DE10014643C2 - Verfahren zur Herstellung eines Läuferkäfigs für einen Asynchronmotor - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Läuferkäfigs für einen AsynchronmotorInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
Läuferkäfigs für einen Asynchronmotor, welcher Läuferkäfig
aus mehreren parallelen leitfähigen Stäben und zwei die Stäbe
an ihren jeweiligen Enden verbindenden leitfähigen Kurz
schlussringen besteht.
Asynchronmotoren bilden unter den Elektromotoren eine wichti
ge Motorengruppe. Der meistgebrauchte Motor ist der Käfigläu
fermotor, bei welchem am Läuferblechpaket ein Läuferkäfig be
stehend aus mehreren parallelen Stäben, die in entsprechende
axiale Ausnehmungen des Läuferblechpakets eingelegt sind, und
zwei leitfähigen Kurzschlussringen, welche die einzelnen
Stabenden miteinander verbinden, angeordnet ist. Solche Kä
figläufermotoren kommen beispielsweise bei Traktionsantrieben
im Bahnbereich zum Einsatz. Die Forderung nach steigenden Be
triebsdrehzahlen von Asynchronmotoren stellt neben einer sehr
guten elektrischen Leitfähigkeit auch besondere Anforderungen
an die mechanische Festigkeit der Befestigungsverbindung zwi
schen den einzelnen Läuferkäfigstäben und den Kurzschlussrin
gen, insbesondere im Hinblick auf eine dynamische Beanspru
chung. Hier ergeben sich jedoch Probleme, die aus den verwen
deten Läuferkäfigmaterialien sowie den Herstellungsverfahren
für den Läuferkäfig resultieren.
Die in das Läuferblechpaket eingelegten leitfähigen Stäbe be
stehen in der Regel aus E-Kupfer, das eine gute Leitfähigkeit
besitzt. Für die Kupferringe kann aufgrund der höheren Fes
tigkeit eine CuCrZr-Legierung verwendet werden. Die Verbin
dung der Stäbe mit den Kurzschlussringen erfolgt in der Regel
durch Löten bei einer Temperatur zwischen 650°-750°C, wobei
die Käfigteile der Temperatur für eine Dauer von ca. 10 min
ausgesetzt sind. Bei Verwendung des genannten Kurzschlussringmaterials
tritt jedoch ein Überalterungseffekt der Teil
chen auf, egal ob es sich um eine lösungsgeglühte oder aus
scheidungsgehärtete CuCrZr-Legierung handelt. Diese Überal
terung führt zu einem extremen Festigkeitsverlust im Verbin
dungsbereich, was der aufgrund der zu erzielenden immer höhe
ren Betriebszahlen erforderlichen Festigkeit in diesem Be
reich zuwiderläuft.
Ein anderes bekanntes Material, aus dem die Kurzschlussringe
bestehen können, sind CuNi-Legierungen. Die Kurzschlussringe
sind zur Erzielung einer hohen Festigkeit ausscheidungsgehär
tet. Auch hier ergibt sich aber beim Zusammenlöten der Stäbe
und der Ringe ein eklatanter Festigkeitsverlust, da durch das
Erwärmen während des Lötens die Ausscheidungen im ausschei
dungsgehärteten Legierungsmaterial in Lösung gehen. Die Fes
tigkeitswerte können dabei um mehr als die Hälfte abnehmen.
Um die Festigkeitsprobleme zu kompensieren werden bei Läufer
käfigen sogenannte Kappenringe aufgesetzt, die die Kurz
schlussringe übergreifen und bei hohen Drehzahlen stabilisie
ren. Hieraus resultiert aber ein erhöhter Montage- und Kos
tenaufwand.
Für Rotoren mit hoher Zentrifugal- und Temperaturbelastung
werden gemäß der WO 80/01169 ausscheidungshärtbare Kupferle
gierungen verwendet, die zur Aushärtung einer Wärmebehandlung
unterzogen werden. Nachteilig dabei ist, dass sich keine op
timalen Legierungseigenschaften einstellen.
Aus der JP 01293981 A ist es bekannt, beim Löten von aus
scheidungshärtbaren Kupferlegierung die Lötumgebung zu küh
len, um ein Erweichen der Kupferlegierung auf einen möglichst
geringen Raum zu beschränken. Nachteilig dabei ist u. a., dass
damit keine optimalen Ausscheidungsverteilungen und damit
keine hinreichend hohe Festigkeit erreicht werden kann.
Der Erfindung liegt damit das Problem zugrunde, ein Verfahren
zur Herstellung von Läuferkäfigen mit hinreichender Festig
keit im Verbindungsbereich zwischen den Stäben und den Kurz
schlussringen anzugeben.
Zur Lösung dieses Problems ist ein Verfahren der eingangs ge
nannten Art vorgesehen, bei dem als Material zumindest für
die Kurzschlussringe eine ausscheidungshärtbare Metalllegie
rung verwendet wird, wobei die Kurzschlussringe in einem
thermischen Verbindungsprozess mit den Stäben verbunden wer
den, wonach zur ggf. erneuten Bildung von Ausscheidungen in
den Kurzschlussringen eine Wärmebehandlung erfolgt.
