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Die Erfindung betrifft eine Koagulationszange mit einem Rohrschaft und mit zwei Zangenschenkeln, die an ihren einander zugewandten, zum Erfassen von zu behandelndem Gewebe dienenden Fassflächen blank sind, an ihren distalen Enden eine gemeinsame Ebene berührende Stirnflächen haben und an ihren voneinander abgewandten Außenseiten isoliert sind, wobei Stromanschlüsse zur Verbindung mit einem Hochfrequenzgenerator oder mit einer Stromquelle für bipolare Koagulation vorgesehen sind.
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Eine derartige Koagulationszange ist aus der
DE 10 2006 012 558 A1 bekannt. Bei Operationen, bei welchen Gefäße koaguliert werden müssen, zum Beispiel in Nasennebenhöhlen oder gegebenenfalls an Wirbelsäulen besteht bei derartigen bisher bekannten Koagulationszangen das Problem, dass ein zu koagulierendes Gefäß häufig nicht mit den beiden Fassflächen erfasst und koaguliert werden kann, weil beispielsweise umgebendes Knochengewebe verhindert, dass die beiden Fassflächen, also das von diesen gebildete Maul des Instruments genügend weit über ein solches Gefäß geschoben werden kann. In solchen Fällen kann eine Koagulation eines derartigen Gefäßes oder auch des umgebenden Gewebes unzureichend sein oder man muss auf eine monopolare Koagulation mit den damit verbundenen Problemen zurückgreifen.
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Es besteht deshalb die Aufgabe, eine Koagulationszange der eingangs definierten Art zu schaffen, mit welcher auch Gewebe oder Blutgefäße bipolar koaguliert werden können, die nicht oder nur unzureichend von den beiden Fassflächen oder Zangenschenkeln erfasst werden können.
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Zur Lösung dieser scheinbar widersprüchlichen Aufgabe ist die eingangs definierte Koagulationszange dadurch gekennzeichnet, dass die beiden distalen Stirnflächen der Zangenschenkel blank sind. Dadurch ist es für den Benutzer möglich, bei geöffneten oder zumindest leicht geöffneten Zangenschenkeln einen Gewebebereich oder ein Blutgefäß mit den beiden Stirnflächen dieser Zangenschenkel zu berühren, ohne sie mit den Fassflächen zu erfassen, sie aber dennoch dadurch koagulieren zu können.
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Eine zweckmäßige Ausführungsform der Erfindung kann dabei vorsehen, dass die blanken Stirnflächen der Zangenschenkel jeweils mit sie fortsetzenden blanken Außenflächen dieser Zangenschenkel verbunden sind beziehungsweise sich in diesen fortsetzen, welche auf den Außenseiten der Zangenschenkel bis zu den dort vorgesehenen, gegenüber den Stirnflächen zurückversetzten Isolierungen der Außenseiten reichen.
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Dadurch wird ermöglicht, dass die Zangenschenkel auch in ein etwas nachgiebiges Gewebe hineingedrückt und die gewünschte, örtlich begrenzte Koagulation durchgeführt werden kann, ohne dass dabei ungewollt weitere Bereiche erhitzt werden und ohne dass Gewebe oder Gefäße mit den Fassflächen berührt werden müssen. Die außenseitige Isolierung verhindert, dass dabei zu große Gewebebereiche beaufschlagt werden.
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Zweckmäßig ist es dabei, wenn die blanken Außenflächen an den Außenseiten der Zangenschenkel kürzer als die blanken Fassflächen der Innenseiten der Zangenschenkel sind. Zwar können diese Abmessungen auch etwa gleich groß sein, jedoch wird mit kürzeren blanken Außenseiten eine Koagulation durch Berührung von Gewebe mit diesen Außenseiten effektiver. Beispielsweise kann die Abmessung der blanken Außenfläche in Erstreckungsrichtung der Koagulationszange und der Zangenschenkel ein Fünftel, ein Viertel, ein Drittel, die Hälfte, zwei Drittel, drei Viertel, vier Fünftel oder einen Zwischenwert der Abmessung der Fassfläche betragen.
