DE102008009878A1 - Vorrichtung zur Kühlung einer supraleitenden Magnetspule - Google Patents

Vorrichtung zur Kühlung einer supraleitenden Magnetspule Download PDF

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Abstract

Es wird eine besonders geeignete Vorrichtung (10) zur Kühlung einer supraleitenden Magnetspule (9) eines Teilchenbeschleunigers, insbesondere einer Teilchenbestrahlungseinrichtung (1), mit drehbarem Strahlauslass (2) angegeben. Die Vorrichtung (10) umfasst eine mit Zu- bzw. Ableitungen (25, 29, 40) versehene Kühleinheit (12), welche zur Versorgung eines die Magnetspule (9) aufnehmenden Kryostaten (14) mit Kühlmittel (15) mit diesem in einem Kreislauf (13) verbunden ist. Dabei ist mindestens eine der Zu- bzw. Ableitungen (25, 29, 40) mit einer Drehdurchführung (21, 43) versehen, deren Achse (A) parallel zur Drehachse (3) des Strahlauslasses (2) angeordnet ist.

Description

  • Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Kühlung einer supraleitenden Magnetspule eines mit einem drehbaren Strahlauslass versehenen Teilchenbeschleunigers, insbesondere einer medizinischen Teilchenbestrahlungseinrichtung.
  • Zur Tumorbehandlung wird im Rahmen einer Strahlentherapie unter anderem auch Teilchenstrahlung, beispielsweise Kohlenstoffionen-Strahlung, eingesetzt.
  • Dabei werden die zur Bestrahlung eingesetzten Teilchen beschleunigt und anschließend derart abgelenkt, dass sie auf eine zu behandelnde Körperstelle eines Patienten auftreffen. Um eine Bestrahlung des Patienten aus unterschiedlichen Richtungen zu ermöglichen, sind manche Bestrahlungseinrichtungen hierzu mit einem drehbaren Strahlauslass, einer sogenannten Gantry, versehen.
  • Insbesondere bei Bestrahlung mit Kohlenstoffionen werden zur Ablenkung häufig supraleitende Magnetspulen eingesetzt. Um eine Supraleitung in den Magnetspulen zu erreichen, werden die Magnetspulen auf eine Temperatur von 4 K gekühlt.
  • Diese Kühlung erfolgt häufig als Badkühlung durch einen geschlossenen Helium-Kreislauf zwischen einem die Magnetspule aufnehmenden Kryostaten und einer externen Kühleinheit. Dabei wird flüssiges Helium von der Kühleinheit dem Kryostaten zugeführt, verdampft dort bei der Kühlung der Magnetspule, wird zur Kühleinheit zurückgeführt, und anschließend in der Kühleinheit wieder rückverflüssigt.
  • Oft erfolgt auch eine trockene Kühlung der Magnetspule durch in der Nähe der Magnetspule angebrachte metallische Kühlkörper, welche durch sogenannte Kaltköpfe gekühlt werden. Zur Kühlung der Kaltköpfe wird wiederum flüssiges Helium durch diese hindurch geleitet.
  • Üblicherweise erfolgt die notwendige Heliumversorgung sowohl bei der Badkühlung als auch bei der trockenen Kühlung über vergleichsweise lange Transferleitungen.
  • Bei einer Bestrahlungseinrichtung mit einer Gantry werden diese Transferleitungen normalerweise über eine sogenannte Wickeltrommel geführt und bei einer Drehung des Strahlauslasses auf dieser auf- bzw. abgewickelt. Dabei sind die Transferleitungen durch die Drehung des Strahlauslasses ständig wechselnden Biegebelastungen ausgesetzt und aus diesem Grund verschleißanfällig.
  • Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine besonders geeignete Vorrichtung zur Kühlung einer supraleitenden Magnetspule eines Teilchenbeschleunigers, insbesondere einer Teilchenbestrahlungseinrichtung, mit drehbarem Strahlauslass anzugeben.
  • Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1. Hierbei ist vorgesehen, dass die Vorrichtung eine mit Zu- bzw. Ableitungen versehene Kühleinheit umfasst, welche zur Versorgung eines die Magnetspule aufnehmenden Kryostaten mit Kühlmittel mit diesem in einem Kühlmittel-Kreislauf verbunden ist. Dabei ist mindestens eine der Zu- bzw. Ableitungen mit einer Drehdurchführung versehen, deren Achse parallel, insbesondere koaxial, zur Drehachse des (nachfolgend als Gantry bezeichneten) Strahlauslasses angeordnet ist.