Das erfindungsgemäße Verfahren sieht mit besonderem Vorteil
eine dem eigentlichen thermischen Verbindungsprozess nachfol
gende zweite Wärmebehandlung vor, die gezielt zur Ausschei
dungsbildung und damit zur Einstellung der Festigkeit dient.
Da im Rahmen der nachgeschalteten Wärmebehandlung wie be
schrieben die eigentlichen, für die Festigkeit verantwortli
chen Ausscheidungen gebildet werden, können vorteilhaft so
wohl lösungsgeglühte, teilausgehärtete sowie vollausgehärtete
Legierungen als Ausgangsmaterialien für die Kurzschlussringe
verwendet werden, d. h., das Verfahren und die sich einstel
lende Festigkeit im Verbindungsbereich ist nicht an den Aus
gangszustand der verwendeten Legierung gebunden. Ausscheidun
gen bilden sich also im Rahmen der zweiten Wärmebehandlung
entweder erstmals im Falle lösungsgeglühter Legierungen, oder
aber erneut im Falle teil- oder vollausgehärteter Legierun
gen, deren Ausscheidungen im Rahmen des thermischen Verbin
dungsprozesses in Lösung gegangen sind. Es werden sehr gute
Festigkeitswerte erreicht, so dass in Abhängigkeit von der
mechanischen Belastung auf Kappenringe verzichtet werden
kann.
Die Wärmebehandlung erfolgt zweckmäßigerweise bei einer Tem
peratur zwischen 300° und 600°C, insbesondere zwischen 400°
und 500°C, auf jeden Fall bei einer Temperatur, die unterhalb
der Löttemperatur, die wie beschrieben zwischen ca. 650°-
750°C liegt, ist. Die Dauer der Wärmebehandlung sollte we
nigstens 15 min. vorzugsweise wenigstens 30 min, insbesondere
wenigstens eine Stunde betragen, um sicherzustellen, dass die
Ausscheidungsbildung in einem hinreichenden Maß erfolgt ist.
Die Verbindung der Kurzschlussringe und der Stäbe kann in ei
ner Induktivlötvorrichtung durch Induktiv-Hartlöten erfolgen,
wobei die Wärmebehandlung zweckmäßigerweise ebenfalls in der
Induktiv-Lötvorrichtung erfolgt, so dass der Läuferkäfig der
Lötvorrichtung nicht entnommen werden muss. Vor Durchführung
der der Ausscheidungsbildung dienenden Wärmebehandlung sollte
der Läuferkäfig jedoch weitgehend abkühlen. Alternativ zur
Durchführung der Wärmebehandlung in der Induktiv-
Lötvorrichtung kann diese auch mittels einer externen Wärme
quelle wie bspw. einem Widerstandsheizring, der um den Kurz
schlussring gelegt wird, erfolgen.
Neben den genannten Legierungen können generell solche Legie
rungen verwendet werden, deren Ausscheidungen sich während
des thermischen Verbindungsprozesses in Lösung befinden oder
(teilweise) in Lösung gehen, und die während der Wärmebehand
lung zur (erneuten) Ausscheidungsbildung neigen. Denkbar sind
z. B. modifizierte CuCrZr-Legierungen mit reduziertem Cr-
Anteil.
Als Metalllegierung wird zweckmäßigerweise eine CuNi-
Legierung verwendet. Besonders gute Ergebnisse werden er
zielt, wenn CuNiSi-Legierungen, insbesondere eine CuNi2Si-
Legierung als Kurzschlussringmaterial verwendet wird.
Neben dem erfindungsgemäßen Verfahren betrifft die Erfindung
ferner einen Läuferkäfig für einen Asynchronmotor, der nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt ist, sowie einen
Asynchronmotor, welcher einen derartigen Läuferkäfig auf
weist.
Nachfolgend wird in Verbindung mit der Figur ein Ausführungs
beispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens erläutert.
Die Figur zeigt als Teilschnittansicht eine Prinzipskizze ei
nes Läufers 1 eines Asynchronmotors. Der Läufer besteht aus
einem Läuferblechpaket 2 bestehend aus einer Vielzahl einzel
ner, hintereinander geschichteter Läuferbleche, die eine mit
tige Ausnehmung besitzen, durch die eine Welle 3 hindurch
greift. Bei den Blechen handelt es sich um gewöhnliche Elek
trobleche.
Am Umfang des Läuferblechpakets 2 sind mehrere axiale nutar
tige Ausnehmungen 4 vorgesehen, in die jeweils ein Leiterstab
5 eines Läuferkäfigs 6 eingelegt ist. Die jeweiligen Enden
der um den Umfang des Läuferblechpakets verteilt angeordneten
Leiterstäbe 5 sind mittels jeweils eines Kurzschlussringes 7
verbunden. Der Kurzschlussring 7 besitzt an der den Stabenden
zugewandten Seite eine Ringnut 8 (Lotwanne), in die die Stab
enden eingreifen. Die Verbindung des Kurzschlussrings 7 mit
den Stabenden erfolgt mittels eines Lotes 9.