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Für eine möglichst gute Koagulation bei einer Berührung von Gewebe oder von Blutgefäßen mit den blanken Stirnflächen und gegebenenfalls den diese fortsetzenden blanken Außenflächen ist es günstig, wenn die blanken Stirnflächen bei einander angenäherten Zangenschenkeln miteinander fluchten oder wenn die blanke Stirnfläche des einen Zangenschenkels gegenüber der blanken Stirnfläche des anderen Zangenschenkels übersteht. Fluchten die beiden Stirnflächen miteinander, befinden sie sich beide am distalen Ende der Koagulationszange etwa auf gleicher Höhe, so dass der Benutzer das Instrument auch beliebig drehen und dennoch erfolgreich durch Berührungen koagulieren kann. Steht hingegen der eine Zangenschenkel und seine Stirnfläche gegenüber dem anderen über, entsteht ein „Überbiss” der besonders vorteilhaft ist, wenn die distalen Bereiche der Koagulationszange abgewinkelt sind, weil dann eine Gewebestruktur behandelt werden kann, die eine senkrecht zur Erstreckung des Instruments verlaufende Abschlussfläche aufweist und von der unteren Stirnfläche berührt wird und mit dem abgewinkelten Instrument dann dennoch mit der zweiten Stirnfläche berührt werden kann. In dieser Anordnung kann also eine erhebliche Verschwenkung des Instruments, wie sie bei fluchtenden Stirnflächen erforderlich wäre, ganz oder teilweise vermieden werden.
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Eine besonders zweckmäßige Ausführungsform der Erfindung kann vorsehen, dass einer der Zangenschenkel feststehend und der andere Zangenschenkel relativ dazu bewegbar oder schwenkbar ist und dass der feststehende Zangenschenkel an seiner der Fassfläche abgewandten Außenseite vorzugsweise einen Saugkanal aufweist, dessen Mündung gegenüber der blanken Stirnfläche dieses Zangenschenkels zurückversetzt ist. Koagulationszangen mit nur einem bewegbaren Zangenschenkel sind gut zu handhaben. Darüber hinaus erlauben sie besonders einfach, an der Außenseite vor allem des feststehenden Zangenschenkels einen Saugkanal vorzusehen, wie es aus
DE 10 2006 012 558 A1 bekannt ist. Um dennoch die Vorteile der Koagulationsmöglichkeit auch mit den Stirnflächen und den diese fortsetzenden Außenseiten der Zangenschenkel nutzen zu können, ist dabei die Mündung des Saugkanals gegenüber der blanken Stirnfläche soweit zurückversetzt, wobei der Zwischenraum zwischen der Mündung des Saugkanals und der Stirnfläche dieses Zangenschenkels blank sein kann und zur Koagulation mitbenutzt werden kann.
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Die Mündung des Saugkanals kann an der Außenfläche des feststehenden Zangenschenkels gegenüber der blanken Stirnfläche wenigstens um etwa die Hälfte des Durchmessers oder der Querschnittsabmessung des Saugkanals oder um den gesamten Durchmesser oder die gesamte Querschnittsabmessung oder um den doppelten Durchmesser oder die doppelte Abmessung des Querschnitts des Saugkanals oder um einen Zwischenwert davon zurückversetzt sein und die blanke Außenfläche dieses feststehenden Zangenschenkels kann zu der Mündung des Saugkanals in distaler Richtung benachbart angeordnet sein. Dabei kann der gesamte Zwischenraum zwischen der Mündung des Saugkanals und der Stirnfläche blank sein, jedoch kann auch zwischen der blanken Außenseite dieses feststehenden Zangenschenkels und der Mündung des Saugkanals noch ein isolierter Bereich vorgesehen sein, falls die blanke Außenseite kürzer als dieser Abstand sein soll.
