CH412185A - Nassspinnverfahren - Google Patents

Nassspinnverfahren

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CH412185A
CH412185A CH1004861A CH1004861A CH412185A CH 412185 A CH412185 A CH 412185A CH 1004861 A CH1004861 A CH 1004861A CH 1004861 A CH1004861 A CH 1004861A CH 412185 A CH412185 A CH 412185A
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spinning
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bath
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CH1004861A
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Stoy Artur
Bartova Nadezda
Horak Josef
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Stoy Artur
Bartova Nadezda
Horak Josef
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01DMECHANICAL METHODS OR APPARATUS IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS
    • D01D5/00Formation of filaments, threads, or the like
    • D01D5/06Wet spinning methods

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Artificial Filaments (AREA)

Description


      Nassspinnverfahren       Polymere, die in     wässrigen,    Elektrolyte enthal  tenden Lösungen gelöst sind, wie Polymere und       Kopolymere    des     Akrylnitrils    in hochkonzentrierten  Lösungen von anorganischen Salzen,     Cellulosexan-          thogenat    in wässriger     Alkalilauge    (Viskose) oder       Cellulose    in     kupferammoniakalischer    Lösung,     können     nach dem üblichen     Trockenspinnverfahren    nicht ver  arbeitet werden. Vor etwa 20 Jahren wurde versucht,  Viskose trocken zu verspinnen.

   Der erhaltene gelbe       Viskosefaden    musste jedoch nass zu     Cellulose    regene  riert, gründlich gewaschen und getrocknet werden;  ein solches  Trockenspinnen  hat jedoch keinen be  sonderen Vorteil gegenüber dem üblichen     Nassspin-          nen,    bei welchem die Fadenbildung und die Regene  rierung der     Cellulose    in einer Operation durchgeführt  werden.

   Wasser kann infolge seiner hohen     Verdamp-          fungswärme    nur schwierig entfernt werden, und die  anorganischen Elektrolyte (Salze,     Hydroxyde    oder  Säuren) sind bei den in Frage kommenden Tempe  raturen nicht     flüchtig,        so        d'ass        ihre    Verdampfung ohne  völlige     Zersetzung    des Polymeren unmöglich ist. Die  Koagulation der Fäden     in    flüssigen,     hauptsächlich          wässrigen    Bädern ist daher unvermeidlich.  



  Bei üblichen     Nassspinnverfahren    wird die viskose  Spinnlösung in feinen Strömen direkt in das       Koagulationsbad    (Spinnbad) aus der Spinndüse aus  gepresst. Diese  klassische  Methode besitzt mehrere  Nachteile:  1. Die Koagulation beginnt unmittelbar an den       COffnungen    der Spinndüse, so dass der frischgespon  nene Faden im Spinnbade nur schwach gestreckt  wird, falls die Koagulation nicht durch besondere  Massnahmen verlangsamt wird. Auch dann wird der  Faden jedoch nur um 10-100 ö gestreckt und die  Orientierung ist dementsprechend niedrig.    2.

   In Abwesenheit einer wesentlichen     Verstrek-          kung    wird der     Titer    bloss durch Schrumpfung redu  ziert (infolge der Koagulation, Entfernung der  Elektrolyte und     Trocknung).    Der Durchmesser der  Spinnöffnungen muss daher sehr klein sein, üblicher  weise etwa 0,08 mm. Spinndüsen mit regelmässig  runden Öffnungen von solchem Durchmesser können  nur schwierig hergestellt, gereinigt und betriebsbereit  gehalten werden.  



  3. Feine Spinnöffnungen werden leicht verstopft,  wenn die     Spinnlösung    nicht genügend     sorgfältig     filtriert wird.  



  4.     Teilweise    Verstopfung erfolgt auch durch  kristalline Ausscheidungen, die an der Grenzfläche  zwischen der Spinnlösung und dem Spinnbad wach  sen, wobei galvanische Vorgänge beteiligt sind.  



