DE10052002C2 - Meßfühler für Gase - Google Patents
Meßfühler für GaseInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf Meßfühler für Gase,
insbesondere Lambda-Sonden, zur Ermittlung des
Sauerstoffgehaltes eines Meßgases, mit einem in einem für
das Meßgas durchlässigen Schutzgehäuse angeordneten
keramischen Sensorkörper, der beim Meßbetrieb durch eigene
Heizung auf hohe Temperatur, z. B. 300°C bis 450°C,
aufgeheizt bzw. auf dieser Temperatur gehalten wird.
Abgassysteme moderner Verbrennungsmotoren sind insbesondere
bei Kraftfahrzeugen heute regelmäßig mit Katalysatoren zur
katalytischen Zerlegung schädlicher Abgase versehen. Für
eine gute Funktion der Katalysatoren ist es notwendig, dem
Motor Luft und Kraftstoff in einem vorgegebenen Verhältnis
zuzuführen. Die dafür vorgesehenen Motorsteuerungen sind auf
ihrer Eingangsseite mit einer sogenannten Lambda-Sonde
verbunden, deren Signale die Zusammensetzung der Abgase
wiedergeben und damit der Motorsteuerung ermöglichen, das
Verhältnis von Kraftstoff und Verbrennungsluft in einer für
den Katalysator optimalen Weise einzuregeln.
Bei den eingangs angegebenen Meßfühlern ist der keramische
Sensorkörper zumindest bereichsweise als
Festelektrolytkörper ausgebildet, welcher für
Sauerstoffionen leitfähig ist. Diese Leitfähigkeit wird
ausgenutzt, um ein mit der Sauerstoffkonzentration des
Meßgases korreliertes elektrisches Signal zu erzeugen.
Da der Effekt der Leitfähigkeit für Sauerstoffionen stark
temperaturabhängig ist, muß der Sensorkörper während des
Meßbetriebes beheizt werden, um auswertbare Signale erzeugen
zu können. Typische Betriebstemperaturen des Sensorkörpers
liegen zwischen 300°C bis 450°C.
Die DE 30 35 608 A1 zeigt einen Meßfühler der eingangs
angegebenen Art, bei dem der Sensorkörper als keramisches
Festelektrolytrohr mit auf der Außenwand angeordneter
Heizung in Form eines das Festelektrolytrohr wendelförmig
umschlingenden Heizdrahtes ausgebildet und bevorzugt in
einem Schutzrohr mit Öffnungen zum Eintritt des Meßgases
untergebracht ist.
Die DE 29 42 494 A1 zeigt ebenfalls einen Meßfühler, dessen
Sensorkörper als keramisches Festelektrolytrohr ausgebildet
ist. Die Heizung ist auf der Innenseite eines Schutzgehäuses
angeordnet, welches den Sensorkörper aufnimmt und mit einer
Öffnung für die Meßgase versehen ist. Das Gehäuse bildet
also ein Heiz- und Schutzrohr für den Sensorkörper, der bei
dieser Anordnung indirekt beheizt wird.
Die DE 36 28 572 C1 zeigt einen rohrförmigen keramischen
Sensorkörper, welcher an seinem meßgasseitigen Ende aus
elektrisch leitendem Keramikmaterial und im übrigen aus
elektrisch isolierendem Keramikmaterial besteht, wobei der
Bereich aus dem elektrisch isolierenden Keramikmaterial
außenseitig elektrische Heizleiterbahnen trägt.
Erfindungsgemäß ist bei einem Meßfühler der eingangs
angegebenen Art der Sensorkörper innerhalb des
Schutzgehäuses mit einer gasdurchlässigen, netzartigen
elektrischen Heizung umgeben, die vorzugsweise aus einem
gegenüber schockartigen Temperatursprüngen resistenten
Material besteht.
Aufgrund der erfindungsgemäßen Bauweise kann mit höchster
Wahrscheinlichkeit vermieden werden, daß im Meßgas
mitgeschleppte Wassertröpfchen auf den Sensorkörper
auftreffen und schockartig punktuelle Temperaturabsenkungen
mit der Gefahr von Materialabplatzungen bewirken können.
Um nach dem Start eines Kraftfahrzeuges eine schnelle
Betriebsbereitschaft des Meßfühlers herzustellen, ist die
Heizung des Sensorkörpers so ausgelegt, daß dieser bereits
nach wenigen Sekunden eine Temperatur von über 300°C
erreicht. Dagegen erwärmt sich der Abgasstrang eines
Kraftfahrzeuges, insbesondere bei niedrigen
Umgebungstemperaturen, nur recht langsam, mit der Folge, daß
die Abgastemperaturen längere Zeit unterhalb des Taupunktes
für Wasser bleiben können und der Meßfühler dementsprechend
mit Wassertröpfchen "beschossen" wird. Aufgrund der
erfindungsgemäßen Maßnahmen wird der Sensorkörper praktisch
nur noch von Wasserdampf beaufschlagt, der hinsichtlich der
Lebensdauer und Funktionsfähigkeit des Sensorkörpers
unkritisch ist.
