Die Erfindung bezieht sich auf ein Bolzenschweissgerät zum Anschweissen von Metallbolzen an Metallwerkstücke, mit einem Bolzenhalter zur Halterung eines Metallbolzens, Lagermitteln zur längsverschiebbaren Lagerung des Bolzenhalters, Mitteln zur Bewegung des Bolzenhalters relativ zu den Lagermitteln in Längsrichtung des Bolzens, einem Kondensator und Mitteln zum Anschluss des einen Kondensatorpoles an den Bolzen und des anderen Kondensatorpoles an das mit dem Bolzen zu versehende Werkstück sowie Lademitteln für den Kondensator, wobei das Gerät einen Elektromagneten umfasst.
Ein bekanntes Bolzenschweissgerät dieser Art ist als Schweisspistole ausgebildet und hat als Mittel zur Bewegung des Bolzenhalters eine Druckfeder, die durch Zurückschieben des Bolzenhalters gespannt und mit Hilfe eines Elektromagneten in gespanntem Zustand gehalten wird und den Bolzenhalter bei Entspannung in Vorwärtsrichtung auf das Werkstück zu bewegt.
Bei diesem bekannten Bolzenschweissgerät werden als Bolzen zylindrische Metallbolzen mit einem Flansch an ihrem vorderen Ende und einem kurzen Fortsatz in der Mitte der vorderen Endfläche des Bolzens verwendet. Der Fortsatz ist normalerweise zylindrisch und hat einen im Vergleich zum Bolzenquerschnitt sehr geringen Querschnitt.
Zum Anschweissen eines solchen Bolzens an einem Werkstück wird bei dem bekannten Gerät zunächst der Bolzenhalter zurückgeschoben und damit die Druckfeder zur Bewegung des Bolzenhalters gespannt und in gespanntem Zustand durch den Elektromagneten gehalten, dann wird in den Bolzenhalter ein Bolzen eingesetzt und anschliessend die Schweisspistole in Position vor das Werkstück gebracht. Dann wird durch Betätigung eines Druckknopfes an der Schweisspistole der eingangs genannten Kondensator aufgeladen, und sobald die Kondensatorspannung eine vorbestimmte Höhe erreicht hat, wird der Elektromagnet automatisch abgeschaltet, und die erwähnte Druckfeder bewegt nunmehr den Bolzenhalter mit dem eingesetzten Bolzen auf das Werkstück zu.
Da der Kondensator mit einem Pol an den Bolzen und mit dem anderen Pol an das Werkstück angeschlossen ist, wird er vom Moment der Schliessung des Stromkreises über Bolzen und Werkstück an entladen, und durch diese Entladung wird der Bolzen dann mit dem Werkstück verschweisst.
Nun hat sich aber gezeigt, dass diese Verschweissung des Bolzens mit dem Werkstück in vielen Fällen, insbesondere bei Aluminiumbolzen, nur sehr mangelhaft war und schon ein relativ geringer Querdruck auf den Bolzen genügte, um den Bolzen wieder von dem Werkstück abzubrechen, und dass zudem bei einem geringen Prozentsatz der Fälle überhaupt keine Verschweissung des Bolzens mit dem Werkstück erreicht wurde.
Der Erfindung lag nun die Aufgabe zugrunde, ein Bolzenschweissgerät der eingangs genannten Art zu schaffen, mit dem praktisch in jedem Fall eine Verschweissung des Bolzens mit dem Werkstück erreicht wird und dabei zumindest in der weitaus überwiegenden Zahl der Fälle eine gute und haltbare, gegen Querdruck auf den Bolzen unempfindliche Schweiss verbindung erzielt wird.
Erfindungsgemäss wird das mit einem Bolzenschweissgerät der eingangs genannten Art dadurch erreicht, dass der Elek tromagnet als Mittel zur Bewegung des Bolzenhalters vorgesehen und derart angeordnet ist, dass der Bolzenhalter bei Anzug des Elektromagneten in Vorwärtsrichtung auf das Werkstück zu bewegt wird.