Im Rahmen von Versuchen wurde ein aus einer CuNi2Si-Legierung
mit einer Ausgangshärte von 160 HBS 10/1000 (Brinell-Härte
160) bestehender Kurzschlussring mit den aus E-Cu bestehenden
Läuferstäben mit einem Hartlot L-Ag 44 in einer Induktiv-
Lötanlage der Firma G. H. Induction verlötet. Das Kurzschluss
ringmaterial war im Ausgangszustand ausscheidungsgehärtet.
Die Temperatur des Lötbades betrug ca. 650°, der eigentliche
Lötvorgang nach dem Aufheizen des Kurzschlussrings (Aufheiz
zeit für den Kurzschlussring ca. 2-3 min) bei der Arbeits
temperatur des Lotes dauerte ca. 5 min. Nach erfolgter Ver
bindung des Kurzschlussrings mit den Leiterstäben wurde der
Kurzschlussring auf Raumtemperatur abgekühlt und einer Härte
prüfung unterzogen. Hierbei wurde eine deutliche Härteabnahme
festgestellt, die Härte betrug lediglich 73 HBS 10/1000.
Anschließend wurde der Kurzschlussring induktiv in der Induk
tiv-Lötanlage auf 475°C erwärmt und auf dieser Temperatur ca.
1,5 h gehalten. Nach der Abkühlung auf Raumtemperatur wurde
erneut die Härte am Kurzschlussring gemessen. Die mittlere
Härte betrug ca. 142 HBS 10/1000 und lag damit nur unwesent
lich unter der Ausgangshärte.
Während des Zusammenlötens gingen die Ausscheidungen des aus
scheidungsgehärteten Kurzschlussringmaterials ganz oder teil
weise in Lösung, was zur Festigkeitsabnahme führte. Infolge
der der eigentlichen Verbindungsbehandlung nachgeschalteten
Wärmebehandlung bildeten sich im Kurzschlussringmaterial er
neut Ausscheidungen, was wiederum zur Festigkeitszunahme
führte. Mittels des erfindungsgemäß vorgesehenen Wärmebehandlungsschritts
kann wie gezeigt eine erneute Festigkeitserhö
hung bis annähernd auf den Ausgangswert erreicht werden, so
dass auf den Einsatz von Kappenringen zur Stabilisierung der
Kurzschlussringe verzichtet werden kann, da eine hinreichende
Festigkeit im Verbindungsbereich gegeben ist.
Für den Fall, dass eine lösungsgeglühte Legierung mit gerin
gerer Ausgangshärte als bei einer ausscheidungsgehärteten Le
gierung verwendet wird, kann mittels des nachgeschalteten
Wärmebehandlungsschrittes ebenfalls eine hinreichende Festig
keit erreicht werden.
Die Brinell-Härtemessungen wurden an einem kalibrierten, sta
tionären Härteprüfer der Firma Wolpert, Typ Dia-Testor durch
geführt. Parallel dazu wurde ein kalibrierter, mobiler Härte
tester der Firma Krautkrämer-Branson vom Typ MIC10DL einge
setzt.
Claims (8)
1. Verfahren zur Herstellung eines Läuferkäfigs für einen
Asynchronmotor, welcher Läuferkäfig aus mehreren parallelen
leitfähigen Stäben und zwei die Stäbe an ihren jeweiligen En
den verbindenden leitfähigen Kurzschlussringen besteht, bei
welchem Verfahren als Material zumindest für die Kurzschluss
ringe eine ausscheidungshärtbare Metalllegierung verwendet
wird, wobei die Kurzschlussringe in einem thermischen Verbin
dungsprozess mit den Stäben verbunden werden, wonach zur ge
gebenenfalls erneuten Bildung von Ausscheidungen in den Kurz
schlussringen eine Wärmebehandlung erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, dass die Wärmebehandlung bei ei
ner Temperatur zwischen 300°C und 600°C, insbesondere zwi
schen 400°C und 500°C durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass die Dauer der Wärmebe
handlung wenigstens 15 min, vorzugsweise wenigstens 30 min,
insbesondere wenigstens 1 h beträgt.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die
Verbindung der Kurzschlussringe und der Stäbe in einer Induk
tivlötvorrichtung durch Induktiv-Hartlöten erfolgt, und dass
die Wärmebehandlung ebenfalls in der Induktivlötvorrichtung
oder mittels einer externen Wärmequelle erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass als
Metalllegierung eine CuNi-Legierung verwendet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch ge
kennzeichnet, dass eine CuNiSi-Legierung,
insbesondere eine CuNi2Si-Legierung verwendet wird.
7. Läuferkäfig für einen Asynchronmotor, hergestellt nach
dem Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6.
8. Asynchronmotor, umfassend einen Läuferkäfig nach An
spruch 7.
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