CH476262A - Verfahren zum Verbrennen von Abfallstoffen - Google Patents
Verfahren zum Verbrennen von AbfallstoffenInfo
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Description
Verfahren zum Verbrennen von Abfallstoffen Die vorliegende Erfindung betrifft ein neuartiges Verfahren zum Verbrennen von Abfallstoffen aus In dustrie und Haushalt zu gasförmig und schmelzflüssig anfallenden Produkten.
Die fortschreitende Verfeinerung technischer Ar beitsprozesse führt zwangläufig dazu, dass schon bei der Auswahl ihrer Rohstoffe, bei ihrer Verarbeitung und in ständig sich erhöhendem Ausmasse auch beim Endverbraucher ihrer Erzeugnisse Abfallstoffe in fester, flüssiger und auch gasförmiger Form anfallen. Ihre Eingliederung beziehungsweise Rückführung in entspre chende Arbeitsprozesse gewinnt daher steigende wirt schaftliche Bedeutung. Der Vielseitigkeit der sich hier bei ergebenden technischen Aufgaben stehen bisher in den meisten Fällen nur unzureichende technische Lösun gen gegenüber.
Die vorliegende Erfindung beruht auf der Erkennt nis, dass man in der Mehrzahl dieser Fälle zu wirt schaftlich wertvollen Ergebnissen gelangt, wenn man diese Abfallstoffe bei hohen Temperaturen in neuartiger Weise behandelt.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch ge kennzeichnet, dass eine Flammenkammer verwendet wird, die oben durch einen Körper abgedeckt und seit lich durch den von oben zugeführten Abfallstoff be grenzt ist, wobei in der Flammenkammer eine so hohe Arbeitstemperatur aufrechterhalten wird, dass sich die die Flammenkammer seitlich begrenzenden Partien des Abfallstoffes fortlaufend in einen schmelzflüssigen und in einen gasförmigen Anteil zerlegen und diese Anteile, und zwar die schmelzflüssigen ganz, die gasförmigen überwiegend, an der tiefsten Stelle der Flammenkammer nach unten abgezogen werden, wobei sich Energieum satz und Zerlegung in dünner Schicht vollziehen, die durch ihren Wärmeverbrauch Wandungen und Boden der Flammenkammer,
also die äusseren konstruktiven Hüllen gegen überhitzung und Erosion schützt und gegen Wärmeverlust isoliert.
Die beiliegenden Zeichnungen sollen die Erfindung an Hand von Ausführungsbeispielen näher erläutern. Fig. 1 stellt eine Flammenkammer mit nachgeschal teter Nachbrennkammer dar.
Fig. 2 macht das Behandeln flüssiger Abfallstoffe sowohl in der Flammenkammer wie in einem von deren Abgasen beheizten Sprühtrockner und einen Abhitze- kessel ersichtlich, und Fig. 3 zeigt die Flammenkammer als Teil eines Dampferzeugers.
In allen Figuren haben gleiche Bezugszeichen die gleiche Bedeutung.
Fig. 1 stellt ein Ausführungsbeispiel zum Arbeiten nach der Erfindung dar. In diesem bedeutet 1 die Flammenkammer, deren Wandverkleidung 3 durch seit liche Zufuhr des hier kreuzschraffiert angedeuteten Gu tes gebildet wird, ebenso wie der mit 4 bezeichnete konische Boden der Flammenkammer. 2 bedeutet den zentralen Ablass für einen Teil der Reaktionsgase und der flüssigen Bestandteile. Mit 5 ist die zentrale Be- heizungsflamme bezeichnet, sie sitzt in einem höhenbe weglich angeordneten Verdrängungskörper 7.
Durch Veränderung seiner Höheneinstellung wird das Volumen der Flammenkammer verändert, ebenso beispielsweise die vom Böschungswinkel des Gutes abhängige Aus bildung der Wandverkleidung 3. 8 bedeutet die Gesamt luftzufuhr zur damit unter überdruck gestellten Flam menkammer 1, und zwar aufgeteilt in über Drosseln 9 regelbare Teilströme L1 bis L5.
Aus der Flammenkammer 1 zieht ein mit 10 be zeichneter Teil der Reaktionsgase nach oben und trock net im Zufuhrschacht 11 das im Gegenstrom nieder fliessende Gut in der Weise, dass die dabei entstehenden Abgase 12 die Feuchtigkeit aufnehmen und mit dieser über den Auslass 13, geregelt durch die Drossel 16, über die Leitung 17 in die mit 18 bezeichnete Nach- brennkammer eintreten. Hier vermischen sie sich mit dem als 20 bezeichneten Teil der Reaktionsgase, die aus der Flammenkammer unmittelbar durch den Ablass 2 nach unten austreten.
