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Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Transportieren und Sortieren von Gegenständen, insbesondere von flachen Postsendungen, mittels eines Behälters.
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Um Postsendungen zu sortieren, werden Postsendungen aus Annahmestellen und Briefkästen in Behälter verbracht und in diesen Behältern zu einer Sortieranlage transportiert. Die sortierten Postsendungen werden wieder in Behälter verbracht und in diesen Behältern z. B. zu einem Zustellpostamt verbracht. Ein Postzusteller verwendet einen Behälter, um Postsendungen zuzustellen. Hierbei entnimmt der Zusteller nacheinander Postsendungen aus dem Behälter. Die Behälter können für verschiedene Transportaufgaben wiederverwendet werden.
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Behälter für flache Postsendungen und andere Gegenstände sind unter anderem beschrieben in
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 und ein Verfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 10 bereitzustellen, um stapelbare Gegenstände in einen Behälter zu verbringen und aus dem Behälter zu entnehmen, wobei die Gefahr verringert wird, die Gegenstände beim Be- oder Entladen zu beschädigen.
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Lösungsgemäß wird mindestens ein Behälter verwendet, vorzugsweise mehrere gleichartige Behälter.
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Der mindestens eine Behälter erstreckt sich entlang einer Längsachse. Der Behälter umfasst einen Boden und mehrere Seitenwände. Der Boden steht senkrecht auf der Längsachse. Die Seitenwände sind parallel zur Längsachse angeordnet. Eine Seitenwand ist schwenkbar, insbesondere drehbar, mit einer anderen Seitenwand des Behälters verbunden.
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Durch das Verfahren werden mehrere stapelbare Gegenstände transportiert. Das Verfahren umfasst folgende Schritte:
- – Der Behälter wird in eine Befüllposition verbracht. In dieser Befüllposition steht der Behälter auf einer Seitenwand. Die Längsachse des Behälters verläuft waagerecht. Die schwenkbar befestigte Seitenwand zeigt nach oben. Diese Seitenwand ist geöffnet, so dass eine nach oben zeigende Öffnung im Behälter entsteht.
- – Die stapelbaren Gegenstände werden von oben durch die Öffnung hindurch in den Behälter verbracht. Die Gegenstände bilden dadurch einen im Behälter befindlichen Stapel, nachdem sie in den Behälter verbracht worden sind.
- – Der Behälter wird mitsamt im Behälter gestapelten Gegenständen zu einem Zielpunkt transportiert.
- – Der Behälter wird am Zielpunkt in eine Umladeposition verbracht. In dieser Umladeposition steht der Behälter auf einer Seitenwand. Die Längsachse des Behälters verläuft waagerecht. Die schwenkbar befestigte Seitenwand des Behälters zeigt zu einer Seite. Dadurch entsteht eine zu dieser Seite zeigende Öffnung im Behälter.
- – Der Stapel mit den Gegenständen wird durch die zur Seite zeigende Öffnung hindurch aus dem Behälter entnommen.
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Die Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
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Lösungsgemäß werden die Gegenstände durch eine seitliche Bewegung aus dem Behälter, der sich in der Umladeposition befindet, entnommen. Diese seitliche Bewegung reduziert die Gefahr, dass Gegenstände beim Entladen beschädigt werden oder verloren gehen. Weiterhin reduziert die Erfindung die Gefahr, dass die Reihenfolge unter den Gegenständen des Stapels im Behälter verändert wird. Oft wird gewünscht, dass die Reihenfolge während des Transports beibehalten wird, was durch die Erfindung ermöglicht wird. Die seitliche Bewegung erfordert weniger mechanische Arbeit, als der Behälter zum Entladen auf dem Kopf gestellt werden müsste oder die Gegenstände nach oben aus dem Behälter entnommen werden müssten.
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Lösungsgemäß werden die Gegenstände von oben durch die Öffnung hindurch in den Behälter, der sich in der Befüllposition befindet, verbracht. Diese Ausgestaltung erfordert weniger Arbeit, als wenn der Behälter zum Befüllen gekippt werden müsste. Möglich, aber nicht erforderlich ist es, ein Handhabungsautomat oder ein Handhabungsgerät zum Beladen des Behälters einzusetzen. Möglich ist, dass eine Anlage die Gegenstände automatisch in den Behälter gleiten lässt.
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In einer Ausgestaltung wird der Behälter mindestens einmal in eine Transportposition verbracht, in der die schwenkbare Seitenwand verschlossen ist. In einer anderen Ausgestaltung wird der Behälter mindestens einmal in der Befüllposition zum Zielpunkt transportiert. Der Behälter verbleibt also in der Befüllposition, während er zum Zielpunkt transportiert wird. Diese Ausgestaltung spart den Schritt ein, den gefüllten Behälter zu kippen oder auf andere Weise verschwenken zu müssen, bevor der Behälter transportiert wird. Am Zielpunkt wird der Behälter in die Umladeposition verbracht, wobei der Behälter um die aktuell waagerechte Längsachse gedreht wird. Dieses Drehen erfordert wenig mechanischen Aufwand und wenig Kraft.
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Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels beschrieben. Dabei zeigen:
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1 einen Behälter mit senkrechter Längsachse;
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2 eine Sortieranlage mit mehreren lösungsgemäßen Behältern;
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3 in einer Seitenansicht den Behälter von 1 in der Befüllposition, wobei die Längsachse in der Zeichenebene liegt;
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4 den Behälter von 3 in einer anderen Seitenansicht, wobei die Längsachse senkrecht auf der Zeichenebene steht;
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5 in einer Seitenansicht den Behälter von 1 in der Umladeposition, wobei die Längsachse in der Zeichenebene liegt;
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6 den Behälter von 5 in einer anderen Seitenansicht, wobei die Längsachse senkrecht auf der Zeichenebene steht.