  5. Feine Spinnöffnungen steigern wesentlich den  Druck der     ausgepressten    Spinnlösung, wodurch auch  die Anforderungen an die Leistung, Qualität und  Genauigkeit der     Spinnpumpe    erhöht werden. Bei  hohen     Drücken        kommen    auch Druckschwankungen  leichter vor, die sich dann durch Variationen im       Titer    und Färbung verraten.  



  6. Feine Spinnöffnungen setzen niedriger viskose  Spinnlösungen voraus, so dass entweder der     Polymeri-          sationsgrad    oder die Konzentration des Polymeren  oder beide herabgesetzt werden müssen, obwohl dies  vom technischen und ökonomischen Standpunkte un  erwünscht ist.  



  7. Strukturelle Kräuselung, die durch Einleiten  von zwei verschiedenen     Polymerslösungen    in jede  Spinnöffnung     durchgeführt    werden kann,     1'ässt    sich       mit        feinen        Spinndüsenöffnungen    nur sehr schwierig       verwirklichen.         B. Die Abzugsgeschwindigkeit ist im Vergleich  zum Trockenspinnen, z. B. bei     Celluloseazetat,    oder  zum     Schmelzspinnen,    z. B. bei Nylon, zu niedrig,  besonders bei den aus Salzlösungen versponnenen       Polyakrylnitrilfasern.     



  Man hat schon versucht, diese lange bekannten  Nachteile zu beseitigen. Ein bekanntes Verfahren  besteht darin, dass entweder Viskose oder     kupfer-          ammoniakalische        Celluloselösung    durch breite Spinn  düsenöffnungen in ein langsam     koagulierendes    Bad,  insbesondere Wasser, ausgepresst wird, wobei sich  das Bad in einem Trichter     gleichströmig    mit dem  Fadenbündel     bewegt    und diesen noch vor der voll  ständigen Koagulation plastisch     verstreckt.    Bei dieser  Methode ist jedoch die Abzugsgeschwindigkeit da  durch begrenzt, dass eine     laminare    Strömung auf  recht erhalten werden muss:

   Jede Turbulenz und  daher jede zu hohe Strömungsgeschwindigkeit ist zu  vermeiden.  



  Nach einem anderen Verfahren soll die Abzugs  geschwindigkeit dadurch erhöht werden, dass man  eine     Polyakrylonitril-Salzlösung    zunächst in ein bei  nahe nicht     koagulierend    wirkendes Bad einführt und  das plastisch gestreckte, nur oberflächlich und  schwach koagulierte Fadenbündel mittels Führungs  walzen oder dergleichen in ein weiteres, vollständig       koagulierendes    Bad     überleitet.    Die fast nicht koagu  lierten feinen     Spinnlösungsströme,    die noch keine  wahre     Fadenstruktur    besitzen, haben jedoch eine  völlig ungenügende Festigkeit und zerreissen sofort  bei jeder Handhabung.  



  Eine     Vervollkommung    der letzterwähnten Me  thode kann in dem Verfahren erblickt werden, bei  welchem sich die beiden Bäder, das nichtkoagulie  rende und das koagulierende,     in    einem Spinngefäss  befinden, wobei die verschiedenen Dichten der hoch  konzentrierten und der verdünnten     Salzlösung    ausge  nützt werden. Die in die spezifisch schwerere Boden  schicht     ausgepressten    feinen     Spinnlösungsströme    kom  men in die koagulierende obere Schicht, ohne dabei  merklich beansprucht zu werden.

   Diese Methode  eignet sich jedoch mehr für     Polyakrylnirrillösungen     in anorganischen Salzen und weniger für     Cellulose-          lösungen,    und die Zirkulation von zwei Schichten     in     einem Spinnbade ist ziemlich     kompliziert    zu ver  wirklichen. Die plastische     Verjüngung    der Fäden  erfolgt am stärksten an der Grenzfläche zwischen  den beiden Schichten, falls die Spinngeschwindigkeit  nicht hoch genug ist. In diesem Fall ist jedoch der  noch nicht koagulierte dünne Faden gegen Strömun  gen im Spinnbad ziemlich empfindlich und kann  leicht reissen.