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Die Außenseite des die zurückversetzte Mündung des Saugkanals aufweisenden Zangenschenkels kann als Auflagefläche zum Abstützen des distalen Bereichs der Koagulationszange auf Gewebe oder auf einer knöchernen Struktur ausgebildet sein. Entsprechend sicher kann die Koagulationszange benutzt werden, weil eine Abstützung an der Auflagefläche dazu beiträgt, das Instrument genauer und ohne ungewollte Bewegungen benutzen zu können.
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Die von der Fassfläche abgewandte Außenseite wenigstens eines der Zangenschenkel kann von der blanken Stirnfläche ausgehend in Richtung zum proximalen Ende hin schräg ansteigen und/oder konvex gewölbt sein und die blanke Stirnfläche kann über diesen ansteigenden und/oder gewölbten Bereich verlaufend fortgesetzt sein. Dies erleichtert es, die Koagulationszange und dabei die Stirnseiten der Zangenschenkel in ein nachgiebiges Gewebe bei geöffneten Zangenschenkeln etwas einzudrücken, um eine Koagulation durchführen zu können.
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Dabei ist es auch für die Geometrie der Außenseiten oder Außenflächen der Zangenschenkel günstig, wenn bei einer Anordnung mit einem feststehenden und einem beweglichen Zangenschenkel zumindest der bewegliche Zangenschenkel den von der Stirnfläche ausgehenden Anstieg oder die von der blanken Stirnfläche ausgehende oder die Stirnfläche fortsetzende blanke Wölbung aufweist oder wenn beide Zangenschenkel – sei es, dass beide beweglich oder dass einer davon unbeweglich sind – jeweils nach relativ zueinander abgewandten Seiten schräg ansteigende und/oder gewölbte Fortsetzungen ihrer Stirnflächen haben. Somit lassen sich die Vorteile solcher ansteigenden oder gewölbten blanken Flächen auch bei einer Koagulationszange nutzen, bei welcher einer der Zangenschenkel, vorzugsweise ein einen Saugkanal aufweisender Zangenschenkel, feststeht.
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Eine günstige Gestaltung insbesondere auch der Außenseiten der Zangenschenkel ergibt sich, wenn die Wölbung an der Außenseite des oder der Zangenschenkel die gesamte blanke Außenfläche einschließt oder über die gesamte blanke Außenfläche verläuft und von einem größten Abstand zu der zugehörigen Fassfläche zum proximalen Ende hin auf einen geringeren Abstand abfällt. Im Bereich des größten Abstands der Außenfläche zu der Fassfläche hat also der Zangenschenkel in seinen blanken Bereichen die größte Dicke, die dann zum proximalen Ende hin wieder abnimmt. Somit lässt sich eine solche Wölbung vor allem in nachgiebigem Gewebe durch Aufspreizen der Zangenschenkel in dieses Gewebe etwas vertieft eindrücken und dadurch eine Koagulation dieses Gewebebereichs erzielen.
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Die Wölbung der Außenseite nahe der Stirnfläche wenigstens eines Zangenschenkels kann in ihrem von der größten Dicke des Zangenschenkels abnehmenden Bereich zu dem isolierten Bereich übergehen und bis zu einer Stelle einer kleinsten Dicke des Zangenschenkels fortgesetzt sein und von dort gegebenenfalls wieder ansteigend ausgebildet sein. Dies ergibt eine im Wesentlichen begrenzte gewölbte Fläche, die nach dem Eindrücken der Koagulationszange in ein Gewebe oder nach dem Einführen in eine Gewebeöffnung durch Aufspreizen der Zangenschenkel gut in ein solches Gewebe eingedrückt werden kann, so dass zwischen den Zangenschenkeln über das teilweise verdrängte Gewebe die gewünschte Koagulation stattfinden kann.
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Dabei sind die beiden Wölbungen der beiden Zangenschenkel bei einander angenäherten beziehungsweise auch geschlossenen Zangenschenkel zweckmäßigerweise zu einer Ebene zwischen den beiden Zangenschenkeln spiegelsymmetrisch, so dass der Benutzer bei einem Verdrehen der Koagulationszange praktisch immer übereinstimmende Verhältnisse an den Stirnflächen und deren Fortsetzung hat und das Instrument je nach Ausbildung des Operationsfeldes beliebig drehen und dennoch gleiche Koagulationsverhältnisse haben kann.
