CH376136A - Verfahren zur Behandlung von Stahl - Google Patents

Verfahren zur Behandlung von Stahl

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CH376136A
CH376136A CH5181657A CH5181657A CH376136A CH 376136 A CH376136 A CH 376136A CH 5181657 A CH5181657 A CH 5181657A CH 5181657 A CH5181657 A CH 5181657A CH 376136 A CH376136 A CH 376136A
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steel
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cross
steels
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CH5181657A
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S Nachtman Elliot
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Lasalle Steel Co
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Description


  Verfahren zur Behandlung von Stahl    Die vorliegende Erfindung     betrifft        ein    Verfahren  zur     Behandlung    von Stahl,     insbesondere        zur    Her  stellung von neuen und verbesserten Stählen mit  neuen und verschiedenen physikalischen und mecha  nischen Eigenschaften und Kombinationen solcher  Eigenschaften.  



  Im besonderen wird mit der vorliegenden     Erfin-          dung    bezweckt, ein beim     Kalt-Fertigbearbeiten    von  Stählen anwendbares Verfahren zu     schaffen,    das sich       dazu    eignet, erstens gewisse physikalische und mecha  nische.

   Eigenschaften des Stahls zu verbessern, zwei  tens Stähle mit neuen und verschiedenen Kombina  tionen von Eigenschaften herzustellen und dabei neue  und bessere Stahlprodukte zu erhalten, bei welchen  die     Eige=nschaften    und Charakteristiken der aus ver  schiedenen     Chargen    stammenden, jedoch die entspre  chende chemische Zusammensetzung     aufweisenden     Stähle gegenüber den     normalen        heissgewalzten    Stählen,  die kalt fertigbearbeitet werden, gleichmässiger sind,

    und drittens den Bereich     Tier    bei den Stählen     ent-          wickelbaren    physikalischen und     .mechanischen    Eigen  schaften zu erweitern, um neue und verschiedene       Verwendungsgebicte    für     Stähle    zu erschliessen. Mit  der Erfindung wird schliesslich die     Herstellung    von  Stählen mit neuen und besseren     Charakteristiken     sowie neuen und besseren physikalischen und mecha  nischen Eigenschaften bezweckt.  



  Man hat gefunden, dass die physikalischen     und     mechanischen Eigenschaften des Stahls .bei dessen       Kalt-Fertigbearbeitung,    z. B. nach     :einem    Zieh- oder       Strangpressverfahren,    in überraschendem     Ausmass     verbessert werden können, wenn     man,    den Stahl,  während er zwecks     einer        Querschnittsverminderung     durch     eine    Matrize hindurchgeführt wird, auf     einer     Temperatur von 93 bis 649  C, vorzugsweise     zwischen     232 und 482  C, hält.

   Je nach der Temperatur, die  der Stahl bei der     Querschnittsverminderung    aufweist,    können     verschiedene        physikalische    und     mechanische     Eigenschaften des Stahls, im Vergleich mit     denjeni-          gen    gleicher Stähle, die bei     Zimmertemperatur    statt  bei erhöhter Temperatur der gleichen     Querschnitts-          verminderung        unterworfen    wurden, verändert und     in     vielen Fällen     verbessert    werden.

   So ist es gelungen,  durch     Regelung    der Temperatur des     Stahls    bei der       Querschnittsverminderung,    der chemischen Zusam  mensetzung des Stahls und des Betrages der Quer  schnittsverminderung     neue    und bessere Stahlprodukte  mit neuen und besseren physikalischen und mecha  nischen     Eigenschaften    und verschiedenen Kombina  tionen solcher     Eigenschaften    herzustellen.  



  Die durch die     Querschnittsverminderung        beim          Kaltferti@gbearbeiten    erzielbaren     Verbesserungen    der  physikalischen und mechanischen     Eigenschaften     waren .bisher auf     heissgewalzte    Stähle     beschränkt.    Es  wurde nun gefunden,

   dass der     Charakter    der Ver  änderungen in den     physikalischen    und     mechanischen          Eigenschaften    des .Stahls im     Hinblick    auf die Erzeu  gung von Stahlsorten mit neuen und besseren Eigen  schaften     wesentlich        beeinflusst    werden kann,     indem     der Stahl vor der     Querschnittsvermnderung    vorbe  handelt     wird,    um, z.

   B. durch eine     Hitzebehandlung,     eine Phasenänderung im Stahl hervorzurufen, wo  durch     bewirkt    wird, dass der Stahl bei der anschlie  ssenden     Querschnittsvermi@nderung    anders reagiert  und dementsprechend ein anderes Resultat erzielt  wird.  



  Das     erfindungsgemässe    Verfahren ist dadurch ge  kennzeichnet,     d@ass    man den Stahl einer Wärmebe  handlung unterwirft, um     eine        Phasenänderung    herbei  zuführen, und dann den Stahl durch eine Form     hin     durchführt, um eine     Querschnittsverminderung    zu  bewirken, während sich der Stahl auf     einer    Tempe  ratur     im    Bereich von 93 bis 649  C befindet.  



       Zwecks        Verminderung    des     Querschnittes        wird    der      Stahl durch eine Form, z. B. durch eine     Ziehmatrize,          Pressmatrize    oder das Kaliber eines     Walzwerks,    hin  durchgeführt, während der Stahl eine Temperatur  von 93     bis    649  C und vorzugsweise im Bereich von  232 bis 649  C aufweist.

   Viele der beschriebenen       Verbesserungen    können beispielsweise dadurch erzielt  werden,     dass    der Stahl     einer        Zwischenstufenvergü-          tun:g    unterworfen und     dann        durch    das     Kaliber    eines       Walzwerkes    hindurchgeführt wird, um     eine        Quer-          schnittsverminderung    zu bewirken, während der Stahl  sich auf einer Temperatur von 93     bis    649  C be  findet.  



  Zu den     physikalischen    und     mechanischen    Eigen  schaften, die     mit    der vorliegenden     Erfindung    beein  flusst werden     können,    gehören die Festigkeitseigen  schaften des Stahls, z. B. die Zugfestigkeit, die  Schlagfestigkeit,     die    Streckgrenze, die Biegefestigkeit       u@sw.,    sowie     andere    Eigenschaften, wie z. B. die Elasti  zität, die Dehnbarkeit, die Härte, die Oberflächen  rauheit, die     Zerspanbarkeit,    die     Proportionalitäts-          grenze    usw.  



  Die beschriebenen     Charakteristiken    lassen sich  bei jenen     heissgewalzten    Stählen entwickeln, die im  allgemeinen     kalt    fertigbearbeitet werden, z. B. durch  Zieh- oder     Strangpressprozesse.    Diese Stähle kenn  zeichnen sich durch die     Eigenschaft,    dass sie     unter     dem Einfluss einer plastischen     Deformation    bei Tem  peraturen unterhalb des     Umkristallisationsbereiches     oder durch Ausscheidung oder     eine        andere    Art der       Umlagerung        härtbar    sind,

   wenn sie     bes    einer erhöhten  Temperatur im Bereich von 93 bis 649  C umgeformt  werden.     Typische    Vertreter dieser Klasse von     heiss-          gewalzten    Stahlsorten sind die     nichtaustenitischen     Stähle, die eine     perlitische    Struktur in einer Grund  masse von     Ferrit    aufweisen. Für die     Durchführung     des vorliegenden Verfahrens können Stähle     mit    Koh  lenstoffgehalten,     die    sich über     einen    ziemlich weiten  Bereich erstrecken, verwendet werden.

   Die besten  Resultate werden jedoch mit Stählen erzielt, deren       Kohlenstoffgehalt        grösser        als        0,040%        ist.     



  Gemäss einer     Ausführungsform    der vorliegenden  Erfindung werden     heissgewalzte        Stähle    behandelt,  indem man den heissgewalzten Stahl     zwecks        Phasen-          änderung    einer     Zwischenstufenvergütung    .unterwirft  und anschliessend durch eine     Form.        hindurchführt,     um .eine     Querschnittsverminderung    zu     bewirken,

      wäh  rend der     Stahl    eine Temperatur von 93     bis    649  C  und     vorzugsweise        von    232 bis 649  C aufweist. Durch  diese Kombination von Operationen, bei welcher vor  der     Querschnittsverminderung    eine     Zwischenstufen-          vergütung    durchgeführt wird,     werden    Stähle erhalten,  die sich gegenüber     ähnlichen        Stählen,    die einer gleich  wertigen     Qu.erschnittsverminderung,    jedoch keiner       Zwischenstufenvergütung    unterworfen wurden, und  gegenüber Stählen,

   die einer gleichwertigen     Qu.er-          schnittsverminderung    durch Kaltziehen und     anschlie-          ssende        Zwischenstufenvergütung    unterworfen wurden,  durch verbesserte Festigkeitseigenschaften und er  höhte Härte auszeichnen.  



       Eine    Behandlung der Stähle nach der Quer-         schnittsverminderung,    z. B. das langsame Abkühlen  an der Luft     oder    das Abschrecken zwecks rascher  Abkühlung des Stahls, hat nur einen geringfügigen  Einfluss auf die im Stahl entwickelten Charakte  ristiken und Eigenschaften. Bei rascher Abkühlung  kann einzig der Fall eintreten, dass Stähle entstehen,  die     vorwiegend    Druckspannungen aufweisen und  durch negative Verzugsfaktoren gekennzeichnet sind,  insbesondere wenn der Stahl bei der Querschnitts  vermind-erung eine Temperatur oberhalb 371  C auf  weist.  



  Der Ausdruck      Zwischenstufenvergütung     be  zeichnet ein spezielles     Wärmebehandlungsverfahren,     bei welchem der auf eine zwischen 816 und     8710C     liegende Temperatur     erhitzte    Stahl in einem Medium  abgeschreckt wird, das ein genügendes     Wärmeablei-          tungsvermögen    besitzt, um die Bildung von Umwand  lungsprodukten bei hoher Temperatur zu verhindern  und den Stahl auf einer Temperatur zu halten, die  unterhalb des Punktes, bei welchem     Pe@rl.itbildung     eintritt, und oberhalb des Punktes, bei welchem       Martensitbildung        (M,)    eintritt,     liegt,

      bis die Um  wandlung beendet ist.  



  Im folgenden wird die Ausübung der vorliegen  den     Erfindung    unter Verwendung von     4140-Stahl     beispielsweise beschrieben. Dieser Stahl, der als typi  scher Vertreter der Stähle angesehen werden kann,  deren Eigenschaften sich durch das erfindungs  gemässe     Verfahren    verbessern lassen, enthält ausser  Eisen die nachstehend angeführten Hauptbestandteile:

    
EMI0002.0102     
  
    Kohlenstoff <SEP> 0,43
<tb>  Mangan <SEP> 0,88
<tb>  Phosphor <SEP> 0,018
<tb>  Schwefel <SEP> 0,020
<tb>  Silicium <SEP> 0,26
<tb>  Chrom <SEP> 0,86
<tb>  Molybdän <SEP> 0,18       Heissgewalzte Stahlstäbe werden unmittelbar nach  dem Walzen durch Beizen in Schwefelsäure     entzun-          dert    und anschliessend gekalkt, um das Rosten zu  verhindern. Die     entzunde.rten    und gekalkten Stäbe  werden dann in einem zweckentsprechenden Wärme  behandlungsofen bei einer Temperatur von 843  C  während etwa 45 Minuten :erhitzt.