Durch diese Ausbildung des Bolzenschweissgerätes ergibt sich der Vorteil, dass ein im wesentlichen prellungsfreies Aufsetzen des Bolzens auf das Werkstück erzielbar ist, und dies wiederum ist nach den gewonnenen Erfahrungen eine wesentliche Voraussetzung für die Erzielung der gewünschten haltbaren Schweissverbindungen zwischen Bolzen und Werkstück.
Vorteilhaft kann zusätzlich zur Erhöhung der Sicherheit eines prellungsfreien Aufsetzens in den Kraftübertragungsweg zwischen Elektromagneten und Bolzenhalter eine Druckfeder eingeschaltet sein, die zweckmässig so bemessen sein kann, dass das Produkt aus Federkonstante und maximalem Federweg der Druckfeder mindestens gleich der vollen Anzugskraft des Elektromagneten ist. Anstelle einer solchen Druckfeder oder auch zusätzlich zu dieser können ferner in den Kraft übertragungsweg zwischen Elektromagneten und Bolzenhalter auch Puffermittel eingeschaltet sein, beispielsweise ein Gummiblock.
Vorteilhaft kann weiter zur Erhöhung der Sicherheit eines prellungsfreien Aufsetzens die im Moment des Aufsetzens des Bolzens auf das Werkstück von dem Elektromagneten ausgeübte Anzugskraft verstellbar und damit an verschiedene Arbeitsbedingungen anpassbar sein. Hierzu können Stellmittel vorgesehen sein, die vorteilhaft z. B. aus einem verstellbaren Anschlag, mit dessen Hilfe der Luftspalt zwischen Magnetanker und Magnetkern des Elektromagneten im Moment des Aufsetzens des Bolzens auf das Werkstück verstellbar ist, und/oder aus einem in den Stromkreis der Magnetwicklung des Elektromagneten eingeschalteten veränderbaren Widerstand bestehen können.
Anhand der Zeichnung ist die Erfindung im folgenden an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.
Die Zeichnung zeigt das Prinzipschema eines Ausführungsbeispiels des vorliegenden Bolzenschweissgerätes. Alle für die Erläuterung der Erfindung unwesentlichen Teile wurden in diesem Prinzipschema weggelassen. Diese für die Erläuterung der Erfindung unwesentlichen Teile können z. B. so ausgebildet sein wie bei dem oben erwähnten bekannten Bolzenschweissgerät.
Das in der Zeichnung dargestellte Bolzenschweissgerät umfasst einen Bolzenhalter 1 zur Halterung eines Metallbolzens 2. Als Metallbolzen 2 werden bei dem vorliegenden Bolzenschweissgerät die gleichen Metallbolzen wie bei dem oben erwähnten bekannten Bolzenschweissgerät verwendet.
Diese Metallbolzen 2 sind im wesentlichen zylindrisch und sind an ihrem vorderen Ende mit einem Flansch 3 versehen.
Die vordere Endfläche 4 der Bolzen 2 ist leicht konisch ausgebildet und trägt in ihrer Mitte einen zylindrischen Fortsatz 5 mit im Vergleich zum Bolzenquerschnitt sehr geringem Querschnitt.
Der Bolzenhalter 1 ist mit einem Anschlag 6 versehen, der mittels des Drehknopfes 7 verstellbar ist. Der Anschlag 6 kann entsprechend der Länge der Bolzen 2 eingestellt werden.
Der Bolzenhalter 1 ist in einer Führungsbüchse 8 längsverschiebbar gelagert. Die Führungsbüchse 8 wird im vorliegenden Fall von einer zylindrischen Ausnehmung in dem Magnetkern 9 des zur Bewegung des Bolzenhalters 1 vorgesehenen Elektromagneten gebildet. Dieser Elektromagnet umfasst weiter die auf dem Magnetkern aufgebrachte Ma gnetwicklung 10 und den in Achsrichtung des Bolzenhalters 1 beweglichen topfförmigen Magnetanker 11. Der Magnetanker
11 steht über die Druckfeder 12 inBewegungsverbindung mit dem Bolzenhalter 1.
