahren des Antriebs geöffnet und beim Einfahren des Antriebs geschlossen wird. Weiter weist das Antriebssystem einen mittels des Antriebs betätigbaren Verriegelungsmechanismus zur Verriegelung des bewegbaren Elements am übergeordneten Bauteil auf, wobei der Antrieb zusätzlich als Aktuator für den zumindest teilweise am bewegbaren Element angeordneten Verriegelungsmechanismus vorgesehen ist, welcher beim Durchfahren eines Leerhubes des bewegbaren Antriebsbauteils öffen- bzw. schließbar ist und wenigstens eine Verriegelungskulisse sowie ein Verriegelungselement aufweist.
Die Verriegelungskulisse ist mit der übergeordneten Baueinheit bzw. dem bewegten Element direkt oder indirekt verbunden vorgesehen und weist eine Verriegelungskontur auf, in welche das mit dem bewegbaren Antriebsbauteil bzw. der übergeordneten Baueinheit verbundene Verriegelungselement zur Verriegelung des bewegbaren Elements eingreifbar ausgebildet ist.
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Das bewegbare Element ist beispielsweise eine Klappe, Tür oder ein sonstiges klappbares Element für ein Kraftfahrzeug oder eine andere übergeordnete Baueinheit.
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Die Erfindung erlaubt einen elektrischen bzw. elektromechanischen Antrieb, welcher in erster Linie für das Verfahren des bewegbaren Elements in eine Öffnungs- und eine Schließposition verwendet wird, zusätzlich als passives Element zum Ansteuern einer Verriegelung des bewegbaren Elements vorzusehen. Damit kann ein separater Verriegelungs-Aktuator mit separatem Steuergerät eingespart werden und es entsteht ein kostengünstiges, bauraumverbessertes Gesamtsystem für ein bewegbares Element. Gleichzeitig kann eine innenseitige Verriegelung in einfacher und kostengünstiger Weise realisiert werden.
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Die mit der Verriegelungskontur ausgebildete Verriegelungskulisse erlaubt eine sichere Verriegelung. Gleichzeitig ist diese in einfacher Weise ausbildbar, so dass eine aufwendige Ausgestaltung mit geringem Bauraumbedarf möglich ist.
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In vorteilhafter Ausführung der Erfindung ist die Verriegelungskulisse als ein mit dem übergeordneten Bauteil verbundener Verriegelungsbügel mit der Verriegelungskontur ausgebildet. Der Verriegelungsbügel, welcher eine einfache und gleichzeitig robuste Ausgestaltung ermöglicht, kann dabei direkt oder indirekt mit der übergeordneten Baueinheit verbunden sein.
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Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform kann das Verriegelungselement als ein mit dem bewegbaren Antriebsbauteil verbundenen Verriegelungsstift ausgebildet sein. Die Stiftform erlaubt die Verwendung eines kostengünstigen Standardbauteils.
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Dabei kann der Verriegelungsstift vorzugsweise derart mittig an dem bewegbaren Antriebsbauteil befestigt vorgesehen sein, dass beide Enden in die Verriegelungskontur des Verriegelungsbügels eingreifbar sind. Die Verriegelung kann hierdurch auch bei bewegbaren Elementen sichergestellt werden, die ein hohes Eigengewicht aufweisen oder großflächig ausgebildet sind.
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Eine besonders einfache und sichere Führung in eine Verriegelungsposition kann dadurch erzielt werden, dass zur gelenkigen Verbindung des bewegbaren Antriebsbauteils mit dem bewegbaren Element ein gelenkig an dem bewegbaren Element direkt oder indirekt angebundenes Gelenkauge mit einem Langloch vorgesehen ist, wobei das Verriegelungselement in dem Langloch des Gelenkauges geführt vorgesehen ist.