   Der     austeniti-          sierte    Stahl wird dann in einem     Salzbad    abge  schreckt, das auf einer Temperatur von 338  C gehal  ten wird, die etwas über dem Bereich der     Martensit-          bildung    liegt, und das ein solches     Wärmeableitungs-          ve.rmögen        besitzt,    dass keine Umwandlung     in        Perlit     stattfindet.

   Der Stahl wird so lange im Bad gehalten,  bis die Temperatur gleichmässig in der ganzen Aus  dehnung des Stahls auf etwa 338 C gesunken ist  (etwa 16 Minuten), worauf der Stahl durch Ab  schrecken oder durch Luftkühlung auf     Zimmertem-          peratur    abgekühlt wird.  



  Der durch     Zwischenstufenvergütung    behandelte  Stahl wird nun wieder erhitzt und zwecks     Quer-          schnittsverminderu,ng    durch eine Form hindu:rchge-      führt, während die Temperatur des     Stahls    auf 93 bis  649', C gehalten     wird.    Nachdem die     Stahloberflächen     mit einem Ziehmittel versehen worden sind,     wird    der  Stahl durch eine Ziehmatrize     hindurchgeführt,    um  die     Querschnittsverminderung    zu bewirken.

   Die durch  die oben beschriebene     Stahlbehandlung    erzielten  Eigenschaften sind in der Tabelle I     zu.sammengefasst.     In dieser Tabelle     ist    der in der oben     beschriebenen     Weise behandelte Stahl mit     heissgewalztem    Stahl, fer-         ner    mit dem gleichen, jedoch kalt     umgeformten    Stahl  bei     gleicher        Querschnittsverminderung    und schliess  lich mit .einem     heissgewalzten,

      bei erhöhter Tempe  ratur     gestreckten    Stahl     verglichen.    Der Härte ist als       Diamantpyramidenzahl    (eine auf dem Verhältnis     von          angewendeter    Belastung zu     Einschnittfläche        bDru-          hende        Härteskala,    ähnlich dem     Brinellversuch)    ange  geben.

      <I>Tabelle 1</I>       4140-S.tahl;    bei 843 C einer     Zwischenstufenvergütung    unterworfen und ab 338  C abgeschreckt;  bei 93 bis 649 C gezogen mit 19,9      /oige,r        Querschnittsverminderung     und     nach    dem Ziehen     luftgekühlt     
EMI0003.0033     
  
    Querschnitts  Ziehtemperatur <SEP> Zugkraft <SEP> Zug- <SEP> Streck- <SEP> Dehnung <SEP> verbenderung <SEP> an <SEP> der <SEP> Ha <SEP> am
<tb>    <SEP> C <SEP> kg <SEP> festigkeit <SEP> grenze <SEP> % <SEP> Zugfestigkeits- <SEP> Ober- <SEP> Mittel- <SEP> in <SEP> der
<tb>  kg/cm= <SEP> kg/cm= <SEP> Mitte
<tb>  Prüfung <SEP> fläche <SEP> radius
<tb>   l 
<tb>  a) <SEP> Heissgewalzt <SEP> - <SEP> 9843 <SEP> 7435 <SEP> 15,0 <SEP> 42,

  8 <SEP> 310 <SEP> 307 <SEP> 301
<tb>  a) <SEP> Kaltgezogen <SEP> <B>8305</B> <SEP> 11249 <SEP> <B>10757</B> <SEP> 9,0 <SEP> 48,9 <SEP> 324 <SEP> 330 <SEP> 324
<tb>  a) <SEP> Heissgezogen <SEP> * <SEP> <B>6877,5 <SEP> 13710</B> <SEP> 13446 <SEP> 10,0 <SEP> 36,7 <SEP> 389 <SEP> 402 <SEP> 402
<tb>  a) <SEP> Im <SEP> abgeschreckten
<tb>  Zustand** <SEP> - <SEP> 20530 <SEP> 17296 <SEP> 12,9 <SEP> 44,1 <SEP> 600 <SEP> 429 <SEP> 468
<tb>  a) <SEP> Zwischenstufenvergütung
<tb>  mit <SEP> Abschreckung <SEP> ab
<tb>  338  <SEP> C <SEP> - <SEP> <B>12515 <SEP> 9579</B> <SEP> 13,6 <SEP> 57,4 <SEP> 378 <SEP> 307 <SEP> 307
<tb>  366 <SEP> 12418 <SEP> 15257 <SEP> 15257 <SEP> 9,3 <SEP> 45,7 <SEP> 425 <SEP> 462 <SEP> 479
<tb>  432 <SEP> 9347 <SEP> 12937 <SEP> 12673 <SEP> 15,0 <SEP> 52,6 <SEP> 391 <SEP> 333 <SEP> 328
<tb>  538 <SEP> <B>5090 <SEP> 9913 <SEP> 8437</B> <SEP> 21,4 <SEP> 58,

  5 <SEP> 310 <SEP> 307 <SEP> 302
<tb>  Werte <SEP> beim <SEP> Scheitelpunkt <SEP> der <SEP> Heissstreck-Kurve.
<tb>  3s <SEP>  '  <SEP> \ <SEP> In <SEP> üblicher <SEP> Weise <SEP> in <SEP> öl <SEP> von <SEP> Zimmertemperatur <SEP> abgeschreckt.
<tb>  a) <SEP> Nicht <SEP> erfindungsgemässe <SEP> Vergleichsversuche.

         Weitere neuartige Stahlprodukte mit neuen und  verschiedenen Kombinationen von     Eigenschaften    und  Charakteristiken können hergestellt werden, indem  man den auf     Austenitisierungstemperatur        gebrachten     Stahl nicht langsam, sondern rasch abkühlt, beispiels  weise durch Abschrecken in einem Öl oder     in    Wasser,  um im Stahl eine Phasenänderung hervorzurufen,  und anschliessend den abgeschreckten Stahl ohne An  lassen der     Querschnittsverminderung        unterwirft,    in  dem man den Stahl durch eine Form     hindurchführt,     während der Stahl sich auf einer Temperatur von  93 bis 649  C befindet.  



  Den gleichen Verbesserungen der     physikalischen     und mechanischen Eigenschaften, die durch das vor  liegende Verfahren     erzielt    werden     können,    sind auch  jene Stähle zugänglich, in welchen die oben genannte       Phasenänderung    durch     Austenitisierung    und Ab  schreckung auf Zimmertemperatur hervorgerufen  worden ist, mit dem Unterschied,

   dass ein     breiterer       Bereich von Eigenschaften     beeinflusst    werden kann  und die     Eigenschaften    von Charge zu Charge     gleich-          mässiger    reproduziert werden können als bei     heiss-          gewalzten    Stählen. Es werden wesentliche und     signifi-          kante    Verbesserungen der Elastizität und der Schlag  festigkeit der Stähle bei vergleichbaren Festigkeits  werten erzielt.  



  Beim     Austenitisieren    und     Abschrecken        erfährt     die     Struktur    des Stahls eine     Veränderung,    die durch  das Auftreten von     Bainit    oder     Martensit    oder     beiden          zusammen    gekennzeichnet ist.     Der        austenitisierte    und       abgeschreckte    Stahl ist bei     Zimmertemperatur    ver  hältnismässig schwer ziehbar.

       Hingegen    kann er der       Querschnittsvermindar-ung    unterworfen werden, wenn  der Stahl während der     Querschnifitsverminderung     eine     Temperatur    von 93 bis 649  C,     vorzugsweise     eine Temperatur von 93 bis 482  C, aufweist.  



  Die Behandlung der     Stähle    nach der     Querschnitts-          verminderung,    z. B. das     langsame    Abkühlen     an,    der      Luft oder das Abschrecken zwecks     rascher   <B>Abküh-</B>  lung des Stahls, hat nur einen geringfügigen     Einfluss     auf die im Stahlentwickelten     Charakteristiken        und          Eigenschaften,    mit der     Ausnahme,    dass bei rascher       Abkühlung    die Tendenz zur Bildung von Stählen be  steht,

   die niedrigere Spannungswerte und     vorwiegend          Druckspannungen    aufweisen und durch Druckverzug  gekennzeichnet sind.  



       Zur    Erläuterung des oben dargelegten     Verfahrens     wird     im    folgenden die Behandlung eines     1018-Stahls     beispielsweise beschrieben, der als     typischer    Vertre  ter der verwendbaren     Stahlsorten    angesehen werden  kann.

   Dieser Stahl enthält ausser Eisen als Haupt  komponenten die nachstehend angeführten Elemente:  
EMI0004.0016     
  
    Kohlenstoff <SEP> 0,18
<tb>  Mangan <SEP> 0,88
<tb>  Phosphor <SEP> 0,015
<tb>  Schwefel <SEP> 0,037
<tb>  Silicium <SEP> 0,06            Arbeitsweise          Heissgewalzte        Stahlstäbe    werden     unmittelbar    nach  dem Walzen durch Beizen in Schwefelsäure     entzun-          dert    und dann gekalkt, um das Rosten zu verhindern.

    Die     heissgewalzten,    gebeizten und     gekalkten    Stahl  stäbe werden dann in einem     zweckentsprechenden          Wärmebehandlungsofen    auf die     Austvnitisierungstem-          peratur    von 871 C erhitzt. Die     Stahlstäbe    werden  zwecks rascher Abkühlung von der     Austenitisierungs          tempe.ratur    auf     Zimmertemperatur    durch Eintauchen  in     einem    Ölbad abgeschreckt.

   Für die rasche Ab  kühlung des     austenitisierte.n    Stahls auf     Zimmertempe-          ratur    können auch andere, an sich bekannte Mittel  eingesetzt werden.  



  Zu Vergleichszwecken werden einige der     austeniti-          sierten    und abgeschreckten     Stahlstäbe    bei Zimmer  temperatur gezogen, während die restlichen Stahlstäbe  zur     Querschnittsverminderung    wieder erhitzt und  durch eine     Matrize        hindurchgeführt    werden. Zu die  sem Zweck kann man die     austentisierten    und abge  schreckten Stahlstäbe in einem gasgefeuerten Ofen  oder in einem .anderen     üblicherweise    in der Metallur  gie     verwendeten        Wärmeofen    aufheizen.

   Zur     Erzielung     der     gewünschten        Querschnittsverminderungwurden     die     Stahlstäbe    bei den     in    Tabelle 11 angegebenen Tem  peraturen durch     Ziehmatrizen    hindurchgeführt. Die       Stahlstäbe    wurden vor dem Ziehen mit einem zweck  entsprechenden Schmiermittel     geschmiert.    Zur Gewin  nung von Vergleichswerten     wurden    die     Ziehbedin-          gungen,    die     Temperatur    beim Ziehen und der Betrag  der     Querschnittsverminderung    möglichst gleich ge  halten.