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Die Zangenschenkel können gegenüber dem Rohrschaft nach der den Handgriffen abgewandten Seite nach oben abgewinkelt sein und insbesondere der obere dieser beiden abgewinkelten Zangenschenkel kann gegenüber dem unteren, insbesondere feststehenden Zangenschenkel in distaler Richtung überstehen. Vor allem bei derartig abgewinkelten Zangenschenkeln kann der Benutzer eine etwa rechtwinklig zu dem Rohrschaft verlaufende Gewebefläche nur dann mit beiden Stirnseiten der Zangenschenkel berühren, wenn er das Instrument etwas aufwärts verschwenkt. Eine solche Notwendigkeit einer Verschwenkung kann durch die erwähnte Maßnahme vermieden werden, bei welcher der obere der beiden schrägen Zangenschenkel etwas weiter als der untere Zangenschenkel vorsteht.
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Vor allem bei Kombination einzelner oder mehrerer der vorbeschriebenen Merkmale und Maßnahmen ergibt sich eine Koagulationszange, mit welcher auch Gewebe oder Gewebebereiche koaguliert werden können, die nicht oder nicht gut mit den Fassflächen der Zangenschenkel ergriffen und dazwischen eingeklemmt werden können, so dass die erfindungsgemäße Koagulationszange auch eingesetzt werden kann, wenn Blutgefäße oder Gewebe nicht erfasst werden sollen oder können, dennoch aber eine lokale bipolare Koagulation durchgeführt werden soll. Gleichzeitig bleibt aber die Möglichkeit erhalten, Blutgefäße oder Gewebe mit den Fassflächen einzuklemmen und zu koagulieren.
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Nachstehend sind Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung näher beschrieben. Es zeigt in zum Teil schematisierter Darstellung:
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1 eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Koagulationszange mit einem Rohrschaft und zwei Zangenschenkeln in Schließstellung,
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2 in vergrößertem Maßstab die in 1 mit dem Kreis A gekennzeichnete Einzelheit, nämlich die distalen Endbereiche der Zangenschenkel, die an ihren Fassflächen, an den Stirnflächen und an einem Teil der Außenflächen blank sind, wobei die außenseitige Isolierung der Zangenschenkel schraffiert dargestellt ist und die Länge der Fassflächen größer als die Länge des außenseitigen blanken Bereichs ist,
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3 eine der 1 entsprechende Darstellung eines abgewandelten Ausführungsbeispieles,
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4 die mit dem Kreis B in 3 markierte Einzelheit, wobei die blanken Außenflächen eine geringere Ausdehnung als im Ausführungsbeispiel gemäß 2 haben,
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5 eine der 3 entsprechende Darstellung, wobei die Zangenschenkel dadurch auseinander bewegt sind, dass der einzige bewegliche Zangenschenkel relativ zu dem feststehenden Zangenschenkel verschwenkt ist, so dass die Fassflächen zueinander beabstandet sind, wobei an der Unterseite des feststehenden Zangenschenkels ein Saugkanal angeordnet ist,
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6 die mit dem Kreis C in 5 markierte Einzelheit am distalen Ende der auseinander bewegten Zangenschenkel,
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7 eine den 1, 3 und 5 entsprechende Darstellung einer abgewandelten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Koagulationszange mit geschlossenen Zangenschenkeln,
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8 in vergrößertem Maßstab die in 7 mit dem Kreis D gekennzeichnete Einzelheit, wobei die Außenseiten der Zangenschenkel gegenüber den Ausführungsbeispielen gemäß 1 bis 6 eine weniger dicke Wölbung aufweisen,