  • Als Drehdurchführung ist hierbei ein Leitungsverbindungsstück bezeichnet, dass eine nach außen abgedichtete Kühlmittelüberleitung zwischen einem rotierenden Teil und einem feststehenden Teil der Zu- oder Ableitung ermöglicht.
  • Durch den Einsatz der mindestens einen Drehdurchführung werden Biege- oder Torsionsbelastungen der Zu- bzw. Ableitungen der Kühleinheit bei einer Gantrydrehung weitgehend vermieden. Hierdurch ist der Leitungsverschleiß signifikant reduziert. Darüber hinaus ist es sogar möglich, starre Leitungen, welche besonders gut thermisch isolierbar sind, als Zu- bzw. Ableitungen einzusetzen.
  • Gleichzeitig ermöglicht der Einsatz einer externen, außerhalb eines die Spule umgebenden Isoliervakuums angeordneten Kühleinheit eine vergleichsweise einfache Wartung der Vorrichtung. Alle Verschleißteile der Kühleinheit können ausgetauscht werden, während der Kryostat kalt bleibt. Da der Kryostat bei der Wartung nicht erwärmt und anschließend wieder abgekühlt werden muss, können lange Ausfallzeiten der Teilchenbestrahlungseinrichtung, die bei herkömmlichen Anlagen mitunter im Bereich von mehreren Wochen liegen können, weitestgehend vermieden werden.
  • In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform ist die Kühleinheit auf einer mobilen Plattform angeordnet, welche gegenüber der Gantry derart verdrehbar gelagert ist, dass sie gegenüber dem umgebenden Raum drehfest ist.
  • Durch diese Anordnung der Kühleinheit bleibt der Flüssigkeitsspiegel des Kühlmittels in der Kühleinheit unabhängig von der Gantrystellung bezüglich der Kühleinheit stets in einer festen Solllage. Er rotiert also bei einer Gantrydrehung insbesondere nicht in Bezug auf die Kühleinheit. Hierdurch ist mit vergleichsweise einfachen Mitteln ein einwandfreier Betrieb der Kühleinheit sichergestellt.
  • Bevorzugt wird die Plattform durch ihre Schwerkraft drehfest gegenüber dem umgebenden Raum gehalten. In einer alternativen Ausführung ist vorgesehen, die Plattform durch einen Antrieb, welcher eine zur Drehung der Gantry gegensinnige Bewegung der Plattform verursacht, drehfest gegenüber dem umgebenden Raum zu halten.
  • Vorzugsweise ist die Kühleinheit in einem freien Innenraum der Gantry angeordnet, um den herum die Gantry rotiert. Durch diese Anordnung der Kühleinheit, sozusagen im Inneren der Gantry, ist es möglich, die Kühleinheit besonders nah bei dem Kryostaten anzuordnen. Dies resultiert in besonders kurzen Zu- bzw. Ableitungen von der Kühleinheit zum Kryostaten. Hierdurch wird vorteilhafterweise ein Wärmeeintrag über die Zu- und Ableitungen vergleichsweise gering gehalten.
  • Eine besonders einfache Leitungsführung wird bevorzugt dadurch erzielt, dass die Kühleinheit etwa im Bereich der Drehachse des Strahlauslasses angeordnet ist. Vorteilhafterweise ist insbesondere mindestens eine der Drehdurchführungen koaxial mit der Drehachse des Strahlauslasses angeordnet.
  • Zweckmäßigerweise ist zumindest eine Ableitung der Kühleinheit als Speiseleitung zur Versorgung des Kryostaten mit Kühlmittel ausgebildet. Die Speiseleitung ist an einen Speisestutzen des Kryostaten angeschlossen, welcher vorteilhafterweise derart am Kryostaten angeordnet ist, dass er sich bei bestimmungsgemäßer Füllung des Kryostaten mit Kühlmittel stets – d. h. insbesondere in jeder Gantrystellung – unterhalb der Flüssigkeitsoberfläche des Kühlmittels befindet.
