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Die Erfindung betrifft ein Pflaster mit einer bielastischen Rückschicht.
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Pflaster mit elastischer oder bielastischer Rückschicht gehören zum Stand der Technik. Beispielsweise beschreibt
US 4 780 168 A eine Wundbandage mit einer planaren Streckungscharakteristik im Bereich von 0,5 bis 10 pounds/inch. Nach
EP 1 009 393 B1 sind jedoch Materialien mit einer derartigen Dehnbarkeit nicht als Rückschicht für Pflaster geeignet. Entweder ist ihre Dehnbarkeit zu gering, so dass sich beim Tragen auf der Haut ein unangenehmes Fremdkörpergefühl einstellt und auch die Gefahr besteht, dass das Pflaster die Bewegungen der Haut nicht ausreichend mitmacht und sich ablösen kann;
EP 1 009 393 B1 (Vergleichsbeispiel 2). Sind die Materialien jedoch sehr dehnbar, so tritt der sogenannte Schüsselbildungs-Effekt auf;
EP 1 009 393 B1 (Vergleichsbeispiel 1). Denn bei der Pflasterherstellung wird zuerst ein bandförmiger Verbund aus bzw. mit den Materialien für Rückschicht, Matrix-Schicht und Schutzschicht hergestellt. Dabei kann das Material der Schutzschicht weniger elastisch sein als das Material der Rückschicht. Wird das bandförmige Material der Rückschicht auf das bandförmige Material der Schutzschicht derart aufgebracht, dass beide Binder die Matrix-Schicht einschließen, so ist das bandförmige Material der Rückschicht infolge angelegter Spannung stärker gestreckt als das Material der Schutzschicht. Wird nun das erhaltene Laminat einem Stanzvorgang unterworfen, um auf dem Band des Schutzschicht-Materials aus dem Band des Rückschicht-Materials einzelne Pflaster zu stanzen, führt die nach dem Stanzen wirkende elastische Rückstellkraft dazu, dass sich in Bandrichtung gegenüberliegende Randbereiche der vereinzelten Pflaster zurückziehen, während quer zur Bandrichtung gegenüberliegende Randbereiche sich nach außen entspannen bzw. ausdehnen können, wobei sich die vereinzelten Pflaster unter Bildung einer Schüssel mehr oder minder aufwerfen können (
EP 1 009 393 B1 Vergleichsbeispiel 1). Dieser unerwünschte Effekt ist umso ausgeprägter, je größer die herzustellenden Produkte sind. Insbesondere längliche Produkte fallen dann nicht plan an, sondern wölben sich infolge der in Längs- und Querrichtung unterschiedlichen Spannungen und Rückstellkräfte bananenförmig auf, was eine Weiterverarbeitung erschwert oder gar unmöglich macht.
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Diese Wanderungen der Randbereiche lassen sich daran erkennen, dass sich die in Bandrichtung gegenüberliegenden Randbereiche jeder Rückschicht hinter die Stanzspur zurückziehen, die das Stanzwerkzeug im Material der Schutzschicht hinterlässt, und dass sich die in Querrichtung gegenüberliegenden Randbereiche über die Stanzspur hinaus schieben und sie verdecken können. Beim Stanzvorgang muss sichergestellt sein, dass die Rückschichten der einzelnen Pflaster einwandfrei aus dem bandförmigen Rückschicht-Material herausgestanzt werden, wobei das Stanzwerkzeug leicht in das bandförmige Schutzschicht-Material eindringt und dort eine die Rückschicht zumindest im Moment des Stanzvorgangs eng umlaufende Spur hinterlässt. Dieses Eindringen des Stanzwerkzeugs in die Schutzschicht ist für die mechanischen Eigenschaften der Schutzschicht vernachlässigbar, führt also nicht dazu, dass die Schutzschicht beim späteren Abtrennen an der Spur reißt.
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So schlägt
EP 1 009 393 B1 ein Pflaster mit einer wiederablösbaren Schutzschicht, einer haftklebenden Reservoirschicht und einer gegebenenfalls haftkleberbeschichteten Rückschicht aus einem unidirektional und vorzugsweise längselastischen Material vor, das eine Elastizität von mindestens 20% aufweist.
