Polumschaltung für Mehrphaseninduktionsmotoren. Es sind Polumschaltungen zur Geschwin digkeitsregelung von Mehrphaseninduktions motoren bekannt, bei denen zwecks Verwen dung sämtlicher Spulen bei den verschiedenen Geschwindigkeitsstufen die Umschaltung einer n. 8-poligen Dreiphasenwicklung (wobei n eine beliebige ganze Zahl) mit in zwei Ebenen an geordneten Spulenköpfen (also einer in jeder Phase auf je zwei Pole eine Spule besitzende Dreiphasenwicklung), in eine n. 8-polige Zwei phasenwicklung vorgenommen wird, wodurch zwei Geschwindigkeitsstufen im Verhältnis von 3:4 erzielt werden können.
Die Stufe 3 : 4 ist aber für gewisse Zwecke, insbesondere für die Zwecke des Eisenbahn betriebes zu klein.
Die Erfindung betrifft eine Polumschaltung für Mehrphaseninduktionsmotoren zunächst zur Erzielung zweier Geschwindigkeitsstufen im Verhältnis von 2:3 gleichfalls unter Ver wendung sämtlicher Spulen bei beiden Pol zahlen und durch Umschaltung der Drei phasenwicklung in eine Zweiphasenwicklung.
Der neuen Polumschaltungdient im Gegen- satze zur eingangs angegebenen Schaltung eine n. 4-polige Dreiphasenwicklung als Grundlage, bei der in jeder Phase auf jeden Pol eine Spule; bezw. Windungsgruppe ent fällt, die an beiden Seiten um je eine Spulen seitenbreite aufeinander folgen und je zwei Spulen der beiden andern Phasen über greifen.
Die Polumschaltung unter Umschaltung der Dreiphasenwicklung in eine Zweiphasen wicklung erfolgt gemäss der Erfindung derart, dass sämtliche Spulen derart in gleicher An zahl in die zwei Phasen einer Zweiphasen wicklung geschaltet werden, dass die in der gleichen Phase dieser letzteren liegenden Spulen sich mindestens an der einen Seite übergreifen.
In den Fig. 1-3 der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform des Er findungsgegenstandes als Schaltungsschema dargestellt.
In Fig. 1 der Zeichnung ist beispielsweise eine zweimal 4-polige, also 8-polige Dreiphasen wicklung schematisch dargestellt. Es ist für die Ausführung der neuen Polumschaltung erforderlich, dass die Wicklung in einer jeden Phase der Dreiphasenwicklung pro Pol je eine Spule, d. h. insgesamt n. 4X3 oder n.12 Spulen also im vorliegenden Fall (n=2) ins gesamt 24 Spulen enthält, wobei eine jede Spule je zwei Spulen der beiden andern Phasen übergreift. Die zu den drei verschie denen Phasen gehörenden Spulen sind mit verschiedenen Linien gezeichnet und die durch die mit vollen Linien gezeichnete Phase ei erzeugten Pole angedeutet.
Beim Umschalten auf die höhere Polzahl, also auf die geringere Geschwindigkeitsstufe, werden in einer jeden Phase der Dreiphasen wicklung die aufeinanderfolgenden Spulen ab wechselnd in die eine und andere Phase der Zweiphasenwicklung geschaltet, also die Spu len A1, A3, A5 und A7 der Phase A (Fig. 1) der Dreiphasenwicklung in die mit vollen Linien gezeichnete Phase der Zweiphasen schaltung (Fig. 2) und die Spulen A2, A4, A6, A8 der Phase A der Dreiphasenwicklung (Fig. 1) in die mit gestrichelten Linien ge zeichnete Phase der Zweiphasenwicklung geschaltet. Mit den beiden andern Phasen der Dreiphasenwicklung verfährt man in der glei chen Weise, wobei man aber bei der Wahl der Ausgangsspule darauf zu achten hat, dass in der Zweiphasenschaltung eine jede Spule zwei, in die gleiche Phase geschaltete Nach barspulen um eine Spulenseitenbreite über greift.
In Fig. 2 sind die augenblicklichen Strom richtungen in den Spulen der mit vollen Linien gezeichneten Phase und die durch diesen er zeugten Pole mit Pfeilen angedeutet. Wie aus dieser Figur ersichtlich, entsteht eine vollständig regelmässige 12-polige Zweiphasen wicklung, die mittelst eines in an und für sich bekannter Weise aus dem Dreiphasennetze abgeleiteten Zweiphasenstromes gespeist werden kann.
Dran kann die eingangs erwähnte Drei phasenwicklung auch in der Weise in eine Zweiphasenwicklung umschalten, dass in einer jeden Phase der Dreiphasenwicklung von je fünf aufeinanderfolgenden Spulen, bezw. Windungsgruppen zwei aufeinanderfolgende derart in die gleiche Phase geschaltet werden, dass sich die in diese Phase geschalteten Spulen, bezw. Windungsgruppen nur in der einen Seite um eine Spulenseitenbreite über greifen, an der andern Seite jedoch in den Abstand einer Spulenbreitenseite aufeinander folgen, während die übrigen Spulen in die andere Phase geschaltet werden.
Lässt man in der Zweiphasenschaltung die Spulen an der einen Seite mit drei Spulen seitenbreiten übergreifen, am anderen Ende aber in dem Abstande einer Spulenseiten breite aufeinander folgen, so lässt sich die Polumschaltung auch für die Verhältniszahl 8:6 verwenden. In Fig. 3 der beiliegenden Zeichnung ist beispielsweise die in Fig. 1 dargestellte 8- polige Dreiphasenwicklung in eine 6-polige Zweiphasenwicklung umgeschaltet dargestellt, wobei die in die eine Phase der Zweiphasen schaltung geschalteten Spulen mit vollen Linien, die in die andere Phase geschalteten Spulen aber mitgestrichelten Linien gezeich net sind. Wie aus dieser Figur hervorgeht, übergreifen sich zwei benachbarte Spulen, z.
B. die Spulen A1 und B2, an der einen Seite um den Abstand dreier Spulenseiten breiten, während an der andern Seite die Spule A8 der Spule A1, bezw. die Spule B3 der Spule B2 in dem Abstande einer Spulen seitenbreite aufeinander folgt.
Eine augenblickliche Stromrichtung in den Spulen der mit vollen Linien gezeichneten Phase und die durch diesen Strom erzeugten Pole sind mit Pfeilen angedeutet. Es ist ohne weiteres ersichtlich, dass sechs Pole entstehen.
Mit einer 8-poligen Dreiphasenwicklung sind durch Benutzung der Schaltungen Fig. 2 und 3 den Polzahlen 12, 8, 6 entsprechend drei Geschwindigkeitsstufen erreichbar, wäh rend mit einer 4-poligen Dreiphasenwicklung mittelst der Schaltung Fig. 2 den beiden Pol zahlen 6 und 4 entsprechend zwei Geschwindig keitsstufen erzielt werden können.
Die oben angegebene Polumschaltung lässt sich -in analoger Weise auch bei Trommel wicklungen ausführen, wobei die gegenein ander um 120 elektrische Grade verschobenen