   Diese Nachteile können zwar durch  genaue Einstellung sämtlicher Faktoren beseitigt wer  den, doch wird meist eine weniger empfindliche  Methode bevorzugt werden, die höhere Betriebs  sicherheit auch im technischen     Massstabe    bieten kann.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung zum Ver  spinnen von Elektrolyte enthaltenden     hochviskosen     Spinnlösungen, insbesondere von solchen, die Poly  mere oder     Copolymere    des     Acrylnitrils    oder Cellu-         losexanthogenat    enthalten, soll nun eine wenig emp  findliche Methode ermöglichen und ist dadurch ge  kennzeichnet, dass die Spinnlösungen aus einer  Spinndüse ausgepresst werden, deren Spinnöffnungen  einen Durchmesser von 0,4 mm bis 3 mm aufweisen,  und dass die Spinndüse oberhalb der     Spinnbadober-          fläche    in einem Abstand von 2 mm bis 70 mm von  derselben entfernt angeordnet ist.  



  Nachstehend werden Ausführungsbeispiele der  Erfindung erläutert:  Die Dicke der     Luftzwischenschicht    ist durchaus  nicht kritisch und richtet sich nach der Viskosität der  Spinnlösung: Sie kann leicht in jedem Fall einge  stellt werden.  



  In den meisten Fällen genügt eine Distanz von  etwa 10 bis 25 mm zwischen der Spinndüse und  dem Spinnbad. Die Spinndüse ist nach unten ge  richtet, senkrecht oder beinahe senkrecht zur Ober  fläche des Spinnbades.  



  Beim Durchlaufen der     Luftzwischenschicht    wer  den die     Spinnlösungsströme    nur plastisch     verstreckt,     ohne dabei oberflächlich koaguliert zu werden. Die       Verstreckung    wird daher durch keine koagulierte  oberflächliche Schicht gestört. Infolgedessen können  die Spinnöffnungen einen ausserordentlich grossen  Diameter besitzen, und die     Abzugsgeschwindigkeit     kann bei sehr niedrigem Druck der Spinnlösung viel  höher als bei der  klassischen;> Methode gewählt  werden, bei welcher die Spinndüse in das Spinnbad  getaucht wird.  



  Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung erlaubt  ausserdem das Verspinnen der     struktural    gekräusel  ten Garne auf eine besonders vorteilhafte Weise,  da die Einleitung von zwei verschiedenen Polymer  lösungen in jede     Spinndüsenöffnung    bei einem so  grossen Diameter derselben keine Schwierigkeiten  bietet. Ein Beispiel einer diesem Zwecke dienenden  Spinndüse ist auf der Zeichnung,     Fig.    2, 3 und 4,  schematisch dargestellt.

   Die Herstellung von     struk-          tural    gekräuselten Garnen besitzt manche Vorteile  gegenüber den älteren Methoden, bei welchen ein  zunächst eben gestalteter Faden erst nachträglich  gekräuselt wird; solche Methoden sind kostspieliger  und bieten keine so dauerhafte Kräuselung wie die  in der ungleichmässigen     Struktur    des Fadenquer  schnittes verankerte     Texturierung.     



  Beim Spinnen von dicken     Nyloneinzelfäden    zur  Herstellung von Saiten, Borsten usw. wird die Spinn  düse auch oberhalb eines Kühlbades angeordnet, der  Zweck und die Wirkung dieser Anordnung ist je  doch völlig verschieden. Die sehr heisse Spinndüse  <B>-</B>im Falle des Nylons 66 beinahe 300  C - kann  nicht ins Wasser getaucht werden. Obwohl auch hier  eine gewisse, nicht beabsichtigte plastische Streckung  vorkommt, kann man dieselbe nicht in     erforderlichem     Masse ausnützen, weil die Schmelze auf relativ kalter  Luft auf ihrer Oberfläche fast augenblicklich erstarrt.  Die dadurch gebildete  Haut  begrenzt diese soge  nannte      Düsenverstreckung     auf den Faktor von  etwa 20.