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9 in vergrößertem Maßstab die Zangenschenkel der erfindungsgemäßen Koagulationszange in geöffneter Position bei einer Berührung von Gewebe mit den blanken Stirnflächen, wodurch das Gewebe in seinem Oberflächenbereich zwischen den beiden Zangenschenkeln bipolar koaguliert wird,
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10 eine der 9 entsprechende Darstellung, bei welcher die beiden beabstandeten oder geöffneten Zangenschenkel mit ihren blanken Stirnflächen und ihren blanken Außenflächen in eine Gewebevertiefung eingreifen, ohne Gewebe oder Gefäße zu erfassen, wodurch die Gewebevertiefung in der angedeuteten Weise koaguliert wird,
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11 eine den 9 und 10 etwa entsprechende Darstellung zweier beabstandeter und geöffneter Zangenschenkel, die schräg zu dem Rohrschaft verlaufen und eine übereinstimmende Länge mit etwa fluchtenden Stirnflächen haben, in Relation zu einem etwa rechtwinklig zum Rohrschaft verlaufenden Gewebebereich, bei welchem bei Berührung dieses Gewebebereichs mit dem unteren Zangenschenkel der obere Zangenschenkel das Gewebe nicht erreicht, sowie
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12 eine der 11 entsprechende Darstellung, bei welcher der obere Zangenschenkel eine größere Länge als der untere Zangenschenkel hat, die Stirnflächen der beiden Zangenschenkel also nicht miteinander fluchten, so dass der obere Zangenschenkel den Gewebebereich gleichzeitig mit dem unteren Zangenschenkel berührt und koaguliert.
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In der nachfolgenden Beschreibung mehrerer Ausführungsbeispiele erhalten hinsichtlich ihrer Funktion übereinstimmende Teile auch bei abgewandelter Ausgestaltung übereinstimmende Bezugszahlen.
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Eine im Ganzen mit 1 bezeichnete Koagulationszange weist einen Rohrschaft 2 und zwei Zangenschenkel 3 und 4 auf, die an ihren einander zugewandten, zum Erfassen von zu behandelndem Gewebe dienenden Fassflächen 5 (vergleiche 6) blank sind, um damit erfasstes Gewebe oder ein Blutgefäß bipolar zu koagulieren.
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An ihren distalen Enden haben die Zangenschenkel 3 und 4 jeweils eine eine gemeinsame Ebene berührende Stirnfläche 6 und sind an ihren voneinander abgewandten Außenseiten, also an den den Fassflächen 5 abgewandten Bereichen, mit einer Isolierung 7 versehen, die in den Zeichnungen durch eine Schraffur angedeutet ist.
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Dabei erkennt man im Bereich von Betätigungsgriffen 8 Stromanschlüsse 9 zur Verbindung mit einem Hochfrequenzgenerator oder mit einer Stromquelle, so dass mit der Koagulationszange 1 eine bipolare Koagulation durchgeführt werden kann.
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In allen Ausführungsbeispielen ist vorgesehen, dass einer der Zangenschenkel, nämlich der Zangenschenkel
4, feststehend und der andere Zangenschenkel
3 relativ zu diesem feststehenden Zangenschenkel
4 bewegbar ist, wofür er an einer Schwenklagerung
10 gelagert ist, wie es aus
DE 10 2006 012 558 A1 bekannt ist. Demgemäß kann mit Hilfe der Finger- oder Betätigungsgriffe
8 eine Relativverschwenkung des einen dieser Betätigungsgriffe
8 relativ zu dem anderen die Verschwenkung des Zangenschenkels
3 von dem Zangenschenkel
4 weg erfolgen, wie es in den
5 und
6 dargestellt ist, wo diese Verschwenkung stattgefunden hat.
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Denkbar ist aber auch, dass beide Zangenschenkel 3 und 4 voneinander weg verschwenkt werden könnten.
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Vor allem in den vergrößerten Darstellungen der 2, 4, 6 und 8 ist zu erkennen, dass die distalen Stirnflächen 6 der Zangenschenkel 3 und 4 in allen Ausführungsbeispielen blank sind.