  • In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform sind eine oder mehrere Zuleitungen der Kühleinheit als Rücklaufleitungen zur Rückleitung von verdampftem Kühlmittel vom Kryostaten zur Kühleinheit ausgebildet. Die oder jede Rücklaufleitung ist an einem Rücklaufstutzen des Kryostaten angeschlossen. Vorzugsweise sind mehrere dieser Rücklaufstutzen derart am Kryostaten angeordnet, dass sich im bestimmungsgemäß gefüllten Zustand des Kryostaten stets – also wiederum in jeder Drehlage der Gantry, bzw. des Kryostaten – mindestens ein Rücklaufstutzen oberhalb der Flüssigkeitsoberfläche befindet.
  • Zweckmäßigerweise ist jede Rücklaufleitung mit einem steuerbaren Ventil versehen. Diese Ventile sind dabei vorteilhaft erweise in Abhängigkeit von der Drehstellung der Gantry derart angesteuert, dass stets mindestens eines derjenigen Ventile geöffnet ist, deren zugehörige Rücklaufleitung in den oberhalb der Flüssigkeitsoberfläche liegenden Gasraum des Kryostaten mündet. Andererseits sind die Ventile derart angesteuert, dass stets zumindest die Ventile geschlossen sind, deren zugehörige Rücklaufleitungen unterhalb der Flüssigkeitsoberfläche in den Kryostaten münden.
  • In einer weiteren Ausführungsform umfasst mindestens eine der Drehdurchführungen eine Innen- und eine Außendurchführung, welche konzentrisch angeordnet sind. Bevorzugt ist hierbei die oder jede Speiseleitung mit der Innendurchführung verbunden, wohingegen die oder jede Rücklaufleitung mit der Außendurchführung verbunden ist. Bei dieser Ausführung wird der Wärmeverlust im Bereich der Drehdurchführung gering gehalten, zumal die flüssiges Helium führende Innendurchführung durch das rückströmende Heliumgas gegenüber der Umgebung vorgekühlt wird. In bevorzugter Ausführung der Vorrichtung ist vorgesehen, dass mehrere von dem Kryostaten abgehende Rücklaufleitungen vor oder im Bereich der Außendurchführung baumartig zusammenlaufen.
  • Zweckmäßigerweise ist als weitere Ableitung der Kühleinheit eine Quenchleitung vorgesehen, die ausgehend von der Kühleinheit in einen Umgebungsbereich außerhalb der Gantry, insbesondere zu einem außerhalb der Gantry angeordneten Auffangbehälter für Kühlmittel führt. Die Quenchleitung dient dazu, im Falle eines sogenannten Magnetquench, d. h. bei einem Zusammenbruch der Supraleitung in der Spule das in diesem Fall schlagartig verdampfende Kühlmittel sicher aus dem Kühlkreislauf abzuleiten. In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist diese Quenchleitung mit einer Drehdurchführung versehen.
  • Vorteilhafterweise sind die Kühleinheit, die Zu- bzw. Ableitungen und der Kryostat für verflüssigtes Helium als Kühlmittel ausgelegt.
  • Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigt die einzige Figur in schematischer Darstellung einen Teil einer medizinischen Teilchenbestrahlungseinrichtung 1 zur Bestrahlung eines (nicht dargestellten) Patienten mit Kohlenstoffionen. Die Teilchenbestrahlungseinrichtung 1 umfasst einen als Gantry 2 bezeichneten Strahlauslass.
  • Die um eine Drehachse 3 drehbare Gantry 2 umfasst einen schematisch angedeuteten Ionenkanal 4 (auch als Beam-Line bezeichnet), in dessen Inneren die beschleunigten Kohlenstoffionen als Ionenstrahl 5 entlanglaufen. Im Eintrittsbereich des Ionenstrahls 5 in die Gantry 2 (in der Darstellung am linken Rand der Figur) verläuft der Ionenkanal 4 zunächst konzentrisch mit der Drehachse 3 und geht dann in einem etwa S-förmigen Bogen in einen zur Drehachse 3 parallelen Bereich über. Daran anschließend geht der Ionenkanal 4 in einem im Wesentlichen rechtwinkligen Bogen 6 in einen etwa senkrecht zur Drehachse 3 verlaufenden Bereich über, der in einem gewissen Abstand zur Drehachse 3 endet. In diesem Bereich tritt der Ionenstrahl 5 senkrecht zur Drehachse 3 aus dem Ionenkanal 4 aus. Der Schnittpunkt des Ionenstrahls 5 mit der Drehachse 3 definiert dabei ein sogenanntes Isozentrum 7.