Der die Flammenkammer aussen umgrenzende gewölbte Aussenboden 6 ist auf Rollen 21 drehbar gelagert und beispielsweise mit in das Gut ein- greifenden Mitnehmern 22 ausgerüstet. Um die Dreh- und Höhenbeweglichkeit der genannten Teile und den gasdichten Abschluss zu gewährleisten, sind neben einem den Zufuhrschacht 11 abschliessenden Deckel 23 Was serverschlüsse 14, 15, 24 und 25 vorgesehen. Bei 27 ist der Austritt der Reaktionsgase 20 und der mit ihnen vermischten Abgase 12 aus der Nachbrennkammer 18 angedeutet.
Die flüssige Schmelze 19 fliesst aus der Flammenkammer 1 über den zentralen Ablass 2 nach unten in eine beispielsweise bei 26 angedeutete Nach behandlungseinrichtung.
Fig. 2 stellt das Behandeln vorzugsweise flüssiger Abfallstoffe dar. In diesem Falle ist der Verdrängungs körper 7 am Rande unten aussen mit einer Flüssigkeits tasse 14 versehen. In diese greift von oben der Ring- mantel 61 eines oberen Einfülltrichters 62. Füllt man diesen Einfülltrichter 62 mit flüssigem Gut 63, so füllt dieser seinerseits die Tasse 14, und das flüssige Gut bildet an deren Überlauf nach unten ringsum einen in diesem Falle flüssigen Tropfenschleier 3 als Wandver kleidung der Flammenkammer 1.
Aus dieser austretende Reaktionsgase 10 treten durch diesen Tropfenschleier trocknend hindurch und sammeln sich in dem Ring kanal<I>64. Er</I> ist nach aussen durch eine äussere Wasser tasse 15, nach innen durch die Flüssigkeitstasse 14 abgedichtet. Demgemäss müssen die nach dem Trock- nungsvorgang mit 12 bezeichneten Abgase den hier mit 17 bezeichneten Auslauf benutzen, der sie über eine Drossel 16 in den Hauptabgasstrom 27 hinter dem Kessel 66 eintreten lässt.
Das zu behandelnde flüssige Gut bildet in der Flam menkammer 1 im Anschluss an den Tropfenschleier bzw. die Wandverkleidung 3 den konischen Bodenbelag 4, beispielsweise mit zunehmendem Gehalt an Feststof fen. Aus diesen wird unter der Einwirkung der Be- heizungsflamme 5 in bisher schon genannter Weise das Schmelzbare 19 durch den zentralen Ablass 2 nach unten in die Nachbrennkammer geleitet und etwa bei 26 abgeleitet. Ein Teil der Schmelze kann, wie ange deutet, durch einen Siphonablauf 65 kontinuierlich ab fliessen.
Die Reaktionsgase 20 können in der hier als Wärmeaustauscher 66 dargestellten Fortsetzung der Nachbrennkammer 18 ihre Wärme abgeben. Nach dieser Wärmeabgabe sind sie mit 27 bezeichnet und in einen Sprühtrockner 67 eingeleitet. In diesem fällt die Erst stufe 68 des zu behandelnden flüssigen Gutes, z. B. nasser Klärschlamm, auf einen schnell rotierenden Be hälter 46. Er teilt sich zu einer aus sehr feinen unter einander praktisch gleich grossen Teilchen bestehenden Sprühscheibe 48 auf. Das durch diese von unten her durchtretende Abgas 27 entbindet aus ihr, im Kreuz strom hindurchtretend, einen Teil des Wassers und trägt ihn bei 31 aus dem Trockner aus.
Die so vorent- wässerte Flüssigkeit sammelt sich in der Rinne 69 und wird aus dieser über ein Fördermittel 70 in der schon beschriebenen Weise als 63 auf die obere Fülltasse 62 aufgegeben.
In Fig. 3 ist die Flammenkammer 1 mit ihren Ein richtungen wesentlicher Bestandteil eines Haupt-Dampf- erzeugers 66. Vorzugsweise schwierige Brennstoffe ho hen Feuchtigkeitsgehaltes und schwankender physikali scher Beschaffenheit werden beispielsweise auf Bunker 73 aufgegeben und in diesen von Brechzuteilern 74 erfasst, vorzerkleinert und in den Zufuhrschacht 11 ein gegeben. In diesem wird ihnen durch im Gegenstrom aus der Flammenkammer 1 aufsteigendes heisses Reak tionsgas die Feuchtigkeit entzogen.