    



  Die zwecks Erläuterung der erzielten Resultate in  dieser Beschreibung verwendeten Ausdrücke besitzen    die in der Metallkunde übliche Bedeutung, mit Aus  nahme     des    Ausdruckes  Verzugsfaktor . Der Ver  zugsfaktor steht mit der     remanenten    Spannung in  direkter Beziehung. Der Verzugsfaktor zeigt die Kon  zentration und die Art der     im    Stahl     vorhandenen          Längsspannungen    an.

   Die     remanente        Spannung    wird  durch einen     Verzugsprüfversuch    bestimmt,     bei    wel  chem     ein        Prüfling    verwendet     wird,    dessen     Länge    das  5fache des Durchmessers plus 5,1 cm beträgt. Die  Prüflinge werden längs eines     Durchmessers    auf einer  Länge, die das     5fache    des Durchmessers beträgt,       geschlitzt.    Man misst die Länge des Schlitzes     und    den  grössten Durchmesser senkrecht zum Schlitz.

   Die  Differenz zwischen dem Durchmesser vor dem  Schlitzen und dem Durchmesser nach dem     Schlitzen     stellt .das Mass der durch     remanente    Spannungen ver  ursachten     Aufweitung    dar. Die     Aufweitung    wird als  positiv bezeichnet und zeigt an, dass im Stahl vor  wiegend Zugspannungen vorhanden sind, wenn der  Stab sich beim Schlitzen ausdehnt.

   Die     Aufweitung     wird     als    negativ bezeichnet und     zeigt        an,    dass im Stahl  vorwiegend Druckspannungen vorhanden sind, wenn  der     Schlitz    sich an seinem äusseren Ende     verengt.     Die Verzugsfaktoren werden nach der folgenden  Gleichung berechnet:

    
EMI0004.0087     
    wobei       D.    - ursprünglicher Durchmesser     des    Stabes vor  dem Schneiden des Schlitzes,  DA -     Differenz        zwischen    dem     Durchmesser    vor und  dem Durchmesser nach dem Schneiden des  Schlitzes     (Aufweitung),          L,    =     Länge    des     Schlitzes    ist.  



  Die      Proportionalitätsgrenze     fällt mit jenem  Punkt in der Kurve der Funktion zwischen der       deformierenden    Kraft und der inneren     Spannung    zu  sammen, welchem die grösste deformierende Kraft  entspricht, die das Material aushalten kann, ohne vom  Gesetz der Proportionalität     zwischen    deformierender  Kraft und innerer Spannung     (Hookesches    Gesetz)  abzuweichen.  



  Die in der Tabelle     Il    in     m'/kg    angegebene     Kerb-          schlagbiegefestigkeit    nach     Izod    ist das arithmetische  Mittel der Prüfresultate, die mit 3 in gleichen Ab  ständen auf einem Rundstab von 1,14 cm Durch  messer und 11,4 cm Länge angeordneten Kerben von  45  und 0,33 cm Tiefe bei 21  C erzielt     wurden.     



  Die durch die     Diamantpyramidenzahl        (DPZ)    an  gegebene Härte wurde mit einer     Griesschen        Reflex-          Prüfmaschine        unter    Verwendung eines     136-Pyramiden-          diamantes    bei einer Belastung von 50 kg gemessen.

        <I>Tabelle Il</I>       C-1018-Stahl;    bei 871  C     austenitisiert    und     auf    Zimmertemperatur abgeschreckt;       beim        Ziehen        um        17,2        %        reduziert;

          nach        dem        Ziehen        luftgekühlt     
EMI0005.0014     
  
    Querschnitts- <SEP> Kerbschlag  Zug- <SEP> Streck- <SEP> verminderung <SEP> biegefestigkeit <SEP> Härte
<tb>  Ziehtemperatur <SEP> Dehnung <SEP> bei <SEP> der <SEP> Verzugs- <SEP> am
<tb>  fkgigkeit <SEP> grenze <SEP> a@ <SEP> Zugfestigkeits- <SEP> faktor <SEP> nach <SEP> Izod <SEP> Mittel  kg/cm@ <SEP> kg/cm= <SEP>   <SEP> prü <SEP> ung <SEP> 2m <SEP> kg <SEP> radius
<tb>  a) <SEP> Heissgewalzt <SEP> 4807 <SEP> 3296 <SEP> 36,0 <SEP> 67,9 <SEP> +0,021 <SEP> 12,03 <SEP> 151
<tb>  a) <SEP> Heissgewalzt <SEP> im
<tb>  abgeschreckten
<tb>  Zustand <SEP> 11530 <SEP> <B>7699</B> <SEP> 11,5 <SEP> 22,6 <SEP> -0,400 <SEP> 2,35 <SEP> 371
<tb>  146 <SEP> <B>15819 <SEP> 13921</B> <SEP> 1,

  4 <SEP> 2,0 <SEP> -0,322 <SEP> 0,41 <SEP> 488
<tb>  193 <SEP> 13288 <SEP> 12866 <SEP> 1,4 <SEP> 1,0 <SEP> +0,012 <SEP> 0,41 <SEP> 458
<tb>  243 <SEP> 11003 <SEP> <B>10898</B> <SEP> 9,5 <SEP> 15,0 <SEP> -0,034 <SEP> 0,69 <SEP> 343
<tb>  354 <SEP> 11495 <SEP> 11425 <SEP> 11,5 <SEP> 25,5 <SEP> -0,052 <SEP> 1,<B><I>1</I></B>5 <SEP> 336
<tb>  382 <SEP> <B>9386 <SEP> 9386</B> <SEP> 14,5 <SEP> 53,7 <SEP> -0,012 <SEP> 3,59 <SEP> 296
<tb>  432 <SEP> <B>8085 <SEP> 7628</B> <SEP> 21,0 <SEP> 66,6 <SEP> -0,023 <SEP> 9,64258
<tb>  499 <SEP> 6714 <SEP> <B>5906</B> <SEP> 24,5 <SEP> 67,9 <SEP> -0,017 <SEP> 10,65'\^\ <SEP> 213
<tb>  554 <SEP> <B>6609 <SEP> 5554</B> <SEP> 28,0 <SEP> 72,0 <SEP> -0,029 <SEP> 15,62 <SEP>  t    <SEP> 226
<tb>  a)

   <SEP> Nicht <SEP> erfindungsgemässer <SEP> Vergleichsversuch.
<tb>  ^\ <SEP> Nicht <SEP> gezogen.
<tb>  '* <SEP> Mittelwerte <SEP> für <SEP> faserigen <SEP> Bruch <SEP> - <SEP> nicht <SEP> für <SEP> glatten <SEP> Bruch.       In vielen Fällen könnten die     aus@tenitisierten    und  abgeschreckten     Stähle    bei Zimmertemperatur nicht  gezogen werden, um eine     Querschnittsverminderung     herbeizuführen, während die Stähle bei     weiterer    Be  handlung nach der vorliegenden Erfindung reduziert  werden konnten.

   Die     auste,nitisierten,    gezogenen und  durch     Abschrecken    gehärteten Stähle wiesen gegen  über den gleichen Stählen, die zwecks Erzielung der  gleichen     Querschnittsverminderun.g    bei Zimmertem  peratur gezogen wurden, erhöhte Festigkeit auf.

   Das  Maximum an Verbesserungen     hinsichtlich    der Zug  festigkeit und anderer Festigkeitseigenschaften wird  im Bereich zwischen 93 und 482 C,     insbesondere     zwischen 204 und 454  C, erzielt.     Ähnliche    Verbesse  rungen werden hinsichtlich der Streckgrenze, der  Härte und der     Duktilität,    die durch die Dehnung  und die     Querschnittsverminderung    in     Prozent        ge-          messen    wird, erzielt. Diese Verbesserungen werden  unabhängig davon erzielt, ob die Stähle nach der       Querschnittsverminderung    luftgekühlt oder abge  schreckt werden.

   Die Eigenschaften     der        austenitisier-          ten    und durch Abschrecken gehärteten Stähle, die       Querschnittsverminderung        unterworfen    wurden,     unter-          scheid--n    sich von denjenigen     Eigenschaften,    die durch  blosses Heissstrecken von     heissgewalzten        Stählen    ent  wickelt werden können. Es werden überdies Ver  besserungen hinsichtlich der     Zerspanbarkeit    erzielt.  



  Es wurde ferner gefunden, dass .noch     andere    neue  Eigenschaften entwickelt werden können, indem man  den auf die     Austenitisierungstemperatur        erhitzten    Stahl  auf eine Temperatur des Bereiches,     in    welchem die       Querschnittsverminderung    erfolgen soll, also auf eine    Temperatur von 93 bis 649  C, abkühlt, z. B. durch  Abschrecken.

   Dadurch, dass der Stahl von der     Auste-          nitisierungstemperatur    auf die für     die    Querschnitts  verminderung anzuwendende     Temperatur    abge  schreckt wird, wird es möglich, die Wärmebehand  lung und die     Querschnittsverminderung    in einer     be-          vorzugte,n    kontinuierlichen Operation durchzuführen,  um einen neuen und verbesserten     ,Stahl    zu erzeugen.  



  Durch dieses Verfahren hat man es     in.    der Hand,  sich die     Kaltfestigungs-    und     Ausscheidungshärtungs-          effekte,    die in Stählen der oben beschriebenen     Art     auftreten, zunutze zu .machen. Zu diesen Phänomenen  kommt ein weiterer neuer     Effekt        hinzu,    der darauf  beruht, dass der Stahl     grundsätzlichen        Veränderungen     unterworfen ist, die durch geeignete Wahl der Tem  peratur, des Betrages der     Querschnittsverminäerung     und der Zusammensetzung des Stahls     beeinflusst     werden können.

   Die dabei     erzielbaren    Variationen  reichen vom     normalen        perlitisch-ferritischen        Gefüge     überextrem feines     Perlit    und     Barmt        .bis    zu     Martensit     und     umfassen    auch     Kombinationen        dieser        Strukturen.     Die     obern.    beschriebene Methode des     Austenitisierens     und     A.bschreckens    bei verschiedenen     Zeit-Tempe-          

  ratur-Intervallen    und der     unmittelbar    anschliessenden       Querschnittsverminderung        stellt    ein     kontinuierliches     und rasch     durchführbares        Wärmebehandlungs-    und       Reduzierverfahren    dar, mittels welchem Stähle ent  wickelt werden, die gegenüber den in üblicher     Weise          kaltgezogenen    oder heissgezogenen     Stählen        verbesserte          Festigkeitseigenschaften    aufweisen.

   Mit diesem Ver  fahren werden im Vergleich     mit    dem blossen Heiss  strecken     eine    höhere Elastizität und höhere Schlag-           festigkeiten    bei vergleichbarem Festigkeitsniveau er  zielt. Der Vorteil des     Abschrecke:ns    gegenüber der       Luftkühlung    nach dem Ziehen liegt offenbar     darin,     dass an der Oberfläche des Stahls, insbesondere bei  den höheren Temperaturen des für die     Qu.erschnitts-          verminderung    in Frage kommenden Bereiches, Druck  kräfte erzeugt     werden.     



  Unter dem Ausdruck  Abschrecken  ist in die  sem Zusammenhang ein     teilweises    Abschrecken zu  verstehen, bei welchem der     Stahl    von der     Austeni          tisierungstemperatur    rasch auf     eine    über der Zimmer  temperatur, jedoch unter 649  C     liegende        Temperatur     abgekühlt wird.