An den Bolzenhalter 1 einerseits und an das mit dem Bol zen 2 zu versehende Werkstück 13 anderseits ist der Konden sator 14 angeschlossen. Zur Aufladung dieses Kondensators
14 ist weiter eine Ladeeinrichtung vorgesehen, die durch den
Transformator 15, den Gleichrichter 16, den Ladeschalter 17 und den Strombegrenzungswiderstand 18 symbolisiert ist.
Parallel zu dem Kondensator 14 ist ein Steuergerät 19 ge schaltet, das bei Überschreiten einer bestimmten Konden satorspannung den Stromkreis 20 der Magnetwicklung 10 des Elektromagneten schliesst und damit den Elektromagneten zum Anzug bringt. Steuergeräte wie das Steuergerät 19, die bei Überschreiten einer vorbestimmten oder einstellbaren
Spannung einen Stromkreis schliessen, sind an sich, beispiels weise auch von dem oben erwähnten bekannten Bolzen schweissgerät her, allgemein-bekannt. Nur der Vollständig keit halber ist innerhalb des Blockes 19 eine sehr einfache
Ausführungsform eines solchen Steuergerätes dargestellt; das Steuergerät umfasst ein Relais R mit einem Selbsthalte kontakt und dem Kontakt des zu schliessenden Stromkreises, eine Diode D und eine Spannungsquelle V mit einstellbarer
Spannung.
Das in der Zeichnung schematisch dargestellte Bolzenschweissgerät kann ebenso wie das oben erwähnte bekannte Bolzenschweissgerät als Schweisspistole ausgebildet sein. Dabei können, ebenfalls in gleicher Weise wie bei dem bekannten Bolzenschweissgerät, die Ladeeinrichtung 15-18, der Kondensator 14, das Steuergerät 19, die Stromquelle 21 für den Elektromagneten und der zur Einstellung der Anzugskraft des Elektromagneten vorgesehene veränderbare Widerstand 23 in einem gesonderten Gerätekasten zusammengefasst sein, der mit dem Werkstück 13 und der Schweisspistole (Teile 1 und 612) über Zuleitungen verbunden ist.
Die Wirkungsweise des in der Zeichnung schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels des vorliegenden Bolzenschweissgerätes ist folgende: Im Ruhezustand befindet sich der Bolzenhalter 1 in der in der Zeichnung dargestellten Lage und wird in dieser Lage durch die Spiralfeder 22 gehalten.
Zunächst wird nun in den Bolzenhalter 1 ein Bolzen 2 eingesetzt und gegebenenfalls der Anschlag 6 mittels des Drehknopfes 7 entsprechend der Länge des Bolzens 2 so nachgestellt, dass der Bokenflansch 3 einen bestimmten gewünschten Abstand vom vorderen Ende des Bolzenhalters 1 hat.
Anschliessend wird die Spannung der innerhalb des Steuergerätes 19 vorgesehenen einstellbaren Spannungsquelle V auf die Höhe der Spannung eingestellt, auf die der Kondensator 14 aufgeladen werden soll, und ferner wird mit dem Widerstand 23 der sich bei Schliessung des Stromkreises 20 ergebende Erregerstrom des Elektromagneten eingestellt und damit dessen maximale Anzugskraft festgelegt. Dann wird die die Teile 1, 6-12 und 22 umfassende Schweisspistole in Position vor das mit dem Bolzen 2 zu versehende Werkstück 13 gebracht. Danach wird der Ladeschalter 17 z. B. mittels eines am Handgriff der Schweisspistole angebrachten (nicht dargestellten) Druckknopfes geschlossen und damit die Aufladung, des Kondensators 14 eingeleitet.
Solange die Spannung am Kondensator 14 noch niedriger als die eingestellte Spannung der Spannungsquelle V im Steuergerät 19 ist, ist die Diode D im Steuergerät 19 in Sperrichtung vorgespannt, so dass in dem von dem Kondensator 14, der Spannungsquelle V, der Diode D und dem Relais R gebildeten Stromkreis kein Strom fliessen kann. Sobald nun die Spannung am Kondensator 14 die eingestellte Spannung der Spannungsquelle V überschreitet, wird die Diode D in Durchlassrichtung geschaltet und somit der Stromkreis des Relais R geschlossen. Das Relais R zieht daher an und schliesst den Stromkreis 20 sowie den weiter im Steuergerät 19 dargestellten Selbsthaltekontakt des Relais R.