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Gemäß einer anderen, vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann das Verriegelungselement als ein exzentrisch an dem bewegbaren Element gelagerter Drehriegel ausgebildet und mit dem bewegbaren Antriebsbauteils gelenkig verbunden vorgesehen sein, wobei die Verriegelungskulisse als ein mit der übergeordneten Baueinheit verbundener Anschlag ausgebildet ist, an welchem ein am Drehriegel ausgebildeter Nocken in einer eingefahrenen Endposition des Antriebs anschlagbar ist. Das Verriegelungselement ist einfach ausgebildet und erlaubt eine zuverlässige und robuste Verriegelung in der Verriegelungsposition des bewegbaren Elements. Der Drehriegel weist vorzugsweise einen Vorsprung auf, welcher zur Drehwinkelbegrenzung des Verriegelungselements vorgesehen ist.
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Gemäß einer alternativen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann das Verriegelungselement als ein mit der übergeordneten Baueinheit verbundener Fangbolzen und die Verriegelungskulisse als Lasche ausgebildet sein, in welche der Fangbolzen zur Verriegelung eingreifbar vorgesehen ist, wobei das bewegbare Element in der übergeordneten Baueinheit in vertikaler Richtung verschiebbar ausgebildet ist und in einem Endbereich des Einfahrens des Antriebs in eine Verriegelungsposition und bei Ausfahren des Antriebs in eine Öffnungsposition verfahrbar ist. Diese Ausgestaltung der Erfindung erlaubt eine besonders einfache Anbindung des Antriebs an dem bewegbaren Element. Gleichzeitig kann der Verriegelungsmechanismus einfach ausgestaltet sein.
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Vorzugsweise weist das übergeordnete Bauteil vertikal ausgerichtete Langlöcher auf, wodurch die vertikale Verschiebung des bewegbaren Elements in einfacher Weise mit einer Gelenkeinheit ausgebildet werden kann.
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Gemäß einer anderen, vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann das Verriegelungselement mehrteilig ausgebildet sein und wenigstens zwei räumlich voneinander an der Klappe positionierte Betätigungselemente aufweisen. Diese Ausbildung erlaubt eine besonders flexible Anpassung an gegebene Bauraumpositionen.
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Vorzugsweise kann dabei das Verriegelungselement ein erstes und ein zweites Betätigungselement aufweisen, wobei das erste Betätigungselement an der Klappe drehbar gelagert und mit dem bewegbaren Antriebsbauteil gelenkig verbunden vorgesehen ist und das zweite Betätigungselement einen mittels des ersten Betätigungselements betätigbaren, an dem bewegbaren Element drehbar gelagerten Riegel umfasst, welcher in eine als Lasche ausgebildete Verriegelungskulisse in einer eingefahrenen Endposition des Antriebs eingreifen kann.
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Gemäß einer vorteilhaften Ausbildung der Erfindung kann die Verriegelungskulisse mittels des Antriebs in eine Verriegelungsposition verfahrbar sein, in welcher das Verriegelungselement in eine Verriegelungskontur der Verriegelungskulisse eingreift.
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Vorzugsweise kann die Verriegelungskulisse ohne Betätigung des elektrischen Antriebs außer Eingriff mit dem Verriegelungselement bringbar ausgebildet vorgesehen sein. Hierdurch ist es möglich, in einfacher Weise eine zusätzliche Entriegelung vorzusehen. Diese kann als zusätzliche, händische Entriegelung vorgesehen sein.
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Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführung ist dabei die Verriegelungskulisse in eine erste Position, in welcher sie mit dem Verriegelungselement in Eingriff bringbar ist, und eine zweite Position, in welcher sie außer Eingriff mit dem Verriegelungselement ist, bringbar vorgesehen.
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Vorzugsweise ist ein Vorspannelement vorgesehen, mittels welchem der Verriegelungsbügel bzw. die Verriegelungskontur in der erste Position gehalten vorgesehen ist. Mittels des Vorspannelements kann der Verriegelungsbügel nach der Betätigung wieder selbsttätig in die erste Position zurückgestellt werden.
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Die Verriegelungskulisse kann mehrteilig ausgebildet sein und wenigstens den Verriegelungsbügel umfassend die Verriegelungskontur sowie ein weiteres Bügelelement aufweisen, wobei das weitere Bügelelement an der übergeordneten Baueinheit angeordnet ist.