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Somit ist es gemäß 9 möglich, Gewebe 11 an der Oberfläche zu koagulieren, indem diese blanken Stirnflächen 6 das Gewebe 11 berühren, ohne dass Gewebe von den Fassflächen 5 ergriffen werden muss. Es ist also eine Koagulation auch dann möglich, wenn das Gewebe 11 oder Blutgefäße in schwierigen Operationsfeldern nicht mit den Fassflächen 5 beaufschlagt werden können, also nicht dazwischen eingeklemmt werden können. Dennoch kann der Operateur einen entsprechenden Bereich durch Berührung mit den blanken Stirnflächen 6 koagulieren. In 9 ist der Stromfluss zwischen den beiden Stirnflächen 6 schematisiert durch unterbrochene Linien 12 angedeutet.
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In allen Ausführungsbeispielen ist vorgesehen, dass die blanken Stirnflächen 6 jeweils mit sie fortsetzenden blanken Außenflächen 13 der Zangenschenkel 3 und 4 verbunden sind, die auf den Außenseiten der Zangenschenkel 3 und 4 bis zu den dort vorgesehenen, gegenüber den Stirnflächen 6 zurückversetzten Isolierungen 7 reichen.
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Gemäß allen Ausführungsbeispielen sind die blanken Außenflächen 13 an der Außenseite der Zangenschenkel 3 und 4 kürzer als die blanken Fassflächen 5 der Innenseiten der Zangenschenkel, wobei dabei die Länge in Erstreckungsrichtung der Zangenschenkel 3 und 4 und nicht die Länge der Mantel- oder Außenlinie gemeint ist. Dabei erkennt man ferner, dass die Fassflächen 5 über einen größeren Längenbereich der Zangenschenkel 3 und 4 als die Außenflächen 13 reichen, wobei die Isolierung 7 gemäß 2 abgeschrägt, in den anderen Ausführungsbeispielen aber in einer rechtwinklig zu den Fassflächen 5 verlaufenden Ebene endet.
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Vor allem anhand der 2 und 4 wird deutlich, dass die blanken Stirnflächen 6 bei einander angenäherten oder geschlossenen Zangenschenkeln 3 und 4 miteinander fluchten und sich gegenseitig mit einem geradlinigen Bereich fortsetzen, was auch für die im Längsschnitt gekrümmten Stirnflächen 6 der 8, aber mit gekrümmten Bereichen zutrifft. Dadurch ist die Benutzung gemäß 9 besonders einfach und kann unabhängig von der Drehrichtung der Koagulationszange 1 sein, das heißt der Benutzer kann solche Gewebe 11 flächig durch Berührung mit den Stirnflächen 6 koagulieren unabhängig davon, wie er die Position der Koagulationszange 1 in Drehrichtung wählt.
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In 10 ist dargestellt, dass die blanken Außenflächen 13 die Möglichkeiten der Verwendung der Koagulationszange 1 noch erweitern. Diese blanken Außenflächen 13 können gemäß 10 auch in das Gewebe 11 so eingedrückt werden, dass es aufgrund seiner Nachgiebigkeit eine Vertiefung bekommt oder ein Gewebe 11 könnte bereits eine Vertiefung 14 haben, so dass deren Ränder mit den Außenflächen 13, wie in 10 dargestellt, beaufschlagt werden können, um eine bipolare Koagulation gemäß den unterbrochenen Linien 12 zu bewirken. Auch in diesem Falle kann also mit der Koagulationszange 1 koaguliert werden, ohne dass die Fassflächen 5 Gewebe oder Blutgefäße zwischen sich aufnehmen und berühren müssen, was selbstverständlich mit dieser Koagulationszange 1 gemäß den verschiedenen Ausführungsbeispielen nach wie vor auch möglich ist. Die 9 und 10 zeigen nur die zusätzlichen Möglichkeiten, die sich durch die blanken Stirnflächen 6 und di blanken Außenflächen 13 ergeben.
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Wie schon aus
DE 10 2006 012 558 A1 bekannt, ist auch in allen Ausführungsbeispielen vorgesehen, dass der feststehende Zangenschenkel
4 an seiner der Fassfläche
5 abgewandten Außenseite einen Saugkanal
15 aufweist, dessen Mündung
16 gegenüber der blanken Stirnfläche
6 dieses feststehenden Zangenschenkels
4 zurückversetzt ist, so dass auch die Außenfläche
13 des feststehenden Zangenschenkels
4 für die Koagulation gemäß den
9 und
10 zur Verfügung steht.
