CH636734A5 - Regenerativbrennstoffzelle. - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine mit Wasserstoff und Chlor als Reaktionsgasen betriebene Regenerativbrennstoffzelle.
Eine gleichzeitig eingereichte Patentanmeldung der Anmelderin betrifft eine Wasserstoff/Chlor-Regenerativbrennstoffzelle, in der eine wässerige Salzsäurelösung oder ein Chlorsalz als Elektrolyt benutzt wird. Eine solche Zelle erfordert einen Lagerraum für den HCl- oder Salzelektrolyten im entladenen Zustand, was ein mit Pumpen versehenes Elektro-fytsystem erforderlich macht. Weiter ist eine vollständige Trennung von gasförmigem Chlorwasserstoff von dem wässerigen Elektrolyten während der Entladung der Zelle schwierig, was es schwierig macht, dieses HCl in irgendeiner Form zu lagern, mit Ausnahme in dem wässerigen Elektrolyten. In dieser Form erfordert es die Verwendung von Materialien für den Lagertank, die gegen Korrosion beständig sind. Wenn dieses HCl als ein Gas abgeführt wird und auch wenn das Chlor während des Aufladens der Zelle aus dem Elektrolyten als ein Gas abgeführt wird, führen diese Gase beträchtliche Feuchtigkeit aus dem Elektrolyten mit sich. In dieser Form sind diese Gase viel korrodierender als im trockenen Zustand. Bei den Zellenzubehörteilen müssen deshalb Materialien verwendet werden, die gegen diese Gase beständig sind, oder es müssen umfangreiche Trocknungsverfahren angewandt werden, was jeweils unerwünschte Komplikationen darstellt.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Regenerativbrennstoffzelle zu schaffen, bei der diese Nach-5 teile vermieden werden. Dazu geht die Erfindung aus von einer Regenerativbrennstoffzelle mit einem Trägermaterial, mit einer Elektrode auf jeder Seite des Trägermaterials, mit Kammern auf den von dem Trägermaterial abgewandten Seiten der Elektroden, mit Einrichtungen zum Zuführen von io Reaktionsgasen zu den Kammern auf den von dem Trägermaterial abgewandten Elektrodenseiten und mit einem Elektrolyten in dem Trägermaterial. Gemäss der Erfindung zeichnet sich diese Brennstoffzelle dadurch aus, dass die verwendeten Reaktionsgase Wasserstoff und Chlor sind und dass ein was-15 serfreier Elektrolyt Verwendung findet, der so gewählt ist, dass der Chlorwasserstoff, der während des Betriebes ausgeschieden wird, darin gelöst wird.
Durch die Verwendung eines wasserfreien Elektrolyten kann die Korrosionswirkung des Chlorgases und auch des 20 Chlorwasserstoffes, der in dem Wasser der Elektrolyten gelöst ist oder Feuchtigkeit aus demselben mit sich führt, vermieden werden. Bei einem Ausführungsbeispiel ist die Verwendung eines Elektrolyten vorgesehen, in welchem sowohl gasförmiger Wasserstoff und gasförmiges Chlor als auch Chlorwasserstoff-25 gas gelöst werden, aus welchem sie aber aufgrund des niedrigen Dampfdruckes leicht ausgeschieden oder verdampft werden können. Diese Entwicklung des HCl aus dem Elektrolyten erleichtert das Lagern des HCl, da es als ein komprimiertes ' Gas gelagert werden kann.
30 Gemäss der Erfindung werden in der Regenerativzelle Wasserstpff und Chlor als Reaktionsgase benutzt. Vorzugsweise werden dabei Elektroden benutzt, die als reversible Gas-diffusions-Wasserstoff- und -Chlorelektroden arbeiten können.
35 Als Elektrolyt wird mit Vorteil ein Lösungsmittel benutzt, das nichtionisch ist, wobei ein leitendes Salz zugesetzt werden kann, um den Elektrolyten leitend zu machen, oder das gelöste HCl kann selbst als leitendes Material in dem Elektrolyten dienen.
40 Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung näher beschrieben.