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Ein Pflaster mit einer Rückschicht mit planarer Streckungscharakteristik oder mit einer bielastischen Rückschicht ist jedoch insofern vorzuziehen, als es den Bewegungen der Haut besser folgt.
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Die Erfindung betrifft nun ein Pflaster
- (a) mit einer gegebenenfalls haftkleber-beschichteten bielastischen Rückschicht (Overtape),
- (b) mit einer Deckschicht,
- (c1) mit einer haftklebenden Matrix-Schicht und einer fakultativen haftklebenden Klebemittel-Schicht oder
- (c2) mit einer nicht-haftklebenden Matrix-Schicht und einer haftklebenden Klebemittel-Schicht und
- (d) mit einer wiederablösbaren Schutzschicht,
wobei eine in der Schutzschicht matrixseitig ausgebildete Kerbe oder Nut die Rückschicht nahezu nahezu deckungsgleich oder nahezu passgenau oder passgenau umreißt.
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Die in der Schutzschicht ausgebildete Kerbe oder Nut kann in sich geschlossen oder in Form von miteinander fluchtenden Kerb-Abschnitten vorgesehen sein, die die Rückschicht nahezu passgenau oder passgenau umreißen.
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Ebenso betrifft die Erfindung ein Pflaster
- (a) mit einer gegebenenfalls haftkleber-beschichteten bielastischen Rückschicht,
- (b1) mit einer haftklebenden Matrix-Schicht und einer fakultativen haftklebenden Klebemittel-Schicht oder
- (b2) mit einer nicht-haftklebenden Matrix-Schicht und einer haftklebenden Klebemittel-Schicht und
- (c) mit einer wiederablösbaren Schutzschicht,
wobei eine in der Schutzschicht matrixseitig ausgebildete Kerbe oder Nut die Rückschicht nahezu nahezu deckungsgleich oder nahezu passgenau oder passgenau umreißt.
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Die in der Schutzschicht ausgebildete Kerbe oder Nut kann in sich geschlossen oder in Form von miteinander fluchtenden Kerb-Abschnitten vorgesehen sein, die die Rückschicht bzw. deren Rand nahezu deckungsgleich oder nahezu passgenau oder passgenau umreißen.
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Ebenso wir die in der Schutzschicht matrixseitig ausgebildete Kerbe oder Nut die Rückschicht bzw. deren Rand nahezu deckungsgleich oder nahezu passgenau oder passgenau umreißen kann, kann sie bei dem erfindungsgemäßen Pflaster auch in Form aufeinander folgender, nicht notwendig miteinander verbundener Kerbabschnitte vorgesehen sein, die die Rückschicht abschnittsweise einrahmen können. Oder die Kerbe oder Nut kann nur einen Abschnitt des Randes der Rückschicht begleiten.
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Bei dieser Kerbe oder Nut handelt es sich um die Spur, die das Stanzwerkzeug beim Ausstanzen der einzelnen Rückschichten aus einem bandförmigen Verbund hinterlässt, der die Materialien der Schutzschicht und der Rückschicht umfasst.
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Wenn die gegebenenfalls in sich geschlossene Kerbe oder Nut die Rückschicht nahezu deckungsgleich oder nahezu passgenau oder passgenau umreißt, hat die Rückschicht beim Ausstanzen nicht unter Spannung gestanden, so dass sie sich beim oder nach dem Ausstanzen nicht entspannen musste.
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So kann bei dem erfindungsgemäßen Pflaster
- – die Distanz zweier sich gegenüberliegenden Ränder oder Randabschnitte der Rückschicht um nicht mehr als 5, insbesondere 3, vorzugsweise 1% und insbesondere 0,5% von der Distanz der zu ihnen parallelen Kerben oder Kerbabschnitte abweichen oder
- – die Distanz zweier sich gegenüberliegender Ränder oder Randabschnitte der Rückschicht kann von der Distanz zwischen Kerbe und abgewandtem Rand bzw. Randabschnitt der Rückschicht, sofern nur eine Kerbe vorgesehen ist, die den der Kerbe zugewandten Rand bzw. Randabschnitt der Rückschicht begleitet, um nicht mehr als 5, insbesondere 3, vorzugsweise 1% und insbesondere 0,5% von der Distanz der zu ihnen parallelen Kerben oder Kerbabschnitte abweichen.