  • Die Gantry 2 kann in eine beliebige Drehstellung um die Drehachse 3 gedreht werden, sodass ein etwa im Isozentrum 7 befindlicher Patient aus einem beliebigen Gantry-Drehwinkel bestrahlt werden kann. Bei einer 360°-Drehung der Gantry 2 umrundet der Ionenkanal 4 ein freies (in der Darstellung durch eine strichpunktierte Linie umgrenztes) freies Volumen, das nachfolgend als Innenraum 8 der Gantry 2 bezeichnet ist.
  • Im Bereich des rechtwinkligen Bogens 6 ist eine supraleitende Magnetspule 9 zur Ablenkung des Ionenstrahls 5 angebracht.
  • Zur Kühlung der Magnetspule 9 ist eine Vorrichtung 10 vorgesehen. Die Vorrichtung 10 umfasst im Wesentlichen eine auf einer mobilen Plattform 11 angeordnete Kühleinheit 12, welche in einem Kühlkreislauf 13 mit einem die Magnetspule 9 aufnehmenden Kryostaten 14 verbunden ist. Als Kühlmittel wird Helium 15 eingesetzt, welches in flüssiger Form in den Kryostaten 14 geleitet wird, bei der Kühlung der Magnetspule 9 im Kryostaten 14 verdampft, zur Kühleinheit 12 rückgeführt und dort rückverflüssigt wird.
  • Die Plattform 11 und die Kühleinheit 12 sind im Innenraum 8 der Gantry 2 angeordnet. Damit sich die Plattform 11 bei einer Drehung der Gantry 2, bzw. des Innenkanals 4 nicht mitdreht, ist sie mit einem Lager 16 drehbar an einem mit dem Innenkanal 4 starr verbundenen Träger 17 angebracht. Durch ihre Schwerkraft wird die Plattform 11 drehfest gegenüber dem umgebenden Raum gehalten. Sie nimmt also unabhängig von der Drehstellung des Gantry 2 stets die in der Figur dargestellte Orientierung zu dem umgebenden Raum ein.
  • Die Kühleinheit 12 ist als sogenannte „Cold-Box" ausgebildet. Sie ist teilweise mit verflüssigtem Helium 15 gefüllt. An ihrer von der Plattform 11 abgewandten Oberseite 18 ragt zur Rückverflüssigung des Heliums 15 mindestens ein sogenannter Kaltkopf 19 in die Kühleinheit 12 hinein. Durch die drehfeste Anordnung der Plattform 11, bzw. der Kühleinheit 12 ragt dabei der Kaltkopf 19 stets ausschließlich in den Gasraum der Kühleinheit 12. Der Kaltkopf 19 ist mit einem nicht dargestellten, auch auf der Plattform 11 angeordneten Kompressor verbunden. An einer an die Oberseite 18 angrenzenden Seitenfläche 20 der Kühleinheit 12 ist oberhalb des Helium-Flüssigkeitsspiegels eine doppelte Drehdurchführung 21 mit einer Innendurchführung 22 und einer dazu konzentrischen Außendurchführung 23 angebracht. Die Achse A der doppelten Drehdurchführung 21 ist dabei koaxial mit der Drehachse 3 angeordnet.
  • Zur Realisierung des Kühlkreislaufs 13 ist an die Innendurchführung 22 eine mit einer Speisepumpe 24 zur Förderung des flüssigen Heliums 15 versehene Speiseleitung 25 angebracht. Im Inneren der Kühleinheit 12 ragt die Speiseleitung 25 in die flüssige Phase des Heliums 15. Die Speiseleitung 25 ist andererseits an einen Speisestutzen 26 des Kryostaten 14 angeschlossen. Dabei ist der Speisestutzen 26 derart etwa mittig am Kryostaten 14 angeordnet, dass er sich im bestimmungsgemäß gefüllten Zustand des Kryostaten 14 stets unterhalb der dortigen Flüssigkeitsoberfläche 27 befindet. D. h. die Speiseleitung 25 mündet unabhängig von der Drehlage der Gantry 2 und damit in jeder Position des an der Gantry 2 angebrachten Kryostaten 14 stets in die flüssige Phase des im Kryostaten 14 angesammelten Heliums 15.