   Die in den Elektrolyten     enthaltenen    wäss-           rigen    Lösungen gelösten Polymeren erstarren auf der  Luft nicht, und der     Verstreckunasfaktor    kann daher  viel höhere Werte erreichen, ohne die Gleichmässig  keit der Fäden zu verschlechtern.  



  Eine ebenfalls bekannte     ähnliche    Anordnung  wurde beschrieben zum Verspinnen von Polyäthylen  oder     isotaktischem        Polypropylen    aus einer Lösung  in hochsiedenden     Mineralölfraktionen    bei 180  C.  Auch hier liegt der Zweck nur darin, die heisse  Spinndüse von dem niedrig siedenden Spinnbad abzu  trennen. Dementsprechend ist die Entfernung zwi  schen der Spinndüse und dem Spinnbad wenigstens  100 mm.

   Die plastische Dehnung unter der Spinn  düse ist nicht absichtlich ausgenutzt, und die Spinn  öffnungen haben nur 0,2 mm im     Diameter.    Die  Koagulation des im Öl gelösten Polymeren ist ver  hältnismässig langsam, und die     Abzugsgeschwindigkeit     könnte ziemlich hoch gehalten werden, selbst wenn  die Spinndüse ins Spinnbad eingetaucht würde, dies  ist jedoch mit Rücksicht auf die hohe Temperatur  der Spinndüse unmöglich.  



  Ausführungsbeispiele der erfindungsgemässen  Spinnmethode haben bei der Anwendung für die in  den     Elektrolytenlösungen    gelösten Polymeren viele  Vorteile. Entweder die Konzentration des Polymeren  oder der     Polymerisationsgrad    desselben oder beide  zugleich können wesentlich erhöht werden, da sehr  dickflüssige Spinnlösungen verwendet werden können.  Die Koagulation verläuft viel gleichmässiger, und die  Qualität des Fadens ist besser, da die Menge des zu  extrahierenden oder zu neutralisierenden Lösungs  mittels weit kleiner ist. Aus demselben Grunde ist  eine solche Methode wirtschaftlicher. Die Abzugs  geschwindigkeit kann bedeutend erhöht werden und  nähert sich den beim Trockenspinnen üblichen Wer  ten.

   Die breiten Spinnöffnungen erfordern nur nied  rige Spinndrücke; infolgedessen kommen keine  wesentlichen     Titerveränderungen    infolge der Druck  variationen vor. Die Spinndüsen brauchen nur nach  langen Zeitspannen gewechselt und gereinigt werden,  so dass der Spinnvorgang lange Zeit ohne Störung  verlaufen kann. Man kann sagen, dass die neue Me  thode dem bei der Verarbeitung der Elektrolyten  lösungen unvermeidlichen     Nassspinnen    die Vorteile  des Trockenspinnens verleiht: Hochkonzentrierte  Spinnlösungen, niedrige Drücke, hohe Spinngeschwin  digkeit und störungsfreien Betrieb.  



  Die Methode nach der Erfindung ist in folgenden  Beispielen näher erläutert.         Beispiel   <I>1</I>  Der Vorratsbehälter 1     (Fig.    1) ist mit einer ent  gasten Lösung von     Polyakrylnitril    in wässriger Zink  chlorid- und     Calciumchloridlösung    gefüllt. Die Lö  sung enthält einen Gewichtsteil des     Polyakrylnitrils     auf sieben Teile der     Zinkchloridlösung        (sp.        Gew.    2,00)  und fünf Teile     Calciumchloridlösung        (sp.        Gew.    1,43).  Die Konzentration des Polymeren ist daher 7,69 %.

