Streichholz. Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Streichholz mit biegsamem Schaft die gewöhn lich in Form von Heftchen oder in Streifen hergestellt werden. Es sind Streichhölzchen bekannt, bei denen der Schaft aus Holz oder dickem Karton, Wobei der Schaft starr ist, sei es dass er durch Wahl der Abmessungen, sei es durch Imprägnieren mit Schellack oder andern Lösungen versteift wird.
Zweck vorliegender Erfindung ist, die Her stellungskosten der Streichhölzchen der ge nannten Art zu vermindern, ohne die Ver wendbarkeit derselben zu beeinträchtigen. Zu diesem Zwecke versehe ich die Streich hölzchen mit biegsamen Schäften. Der üb- liebe Zündmasse-Belag wird durch Reiben der Seitenflächen desselben auf einer präparierten Fläche entzündet im Gegensatz zu denjenigen Streichhölzern mit starren Schäften, bei denen die Köpfe durch Reiben der letzteren durch eine rasche schnellende Bewegung über die präparierte Flächeentzündet werden.
Dadurch, dass ich ein Zündholz mit biegsamem Schaft herstelle, bin ich in der Lage, die Fabrika tionskosten wesentlich zu reduzieren, da nicht nur der Gebrauch der versteifenden Lösung nicht nötig wird, sondern es kann auch das teure Material, wie Holz, gespart werden. Ich kann die Schäfte von dünnem braunem Packpapier oder anderem genügend steifem Packpapier herstellen, oder durch Aufeinander legen mehrerer alter Zeitungen oder von Pa pier von geringer Dicke, welches sonst nicht die genügende Zugsbeanspruchung aushalten würde.
Es ist mir bekannt, dass schon früher vorgeschlagen worden ist, Papier zur Herstel lung von Streichholzschäften zu verwenden. Es wurde aber das Papier zu Röhren gerollt, bis sie genügend Festigkeit besassen, um sich nicht zu biegen, wenn die Köpfe durch Rei bung entzündet wurden. Die Papierröhren wurden in einer besonderen versteifenden Lö sung getränkt, was eine unumgängliche 11Iaf,i- nahine bei der Herstellung war.
Bei der Auswahl des Materials zur Her stellung der Schäfte der Streichhölzer ent sprechend der vorliegenden Erfindung ist eine wesentliche Bedingung, dass das Material eine Zugsbeanspruchung in der Längsrichtung des Schaftes aushalten kann, wenn der Kopf durch Reibung entzündet wird. Einwiderstand gegen Biegen wird nicht verlangt und muss bei der Auswahl des Materials nicht berück sichtigt werden.
Streichhölzer entsprechend meiner Erfin dung können in verschiedenen Arten wie nach stehend beschrieben verpackt und angeordnet werden.
In der beiliegenden Zeichnung sind bei spielsweise Ausführungsformen des Erfindungs gegenstandes dargestellt, und zwar zeigen Fig. 1 eine perspektivische Ansicht eines Bundes Streichhölzer mit offenem Deckel, wobei die Streichhölzchen nur auf einer Seite mit einem Kopf versehen sind; Fig. 2 ist ein Grundriss mit mehreren Lagen Streichhölzern verschiedener Länge übereinander; Fig. 3 ist eine Seitenansicht; Fig. 4 und 5 zeigen Blätter von Streich hölzern ; Fig. 6 zeigt die Anordnung der Blätter gemäss Fig. 4 und 5 übereinandergelegt; Fig. 7, 8 und 9 zeigen zwei weitere Aus führungsbeispiele in Ansicht; Fig. 10 zeigt ein Büchlein mit den Blättern; Fig. 11-14 zeigen Varianten.
In der Zeichnung stellt a den Schaft des Streichholzes und b den Zündmassenbelag desselben dar. Zur Herstellung der Streich hölzer nach Fig. 1 werden Blätter aus Papier auf die gewünschte Länge und Breite ge schnitten, wobei das Papier einfache oder doppelte Stärke besitzen kann. Die Zünd- masse wird dann auf der einen Kante des Blattes angebracht. Alsdann wird das Blatt mit parallelen Schnitten c versehen, so dass Streichhölzer entstehen, die durch einen Strei fen d zusammenhängen. Die so gebildeten Blätter werden in Bündeln übereinandergelegt, und es wird durch den Streifen d und durch einen Mantel e ein Drahtbügel f getrieben.