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In besonders bevorzugter Weiterbildung der Erfindung ist der Verriegelungsbügel an dem weiteren Bügelelement geführt und relativ zu dem weiteren Bügelelement verschiebbar ausgebildet. Der Verriegelungsmechanismus ist hierdurch besonders robust ausgebildet. Die Führung des Verriegelungsbügels erlaubt dabei eine zuverlässige Betätigung ohne Betätigung des elektrischen Antriebs.
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Die Erfindung betrifft weiter ein bewegbares Element mit einem Antriebssystem. Das Antriebssystem kann das bewegbare Element wie zuvor beschrieben mit einfachen Mitteln automatisiert verfahren und gleichzeitig zuverlässig verriegeln.
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Die Erfindung betrifft eine Verwendung eines Antriebssystems zum automatisierten Verfahren eines bewegbaren Elements, wobei das bewegbare Element insbesondere eine Kraftfahrzeugklappe, eine Kraftfahrzeugtür, eine Haube oder ein einklappbarer Tisch ist.
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Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden anhand mehrerer Ausführungsbeispiele beschrieben werden. Gleiche oder gleichartige Bauteile sind mit demselben Bezugszeichen versehen. Die Zeichnungen, die Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann wird die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen. Einzelne oder mehrere Ausführungsbeispiele können also vorteilhafterweise miteinander kombiniert werden.
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Es stellt dar:
- 1 eine räumliche Darstellung eines Modells eines bewegbaren Elements mit einem ersten Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Antriebssystems in geöffneter Stellung;
- 2 einen Ausschnitt des Antriebssystems aus 1 bei geschlossener Verriegelung;
- 3 den Ausschnitt des Antriebssystems aus 2 bei geöffneter Verriegelung;
- 4 eine räumliche Darstellung eines Modells eines bewegbaren Elements mit einem zweiten Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Antriebssystems in geöffneter Stellung;
- 5 einen Ausschnitt des Antriebssystems aus 4 bei geschlossener Verriegelung;
- 6 den Ausschnitt des Antriebssystems aus 5 bei geöffneter Verriegelung;
- 7 eine räumliche Darstellung eines Modells eines bewegbaren Elements mit einem dritten Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Antriebssystems in geöffneter Stellung;
- 8 einen Ausschnitt des Antriebssystems aus 7 bei geschlossener Verriegelung;
- 9 den Ausschnitt des Antriebssystems aus 8 bei geöffneter Verriegelung;
- 10 eine räumliche Darstellung eines Modells eines bewegbaren Elements mit einem vierten Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Antriebssystems in geöffneter Stellung;
- 11 einen Ausschnitt des Antriebssystems aus 10 bei geschlossener Verriegelung;
- 12 den Ausschnitt des Antriebssystems aus 5 bei geöffneter Verriegelung;
- 13 den Ausschnitt eines fünften Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Antriebssystems bei geöffneter Verriegelung;
- 14 eine räumliche Darstellung eines Verriegelungsmechanismus eines weiteren Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Antriebssystems;
- 15 eine räumliche Darstellung eines Verriegelungsmechanismus eines weiteren Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Antriebssystems in einer ersten Position;
- 16 eine räumliche Darstellung des Verriegelungsmechanismus gemäß 15 in einer zweiten Position;
- 17 eine räumliche Darstellung des Verriegelungsmechanismus gemäß 15 und 16 in einer Öffnungsstellung bei einem automatisierten Verfahren durch den Antrieb;
- 18 eine räumliche Darstellung des Verriegelungsmechanismus gemäß 15 bis 17 in einer weiteren Öffnungsstellung bei einem automatisierten Verfahren durch den Antrieb;
- 19 eine räumliche Darstellung eines Verriegelungsmechanismus eines weiteren Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Antriebssystems;
- 20 eine Seitenansicht des Verriegelungsmechanismus gemäß 19;
- 21 eine räumliche Darstellung eines Verriegelungsmechanismus eines weiteren Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Antriebssystems und
- 22 eine Seitenansicht des Verriegelungsmechanismus gemäß 21.