   Bei der     praktischen        Durchführung     der Erfindung     wird    der Stahl nach einer     Au:steniti-          sierung    abgeschreckt,     indem    die Zeit und die Tempe  ratur     derart        aufeinander        abgestimmt    werden, dass eine  rasche Wärmeableitung     stattfindet,    bis der Stahl jene  Temperatur aufweist, bei welcher er durch die Form       hindurchgeführt        wird,    um die gewünschte Quer  schnittsverminderung herbeizuführen,

   während sich  der     Stahl    auf einer Temperatur von 93 bis 649  C       befindet.    Das Verhältnis der Zeit zur Temperatur  beim Abschrecken auf verschiedene Temperaturen  ist bedingt durch die Temperatur des Stahls, die  Masse des Stahls, die     Abschrecktemperatur    und die  Zeit, während welcher der Stahl dem     Wärmeentzug          unterworfen        wird.    Wenn die     Austenitis.ierrrngstempe-          ratur,    die Masse und die Temperatur,

   bei welcher  der Stahl zwecks     Erzielung    bestimmter Charakte  ristiken der     Querschnittsverminderung        unterworfen     werden soll, bestimmt sind, so wird man feststellen,  dass die Zeit der Temperatur umgekehrt proportional  ist, insofern als zur Ableitung einer bestimmten  Wärmemenge aus dem Stahl bei tieferen Abschreck-         temperaturen    eine kürzere Zeit erforderlich ist als  bei höheren     Abschrecktemperaturen.    Wenn z.

   B. ein       austenitisierter    Stahl für die     Querschnittsverminde-          rung    auf eine Temperatur von etwa 277  C abge  schreckt werden soll, so kann man den Stahl während  etwa 60 Sekunden in einem auf 204  C gehaltenen  Salzbad oder während 180 Sekunden in einem auf  260  C gehaltenen Salzbad abschrecken.  



  Zur Erläuterung der obigen     Darlegungen    wird     im     folgenden die Behandlung von     1018-Stahl    beispiels  weise beschrieben.  



  <I>Arbeitsweise</I>  Heissgewalzte Stahlstäbe wurden durch Beizen  in Schwefelsäure     entzundert    und gekalkt, um die  Rostbildung zu verhindern.  



  Die heissgewalzten,     gebeizten    und gekalkten  Stahlstäbe wurden dann in einem zweckentsprechen  den     Wärmebehandlungsofen    auf eine     Austenitisie-          rungstemperatur    von 871 C erhitzt.  



  Nach der     Austenitisierun:g    bei der zweckentspre  chenden Temperatur wurden die Stahlstäbe bei ver  schiedenen Temperaturen in Salzbädern abge  schreckt, wobei die     Abschreckzeit    je nach der Ab  schrecktemperatur und der     abzuleitenden    Wärme  menge zwischen 60 und 180 Sekunden schwankte.  Es sei bemerkt, dass man andere     Absch.recktempera-          turen    verwenden und die     Abschreckzeit    je nach der  Masse des Stahls variieren kann. Es ist jedoch im  allgemeinen unzweckmässig, die     Abschreckzeit    über  5 Minuten zu erhöhen oder unter 60 Sekunden zu  reduzieren.

   Die erzielten Resultate sind in der Ta  belle 111     zusammengefasst.       
EMI0007.0001     
      Die in     dem    obigen Tabelle angeführten Daten zeigen  den Einfluss der Ziehtemperatur und des Betrages  der     Querschnittsverminderung    auf die Kalthärtung,  die     Alterung,    die     remanenten    Spannungen, die Zug  festigkeit,     Kerbschlagbieggefestigkeit    und die erforder  liche Zugbelastung bei einem Material, das kalt oder  bei erhöhter Temperatur gezogen worden war und,  nachdem der Stahl     austenitisivrt    und auf verschiedene  Temperaturen abgeschreckt worden war, bei verschie  denen erhöhten Temperaturen gezogen wurde.

   Aus  der Tabelle ist ersichtlich, dass die Werte     für    be  stimmte Eigenschaften, wie z. B. die Festigkeitseigen  schaften, die Härte und die Elastizität, :gemessen  durch die Dehnung und die     Querschnittsverminde-          rung,    bei den gemäss der vorliegenden     Erfindung    be  handelten Stählen im allgemeinen höher liegen. Fer  ner sieht man, dass die Werte, insbesondere die Festig  keitswerte, bei     Steigerung    der Ziehtemperatur bis zu  einem Scheitelwert, der zwischen 93 und     482     C  fallen kann, zunehmen. Weitere Eigenschaften, z. B.

    die Zugbelastung und der Verzug,     erfahren    bei stei  gender Ziehtemperatur eine     Verbesserung.    Die oben  beschriebenen Verhältnisse werden sowohl bei einem  Material, das nach dem Ziehen auf Raumtemperatur  abgeschreckt wurde, als auch bei einem Material, das  luftgekühlt     wurde,    beobachtet.  



       Gemäss    einer weiteren Variante der vorliegenden  Erfindung können die physikalischen und mecha  nischen Eigenschaften verbessert und Stähle mit neuen  und verschiedenen     Eigenschaften    erhalten werden,  wenn man bei der Wärmebehandlung den Stahl nach  dem     Austenitisieren    und Abschrecken und vor der       Querschnittsverminderung        anlässt.     



  Die Kombination der     Operationen    des     Austeniti-          sierens,    des raschen     Abkühlens    des     Stahls    von der       Austenitisierungstemperatur    auf     Zimmertemperatur,     z.

   B. durch Abschrecken in Öl oder Wasser, des An  lassen.s des     austenitisierten    Stahls und des     Reduzie-          rens    des     austenitisi;        rten    und     angelassenen        Stahls    bei  einer     Temperatur    von 93 bis 649 C und vorzugsweise       zwischen    232 und     4541>C        stellt    ein einfaches und  leistungsfähiges Verfahren dar, das sich zur     Kalt     Fertigbearbeitung von Stahl eignet, um einen breiten  Bereich von physikalischen und mechanischen Eigen  schaften zu     erzielen,

      die bisher in Stählen entspre  chender     chemischer        Zusammensetzung    nicht ange  troffen wurden. Zu den     wesentlichsten    Verbesserun  gen, die durch Behandlung der Stähle in der oben  beschriebenen Weise erzielt     wenden        können,    gehören  die höhere Elastizität und die höhere Schlagfestigkeit  der Stähle bei     gleichwertigem    Festigkeitsniveau.  



  Dem Ausdruck      Austenitisieren     kommt die  übliche, bereits oben definierte Bedeutung zu. Der       austenitisierte    Stahl kann dann angelassen werden,  indem er auf eine Temperatur erhitzt wird, die unter  halb 649  C und vorzugsweise zwischen 93 und 649  C  liegt.

   Die     Anlassoperation    wird     vorzugsweise    so durch  geführt, dass man den     austenitisierten    und abge  schreckten Stahl auf eine Temperatur des Bereiches    von 204 bis 482  C     erhitzt.    Der angelassene Stahl  kann auf Zimmertemperatur     heruntergekühlt    und       anschliessend    wieder auf die Temperatur erhitzt wer  den, bei welcher die     Quierschnittsverminderung    erfol  gen soll. Der Stahl kann auch direkt von der     Anlass-          temperatur    auf die für die     Querschnittsverminderung     vorgesehene Temperatur abgekühlt werden.  



  Im folgenden wird jene     Ausführungsform    der  Erfindung, bei welcher der Stahl einer     Anlassoperation     unterworfen wird, erläutert. Es wird ferner gezeigt,  welchen Einfluss einerseits das Anlassen des Stahls  bei verschiedenen Temperaturen des     Bereiches    von  93 bis 593  C und anderseits die Ziehtemperatur auf  die im Stahl entwickelten     Eigenschaften    ausüben,  wenn die     austenitisierten,    abgeschreckten und ange  lassenen Stähle zwecks     Querschnittsverminderung     durch eine Form (Ziehmatrize) hindurchgeführt wer  den,     während    sich der     Stahl    auf einer Temperatur  des oben genannten Bereiches befindet.  



  <I>Arbeitsweise</I>  Rohe, noch nicht weiter     bearbeitete,    heissgewalzte  Stahlstäbe     (1018-Stahl)    wurden durch Beizen in  Schwefelsäure     entzundert    und gekalkt, um die Rost  bildung zu verhindern. Kalk     besitzt    dien Vorteil, die  Bildung eines     festhaftenden    Zunders in einer nor  malen Ofenatmosphäre bei erhöhten Temperaturen  zu verhindern.  



  Alle nach der vorliegenden Erfindung zu behan  delnden heissgewalzten, gebeizten und gekalkten Stahl  stäbe wurden in einem elektrischen     Hochleistungsofen     auf die     Austenitisierungstemperatur    (871 C) erhitzt.  Die Stähle können natürlich auch auf anderem Wege  erhitzt wenden, um sie auf die     Austenitisierungstem-          peratur    zu bringen. Zum Abschrecken wurden die  auf die     Austen.itisierungstemperatur    erhitzten Stahl  stäbe in ein Ölbad eingetaucht. Zum raschen Ab  kühlen des     austenitisierten    Stahls auf Zimmertempe  ratur können     natürlich    auch andere,     bekannte    Mittel  angewendet werden.  



  Zum Anlassen wurden die     au,ste.nitisierten    und  abgeschreckten Stähle in zweckentsprechenden       Wärmebehandlungsöfen    wieder erhitzt. Die Stähle  wurden auf eine     Anlasstemperatur    von 93 bis<B>593e C</B>  erhitzt.  



  Die     austenitisierten,    abgeschreckten und ange  lassenen Stahlstäbe können auch von der     Anlass-          tempe:ratur    auf jene Temperatur gekühlt werden,     bei     welcher der Stahl zwecks     Querschnittsverminderung     durch eine Form     hindu-nchgeführt    werden soll. Die  in der Tabelle IV angeführten Daten sind für jene  Ausführungsformen der     Erfindung    typisch, bei wel  chen der angelassene Stahl angenähert auf Zimmer  temperatur     heruntergekühlt    und dann, z.

   B. in einem  gasgefeuerten Ofen, von der Zimmertemperatur  wieder     auf    Temperaturen     erhitzt    wird, bei welchen  die Umformung     stattfinden    soll. Die Stahlstäbe wur  den vor dem Ziehen mit einem zweckentsprechenden  Ziehmittel geschmiert.

