Anordnung zur Flüssigkeitszuführung in Räume einer rotierenden Welle zur Funktionsprüfung mechanischer Drehzahlwächter von Kraftmaschinen bei normaler Betriebsdrehzahl Drehzahlwächter dienen als überdrehzahlschutz von Kraftmaschinen. Bei unzulässigem überschreiten der Normaldrehzahl, also beim Erreichen einer vorge gebenen Auslösedrehzahl, wind durch den Drehzahl wächter die Unterbrechung der Zufuhr des die Kraft maschine durchströmenden Mediums ausgelöst und somit die Kraftmaschine stillgesetzt.
Die Fig.1 stellt die übliche Ausführung eines Drehzahlwächters dar: Der Drehzahlwächter 24 ist in der Hauptwelle 1 oder in einer von dieser betriebenen Nebenwelle der Kraftmaschine angeordnet. Er besteht im wesentlichen aus einem Schwunggewicht 2, einer Führungshülse 3, einer Führungsmutter 4, einer Feder 5 und einem Federteller 6.
Der gemeinsame Massenschwerpunkt 7 der radial zur Wellenachse beweglichen Teile des Schwungge- wichtes 2 und des mit ihm verbundenen Federtellers 6 liegt ausserhalb der Wellenachse in Bewegungsrichtung des Schwunggewichtes 2. Die im Schwerpunkt 7 an greifende Fliehkraft entspricht in ihrer Grösse der jeweiligen Wellendrehzahl. Dieser Fliehkraft entgegen wirkt die Federkraft der Feder 5. Gleichgewicht zwi schen der Fliehkraft der beweglichen Teile 2 und 6 und der Federkraft besteht bei der vorgegebenen Aus lösedrehzahl.
Wird diese überschritten, so überwiegt die Fliehkraft von Teil 2 und 6 die Federkraft und das Schwunggewicht bewegt sich, geführt in Teil 3 und 4, um den Hub 8 radial zur Wellenachse nach aussen. Der Kopf des Schwunggewichtes 2 trifft dabei auf eine in der Zeichnung nicht dargestellte Klinke, deren dadurch ausgelöste Bewegung ein hydraulisches oder mechanisches Relais betätigt, das wiederum direkt oder indirekt die Zufuhr des die Kraftmaschine durchströ menden Arbeitsmediums absperrt und damit die Kraft maschine stillsetzt.
Die Sicherung der Kraftmaschine gegen überdreh zahl hängt wesentlich vom einwandfreien Funktionie ren des Drehzahlwächters ab. Oftmals werden deshalb zwei Drehzahlwächter angeordnet, deren Auslösedreh- zahlen voneinander verschieden sind. Die Funktions- probe des Drehzahlwächters durch Erhöhung der Nor maldrehzahl auf die Auslösedrehzahl führt zu unnötig hoher Fliehkraftbeanspruchung der rotierenden Läufer teile der Kraftmaschine. Dient die Kraftmaschine zum Antrieb von Kreiselradmaschinen, z. B. von Pumpen oder Kompressoren, so ist das Erreichen der Auslöse drehzahl wegen des dazu erforderlichen Leistungsbe darfs bei normaler Bemessung der Kraftmaschine nicht möglich.
Der Drehzahlwächter kommt bei solchen An- trieben nur bei einer Unterbrechung der Drühmoment übertragung zwischen Kraft und Arbeitsmaschine sowie bei evtl. Nullförderung bei geschlossenem Saug- oder Druckschieber und entsprechend hoher überdreh- zahl zum Ansprechen.
Es ist auch bekannt, die Funktionsprüfung des Drehzahlwächters 24 bei Betriebsdrehzahl in folgender Weise vorzunehmen: über eine axiale Bohrung 9 wird vom benachbarten Wellenende der rotierenden Welle eine Flüssigkeit zugeführt, die aus einer feststehenden Düse 20 in die Bohrung 9 eingespritzt wird.
Durch den Zulaufdruck und. durch die Fliehkraft gelangt die Flüssigkeit über die radiale Bohrung 10 und über die Bohrung 11 in den Raum 12 des Schwunggewichtes 2. Der Raum 12 ist so bemessen, dass die jetzt zusätzlich an Teil 2 und 6 wirkende Fliehkraft :der Flüssigkeitsfüllung des Raumes 12 aus reicht, um das Schwunggewicht 2 bei Normaldrehzahl gegen die Federkraft radial zur Wellenachse um den Hub 8 nach aussen zu bewegen und somit die Auslöse klinke zu betätigen.
Nach Unterbrechung der Flüssig keitszufuhr fliesst die Flüssigkeitsfüllung über die Blende 13 ab.