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Den 1 bis 3 ist ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemä-ßen Antriebssystems 10 für ein bewegbares Element 12 zu entnehmen. Das bewegbare Element 12 kann beispielsweise eine Klappe oder eine Tür eines Personen- oder Lastkraftfahrzeuges sein. Eine mögliche Verwendung des erfindungsgemäßen Antriebssystem kann ferner in der Möbelindustrie erfolgen. Beispielhaft sei die Verwendung für einen klappbaren Tisch erwähnt, der mittels des erfindungsgemäßen Antriebssystems 10 ein- und ausgeklappt sowie an einem Wandgestell oder einer Wand als übergeordnete Baueinheit verriegelt werden kann. Die grundsätzlich ebenso mögliche Verwendung im Maschinenbau und insbesondere bei Maschinenklappen oder Gebäudeklappen sei ebenfalls erwähnt.
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Das bewegbare Element 12, welches in 1 als ein an einem schematisch dargestellten Modell einer übergeordneten Baueinheit 14 angelenktes bewegbares Modell gezeigt ist, kann wie bereits erwähnt beispielsweise eine Heck- oder Motorhauben-Klappe oder eine Seitenklappe für einen Last- oder Personenkraftwagen sein. Die übergeordnete Baueinheit 14 ist in diesem Fall die Karosserie des Kraftfahrzeugs.
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Das Antriebssystem 10 für das bewegbare Element 12 umfasst wenigstens einen elektrischen Antrieb 16 zum automatisierten Verfahren des bewegbaren Elements 12, wobei der Antrieb 16 zusätzlich als Aktuator für einen wenigstens teilweise an dem bewegbaren Element 12 angeordneten Verriegelungsmechanismus 18 vorgesehen ist. Die Erfindung erlaubt also einen elektrischen bzw. elektromechanischen Antrieb 16, welcher in erster Linie für das Verfahren des bewegbaren Element 12 in eine Öffnungs- und eine Schließposition verwendet wird, zusätzlich als passives Element zum Ansteuern einer Verriegelung des bewegbaren Elements 12 vorzusehen. Die Verwendung als Aktuator bedeutet dabei jedoch nicht zwangsläufig, dass der Antrieb 16 direkt mit dem Verriegelungsmechanismus 18 in Verbindung steht, wie aus der nachstehenden Beschreibung einiger Ausführungsbeispiele deutlich wird.
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Der Antrieb 16 ist beispielsweise als Spindelantrieb ausgebildet und weist wenigstens ein feststehendes, mit der übergeordneten Baueinheit 14 gelenkig verbundenes Antriebsbauteil 20 sowie ein zum feststehenden Antriebsbauteil 20 relativ bewegbares, mit dem Verriegelungsmechanismus 18 verbundenes Antriebsbauteil 22 auf. Zusätzlich zum gezeigten Antrieb 16 ist es möglich, ein weiteres Federmittel oder einen weiteren Antrieb zur Kraftunterstützung vorzusehen.
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Das bewegbare Element 12 wird bei einem Ausfahren des Antriebs 16 geöffnet und bei einem Einfahren des Antriebs 16 geschlossen. Der Verriegelungsmechanismus 18 wird dabei bei einem Einfahren des Antriebs 16 derart betätigt, dass das bewegbare Element 12 mittels des Verriegelungsmechanismus 18 verschlossen wird. Dagegen kann bei einem Ausfahren des Antriebs 16 der Verriegelungsmechanismus 18 geöffnet werden.
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Konkret wirkt der Verriegelungsmechanismus 18 derart mit dem elektrischen Antrieb 16 zusammen, dass eine Verriegelung des bewegbaren Elements 12 durch das Einfahren des Antriebs 16 in einem Einfahr-Endbereich und ein Lösen der Verriegelung durch das Ausfahren des Antriebs 16 in einem Ausfahr-Anfangsbereich erfolgt. Dies bedeutet, dass der Verriegelungsmechanismus 18 beim Durchfahren eines Leerhubes des bewegbaren Antriebsbauteils 22 öffen- bzw. schließbar ist.
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Kurz bevor eine eingefahrene Endposition des Antriebs 16 erreicht wird, wird das bewegbare Element 12 in eine geschlossene Position verfahren, in welcher es an einem Anschlag 24 der der übergeordneten Baueinheit 14 zur Anlage kommt.