Der freie Deckel ist doppelt ausgeführt, wo bei die eine Seite mit einer Reibfläche y ver sehen ist. Die Zündmasse b kann auf der einen oder auf beiden Seiten der Schäfte a aufgetragen werden.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 und 3 ist die Zündmasse nur auf einer Seite eines jeden Schaftes a angebracht und bildet eine mindestens annähernd runde, kugelige Erhö hung. Die übereinanderliegenden Blätter a' besitzen verschiedene Längen, so dass die Zündmassen von aufeinanderfolgenden Blättern a' nicht aufeinander zu liegen kommen, wo durch die Dicke des ganzen Heftchens redu ziert wird. Die Köpfe aufeinanderfolgender Lagen sind abwechselnd nach verschiedenen Richtungen gelegt, so dass alle Köpfe der kürzeren Streichhölzeraufdie eine und die Köpfe der längeren auf die andere Seite gerichtet sind.
Um das Abfallen der Zündmasse zu er schweren, können die Enden der Schäfte mit halben Schwalbenschwanznuten h, in Fig.4, versehen sein, wobei die Masse in diese Nu ten eingebracht wird, zum Beispiel durch Ein tauchen der Schäfte a in die Zündmasse. L m die Dicke eines Blockes von Blättern zrr re duzieren, kann, wie in Fig. 6 dargestellt, der Schaft in der Weise geformt sein, dass über einanderliegende Blätter mit abwechselnd auf verschiedene Seiten gerichtete Aussparungen versehen werden, so dass die Blätter, wie in Fig. 6 gezeigt, übereinander zu liegen kommen.
In Fig. 7 ist ein Blatt gezeigt, bei dem die Schäfte a mit einem freien Ende beid seitig mit Nuten versehen sind. Die Zünd- masse wird, wie in Fig. 8 und 9 dargestellt, auf die schmäleren Endstücke der Schäfte a aufgetragen. Ferner sind die Schäfte a un mittelbar angrenzend an die Köpfe c niit ei nem Belag von leicht entzündbarer Masse, z. B. Paraffin, Wachs etc., versehen.
F ig. 10 zeigt ein Heftchen, das zwei einander gegen überliegende Streichflächen g aufweist, und das ausserdem eine gezahnte Kante j besitzt, welohe etwas über den Deckel vorsteht, so dass das Heftchen leichter geöffnet und dass sofort erkannt werden kann,
wo die Streich- flächen g zu finden sind. 'Bei dieser Aus- führung des Deckels e wird der Kopf de. Zündhölzchens zwischen die Streichfliichen g gebracht, dann wird das Streichholz in der Längsrichtung rasch herausgezogen,
wobei durch die entstehende Reibung die Entzün dung der Zündmasse eintritt. Wenn nur eine Streichfläche vorhanden ist, so kann die Zünd- masse gegen die Streichfläche mit genügend hohem Drucke gepresst werden, in dem ein Finger gegen den mit Wachs versehenen Teil des Streichholzes gelegt wird, wobei das Streichholz wieder in der Längsrichtung über die Streichfläche gezogen wird.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 11 ist ein Blatt auf beiden Seiten mit Einschnit ten b versehen. Der zwischen den Einschnit ten verbleibende Teil ist als Streichfläche y ausgebildet. Letztere verbindet die Streich hölzer a untereinander.
In Fig. 12 ist ein Streichholz dargestellt, das an beiden Enden einen Kopf b aus einer Zündmasse aufweist. Das Streichholz kann auch wie in Fig. 13 und 14 dargestellt, ans verschiedenen Teilen hergestellt sein. Es kann zum Beispiel die Zündmasse b auf einen Streifen kÚ angebracht sein, der mit dem Schaft k verleimt, oder sonst festgebunden ist.
Bei sämtlichen Ausführungsbeispielen ist die Dicke des Streichholzes und das Material desselben so gewählt, dass es leicht gebogen werden kann, während zum Entzünden des selben nur die Zündmasse gegen die Reib fläche gelegt wird, wobei durch Zug in der Längsrichtung auf das Streichholz und durch leichten Druck beim Ziehen des Streichholzes dessen Entzünden stattfindet.