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Wenn bei einem Pflaster infolge einer geringfügigen Entspannung der Rückschicht die Distanz zweier sich gegenüberliegender Ränder oder Randabschnitte der Rückschicht um nicht mehr als 5, insbesondere 3, vorzugsweise 1% und insbesondere 0,5% von der Distanz der zu ihnen parallelen Kerben oder Kerbabschnitte abweicht, wird ein derartiges Pflaster noch als erfindungsgemäß angesehen. Bei einem derartigen Pflaster liegt erfindungsgemäß nahezu Passgenauigkeit vor. Diese Werte werden erfindungsgemäß durchgehend bei einer Fließbandproduktion von mehr als 100, vorzugsweise mehr als 1.000, insbesondere mehr als 10.000 und vor allem mehr als 100.000 Pflastern erreicht.
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Diese Werte gelten auch für Abweichungen zwischen der Distanz zweier sich gegenüberliegender Ränder bzw. Randabschnitte der Rückschicht von der Distanz zwischen Kerbe und abgewandtem Rand bzw. Randabschnitt der Rückschicht, sofern nur eine Kerbe vorgesehen ist, die den der Kerbe zugewandten Rand bzw. Randabschnitt der Rückschicht begleitet, jedoch die Rückschicht nicht umläuft.
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Ebenso betrifft die Erfindung ein Pflaster
- (a) mit einer obligatorischen gegebenenfalls haftkleber-beschichteten bielastischen Rückschicht (Overtape),
- (b) mit einer obligatorischen Deckschicht,
- (c1) mit einer haftklebenden Matrix-Schicht und einer fakultativen haftklebenden Klebemittel-Schicht oder
- (c2) mit einer nicht-haftklebenden Matrix-Schicht und einer haftklebenden Klebemittel-Schicht und
- (d) mit einer obligatorischen wiederablösbaren Schutzschicht,
wobei die Elastizität der bielastischen Rückschicht in zwei voneinander verschiedenen Richtungen mindestens 10% beträgt (gemessen nach DIN 61632).
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Ebenso betrifft die Erfindung ein Pflaster
- (a) mit einer obligatorischen gegebenenfalls haftkleber-beschichteten bielastischen Rückschicht,
- (b1) mit einer haftklebenden Matrix-Schicht und einer fakultativen haftklebenden Klebemittel-Schicht oder
- (b2) mit einer nicht-haftklebenden Matrix-Schicht und einer haftklebenden Klebemittel-Schicht und
- (c) mit einer obligatorischen wiederablösbaren Schutzschicht,
wobei die Elastizität der bielastischen Rückschicht in zwei voneinander verschiedenen Richtungen mindestens als 10% beträgt (gemessen nach DIN 61632).
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Eine Rückschicht ist bielastisch, wenn sie in zwei verschiedenen (insbesondere orthogonalen) Richtungen in nicht nur unwesentlichem Umfang elastisches Verhalten zeigt.
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Eine Rückschicht, die ein Gewebe oder einen textilen Stoff umfassen kann, ist bielastisch, wenn sie beispielsweise sowohl in Richtung parallel zum Schuss oder zum Schussfaden als auch in Richtung parallel zur Kette oder zum Kettfaden in nicht nur unwesentlichem Umfang elastisches Verhalten zeigt. Eine Rückschicht, die aus einem ursprünglich bandförmigen oder rechteckigen Material gebildet ist, ist bielastisch, wenn sie beispielsweise sowohl in Richtung parallel zu einer Längskante des bandförmigen oder rechteckigen Materials als auch in Richtung senkrecht dazu in nicht nur unwesentlichem Umfang elastisches Verhalten zeigt.