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Aus den 2 und 3 sind die Stellungen des Verriegelungsmechanismus 18 deutlich zu erkennen. 3 zeigt den geöffneten Verriegelungsmechanismus 18. In dieser Position liegt das bewegbare Element 12 an dem Anschlag 24 der übergeordneten Baueinheit 14 an und der Antrieb 16 ist noch nicht komplett eingefahren, befindet sich also noch nicht in seiner eingefahrenen Endposition. Durch das Durchfahren des Endbereiches wird der Verriegelungsmechanismus 18 in eine Verriegelungsposition verfahren, welche in 2 gezeigt ist. In dieser Position ist das bewegbare Element 12 verriegelt und kann mittels einer Handkraft nicht mehr geöffnet werden. Ein Lösen der Verriegelung erfolgt erst beim Ausfahren des Antriebs 16, d.h. beim Durchfahren des Ausfahr-Anfangsbereiches bzw. des Leerhubs. Beim Durchfahren dieses Bereiches wird zunächst lediglich der Verriegelungsmechanismus 18 geöffnet. Erst ein weiteres Ausfahren des Antriebs 16 öffnet das bewegbare Element 12.
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Der Verriegelungsmechanismus 18 dieser Ausführungsform weist, wie in den 2 und 3 deutlich dargestellt, eine mit der übergeordneten Baueinheit 14 verbundene Verriegelungskulisse 26 sowie ein mit dem relativ bewegbaren Antriebsbauteil 22 verbundenes Verriegelungselement 28 auf. Die Verriegelungskulisse 26 ist in diesem Beispiel als Verriegelungsblech bzw. als Verriegelungsbügel 29 mit einer Verriegelungskontur 30 ausgebildet, in welche das hier beispielsweise als Verriegelungsstift oder Pin ausgebildete Verriegelungselement 28 zur Verriegelung des bewegbaren Elements 12 eingreift.
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Wie den 2 und 3 zu entnehmen ist, ist der Verriegelungsstift derart mittig an dem bewegbaren Antriebsbauteil 22 befestigt, dass beide Enden in die Verriegelungskontur 30 des Verriegelungsbügels 29 eingreifen.
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Die Verriegelungskontur 30 ist beispielhaft als schiefe Ebene ausgebildet, so dass es möglich ist, beim Einfahren des Antriebs 16 eine Vorspannung auf eine nicht dargestellte Dichtung für das bewegbare Element 12 auszuüben und die Abdichtung des bewegbaren Elements 12 sicherzustellen. Andere Konturen sind ebenfalls denkbar. Einführschrägen 36 erleichtern das Einführen des Verriegelungselementes 28 in die Verriegelungskontur 30 der Verriegelungskulisse 26.
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Ein gelenkig an dem bewegbare Element 12 angebundenes Gelenkauge 32 mit einem Langloch 34, indem das Verriegelungselement 28 axial verschiebbar geführt ist, ermöglicht dabei eine einfache und sichere Führung des Verriegelungselementes 28.
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In den 4 bis 6 ist ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Antriebssystems 10 gezeigt, wobei analog zum vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel 4 ein räumliches Modell und den 5 und 6 jeweils ein Ausschnitt des Antriebssystems 10 zu entnehmen ist.
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Bei dem zweiten Ausführungsbeispiel ist das Verriegelungselement 28 im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel als exzentrisch an dem bewegbaren Element 12 gelagerter Drehriegel ausgebildet und mit einem nicht erkennbaren Gelenkauge des bewegbaren Antriebsbauteils 22 verbunden. Die an der übergeordneten Baueinheit 14 angeordnete Verriegelungskulisse 26 ist als Anschlag ausgebildet, an welchem ein am Drehriegel ausgebildeter Nocken 38 mit einer Anschlagfläche 39 in einer eingefahrenen Endposition des Antriebs 16 anschlagbar ist, wie aus 5 hervorgeht, welche eine verriegelte Position des Verriegelungsmechanismus 18 zeigt. Der Anschlag weist hierfür eine entsprechende Gegenanschlagsfläche 41 auf.