  • Zur Rückleitung des verdampften Heliums 15 sind mehrere, im dargestellten Beispiel vereinfacht drei, mit je einem ansteuerbaren Ventil 28 versehene Rücklaufleitungen 29 vorgesehen, die auf ihrem Weg zu der Außendurchführung 23 baumartig zusammenlaufen. In den Kryostat 14 münden die Rücklaufleitungen 29 an korrespondierenden Rücklaufstutzen 30. Diese Rücklaufstutzen 30 sind derart an dem Kryostaten 14 angebracht, dass sich im bestimmungsgemäß gefüllten Zustand des Kryostaten 14 – bei jeder Drehlage der Gantry 2 und der Position des Kryostaten 14 – jeweils stets mindestens ein Rücklaufstutzen 30 oberhalb der Flüssigkeitsoberfläche 27 befindet, und somit in Kontakt zum Gasraum 31 des Kryostaten 14 steht. Dabei werden die Ventile 28 in Abhängigkeit von der Drehlage der Gantry 2 derart angesteuert, dass stets das Ventil 28 mindestens einer in den Gasraum 31 des Kryostaten 14 mündenden Rücklaufleitung 29 geöffnet ist, und andererseits stets alle in den Flüssigkeitsraum des Kryostaten 14 mündenden Rücklaufleitungen 29 gesperrt sind. Die Speiseleitung 25 und die Rücklaufleitungen 29 sind bevorzugt als starre Leitungen ausgeführt.
  • Als Vorkehrung für einen sogenannten Magnetquench, bei dem eine starke Wärmeentwicklung durch einen plötzlichen Übergang der Magnetspule 9 vom supraleitenden Zustand in den normalleitenden Zustand zu einem schlagartigen Verdampfen des Heliums 15 im Kryostaten 14 führt, ist an die Oberseite 18 der Kühleinheit 12 eine Quenchleitung 40 angebracht.
  • Die Quenchleitung 40 umfasst eine an die Kühleinheit 12 angrenzende, starre Leitung 41, die in den Gasraum der Kühleinheit 12 mündet, sowie eine flexible Leitung 42, die aus dem Innenraum 8 der Gantry 2 zu einem außerhalb der Gantry 2 angeordneten Auffangbehälter (nicht dargestellt) für das im Quenchfall entweichende Helium 15 führt. Um ein „Aufzwirbeln" der Quenchleitung 40 bei der Gantrydrehung zu verhindern, ist die starre Leitung 41 im Bereich des Trägers 17 über eine mit ihrer Achse A koaxial zur Drehachse 3 angeordnete Drehdurchführung 43 mit der flexiblen Leitung 42 verbunden. Die flexible Leitung 42 ist außenseitig des Innenkanals 4 auf eine koaxial zur Drehachse 3 auf dem Innenkanal 4 angebrachte Wickeltrommel 44 geführt. Um ein Abreißen der Leitung 42 bei der Gantrydrehung auszuschließen, umfasst die Leitung 42 eine Reservelänge, die mindestens einer Umfangslänge der Wickeltrommel 44 entspricht. Bei einer Drehung der Gantry 2 wird diese Reservelänge der flexiblen Leitung 42 auf der Wickeltrommel 44 aufgewickelt, bzw. bei einer Rückdrehung der Gantry 2 wieder abgewickelt.
  • Die Quenchleitung 40 ist in unmittelbarer Nähe ihres Anschlusses an die Kühleinheit 12 mit einer Berstscheibe 45 – oder alternativ mit einem Ventil – versehen, die die Quenchleitung 40 im Normalbetrieb verschließt, und somit unter Normalbedingung einen Wärmeeintrag über die Quenchleitung 40 in die Kühleinheit 12 weitgehend verhindert.
  • Kommt es zu einem Magnetquench, so wird das schlagartig verdampfende Helium 15 über die in diesem Moment in den Gasraum 31 mündende – geöffnete – Rücklaufleitung 29 zur Kühleinheit 12 geleitet. Durch den entstehenden Überdruck wird die Berstscheibe 45 zerstört, sodass über die Quenchleitung 40 ein Druckausgleich erfolgt, und das Helium 15 über die Quenchleitung 40 dem Heliumauffangbehälter zugeführt wird.