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Ebenso ist eine Rückschicht, die ein Gewebe oder einen textilen Stoff umfassen kann, bielastisch, wenn sie beispielsweise in zwei voneinander verschiedenen Richtungen in nicht nur unwesentlichem Umfang elastisches Verhalten zeigt, und diese beiden voneinander verschiedenen Richtungen schräg oder geneigt zu den Richtungen von Kette und Schuss verlaufen oder wenn diese beiden voneinander verschiedenen Richtungen weder parallel zu einer Längskante des bandförmigen oder rechteckigen Materials als auch in Richtung senkrecht dazu verlaufen. Sie können zu der Längskante als auch zur Richtung senkrecht dazu schräg oder geneigt sein.
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Eine Rückschicht ist insbesondere dann bielastisch, wenn sich ihre Reißdehnung in zwei verschiedenen Richtungen um nicht mehr als einen Faktor 2 unterscheidet und wenn sich ihr Elestizitätsmodul in zwei verschiedenen Richtungen um nicht mehr als einen Faktor 2 unterscheidet.
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Eine Rückschicht zeigt in nicht nur unwesentlichem Umfang elastisches Verhalten, wenn ihre Reißdehnung mindestens 30 Prozent, vorzugsweise mehr als 30 Prozent und insbesondere mindestene 60 Prozent beträgt und/oder wenn nach einer Dehnung der Rückschicht auf 12/10 (zwölf Zehntel) ihrer ursprünglichen linearen Abmesung und Wegfall der dehnenden Kraft bzw. Spannung höchstens 11/10 (elf Zehntel) ihrer ursprünglichen linearen Abmessung verbleiben.
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Beispielsweise gemäß
EP 1 009 393 B1 ([0012] und [0013]) lässt sich Elastizität nach
DIN 60 000,
DIN 61 632 (April 1985) oder
DIN 61 632 (Dezember 2009) messen.
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In DIN 61 632:1985-04 (DIN 61 632 in der Fassung von April 1985) oder DIN 61 632:2009-12 (DIN 61 632 in der Fassung von Dezember 2009) ist eine Messvorschrift zur Bestimmung der Dehnung epsilon_ges für Idealbinden angegeben, die auch auf die erfindungsgemäß verwendete bielastische Rückschicht anwendbar ist.
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Die gemäß DIN 61 632:1985-04 oder DIN 61 632:2009-12 gemessene Dehnung epsilon_ges der bielastischen Rückschicht sollte in zwei voneinander verschiedenen Richtungen mindestens 10% betragen. Die Dehnung epsilon_ges kann in allen Richtungen oder in den zwei voneinander verschiedenen Richtungen dieselbe sein. Die Dehnung epsilon_ges kann aber auch in den beiden voneinander verschiedenen Richtungen verschieden sein. So kann sie in mindestens einer dieser beiden voneinander verschiedenen Richtungen mindestens 30% und insbesondere 35 bis 150%, insbesondere 35 bis 80%, insbesondere 40 bis 70% und vorzugsweise 44 bis 56% betragen.
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Bei einer Rückschicht, die ein Gewebe oder einen textilen Stoff umfassen kann, kann beispielsweise die Dehnung epsilon_ges sowohl in Richtung parallel zum Schuss oder zum Schussfaden als auch in Richtung parallel zur Kette oder zum Kettfaden mindestens 10% betragen, wobei sie in Schussrichtung größer als in Richtung der Kette sein kann.
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Bei einer Rückschicht, die aus einem ursprünglich bandförmigen oder rechteckigen Material gebildet ist, kann beispielsweise die Dehnung epsilon_ges sowohl in Richtung parallel zu einer Längskante des ursprünglich bandförmigen oder rechteckigen Materials als auch in Richtung senkrecht dazu mindestens 10% betragen, wobei sie in Richtung senkrecht zur Längskante größer sein kann.
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Ferner kann bei einer Rückschicht, die aus einem ursprünglich bandförmigen oder rechteckigen Material gebildet ist, die Dehnung epsilon_ges sowohl in Richtung parallel zu einer Längskante des ursprünglich bandförmigen oder rechteckigen Materials als auch in Richtung senkrecht dazu weniger als 10% betragen, sofern die Dehnung epsilon_ges in zwei voneinander verschiedenen Richtungen mindestens 10% beträgt, die sowohl zu der Längskante als auch zur Richtung senkrecht oder quer dazu schräg oder geneigt sind. Gegenüber der Längskante oder quer dazu kann diese Neigung für mindestens eine der beiden voneinander verschiedenen Richtungen bis 45 Grad betragen. So können die beiden voneinander verschiedenen Richtungen in Bezug auf die Längskante und quer dazu diagonal verlaufen.