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Im Ausführungsbeispiel wird ein lösungsgemäßer Behälter eingesetzt, um flache Postsendungen (Großbriefe, Standardbriefe, Kataloge, Zeitschriften, ...) zu transportieren zeitweise zu speichern.
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1 zeigt einen lösungsgemäßen Behälter Beh, der auf seinem Boden steht, so dass seine Längsachse LA senkrecht steht.
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Der Behälter Beh besitzt sechs begrenzende Wände, die einen Innenraum begrenzen. Der Behälter hat eine Längsausdehnung in Richtung einer Längsachse LA. Falls der Behälter BE so orientiert wird, dass diese Längsachse LA senkrecht verläuft, so steht der Behälter Beh hochkant auf einer Wand Ba, die im Folgenden als „Boden” bezeichnet wird. Dieser Boden Bo ist rechteckig oder trapezförmig.
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Vier senkrecht stehende Seitenwände begrenzen den Innenraum seitlich. Im Ausführungsbeispiel haben zwei Seitenwände Sw-1, Sw-k die Form von Rechtecken, nämlich die Form eines kleineren und die Form eines größeren Rechtecks. Die rechteckige Seitenwand Sw-1 in Form des größeren Rechtecks wird als die „längste Seitenwand” bezeichnet, die gegenüberliegende rechteckige Seitenwand Sw-k als die „kürzeste Seitenwand”. Die übrigen beiden Seitenwände Sw-b, Sw-s haben identische Abmessungen, jeweils vier Ecken und die Form eines Rechtecks, aus dem ein rechtwinkliges Dreieck ausgeschnitten wurde. Diese beiden Seitenwände werden als „abgeschrägte Seitenwände” Sw-b, Sw-s bezeichnet.
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Vorzugsweise stoßen die vier Seitenwände Sw-1, Sw-k, Sw-b, Sw-s nicht in jeweils einem rechten Winkel aufeinander. Vielmehr ist der Boden Bo trapezförmig ausgestaltet. Diejenige Kante des Bodens Bo, in der die längste Seitenwand Sw-1 an den Boden Bo angrenzt, ist kürzer als die gegenüberliegende Kante. Falls der Behälter Beh so positioniert wird, dass die längste Seitenwand Sw-1 nach unten und die kürzeste Seitenwand Sw-k nach oben zeigt und die Längsachse waagerecht verläuft, so verbreitert sich der Behälter Beh nach oben, das heißt verjüngt sich nach unten. Diese Ausgestaltung ermöglicht es, mehrere lösungsgemäße Behälter mit vollständig geöffneten kürzesten Seitenwänden Sw-k ineinander und übereinander zu stapeln, was Platz einspart.
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Diejenige Wand des Behälters Beh, die oben ist, wenn der Behälter mit senkrechter Längsachse LA auf seinem Boden Bo steht, wird als „Deckel” De bezeichnet. Der Deckel De ist beweglich mit einer Seitenwand verbunden, vorzugsweise mit derjenigen längsten Seitenwand Sw-1, die die Form des größeren Rechtecks hat. Der Deckel De lässt sich durch Drehung oder durch ein sonstiges Verschwenken auf- und zuklappen. Im zugeklappten Zustand liegt der Deckel De auf den beiden abgeschrägten Seitenwänden Sw-b, Sw-s und der kürzesten Seitenwand Sw-k. Die Deckel-Drehachse D-DA, um die der Deckel De drehbar gelagert ist, bildet zugleich die obere Abschlusskante der längsten Seitenwand Sw-1.
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Möglich ist auch, dass der Deckel De etwas kleiner ist als die rechteckige Öffnung, die von den oberen Kanten der vier Seitenwände Sw-1, Sw-k, Sw-b, Sw-s begrenzt wird. Der geschlossene Deckel De füllt diese Öffnung fast aus und schließt vorzugsweise bindend mit den vier oberen Kanten ab. Mindestens ein Befestigungselement des Deckels hält den Deckel De in dieser Position. Das mindestens eine Befestigungselement greift in ein korrespondierendes Aufnahmeelement einer Seitenwand ein. Beim Schließen des Deckels De rastet das Befestigungselement in das Aufnahmeelement ein. Vorzugsweise hat der Deckel De einen Griff, um ihn leichter öffnen und schließen zu können.
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Im Ausführungsbeispiel ist die kürzeste Seitenwand Sw-k ebenfalls drehbar gelagert, und zwar um eine Seitenwand-Drehachse S-DA. Die kürzeste Seitenwand Sw-k ist drehbar mit der einen abgeschrägten Seitenwand Sw-b verbunden und ist nicht mit dem Boden Bo, nicht mit dem Deckel De und nicht mit der anderen abgeschrägten Seitenwand Sw-s verbunden. Diese abgeschrägte Seitenwand, an die die kürzeste Seitenwand Sw-k drehbar befestigt ist, wird im Folgenden als die „befestigende abgeschrägte Seitenwand” Sw-b bezeichnet. Die andere abgeschrägte Seitenwand wird als die „stützende abgeschrägte Seitenwand” Sw-s bezeichnet.
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Möglich ist auch, dass die kürzeste Seitenwand sich relativ zur befestigenden abgeschrägten Seitenwand Sw-b verschieben oder sonst wie verschwenken lässt.