Sie verlässt mit diesem Reaktionsgas als Abgas 12 den Zufuhrschacht bei 13 und kann, durch Drosseln 16 gesteuert bei 31 unmittelbar ins Freie abgeleitet werden. Auf diese Weise löst das Verbrennungsverfahren auf einfache Weise das Trocknungsproblem, ohne beispielsweise Feuerraum 1 und 18 und Kessel 66 mit dem Wasser gehalt der Abgase zu belasten.
Auf diese Weise ist es möglich, Abfallbrennstoffe ohne äussere Vorzerkleine- rung geschweige denn Feinmahlung oder Vortrocknung in einem einzigen geschlossenen Verfahren mit hohem thermischem Wirkungsgrad zu verbrennen, durch schmelzflüssigen Abzug des Unverbrennlichen 19 prak tisch ohne Staubanfall im Abgas 20 zu arbeiten und somit in Aufbau und Betrieb erhebliche wirtschaftliche Vorteile zu gewinnen. In diesem Falle wird zweckmässig die Nachbrennkammer 18 durch rohrbekleidete Wand 75 bereits Teil des eigentlichen Dampferzeugers 66.
Ein Zusatzbrenner 76 hilft zweckmässig den Bedarf des Dampferzeugers 66 an Wärme auch bei schwanken dem Wärmeinhalt des Abfallbrennstoffes sicher zu stel len. Sofern die Abgase 12 aus dem Zufuhrschacht 11 infolge ihres etwaigen Anteiles an Brennbarem noch aus zunutzen sind, oder sofern sie zum Entodorisieren in Sonderfällen überhitzt werden sollen, leitet man sie beispielsweise bei 27 in die Nachbrennkammer oder etwa bei 77 in einen ihrer Temperatur entsprechenden Teil des Dampferzeugers 66.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zum Verbrennen von Abfallstoffen aus Industrie und Haushalt zu gasförmig und schmelzflüs sig anfallenden Produkten, dadurch gekennzeichnet, dass eine Flammenkammer verwendet wird, die oben durch einen Körperabgedeckt und seitlich durch den von oben zugeführten Abfallstoff begrenzt ist, wobei in der Flam menkammer eine so hohe Arbeitstemperatur aufrecht erhalten wird, dass sich die die Flammenkammer seitlich begrenzenden Partien des Abfallstoffes fortlaufend in einen schmelzflüssigen und in einen gasförmigen Anteil zerlegen und diese Anteile, und zwar die schmelzflüssi- gen ganz, die gasförmigen überwiegend;an der tiefsten Stelle der Flammenkammer nach unten abgezogen wer den, wobei sich Energieumsatz und Zerlegung in dünner Schicht vollziehen, die durch ihren Wärmeverbrauch Wandungen und Boden der Flammenkammer, also die äusseren konstruktiven Hüllen gegen Überhitzung und Erosion schützt und gegen Wärmeverlust isoliert. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass das Volumen der Flammenkammer ver ändert wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass die Flammenkammer unter Überdruck gehalten wird. 3.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass ein Teil der gasförmigen Produkte aus der Flammenkammer nach oben abgeführt und zum Vor trocknen und Vorwärmen der Abfallstoffe benutzt wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass den Abfallstoffen ihren Schmelzpunkt verändernde oder die Endprodukte verbessernde Stoffe zugesetzt werden. 5.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass die erforderliche Verbrennungsluft weit gehend unterteilt zugeführt wird, und zwar der eigent- liehen Flammenkammer vorzugsweise in der theoretisch erforderlichen Mindestmenge, und der ihr nachgeschal teten Nachbrennkammer in dem zum vollständigen Aus brand notwendigen Mindestmass zudosiert. 6.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekenn zeichnet, dass die mit Feuchtigkeit beladenen Abgase des Trocknungsvorganges mit den in die Nachbrennkammer abziehenden Hauptgasen zum Aufheizen bzw. Entodori- sieren wieder zusammengeführt werden.
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| CH957162A CH476262A (de) | 1962-08-11 | 1962-08-11 | Verfahren zum Verbrennen von Abfallstoffen |
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| CH476262A true CH476262A (de) | 1969-07-31 |
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2312719A1 (de) * | 1972-05-29 | 1973-12-20 | Johannes Dr Ing Wotschke | Verfahren und einrichtung zum thermischen umwandeln von stoffgemischen |
| DE3020103A1 (de) * | 1980-05-27 | 1981-12-03 | Wotschke, Johannes, Dr.-Ing., 3000 Hannover | Verfahren zum regelbaren autothermen vergasen fester brennstoffe mit atmosphaerischer luft |
-
1962
- 1962-08-11 CH CH957162A patent/CH476262A/de not_active IP Right Cessation
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