        <I>Tabelle IV</I>       C-1018-Stahl;        austenkisiert    durch Erhitzen auf 871 C; in Öl abgeschreckt;  gezogen zwecks     Querschnittsverminderung        von    17,2      /o;

      nach dem Ziehen luftgekühlt  
EMI0009.0006     
  
    Querschnitts  verminderung <SEP> Kerbschlag- <SEP> Härte <SEP> DPZ
<tb>  Ziehtemperatur <SEP> Zugfestigkeit <SEP> Streckgrenze <SEP> Dehnung <SEP> bei <SEP> der <SEP> Verzugs- <SEP> festigkeit <SEP> am
<tb>  C <SEP> kg/cm" <SEP> kg/cm= <SEP> % <SEP> Zugfestigkeits- <SEP> faktor <SEP> 21,10 <SEP> C <SEP> Mittel  prüfung <SEP> <B>m <SEP> kg</B> <SEP> radius
<tb>  a) <SEP> Heissgewalzt <SEP> * <SEP> <B>4807 <SEP> 3296</B> <SEP> 36,0 <SEP> 67,9 <SEP> +0,021 <SEP> 12,03 <SEP> 151
<tb>  a) <SEP> Im <SEP> abgeschreckten
<tb>  Zustand <SEP> * <SEP> 11530 <SEP> <B>7663</B> <SEP> 11,5 <SEP> 22,6 <SEP> -0,400 <SEP> 2,35 <SEP> 371
<tb>  a) <SEP> Heissgewalzt,
<tb>  abgeschreckt* <SEP> und
<tb>  angelassen <SEP> bei <SEP> 204  <SEP> C <SEP> <B>7716 <SEP> 5273</B> <SEP> 19,5 <SEP> 55,6 <SEP> -0,240 <SEP> 5,

  94 <SEP> 285
<tb>  110 <SEP> <B>9702 <SEP> 9667</B> <SEP> 9,5 <SEP> 42,8 <SEP> +0,040 <SEP> 1,20 <SEP> 343
<tb>  204 <SEP> <B>8648 <SEP> 8648</B> <SEP> 14,5 <SEP> 62,0 <SEP> -0,110 <SEP> (6,54)** <SEP> 296
<tb>  307 <SEP> <B>10370 <SEP> 10370</B> <SEP> 9,0 <SEP> 46,1 <SEP> +0,052 <SEP> 1,20 <SEP> 356
<tb>  482 <SEP> 6820 <SEP> 61<B>1</B>7 <SEP> 17,5 <SEP> 68,3 <SEP> +0,023 <SEP> (8,48)*@\ <SEP> 226
<tb>  Nicht <SEP> gezogen; <SEP> nicht <SEP> erfindungsgemäss.
<tb>  (**) <SEP> Mittelwert <SEP> für <SEP> faserigen <SEP> Bruch, <SEP> nicht <SEP> für <SEP> glatten <SEP> Bruch.
<tb>  a) <SEP> Nicht <SEP> erfindungsgemässe <SEP> Vergleichsversuche.

         Aus der Tabelle IV geht eindeutig hervor, dass  die gemäss der vorliegenden Erfindung     behandelten     Stähle eine höhere Zugfestigkeit, Streckgrenze und  Härte aufweisen als entsprechend     austenitisierte,    ab  geschreckte und angelassene Stähle, die zwecks       Querschnittsverminderung    bei Zimmertemperatur ge  zogen wurden. Im allgemeinen werden diese Verbesse  rungen unabhängig davon erzielt, ob der gezogene  Stahl nach dem Ziehen luftgekühlt oder abgeschreckt  wird.

   Die bei .erhöhter Temperatur einer Querschnitts  verminderu,ng unterzogenen Stähle weisen gegenüber  den kaltgezogenen,     austenitisierten,    abgeschreckten  und angelassenen Stählen sowohl nach dem Luft  kühlen als auch nach dem Abschrecken eine bessere       Duktilität    auf, wie aus den Werten der Dehnung und  der     Querschnittsverminderung    ersichtlich ist. Die       remanente    Spannung, gemessen als     Verzugsfaktes,        ist     ebenfalls     vermindert,    am meisten jedoch in hoch  angelassenen, abgeschreckten Stählen, wie z.

   B.     i:m          C-1018-Stahl.    Sowohl die     luftgekühlten    als auch die  abgeschreckten Stähle, die nach dem     Austenitisieren          angelassen    wurden, weisen höhere     Kerbschlagbie,ge-          festigkeiten    nach     Izod    auf.  



  Gemäss einer anderen Variante der     Kombination     von Wärmebehandlung und     Querschnittsverminde-          rung    gelangt man zu weiteren neuen     Stahlprodukten.     Diese Variante besteht darin, dass man     heissgewalzten     Stahl einer     Warmbadhärtung    unterwirft, um     eine          Phasenänderung        herbeizuführen    und den     warmbad-          gehärteten    Stahl zwecks     Querschnittsverminderung     durch eine Form     hindurchführt,

      während sich der  Stahl auf einer Temperatur von 93 bis 649 C und  vorzugsweise zwischen 232 und 649  C befindet.  Durch Kombination dieser Verfahrensstufen, das  heisst der     Warmbadhärtung    und der Querschnittsver-         minderung,    gelangt man zu     Stahlprodukten,        die    höhere       Festigkeiten    und eine grössere Härte     aufweisen    als  Stähle entsprechender chemischer     Zusammensetzung,     die bei     einerentsprechenden    erhöhten Temperatureiner  gleichen     Querschnittsverminderung,

      jedoch     vorgängig     keiner     Warmbadhärtung    unterworfen wurden, und  als Stähle, die     zwar    einer     Warmbadhärtung    unter  worfen, jedoch     kalt    gestreckt wurden.

   Die oben       beschriebene        Ausführungsvariante    kann noch     modi-          fiziert    werden, indem man den Stahl zuerst einer       Warmbadhärtung    und     anschliessend    einer     Anlassope-          ration        unterwirft.    Der Stahl kann     dann        bei    erhöhten  Temperaturen gezogen werden.  



  Mit de Ausdruck      Warmbadhärtung,>        wird        ein          Wärmebehandlungsverfahren    bezeichnet, bei welchem  der Stahl, zwecks     Phasenänderung    auf eine Tempe  ratur über 816  C oder auf eine     Austenitisierungs-          temgeratur        erhitzt    und dann in einem Medium     ab-          geschreckt        wird,    welches auf     einer    im oberen Teil  des     Temperaturbereiches    der     Martensitbildung        (Ms)

       oder etwas über diesem Bereich befindlichen Tempe  ratur gehalten     wird,    wobei der Stahl so lange im       ,genannten    Medium verbleibt, .bis     dex        Stahl        in    seiner  ganzen Ausdehnung eine praktisch gleichmässige     Tem-          peratur    aufweist. Man lässt     dann    den Stahl abkühlen  und den Temperaturbereich für die     Martensitbildung          durchlaufen.     



  Im folgenden wird die praktische Durchführung  der oben beschriebenen Verfahrensvariante bei Ver  wendung von     4140-Stahl        beispielsweise    beschrieben.  



  Heissgewalzte     Stahlstäbe        wurden    im     Rohzustand     durch Beizen in Schwefelsäure     entzundert    und zwecks  Verhinderung der Rostbildung     gekalkt.    Es sei ange  merkt, dass die Zubereitung des Stahls für das Ziehen  auch auf anderem Wege erfolgen kann.

   Die     gebeizten              und    gekalkten Stahlstäbe     wurden        dann    in einem       zweckentsprechenden        Wärmebehandlungsofen    wäh  rend etwa 45 Minuten bei     einer    Temperatur von  843 C     erhitzt.    Die Dauer des     Erhitzens    kann über  5 Minuten und bis zu 60 oder mehr Minuten ausge  dehnt werden. Der     austenitisierte    Stahl wurde dann  während 3 Minuten in einem auf einer Temperatur  von etwa 318  C gehaltenen Medium, z. B. in     einem     Salzbad, abgeschreckt.

   Diese     Badtemperatur    liegt       etwas    unter dem     M,    Punkt. Das     Zeit-Temperatur-          Verhältnis    kann auf Grund der auf diesem     Fachgebiet     zur Verfügung stehenden     Tabellen    und Daten ge  schätzt oder berechnet werden. In der Praxis ist es  üblich, zuerst Proben zu untersuchen, um festzu  stellen, wann die Umwandlung beendet ist, da die  einzelnen Stahlsorten sich hinsichtlich ihrer Kompo  nenten und anderer Faktoren unterscheiden.  



  Der     warmbadgehärtete    Stahl wird dann wieder  auf die Temperatur erhitzt, bei welcher die     Quer-          schnittsverminderung    stattfinden soll. Bevor der       warmbadgehärtete        Stahl    durch eine Form hindurch  geführt wird, versieht man die     Stahloberfläche    mit  einem zweckentsprechendem Schmiermittel für die  Umformung.

   Den in der Tabelle V     angeführten    Daten  liegen Versuche zugrunde, bei welchen Grundstäbe  von 1,75 cm Durchmesser aus     4140-Stahl        durch       Ziehen bei     erhöhter    Temperatur einer 19,9     11/o-igen          Querschn.ittsverminderung    unterworfen wurden.  



  Die Vorteile des     Abschreckens    gegenüber der  Luftkühlung nach dem Ziehen beruhen offenbar  hauptsächlich darauf, dass die     remanenten    Spannun  gen     vermindert    werden, insbesondere wenn beim  Heissziehen eine Temperatur im oberen Bereich, vor  zugsweise über 371 C, angewendet wird. Es ist in  folgedessen überflüssig, die Daten anzugeben, die dem       Warmbadhärten,    Umformen und Abschrecken des  gezogenen Stahls entsprechen. Es ist leicht einzu  sehen, dass durch das Abschrecken des Stahls in Öl  oder Wasser nach dem Heissziehen ausser der Ver  minderung der     remanenten    Spannungen auch eine  Verbesserung anderer ähnlicher Eigenschaften erzielt  werden kann.  



  In der Tabelle V     sind    die Werte verglichen, die  mit erfindungsgemäss behandelten Stählen, mit heiss  gewalztem Stahl im Rohzustand, mit heissgewalztem  Stahl, der durch Kaltziehen der gleichen Querschnitts  verminderung     unterworfen    wurde, und     heissgewalztem     Stahl, der     bei    erhöhter Temperatur heruntergezogen,  jedoch vor dem Ziehen keiner     Wärmeb,handlung     durch     Warmbadhärtung    unterzogen wurde, erzielt  wurden.