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Vorzugsweise lässt sich die kürzeste Seitenwand Sw-k um 270° um die Seitenwand-Drehachse drehen. In der geschlossenen Position liegt die kürzeste Seitenwand Sw-k mit ihrem freien Ende an der stützenden abgeschrägten Seitenwand Sw-b an oder auf dieser auf. In vollständig geöffneter Position liegt die kürzeste Seitenwand Sw-k flächig an der befestigenden abgeschrägten Seitenwand an, also an der Seitenwand Sw-b, mit der kürzeste Seitenwand drehbar verbunden ist.
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Anstelle dass die kürzeste Seitenwand Sw-k als ganzes schwenkbar mit der befestigenden abgeschrägten Seitenwand Sw-b ist, kann auch die kürzeste Seitenwand Sw-k einen Türrahmen umfassen. Der Türrahmen ist fest mit dem Boden So und den beiden abgeschrägten Seitenwänden Sw-b, Sw-s verbunden. In den Türrahmen ist eine Tür eingelassen, die um die Seitenwand-Drehachse S-DA drehbar gelagert ist. Die längste Seitenwand Sw-1 ist fest mit dem Boden Bo und mit den beiden abgeschrägten Seitenwänden Sw-b, Sw-s verbunden. Der Boden Bo ist fest mit den beiden abgeschrägten Seitenwänden Sw-b, Sw-s verbunden.
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Im Ausführungsbeispiel sind in beide abgeschrägte Seitenwände Sw-b, Sw-s und in die längste Seitenwand Sw-1 Aussparungen eingelassen, die weiter unten erläutert werden.
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In 1 sind eine Aussparung Aus-b in der befestigenden abgeschrägten Seitenwand Sw-b, eine Aussparung Aus-s in der stützenden abgeschrägten Seitenwand Sw-b und drei Aussparungen Aus-l.1, Aus-l.2 und Aus-l.3 in der längsten Seitenwand Sw-1 zu sehen.
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Vorzugsweise sind am Rand des Deckels De zwei flächige Führungselemente FE-1, FE, 2 angeordnet. Falls der Deckel De geschlossen ist, so liegen diese flächigen Führungselemente FE-1, FE, 2 an den beiden abgeschrägten Seitenwänden an, und zwar vorzugsweise außen. Die Führungselemente FE-1, FE, 2 befinden sich also außerhalb des Behälter-Innenraums.
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Vorzugsweise weist der Behälter Beh eine Arretiervorrichtung auf. Dank dieser Arretiervorrichtung lässt sich der geöffnete Deckel De in mindestens einer bestimmten Position arretieren. 1 zeigt den arretierten Deckel De.
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Möglich ist auch, dass die Arretiervorrichtung nicht diskret, sondern kontinuierlich arbeitet, d. h. den Deckel De in jeder Position zwischen dem vollständigen Schließen und dem vollständigen Öffnen zu arretieren vermag. Der Deckel De lässt sich nur gegen einen gewissen mechanischen Widerstand bewegen. Falls sich der Deckel De kontinuierlich oder in mehreren diskreten Positionen arretieren lässt, so kann man zwar in den Behälter greifen, jedoch schützt der Deckel De die Gegenstände im Behälter Beh, z. B. vor Regen oder Spritzwasser.
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In einer Ausgestaltung sind alle sechs Wände oder wenigstens die vier Seitenwände aus einem durchsichtigen Material, z. B. aus kratzfestem Kunststoff, gefertigt. Dadurch lässt sich von außen erkennen, was sich im Inneren des Behälters befindet.
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In einer anderen Ausgestaltung sind alle Wände aus undurchsichtigem Material, z. B. aus hartem Kunststoff, hergestellt.
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Vorzugsweise besitzen die Wände und auch die Aussparungen abgerundete Ecken.
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Vorzugsweise ist an dem freien Ende der kürzesten, drehbar gelagerten Seitenwand Sw-k mindestens ein Befestigungselement befestigt, z. B. ein Schnappverschluss („Clip”) wie an einer Aktentasche. Dieses Befestigungselement rastet in mindestens ein korrespondierendes Aufnahmeelement der stützenden abgeschrägten Seitenwand Sw-s ein. Durch diese Elemente wird verhindert, dass sich die kürzeste Seitenwand Sw-k von allein, z. B. während eines Transports, öffnet. Die Elemente sind aber so ausgestaltet, dass ein Bearbeiter oder ein Handhabungsautomat die Seitenwand Sw-k öffnen kann.
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Vorzugsweise besitzt auch die befestigende abgeschrägte Seitenwand Sw-b Aufnahmeelemente. Diese Aufnahmeelemente befinden sich nahe der Kante zwischen der befestigenden abgeschrägten Seitenwand Sw-b und der längstens Seitenwand Sw-1. Ist die kürzeste Seitenwand Sw-k vollständig geöffnet, so rasten die Befestigungselemente am freien Ende der kürzesten Seitenwand Sw-k in diese Aufnahmeelemente ein. Dadurch wird verhindert, dass die vollständig geöffnete kürzeste Seitenwand Sw-k von alleine rotieren kann und z. B. einen Menschen an der Hand verletzen kann.
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Vorzugsweise sind in beide abgeschrägte Seitenwände Sw-b, Sw-s Aussparungen Aus-b, Aus-s eingelassen. Oder an beiden Seitenwänden sind Griffe angebracht. Mit Hilfe dieser Aussparungen Aus-b, Aus-s oder Griffe vermag ein Bearbeiter oder Handhabungsautomat den Behälter zu transportieren, und zwar vorzugsweise so, dass die Längsachse LA während des Transports senkrecht steht.
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Im Ausführungsbeispiel wird eine Vielzahl von lösungsgemäßen Behältern dafür verwendet, Postsendungen zu einer Sortieranlage zu transportieren und innerhalb dieser Sortieranlage zu befördern.