Durch diese Schliessung des Selbsthaltekontaktes bleibt der Relaisstromkreis und damit der Stromkreis 20 der Magnetwicklung 10 des Elektromagneten auch dann geschlossen, wenn die Spannung des Kondensators 14 bei seiner anschliessenden Entladung wieder unter die eingestellte Spannung der Spannungsquelle V fällt, und wird erst dann wieder geöffnet, wenn der Kondensator 14 nahezu vollständig entladen ist. Das Relais R kann ausserdem noch einen weiteren (nicht dargestellten) Kontakt umfassen, mit dem der Ladestromkreis des Kondensators 14 geöffnet wird, solange der Stromkreis des Relais R geschlossen ist.
Mit der Schliessung des Stromkreises 20 durch das Relais R im Steuergerät 19 wird die Magnetwicklung 10 an die Stromquelle 20 angeschlossen. Dadurch wird nunmehr der Magnetanker 11 von dem feststehenden Magnetkern 9 angezogen und in Richtung auf den Kern (in der Zeichnung nach unten zu) in Bewegung gesetzt. Gleichzeitig mit dem Magnetanker 11 wird auch der mit diesem über die Druckfeder 12 bewegungsverbundene Bolzenhalter 1 auf das Werkstück 13 zu in Bewegung gesetzt, wobei der Bolzenhalter 1 durch die zylindrische Ausnehmung 8 im Magnetkern 9 gleitet und von dieser geführt wird.
Sobald nun der Fortsatz 5 am vorderen Ende des Bolzens 2 das Werkstück 13 erreicht hat oder diesem so nahe gekommen ist, dass die Feldstärke im Bereich zwischen diesem Fortsatz 5 und dem Werkstück 13 zur Zündung eines Lichtbogens ausreicht, wird der Entladestromkreis des Kondensators 14 über den Bolzen 2, dessen Fortsatz 5 und das Werkstück 13 geschlossen.
Es liess sich bisher noch nicht mit endgültiger Sicherheit feststellen, ob diese Schliessung des Entladestromkreises des Kondensators 14 tatsächlich erst im Moment der Berührung zwischen dem Fortsatz 5 und dem Werkstück 13 oder schon kurz vorher durch Zündung eines Lichtbogens zwischen Fortsatz 5 und Werkstück 13 erfolgt, jedoch ist dies für den eigentlichen Schweissvorgang nicht von wesentlicher Bedeutung, weil der Fortsatz 5 ja auch im Falle einer Schliessung des Entladestromkreises des Kondensators 14 durch Lichtbogenzündung praktisch unmittelbar nach einer solchen Zündung (wenige Mikrosekunden später) das Werkstück 13 berührt und damit den Entladestromkreis in gleicher Weise galvanisch schliesst, wie dies ohne eine solche Lichtbogenzündung der Fall gewesen wäre.
Sobald nun der Entladestromkreis des Kondensators 14 über den Bolzen 2, den Fortsatz 5 und das Werkstück 13 geschlossen ist, entlädt sich der Kondensator 14 über diesen Entladestromkreis, und da der Kondensator 14 eine sehr grosse Kapazität hat, ergeben sich bei dieser Entladung Stromstärken, die im Spitzenwert mehrere Kiloampere betragen können. Die jeweils vorhandene Kondensatorspannung teilt sich dabei proportional zu den Widerständen der einzelnen Abschnitte im Entladestromkreis auf diese Abschnitte auf, und da der Fortsatz 5 innerhalb des Entladestromkreises den mit Abstand geringsten Querschnitt hat, fällt ein grosser Teil der jeweiligen Kondensatorspannung über diesem Fortsatz 5 sowie in der unmittelbaren Nähe des Aufsetzpunktes des Fortsatzes 5 im Werkstück 13 ab.
Dadurch wird also ein grosser Teil der in dem Kondensator 14 gespeicherten Energie in diesem Fortsatz 5 sowie im Werkstück 13 am Aufsetzpunkt des Fortsatzes 5 umgesetzt. Dieser hohe und sehr rasch vor sich gehende Energieumsatz in Stromwärme führt zu einer beinahe explosionsartigen Schmelzung des Fortsatzes 5 und des Oberflächenbereiches des Werkstückes 13 am Aufsetzpunkt des Fortsatzes 5.