Claims (15)

  1. Vorrichtung (10) zur Kühlung einer supraleitenden Magnetspule (9) eines mit einem drehbaren Strahlauslass (2) versehenen Teilchenbeschleunigers, insbesondere einer medizinischen Teilchenbestrahlungseinrichtung (1), – mit einem die Magnetspule (9) aufnehmenden Kryostaten (14), der zur Kühlung der Magnetspule (9) mit einem verflüssigten Kühlmittel (15) füllbar ist, – mit einer Kühleinheit (12) zur Verflüssigung des Kühlmittels (15), sowie – mit mindestens einer Zuleitung (29) und mindestens einer Ableitung (25), über die die Kühleinheit (15) zur Bildung eines geschlossenen Kühlkreislaufs (13) mit dem Kryostaten (14) verbunden ist, wobei die Zuleitung (29) und/oder die Ableitung (25) mit einer Drehdurchführung (43) versehen sind, deren Achse (A) parallel zur Drehachse (3) des Strahlauslasses (2) angeordnet ist.
  2. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, wobei die Kühleinheit (12) auf einer mobilen Plattform (11) angeordnet ist, welche an dem Strahlauslass (2) derart drehbar gelagert ist, dass sie gegenüber dem umgebenden Raum drehfest angeordnet ist.
  3. Vorrichtung (10) nach Anspruch 2, wobei die Plattform (11) derart an dem Strahlauslass (2) angebracht ist, dass sie durch ihre Schwerkraft gegenüber dem umgebenden Raum drehfest gehalten ist.
  4. Vorrichtung (10) nach Anspruch 2, wobei die Plattform (11) durch einen Antrieb gegenüber dem umgebenden Raum drehfest gehalten ist.
  5. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Kühleinheit (12) in einem von dem Strahlauslass (2) bei einer Drehung desselben umschriebenen Innenraum (8) angeordnet ist.
  6. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Kühleinheit (12) etwa im Bereich der Drehachse (3) des Strahlauslasses (2) angeordnet ist.
  7. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei eine als Speiseleitung (25) zur Versorgung des Kryostaten (14) mit Kühlmittel (15) ausgebildete Ableitung der Kühleinheit (12) derart an den Kryostaten (14) angeschlossen ist, dass sie bei bestimmungsgemäß gefülltem Kryostaten (14) stets unterhalb der Flüssigkeitsoberfläche (27) in den Krostaten (14) mündet.
  8. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei mehrere als Rücklaufleitungen (29) zur Rückleitung von im Kryostaten (14) verdampftem Kühlmittel (15) an die Kühleinheit (12) ausgebildete Zuleitungen der Kühleinheit (12) derart an den Kryostaten (14) angeschlossen sind, dass bei bestimmungsgemäß gefülltem Kryostaten (14) stets mindestens eine der Rücklaufleitungen (29) oberhalb der Flüssigkeitsoberfläche (27) in den Kryostaten (14) mündet.
  9. Vorrichtung (10) nach Anspruch 8, wobei jede Rücklaufleitung (29) mit je einem Ventil (28) versehen ist, wobei die Ventile (28) derart angesteuert sind, dass stets die oder mindestens eine der oberhalb der Flüssigkeitsoberfläche (27) in den Kryostaten mündenden Rücklaufleitungen (29) geöffnet ist.
  10. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei mindestens eine der Drehdurchführungen (21) eine Innen- (22) und eine mit dieser konzentrische Außendurchführung (23) umfasst.
  11. Vorrichtung (10) nach Anspruch 10, wobei eine als Speiseleitung (25) zur Versorgung des Kryostaten (14) mit Kühlmittel (15) ausgebildete Ableitung der Kühleinheit (12) mit der Innendurchführung (22) verbunden ist, wohingegen mindestens eine als Rücklaufleitung (29) zur Rückleitung von im Kryostaten (14) verdampftem Kühlmittel (15) an die Kühleinheit (12) ausgebildete Zuleitung der Kühleinheit (12) mit der Außendurchführung (23) verbunden ist.
  12. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei eine weitere Ableitung der Kühleinheit (12) als Quenchleitung (40) ausgebildet ist.
  13. Vorrichtung (10) nach Anspruch 12, wobei in der Quenchleitung (40) eine Drehdurchführung vorgesehen ist.
  14. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei die Drehdurchführung bzw. mindestens eine der Drehdurchführung (21, 43) koaxial mit der Drehachse (3) des Strahlauslasses (2) angeordnet ist.
  15. Vorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, wobei die Kühleinheit (12), die Zu- bzw. Ableitungen (25, 29, 40) und der Kryostat (14) für Helium als Kühlmittel (15) ausgelegt sind.
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