    Das     Molekulargewichtmittel    des Polymeren beträgt  215 000. Der Deckel 1' wird zugeschraubt, der    Hahn 2 geschlossen und die durch warmes Wasser  erwärmte Spinnlösung wird noch einmal entlüftet,  nachdem eine Vakuumpumpe dem Deckel 1' ange  schlossen wurde. Dann wird der Deckel 1' mit einer  Quelle der komprimierten Luft (6     at)    verbunden, der  Hahn 2 wird geöffnet und die     Spinnpumpe    3, ge  trieben durch den Motor 4, wird in Betrieb gesetzt.  Die     Spinnlösung    wird durch den     Glastuchfilter    5     in     die Spinndüse 6 gedrückt, die mit dem Glaszylin  der 6' geschützt wird.  



  Die Spinndüse hat 12 Öffnungen, jede Öffnung  hat 0,8 mm im Diameter. Das Spinnbad in dem  Gefäss 8 enthält etwa 20 % Zink- und     Calciumchlorid     in gleichem Verhältnis wie in der Spinnlösung. Die  Elementarfäden werden durch die einstellbare Füh  rungsöse 9 gesammelt und über das Rollrad 10 einer  nicht veranschaulichten Spule, Zentrifuge oder Kanne  zugeführt. Bei konstanter Leistung der Spinnpumpe  hängt der     Titer    nur von der Abzugsgeschwindigkeit  ab, und der Unterschied wird durch plastische Deh  nung der Spinnlösung in der     Luftzwischenschicht    aus  geglichen.  



  Der Glaszylinder 6' schützt die     Spinnlösungs-          ströme    gegen den Luftzug und die eventuelle Kräuse  lung der     Badoberfläche.    Der Zylinder ist oben ab  gedichtet, so dass die Spinndüse nicht benetzt wird,  eben wenn sie zufälligerweise in das Bad getaucht  wird. Die Distanz zwischen der Düse und der Ober  fläche kann bequem durch Regelung der Oberflächen  höhe eingestellt und konstant gehalten werden.  



       Beispiel   <I>2</I>       Fig.2    ist     eine    schematische Darstellung einer  Laboratoriumseinrichtung zur Herstellung von     struk-          tural    gekräuselten Garnen. Die Behälter 11 und 12       sind    mit zwei verschiedenen     Polyakrylnitrillösungen     derselben Art wie im Beispiel 1 gefüllt. Die beiden  Spinnlösungen besitzen beinahe gleiche Viskosität,  aber verschiedene Schrumpfungscharakteristik nach  dem Verspinnen. Sie werden mittels komprimierter,  bei 13 zugeleiteter Luft durch     Glastuchfilter    14 in  die Spinndüse 15 geleitet.

   Die     Spinndüse    ist in     Fig.    3  (vertikaler Querschnitt) und     Fig.4    (horizontaler  Querschnitt) veranschaulicht. Der Deckel 16, der  auf die eigentliche Düse 17 angeschraubt ist, hat  Zuleitungen. 18, 19 für die beiden Spinnlösungen  und eine kreisförmige Trennwand 20, die die Spinn  öffnungen 21 genau in zwei Teile     trennt.    In den  Spinnöffnungen werden die beiden hochviskosen  Spinnlösungen zu einem Strom zusammengegossen,  nicht aber durchgemischt.  



  Das rohe gesponnene     Garn    wird von der anhaf  tenden Spinnflüssigkeit befreit, sechs Stunden in  trockener Atmosphäre aufbewahrt, elastisch zu 450  der Spinnlänge gedehnt, in so gedehntem Zustande  durch Waschen mit Wasser von den restlichen Salzen  befreit, in verdünnter     Weinsäure    bei 170  C und im  Wasser gewaschen und schliesslich bei etwa 60  C  getrocknet. Das getrocknete Garn wird dann zu  200 % bei 130  C (das ist zu 900 % der     Spinnlänge)              verstreckt    und 20 Sekunden bei 150  C ohne Span  nung stabilisiert. Jede Elementarfaser ist schrauben  förmig gekräuselt und das     Garn    als Ganzes dauer  haft texturiert.  