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Bei dieser Ausführungsform kann die Rückschicht in Richtung parallel und quer zu einer Längskante des ursprünglich bandförmigen oder rechteckigen Materials unelastisches Verhalten zeigen, während sie in zwei anderen und voneinander unabhängigen Richtungen mindestens 10%, vorzugsweise mindestens 30% und insbesondere 35 bis 150%, insbesondere 35 bis 80%, insbesondere 40 bis 70% und vorzugsweise 44 bis 56% betragen kann.
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Auch erfindungsgemäße Pflaster mit diesen Merkmalen bieten vollen Tragekomfort, da sie bielastisch sind.
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Bei dem erfindungsgemäßen Pflaster kann die bielastische Rückschicht die Matrix-Schicht samt Deckschicht auf der Schutzschicht allseitig abdecken oder die bielastische Rückschicht kann die Matrix-Schicht auf der Schutzschicht bedecken oder allseitig abdecken.
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Das erfindungsgemäße Pflaster kann ein Schutzpflaster, ein Wundpflaster, ein kosmetisches Pflaster oder ein transdermales und insbesondere therapeutisches Pflaster sein. Als kosmetisches Pflaster oder als transdermales und insbesondere therapeutisches Pflaster kann die Matrix-Schicht Wirkstoffe enthalten.
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Das Material der bielastischen Rückschicht kann ein Faden- oder Filament-Material, beispielsweise ein bielastisches Gewebe, ein bielastisches Gewirke, ein bielastischer textiler Stoff, ein bielastisches Vlies, es kann eine gegebenenfalls offenporige bielastische Schaumfolie oder eine bielastische Folie sein, die wirkstoffundurchlässig sein können. Beispiele für derartige Materialien sind
EP 1 009 393 B1 ([0017]) zu entnehmen.
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Die bielastische Rückschicht kann aus einem Faden- oder Filament-Material aus Polyester oder Polyurethan bestehen, insbesondere Polyethylenterephthalat. Die bielastische Rückschicht kann beispielsweise eine Folie aus Polyester, Polyurethan, Nylon oder Kevlar sein.
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Die bielastische Rückschicht kann aus Polyethylenterephthalat eines Flächengewichts von 60 bis 150, insbesondere 70 bis 140, vorzugsweise 100 bis 140 und besonders bevorzugt 120 bis 140 g/m2 bestehen.
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Die bielastischen Rückschicht kann aus Polyethylenterephthalat einer Dicke von 0,01 bis 1,00, insbesondere 0,25 bis 0,75 und insbesondere etwa 0,5 mm bestehen, gemessen jeweils vorzugsweise ungestreckt.
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Sofern das erfindungsgemäße Pflaster zusätzlich zur Rückschicht eine Deckschicht aufweist, kann das Material der Deckschicht dasselbe Material sein wie das der Rückschicht und vorzugsweise wirkstoffundurchlässig sein oder es kann dasselbe Material wie das der wiederablösbaren Schutzschicht sein.
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Bei dem Material der wiederablösbaren Schutzschicht bzw. Abziehfolie kann es sich um Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Polyester handeln, insbesondere Polyethylenterephthalat.
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Die wiederablösbare Schutzschicht sollte die Rückschicht allseitig überragen.
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Insbesondere ein erfindungsgemäßes Pflaster lasst sich dadurch herstellen, dass ein Band des bielastischen Rückschicht-Materials nicht unter Spannung bzw. spannungsfrei auf einem Band des Schutzschicht-Materials oder auf einem Verbund abgelegt wird, der das Band des Schutzschicht-Materials umfasst.
- – Die Deckschicht, die haftklebende Matrix-Schicht und die fakultative haftklebende Klebemittel-Schicht bzw.
- – die Deckschicht, die nicht-haftklebende Matrix-Schicht und die haftklebende Klebemittel-Schicht bzw.