      <I>Tabelle V</I>       4140-Stahl;    bei 843  C     warmbadgehärtet    und während 180 Sekunden auf 318  C abgeschreckt;  heruntergezogen zwecks 19,9      /oiger        Querschnittsverminderung;    nach dem Ziehen luftgekühlt  
EMI0010.0045     
  
    Querschnitts  verminderung <SEP> Härte:

   <SEP> DPZ
<tb>  Ziehtemperatur <SEP> Zug <SEP> Zugfestigkeit <SEP> Streckgrenze <SEP> Dehnung <SEP> bei <SEP> der <SEP> an <SEP> der <SEP> am
<tb>  e <SEP> C <SEP> kg <SEP> kg/cm= <SEP> kg/cm= <SEP> % <SEP> Zugfestigkeits- <SEP> Ober- <SEP> Mittel- <SEP> in <SEP> der
<tb>  prüfung <SEP> fläche <SEP> radius <SEP> Mitte
<tb>  <I>0i</I>
<tb>  io
<tb>  a) <SEP> Heissgewalzt <SEP> - <SEP> 9843 <SEP> 7435 <SEP> 15,0 <SEP> 42,8 <SEP> 310 <SEP> 307 <SEP> 301
<tb>  a) <SEP> Kaltgezogen <SEP> 8310 <SEP> 11249 <SEP> 10757 <SEP> 9,0 <SEP> 48,9 <SEP> 324 <SEP> 330 <SEP> 324
<tb>  a) <SEP> Heissgezogen <SEP> * <SEP> <B>6881 <SEP> 13710</B> <SEP> 13446 <SEP> 10,0 <SEP> 36,7 <SEP> 389 <SEP> 402 <SEP> 402
<tb>  a) <SEP> Im <SEP> abgeschreckten
<tb>  Zustand** <SEP> - <SEP> 20530 <SEP> 17296 <SEP> 12,9 <SEP> 44,1 <SEP> 600 <SEP> 429 <SEP> 468
<tb>  a)

   <SEP> Warmbadgehärtet <SEP> - <SEP> 15046 <SEP> 9105 <SEP> 6,4 <SEP> 14,5 <SEP> 458 <SEP> 479 <SEP> 479
<tb>  393 <SEP> 7790 <SEP> 13112 <SEP> 13077 <SEP> 12,9 <SEP> 52,1 <SEP> 425 <SEP> 388 <SEP> 352
<tb>  538 <SEP> 5713 <SEP> 10265 <SEP> 9281 <SEP> 21,4 <SEP> 59,5 <SEP> 336 <SEP> 301 <SEP> 298
<tb>  Werte <SEP> beim <SEP> Scheitelpunkt <SEP> der <SEP> Heissstreckkurve.
<tb>  In <SEP> üblicher <SEP> Weise <SEP> in <SEP> Öl <SEP> auf <SEP> Raumtemperatur <SEP> abgekühlt.
<tb>  a) <SEP> Nicht <SEP> erfindungsgemässe <SEP> Vergleichswerte.

         Die oben beschriebene Arbeitsweise kann dadurch       modifiziert    werden, dass man den Stahl zwischen der       Warmbadhärtung    und dem Herunterziehen bei er  höhter Temperatur einer     Anlassoperation        unterwirft.     Aus der Tabelle V ist ersichtlich, dass die     erfindungs-          gemäss    behandelten Stähle höhere     Festigkeiten    und  eine grössere     Härte    aufweisen als die nur umgeform  ten     Stähle    und die kaltgezogenen Stähle,

   mit oder  ohne vorherige     Warmbadhärtung.       Bis jetzt hat die Verfahrensstufe der Wärmebe  handlung vor dem Umformen die Verfahrensstufe  der     Austenitisierung    des     Stahls    mit     eingeschlossen.     Es wurde gefunden, dass noch andere neue und ver  besserte physikalische und mechanische Eigenschaften  erreicht     werden    können, wenn die Wärmebehandlung  so durchgeführt wird, dass der Stahl, zwecks Phasen  änderung, normalisiert wird, ehe er umgeformt wird,  um     eine        Querschnittsverminderung        vorzunehmen,

           während der Stahl sich auf einer     Temperatur        im    Be  reiche von 93 bis 649  C     und    vorzugsweise- bei einer       Temperatur    im Bereiche von 121 bis 510  C befindet.

    Die Kombination von     Arbeitsstufen,    welche das Nor  malisieren vor der Umformung     umfasst,    überwindet  die     unangenehmen    Verschiedenheiten in den Eigen  schaften von heissgewalzten Stählen und ermöglicht  die Herstellung von kalt     fertigbearbeiteten    Stäben,  Stangen usw., die eine grössere     Einheitlichkeit    in den  Eigenschaften zwischen den     einzelnen        Chargen    von  Stab zu Stab besitzen. Eine andere wesentliche Ver  besserung besteht in der Herstellung von Stählen,     die     eine verbesserte     Duktilität    besitzen, wobei die hohe  Festigkeit des Stahls erhalten bleibt.

   Es wurde ferner  gefunden, dass heissgezogene Stäbe nach ihrer Ver  arbeitung zur Erzeugung     einer    normalisierten Struk  tur in ihrer     Zerspanbarkeit    wesentlich verbessert     sind.     



  Unter dem Ausdruck  Normalisierung  ist die  Wärmebehandlung des Stahls verstanden, wobei er  auf     eine    Temperatur über den oberen     Umwandlungs-          punkt    As der     Stahlzusammensetzung        erhitzt    wird,  worauf der Stahl auf die Temperatur abgekühlt     wird,     bei der er umgeformt wird, oder     wobei    er     noch     weiter bis auf Zimmertemperatur abgekühlt     wird,     worauf er nochmals auf die Temperatur für das  Umformen erhitzt wird.

   Der obere     Umwandlungs-          punkt        A3    für die     Stahlzusammensetzung    fällt ge  wöhnlich und im allgemeinen in den Temperatur  bereich von 704 bis 816  C.  



  Die Erfindung wird später an einem repräsen  tativen Stahl 1018     beschrieben,    welcher vorher defi  niert worden ist.  



  Alle heissgewalzten,     geätzten    und     gekalkten    Stäbe  wurden in einem hochleistungsfähigen     elektrischen     Ofen auf Normalisierungstemperatur erhitzt. Selbst  verständlich können auch andere Mittel zum Erhitzen  des Stabes auf Normalisierungstemperatur verwendet    werden. Die     normalisierten    Stäbe wurden auf     Zim-          mertemperatur    abgekühlt und darauffolgend auf die  zum Durchgang durch eine Form zur     Querschnitts-          verminderung    erforderliche Temperatur     erhitzt.     



  Es ist nicht notwendig, den Stahl von der     Norma-          lisierungstemperatur    auf Zimmertemperatur     abzu-          kühlen    und dann     den        normalisierten    Stahl wieder  auf die für das Umformen     erforderliche    Temperatur  zu     erhitzen.    Statt dessen     kann    der Stahl entweder  auf     ;

  die    zur     Quenschnittsverminderung        erforderliche          Temperatur    oder unter die Ziehtemperatur abgekühlt  werden, wobei im letzteren Fall wieder auf die     Um-          formtemperatur    e     ,rhitzt        wird,    wobei man einen     Stahl     erzeugt, der nach dem Ziehen eine normalisierte       Struktur    besitzt. Die erzielten     Ergebnisse    wurden  durch Ziehen von     Stahlstangen    durch eine     Ziehform     erzielt.

   Die     normalisierten    Stangen     wurden    zum  Ziehen in :einem gasgeheizten Ofen     wieder        erhitzt     und     der        Metalloberfläche    vor dem Ziehen     ein          Schmiermittel        zugesetzt.    Zum Normalisieren wurde  der     Stahl    1018 auf 899 C     erhitzt.     



  Die Ergebnisse in der folgenden Tabelle zeigen  die Eigenschaften, die durch Umformen der gezoge  nen     Stähle    ohne vorheriges     Normalisieren        und    nach  dem Normalisieren erhalten werden. Die     Ergebnisse     zeigen die mechanischen und     physikalischen,        Eigen-          schaften    von     heissgewalzten    Stählen, von bei     Zimmer-          temperatur    gezogenen Stählen, die.

   der gleichen  Stähle, die bei erhöhter Temperatur gezogen wurden,  und die von Stäben,     die    vor dem Kaltziehen oder  Stähle, die bei erhöhter     Temperatur    gezogen     wurden,     Die     letzteren        Werte    zeigen die     verbesserte    Wirkung  des erfindungsgemässen     Verfahrens.    Der Grad der  Reduktion wurde möglichst gleich gehalten, und die       Reduktion    bei erhöhter Temperatur wurde bei ver  schiedenen Temperaturen im     Bereiche    von 93     bis     649  C vorgenommen.

      <I>Tabelle</I>     V1     Stahl C-1018 mit     17,211/o        Quesschnittsverminderung    gezogen;  nach dem Ziehen mit Luft auf     Zimmertemperatur    abgekühlt  
EMI0011.0097     
  
    Querschnitts  verminderung <SEP> Izod <SEP> Härte <SEP> DPZ
<tb>  Zug- <SEP> Streck- <SEP> Kerbschlag  Verfahren <SEP> festigkeit <SEP> grenze <SEP> Dehnung <SEP> bei <SEP> der <SEP> Verzugsfaktor- <SEP> Festigkeit
<tb>  /o <SEP> Zugfestigkeits- <SEP> bereich
<tb>  kg/cm@ <SEP> kg/cm2 <SEP> 21,1 <SEP> C <SEP> Mittel  prüfung <SEP> m <SEP> kg <SEP> radius
<tb>  Heissgewalzt <SEP> * <SEP> <B>4807 <SEP> 3296</B> <SEP> 36,0 <SEP> 67,9 <SEP> +0,021 <SEP> 39,46 <SEP> 151
<tb>  Kaltgezogen <SEP> * <SEP> 7242 <SEP> 7242 <SEP> 13,0 <SEP> 52,1 <SEP> <B>-0,003</B> <SEP> 10,

  43 <SEP> 223
<tb>  Heissgezogen <SEP> * <SEP> 8173 <SEP> a) <SEP> 8173 <SEP> a) <SEP> 27,5 <SEP> b) <SEP> 58,6b) <SEP> -0,001 <SEP> bis-0,184 <SEP> 5,31 <SEP> c) <SEP> 266
<tb>  Normalisiert <SEP> heissgewalzt <SEP> * <SEP> 4851 <SEP> <B>3586</B> <SEP> 34,0 <SEP> 68,6 <SEP> +0,021 <SEP> (37,78) <SEP> 164
<tb>  Normalisiert <SEP> kaltgezogen <SEP> * <SEP> <B>7382 <SEP> 7382</B> <SEP> 13,0 <SEP> 52,1 <SEP> +0,034 <SEP> 4,22 <SEP> 213
<tb>  Normalisiert <SEP> heissgezogen <SEP> 8 <SEP> 613 <SEP> d) <SEP> 8 <SEP> 613 <SEP> d) <SEP> 27,0 <SEP> e) <SEP> 59,2 <SEP> e) <SEP> -0,006 <SEP> bis <SEP> -0,218 <SEP> 8,30 <SEP> 271
<tb>  Die <SEP> Zahl <SEP> in <SEP> Klammern <SEP> zeigt <SEP> den <SEP> Durchschnittswert <SEP> für <SEP> faserigen <SEP> Bruch, <SEP> nicht <SEP> für <SEP> glatten <SEP> Bruch.
<tb>  * <SEP> Nicht <SEP> erfindungsgemässe <SEP> Vergleichsversuche.
<tb>  a)

   <SEP> gezogen <SEP> bei <SEP> 285  <SEP> C <SEP> b) <SEP> gezogen <SEP> bei <SEP> 5380 <SEP> C <SEP> c) <SEP> gezogen <SEP> bei <SEP> 2320 <SEP> C <SEP> d) <SEP> gezogen <SEP> bei <SEP> 260c, <SEP> C
<tb>  e) <SEP> gezogen <SEP> bei <SEP> 4900 <SEP> C.         Die vorhergehenden     Ergebnisse    zeigen     deutlich    die  Verbesserung, z. B. in den     Zugfestigkeiten    und in den  Streckgrenzen, welche durch .die Kombination von  Verfahrensstufen erhältlich sind und welche vor dem  Durchlaufen des Stahls durch     eine    Form     zwecks    Um  formung von einer Normalisierungsstufe Gebrauch  machen.