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2 zeigt eine Sortieranlage, die Postsendungen mit Hilfe mehrerer lösungsgemäßer Behälter sortiert. Zu sehen sind zwei lösungsgemäße Behälter Beh-1, Beh-2.
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Die Sortieranlage Sa sortiert die Postsendungen gemäß einer vorgegebenen Gangfolge („delivery sequence”) unter vorgegebenen Zielpunkten („delivery points”), z. B. unter Zustelladressen. Nach der Gangfolge-Sortierung sind die Postsendungen gemäß dieser Gangfolge sortiert. Die Briefzusteller können diese Postsendungen verteilen, ohne sie noch einmal sortieren zu müssen.
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Die Sortieranlage Sa hat eine Vielzahl von Sortierendstellen Se.1, Se.2, .... Jede Sortierendstelle Se.1, Se.2, ... ist so ausgestaltet, dass Postsendungen an dieser Sortierendstelle in einem lösungsgemäßen Behälter verbracht werden können. Weil es aber auf der Gangfolge deutlich mehr mögliche Zielpunkte für Postsendungen als Sortierendstellen gibt, durchlaufen die Postsendungen in mindestens zwei Sortierläufen die Sortieranlage („n-pass sequencing”).
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Die Postsendungen werden aus Briefkästen, Postfachanlagen und oder Annahmestellen eingesammelt und zu einer Vorbehandlungseinrichtung transportiert. Dort werden nicht maschinenfähige Postsendungen sowie sonstige Gegenstände aussortiert.
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Die verbleibenden, also maschinenfähigen Postsendungen werden vor dem ersten Sortierlauf in lösungsgemäße Behälter verbracht und in diesen Behältern zur Sortieranlage Sa transportiert. Die Sortieranlage besitzt eine Zuführeinrichtung ZE („feeder”) mit einem Vereinzeler („singulator”). Die Postsendungen werden aus den Behältern entnommen und als jeweils mindestens ein Stapel pro Behälter auf die Zuführeinrichtung ZE verbracht. Die Zuführeinrichtung ZE transportiert die Postsendungen zum Vereinzeler.
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Der Vereinzeler ist dazu ausgestaltet, einen Stapel von aufrecht stehenden Postsendungen zu vereinzeln. Der Vereinzeler vereinzelt die Postsendungen so, dass ein Strom von aufrecht stehenden und zueinander beabstandeten Postsendungen den Vereinzeler verlässt.
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Die Sortieranlage Sa liest im ersten Sortierlauf den jeweiligen Zielpunkt auf der Postsendung, speichert eine Kennzeichnung dieses Zielpunkts ab und schleust die Postsendungen in eine Sortierendstelle Se.1, Se.2, ... aus. In welche Sortierendstelle die Sortieranlage die Postsendung ausschleust, hängt vom jeweils gelesenen Zielpunkt und von einem vorgegebenen Sortierplan ab, den die Sortieranlage automatisch auswertet.
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Die Postsendungen werden in den lösungsgemäßen Behältern Beh-1, Beh-2 von der jeweiligen Sortierendstelle Se.1, Se.2, ... zurück zur Zuführeinrichtung ZE transportiert. Hierbei stehen die Behälter auf einer Fördereinrichtung Fb der Sortieranlage Sa, z. B. einem System von waagrechten Endlos-Förderbändern.
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Sobald ein Behälter die Zuführeinrichtung ZE erreicht, werden die Postsendungen aus dem Behälter entnommen und wieder in Form mindestens eines Stapels auf die Zuführeinrichtung ZE verbracht. Erneut transportiert die Zuführeinrichtung ZE den Stapel zum Vereinzeler, und der Vereinzeler vereinzelt die Postsendungen.
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Die Postsendungen durchlaufen im zweiten Sortierlauf erneut die Sortieranlage Sa. Die Sortieranlage Sa ermittelt für jede Postsendung den jeweils abgespeicherten Zielpunkt. Die Sortieranlage teilt erneut die Postsendungen auf die Sortierendstellen Se.1, Se.2, ... auf und verwendet hierfür die abgespeicherten und ermittelten Zielpunkte. Nach dem letzten Sortierlauf sind die Postsendungen gemäß der vorgegebenen Gangfolge und dem vorgegebenen Sortierplan auf die Sortierendstellen Se.1, Se.2, ... verteilt und auch innerhalb einer Sortierendstelle gemäß der Gangfolge sortiert.
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Die Postsendungen werden also bei zwei Sortierläufen bevorzugt dreimal in lösungsgemäße Behälter verbracht, nämlich
- – zum ersten Mal vor dem ersten Sortierlauf, um in diesen Behältern zur Vorbehandlungseinrichtung und von dieser Einrichtung erstmals zur Sortieranlage transportiert zu werden,
- – zum zweiten Mal nach dem ersten Sortierlauf und vor dem zweiten Sortierlauf, um die Postsendungen von den Sortierendstellen Se.1, Se.2, ... zurück zur Zuführeinrichtung ZE zu transportieren, und
- – zum dritten Mal, um die sortierten Postsendungen von den Sortierendstellen Se.1, Se.2, ... abzutransportieren.
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Möglich ist auch, die lösungsgemäßen Behälter ausschließlich innerhalb der Sortieranlage Sa zu verwenden, nämlich dazu, nach einem Sortierlauf Postsendungen von einer Sortierendstelle Se.1, Se.2, ... zur Zuführeinrichtung ZE zurückzutransportieren, damit die Postsendungen in einem nachfolgenden Sortierlauf erneut die Sortieranlage durchlaufen. Die lösungsgemäßen Behälter verbleiben also in dieser Ausgestaltung in der Sortieranlage Sa. Um die Postsendungen zur Sortieranlage Sa zu transportieren und um sie von den Sortierendstellen Se.1, Se.2, ... abzutransportieren, werden in dieser Ausgestaltung andere Behälter verwendet.