  Die     Polyakrylnitrillösungen    mit verschiedener       Schrumpfungscharakteristik    in fertigem Faden kön  nen z. B. so dargestellt werden, dass man eine davon  durch Auflösen eines Polymeren in der Salzlösung  bereitet, welches Polymere auf übliche Weise durch       Redox-Polymerisation    im Wasser hergestellt worden  ist. Die andere Lösung wurde durch direkte     Polymeri-          sation    des     Monomeren    in der Salzlösung bereitet.  Die beiden Polymeren unterscheiden sich nicht nur  durch das mittlere     Molekulargewicht,    sondern auch  durch     Molekulargewichtverteilung    und Verzweigungs  grad voneinander.

   Es ist auch möglich, eine       Homopolymerlösung    einerseits und eine     Kopolymer-          lösung    anderseits zu verwenden, wobei das     Kopoly-          mere    z. B. aus 90 %     Akrylnitril    und 10 %     Methyl-          methakrylat    bestehen kann.

   Eine andere Möglichkeit  liegt darin, dass eine Lösung durch     kontinuale    und die  andere durch     diskontinuale        Polymerisation    des       Akrylnitrils    in der Zink- und     Calciumchloridlösung     hergestellt wird; die beiden Polymeren haben ver  schiedene     Molekulargewichtsverteilung,    mittleres       Molgewicht    und Verzweigungsgrad.  



  Das oben beschriebene Verfahren kann auch in  Verbindung mit anderen Methoden der Orientierung  und Nachbehandlung der Fäden und Garne verwen  det werden. Beim Verspinnen der Viskose kann man  weniger abgebaute     Alkalicellulose,    das ist     Cellulose          mit    höherem     Polymerisationsgrad    als üblich und in  einer mehr dickflüssigen, höher konzentrierten Lö  sung, verwenden.     Die    Vorteile dieser Massnahmen  sind offensichtlich.

      Die Spinndüse kann linear oder     spiral    anstatt       circular    gestaltet werden; die Polymeren und     Kopoly-          meren    des     Akrylnitrils    können durch direkte     Poly-          merisation    in einer Kalium- oder     Natriumrhodanid-          lösung    hergestellt werden; das Spinnbad kann auch  so abgeändert werden, dass das Wasser teilweise oder  vollständig durch niedrigere     aliphatische    Alkohole  ersetzt wird usw.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zum Verspinnen von Elektrolyte ent haltenden hochviskosen Spinnlösungen, insbesondere von solchen, die Polymere oder Kopolymere des Akrylnitrils oder Cellulosexanthogenat enthalten, da durch gekennzeichnet, dass die Spinnlösungen aus einer Spinndüse ausgepresst werden, deren Spinn öffnungen einen Durchmesser von 0,4 mm bis 3 mm aufweisen, und dass die Spinndüse oberhalb der Spinnbadoberfläche in einem Abstand von 2 mm bis 70 mm von derselben entfernt angeordnet ist. UNTERANSPRGCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass jeder Spinnöffnung zwei verschie dene Spinnlösungen zugeführt werden. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spinn düse mit einem Zylinder geschützt wird, der an seinem oberen Ende abgedichtet ist und mit seinem unteren Rande unter die Oberfläche des Spinnbades reicht.
CH1004861A 1960-09-05 1961-08-29 Nassspinnverfahren CH412185A (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1660466B1 (de) * 1964-12-18 1972-03-09 Mitsubishi Rayon Co Verfahren zum Herstellen kuenstlicher Faeden

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DE1660466B1 (de) * 1964-12-18 1972-03-09 Mitsubishi Rayon Co Verfahren zum Herstellen kuenstlicher Faeden

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