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Beim Ausfahren des Antriebs 16 ermöglicht ein am Drehriegel angeordneter Vorsprung 43 eine begrenzte Verdrehung des Drehriegels, welcher an dem bewegbaren Element 12 zur Anlage kommt und so den Leerhub des Antriebs 16 begrenzt.
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In den 7 bis 9 ist ein drittes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Antriebssystems 10 gezeigt, wobei analog zum vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel 7 ein räumliches Modell und den 8 und 9 jeweils ein Ausschnitt des Antriebssystems 10 zu entnehmen ist. Das Verriegelungselement 28 ist in diesem Beispiel als ein mit der übergeordneten Baueinheit 14 verbundener Fangbolzen und die Verriegelungskulisse 26 ist als mit dem bewegbaren Element 12 verbundene Lasche ausgebildet. Der Fangbolzen greift zur Verriegelung in einer eingefahrenen Endposition des Antriebs 16 in die laschenförmige Verriegelungskontur ein. Um die dazu notwendige Relativbewegung zwischen der Lasche und dem Fangbolzen zu ermöglichen, ist in diesem Ausführungsbeispiel das bewegbare Element 12 in Langlöchern 40 der übergeordneten Baueinheit 14 in vertikaler Richtung verschiebbar gelagert. Das heißt, das bewegbare Element 12 ist in einem Endbereich des Einfahrens des Antriebs 16 in eine Verriegelungsposition (8) und bei Ausfahren des Antriebs in eine Öffnungsposition (9) verfahrbar.
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In den 10 bis 12 ist ein viertes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Antriebssystems 10 gezeigt, wobei analog zum vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel 10 ein räumliches Modell und den 11 und 12 jeweils ein Ausschnitt des Antriebssystems 10 zu entnehmen ist.
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Das gezeigte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich zu den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen insbesondere dadurch, dass das Verriegelungselement 28 mehrteilig ausgebildet ist und wenigstens zwei räumlich voneinander an dem bewegbaren Element 12 positionierte Betätigungselemente (hier ein erstes und ein zweites Betätigungselement 42, 44) aufweist. Das erste Betätigungselement 42 ist - wie in den 11 und 12 ersichtlich ist, an dem bewegbaren Element 12 drehbar gelagert und mit einem nicht sichtbaren Gelenkauge des bewegbaren Antriebsbauteils 22 verbunden. Das zweite Betätigungselement 44 umfasst einen mittels des ersten Betätigungselements 42 betätigbaren, an dem bewegbaren Element 12 drehbar gelagerten Riegel 46, welcher in einer eingefahrenen Endposition des Antriebs 16 in eine Verriegelungskulisse 26 mit einer laschenförmigen Verriegelungskontur 30 eingreifbar ist. Die Betätigung des zweiten Betätigungselementes 44 kann beispielsweise in einfacher Weise mittels eines Bowdenzugs 48 erfolgen.
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13 zeigt einen Ausschnitt eines weiteren, fünften Ausführungsbeispiels bei geöffneter Verriegelung. Wie das erste Ausführungsbeispiel gemäß den 1 bis 3 ist ein gelenkig an dem bewegbaren Element 12 angebundenes Gelenkauge 32 mit einem Langloch 34 vorgesehen, in dem ein mit dem verschiebbaren Antriebsteil 22 verbundenes Verriegelungselement 28 axial verschiebbar geführt ist. Im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel ist das Verriegelungselement 28 über ein geeignetes Lager bzw. Gelenk 50 mit einem weiteren Verriegelungselement 52 verbunden. Dieses kann beispielsweise als Stößel ausgebildet sein und ist an dem bewegbaren Element 12 mittels eines Führungselementes 54 geführt vorgesehen. In einer Verriegelungsposition greift das weitere Verriegelungselement 52 in eine geeignete Verriegelungskulisse 56 mit einer nicht im Detail dargestellten Verriegelungskontur am Ende der Klappe 12 ein.
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Ist die Verriegelungskulisse 56 an der übergeordneten Baueinheit 14 angebunden, kann die in 13 gezeigte Verriegelungskulisse 26 auch entfallen. Dabei fungiert das Führungselement 28 lediglich als Verbindungselement.