Um eine besonders wirksame Verdampfung der Wassertröpfchen
zu erreichen, sollte die netzartige Umhüllung sehr
engmaschig und vorzugsweise mehrlagig derart ausgebildet
sein, daß Partikel bzw. Tröpfchen nur auf verwinkelten
Pfaden von der Außenseite der netzartigen Umhüllung zur
Oberfläche des Sensorkörpers gelangen könnten und damit von
der Heizung besonders wirksam verdampft werden.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung kann der keramische Sensorkörper als Träger der
elektrisch beheizten Umhüllung dienen. Damit lassen sich die
elektrischen Anschlüsse der den Sensorkörper umhüllenden
Heizung ohne weiteres direkt am Sensorkörper anordnen und
gleichzeitig als Anschlüsse einer gegebenenfalls vorhandenen
weiteren Heizung nutzen, die in den Sensorkörper eingebettet
ist.
Ausführungsbeispiele erfindungsgemäßer Meßfühler sind in den
Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden näher
erläutert. Dabei zeigt
Fig. 1 ein schematisiertes Schnittbild einer ersten
Ausführungsform und
Fig. 2 ein schematisiertes Schnittbild einer weiteren
Ausführungsform.
Gemäß Fig. 1 ist ein grundsätzlich bekanntes keramisches
Gassensorelement 1 an einem Sockel 2 gehaltert, welcher
einen in Fig. 1 unteren Teilbereich des Gassensorelementes 1
mittels einer keramischen Dichtungspackung 3 fest
umschließt.
Um das Gassensorelement 1 gegen mechanische Beschädigungen
zu schützen, ist am Sockel 2 ein das Gassensorelement 1 mit
Abstandsraum umschließendes Schutzgehäuse 4 angeordnet,
dessen Wandung vielfach perforiert ist, so daß ein zu
sensierendes Meßgas durch die Perforationen des
Schutzgehäuses 4 hindurch zum Gassensorelement 1 gelangen
kann.
Erfindungsgemäß ist das Gassensorelement 1 innerhalb des
Schutzgehäuses 4 mit einer als netzartige Umhüllung des
Gassensorelementes 1 ausgebildeten elektrischen Heizung 5
versehen, so daß das Meßgas auf seinem Weg zum Sensorelement
1 wirksam aufgeheizt und im Meßgas mitgeschleppte
Wassertröpfchen verdampft werden, bevor sie auf das
Gassensorelement 1 auftreffen könnten.
In diesem Zusammenhang ist zweckmäßig, daß die Heizung 5
eine dichte, gegebenenfalls mehrlagige Netzstruktur aufweist
und auf eine vergleichsweise hohe Temperatur, beispielsweise
400°C, aufheizbar ist.
Insbesondere ist zweckmäßig, daß das Material, aus dem die
Heizung 5 hergestellt ist, gegen starke
Temperaturänderungen, insbesondere gegen punktuelle
schockartige Temperaturabsenkungen beim Auftreffen eines
Wasserströpfchens auf die Netzstruktur der Heizung 5,
unbeschädigt bleibt.
Es hat sich herausgestellt, daß übliche Heizdrahtmaterialien
gut geeignet sind, insbesondere wenn die Drahtquerschnitte
des Netzwerkes bzw. Drahtgespinstes gering bemessen sind.
Im Beispiel der Fig. 1 umschließt die Heizung 5 das
Gassensorelement 1 mit einem gewissen Abstand. Hierbei wird
die Tatsache ausgenutzt, daß das Drahtnetz der Heizung 5
selbsttragend ausgebildet werden kann.
Die Ausführungsform nach Fig. 2 unterscheidet sich von der
Ausführungsform nach Fig. 1 im wesentlichen dadurch, daß das
Gassensorelement 1 als Träger der Heizung 5 ausgebildet ist,
d. h. das Heizdrahtnetz bzw. -gespinst ist unmittelbar auf
der Oberseite des Gassensorelementes 1 angeordnet.