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Die Mündung 16 des Saugkanals 15 der etwa rohrförmig ausgebildet ist, ist an der Außenseite des feststehenden Zangenschenkels 4 gegenüber dessen blanker Stirnfläche 6 um mehr als die Querschnittsabmessung dieses Saugkanals 15 oder des ihn bildenden Rohres zurückversetzt und die blanke Außenfläche 13 ist zu dieser Mündung 16 in distaler Richtung benachbart angeordnet. Somit steht dieser Abstand der Mündung 16 des Saugkanals 15 von der Stirnfläche 6 für eine Koagulation gemäß 10 zur Verfügung.
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Dabei erkennt man in 10 außerdem deutlich, dass die Außenseite des die zurückversetzte Mündung 16 des Saugkanals 15 aufweisenden Zangenschenkels 4 gleichzeitig eine Auflagefläche 4a zum Abstützen des distalen Bereichs der Koagulationszange 1 auf Gewebe oder auf einer knöchernen Struktur aufweist oder bildet. Durch die zurückversetzte Mündung 16 des Saugkanals 15 bleibt bis zu der Stirnfläche 6 ein genügend großer Bereich und Abstand, der als eine derartige Auflagefläche 4a benutzt werden kann, wie es in 10 dargestellt ist. Entsprechend ruhig kann das Instrument 1 beziehungsweise die Koagulationszange 1 während einer Behandlung gemäß 10 gehalten und benutzt werden.
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In allen Ausführungsbeispielen ist vorgesehen, dass die von der Fassfläche 5 abgewandte Außenseite und damit die Außenfläche 13 von der blanken Stirnfläche 6 ausgehend in Richtung zum proximalen Ende hin schräg ansteigt und/oder konvex gewölbt ist, wobei die blanke Stirnfläche 6 über diesen ansteigenden und gewölbten Bereich verlaufend fortgesetzt ist. Es ergibt sich also ein durchgehend blanker Bereich von den Stirnflächen 6 über die Außenflächen 13 bis zu der Isolierung 7. Entsprechend gut kann die Koagulation gemäß 10 durchgeführt werden. Dabei können die Wölbungen der Außenflächen 13 in einer Gewebevertiefung 14 eine Art Hinterschnitt bilden, wenn das Gewebe 11 entsprechend nachgiebig ist.
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In den Ausführungsbeispielen gemäß 1 bis 6 schließt die Wölbung an der Außenseite des oder der Zangenschenkel 3 und 4 die gesamte blanke Außenfläche 13 ein und verläuft über diese blanke Außenfläche 13, wodurch ein größter Abstand zu der Fassfläche 5 gebildet wird, wo also im Bereich der Fassflächen 5 eine größere Dicke als benachbart dazu vorgesehen ist. Von diesem größten Abstand zur Fassfläche 5 fällt dann die blanke Außenfläche 13 zum proximalen Ende des Instruments hin wieder auf einen geringeren Abstand ab. Gerade diese hervortretende Wölbung der Außenflächen 13 benachbart zu den Stirnflächen 6 erlaubt es, dass sich diese Außenflächen 6 etwas in das Gewebe 11 eindrücken lassen, um die in 10 angedeutete Hinterschneidung der Vertiefung 14 mit einer entsprechend effektiven bipolaren Koagulation zu ermöglichen.
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Im Ausführungsbeispiel gemäß 7 und 8 hingegen ist nach der Stirnfläche 6 und der sich fortsetzenden Wölbung der Außenfläche 13 ein weiterer Anstieg zum distalen Ende hin vorgesehen, was für manche Fälle mit zum Beispiel etwas konischen Vertiefungen 14 vorteilhaft sein kann.