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Zur Notentriegelung des bewegbaren Elements 12 kann es vorteilhaft sein, wenigstens ein Bauteil des Verriegelungsmechanismus 18 der beschriebenen Ausführungsbeispiele lösbar aus der Verriegelungskulisse vorzusehen. Das Lösen kann beispielsweise manuell erfolgen. Um die Verriegelung wiederherstellen zu können, kann das lösbare Bauteil beispielsweise federkraftbeaufschlagt sein.
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Weitere, nicht dargestellte Ausführungsbeispiele der Erfindung sehen vor, die Verriegelungskulisse beweglich auszubilden. Dabei kann die Verriegelungskulisse an der dem übergeordneten Bauteil 14 bzw. dem bewegbaren Element 12 gleitend geführt angeordnet sein und mittels des Antriebs 16 zwischen einer Verriegelungsposition und einer Öffnungsposition verfahren werden. Ein Verriegelungselement ist entsprechend an dem bewegbaren Element 12 bzw. an der übergeordneten Baueinheit 14 angeordnet und kann beispielsweise als Bolzen ausgebildet sein.
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Um eine Notentriegelung zu realisieren, ist es denkbar, den Bolzen mit Hilfe eines geeigneten Zugmittels aus der Verriegelungskulisse zu lösen. Ist der Bolzen mittels einer Druckfeder in Richtung Verriegelung federkraftbeaufschlagt, kann die Verriegelung über eine geeignete Kontur der Verriegelungskulisse wieder hergestellt werden.
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14 zeigt in räumlicher Darstellung eine Verriegelungskulisse 26 mit einem anliegenden Verriegelungselement 28 eines weiteren, konkreten Ausführungsbeispiels. Wie ersichtlich ist, ist das Verriegelungselement 28 ähnlich wie im zweiten Ausführungsbeispiel als exzentrisch an dem bewegbaren Element 12 gelagerter Drehriegel ausgebildet. Die an der übergeordneten Baueinheit 14 angeordnete Verriegelungskulisse 26 umfasst ein Plattenelement 58 mit einem daran angeordneten Hakenelement 60 als Verriegelungskontur 30. In der geschlossenen Stellung des Antriebs 16 liegt die Anschlagfläche 39 des Drehriegels an der Gegenanschlagsfläche 41 der Verriegelungskulisse 26 an.
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Der am Drehriegel angeformte Vorsprung 43 weist eine Ausnehmung 62, in welcher zur manuellen Entriegelung beispielsweise ein Bowdenzug befestigt werden kann.
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Den 15 bis 18 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel in verschiedenen Stellungen eines Verriegelungsmechanismus 18 zu entnehmen, welches sich zum ersten Ausführungsbeispiel darin unterscheidet, dass das die Verrieglungskulisse 26 mehrteilig ausgebildet ist und wenigstens einen Verriegelungsbügel 29 umfassend die Verriegelungskontur 30 sowie ein weiteres Bügelelement 64 aufweist. Das weitere Bügelelement 64 ist zur Befestigung an der übergeordneten Baueinheit 14 vorgesehen.
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Die Verriegelungskulisse 26 dieser Ausführungsform weist eine erste und eine zweite Position auf, wobei sich der Verriegelungsbügel 29 mit der Verriegelungskontur 30 relativ zum weiteren Bügelelement 64 begrenzt verschieben kann.
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Die erste Position ist in 15 dargestellt, in welcher sich das Verriegelungselement 28 in Eingriff mit der Verriegelungskontur befindet. Das nicht dargestellte Element 12 ist in dieser Position nicht bewegbar, d.h. verriegelt.
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In der zweiten Position, welche in 16 gezeigt ist, ist der Verriegelungsbügel 29 in der Zeichnung nach oben verschoben dargestellt. Diese zweite Position ermöglich eine Bewegung des bewegbaren Elements 12, da das Verriegelungselement 28 nicht mehr in die Verriegelungskontur 30 eingreift. Die Verschiebung des Verriegelungsbügels 29 ist ohne Betätigung des elektrischen Antriebs 16 dadurch möglich, dass nicht dargestellte Zugmittel an einem bolzenartigen Führungselement 66 angreifen, welches mit einem oberen und einem unteren Ende 68, 70 am Verriegelungsbügel 29 befestigt ist.