   Die     Verbesserungen    sind bei Vergleich     mit     äquivalenten     Querschnittsverminderungen    der gleichen  Stähle bei     Zimmertemperatur    nach der äquivalenten       Normalisierungsstufe    oder bei Vergleich mit dem  Führen der gleichen Stähle durch eine Form     zur     Erzielung einer     Verringerung    der     Querschnittsfläche     bei einer äquivalenten höheren Temperatur, aber  ohne den Stahl vorher zu     normalisieren,    sichtbar.  



  Eine der am bemerkenswertesten verbesserten  Eigenschaften des Stahls, die aber in der Tabelle  nicht zum Ausdruck kommt,     betrifft    die, durch die       Kombination    des     Normalisierens    und der     Quer-          schnittsverminderung    erzielten     Zerspanbarkeltseigen-          schaften    des Stahls.

   Normalisierung und     Ziehen    im       angegebenen        Temperaturbereich    verbessern deutlich  die     Zerspanbarkeit    des Stahls im     Vergleich    mit bei  gleich erhöhter Temperatur ohne vorheriges Norma  lisieren des Stahls gezogenen Stählen. Weiter ist es  offensichtlich, dass die Festigkeit     erhalten    bleibt, wäh  rend Verbesserungen der     Duktilität    der     normalisierten     und im angegebenen Temperaturbereich gezogenen  Stähle     im    Vergleich mit den durch Streckung bei  erhöhter Temperatur allein erhältlichen Werten ge  sichert sind.

   Eine Eigenschaft, die an der     Oberfläche     nicht sichtbar ist, ist die bemerkenswerte Verbesse  rung, welche in der Gleichmässigkeit der Eigenschaf  ten zwischen den einzelnen     Chargen    von Stab zu  Stab besteht.  



  Im     allgemeinen    nehmen Zugbelastung und     rema-          nente    Spannung ab, während die     Kerbschlagzähigkeit     nach     Izod    sich je nach der Temperatur des Stahls  beim     Querschnittsverminderungsvorgang    erhöht.

   Vom  Standpunkt der     Festigkeitswerte,    wie der Zugfestig  keit, Streckgrenze und ähnliche Eigenschaften, wur  den die :besten Verbesserungen bei allen Stählen ge  funden, die     erfindungsgemäss    behandelt wurden, wenn  die     Verfahrensstufe    der     Querschnittsverminderung          vorgenommen    wird, während der Stahl auf einer  Temperatur von 204 bis 399  C ist.

   Um möglichst  viele Verbesserungen in :den     Eigenschaften    zu erhal  ten, wird man von einer Temperatur     im        Bereiche    von  121 bis 510 C für einen bei     der    Umformung redu  zierten Stahl Gebrauch     machen.     



  Die     Wärmebehandlung,    um den Stahl vor der  Umformung zwecks Phasenänderung     anzulassen,    er  zeugt einen     Stahl    mit noch     verschiedeneren    physika  lischen und     mechanischen    Eigenschaften.

   Es     wurde     gefunden, dass es durch die Kombination, welche  das Anlassen des Stahls vor dem Durchgang des  Stahls durch eine Form zwecks     Verminderung    der       Querschnittsfläche    einschliesst, möglich ist,     nicht    nur  die Gleichmässigkeit der Eigenschaften und     die    physi  kalischen und mechanischen Eigenschaften des Stahls  zu verbessern, sondern auch den Stahl noch weiterhin    zu variieren. Unter manchen Umständen kann     der     Stahl in seinen physikalischen und mechanischen  Eigenschaften, wie z.

   B. in der     Duktilität,        remanenten          Spannung,    in der     Belastung,    die für das     Vortreiben     des Stahls durch eine Form notwendig ist, und in  solchen Festigkeitseigenschaften wie Zugfestigkeit,  Biegefestigkeit, Schlagfestigkeit und     ähnlichen    Eigen  schaften verbessert werden.

   Die     Zerspanbarkeit    der  Stähle und solche Eigenschaften wie Zugfestigkeit,  Streckgrenze,     Proportionalitätsgrenze,        Schlagfestigkeit     und     Härte    werden am günstigsten     beeinflusst,    wenn  der Stahl bei der     Verfahrensstufe    der     Querschnitts-          verminderung    durch eine Form     geführt        wird,    um eine  Reduktion der     Querschnittsfläche    zu erzielen,     während     er sich auf einer Temperatur im Bereiche von 232  bis 454  C befindet.

   Aber selbst in diesem     speziellen     Temperaturbereich wurde gefunden, dass Zugfestig  keit, Streckgrenze und     Proportionalitätsgrenze    den  maximalen Wert     erreichen,    wenn die     Umformung     bei einer Temperatur des Stahls im     Bereiche        von     232 bis 316  C vorgenommen wird.

   Beachtlichere  Verbesserungen in den plastischen     Eigenschaften    des  Stahls wie Dehnung,     Querschnittsverminderung        bei     der     Zugfestigkeitsprüfung    und Schlagfestigkeit werden       besonders    günstig ausgebildet, wenn die     Querschnitts-          verminderung    bei einer Temperatur des Stahls     im     Bereiche von 316 bis 454 C vorgenommen     wird.     



  Das Umformen ermöglicht ausser der Verbesse  rung der physikalischen und mechanischen Eigen  schaften des Stahls auch die Beeinflussung der in  den Stahlprodukten entwickelten Spannungen. Wenn  z. B. Stahl durch eine Form hindurchgeführt wird, um  eine     Querschnittsverminderung    herbeizuführen, wäh  rend sich der Stahl auf einer über 343  C und vor  zugsweise über 454  C, jedoch unter 649  C liegenden  Temperatur befindet, so kann die Grösse der     im     Stahl entwickelten     remanenten    Spannungen wesent  lich     vermindert    und die Art der     remanenten    Span  nungen beeinflusst werden, um Stahlprodukte zu  erzeugen,

   die wesentlich     verbesserte        Verzugscharak-          teristiken    und eine viel günstigere Verteilung der  Spannungen über den     Querschnitt    des Stahls auf  weisen.  



  Die erhebliche Reduktion des Verzugsfaktors,  die beim Umformen des Stahls erzielt wird, ermög  licht die     Hersteldung    von Stahlprodukten, die ver  besserte physikalische und mechanische Eigenschaften  besitzen und deren     remanente    Spannungen Werte  aufweisen, die ebenso klein     oder    kleiner     als    jene       Werte    sind, die nach den bisher üblichen Methoden  durch     Wärmebehandlungen    oder     spannungsvermin-          dernde    Operationen nach dem Herunterziehen oder       ähnlichen        Querschnittsverminderungsprozessen    erzielt  wurden. So ist es z.

   B. gemäss der     vorliegenden    Erfin  dung möglich,     Stahlprodukte    zu erzeugen, deren       Oberflächenteile    Druckspannungen statt Zugspan  nungen aufweisen, wenn man den     Stahl    zwecks       Querschnittsverminderung    durch eine Form hindurch  führt, während sich der Stahl auf einer Temperatur  befindet, die über 427  C, jedoch unter 649  C      liegt, und wenn man den Stahl praktisch unmittel  bar nach der     Querschnittsverminderung    rasch auf  Zimmertemperatur abkühlt, beispielsweise durch  Abschrecken in Wasser oder Ö1.

   Die Entwicklung  hoher Druckspannungen in den     Oberflächenteilen     des Stahls ist erwünscht, um den     Verdrehwechsel-          festigkeltsw        ert    des Stahls bei einem gegebenen  Festigkeitsniveau zu erhöhen und um den Ausschuss,  z. B. infolge     Rissbildung,    bei der Fabrikation von  Bestandteilen aus den erzeugten Stählen zu vermin  dern.  



  Wenn .der Stahl vor dem     Umformen    einer       Anlassoperation    unterworfen wird, so     werden    im  Stahl weitere und wichtige     Charakteristiken    ent  wickelt. Eine wichtige Verbesserung, die allerdings  nicht durch     Vergleichen    der     Eigenschaften    der  Stähle aufgezeigt werden kann, besteht darin, dass die  Stahlstäbe von Charge zu Charge viel gleichmässigere  Eigenschaften besitzen als bloss heissgewalzte     Stähle,     deren Eigenschaften von Charge zu Charge starken  Schwankungen     unterworfen    sind.

   Das Kombinieren  der oben beschriebenen Behandlungsoperationen  bringt gegenüber dem blossen Kaltziehen oder dem  Heissziehen ohne vorheriges Anlassen den weiteren  wichtigen     Vorteil    mit sich, dass der Stahl mit der       Anlassstruktur    eine wesentlich erhöhte     Duktilität    und  wesentlich verbesserte     Zerspanbarkeitseigenschaften     besitzt. Diese Verbesserungen sind bei     geichzeitiger     Aufrechterhaltung der durch das Umformen ent  wickelten hohen     Festigkeiten    möglich.  



  Mit dem Ausdruck  Anlassen , dem die übliche  Bedeutung zukommt, wird ein     Wärmebehandlungs-          verfahren    bezeichnet, bei welchem der Stahl zwecks  Phasenänderung auf die der     Stahlzusammensetzung     entsprechende     Anlasstemperatur    erhitzt und der ange  lassene Stahl langsam auf     Zimmertemperatur    abge  kühlt wird.

   Bei der Durchführung des     erfindungs-          gemässen    Verfahrens kann man den     Stahl    von der       Anlasstemperatur    auf jene Temperatur abkühlen, bei  welcher der Stahl zwecks     Querschnittsvenminderung     umgeformt werden     soll.    Gemäss einer anderen Aus  führungsvariante kann man den Stahl von     der        Anlass-          temperatur    auf eine     Temperatur        heruutexkühlen,    die  unter derjenigen liegt,

   bei     welcher    der     Stahl    im       Umformprozess        durch    eine Ziehmatrize hindurchge  führt werden soll. In diesem Fall wird der ange  lassene Stahl wieder auf die Temperatur erhitzt, bei  welcher der Stahl umgeformt, z. B. durch eine     Matrize     hindurchgeführt, werden soll.

   In jedem Fall weist das  erhaltene Produkt eine     Aulassstruktur    auf.     Man    kann  den Stahl vor der Umformung auch einem Rekristal-         lisationsglühen    unterwerfen, bei welchem der Stahl  bis     unmittelbar    unter seine kritische Temperatur  erhitzt wird,     oder    man kann den Stahl einer voll  ständigen     Anlass:behandlung    unterwerfen, wobei der  Stahl über seine kritische     Temperatur    erhitzt und  dann langsam abgekühlt wird.  



  Im folgenden wird die Durchführung des erfin  dungsgemässen Verfahrens nach der oben beschrie  benen Variante beispielsweise erläutert. Der verwen  dete     1144-Stahl        enthält    ausser Eisen als Hauptkom  ponenten die nachstehend angeführten     Elemente:     
EMI0013.0052     
  
    Kohlenstoff <SEP> 0,45
<tb>  Mangan <SEP> 1,51
<tb>  Phosphor <SEP> 0,018
<tb>  Schwefel <SEP> 0,28
<tb>  Silicium <SEP> 0,22       <I>Arbeitsweise</I>  Heissgewalzte Stahlstäbe im Rohzustand     werden     durch Beizen in Schwefelsäure     entzundert    und zwecks  Verhinderung der Rostbildung     gekalkt.     