- – die haftklebende Matrix-Schicht und die fakultative haftklebende Klebemittel-Schicht bzw.
- – die nicht-haftklebende Matrix-Schicht und die haftklebende Klebemittel-Schicht können mit dem Band des bielastischen Rückschicht-Materials oder mit dem Band des wiederablösbaren Schutzschicht-Materials vorgesehen werden. Sie können dabei in Form von Bändern oder Kernen vorgesehen werden.
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So kann ein Band des bielastischen Rückschicht-Materials mit Hilfe einer Vakuumwalze aufgebracht werden, die das Band des Rückschicht-Materials spannungsfrei auf dem Band des Schutzschicht-Materials oder auf einem Verbund ablegt, der das Band des Schutzschicht-Materials umfasst. Dabei kann sich die Oberflächenstruktur der Walze auf dem Rückschicht-Material abdrücken, insbesondere deren Vakuum-Kanäle. Ebenso kann sich die Oberflächenstruktur der Walze darin widerspiegeln, dass Klebemittel lokal in die der Walze abgewandte Seite der Rückschicht eingesaugt wird.
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Auch kann ein Band des bielastischen Rückschicht-Materials mit einer unelastischen bzw. starren Stützfolie versehen sein, von der das Rückschicht-Material spannungsfrei auf dem Band des Schutzschicht-Materials oder auf einem Verbund abgelegt werden kann, der das Band des Schutzschicht-Materials umfasst, wobei die Stützfolie als Hilfsfolie verworfen wird. Dabei kann die Stützfolie auf dem Rückschicht-Material Spuren des Mittels hinterlassen, das die beiderseitige Haftung aneinander bewirkte.
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Nachdem das Band des bielastischen Rückschicht-Materials aufgebracht worden ist, können aus dem Band Rückschichten für einzelne Pflaster gestanzt werden.
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Bevor das Band des bielastischen und gegebenenfalls haftkleber-beschichteten Rückschicht-Materials auf oder über dem Band des Schutzschicht-Materials abgelegt wird, können auf das Band des Schutzschicht-Materials Pflasterkerne gespendet worden sein. Diese Pflasterkerne können ein Verbund aus einer gegebenenfalls wirkstoffundurchlässigen Deckschicht oder gegebenenfalls wirkstoffundurchlässigen Trennschicht, aus einer Matrix-Schicht und aus einer fakultativen haftklebenden Klebemittelschicht sein. Danach können aus dem gegebenenfalls haftkleber-beschichteten Band des bielastischen Rückschicht-Materials einzelne Rückschichten derart gestanzt werden, dass die Rückschichten die Deck- bzw. Trennschichten mit ihren Matrix-Schichten auf dem Band des Schutzschicht-Materials allseitig abdecken. Schließlich können aus dem Band des Schutzschicht-Materials einzelne Schutzschichten gestanzt werden, die die Rückschichten allseitig überragen.
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Wird für die Herstellung von erfindungsgemäßen Pflastern mit bielastischer Rückschicht ein bandförmiges Rückschicht-Materal verwendet, das in Längsrichtung bzw. Verarbeitungsrichtung und auch in Querrichtung nicht bielastisch, jedoch in zwei anderen voneinander unabhängigen Richtungen bielastisch ist, kann auf die Benutzung einer Vakuumwalze verzichtet werden.
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Beispiel 1
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Es wurden auf ein Band eines einseitig silikonisierten Schutzschicht-Materials (Polyethylenterephthalat; z. B. Primeliner PET 75 mikro m 1S) Pflasterkerne gespendet. Die Pflasterkerne waren ein Verbund aus einer wirkstoffundurchlässigen Trennschicht bzw. Deckschicht (Polyethylenterephthalat; z. B. Primeliner PET 75 mikro m 1S) und aus einer Matrix-Schicht (z. B. DuroTak 6911A). Danach wurde ein Band aus einem bielastischen Rückschicht-Material (Polyethylenterephthalat; Flächengewicht z. B. ca. 80 g/m2; z. B. PET-Gewebe) mit Hilfe einer Vakuum-Walze auf das Band des Schutzschicht-Materials mit den darauf gespendeten Pflasterkernen aufkaschiert. Aus dem Band des aufkaschierten bielastischen Rückschicht-Materials wurden einzelne Rückschichten derart gestanzt, dass die Rückschichten die Trennschichten mit ihren Matrix-Schichten auf dem Band des Schutzschicht-Materials allseitig abdeckten. Schließlich wurden aus dem Band des Schutzschicht-Materials einzelne Schutzschichten gestanzt, die die Rückschichten allseitig überragten.