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Jeweils ein Stapel Postsendungen wird nach einem Sortierlauf von der Sortierendstelle Se.1, Se.2, ... zur Zuführeinrichtung ZE verbracht. Die Reihenfolge der Postsendungen im Stapel bleibt hierbei erhalten, wird also nicht verändert. Dies wird oft gewünscht, um Fehler beim Sortieren zu vermeiden.
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Um einen lösungsgemäßen Behälter mit Postsendungen zu befüllen, wird der Behälter in eine Befüllposition verbracht. Der Behälter befindet sich sowohl dann in der Befüllposition, wenn die Postsendungen vor dem ersten Sortierlauf in den Behälter zu verbringen sind, also auch dann, wenn die Sortieranlage Sa nach einem Sortierlauf in einer Sortierendstelle Se.1, Se.2, ... den Behälter befüllt.
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3 zeigt in einer Seitenansicht den Behälter in der Befüllposition, wobei die Längsachse in der Zeichenebene liegt. 4 zeigt den Behälter von 3 in einer anderen Seitenansicht, wobei die Längsachse senkrecht auf der Zeichenebene steht. In 2 wird ein lösungsgemäßer Behälter Beh-1 in einer Befüllposition unter der Sortierendstelle Se.1 gezeigt.
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In dieser Befüllposition zeigt die längste Seitenwand Sw-1 nach unten und die kürzeste Seitenwand Sw-k nach oben. Der Boden Bo steht senkrecht. Die Längsachse La des Behälters verläuft waagerecht. Die längste Seitenwand Sw-1 mit der Deckel-Drehachse D-DA, um die der Deckel De drehbar gelagert ist, liegt auf einer Auflagefläche. Die drehbar gelagerte kürzeste Seitenwand Sw-k ist oder wird so gedreht, dass eine nach oben zeigende Öffnung im Behälter entsteht. Falls die kürzeste Seitenwand Sw-k zuvor auf beiden abgeschrägten Seitenwänden Sw-b, Sw-s ruhte, so wird die kürzeste Seitenwand Sw-k und die Seitenwand-Drehachse Sw-DA gedreht. Vorzugsweise wird die kürzeste Seitenwand Sw-k auch an ihrem freien Ende mit der befestigenden abgeschrägten Seitenwand Sw-b verbunden, so dass die beiden Seitenwände Sw-k, Sw-b parallel zueinander verlaufen. Vorzugsweise ist der Deckel De geschlossen, wenn sich der Behälter in der Befüllposition befindet, damit keine Postsendung aus dem Behälter fallen kann.
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Wie bereits dargelegt, wird in einer Ausgestaltung ein lösungsgemäßer Behälter dafür verwendet, um Postsendungen vor dem ersten Sortierlauf zur Zuführeinrichtung ZE der Sortieranlage zu verbringen. In dieser Anwendung fungiert die Zuführeinrichtung ZE als Zielpunkt.
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Um die Postsendung vor dem ersten Sortierlauf zur Sortieranlage zu verbringen, werden jeweils mehrere Postsendungen in einen lösungsgemäßen Behälter verbracht und dort gestapelt. Sobald ein lösungsgemäßer Behälter gefüllt ist, wird der gefüllte Behälter aus der Befüllungsposition in eine Transportposition verbracht. Um den Behälter in die Transportposition zu verbringen, werden der Deckel De und die kürzeste Seitenwand Sw-k geschlossen. Der Deckel De wird hierfür um die Deckel-Drehachse D-DA gedreht, die kürzeste Seitenwand Sw-k um die Seitenwand-Drehachse D-DA. Die Befestigungselemente rasten in die korrespondierenden Aufnahmeelemente ein.
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Möglich ist, den Behälter so um 90° zu drehen, dass die Längsachse LA senkrecht steht und der Boden nach unten zeigt. Möglich ist auch, den Behälter zum Transportieren in einer Position zu belassen, in der die Längsachse LA waagerecht verläuft.
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Wie bereits dargelegt, umfasst die Zuführeinrichtung ZE einen Vereinzeler („singulator”). Der Vereinzeler ist dazu ausgestaltet, einen Stapel von aufrecht stehenden Postsendungen zu vereinzeln. Die zu vereinzelnden Postsendungen müssen zuvor an zwei Kanten ausgerichtet sein. Der Vereinzeler vereinzelt die Postsendungen so, dass ein Strom von aufrecht stehenden und zueinander beabstandeten Postsendungen den Vereinzeler verlässt.
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Die Zuführeinrichtung ZE besitzt außerdem eine Ausrichtvorrichtung, die dem Vereinzeler vorgeschaltet ist. In einer Ausgestaltung werden die Postsendungen bereits im Behälter soweit als möglich ausgerichtet und erreichen bereits teilweise ausgerichtet die nachfolgende Ausrichtvorrichtung.
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Vorzugsweise wird der Behälter hierfür nacheinander in zwei Ausrichtpositionen verbracht. In beiden Ausrichtpositionen sind der Deckel De und die kürzeste Seitenwand Sw-k geschlossen. In der einen Ausrichtposition zeigt die eine abgeschrägte Seitenwand nach unten und die andere abgeschrägte Seitenwand nach oben. Die Längsachse LA verläuft waagerecht. Die Schwerkraft richtet die Postsendungen, die aufrecht im Behälter stehen, so aus, dass die Postsendungen an den Kanten ausgerichtet werden, mit denen die Postsendungen auf der unteren abgeschrägten Seitenwand stehen.