Es ist möglich, dass das, was man bisher als einen Lichtbogen zwischen dem vorderen Ende des Bolzens 2 und dem Werkstück 13 angesehen hat, in Wirklichkeit diese explosionsartig verlaufende und wegen der ausserordentlich starken Erhitzung mit einem hellen Lichtschein verbundene Schmelzung ist
Da also das Schmelzen des Fortsatzes 5 vom Moment der Berührung zwischen Fortsatz 5 und Werkstück 13 an ausser ordentlichraschvor sich geht, besteht im Prinzip die Möglichkeit, auch nach dem Aufsetzen des Fortsatzes 5 auf das Werkstück 13 den Bolzenhalter 1 mit dem Bolzen 2 gleichförmig weiter auf das Werkstück 13 hin zu bewegen.
Dies setzt aber voraus, dass das mechanische Bewegungssystem zur Bewegung des Bolzenhalters 1 hierzu geeignet ist, und das war bei dem oben erwähnten bekannten Bolzenschweissgerät, wo eine Druckfeder zur Bewegung des Bolzenhalters auf das Werkstück zu verwendet wurde, offensichtlich nicht der Fall, und zwar hauptsächlich wohl deswegen nicht, weil diese Druckfeder, die sich ja bei der Bewegung des Bolzenhalters auf das Werkstück zu entspannte, im Moment des Aufsetzens des Fortsatzes auf dem Werkstück schon nahezu entspannt war, so dass sie nicht mehr genügend potentielle Energie besass, um die Reflexion der Bewegungsenergie beim Auftreffen des Fortsatzes auf das Werkstück und damit ein Abprellen des Fortsatzes vom Werkstück praktisch zu unterdrücken.
Möglicherweise ist durch dieses Abprellen dann tatsächlich ein Lichtbogen zwischen Bolzen und Werkstück gezündet worden, der dann zu einer teilweisen Verbrennung der miteinander zu verschweissenden Flächen und dadurch dann zu der mangelhaften Haltbarkeit der Schweissstellen bei dem bekannten Bolzenschweissgerät geführt hat. Auf jeden Fall aber dürfte nach den gewonnenen Erfahrungen das bei dem bekannten Bolzenschweissgerät sich ergebende Abprellen eine der massgeblichen Ursachen für die schlechte Haltbarkeit der Schweissstellen bei diesem bekannten Gerät sein.
Um ein solches Abprellen zu verhindern und zu erreichen, dass sich der Bolzenhalter 1 mit dem Bolzen 2 auch nach dem Aufsetzen des Fortsatzes 5 auf das Werkstück 13 nahezu gleichförmig weiter auf das Werkstück 13 zu bewegt, und zwar in dem Sinne, dass sich der Spalt zwischen der vorderen Endfläche 4 des Bolzens 2 und dem Werkstück 13 kontinuierlich im Mass des Abschmelzens des Fortsatzes 5 verringert und das geschmolzene Material des Fortsatzes 5 nach und nach diesen Spalt ausfüllt, ist bei dem vorliegenden Bolzenschweissgerät zur Bewegung des Bolzenhalters 1 mit dem Bolzen 2 auf das Werkstück 13 zu der schon erwähnte, aus den Teilen 9, 10 und 11 bestehende Elektromagnet vorgesehen.
Denn bei diesem Elektromagneten ist der Luftspalt zwischen Magnetkern 9 und Magnetanker 11 im Moment des Aufsetzens des Fortsatzes 5 auf dem Werkstück 13 schon sehr gering, so dass der Elektromagnet eine sehr grosse Kraft auf den Bolzen 2 ausübt und genügend potentielle Energie hat, um ein Abprellen des Bolzens 2 von dem Werkstück 13 nach dem Aufsetzen des Fortsatzes 5 praktisch vollständig zu unterdrücken. Diese von dem Elektromagneten auf den Bolzen 2 ausgeübte Kraft steigt mit der Weiterbewegung des Bolzens 2 auf das Werkstück 13 zu nach dem Aufsetzen des Fortsatzes 5 noch an, weil sich der Luftspalt zwischen Magnetkern 9 und Magnetanker 11 dabei noch weiter verringert.