Die einzige Figur zeigt eine schematische Darstellung einer Brennstoffzelle nach der Erfindung.
45 Die Zelle, bei der die Erfindung anwendbar ist, ist schematisch dargestellt, und ausserdem ist nur eine einzige Zelle gezeigt. In der üblichen Konstruktion würde ein Stapel von Zellen zusammengefügt werden, um die gewünschte Spannung innerhalb des Stapels zu erzeugen. Die Zelle enthält eine so Matrix oder ein Trägermaterial 2, welches porös ist und in sich den Elektrolyten trägt. Dieser Elektrolyt ist wasserfrei gewählt. Ein bevorzugter Elektrolyt ist wasserfreie Phosphorsäure (H3PO4) oder Schwefersäure (H2SO4), von denen jede das gasförmige HCl, CI2 und H2 in einem Masse löst, das ausreicht, 55 um die elektrochemischen Reaktionen innerhalb der Zelle zu unterstützen, aus welcher der Chlorwasserstoff während der Entladung der Zelle leicht abgeschieden wird und aus welcher das H2 und das CI2 während der Aufladung leicht ausgeschieden werden. Andere Elektrolyten können Salzschmelzen sein, 60 wie beispielsweise ein Gemisch von AlCh, NaCl und KCl mit einem Schmelzpunkt von 21 °C, oder, was weniger erwünscht ist, organische Lösungsmittel, wie Propylencarbonat, oder anorganische Lösungsmittel, wie POCb.
Auf den einander gegenüberliegenden Seiten des Trägeres materials 1 befinden sich die Elektroden 4 und 6, von denen jede eine Gasdiffusionselektrode ist und beispielsweise aus zu einer dünnen Platte gepressten Graphitfasern besteht. Ein Beispiel ist in der US-PS 3972735 beschrieben. Beide Elektroden
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können aus dem gleichen Material bestehen, oder es kann vorzuziehen sein, die Katode, d.h. die Chlorelektrode, aus einem Titangitter herzustellen, vorausgesetzt, dass die Dichte des Gitters die erforderlichen Ergebnisse einer Gasdiffusionselektrode erbringt.
Auf der Fläche der Wasserstoffelektrode 4, d.h. der Anode, ist eine Katalysatorschicht 8, die vorzugsweise durch Platin abgestützt ist, so aufgebracht, dass sie die Porosität und das erforderliche Arbeiten der Elektrode nicht beeinflusst. Ein Beispiel dieses Aufbaus ist in der US-PS 4028274 beschrieben. Auf der Fläche der Chlorelektrode, d.h. der Katode, befindet sich eine Katalysatorschicht 10 in Berührung mit dem Trägermaterial 2. Dieser Katalysator ist vorzugsweise Rutheniumoxid und so aufgebracht, dass er das notwendige Arbeiten der Katode als Gasdiffusionselektrode nicht beeinflusst. Statt der Graphitelektrode kann die Katode ein Titangitter sein, wie oben erwähnt.
An den Elektroden befinden sich auf den zu dem Grundmaterial 2 entgegengesetzten Seiten Kammern 12 und 14, denen unter Druck stehendes Gas zugeführt wird, und zwar Wasserstoff zu der Kammer 12 und Chlor zu der Kammer 14. Diese Gase können aus Tanks 16 bzw. 18 über Leitungen 20 bzw. 22 den Kammern 12 bzw. 14 zugeführt werden. Diese Leitungen können Drucksteuerventile 24 bzw. 26 enthalten, so dass die Gase in den Kammern unter dem günstigsten Druck stehen, wenn die Zelle entladen wird. Parallele Leitungen 28 und 30 enthalten Pumpen 32 bzw. 34, welche während des Aufladens oder Entladens der Zelle die Gase aus den Kammern unter Druck in die Tanks pumpen.
Das erzeugte Chlorwasserstoffgas, das sich aufgrund der Entladung der Zelle ergibt, wird in einem Tank 36 gesammelt, welcher durch eine Abzweigleitung 38 mit beiden Kammern 12 und 14 verbunden ist. Eine Pumpe 40 kann dieses Gas in den unter Druck stehenden Tank pumpen. Während der Aufladung tritt Chlorwasserstoff in die Kammern 12 und 14 über eine weitere Abzweigleitung 42 ein und wird darin elektrochemisch in Wasserstoff und Chlor aufgespalten, die in die Kammern 12 bzw. 14 eintreten. Ein Drucksteuerventil 46 ist in der Leitung 42 vorgesehen.