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Bei den Ausführungsbeispielen gemäß 1 bis 6 geht die Wölbung der Außenseite nahe der Stirnfläche 6 der Zangenschenkel 3 und 4 in ihrem von der größten Dicke des Zangenschenkels 3 und 4 abnehmenden Bereich in den isolierten Bereich über und kann sich bis zu einer Stelle einer kleinsten Dicke der Zangenschenkel 3 und 4 fortsetzen und danach gemäß 2, 4 und 6 auch wieder ansteigen, wobei aber schon im Bereich der abnehmenden Dicke die Isolierung 7 beginnt.
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In nicht näher dargestellter Weise können die Fassflächen 5 zum Umgreifen eines Gewebebereichs oder zum Erfassen von Blutgefäßen dienen, um diese bipolar zu koagulieren. Zusätzlich ist es aber auch möglich, ein Gewebe 11 an der Oberfläche zu berühren und bipolar zu koagulieren oder aber in das Gewebe einzudrücken und in eine Vertiefung 14 einzugreifen oder dieses sogar durch entsprechenden Druck zu vergrößern oder sogar zu erzeugen, um, einen größeren Bereich bipolar koagulieren zu können, ohne dass Gefäße oder Gewebe zwischen den Fassflächen 5 sein müssen.
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Während in 9 die Oberfläche des Gewebes 11 etwa rechtwinklig zum Verlauf der Zangenschenkel 3 und 4 angeordnet ist und diese also eine gleichzeitige Berührung mit dem Gewebe 11 und damit eine Koagulation bewirken, ist in 11 das selbe Ende des Instruments mit den Zangenschenkeln 3 und 4 dargestellt, wobei aber die Oberfläche des Gewebes 11 etwa rechtwinklig zum Verlauf des Rohrschafts 2 angeordnet ist. Für eine Koagulation gemäß 9 muss bei dieser Situation also der Rohrschaft im Bereich der Handgriffe 8 etwas nach oben verschwenkt werden, damit auch der obere Zangenschenkel 3 das Gewebe 11 erreicht.
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Damit eine solche Verschwenkung des Instruments und der Koagulationszange 1 vermieden und dennoch ein Gewebe 11 in der Lage gemäß 11 und 12 mit den beiden blanken Stirnseiten oder Stirnflächen 6 der Zangenschenkel 3 und 4 koaguliert werden kann, obwohl die Zangenschenkel 3 und 4 relativ zum Verlauf des Rohrschafts 2 schräg nach oben stehen, ist im Ausführungsbeispiel nach 12 der obere Zangenschenkel 3 etwas länger als der untere Zangenschenkel 4. Man erkennt beim Vergleich der 11 und 12 deutlich, dass auf diese Weise ein Gewebe 11 in der Position gemäß den 11 und 12 dennoch bei etwa rechtwinklig zu diesem Gewebe 11 verlaufendem Rohrschaft 2 aufgrund des Überbisses des oberen Zangenschenkels 3 gegenüber dem unteren Zangenschenkel 4 koaguliert werden kann.
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Die Koagulationszange 1 mit einem Rohrschaft 2 und mit zwei Zangenschenkeln 3 und 4, die beide beweglich sein können oder von denen einer feststeht, sind an den einander zugewandten, zum Erfassen von zu behandelndem Gewebe dienenden Fassflächen 5 blank. Sie haben an ihren distalen Enden insbesondere eine gemeinsame Ebene berührende Stirnfläche 6 und sind an ihren voneinander abgewandten Außenseiten isoliert, wobei Stromanschlüsse 9 zur Verbindung mit einem Hochfrequenzgenerator oder mit einer Stromquelle für eine bipolare Koagulation vorgesehen sind. Dabei sind nicht nur die Fassflächen 5, sondern auch die distalen Stirnflächen 6 der Zangenschenkel 3 und 4 blank und diese blanken Stirnflächen 6 können mit sie fortsetzenden blanken Außenflächen 13 der Zangenschenkel 3 und 4 verbunden sein, so dass auch von den zwei Stirnflächen 6 und/oder den Außenflächen 13 berührtes Gewebe 11 bipolar koaguliert werden kann.
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- DE 102006012558 A1 [0002, 0009, 0036, 0044]