Die Unterdrückung eines Abprellens des Bolzens 2 vom Werkstück 13 ist bei dem vorliegenden Bolzenschweissgerät dadurch gewährleistet, dass sich der Elektromagnet im Moment des Aufsetzens des Fortsatzes 5 auf das Werkstück 13 annähernd im Zustand seiner höchsten potentiellen Energie befindet (während sich demgegenüber die Druckfeder bei dem bekannten Bolzenschweissgerät im Moment des Aufsetzens des Fortsatzes auf das Werkstück im nahezu entspannten Zustand, d. h. also nahezu im Zustand ihrer niedrigsten potentiellen Energie, befand). Um die Sicherheit des prellungsfreien Aufsetzens noch weiter zu erhöhen, ist im Kraftübertragungsweg zwischen dem Magnetanker 11 des Elektromagneten und dem Bolzen 2 noch die Druckfeder 12 eingeschaltet, die, wie aus der Zeichnung ersichtlich, einen sehr kleinen Federweg hat, der vorteilhaft nur etwas grösser als die Länge des Fortsatzes 5 ist.
Die Federkonstante dieser Druckfeder 12 ist so bemessen, dass das Produkt aus Federweg und Federkonstante etwas grösser als die Maximalkraft des Elektromagneten ist.
Durch die Druckfeder 12 wird eine vollständig gleichförmige Weiterbewegung des Magnetankers 11 auf den Magnetkern 9 zu auch dann erreicht, wenn die Abschmelzgeschwindigkeit des Fortsatzes 5 und damit die Bewegungsgeschwindigkeit des Bolzens 2 auf das Werkstück 13 zu nach dem Aufsetzen des Fortsatzes 5 auf das Werkstück 13 geringer als die Bewegungsgeschwindigkeit des Bolzens 2 vor diesem Aufsetzen ist Der mit der gleichförmigen Weiterbewegung des Magnetankers 11 schnell ansteigende Druck auf den Bolzen 2 nach dem Aufsetzen des Fortsatzes 5 verhindert dabei jede Möglichkeit eines Abprellens des Bolzens 2 vom Werkstück 13.
Anstatt der Druckfeder 12 können unter Umständen auch andere geeignete Puffermittel, z. B. ein Gummipuffer, verwendet werden.
Der Schweissvorgang läuft bei dem vorliegenden Bolzenschweissgerät nach dem Aufsetzen des Fortsatzes 5 auf das Werkstück 13 folgendermassen ab: Der grösste Widerstand innerhalb des Entladestromkreises des Kondensators 14 befindet sich an der Übergangsstelle zwischen Fortsatz 5 und Werkstück 13. Diese Stelle wird dementsprechend bei der Entladung des Kondensators 14 am stärksten erhitzt, so dass unmittelbar nach dem Aufsetzen des Fortsatzes 5 auf das Werkstück 13 das vordere Ende des Fortsatzes 5 abschmilzt und gleichzeitig der Bolzen 2 weiter auf das Werkstück 13 zu bewegt wird. Das abgeschmolzene Material des Fortsatzes 5 wird nach aussen gedrängt und umgibt die Aufsetzstelle. Es bringt die von ihm berührten Oberflächen des Werkstückes
13 und der vorderen Endfläche 4 des Bolzens 2 zum Anschmelzen.
Gleichzeitig wird weiteres Material von dem Fortsatz 5 abgeschmolzen und dadurch sowie wegen der laufenden Verschmälerung des Spaltes zwischen der vorderen Endfläche 4 des Bolzens 2 und dem Werkstück 13 infolge der Bewegung des Bolzens 2 auf das Werkstück 13 zu eine Bewegung des geschmolzenen Materials innerhalb dieses Spaltes vom Zentrum nach dem äusseren Rand des Spaltes zu verursacht. Sobald der Fortsatz 5 ganz abgeschmolzen ist, hat das geschmolzene Material den Spalt praktisch vollständig ausgefüllt. Während der Bewegung des geschmolzenen Materials in dem Spalt vom Zentrum zum Rand zu wird der Leitungsquerschnitt im Bereich des Spaltes immer grösser und damit der elektrische Widerstand über dem Spalt und somit aber auch der prozentuale Energieumsatz der Entladungsenergie des Kondensators 14 über dem Spalt immer geringer.