Im Betrieb treten während der Entladung H2 und Ch in die Kammern 12 bzw. 14 an einem Kammerende ein und gehen durch die betreffenden Elektroden hindurch, wobei sie mit dem Elektrolyten in den Katalysatorbereichen in Berührung kommen. Diese Gase vereinigen sich elektrochemisch in der Zelle, erzeugen Elektrizität und bilden gasförmiges HCl, das in dem Elektrolyten vorübergehend gelöst wird. Wenn die Menge an gelöstem HCl in dem Elektrolyten durch die Zellenentladung zunimmt, wird etwas von diesem HCl aus dem Elektrolyten ausgeschieden, wandert durch die Elektroden hindurch in einer zu der Bewegung des H2 und des CI2 entgegengesetzten Richtung, und anschliessend geht dieses ausgeschiedene HCl über die Abzweigleitung 38 in den Tank 36. Offenbar wird eine geringe Menge an H2 und CI2 mit dem HCl vermischt, was aber für den Betrieb der Zelle nicht nachteilig ist. Die Leitung 38 ist an die Kammern 12 und 14 an denjenigen Enden angeschlossen, die von den das gasförmige H2 und CI2 zuführenden Leitungen entfernt sind. Die erzeugte Elektrizität wird von den Elektroden über Leitungen 44 abgeführt.
Während der Aufladung wird Elektrizität aus einer Quelle über die Leitungen 44 den Elektroden zugeführt. HCl wird nun über die Abzweigleitung 42 den Kammern zugeführt, und dieses Gas strömt durch die Elektroden hindurch, um in dem Elektrolyten gelöst zu werden, aus welchem es durch elektrolytische Zersetzung an den Elektroden als H2 und Ch ausgeschieden wird. Diese Gase gehen durch die Elektroden hindurch in die Kammern und werden in den betreffenden Tanks gesammelt. Die geringe Menge an HCl, die sich mit den H2-und Ch-Gasen vermischt, ist für den Betrieb der Zelle nicht nachteilig.
Bei der Aufladung ist die Lagerung von beiden Produkten exotherm, und die Förderung von HCl zu der Zelle ist endotherm, so dass geeignete Wärmeaustauscher und/oder Wärmepumpen für einen erfolgreichen Betrieb wesentlich sein können. Für einen optimalen Wirkungsgrad der gesamten Zelle werden diese Wärmeaustauscher und Wärmepumpen so angeschlossen, dass eine Wärmeübertragung zwischen ihnen stattfindet, um Wärmeverluste zu minimieren. Bei der Entladung gilt das Umgekehrte, so dass die Wärmeaustauscher und/oder Wärmepumpen in der umgekehrten Richtung arbeiten würden, um für einen geeigneten Wärmeausgleich zu sorgen.
Die Vorteile der wasserfreien Zelle sind zahlreich. Ein Vorteil besteht darin, dass das Volumen des Elektrolyten auf das zum Betreiben des Brennstoffzellenleistungsabschnittes Erforderliche begrenzt ist. Sowohl die Reaktionsgase als auch das Produkt (gasförmiges HCl) können aus den Elektrolysezellen gepumpt und als Gase oder reine Flüssigkeiten gelagert werden, statt in wässerige Lösungsmittel gelöst zu werden. Dadurch wird die gravimetrische und volumetrische Energiedichte verbessert.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass bei einem wasserfreien Elektrolyten kein Wasser vorhanden ist, das die Gase feucht machen könnte, denn sowohl Chlorgas als auch Chlorwasserstoffgas ist viel weniger korrodierend, wenn es trocken ist. Es braucht deshalb keines dieser Gase getrocknet zu werden, wenn sie in den Tanks gelagert werden.