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Nunmehr wird der Behälter mit geschlossenem Deckel De und geschlossener kürzesten Seitenwand Sw-k in die andere Ausrichtposition verbracht. In dieser anderen Ausrichtposition befindet sich der Boden Bo unten, und die Längsachse La steht senkrecht. Die Postsendungen stehen weiterhin aufrecht im Behälter. Die Schwerkraft richtet die Postsendungen nunmehr an dem Boden Bo aus. Die Postsendungen sind danach an zwei Kanten ausgerichtet.
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Nunmehr wird der Behälter in eine Umladeposition verbracht. 5 zeigt den lösungsgemäßen Behälter Beh-1 in der Umladeposition auf der Zuführeinrichtung ZE. 6 zeigt den Behälter von 5 in einer anderen Seitenansicht, wobei die Längsachse senkrecht auf der Zeichenebene steht. In 2 wird ein lösungsgemäßer Behälter Beh-2 auf der Zuführeinrichtung ZE gezeigt.
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Ein lösungsgemäßer Behälter wird immer dann in die Umladeposition verbracht, wenn die Postsendungen aus dem Behälter auf die Zuführeinrichtung ZE umzuladen sind, um danach in einem Sortierlauf die Sortieranlage zu durchlaufen. In dieser Umladeposition verläuft die Längsachse LA des Behälters waagerecht. Die befestigende abgeschrägte Seitenwand Sw-b zeigt nach oben, die stützende abgeschrägte Seitenwand Sw-b nach unten. Der Behälter ruht also auf der stützenden abgeschrägten Seitenwand Sw-s.
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Die kürzeste Seitenwand Sw-k und der Deckel De werden geöffnet. Vorzugsweise wird die kürzeste Seitenwand Sw-k so weit wie möglich um die Seitenwand-Drehachse S-DA gedreht und dadurch vollständig geöffnet, so dass die kürzeste Seitenwand Sw-k auf der befestigenden abgeschrägten, nunmehr oberen Seitenwand Sw-b liegt. Der Deckel De wird mindestens so weit geöffnet, dass der Deckel De und die längste Seitenwand Sw-1 eine Ebene bilden, vorzugsweise noch weiter geöffnet. Die Postsendungen stehen aufrecht auf der stützenden abgeschrägten, nunmehr unteren Seitenwand Sw-s.
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Weil die kürzeste Seitenwand Sw-k vollständig geöffnet ist, können die aufrecht stehenden Postsendungen umfallen und aus dem Behälter fallen. Dies ist nicht erwünscht. Daher drückt ein Halteelement seitlich gegen den Stapel Postsendungen und drückt den Stapel gegen die längste Seitenwand Sw-1. Weil die kürzeste Seitenwand Sw-k vollständig geöffnet ist, kann das Halteelement durch die dadurch entstehende Öffnung in den Innenraum des Behälters eingreifen. Das Halteelement besitzt eine Stützfläche und hat z. B. die Form eines Stempels oder eines Pilzes mit waagerechtem Stiel.
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Vorzugsweise sind in die längste Seitenwand Sw-1 Aussparungen Aus-l.1, Aus-l.2, Aus-l.3 in Form von Schlitzen eingelassen, die parallel zur Längsachse verlaufen. Dank dieser Schlitze vermag ein weiteres Halteelement in den Innenraum des Behälters einzugreifen. Dieses weitere Halteelement hat z. B. ein gabelförmiges Element, wobei jede Forke dieser Gabel durch jeweils einen Schlitz passt. Schlitze und Forken sind entsprechend ausgestaltet. Dadurch wird ermöglicht, dass das Halteelement und das weitere Halteelement den Stapel aufrecht stehender Postsendungen zwischen sich einklemmen und durch eine synchronisierte Bewegung der beiden Halteelemente aus dem Behälter hinaus verschieben.
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Möglich ist auch, dass die beiden Halteelemente den Stapel fassen und der Behälter abgezogen wird. In beiden Fällen wird eine Relativbewegung zwischen dem gehaltenen Stapel und dem Behälter ausgeführt.
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In einer Ausgestaltung greift das weitere, gabelförmige Halteelement von außen durch die längste Seitenwand Sw-1 in den Innenraum des Behälters ein. In einer anderen Ausgestaltung wird das gabelförmige weitere Halteelement durch die Öffnung, die durch das Öffnen des Deckels De entstanden ist, hindurch in den Behälter-Innenraum geführt. Durch diese Bewegung wird der Stapel Postsendungen von der längsten Seitenwand Sw-1 abgedrückt.
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Ein Mensch oder ein Handhabungsautomat entnimmt den Stapel Postsendungen mittels der beiden Halteelemente oder manuell aus dem Behälter und verbringt den Stapel zur Zuführeinrichtung ZE der Sortieranlage. Der Stapel Postsendungen wird zum Vereinzeler gefördert und von diesem Vereinzeler vereinzelt.
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Die Postsendungen durchlaufen nunmehr für den ersten Sortierlauf die Sortieranlage Sa. Abhängig von dem jeweiligen Zielpunkt werden die Postsendungen auf die Sortierendstellen Se.1, Se.2, ... verteilt. Zu jeder Sortierendstelle, die im ersten Sortierlauf verwendet wird, wird außerdem jeweils ein lösungsgemäßer Behälter transportiert. Sortieranlagen mit Sortierendstellen und Behältern sind z. B. aus
US 6,501,041 B1 und
US 5,421,464 bekannt. Diese lösungsgemäßen Behälter wurden zuvor in die Befüllposition verbracht. Die Postsendungen gelangen von oben durch die jeweilige Öffnung, die durch das Öffnen der kürzesten Seitenwand Sw-k entsteht, in den Behälter.