Dies bietet den Vorteil, daß die elektrischen Anschlüsse der
Heizung 5 am bzw. auf dem Gassensorelement 1 angeordnet sein
können. Beispielsweise ist es möglich, auf dem
Gassensorelement 1 entsprechende Leiterbahnen (z. B. durch
Siebdruck) anzuordnen. Im Beispiel der Fig. 1 sind dagegen
vom Sensorkörper 1 getrennte elektrische Anschlüsse 6 für
die Heizung 5 vorgesehen.
Sowohl bei der Ausführungsform nach Fig. 1 als auch der
Ausführungsform nach Fig. 2 kann die Heizung 5 so ausgelegt
sein, daß sie auch das Gassensorelement 1 auf seine
Betriebstemperatur bringen bzw. die Betriebstemperatur des
Gassensorelementes 1 aufrechterhalten kann.
Dementsprechend kann darauf verzichtet werden, in den
Keramikkörper des Gassensorelementes 1 eine elektrische
Heizung einzubetten.
Grundsätzlich ist es jedoch möglich, das Gassensorelement 1
zusätzlich zu der Heizung 5 mit einer eigenen Heizung zu
versehen, die in der Regel in das Keramikmaterial des
Sensorkörpers (1) eingebettet ist, jedoch auch als
Heizleiterbahn auf der Außenseite des Sensorkörpers (1)
angeordnet sein kann.
Claims (9)
1. Gasfühler, insbesondere Lambda-Sonde, zur Ermittlung des
Sauerstoffgehaltes eines Meßgases, mit in einem für das
Meßgas offenen Schutzgehäuse angeordneten keramischen
Sensorkörper (1), der beim Meßbetrieb auf hohe Temperatur,
z. B. 400°C, aufgeheizt und auf dieser Temperatur gehalten
wird,
dadurch gekennzeichnet, daß der Sensorkörper (1) innerhalb
des Schutzgehäuses (4) mit einer netzartigen elektrischen
Heizung (5) umgeben ist.
2. Gasfühler nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die netzartige elektrische
Heizung (5) den Sensorkörper (1) auf Betriebstemperatur
bringt bzw. hält.
3. Gasfühler nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Sensorkörper (1) als Träger
der netzartigen Heizung (5) dient.
4. Gasfühler nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die netzartige elektrische
Heizung (5) selbsttragend ausgebildet ist.
5. Gasfühler nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die netzartige elektrische
Heizung (5) den Sensorkörper (1) mit Abstand umschließt.
6. Gasfühler nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die netzartige elektrische
Heizung (5) als mehrlagiges Netz bzw. Gespinst ausgebildet
ist.
7. Gasfühler nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die elektrische Heizung (5) aus
einem gegen schockartige Temperatursprünge resistenten
Material besteht.
8. Gasfühler nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Sensorkörper (1) zusätzlich
mit einer eigenen Heizung versehen ist.
9. Gasfühler nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die netzartige Heizung (5) als
Schutz des Sensorkörpers (1) vor Wassertröpfchen dient und
eine Verdampfung der Wassertröpfchen bewirkt, bevor diese
auf den Sensorkörper auftreffen können.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000152002 DE10052002C2 (de) | 2000-10-20 | 2000-10-20 | Meßfühler für Gase |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000152002 DE10052002C2 (de) | 2000-10-20 | 2000-10-20 | Meßfühler für Gase |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10052002A1 DE10052002A1 (de) | 2002-05-08 |
| DE10052002C2 true DE10052002C2 (de) | 2003-01-30 |
Family
ID=7660429
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2000152002 Expired - Fee Related DE10052002C2 (de) | 2000-10-20 | 2000-10-20 | Meßfühler für Gase |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10052002C2 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102004027907A1 (de) * | 2004-06-09 | 2005-12-29 | Emitec Gesellschaft Für Emissionstechnologie Mbh | Regelsystem für eine mobile Verbrennungskraftmaschine |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2942494A1 (de) * | 1979-10-20 | 1981-04-30 | Bosch Gmbh Robert | Beheizbarer messfuehler fuer bestandteile von gasen, insbesondere in abgasen von brennkraftmaschinen |
| DE3035608A1 (de) * | 1980-09-20 | 1982-05-06 | Robert Bosch Gmbh, 7000 Stuttgart | Elektrochemischer messfuehler zur bestimmung des sauerstoffgehaltes in gasen |
-
2000
- 2000-10-20 DE DE2000152002 patent/DE10052002C2/de not_active Expired - Fee Related
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US7874144B2 (en) | 2004-06-09 | 2011-01-25 | Emitec Gesellschaft Fuer Emissionstechnologie Mbh | Method for controlling a fuel mixture, exhaust gas system having a mobile internal combustion engine and vehicle having an exhaust gas system |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE10052002A1 (de) | 2002-05-08 |
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Effective date: 20130501 |