Die Gase können zwar in Gasform gelagert werden, es kann jedoch vorzuziehen sein, sowohl Chlor als auch HCl in verflüssigter Form statt als Gase zu lagern oder das HCl durch Adsorption auf einem festen Trägermaterial zu lagern. Wasserstoffkann kryogen als ein hochverdichtetes Gas oder als ein Metallhydrid, wie TiFeH,i6, gelagert werden.
Die Brennstoffzelle arbeitet bei der Entladung offenbar in der üblichen Weise. Gasförmiger Wasserstoff und gasförmiges Chlor, die in die Zelle über die betreffenden Elektroden eintreten, vereinigen sich und bilden Chlorwasserstoffgas, wobei die paarbildenden Moleküle der Gase Elektrizität erzeugen. Die Elektrizität kann über die üblichen elektrischen Verbindungen der Elektroden aus der Zelle abgeleitet werden.
Während der Aufladung wird durch Elektrizität, die in die Zelle über die Elektroden eintritt, der in dem Elektrolyten gelöste Chlorwasserstoff in Wasserstoff und Chlor an den betreffenden Elektroden aufgespalten, und diese Gase gehen in die betreffenden Kammern, aus denen sie zum Lagern abgepumpt werden.
Zum Minimieren der Polarisation der Chlorelektrode und zum gleichzeitigen Verhindern einer übermässigen Selbstentladung durch Wandern von gelöstem Chlor zu der Wasserstoffelektrode kann es erwünscht sein, in dem Elektrolyten ein zusätzliches Chlorsalz zu verwenden, um durch dieses die Löslichkeit des Chlorgases in dem Elektrolyten zu kontrollieren.
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1 Blatt Zeichnungen
Claims (7)
- 636 7342PATENTANSPRÜCHE1. Regenerativbrennstoffzelle mit einem Trägermaterial, mit einer Elektrode auf jeder Seite des Trägermaterials, mit Kammern auf den von dem Trägermaterial abgewandten Seiten der Elektroden, mit Einrichtungen zum Zuführen von Reaktionsgasen zu den Kammern auf den von dem Trägermaterial abgewandten Elektrodenseiten und mit einem Elektrolyten in dem Trägermaterial, dadurch gekennzeichnet, dass die verwendeten Reaktionsgase Wasserstoff und Chlor sind und dass ein wasserfreier Elektrolyt Verwendung findet, der so gewählt ist, dass der Chlorwasserstoff, der während des Betriebes ausgeschieden wird, darin gelöst wird.
- 2. Brennstoffzelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektrolyt wasserfreie Phosphorsäure ist.
- 3. Brennstoffzelle nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch einen Tank für das Wasserstoffgas und einen Tank für das Chlorgas zum Lagern dieser Gase, durch eine Verbindung von jedem Tank zu der zugeordneten Elektrode und durch ein Drucksteuerventil in jeder Verbindung, damit das betreffende Gas der Elektrode während der Entladung der Zelle mit einem ausgewählten Druck zugeführt wird.
- 4. Brennstoffzelle nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch Pumpen, die während des Aufladens der Zelle die Gase jeweils aus der Zelle zu den Tanks pumpen.
- 5. Brennstoffzelle nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch einen Tank zur Aufnahme von dhlor-wasserstoffgas, das während der Entladung der Zelle aus dem Elektrolyten ausgeschieden wird.
- 6. Brennstoffzelle nach'einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass jede Elektrode einen Katalysator auf der dem Trägermaterial zugewandten Seite aufweist, dass jede Elektrode für den Durchtritt von Gas porös ist und dass der Elektrolyt ein wasserfreies Material ist, in welchem Chlorwasserstoffgas sowie das Wasserstoffgas und das Chlorgas absorbiert werden und aus welchem diese Gase ausgeschieden werden.
- 7. Brennstoffzelle nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch Einrichtungen zum Wegfördern von Chlorwasserstoffgas aus dem Elektrolyten in dem Trägermaterial zu dem Tank während der Entladung der Zelle und zum Fördern dieses Gases aus dem Tank zu dem Elektrolyten in dem Trägermaterial während der Aufladung der Zelle.
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