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2 zeigt den lösungsgemäßen Behälter Beh-2 in der Befüllposition unter der Sortierendstelle Se.1.
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Vorzugsweise befindet sich ein Zwischenspeicher oder eine Haltevorrichtung für Postsendungen oberhalb des Behälters. Der Behälter steht auf einer Auflagefläche. Der Zwischenspeicher oder die Haltevorrichtung wird in eine Abwurfposition relativ zum Behälter verbracht. Jede Postsendung im Zwischenspeicher oder an der Haltevorrichtung gleitet durch das eigene Gewicht in den Behälter.
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Indem nacheinander mehrere Zwischenspeicher oder Haltevorrichtungen in eine Abwurfposition relativ zu demselben Behälter verbracht werden, werden Postsendungen aus mehreren Zwischenspeichern in den Behälter verbracht. Weil die Postsendungen im Behälter einen Stapel bilden, werden die Postsendungen von verschiedenen Zwischenspeichern oder Haltevorrichtungen durch die Abwurf-Reihenfolge sortiert und befinden sich in einer Reihenfolge im Behälter, die von der Abwurf-Reihenfolge abhängt.
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In einer Ausgestaltung fungiert jeweils eine Speichertasche als Zwischenspeicher. Diese Speichertasche vermag Briefe vieler Formatklassen aufzunehmen, insbesondere auch Großbriefe. Die Postsendungen werden von oben oder seitlich in die Speichertasche verbracht. Die Speichertasche besitzt eine verschließbare Öffnung im unteren Bereich, z. B. eine Klappe. Sobald sich die Speichertasche in der Abwurfposition relativ zu einem Behälter befindet, wird die Öffnung geöffnet, und alle Postsendungen gleiten aus der Speichertasche in den Behälter.
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Möglich ist es, stattdessen jede Postsendung mittels einer eigenen Haltevorrichtung („escort”) zu transportieren. Die Postsendung wird zeitweise mit der Haltevorrichtung verbunden. Diese Haltevorrichtung kann als Klammer ausgestaltet sein und einen Datenspeicher besitzen, in dem Sortierinformationen über die Postsendung abgespeichert sind. Während des Sortierens liest die Sortieranlage diesen Datenspeicher aus. Um eine Postsendung von der Haltevorrichtung in den Behälter zu verbringen, wird die Verbindung zwischen der Haltevorrichtung und der Postsendung gelöst, z. B. indem die Klammer geöffnet wird. Die Postsendung gleitet oder fällt in den Behälter.
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Vorzugsweise gehört die Auflagefläche, auf der der Behälter in der Sortierendstelle befüllt wird, zu einem Förderband. Oder der befüllte Behälter wird auf ein Förderband geschoben. Das Förderband transportiert den befüllten Behälter zurück zur Zuführeinrichtung, z. B. so wie in
US 6,501,041 B1 oder
US 5,421,464 beschrieben.
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Vorzugsweise verbleibt der Behälter in der Befüllposition, während das Förderband den befüllten Behälter zurück zur Zuführeinrichtung transportiert. Dies spart den Schritt ein, den Behälter manuell für den Transport zurück zur Zuführeinrichtung in eine andere Position zu bewegen. Vielmehr lassen sich das Befüllen und der Rücktransport vollständig automatisch durchführen.
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Die kürzeste Seitenwand Sw-k bleibt während des Transports zurück zur Zuführeinrichtung ZE geöffnet. Sie ist durch die Befestigungs- und Aufnahmeelemente lösbar mit der befestigenden abgeschrägten Seitenwand Sw-b verbunden oder in einer bestimmten Position arretiert. Auch der Deckel De ist befestigt oder arretiert. Der Deckel De verbleibt in der Stellung, in der er sich befand, während der Behälter befüllt wurde. Dadurch wird verhindert, dass der Deckel De oder die kürzeste Seitenwand Sw-k sich beim Transport relativ zum Behälter bewegt, was die Sortieranlage oder den Deckel De oder die Seitenwand Sw-k beschädigen konnte.
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Der Behälter wird in der Befüllposition mitsamt den Postsendungen zur Zuführeinrichtung ZE zurücktransportiert. Sobald der gefüllte Behälter die Zuführeinrichtung ZE erreicht hat, greift ein Halteelement so wie oben beschrieben durch diejenige Öffnung in das Innere des Behälters, die durch das Öffnen der kürzesten Seitenwand Sw-k entstanden ist. Weil diese Öffnung nach oben zeigt, greift das Halteelement von oben in den Behälter ein.
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Anschließend wird der befüllte Behälter in die Umladeposition verbracht. Hierfür wird der Behälter um seine Längsachse LA gedreht. Nach der Drehung liegt der Behälter auf der stützenden abgeschrägten Seitenwand Sw-s. Die kürzeste Seitenwand Sw-k bleibt geöffnet. Erst nach dem Drehen wird der Deckel De geöffnet, damit ein weiteres Halteelement durch die Öffnung, die durch das Öffnen des Deckels De entsteht, in den Innenraum des Behälters eingreifen kann.
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Vorzugsweise wird der Stapel Postsendungen im Behälter mit dem oben beschriebenen Halteelement während des Drehens gegen die längste Seitenwand Sw-1 gedrückt. Das Halteelement greift durch diejenige Öffnung hindurch, die durch das Öffnen der kürzesten Seitenwand Sw-k entstanden ist. Beispielsweise hält das Halteelement den Stapel, während der gefüllte Behälter gedreht wird.