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Wie 16 zu entnehmen ist, ist durchragt das Führungselement 66 rückseitige Führungslaschen 72 des weiteren Bügelelements 64, welches den Verriegelungsbügel 29 beidseitig mit seitlichen Führungslaschen 74 umgreift.
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Die seitlichen Führungslaschen 74 drängen bei einer Betätigung des Verriegelungsbügels 29 die Enden des pinförmigen Verriegelungselements 28 aus der Verrieglungskontur heraus und ermöglichen so eine Öffnung des Verriegelungsmechanismus 18 ohne Betätigung des Antriebs 18.
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Ein Vorspannelement 76 in Form einer Druckfeder ist zwischen einer unteren rückseitigen Führungslasche 72 des weiteren Bügelelements 64 und dem zweiten, unteren Ende 70 angeordnet und spannt den Verriegelungsbügel 29 in Richtung seiner ersten Position (15) vor. Das Vorspannelement 76 wird bei Verschiebung des Verriegelungsbügels 29 in der Zeichnung nach oben zusammengedrängt, so dass nach einer Betätigung der Verriegelungsbügel 29 aus der zweiten Position in die erste Position zurückgestellt wird.
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Den 17 und 18 sind zwei Öffnungsstellungen bei einem automatisierten Verfahren durch den Antrieb 16 zu entnehmen.
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Zwei weitere Ausführungsbeispiele, welche einen Verriegelungsmechanismus 18 insbesondere für einen klappbaren Tisch zeigen, sind den 19 bis 21 zu entnehmen.
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Wie ersichtlich ist, weist der Verriegelungsmechanismus 18 jeweils ein pinförmiges Verriegelungselement 28 auf, welches ähnlich den in den 1 bis 3 sowie 15 bis 18 dargestellten Ausführungsbeispielen in einem Gelenkauge 32 bewegbar ist.
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Die Verriegelungskulisse 26 des in den 19 und 20 dargestellten Ausführungsbeispiels ist plattenförmig ausgebildet und an der übergeordneten Baueinheit 14 befestigt. Die übergeordnete Baueinheit 14 ist in diesem Fall beispielsweise ein an einer Wand befestigtes Gestell, welches der Anlenkung des klappbaren Tisches und seiner Verriegelung dient. An dem Gestell sind Tischbeine befestigt, welche sich gleichzeitig mit der Klappbewegung einer Tischplatte des Tisches manuell oder automatisiert bewegen lassen.
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Der Antrieb 16 ist hier konkret in einer nicht dargestellten Mechanik des Tisches derart angeordnet, dass ein Ausfahren des Antriebs 16 das Ausklappen der Mechanik und der Tischplatte zur Folge hat. Beim Einfahren des Antriebs 16 klappt der Tisch ein und wird in der eingefahrenen Endposition des Antriebs 16 verriegelt.
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Eine eingeklappte Tischposition entspricht einer geschlossenen Position bzw. Verriegelungsposition eines Tür- oder Klappenelements. Eine ausgeklappte Tischposition entspricht dagegen einer geöffneten Position bzw. einer Öffnungsposition eines Tür- oder Klappenelements.
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Die Verrieglungskulisse 26 weist ein, vorzugsweise zwei federbeaufschlage Schnappelemente 78 als Verrieglungskontur 30 auf, welche beim Einfahren eingedrückt werden können.
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21 und 22 sind ein letztes Ausführungsbeispiel zu entnehmen, welches sich zum vorstehenden Ausführungsbeispiel gemäß den 19 und 20 darin unterscheidet, dass die Verriegelungskulisse 26 in eine Ausnehmung 80 des Gelenkauges 32 eingreifen kann, so dass das Verriegelungselement 28 innerhalb des Gelenkauges 32 mit der Verriegelungskontur 30 verriegelbar ist. Die Verriegelungskontur 30 ist auch in diesem Ausführungsbeispiel ein Schnappelement 78, welches an einer Haltestange als Verriegelungskulisse 26 angeordnet ist.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- EP 1767439A2 [0002]
- DE 102017008267A1 [0004]