  Die so behandelten     heissgewalzten,        gebeizten    und  gekalkten Stahlstäbe wurden in einem     zweckentspre-          chenden        Wärmebehandlungsofen,    z. B. in     einem    elek  trischen     Hochleistungsofen,    zwecks Phasenänderung  auf     Anlasstemperatur    erhitzt. Der     114-Stahl    wurde  bei     einer    Temperatur von 788 C angelassen.

   Das  Anlassen wurde nach den auf dem Gebiet der Stahl  erzeugung üblichen     Methoden        durchgeführt.    Der       angelassene        Stahl    wurde dann, wie bereits beschrie  ben, langsam auf Zimmertemperatur abgekühlt. Das       angelassene        Stahlmaterial    wurde in einem zweck  entsprechenden Ofen, z. B. in einem gasgefeuerten  Ofen, zum Zwecke des     Herunterziehens    wieder auf       erhöhte    Temperatur erhitzt. Die Stahlstäbe     wurden     vor .dem Ziehen geschmiert. Der Stahl wurde durch  .eine gewöhnliche Ziehmatrize hindurchgeführt.  



  Aus der Tabelle     VII    ist der     Einfluss    der Tem  peratur, bei. welcher die Stähle nach     erfolgter    voll  ständiger     Anlassbehandlung    zwecks     Querschnittsver-          minderuug    durch eine Ziehmatrize     hindurchgeführt     werden, auf die     physikalischen        Daten    der verschie  denen Stähle ersichtlich.

   Die     Temperaturen,    auf  Grund deren die in der Tabelle     angeführten        Daten     erhalten     wurden,    sind     beispielhaft    für die Arbeits  weise, bei welcher der     angelassene    Stahl zwecks Quer  schnittsverminderung mittels einer     Ziehmatrize    her  untergezogen wird, während sich der Stahl auf einer       Temperatur    von 93 bis 649 C, und vorzugsweise  zwischen 204 und 482  C,     befindet.         <I>Tabelle V11</I>       C-1144-Stahl;    angelassen heruntergezogen auf einen um 21,6 % verminderten Querschnitt;

    nach der Ziehen luftgekühlt  
EMI0014.0002     
  
    Querschnitts  Kerbschlag  verminderung <SEP> Härte <SEP> DPZ
<tb>  Ziehtemperatur <SEP> Zug- <SEP> Streck- <SEP> Dehnung <SEP> bei <SEP> der <SEP> Verzugs- <SEP> Biegefestigkeit <SEP> am
<tb>  o <SEP> C <SEP> festigkeit <SEP> <I>grenze</I> <SEP> o <SEP> g <SEP> Zugfestigkeits- <SEP> faktor <SEP> nach <SEP> Izod <SEP> Mittel  kg/cm2 <SEP> kg/cm2 <SEP> @  <SEP> prüfung <SEP> 21,1C <SEP> radius
<tb>  0 <SEP> m <SEP> kg
<tb>  a) <SEP> Heissgewalzt <SEP> 7593 <SEP> 4957 <SEP> 23,0 <SEP> 46,1 <SEP> +0,004 <SEP> 4,52 <SEP> 220
<tb>  a) <SEP> Angelassen**
<tb>  Heissgewalzt <SEP> <B>6082 <SEP> 3867</B> <SEP> 28,0 <SEP> 40,6 <SEP> +0,052 <SEP> (6,59) <SEP> 167
<tb>  93 <SEP> <B>7910 <SEP> 6855</B> <SEP> 10,0 <SEP> 36,2 <SEP> +0,749 <SEP> 1,56 <SEP> 245
<tb>  154 <SEP> 7962 <SEP> 7242 <SEP> 9,5 <SEP> 29,3 <SEP> +0,692 <SEP> 0,

  55 <SEP> 253
<tb>  227 <SEP> <B>8015 <SEP> 7312</B> <SEP> 9,0 <SEP> 31,7 <SEP> +0,599 <SEP> 0,32 <SEP> 241
<tb>  246 <SEP> 8367 <SEP> 7769 <SEP> 9,0 <SEP> 34,8 <SEP> +0,574 <SEP> 0,59 <SEP> 258
<tb>  304 <SEP> <B>8929 <SEP> 8648</B> <SEP> 7,0 <SEP> 29,3 <SEP> +0,624 <SEP> 0,24 <SEP> 271
<tb>  343 <SEP> 9105 <SEP> <B>8859</B> <SEP> 7,0 <SEP> 28,4 <SEP> +0,610 <SEP> 0,46 <SEP> 276
<tb>  410 <SEP> 8437 <SEP> 7874 <SEP> 12,5 <SEP> 38,0 <SEP> +0,490 <SEP> 0,14 <SEP> 258
<tb>  460 <SEP> 7576 <SEP> 6749 <SEP> 14,5 <SEP> 40,6 <SEP> +0,277 <SEP> 0,28 <SEP> 245
<tb>  532 <SEP> 7171 <SEP> 6011 <SEP> 19,5 <SEP> 44,4 <SEP> +0,057 <SEP> 0,83 <SEP> 220
<tb>  '\ <SEP> Nicht <SEP> heruntergezogen, <SEP> im <SEP> Rohzustand.
<tb>  \y <SEP> Nicht <SEP> gezogen.
<tb>  Die <SEP> eingeklammerte <SEP> Zahl <SEP> ist <SEP> ein <SEP> Mittelwert <SEP> für <SEP> faserigen <SEP> Bruch,

   <SEP> nicht <SEP> glatten <SEP> Bruch.
<tb>  a) <SEP> Nicht <SEP> erfindungsgemässe <SEP> Vergleichsversuche.       Aus der Tabelle     VII    geht hervor, dass sich das  Kombinieren der Operationen des Anlasseins und des       Umformens    darin auswirkt, dass die durch die Quer  schnittsverminderung erzielten Festigkeitseigenschaf  ten     erhalten    bleiben, während     gleichzeitig    die     Dukti-          lität    der Stähle     eine    Verbesserung     erfährt.        Ausserdem     wird gegenüber Stählen, die     ohne    vorheriges Anlassen  umgeformt wurden,

   eine bessere     Zerspanbarkeit    er  zielt. Die Stahlstäbe weisen ferner von Charge     zu          Charge    -gleichmässigere     Eigenschaften    .auf als heiss  gewalzte Stähle, die kaltgezogen wurden, und selbst  als     heissgewalzte    Stähle, die bei erhöhter     Temperatur          heruntergezogen        wurden.     



  Die zu behandelnden Stähle können als Rund  stäbe,     Flachstäbe,    Rohre, Drähte, massive Stäbe  usw. vorliegen.  



  Beim erfindungsgemässen     Verfahren        beeinflussen     die     Temperatur    des Stahls     beim    Reduzieren, die  chemische     Zusammensetzung    des Stahls und das  Ausmass der     durchgeführten        Querschnittsverminde-          rung    des Stahls die Kombination von Eigenschaften,  die man im Stahl-Endprodukt     entwickeln,    kann.

   Durch       geeignete    Wahl von     Temperatur,        chemischer        Zusem-          mensetzung    und     Querschnittsverminderung    ist es  möglich, Stähle zu     erzeugen,    die sehr verschiedene       physikalische    und     mechanische        Eigenschaften        be-          sitzen,    und wahlweise Stahlprodukte     herzustellen,    die       wünschenswerte,        geringe        remanente    Spannungen be  sitzen.

   Auf diese Weise lassen sich neue und     ver-          besserte    Stähle herstellen, die neue     unterschiedliche          Verwendungsmöglichkeiten    haben und Kombina-         tionen    von Eigenschaften     besitzen,    die von den gemäss  den     früher    gefundenen Verfahren behandelten Stählen  sehr verschieden sind. Auch lassen sich Stähle her  stellen, deren     Eigenschaften    von denjenigen mittels       vorbekannter    Verfahren behandelter Stähle verschie  den sind.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I Verfahren zur Behandlung von Stahl, dadurch gekennzeichnet, dass man den Stahl einer Wärme- behandlung unterwirft, um eine Phasenänderung her beizuführen, und dann den Stahl durch eine Form hindurchführt, um eine Querschnittsverminderung zu bewirken, während sich der Stahl auf einer Tem- peratur im Bereich von 93 bis 649 C befindet. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man einen solchen Stahl be handelt, der beim Hindurchführen durch die Form verfestigt wird und durch Ausscheidung härtet. 2. Verfahren nach Patentanspruch I und Unter anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man einen heissgewalzten Stahl mit einer perlitischen Struktur in einer Grundmasse von Ferrit behandelt. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch I und Unter ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Stahl zwecks Erzielung der Querschnittsvermin- derung in einem Ziehprozess durch eine Ziehmatrize hindurchgeführt wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Stahl zwecks Erzielung der Querschnitts verminderun.g in einem Strangpressprozess durch eine Pressmatrize hindurchgeführt wird. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnittsverminderung durchgeführt wird, während sich der Stahl auf einer Temperatur von 232-482 C befindet. 6. Verfahren nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung darin besteht, dass man den Stahl einer Zwischenstufenvergütung unterwirft, um die Phasenänderung herbeizuführen.
    7. Verfahren nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung darin besteht, den Stahl auf Austenitisierungstemperatur zu erhitzen und dann abzuschrecken, um die Phasenänderung herbeizu- führen. B.
    Verfahren nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung darin besteht, den Stahl in einem ununterbrochenen Vorgang auf Austeniti- sierungstemperatur zu erhitzen und auf eine Tempe ratur von 93 bis 649 C abzuschrecken, worauf der Stahl zwecks Querschnittsverminderung durch eine Form hindurchgeführt wird.
    9. Verfahren nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung darin besteht, den Stahl auf Austenitisierungstemperatur zu erhitzen und den austenitisserten Stahl zwecks rascher Abkühlung abzuschrecken, um die Phasenänderung herbeizu führen, und dann den Stahl durch Erhitzen auf eine Temperatur unter 649 C anzulassen. 10.
    Verfahren nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung darin besteht, den Stahl einer Warmbadhärtung zu unterwerfen. 11. Verfahren nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung darin besteht, den Stahl einer Warmbadhärtung zu unterwerfen und den warmbadgehärte:ten Stahl erneut auf eine Temperatur von 93 bis 649 C zu erhitzen. 12.
    Verfahren nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung darin besteht, dem Stahl vor der Querschnittsverminderung bei erhöhter Tem peratur zu normalisieren, um die Phasenänderung herbeizuführen. 13.
    Verfahren nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmebehandlung darin. besteht, den Stahl vor der Querschnittsverminderung bei erhöhter Tem peratur anzulassen, um die Phasenänderung herbei- zuführen. 14. Verfahren nach Patentanspruch I und den Unteransprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Stahl nach erfolgter Wärmebehandlung wieder erhitzt wird, um :
    den wärmebehandelten Stahl auf die Temperatur zu bringen, bei welcher ,die Querschnittsverminderung erfolgt. PATENTANSPRUCH II Nach dem Verfahren gemäss Patentanspruch 1 behandelter Stahl.
CH5181657A 1956-10-22 1957-10-21 Verfahren zur Behandlung von Stahl CH376136A (de)

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