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Die Distanz der sich gegenüberliegenden Ränder der Rückschichten wichen um weniger als 0,1% von den zu ihnen parallelen Abschnitten der Kerbe ab, die das Stanzwerkzeug in den Schutzschichten hinterlassen hatte.
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Beispiel 2
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Es wurden auf ein Band eines einseitig silikonisierten Schutzschicht-Materials (Polyethylenterephthalat; z. B. Primeliner PET 75 mikro m 1S) Pflasterkerne gespendet. Die Pflasterkerne waren ein Verbund aus einer wirkstoffundurchlässigen Trennschicht bzw. Deckschicht (Polyethylenterephthalat; z. B. Primeliner PET 75 mikro m 1S) und aus einer Matrix-Schicht (z. B. DuroTak 6911A). Danach wurde ein Band aus einem bielastischen Rückschicht-Material (Polyethylenterephthalat; Flächengewicht z. B. ca. 109 g/m2; z. B. PET-Gewebe) mit Hilfe einer Vakuum-Walze auf das Band des Schutzschicht-Materials mit den darauf gespendeten Pflasterkernen aufkaschiert. Aus dem Band des aufkaschierten bielastischen Rückschicht-Materials wurden einzelne Rückschichten derart gestanzt, dass die Rückschichten die Trennschichten mit ihren Matrix-Schichten auf dem Band des Schutzschicht-Materials allseitig abdeckten. Schließlich wurden aus dem Band des Schutzschicht-Materials einzelne Schutzschichten gestanzt, die die Rückschichten allseitig überragten.
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Die Distanz der sich gegenüberliegenden Ränder der Rückschichten wichen um weniger als 0,1% von den zu ihnen parallelen Abschnitten der Kerbe ab, die das Stanzwerkzeug in den Schutzschichten hinterlassen hatte.
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Beispiel 3
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Es wurden auf ein Band eines einseitig silikonisierten Schutzschicht-Materials (Polyethylenterephthalat; z. B. Primeliner PET 75 mikro m 1S) Pflasterkerne gespendet. Die Pflasterkerne waren ein Verbund aus einer wirkstoffundurchlässigen Trennschicht bzw. Deckschicht (Polyethylenterephthalat; z. B. Primeliner PET 75 mikro m 1S) und aus einer Matrix-Schicht (z. B. DuroTak 6911A). Danach wurde ein Band aus einem bielastischen Rückschicht-Material (Polyethylenterephthalat; Flächengewicht z. B. 130 +/– 20 g/m2; z. B. PET-Gewebe TL 053, Längsdehnung 40–60[%] und Querdehnung größer/gleich 35[%], der Firma Karl Otto Braun/Wolfstein) mit Hilfe einer Vakuum-Walze auf das Band des Schutzschicht-Materials mit den darauf gespendeten Pflasterkernen aufkaschiert. Aus dem Band des aufkaschierten bielastischen Rückschicht-Materials wurden einzelne Rückschichten derart gestanzt, dass die Rückschichten die Trennschichten mit ihren Matrix-Schichten auf dem Band des Schutzschicht-Materials allseitig abdeckten. Schließlich wurden aus dem Band des Schutzschicht-Materials einzelne Schutzschichten gestanzt, die die Rückschichten allseitig überragten.
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Die Distanz der sich gegenüberliegenden Ränder der Rückschichten wichen um weniger als 0,5% von den zu ihnen parallelen Abschnitten der Kerbe ab, die das Stanzwerkzeug in den Schutzschichten hinterlassen hatte.