Am Ende des Vorganges, wenn der gesamte Spalt ausgefüllt ist, wird an dieser Übergangsstelle zwischen Bolzen 2 und Werkstück 13 praktisch keine Energie mehr umgesetzt. Der Elektromagnet übt jedoch jetzt seine grösste Kraft auf den Bolzen 2 aus und presst den Bolzen 2 dadurch so lange fest an das Werkstück
13, bis das Material an der Übergangsstelle zwischen Bolzen 2 und Werkstück 13 erkaltet und damit die Schweissverbindung hergestellt ist. Sobald der Kondensator 14 vollständig entladen ist, fällt das Relais R in dem Steuergerät 19 ab, und damit wird die Stromzufuhr zur Magnetwicklung 10 des Elektromagneten unterbrochen und die Spiralfeder 22, die während des Anzuges des Elektromagneten zusammengedrückt wurde, entspannt sich nunmehr und zieht dabei den Bolzenhalter 1 vom Bolzen 2 ab und bringt gleichzeitig den Elektro- magneten in seine Ausgangslage zurück.
Der Anschweissvorgang des Bolzens 2 an das Werkstück 13 ist damit beendet, und es kann nunmehr die Anschweissung eines weiteren Bolzens vorgenommen werden.
Anstelle der Spiralfeder 22 oder auch zusätzlich zu dieser kann ferner ein weiterer (nicht dargestellter) Elektromagnet zum Abziehen des Bolzenhalters 1 vom Bolzen 2 vorgesehen sein. Die Verwendung eines solchen Rückzugs-Elektromagneten empfiehlt sich insbesondere dann, wenn eine Automatisierung der Arbeitsweise des vorliegenden Bolzenschweissgerätes in dem im folgenden erläuterten Sinne vorgesehen ist.
Zum Zwecke einer solchen Automatisierung der Arbeitsweise kann das vorliegende Bolzenschweissgerät mit einer in bekannter Weise ausgebildeten Vorrichtung zum Zuführen und Einsetzen eines neuen Bolzens 2 in den Bolzenhalter 1 nach Abschluss des Anschweissvorganges bzw. vor Beginn des nächsten Anschweissvorganges versehen sein. Vorrichtungen dieser Art sind z. B. im Zusammenhang mit Einsetzautomaten für Beschlagteile bekanntgeworden und brauchen daher hier nicht näher erläutert werden. Durch eine solche Vorrichtung kann die Arbeitsgeschwindigkeit des vorliegenden Bolzenschweissgerätes wesentlich gesteigert werden.
Abschliessend sei noch auf folgendes hingewiesen: Das vorliegende Bolzenschweissgerät hat im Ergebnis zu wesentlich besseren und haltbareren Schweissstellen zwischen Bolzen und Werkstück geführt, als sie mit dem oben erwähnten bekannten Bolzenschweissgerät erreicht werden konnten.
Obwohl mit einiger Sicherheit angenommen werden darf, dass diese Verbesserungen auf den oben im einzelnen erläuterten Effekten beruhen, kann eine Festlegung auf diese Erläuterungen an dieser Stelle deswegen nicht erfolgen, weil die gesamten erläuterten Vorgänge innerhalb von wenigen Millisekunden vor sich gehen und demgemäss der Beobachtung dieser Vorgänge technische Grenzen gesetzt sind, die den vollständigen Ausschluss von Beobachtungsfehlern nicht erlauben. Fest steht jedoch, dass, aus welchem Grunde auch immer, mit dem vorliegenden Bolzenschweissgerät wesentlich bessere Ergebnisse als mit dem oben erwähnten bekannten Gerät erzielt werden und dass für diese besseren Ergebnisse eindeutig die erfindungsgemässe Ausbildung massgeblich ist.