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Der Stapel Postsendungen wird auf die Zuführeinrichtung ZE verbracht, und zwar vorzugsweise mit Hilfe der Haltevorrichtung. Der Stapel wird zum Vereinzeler transportiert. Der Vereinzeler vereinzelt den Stapel. Die Postsendungen durchlaufen im zweiten Sortierlauf die Sortieranlage Sa. Die Sortieranlage verteilt die Postsendungen auf die Sortierendstellen Se.1, Se.2, ....
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Danach werden die Postsendungen so wie oben beschrieben wieder in Behälter verbracht. Vorzugsweise werden die Behälter auch nach dem zweiten Sortierlauf in lösungsgemäße Behälter verbracht, welche sich in der Befüllposition befinden.
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Auch nach dem letzten Sortierlauf werden in einer Ausgestaltung die Postsendungen in lösungsgemäße Behälter verbracht. In dieser Ausgestaltung werden diese Behälter zu den Briefzustellern transportiert. Während des Transports befindet sich jeder Behälter in einer Transportposition.
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Ein Zusteller nimmt sich einen befüllten Behälter und transportiert den Behälter entlang einer Zustellroute. Diese Zustellroute ist ein Teil der gesamten Gangfolge. Hierbei erreicht der Zusteller mit dem Behälter nacheinander die Zielpunkte seiner Zustellroute. Der Zusteller verteilt die Postsendungen korrekt auf die Zielpunkte. Im Ausführungsbeispiel sind die Postsendungen bereits gemäß der Gangfolge sortiert. Daher braucht der Zusteller nur jeweils die vorderste Postsendung oder die vorderen Postsendungen aus dem Behälter zu entnehmen, in welchem die Postsendungen aufrecht stehen. Möglich ist aber auch, dass der Zusteller eine Postsendung aus dem Inneren des Stapels im Behälter entnimmt.
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Um die Entnahme von Postsendungen zu erleichtern, wird der Behälter in eine Entnahmeposition verbracht.
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Manchmal wird gewünscht, die Postsendungen im Behälter manuell zu inspizieren und einzelne Postsendungen aus dem Behälter zu entnehmen, z. B. beschädigte Postsendungen. Oder aber mehrere Postsendungen, die sich aneinander verhakt haben, sollen manuell voneinander getrennt werden. Auch für diese Zwecke wird der Behälter in eine Entnahmeposition verbracht.
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In dieser Entnahmeposition verläuft die Längsachse senkrecht oder schräg. Der Behälter steht auf dem Boden Bo. Die Postsendungen stehen aufrecht auf dem Boden Bo. Der Behälter wird so orientiert, dass die kürzeste, nunmehr senkrechte Seitenwand Sw-k zu einem Bearbeiter oder einem Handhabungsautomaten hin zeigt. Durch eine leichte Schrägstellung der Längsachse LA kann eine besonders ergonomische Position des Behälters erreicht werden. Die Schrägstellung wird erreicht, indem der Behälter auf einen schrägen Untergrund gestellt wird. Der Deckel De wird geöffnet, und die kürzeste Seitenwand Sw-k bleibt geschlossen. Vorzugsweise wird der Deckel De mittels der Arretiervorrichtung arretiert. Nunmehr kann ein Bearbeiter auf die Postsendungen im Inneren des Behälters zugreifen.
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Einem Bearbeiter, Zusteller oder Handhabungsautomaten wird es dank der Ausgestaltung mit unterschiedlich langen Seitenwänden erleichtert, auf bestimmte Postsendungen zuzugreifen. Ein Zugriff wäre deutlich schwieriger, wenn der Behälter die Form eines Quaders hätte. Bezugszeichenliste
| Bezugszeichen | Bedeutung |
| Aus | Aussparung in der stützenden abgeschrägten Seitenwand Sw-s |
| Aus-l.1, Aus-l.2, Aus-l.3 | Aussparungen in der längsten Seitenwand Sw-1 |
| Aus-b | Aussparung in der befestigenden abgeschrägten Seitenwand Sw-b |
| Beh | Lösungsgemäßer Behälter |
| Beh-1 | Behälter unter der Sortierendstelle Se.1 |
| Beh-2 | Behälter auf der Zuführeinrichtung ZE |
| Bo | Boden des Behälters Beh |
| D-DA | Deckel-Drehachse |
| De | Deckel des Behälters Beh |
| Fb | Fördereinrichtung der Sortieranlage Sa |
| FE-1, FE-2 | Führungselemente am Deckel De |
| LA | Längsachse des Behälters Beh |
| Sa | Sortieranlage |
| Se.1, Se.2, ... | Sortierendstellen der Sortieranlage Sa |
| Sw-b | befestigende abgeschrägte Seitenwand des Behälters Beh |
| Sw-DA | Seitenwand-Drehachse |
| Sw-k | kürzeste Seitenwand des Behälters Beh |
| Sw-1 | längste Seitenwand des Behälters Beh |
| Sw-s | stützende abgeschrägte Seitenwand des Behälters Beh |
| ZE | Zuführeinrichtung der Sortieranlage Sa |
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ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
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- US 6501041 B1 [0003, 0075, 0081]
- US 5421464 [0003, 0075, 0081]
- DE 19835233 A1 [0004]
- DE 10234516 B4 [0004]
- DE 102006029889 B3 [0004]
- DE 102004019322 A1 [0004]
- DE 202008001746 U1 [0004]
- DE 10211716 A1 [0004]
- EP 1227985 B2 [0005]
- US 5865334 [0005]