Die beschriebene Art der axialen Flüssigkeitszufuhr bedingt die Anordnung des Drehzahlwächters nahe einem axial zugänglichen Wellenende. Die Unterbrin gung des Drehzahlwächters in einer zugänglichen Nebenwelle ist mit grösserem konstruktiven Aufwand verbunden und enthält die Gefahr einer Unterbrechung der Drehzahlübertragung von der Kraftmaschinenwelle durch Schäden (oder gar Montagefehler). Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu grunde, eine Anordnung zu schaffen, bei der die vor genannten Nachteile vermieden sind.
Diesem Zwecke dient eine Anordnung zur Flüssigkeitszuführung in Räume einer rotierenden Welle über in dieser angeord nete Bohrungen, in die die Flüssigkeit aus mindestens einer feststehenden Düse gespritzt wird, zur Funktions prüfung mechanischer Drehzahlwächter von Kraftma schinen bei normaler Betriebsdrehzahl.
Die erfindungs- gemässe Lösung der Aufgabe ist ausgezeichnet durch eine in einem Wellenabsatz angeordnete, nur radial innen offene Ringkammer, der die Flüssigkeit über eine Düse zugeführt wird, sowie durch Bohrungen in der Welle zur Leitung der Flüssigkeit von der Ring kammer zu einem den Drehzahlwächter umgebenden Ringraum, der seinerseits mit einem Raum des Schwunggewichtes in Verbindung steht, welcher so angeordnet ist, dass die Fliehkraft der in diesen Raum eingebrachten Flüssigkeit das Schwunggewicht radial zur Wellenachse nach aussen verschiebt.
Im folgenden ist ein Ausführungsbeispiel der Erfin dung anhand der Fig. 2 und 3 der Zeichnung beschrie ben. Dabei zeigt Fig. 2 einen Längsschnitt entlang der Wellen- und Drehzahlwächterachsen, während Fig.3 einen Querschnitt der Welle entlang einer Drehzahl wächterachse darstellt.
Mit 22 ist die in einem Absatz der Welle 1 an geordnete, nur radial innen offene Ringkammer be zeichnet. Die Flüssigkeit wird dieser Ringkammer 22 an einer beliebigen Stelle des Wellenumfanges zuge führt und zwar über eine Leitung 26 und Düse 21. Die Flüssigkeitszuführung kann dabei durch das natürliche Druckgefälle oder mit beliebig hohem Zulaufdruck er folgen. Mit 17 ist ein, den Drehzahlwächter 24 umge bender Ringraum bezeichnet, der einerseits über Boh rungen 23 mit der Ringkammer 22 in Verbindung steht und andererseits über Öffnungen 18 am Umfang der Führungshülse 3 mit einem Raum 12 des Schwunggewichtes 2 verbunden ist.
Der Innenradius der Ringkammer 22 ist, wie die Zeichnung erkennen lässt, kleiner als der Abstand von der Wellenachse bis zur Innenkante des Raumes 12.
Infolge der sich durch den rotierenden Ölring von der radialen Dicke 27 einstellenden Druckdifferenz, strömt die Flüssigkeit von der Ringkammer 22 zum Ringraum 17.
Von dem auf dem Radius r1 liegenden Austritt der Bohrungen 23 in den Ringraum 17 fliesst die Flüssig keit den beiden Bereichen des Ringraumes 17 zu, die auf dem grösseren Abstand r., von der Wellenachse liegen. (Fig. 3) Hierdurch wird die Pumpwirkung noch weiter er höht.
Durch Öffnungen 18 am Umfang der Führungs hülse 3 tritt die Flüssigkeit schliesslich in den Raum 12 des Schwunggewichtes 2 über und das Schwungge- wicht bewegt sich wie bereits beschrieben unter der Wirkung der von der Flüssigkeit im Raum 12 ausgeüb- ten Fliehkraft radial zur Wellenachse nach aussen. Die nach dem Abstellen der Flüssigkeitszufuhr in der Ring kammer 22 verbleibende Flüssigkeit fliesst über die Blendenbohrung 25 ab.
Nach einer weiteren Ausbildung der Erfindung kann, wie aus der Fig. 2 ersichtlich ist, in Richtung der Wellenachse neben dem Drehzahlwächter 24 ein weite rer Drehzahlwächter 24' vorgesehen sein. Die Flüssig keitszufuhr zum Drehzahlwächter 24' kann dabei von einem durch die Düse 21 über die Ringkammer 22 gespeisten Ringraum 1<B>7</B> am Drehzahlwächter 24 über Bohrungen 23' in der Welle 1 erfolgen, welche den Ringraum 17' mit einem Ringraum 117 am Drehzahl- wächter 24' verbinden.
Die Auslösung des zweiten Drehzahlwächters 24', dessen Auslösedrehzahl von der des Drehzahlwächters 24 verschieden sein kann, er folgt sinngemäss in der vorbeschriebenen Weise.
Selbstverständlich kann ein Ringraum auch über mehrere Düsen versorgt werden oder können, wenn zwei getrennte Ringräume anzuordnen sind, diese einander zugekehrt sein und z. B. nur über eine Zufüh rung mit zwei Düsenbohrungen versorgt werden.