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Beispiele 4 bis 5
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Es wurden auf ein Band eines einseitig silikonisierten Schutzschicht-Materials (Polyethylenterephthalat; z. B. Primeliner PET 75 mikro m 1S) Pflasterkerne gespendet. Die Pflasterkerne waren ein Verbund aus einer wirkstoffundurchlässigen Trennschicht bzw. Deckschicht (Polyethylenterephthalat; z. B. Primeliner PET 75 mikro m 1S) und aus einer Matrix-Schicht (z. B. DuroTak 6911A). Danach wurde ein Band aus einem bielastischen Rückschicht-Material (Polyethylenterephthalat-Band in Längs- und Querrichtung unelastisch, Dehnung in Richtung der beiden Diagonalen größer/gleich 10% bzw. größer gleich 35%) auf das Band des Schutzschicht-Materials mit den darauf gespendeten Pflasterkernen aufkaschiert. Aus dem Band des aufkaschierten bielastischen Rückschicht-Materials wurden einzelne Rückschichten derart gestanzt, dass die Rückschichten die Trennschichten mit ihren Matrix-Schichten auf dem Band des Schutzschicht-Materials allseitig abdeckten. Schließlich wurden aus dem Band des Schutzschicht-Materials einzelne Schutzschichten gestanzt, die die Rückschichten allseitig überragten.
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Die Distanz der sich gegenüberliegenden Ränder der Rückschichten wichen um weniger als 0,5% von den zu ihnen parallelen Abschnitten der Kerbe ab, die das Stanzwerkzeug in den Schutzschichten hinterlassen hatte.
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Vergleichbeispiel 1
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Es wurde
EP 1 009 393 B1 Vergleichsbeispiel 1 nachgearbeitet. Etwa 50% der hergestellten Pflaster zeigten entweder einen Schüsselbildungseffekt oder die bielastischen Rückschichten hatten sich in Prozessrichtung um mehr als 5% von der Stanzkerbe zurückgezogen.
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Vergleichsbeispiel 2
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Es wurde
EP 1 009 393 B1 Vergleichsbeispiel 1 nachgearbeitet, wobei allerdings wie im erfindungsgemäßen Beispiel 1 das bidirektional elastische Polyestergewebe mit Hilfe einer Vakuumwalze aufgebracht wurde. Ein Schüsselbildungseffekt wurde nicht beobachtet.
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Tests 1 bis 2
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Es wurde die Längsdehnung eines Rückschicht-Materials (Firma Karl Otto Braun/Wolfstein; Polyethylenterephthalat; Flächengewicht 130 +/– 20 g/m2; PET-Gewebe; TL 053/11-C) mit einer Zugkraftprüfmaschine (Firma Zwick/Ulm) gemäß DIN 61632 bestimmt.
Maschine Z 0.5
Kraftaufnehmer: XforceP, 500 N, G.-Nr. 450
Teststreifenbreite 30 mm; b null 30 mm
Einspannlänge bei Startposition
Test 1: 200,06 mm
Test: 2 199,70 mm
Zielposition im Abschnitt/Belastung 10 N/cm
Geschwindigkeit im Abschnitt 500 mm/min
Haltezeit im Abschnitt 60 s
Vorkraft 10 mn (keine Haltezeit der Vorkraft, Kraft wird bei Erreichen nicht genullt)
Dehnung absolut (Bindenlänge gedehnt – Einspannlänge) 2
Test 1: 105,97 mm
Test 2: 104,33 mm
epsilon ges
Test 1: 52,97%
Test 2: 52,24%
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- US 4780168 A [0002]
- EP 1009393 B1 [0002, 0002, 0002, 0002, 0004, 0023, 0033, 0054, 0055]
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Zitierte Nicht-Patentliteratur
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- DIN 61632 [0016]
- DIN 61632 [0017]
- DIN 60 000 [0023]
- DIN 61 632 [0023]
- DIN 61 632 [0023]
- DIN 61 632:1985-04 [0024]
- DIN 61 632 [0024]
- DIN 61 632:2009-12 [0024]
- DIN 61 632 [0024]
- DIN 61 632:1985-04 [0025]
- DIN 61 632:2009-12 [0025]
- DIN 61632 [0056]